Orthopädische Einlagen – wann helfen sie?

Wie wichtig gesunde Füße für Wohlbefinden und Mobilität sind, merkt so manch einer erst, wenn die Fußgesundheit beeinträchtigt ist. Es gibt mehrere Faktoren, die für problematische Füße verantwortlich sein können. Dazu zählen beispielsweise fehlerhafte Fußstellungen, Krankheiten und unpassendes Schuhwerk. Hier sind orthopädische Einlagen für die Schuhe sehr hilfreich, um Probleme mit den Füßen zu lindern und die Mobilität zu erhalten und zu verbessern.


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Medizinischer Experte

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Online-Redaktion

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Zuletzt aktualisiert: 16. September, 2021



Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Die Füße bilden das Fundament unseres Körpers.


Orthopädische Einlagen sind spezielle Sohlen für den gesamten Fuß oder für einen Teil davon.


Einlagen für Schuhe können von einem Arzt verschrieben und anschließend individuell vermessen werden.


Ziel der orthopädischen Einlagen ist die Behandlung von Fehlstellungen von Beinen und Füßen.

Was sind orthopädische Schuheinlagen?

Die Füße bilden das Fundament unseres Körpers, und wenn dieses Fundament nicht mehr richtig funktioniert, können Maßnahmen der Orthopädie wie orthopädische Einlagen dabei helfen, es so gut wie möglich zu unterstützen und zu entlasten sowie Schmerzen und Einschränkungen in der Mobilität zu vermeiden. Orthopädische Einlagen sind spezielle Sohlen für den gesamten Fuß oder für einen Teil davon. Einlagen für Schuhe können von einem Arzt verschrieben und anschließend individuell vermessen werden. Ziel der orthopädischen Einlagen ist die Behandlung von Fehlstellungen von Beinen und Füßen.

Wer benötigt orthopädische Einlagen?

Orthopädische Schuheinlagen sind meist Teil einer umfassenden Therapie zur Behandlung von verschiedenen Symptomen in Zusammenhang mit Beschwerden und Schmerzen der Füße und Beine. Dabei verfolgt der Arzt mehrere Ziele, und im Wesentlichen sind dies:
 

  • Korrektur von Fehlstellungen des Fußes
  • Unterstützung des Knöchels
  • Verbesserung der Funktion von Fuß und/oder Knöchel
  • Minimierung des Risikos von Verletzungen

Schuheinlagen
 
Mit guten Einlagen können etliche Fehlstellungen des Fußes korrigiert werden.
 
Was Du hingegen in vielen Schuh- und Sportgeschäften unter der Bezeichnung „Einlagen” findest, hat in der Regel nicht das Geringste mit orthopädischen Schuheinlagen zu tun, sondern kann allenfalls als Polster für Deine Füße oder Fersen dienen. Orthopädische Einlagen hingegen sind meist maßgeschneiderte Einlagen, die individuell an den Fuß angepasst sind. Orthopädische Schuheinlagen kommen in der Regel dann zum Einsatz, wenn Erstbehandlungen beim Orthopäden, wie z.B. Übungen und Techniken, nicht die gewünschte Wirkung erzielt haben.

Welche Krankheiten und Beschwerden können mit Einlagen behandelt werden?

Orthopäden können Schuheinlagen zur Behandlung von verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen verschreiben. Dazu gehören:
 

Rückenschmerzen:

Eine mögliche Ursache von Rückenschmerzen kann eine ungünstige Positionierung des Fußes oder der Füße sein. Rückenschmerzen dieser Art sind sehr gut mit Einlagen zu behandeln. Auch bei einem Knickfuß, Spreizfuß oder Hohlfuß können Schuheinlagen Wunder bewirken.
 

Arthritis und Arthrose

Fehlstellungen der Füße, die durch Arthritis oder Arthrose bedingt sind, können erfolgreich mithilfe von orthopädischen Einlagen korrigiert und verbessert werden.
 

Hallux valgus

Beim Hallux valgus handelt es sich um eine schmerzhafte Verformung des großen Zehs. Diese Fehlstellung ist auch unter den Begriff Ballenzehe bekannt. Spezielle Einlagen können den Druck auf den Zeh verringern.
 

Diabetes

Ein Symptom von Diabetes kann sein, dass Betroffene das Gefühl in ihren Füßen verlieren. Dieses Phänomen bezeichnen Mediziner als diabetische Neuropathie, In solchen Fällen können orthopädische Einlagen helfen, den Druck zu reduzieren, der sonst im schlimmsten Fall Fußgeschwüre zur Folge haben kann.
 

Unterschiedliche Beinlängen

Eine schlechte Haltung und ein fehlerhafter Gang entstehen oft durch unterschiedlich lange Beine. Hier können Schuheinlagen einen Unterschied von bis zu zehn Millimetern ausgleichen.
 

