Radikulopathie

Wenn Du häufig Rückenschmerzen hast, bist Du damit nicht allein, denn sie sind eine der häufigsten Gesundheitsbeschwerden. Zudem sind Rückenleiden meistens chronisch und schwer zu diagnostizieren. Das gilt auch für die sogenannte Radikulopathie, mit der Du mit einiger Wahrscheinlichkeit irgendwann konfrontiert sein wirst. Hierbei erfolgt eine Schädigung der Nervenwurzeln, zum Beispiel durch einen Bandscheibenvorfall, einen Tumor oder eine Entzündung. Dies kann zu Schmerzen, Taubheit und bis hin zu Lähmungen führen, und zwar sowohl am Rücken, als auch in dem Bereich, zu dem die Nerven hinführen. Wir haben Dir die wichtigsten Informationen zu dieser Erkrankung zusammengefasst!


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Zuletzt aktualisiert: 23. Juli, 2020



ICD M54.1 – Radikulopathie

Was versteht die Medizin unter einer Radikulopathie?

Als Radikulopathie, auch Wurzelneuritis oder Wurzelsyndrom genannt, bezeichnet man eine Reizung oder Schädigung der Nervenwurzeln, also derjenigen Stellen am Rückenmark, an denen die Nervenfasern des Rückenmarks ein-/austreten. Sie äußert sich in Störungen der Empfindung, Schmerzen oder Lähmungen. Mit Radikulitis bezeichnet man die Entzündung der Nervenwurzel an sich, jedoch werden die Begriffe oft synonym verwendet. Beschränkt sich die Störung nicht auf eine einzelne Wurzel (Monoradikulitis), sondern erfasst sie mehrere Nervenwurzeln, spricht man von einer Polyradikulitis. Je nach betroffenen Nervenfasern kann dieser Zustand sehr ernst sein, oder aber auch ohne Behandlung lange stabil bleiben, wenn auch einschränkend.
 
Eines der häufigsten Anzeichen einer Radikulopathie sind starke Rückenschmerzen

Was ist eine Nervenwurzel und wozu ist sie wichtig?

Nervenwurzeln treten aus der Wirbelsäule aus, und verbinden das Rückenmark mit dem Rest des Körpers. Sie sind also die Stelle, an der sich der Nervenstrang durch die Wirbelsäule mit dem in der Wirbelsäule befindlichen Rückenmark verbindet. Je nach Höhe führen die Nerven zu verschiedenen Bereichen des Körpers. Im lumbalen Bereich zum Beispiel, an den Nervenwurzeln aus den Wirbeln im Lendenbereich, könnten die Nerven weiter Richtung Beine führen; für die Arme wären die Nerven zuständig, die vom Rückenmark in Höhe der Halswirbel abzweigen (zervikaler Bereich).
 
Im Genaueren gibt es Vorder- und Hinternervenwurzeln, die sich in der Wirbelsäule verbinden, und dann links und rechts aus dem Wirbelkanal als sogenannter Spinalnerv austreten. Das passiert also paarweise über die Länge der ganzen Wirbelsäule mit insgesamt ca. 31 solcher paarweisen „Abzweigungen“. Die Nerven senden und empfangen (respektive Vorder- und Hinterwurzeln), das heißt, sie leiten entsprechend ihrem Verlauf Signale an den Körper und die Organe, geben die Befehle des Gehirns weiter, und leiten umgekehrt das Empfinden der Organe und Extremitäten wieder zurück.
 
Durch diese örtlich bestimmte Versorgung lässt sich bestimmen, welche Nervenwurzel betroffen ist. Anhand der Schmerzen im Rücken und betroffenen Muskeln wird zugeordnet, in welcher Höhe die verantwortliche Nervenwurzel liegt.

Wie entstehen Rückenschmerzen?

