Nackenschmerzen

Gerade in der heutigen Zeit klagen viele über Nackenschmerzen. Gründe sind zum Beispiel das lange Arbeiten im Büro oder auch ein Mangel an ausgleichender körperlicher Aktivität. Häufig entstehen die Schmerzen im Nacken aufgrund von Fehlhaltungen und damit einhergehenden Muskelverspannungen. Nackenschmerzen sind zwar unangenehm und schmerzhaft, aber meist harmlos. Betroffene klagen häufig über einen steifen Nacken, Nackenkrämpfe oder Schmerzen, die sogar in andere Körperbereiche ausstrahlen. Aber keine Sorge: Mit einer entsprechenden Therapie kannst Du die Beschwerden in der Regel gut behandeln. Nur in seltenen Fällen weisen die Schmerzen auf ernsthafte Erkrankungen hin.


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Zuletzt aktualisiert: 18. Juni, 2020



ICD-10-GM-2020 M53

Was versteht die Medizin unter Nackenschmerzen?

Die Medizin definiert Nackenschmerzen als Schmerz in dem Gebiet, das nach oben durch linea nuchalis superior (Nackenlinie), nach unten durch den ersten Brustwirbel und seitlich durch die schultergelenksnahen Ansätze des Trapezmuskels begrenzt wird. Oft ist es schwierig, Nackenschmerzen von Schulterschmerzen abzugrenzen.
 
Nackenschmerzen sind ein häufiger Grund, weswegen Patienten eine Arztpraxis aufsuchen. Wichtig ist außerdem die Einteilung in akute, subakute und chronische Nackenschmerzen. Von akuten Schmerzen spricht der Arzt, wenn Du bis zu drei Wochen unter den Beschwerden leidest. Subakute Schmerzen dauern etwa vier bis zwölf Wochen an und chronische länger als zwölf Wochen.

Wie ist der Nacken aufgebaut?

Der Nacken besteht aus der Halswirbelsäule, dem Genick, verschiedenen Muskeln und Rezeptoren. Die Muskulatur lässt sich in zwei Gruppen einteilen: die vordere und die hintere Nackenmuskulatur. Gemeinsam bilden sie die Nackenmuskulatur, wobei jede Gruppe für sich eigene Bereiche steuern kann.
 
Die Nackenmuskulatur ist sehr komplex, was zu Störungen des Nackens wie auch zu verschiedenen Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Nackenschmerzen, Ohrgeräuschen sowie Schulter- und Armschmerzen führen kann. Die Nackenmuskulatur bildet eine funktionelle Weiterführung der Rückenmuskulatur, die von der Fascia nunchae umhüllt wird.
 
Ihre Aufgaben sind vor allem die Extension, Retroflexion, Rotation und Lateralflexion der Halswirbelsäule, die Flexion von Kopf und Halswirbelsäule hingegen unterstützt sie nur in geringem Ausmaß. Des Weiteren fließen wichtige Blutgefäße und Arterien durch den Nacken weiter in den restlichen Körper sowie zum Kopf.

Nackenschmerzen behindern die Bewegungsfähigkeit des Halses.

Wie ist die Halswirbelsäule aufgebaut und was ist ihre Funktion?

Die Halswirbelsäule ist der obere Teil der Wirbelsäule, allerdings unterscheidet sie sich wesentlich von der Brust- und der Lendenwirbelsäule. Sie besitzt zusätzliche Gelenke, die Uncovertebralgelenke, wodurch der Nacken und die Halswirbelsäule in der Lage sind, besonderen Belastungen standzuhalten.
 
Die Halswirbelsäule besteht insgesamt aus sieben einzelnen Halswirbelkörpern, die für die knöcherne Stabilität des Nackens sorgen. Zwischen den Halswirbelkörpern befinden sich jeweils die Bandscheiben – abgesehen vom ersten und zweiten Halswirbel, die direkt aufeinanderliegen. Außerdem sind alle Halswirbelkörper bis auf den zweiten identisch aufgebaut.
 
Der zweite Halswirbelkörper weist einen Knochenvorsprung (Dens axis) auf. Dieser ist eine Art Scharnier, der ähnlich wie der erste Halswirbelkörper eine gelenkige Verbindung der Halswirbelkörper ermöglicht.

