Schambeinentzündung (Osteitis pubis)

Wenn die Schambeinfuge, die Symphyse, der Schambeinknochen und die umliegenden Strukturen entzündet sind, handelt es sich um eine Schambeinentzündung. Ursache der nicht-infektbedingten Entzündung sind in den meisten Fällen kleine Traumen aufgrund von Fehl- oder Überbelastung. Bei einer Schambeinentzündung handelt es sich um eine typische Sportlerkrankheit. Betroffen sind in erster Linie Fußballer, Tennisspieler und Basketballspieler. Zu Beginn macht sich eine Schambeinentzündung durch Ziehen an der Innenseite der Oberschenkel bemerkbar. Im weiteren Verlauf strahlen die Schmerzen in das ganze Bein und den Unterbauch aus.


AUTOR

Medizinische Expertin

CO-AUTOR

Online-Redaktion

Dieser Text wurde nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern geprüft.


Zuletzt aktualisiert: 28. August, 2020



ICD-10-GM-2020 M85.3

Was versteht die Medizin unter einer Schambeinentzündung?

Die Medizin bezeichnet eine Schambeinentzündung als Osteitis pubis, Symphysenosteitis oder Pubalgie. Betroffen ist in erster Linie die Schambeinfuge. Sie besteht aus Knorpel und Fasern und verbindet das Schambein. Anders als viele andere Entzündungen ist die Ursache allerdings keine Infektion, sondern eine Fehl- oder Überbelastung. Dabei kann sich Narbengewebe bilden, was zum Abbau des Knochens führt. Betroffen sind häufig Sportler, aber auch während der Schwangerschaft kann es zu einer Schambeinentzündung kommen.
 
Die Medizin bezeichnet eine Schambeinentzündung als Osteitis pubis, Symphysenosteitis oder Pubalgie. Betroffen sind vor allem Sportler

Wie sehen die Symptome einer Schambeinentzündung aus?

Das Becken besteht aus Kreuzbein und dem linken und rechten Hüftbein. Jedes Hüftbein setzt sich zusammen aus Schambein, Darmbein und Sitzbein. Die Schambeinfuge, oder Symphyse, ist die knorpelige und faserige Verbindung der beiden Schambeine. Sie ermöglicht minimale Bewegungen des Beckenrings.
 
Die Schmerzen bei einer Schambeinentzündung entstehen schleichend. Die ersten Beschwerden einer Schambeinentzündung sind in den meisten Fällen Schmerzen im Unterbauch und Schmerzen beim Abspreizen eines Beines, wie es zum Beispiel beim Laufen oder Fußball spielen üblich ist.
 
Die Symptome einer Schambeinentzündung sind sehr unspezifisch, deshalb ist es oft nicht einfach andere Ursachen auszuschließen. Bei vielen Betroffenen kommt es zu charakteristischen Schmerzen in der Schambeingegend beim Laufen oder Stehen auf einem Bein. Die Schmerzen können in die Leiste, den Unterbauch und die Hüfte ausstrahlen. Typisch ist ein Druckschmerz über der Schambeinfuge, sowie Schmerzen beim Anspannen der Muskulatur im Unterbauch oder der Adduktoren, der Hüftbeugemuskulatur.
 
Typisch für eine Schambeinentzündung sind zudem Schmerzen im Bereich der Schambeinfuge. Die Schmerzen können so stark sein, dass sportliche Aktivitäten nur mehr eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich sind. Bei Druck auf die Schambeinfuge nehmen die Schmerzen deutlich zu und auch der umgebende Bereich ist geschwollen. Häufig strahlen die Schmerzen in die Leiste, die Hüfte oder die Dammregion, manchmal auch in den Unterbauch und den Beckenboden aus.
 
Ein typisches Symptom einer Schambeinentzündung ist der Anlaufschmerz. Das bedeutet, dass die Schmerzen direkt nach dem Aufstehen nach einer längeren Phase des Sitzens am stärksten sind. Durch sanfte, gleichmäßige Bewegung, wie zum Beispiel Gehen, tritt langsam eine Besserung ein. Ruckartige Bewegungen wie Treppensteigen hingegen bereiten große Schmerzen.
 
Da es sich um keine bakterielle Infektion handelt, kommt es im Normalfall nicht zu Fieber.