Die Nervenwurzeln im Rücken können Schmerzen melden, wenn sie zusammengedrückt oder gequetscht werden, müssen es aber nicht. Es gibt auch andere Wege, durch die Schmerzen entstehen, zum Beispiel Entzündungen, oder die Ablagerung von Stoffwechselprodukten. Umgekehrt kann man auch erkrankt sein, und Symptome wie Taubheit oder Probleme der Grobmotorik aufweisen, ohne Schmerzen zu verspüren.
 
Schmerzen im Kreuz haben oft eine Mischung an Ursachen, zum Beispiel kann nach einem kleineren, oft nicht diagnostiziertem Bandscheibenvorfall ein Nerv leicht gedrückt sein, und durch die gleichzeitige Zerrung des hinteren Längsbands eine Entzündung am Nerv entstehen.

Welche Formen der Radikulopathie gibt es?

Wo, welche und wie viele Nervenwurzeln gestört sind, sowie der zeitliche Verlauf bestimmen die Ausprägung der Krankheit.
 
Bei nur einer einzelnen geschädigten Wurzel spricht die Medizin von Monoradikulitis, bei mehreren von Polyradikulitis.
 
Eine Einteilung von oben nach unten, nach der gängigen Diagnostik fängt mit der sogenannten zervikalen Radikulopathie an, wobei betroffene Nervenwurzeln im Bereich der Halswirbelsäule gemeint sind. Weiter unten sind insbesondere solche Bereiche kritisch, die die Atemmuskulatur oder das Zwerchfell versorgen. Eine thorakale Ausprägung auf Brusthöhe ist selten, und schließlich spricht man von einer lumbalen Radikulopathie, wenn sich die Beschwerden den Nervenwurzeln des unteren Rückens zuordnen lassen.
 
Am häufigsten ist der untere Rücken (Lumbaler bis hin zum Sakralbereich) betroffen. Ursache und Ort der Schädigung der Nerven hängen eng zusammen. Im oberen Rücken sind es meistens tumoröse oder infektiöse Auslöser, und nur in einem Viertel Bandscheibenvorfälle als Grund, welche dagegen die Hauptursache im unteren Rücken bilden.
 
Die nächste Abgrenzung trifft man zeitlich, ob das Auftreten akut ist, oder – ab zwölf Wochen – schon chronisch.

Was sind die Symptome einer Radikulopathie?

Der Fall einer Radikulopathie äußert sich oft in Missempfinden, Schmerzen oder sogar Lähmungen. Außerdem kann die Sensibilität, also die Empfindsamkeit, eingeschränkt sein, das heißt, es geht das Gefühl in oder untere der Haut verloren. Am Rücken selbst kann sich die Radikulopathie durch Kribbeln oder leichteren Schmerzen äußern, bis hin zur Taubheit. Das betroffene Gebiet hängt sonst davon ab, welchen Bereich die Nervenwurzel versorgt, und die Schmerzen strahlen dorthin aus. Nicht jede Einschränkung der Nerven führt jedoch zu Schmerzen, und es können insbesondere Symptome auftreten, die nicht von Schmerzen begleitet sind, oder in einem Maße, die nicht gleich die Alarmglocken läuten lassen.
 
Bei einer Radikulopathie helfen Schmerzemittel, um den Schmerz zu bekämpfen, allerdings beheben sie nicht die Ursache
 
Die Schmerzen in den Nerven können sich „einschießend“ anfühlen, als würde ein Stromschlag den Nerv entlangfahren. Außerdem können Reflexe eingeschränkt sein. Entsprechend der Schwere der Radikulopathie kann es schließlich auch sein, dass die Motorik ausfällt. Zusammen mit den Schmerzen ist die Bewegungsfreiheit des betroffenen Patienten stark eingeschränkt. Durch weitere Bewegung, vor allem bei Bewegung der Wirbelsäule, kann der Nerv Schmerzen aktivieren.
 