Plattfüße

Plattfüße können die Ursache von Fuß- oder Rückenschmerzen sein. Schuheinlagen wirken hier unterstützend für die Füße und fördern eine korrekte Stellung der Füße.
 

Bursitis

Bei der Bursitis handelt es sich um eine Schleimbeutelentzündung, die durch Überlastung des Fußes entsteht und nicht nur Schmerzen, sondern auch Übelkeit verursacht. Spezielle Einlagen mit Fersen- und Fußgewölbeunterstützung wirken gegen Schmerzen und Beschwerden dieser Entzündung.
 

Hammerzeh

Bei einem Hammerzeh beugt sich das mittlere Zehengelenk so stark nach oben, dass der Zeh ähnlich wie ein Hammer auf den Boden zeigt. Orthopädische Einlagen verlangsamen eine weitere Entwicklung der Krankheit und verhindern Schäden, die durch die Druckbelastung entstehen können.
 

Hohe Fußbögen

Sehr hohe Fußbögen belasten oft die Fußmuskeln und können verschiedene Beschwerden zur Folge haben. Dazu gehören u. a. Knieschmerzen und Schienbeinschmerzen.Hier können spezielle Stufeneinlagen für Linderung sorgen.
 

Fersensporn

Unter einem Fersensporn verstehen wir eine knöcherne Wucherung am Fersenknochen. Schuheinlagen dienen zu einer natürlichen Stützung des Fußes und zur Vermeidung und Linderung von Entzündungen.
 

Verletzungen

Bei Menschen, die schwere Verletzungen an Füßen oder Beinen erlitten haben, benötigen oft Schuheinlagen, um die Wunde während des Heilungsprozesses zu schonen und Schmerzen zu lindern

Schuheinlagen

Wann solltest Du zum Arzt?

Schmerzen an den Füßen können sich sowohl beim Auftreten als auch in Ruhestellung bemerkbar machen. Halten Fußschmerzen über einen längeren Zeitraum hinweg an, solltest Du auf jeden Fall einen Arzt zurate zu ziehen. Dieser wird nach einer eingehenden Untersuchung über die Verschreibung von orthopädischen Schuheinlagen entscheiden.
 
Fußschmerzen können vielfältige Gründe haben und in den unterschiedlichsten Formen auftreten. So kann der Fuß anschwellen und heiß werden, was auf eine Entzündung hindeutet. Bei einem Bänderriss hingegen klagen Betroffene in der Regel über plötzliche stechende Schmerzen. In vielen Fällen können die Schmerzen durch das Tragen von Schuheinlagen gelindert oder sogar völlig geheilt werden.
 
Ein Arztbesuch ist bei folgenden Symptomen und Beschwerden angeraten:
 

  • starke Schwellung des Fußes
  • andauernde Schmerzen länger als drei Tage
  • Hämatom (Bluterguss)
  • entzündliche Erkrankung
  • Überwärmung
  • Fehlstellung des Fußes und/oder des Fußgewölbes

 
Leidest Du an Fußschmerzen, sollte Dich der erste Weg zum Hausarzt führen. Dieser wird Dich bei Bedarf an einen Orthopäden überweisen, der Dir nach einer ausführlichen Diagnose gegebenenfalls Einlagen verschreiben wird.

Wie helfen die Krankenkassen?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für bis zu zwei Paar Schuheinlagen pro Jahr. Seit 2017 existiert hierzu eine entsprechende Neuregelung der Gesetzliche Krankenkassen (GKV), und diese umfasst folgende Leistungen:
 

  • Stützende Einlagen (4/4-lang)
  • Schaleneinlagen, elastisch (4/4-lang)
  • Schaleneinlagen, fest, verformbar (3/4-lang)
  • Einlagen mit Korrekturbacken (3/4-lang)
  • Bettungs-Einlagen, elastisch, (4/4-lang)
  • Weichpolsterbettungseinlagen, elastisch, (4/4 lang)

 
Die hierzu von der GKV festgelegten Beträge umfassen sämtliche Leistungen und Kosten und gelten für unterschiedliche Arten von orthopädischen Einlagen. Dazu gehören unter anderem:
 

  • die Größenauswahl
  • der Maß- und Formabdruck
  • Anprobe und Einweisung in die Handhabung der Einlagen
  • Material- und Herstellungskosten
  • eventuelle Nacharbeiten

 
Auch die meisten privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für orthopädische Schuheinlagen.

Abbildung 1: pixabay © com Hans-2 (CCO Creative Commons)

Abbildung 2: pixabay © com Feelona (CCO Creative Commons)


Über den Autor: Dr. med. Benjamin Gehl

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie


Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion.

Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind.

Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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