Welche Rolle spielen Hals und Nacken für unseren Körper?

Sowohl der Hals als auch der Nacken ist für unseren Körper wegen des Gleichgewichts, also für die Balance, wichtig. Außerdem sind beide für die Beweglichkeit des Kopfes und großer Teile des Oberkörpers verantwortlich. Wenn Du einen steifen Nacken hast, fällt Dir das besonders auf, da jede falsche Bewegung schmerzt.

Welche Formen von Nackenschmerzen gibt es?

Obwohl die Medizin akute, subakute und chronische Nackenschmerzen unterscheidet, ist besonders die Unterscheidung von akuten und chronischen Schmerzen von Bedeutung.
 
Akute Nackenschmerzen sind meist harmlos und vergehen nach einigen Tagen bis zu drei Wochen wieder. Die Ursachen dafür sind zum Beispiel Überstunden am Computer in einer nackenunfreundlichen Haltung oder psychische Belastungen wie Stress. Chronische Nackenschmerzen hingegen dauern länger als zwölf Wochen an. In der Regel weisen sie auf körperliche Abnutzungserscheinungen hin. Wenn Du nicht handelst und jahrelang eine falsche Körperhaltung beibehältst, können sich Folgeschäden entwickeln.

Nackenschmerzen sind die Folge von verspannten und verhärteten Muskeln.

Welche Ursachen haben Nackenschmerzen?

Meistens entstehen Nackenschmerzen durch schmerzhaft verspannte und verhärtete Muskeln, die durch Fehlhaltungen, wie angespanntes Arbeiten am Bildschirm, Telefonieren mit „eingeklemmtem“ Hörer, oder Tippen auf ungünstig platzierten Tastaturen entstehen. Auch psychische Belastungen können zu Nackenschmerzen führen oder sie fördern. Kälte und Zugluft wirken ebenfalls begünstigend.
 
Die meisten Erkrankungen, die zu Rückenschmerzen führen können, können auch Nackenschmerzen verursachen und befallen meist die Wirbelsäule, das stützende Gewebe oder beides. Nackenschmerzen treten häufig aufgrund einer Verschleißerscheinung am Bewegungsapparat auf. Daraus resultierende Erkrankungen sind zum Beispiel die Spondylose, die Chondrose, die Osteochondrose, die Spondylarthrose sowie die Schultergelenksarthrose.
 
Manchmal kommt es durch Verletzungen wie Muskelverstauchungen, Bänderzerrungen, Beschleuningungsverletzungen (Schleudertrauma), Knochenbrüche, Bänderrisse, Bandscheibenschäden oder Rückenmarksverletzungen zu Nackenschmerzen. Andere weitverbreitete Ursachen sind zum Beispiel Entzündungen an der Schulter, Infektionen an Wirbelkörpern, an Weichteilen oder an der Hirnhaut, Muskelkrämpfe, Arthritis, zervikale Spondylose, zervikale Spinalkanalstenose, ein Bandscheibenvorfall oder -riss sowie neurologische Erkrankungen oder eine Fibromyalgie. Auch Erkrankungen des Bewegungsapparats wie rheumatische Erkrankungen können zu Nackenschmerzen führen.
 
Neben diesen möglichen Ursachen, die relativ häufig auftreten, gibt es noch weniger häufige, aber ernste Ursachen für Nackenschmerzen.
 
Dazu zählt ein Riss der Innenhaut einer Halsarterie (Dissektion), eine Hirnhautentzündung (Meningitis), ein Wirbelsäulentumor oder eine Infektion sowie ein Herzinfarkt oder eine Angina Pectoris. Bei Letzterem verspürst Du unter anderem Brustschmerzen aufgrund einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels.
 
Eine seltenere, aber harmlosere Ursache für Nackenschmerzen ist Torticollis spasmodicus. Dabei handelt es sich um einen schweren Krampf, der zu einer Schiefstellung und einer ungewöhnlichen Drehung des Kopfes führt. Die Krämpfe können rhythmisch auftreten, sodass der Kopf der Betroffenen zuckt. Häufig ist ein Torticollis spasmodicus auf die Einnahme bestimmter Medikamente oder auf Erbkrankheiten zurückzuführen, oft sind die Gründe aber auch unbekannt.