Welche Ursachen hat eine Schambeinentzündung?

Bei einer Überbeanspruchung oder einer Fehlbelastung der Schambeinfuge kann eine Entzündung entstehen. Auch die Bildung von Narbengewebe ist möglich. Dadurch kann es zu einem Knochenabbau, zur Bildung von Zysten oder stressbedingten Brüchen kommen.
 
Von einer Schambeinentzündung sind häufig Menschen betroffen, die Sportarten ausüben, bei denen große Zugkräfte auf die Schambeinfuge wirken, also Sportarten mit vielen Schuss- und Sprintelementen, sowie schnellen Richtungswechseln. Dazu zählen zum Beispiel Fußball, Tennis, Basketball, American Football und Laufsportarten.
 
Aber nicht nur aufgrund einer Überbelastung kann es zu einer Schambeinentzündung kommen. Auch Bewegungsmangel und lange Phasen des Sitzes, möglicherweise auch noch in einer ungünstigen Position, begünstigen eine Schambeinentzündung. Es ist daher ein Irrglaube, dass Nichtsportler nicht an einer Schambeinentzündung erkranken können. Im Gegenteil. Insbesondere auf langes Sitzen reagiert der Körper langfristig mit Schmerzen.
 
Ebenso kommt es häufig im Zuge einer Schwangerschaft oder Geburt zu einer Schambeinentzündung.
 
Auch Operationen im Beckenbereich, zum Beispiel eine Prostataoperation, oder das Legen eines Blasenkatheters können eine Schambeinentzündung nach sich ziehen.

Wer ist am häufigsten von einer Schambeinentzündung betroffen?

Eine Schambeinentzündung ist eine typische Sportverletzung. Besonders häufig betroffen sind Fußballer, Basketballer, American Footballer, Tennisspieler und Läufer. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Die meisten Erkrankten sind zwischen 30 und 50 Jahren alt. Aufgrund hormoneller Veränderungen haben Schwangere ein erhöhtes Risiko an einer Schambeinentzündung zu erkranken.
 
Gerade Sportarten mit aprupten Bewegungen begünstigen eine Schambeinentzündung

Welche Folgen kann eine Schambeinentzündung für die Betroffenen haben?

Eine Schambeinentzündung führt beim Betroffenen immer zu Beschwerden und Abnutzungserscheinungen in der Schamfuge. Das wirkt sich auf die Anatomie des gesamten Beckens aus. Unbehandelt kommt es zu vielen mikroskopisch kleinen Traumen in der Schambeinfuge. Das führt zu einer Entzündung und einer Muskelverkürzung. Auf Dauer kommt es so zu einer Vernarbung des Gewebes.
 
Im Normalfall heilt eine Schambeinentzündung aber ohne Komplikationen aus. Die Schmerzen können sich aber während der Erkrankung auch auf die Hüfte, die Leiste, den Unterbauch und den Beckenboden ausstrahlen. Besonders bei einem schweren und langwierigen Verlauf kann es auch zu Fehlstellungen und damit verbundenen psychischen Folgen kommen. Bei Menschen mit einer chronischen Schambeinentzündung kommt es außerdem häufiger zu depressiven Verstimmungen.
 
Eine Kortison-Therapie geht nicht selten mit Herz-Kreislauf-Beschwerden, einer gesteigerten Infektanfälligkeit oder einer Gewichtszunahme einher. Wassereinlagerungen im Gewebe und die Entstehung von Osteoporose werden durch die Einnahme von Kortison begünstigt.
 
Vor allem für Leistungssportler kann eine Schambeinentzündung gravierende Folgen haben. Um eine vollständige Heilung zu erzielen, ist oft eine längere Trainingspause notwendig. Das kann für den ein oder anderen Athleten das Aus der Karriere bedeuten. Vor allem für Sportler ist es daher wichtig, den Verdacht auf eine Schambeinentzündung immer frühest-möglich abklären zu lassen. Im Falle einer Schambeinentzündung solltest Du Dich vor allem auch im Hinblick auf die Dauer der Trainingspause an die Anweisung Deines Arztes oder Physiotherapeuten halten.