Nimmt man eine Erkrankung im Bereich der Lenden als Beispiel an, dann äußert sich die Erkrankung nicht vorwiegend an der Lendenwirbelsäule, sondern in deren Versorgungsgebiet: Man könnte Schmerzen in den Beinen erwarten, oder Berührungen an Stellen eines oder beider Beine nicht mehr wahrnehmen. Aber auch die oft ungleich gefährlichere thorakale, das heißt, auf Brustraum bezogene Radikulopathie soll hier erwähnt sein, die das Atmen erschwert. Sind die Nervenfasern, die das Zwerchfell versorgen, betroffen, kann es sogar zu Atemversagen kommen. In einem weiteren Extremfall kann die Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt sein.
 
Ist das Leiden chronisch, hat dies auch psychische Auswirkungen durch die eingeschränkte Lebensqualität, außerdem werden die nicht mehr benutzbaren Muskeln zurückgebildet.

Wie häufig ist eine Radikulopathie und wer ist davon betroffen?

Die Radikulopathie lässt sich tatsächlich als Volkskrankheit bezeichnen. Da meistens ein Bandscheibenvorfall Auslöser der Radikulopathie ist, welcher am häufigsten zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auftritt, ist diese Altersgruppe auch am anfälligsten. Nimmt man die Anzahl an Bandscheibenvorfällen als Indiz, ist mehr als ein Fünftel der unter 60-jährigen, und mehr als die Hälfte der über 60-Jährigen betroffen.
 
Meistens treten die Beschwerden in der zweiten Lebenshälfte auf, bei Kindern und Jugendlichen quasi nie. Bei anderen Ursachen, oder ungewöhnlicheren Bandscheibenvorfällen in höheren Wirbeln, können auch jüngere Menschen betroffen sein. Zu den medizinischen Schäden kommen auch volkswirtschaftliche, insbesondere in körperlich anstrengenden Branchen. Unterschiedlichen Berechnungen zufolge verursachen Rückenschmerzen 15–30 % der Arbeitsunfähigkeitstage und 18 % aller Frühberentungen.

Welche Ursachen liegen einer Radikulopathie zugrunde?

Mechanische Ursachen
Als häufigste Ursache wird die Krankheit durch einen Bandscheibenvorfall hervorgerufen (Umgekehrt wird aber auch häufig eine Radikulopathie fälschlich als Bandscheibenvorfall diagnostiziert!). Genauer genommen spricht man dann von einer Diskushernie, wobei durch die geschädigte Bandscheibe der Nerv geklemmt wird. Die Nerven können aber auch anders geschädigt oder „gezwickt“ werden, zum Beispiel durch Formen von Arthritis oder andere Schwächungen der Knochen, wobei der Nerv wieder indirekt durch eine Störung der Knochen beziehungsweise des Rückenmarks geschädigt wird. Das kommt häufiger bei abgenutzten Wirbelsäulen, aber auch jüngeren Patienten vor.
 
Krankheitserreger wie Viren und Bakterien
Seltener kommt es auch vor, dass anderes Gewebe die Nerven in Anspruch nimmt, zum Beispiel im Rahmen eines Krebstumors oder eines Abszesses, einer Ansammlung von Eiter in der Haut des Rückenmarks selbst, oder eines Hämatoms. Weiterhin kommen Bakterien, Pilze oder Viren infrage, die die Krankheit hervorrufen können oder als Komplikation mit sich führen. Zum Beispiel Tuberkulose oder manche Herpes Infektionen, die die Nervenwurzeln betreffen. Borreliose, welche durch Zecken übertragen wird, kann die Beengung der Nervenbündel auslösen.
 
Andere Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus)
Nicht zuletzt kann die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus die Krankheit verursachen, da sie die Durchblutung einzelner Körperteile stören kann und eben auch die der Nervenwurzeln.
 
Eine Ursache der Radikulopathie kann unter anderem Diabetes mellitus sein

Was ist ein pseudoradikuläres Syndrom?