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Treten beim Joggen oder bei Sit-up-Übungen immer wieder akute Schmerzen auf, könnte eine Schambeinentzündung der Auslöser sein. Treten die Symptome wiederholt auf und kommt es bei sportlicher Betätigung zu einer Verschlechterung, solltest Du einen Arzt aufsuchen. Die Symptome kommen oft schleichend und betreffen in erster Linie sportlich aktive Menschen.
 
Die erste Anlaufstelle ist entweder der Hausarzt oder ein Orthopäde, aber auch Sportmediziner oder Schmerztherapeuten.

Wie diagnostiziert der Arzt eine Schambeinentzündung?

Die Diagnose einer Schambeinentzündung ist nicht immer leicht, denn die Schmerzen können auch im Zusammenhang mit anderen Sportverletzungen oder -krankheiten auftreten. Mögliche andere Ursachen für die Schmerzen sind zum Beispiel Knochenmarkentzündungen, Frakturen, Leistenbrüche, Erkrankungen des Harn- und Geschlechtstraktes, Neoplasien oder rheumatologische Erkrankungen.
 
Zu Beginn der Diagnose steht ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt, die Anamnese. In diesem erfragt der Arzt das genaue Verhalten der Schmerzen, wo sie auftreten und bei welchen Betätigungen sie schlimmer werden.
 
Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung. Der Arzt untersucht, ob die Schambeinfuge druckempfindlich reagiert. Er führt einen Symphysen-Klaff-Test durch und übt Druck auf Sehnenansätze aus.
 
Ein wichtiges Instrument bei der Diagnose einer Schambeinentzündung sind bildgebende Verfahren. Eine Röntgenuntersuchung ist bei einer Stressfraktur angezeigt. Auch verschiedene Veränderungen am Schambein werden dabei sichtbar. Dabei kann es sich um Veränderungen am Knorpel, zystische Veränderungen, Erosionen der Symphyse oder der Schambeinäste handeln.
 
Die Diagnose einer Schambeinentzündung ist nicht immer leicht, denn die Schmerzen können auch im Zusammenhang mit anderen Sportverletzungen oder -krankheiten auftreten
 
Durch eine nuklearmedizinische Untersuchung, eine Szintigrafie kann der Arzt eine Schambeinentzündung von einer Knochenmarksentzündung unterscheiden. Außerdem ist eine Schambeinentzündung bei einer Szintigrafie bereits im Frühstadium sichtbar. Eine weitere Alternative ist eine Magnetresonanztomografie, ein MRT. Dabei machen Flüssigkeitsansammlungen im Knochen, sogenannte Knochenmarködeme, eine Schambeinentzündung bereits im Frühstadium sichtbar.
 
Aufgrund des unspezifischen Beschwerdebildes einer Schambeinentzündung ist es besonders wichtig, dass der Arzt andere Ursachen für die Schmerzen ausschließt. Andere mögliche Ursachen sind zum Beispiel Leistenhernien, Nervenengpasssyndrome, Neoplasien, muskuläre Ungleichgewichte, rheumatologische Erkrankungen, Knochentumore, urogenitale Erkrankungen, sowie Adduktoren- oder Leistenzerrungen.

Wie lässt sich eine Schambeinentzündung behandeln?

Eine Schambeinentzündung heilt unbehandelt nicht aus. Die Behandlung nimmt oft mehrere Monate in Anspruch. Während der Therapie ist es ratsam Bewegungen, die Schmerzen auslösen zu unterlassen. Nicht selten erfordert eine Schambeinentzündung eine mehrmonatige Therapie. Die Diagnose wird oft erst spät gestellt, da sich eine Schambeinentzündung schleichend entwickelt.
 
Tritt eine Schambeinentzündung zum ersten Mal auf, kommen konservative Behandlungsmethoden zum Einsatz. Sie führen zu einer raschen Linderung der akuten Symptome und entlasten den Betroffenen. Im Normalfall verabreicht der Arzt nicht-steroidale Entzündungshemmer, wie Diclofenac oder Ibuprofen. Aber auch Kortison ist eine medikamentöse Behandlungsoption.
 
Viele Patienten erhalten eine Physiotherapie. Unterstützend können auch eine Ultraschallbehandlung oder Kryo- und Elektrotherapie sein. Mit Physiotherapie kannst Du die Rumpf- und Beckenmuskulatur kräftigen. Das Dehnen und Stärken der Stützmuskulatur im umgebenden Körperbereich hilft außerdem einer erneuten Schambeinentzündung vorzubeugen und ein Ungleichgewicht in den Muskeln auszugleichen.
 