„Radikulär“ bedeutet „die Wurzel betreffend“, vom lateinischen „Radix“ – „Wurzel“ (vergleiche „Radieschen“). Also ist die Radikulopathie radikulär, da sie von den Wurzeln der Nerven ausgeht. Pseudoradikuläre Syndrome dagegen wirken zunächst als kämen sie von den Nervenwurzeln, obwohl sie eine andere Ursache haben. Zum Beispiel könnten ähnliche Beschwerden in den Muskeln oder Knochen der schmerzenden und eingeschränkten Stellen entstehen. Es ist oft schwierig zu unterscheiden, die genaue Ursache lässt sich jedoch klinisch diagnostizieren.

Wann sollte ich bei einem Verdacht auf eine Radikulopathie zum Arzt gehen?

Bei chronischen Rückenschmerzen ist es immer ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Mit steigendem Alter sind Rückenschmerzen eine sehr häufige Beschwerde, da Bandscheiben und Wirbelsäule sich mit dem Alter verschlechtern. Symptome für eine Erkrankung der Wurzelnerven sind neben Rückenschmerzen ausstrahlende Schmerzen oder ein Taubheitsgefühl, insbesondere wenn es von Lähmungen oder Missempfinden in anderen Körperteilen begleitet wird.
 
Sofort in (not)ärztliche Behandlung solltest Du Dich bei einem akuten Fall begeben. Diesen erkennst Du an folgenden Punkten:
 
Anhaltspunkt sind oft die “Red Flags”
 

  • Wenn vor den obigen Symptomen ein Unfall gestanden ist, zum Beispiel ein Sturz. Gerade bei Senioren können schon oberflächlich leichte Traumata Schäden an der Wirbelsäule verursachen
  • Plötzlich aufgetretene Symptome, oder solche die zunehmend lähmen
  • Lähmungen in bestimmten Körperstellen, insbesondere wenn man gleichzeitig kaum oder immer weniger Schmerzen spürt
  • Fieber oder Schüttelfrost
  • Wenn die Schmerzen in der Nacht zunehmen
  • In Verbindung mit Gewichtsverlust, Drogenmissbrauch (auch Nikotin) oder einem geschwächten Immunsystem ist oberste Vorsicht geraten, da diese die Krankheit begünstigen.

Wie diagnostiziert der Arzt eine lumbosakrale Radikulopathie?

Diese Ausprägung, die den unteren Rücken betrifft und sich meist auch in den Beinen bemerkbar macht ist die häufigste, und fast immer ist ein Bandscheibenvorfall der Auslöser. Während die Lage bei einem Bandscheibenvorfall recht klar ist, ist es bei allgemeineren Rückenschmerzen für den Arzt wichtig, zuerst festzustellen, ob überhaupt eine Radikulopathie vorliegt und was die Ursache ist. In höherem Alter sind Schäden an der Wirbelsäule mehr oder weniger normal und müssen nicht zwangsläufig auf eine Radikulopathie deuten.
 
Konkret beginnt die Diagnose mit einer Anamnese, das heißt, es wird Deine Krankheitsgeschichte besprochen und insbesondere das Auftreten und der Verlauf der Symptome. Dabei ist es wichtig zu wissen, seit wann und wodurch die Schmerzen verursacht werden könnten, wo und was genau das Problem ist, ob der Schmerz in Ruhe oder auch bei Bewegung auftritt und ob er sich bei Druck verstärkt. Vor allem das Prüfen der Reflexe und Motorik hilft bei der genauen Diagnose. Außerdem untersucht der Arzt, ob es Verletzungen oder Infektionen gibt.
 
Es können sich noch weitere Untersuchungen anschließen. Mit verschiedenen bildgebenden Verfahren ist es vor allem bei Unklarheit möglich, die Ursache der Rückenschmerzen oder anderer Beschwerden ausfindig zu machen. Das ergibt jedoch nur Sinn, wenn es für die weitere Therapie notwendig ist, oder keine anderen Ursachen für die Schmerzen ausfindig gemacht werden konnten. Im Zweifel gibt es noch weitere Diagnoseverfahren: Um eine Radikulopathie festzustellen und ein pseudoradikuläres Syndrom auszuschließen, müsste der Arzt eine klinische neurologische Untersuchung durchführen. Im schlimmsten Fall erfolgt eine sogenannte Lumbalpunktion, bei welcher der Spezialist Nervenwasser mit einer Nadel entnimmt.