Zeigt sich bei der Behandlung mit Schmerzmitteln und Physiotherapie kein Erfolg, stellt eine Injektions- oder Infusionstherapie eine weitere Behandlungsmöglichkeit dar. Bei einer Injektionstherapie spritzt der Arzt Kortison und ein Betäubungsmittel in die Schambeinfuge. Bei einem großen Teil der Patienten führt diese Therapie zu einer deutlichen Besserung der Symptome.
 
Wesentlich bei der Behandlung einer Schambeinentzündung ist eine möglichst frühzeitige Bewegungspause mit einem anschließenden graduellen Belastungsaufbau. Einen besonders hohen Stellenwert bei der Therapie einer Schambeinentzündung hat daher die Physio- und Bewegungstherapie.

Wann muss bei einer Schambeinentzündung eine Operation erfolgen?

Kommt es bei einer Schambeinentzündung zu einem chronischen und schmerzhaften Verlauf und wenn sich auch nach monatelanger erfolgloser Therapie keine Besserung einstellt, kann eine operative Therapie der Erkrankung angezeigt sein. Auch wenn eine Abrissfraktur die Ursache einer Schambeinentzündung ist, ist eine Operation sinnvoll. Bevor eine Operation durchgeführt wird, muss der Arzt auch mögliche Begleiterkrankungen ausschließen.
 
Die operative Therapie spielt bei der Behandlung einer Schambeinentzündung aber nur eine untergeordnete Rolle. Obwohl die Behandlung mitunter langwierig ist und viel Geduld in Anspruch nimmt, kommt es in etwa 90 Prozent der Fälle durch konservative Behandlungsmethoden zu einer vollständigen Heilung.

Was muss ich vor einer Operation beachten?

Für die Operation musst Du nüchtern sein, das heißt Du darfst mindestens sechs Stunden vorher nichts mehr essen oder trinken. Ebenso solltest Du mindestens für sechs Stunden vorher nicht Rauchen und auch auf den Konsum von Alkohol verzichten. Auch die Einnahme von Medikamenten musst Du gegebenenfalls unterbrechen. Informiere Deinen Arzt, falls Du regelmäßig Medikamente einnimmst, damit er Dir sagen kann, wie lange vor der OP Du sie absetzen musst. In einigen Fällen kann er Dir auch Ersatzmedikamente verschreiben.
 
Odtmals lässt sich eine Schambeinentzündung konservativ behandeln. Manchmal ist jedoch eine Operation die letzte Lösung

Wie verläuft die Operation bei einer Schambeinentzündung?

Die Operation einer Schambeinentzündung erfolgt immer in Vollnarkose. Mittlerweile stehen auch minimal-invasive Operationsverfahren zur Verfügung.
 
Besonders gute Ergebnisse haben Mediziner mit dem Verfahren der Kürettage erzielt. Dabei handelt es sich um eine Ausschabung, bei der der Arzt krankhaftes Gewebe von der Schambeinfuge abschabt.
 
Es steht auch ein laparoskopisches Operationsverfahren zur Verfügung. Dabei bringt der Chirurg über einen kleinen Schnitt mithilfe eines Laparoskops ein Netz in die betroffene Stelle ein. Dieses Verfahren ähnelt jenem, mit dem auch ein Leistenbruch behandelt wird.
 
Bei manchen Patienten nimmt der Arzt eine Gelenkversteifung, eine Arthrodese, der Schambeinfuge vor. Dabei setzt der Arzt körpereigenen Knochenspan ein und fixiert diesen mit einer Platte.

Was muss ich nach dem operativen Eingriff beachten?

Auf intensive sportliche Aktivität solltest Du mindestens noch ein bis zwei Wochen nach dem Abklingen der Schmerzen verzichten. Die Aufnahme von Leistungssport ist etwa acht Wochen nach der Operation wieder möglich.
 
Die postoperative Nachsorge nach einem Eingriff erfolgt im Krankenhaus. Wurde eine Kürettage durchgeführt erfolgt eine sorgfältige Beobachtung der OP-Wunde.
 