Wie diagnostiziert der Arzt eine zervikale Radikulopathie?

Diese Diagnose erfolgt häufig rein klinisch. Neben der oben genannten Anamneseerhebung und den notwendigen klinisch neurologischen Untersuchungen, gibt es hier folgende Eigenheiten:
 
Da die Ursache hier selten, gerade bei älteren Menschen, in einer Bandscheibenverletzung gefunden wird, und oft chronisch ist, sucht der Arzt mit fortgeschritteneren Verfahren, wie zum Beispiel einem CT oder Magnetresonanztomografie, nach der Ursache. Es können auch Blutproben oder Proben aus dem betroffenen Gebiet entnommen werden, um eine Entzündung, Autoimmunkrankheit oder eine andere Erkrankung zu diagnostizieren.

Wie lässt sich eine Radikulopathie therapieren?

Lumbosakrale Radikulopathie
Dies hängt stark davon ab, was die Ursache der Quetschung des Nervs ist, und wie akut eine Behandlung notwendig ist. Da bei der lumbosakralen (das heißt, untere Wirbelsäule, zur Lende und Kreuzbein gehörig) Radikulopathie meistens ein Bandscheibenvorfall die Ursache ist, soll hier auf die damit zusammenhängenden Therapien eingegangen werden.
 
In vielen Fällen reicht eine konservative Therapie aus, um die Radikulopathie zu behandeln
 
Es geht darum, den Nerv zu entlasten und Schmerzen des Betroffenen zu lindern. Dies kann man zunächst durch Physiotherapie erreichen. Es werden fast alle typischen Verfahren angewandt, die die Muskulatur dehnen und stärken. Dies bringt bewiesenermaßen schon kurzfristig Schmerzlinderung und Verbesserung der Bewegungsfähigkeit.
 
Beim Vorhandensein von Red-Flags, Scheitern der Physiotherapie (nach etwa sechs Wochen), akuten Beschwerden und entsprechenden Befunden weiterer Diagnostik, zum Beispiel im MRT, muss ein Spezialist entscheiden, ob eine Operation möglich ist.
 
Ist die Therapie erfolgreich, brauchst Du unter Umständen auch Physiotherapie, um die Muskeln, die durch die Radikulopathie gelähmt wurden, wieder belastbar zu trainieren.
 
Zervikale Radikulopathie
Ist die Störung zervikal, also in der Halswirbelsäule, ist die Ursache öfters eine andere als ein Bandscheibenvorfall. Auch hier ist eine konservative Therapie, die vor allem auf Schmerzlinderung abzielt, bei nicht-akuten Fällen erste Wahl. Bei der hier zur Anwendung kommenden Physiotherapie kommt oft eine Halskrause zur Anwendung, die für zwei Wochen zu tragen ist. Anschließend musst Du auch hier Übungen über zunächst mindestens sechs Wochen zur Mobilisation durchführen. Auf die Therapie, die auf Ursachen wie Entzündungen reagiert, gehen wir hier im Folgenden ein.
 
Da das Problem darin besteht, dass oft eine chronische Quetschung des Nervs vorliegt, geht es auch darum, diese Quetschung zu lindern, oder aber die ausgelösten Schmerzen. Das passiert bei Infektionen zum Beispiel mit entzündungshemmenden Medikamenten, oder einer antiviralen oder immunsuppressiven Therapie, komplementiert mit Schmerzmitteln und Bettruhe. Mit einer konservativen Therapie lassen sich bereits die meisten Fälle ausreichend erfolgreich behandeln. Schlägt diese nicht an, und wird im MRT eine Behandlung als möglich eingeschätzt, kann am Ende auch ein chirurgischer Eingriff indiziert sein.
 
In den meisten, den chronisch schmerzhaften Fällen, bekommst Du die Symptome schon mit einer konservativen Schmerztherapie in den Griff, und die Krankheit kann wirkungsvoll mit physiotherapeutischen Maßnahmen bekämpft werden.
 