Im Falle einer gelenkversteifenden Operation sind die Erholungszeiten sehr lange. Bis zur vollständigen Heilung vergehen in etwa sechs Monate. Auch Komplikationen kommen bei dieser Form der Operation einer Schambeinentzündung etwas häufiger vor. Viele Patienten entwickeln ISG-Beschwerden. Das Iliosakralgelenk ist die Verbindung zwischen Wirbelsäule und Becken. Betroffene leiden an Schmerzen in diesem Bereich, die sowohl in Ruhe- als auch Bewegungsphasen auftreten können. Die Schmerzen können in den unteren Rücken und in die Knie ausstrahlen.
 
Die Nachsorge übernimmt ein Orthopäde oder ein Allgemeinmediziner. Bei Schmerzen, die in den Unterbauch ausstrahlen erfolgt, die Behandlung durch einen Schmerztherapeuten. In vielen Fällen kommt bei der Nachsorge auch eine Physiotherapie infrage.

Welche Risiken birgt die Operation einer Schambeinentzündung?

Wie bei allen anderen Operationen besteht auch bei einer OP aufgrund einer Schambeinentzündung die Gefahr von Störungen bei der Wundheilung oder einer Wundinfektion. Ebenso besteht ein geringes Risiko von Nachblutungen. Sehr selten kommt es zu einer Verletzung der Nerven. Wird eine gelenkversteifende Operation durchgeführt, kann es im weiteren Verlauf zu Beschwerden am Iliosakralgelenk und somit weiteren Bewegungseinschränkungen kommen.

Wie ist die Prognose bei einer Schambeinentzündung?

In manchen Fällen heilt eine Schambeinentzündung spontan aus. In anderen Fällen nimmt sie einen langandauernden und schmerzhaften Verlauf und geht mit einer langen Sportpause einher. In den meisten Fällen reicht eine konservative Behandlung der Schambeinentzündung aus. Die Behandlung kann mitunter sehr langwierig sein, dennoch ist die Prognose günstig. In etwa neun von zehn Fällen wird die vollständige Rückbildung der Schmerzen ohne operativen Eingriff erreicht.
 
Bei der Heilung ist viel Geduld gefragt. Sie nimmt oft mehrere Monate in Anspruch. Bei einer Therapie mit Kortison kann sich nach einigen Wochen eine Besserung einstellen. Diese Form der Therapie ist unter Umständen im Fall von Doping-kontrollierten Sportlern nicht möglich.
 
Erst, wenn Schmerzfreiheit erreicht ist, kann der Betroffene damit beginnen sportliche Aktivitäten auszuführen.

Was kann ich selbst gegen eine Schambeinentzündung tun?

Zu Beginn einer Schambeinentzündung solltest Du unbedingt eine Sportpause einlegen. Vermeide jegliche Anstrengung, sowie starke Belastungen des Beckengürtels. Erst langsam und am besten unter therapeutischer Aufsicht kannst Du das Training wieder aufnehmen. Wenn Du die sportliche Aktivität zu rasch wieder aufnimmst, kann es zu einer chronischen Schambeinentzündung kommen. Nach dem Abklingen der Schmerzen ist es ratsam noch für etwa ein bis zwei Wochen zu warten, bevor intensive körperliche Aktivität erfolgt.
 
Um die Schambeinentzündung ausheilen zu können, ist viel Schonun wichtiig. Sportarten wie Kraulen, sind schonend und können betrieben werden
 
Eine Physiotherapie trägt wesentlich zur Linderung der Schmerzen bei. Besonders hilfreich sind Wärmeanwendungen, Ultraschallbehandlungen und Elektrotherapie, aber auch Massagen fördern die Durchblutung und tragen so zur Entspannung der Muskulatur bei. Mit rumpfstabilisierenden Übungen kannst Du langfristig die überbeanspruchten Bereiche im Hüftgürtel entlasten.
 
Wenn es ohne Schmerzen möglich ist, kannst Du bei einer Schambeinentzündung Schwimmen (Kraulen). Auch Aqua-Jogging bietet sich an. Ebenso sind verschiedene Übungen machbar, die den Vierfüßlerstand als Grundposition haben. Mit beidbeinigen Übungen kannst Du die Rumpfmuskulatur kräftigen. Diese Übungen üben außerdem nur einen geringen Druck auf das Becken aus und bieten sich daher besonders an. Ebenso kannst Du mit einer kräftigen Gesäß-, Bein und Wadenmuskulatur die Schambeinfuge entlasten.