Operation
Ein chirurgischer Eingriff ist in etwa bei 20% aller Fälle von Radikulopathien eine zum Einsatz kommende Therapieform. Man kann allerdings nicht von Anfang an feststellen, für wen eine Operation Sinn ergibt. Der Arzt wählt sie generell erst, wenn der Fall entweder sehr akut ist, oder die konservative Therapie keinen Erfolg bringt. Sie ist vor allem auch deshalb notwendig, da bei einer längeren Erkrankung dauerhafte neurologische Schäden davongetragen werden können, sie hat aber selbst auch Risiken, da der Wirbelsäule eine sensible und zentrale Rolle im Körper zukommt.
 
Während sich akute Rückenschmerzen durch den chirurgischen Eingriff wirkungsvoll behandeln lassen, hat sich gezeigt, dass Schmerzen in den Extremitäten genauso gut durch Physiotherapie behandelbar sind.
 
Bei der Operation findet eine Entlastung der Wirbelsäule statt. Optionen sind:
 

  • Operative Entfernung der Kompression durch sogenannte offene mikrochirurgische Diskektomie
  • Verplattung, bei der mittels einer Art Schiene die Wirbelsäule gestützt wird
  • Bandscheibenprothese
  • Eine sogenannte zervikale Laminoforaminotomie, bei der der Arzt minimal invasiv die Kompression beseitigt

 
In jedem Fall, gleich welcher Behandlungsansatz, kann zusätzlich auch eine Verhaltens- und Schmerztherapie vom Arzt verschrieben werden, wie auch Antidepressiva.

 Was kann ich selbst tun?

Gerade bei Schmerzen kannst Du versuchen, zu entspannen, und trotz Schmerzen oder Einschränkungen Wege zu finden, Deine Lebensqualität zu erhalten. Zu empfehlen sind daher Meditation, Yoga oder andere Entspannungsmethoden.
 
Fitness und Entspannungsübungen, wie Yoga, können einer Radikulopathie vorbeugen

Kann ich einer Radikulopathie vorbeugen?

Um die Wirbelsäule zu schonen, musst Du Deinen Rücken schonen. Also solltest Du schon lange bevor die Wirbelsäule Abnutzungserscheinungen aufweist, Risikofaktoren wie Übergewicht, Belastung am Arbeitsplatz und Fitness, positiv beeinflussen. Rauchen und Drogenmissbrauch erhöhen ebenfalls das Risiko einer Erkrankung.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Behandlung einer Radikulopathie?

Der anfängliche Arztbesuch beim Hausarzt zur Diagnose sowie die Therapie übernimmt die Krankenversicherung normalerweise. Einige Leistungen wie Ergotherapie, oder Anpassungen in der Wohnung, um die selbstständige Mobilität zu ermöglichen, kannst Du unter Umständen beantragen. Für die einzelnen Leistungen und Bestimmungen solltest Du Dich bei Deiner Versicherung und dem behandelnden Arzt informieren.


Dauer Dauer

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Ausfallzeit Ausfallzeit

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Stationärer Aufenthalt Stationär

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Das Wichtigste zusammengefasst

Die Radikulopathie ist eine besonders bei älteren Menschen weitverbreitete chronische Schädigung der Nerven der Wirbelsäule, die zu Rückenschmerzen oder Behinderungen im Alltag führt und häufig Folge eines Bandscheibenvorfalls ist.


Dabei werden Wurzelnerven zusammengedrückt, die das Rückenmark mit den in den Körper führenden Nerven verbinden


Am Rücken, oder in den Körperteilen, zu denen der gequetschte Nerv führt, kannst Du Schmerzen oder aber nur ein Kribbeln oder Taubheit spüren


Treten die Symptome akut auf, handelt es sich oft um einen Notfall, der schnellstmöglich behandelt werden muss, um Schmerzen und Gesundheit des Betroffenen rechtzeitig zu therapieren

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