Wie kann ich eine Schambeinentzündung vorbeugen?

Mit bestimmten Verhaltensmaßnahmen kannst Du einer Schambeinentzündung vorbeugen. Wichtig ist es in erster Linie den Körper vor dem Sport gut aufzuwärmen und die Adduktoren zu dehnen. Mit einem gezielten Training von Bauch- und Rumpfmuskulatur kannst Du dazu beitragen dieses aufzubauen und zu stabilisieren. Achte beim Muskelaufbau, dass kein Ungleichgewicht entsteht.
 
Vor allem beim Joggen ist die Wahl des richtigen Schuhwerks wichtig. Gut gedämpfte Schuhe reduzieren die Belastung auf die Knochen und die Gelenke. Sportarten mit abrupten Bewegungen, die auf hartem Untergrund gespielt werden, wie Tennis, solltest Du eher vermeiden.
 
Wenn Du an einer Fehlbildung im Fußgewölbe leidest, solltest Du entsprechende Einlagen anfertigen lassen. So kannst Du der Gefahr einer Schambeinentzündung aufgrund einer Fehlbelastung durch falsches Auftreten vorbeugen.
 
Außerdem ist es wichtig eine Schambeinentzündung immer vollständig ausheilen zu lassen, bevor Du die körperliche Aktivität in vollem Ausmaß wieder aufnimmst. Erst, wenn vollständige Schmerzfreiheit wiederhergestellt ist, kannst Du das übliche Ausmaß an Sport wieder aufnehmen. Davor ist möglicherweise ein leichtes Lauftraining möglich. Das erfolgt aber am besten in Absprache mit Deinem Arzt.

Was kostet die Behandlung einer Schambeinentzündung?

Die Kosten der Behandlung sind abhängig von der Therapie. Verschreibt der Arzt Medikamente, fällt die Rezeptgebühr in der Höhe von etwa fünf Euro an.
 
Die Kosten für eine ärztlich verordnete Physiotherapie übernimmt zumindest teilweise die Krankenkasse. Ist die Physiotherapie nicht ärztlich verordnet werden in etwa 30 bis 60 Euro pro 30 Minuten Behandlung fällig.
 
Ist ein Aufenthalt im Krankenhaus nötig erfolgt die Abrechnung der Behandlungskosten über die Krankenhauskosten. Pro Tag kann ein Kostenbeitrag in der Höhe zwischen zehn und 25 Euro anfallen.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten der Behandlung einer Schambeinentzündung?

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Diagnose und Therapie einer Schambeinentzündung. Je nach Versicherungsträger kann ein Selbstbehalt anfallen. Genauere Informationen dazu erhältst Du direkt bei Deinem behandelnden Arzt oder der Krankenkasse.
 
Ist eine Operation nötig, ist auch ein Aufenthalt im Krankenhaus erforderlich. Die Kosten für einen Krankenhausaufenthalt übernimmt die Krankenkasse nur zum Teil. Über die Höhe des Selbstbehalts kannst Du Dich beim behandelnden Arzt oder der Krankenkasse informieren.


Dauer Dauer

30-90 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Bis zu 12 Wochen

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Das Wichtigste zusammengefasst

Bei einer Schambeinentzündung, einer Osteitis pubis, handelt es sich um eine schmerzhafte, nicht-infektbedingte Entzündung der Schambeinfuge und des umliegenden Gewebes


Es handelt sich um eine typische Sportverletzung, die vor allem Tennis, Fußball- oder Basketballspieler, aber auch Marathonläufer betrifft.


Kennzeichen einer Schambeinentzündung ist ein anfängliches Ziehen an der Innenseite der Oberschenkel, das später auch in das Bein und den Unterbauch ausstrahlt. Es kommt zu starken Schmerzen und sportliche Aktivität muss unterlassen werden


Bei einer Schambeinentzündung stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Auswahl. Sie reichen von einer Therapie mit Medikamenten und einer Physiotherapie bis hin zu einem operativen Eingriff bei langwierigen Fällen

Anfrage Stellen