Auf welche Krankheiten können Nackenschmerzen hinweisen?

Auch wenn die Ursachen meist harmlos sind, können Nackenschmerzen auch auf eine Vielzahl von Erkrankungen hinweisen. Dazu zählt zum Beispiel die Spondylitis, rheumatische Krankheiten wie die rheumatoide Arthritis, eine Arthrose der Wirbelgelenke, Erkrankungen des Schultergelenks, eine Spinalkanalstenose, eine Pudendusneuralgie oder ein Bandscheibenvorfall.
 
Vor allem, wenn die Nackenschmerzen in den Arm ausstrahlen, können die Schmerzen ein Anzeichen beziehungsweise für einen akuten Herzinfarkt sein. Dies ist im Vergleich zwar relativ selten, dennoch solltest Du über das mögliche Risiko Bescheid wissen. Wichtig ist jedoch, selbst bei Verdacht auf einen Herzinfarkt nicht in Panik zu geraten!

Massagen können oft helfen vor allem akute Nackenschmerzen zu lindern.

Wie äußern sich Nackenschmerzen?

Eine muskuläre Verspannung des kompletten Nackens sowie des Schulterbereichs kann sich nicht nur durch eine Härte an den betroffenen Stellen, sondern auch durch Druckschmerzen äußern. Das liegt daran, dass sich die überlasteten Muskeln verkürzen und verhärten.

Wann solltest Du mit Nackenschmerzen einen Arzt aufsuchen?

Wenn Du sicher bist, dass die Nackenschmerzen aufgrund von verkrampften und verspannten Muskeln entstanden sind, solltest Du zunächst ein paar Tage oder Wochen abwarten. Die Schmerzen sind zwar nicht angenehm, vergehen aber meist von selbst, wenn Du den Grund für die Verspannung beseitigst. Wenn die Beschwerden allerdings immer wieder auftreten oder nicht vergehen, solltest Du zum Arzt gehen und die Ursachen abklären lassen.
 
Bei gelegentlich auftretenden Nackenschmerzen ist der Hausarzt oder der Orthopäde der richtige Ansprechpartner. Wenn Du neben den Schmerzen auch ein Kribbeln, Taubheitsgefühle oder leichte Lähmungen in den Armen oder Händen verspürst, solltest Du zu einem Neurologen gehen.
 
Die Beschwerden können auch nachts auftreten. Solltest Du auf einmal Fieber, Krämpfe und Kopfschmerzen bekommen, Schmerzen beim Beugen des Kopfes in Richtung Brust verspüren oder an Lähmungen und Bewusstseinsstörungen leiden, solltest Du sofort den Notarzt verständigen, da diese Symptome auf eine Hirnhautentzündung hinweisen können.

Wie diagnostiziert der Arzt die Ursache für Nackenschmerzen?

Zunächst schilderst Du dem Arzt im Anamnesegespräch Deine Beschwerden und erzählst ihm von Deinem Lebensstil, sodass der Arzt erste Anhaltspunkte für die Ursache Deiner Schmerzen erhält. Sitzt Du zum Beispiel arbeitsbedingt viel am Schreibtisch, können Haltungsschäden die Ursache Deiner Beschwerden sein.
 
Im Anschluss an das Anamnesegespräch folgt die körperliche Untersuchung, wobei auf die Beweglichkeit des Halses und Kopfes sowie Besonderheiten im Körperbau und das Auftreten von Schmerzen beim Beklopfen oder Belasten fokussiert. Häufig nutzt der Arzt auch bildgebende Verfahren wie Röntgen, Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie) oder eine Computertomografie zur Diagnostik.
 
Bei Symptomen, die auf Nervenirritationen oder Nervenschäden hinweisen können, wie zum Beispiel Taubheitsgefühle, Kribbeln in den Armen oder Händen sowie Lähmungen, ist eine neurologische Untersuchung notwendig.

Welche Behandlungs- und Therapieverfahren helfen bei Nackenschmerzen?

Die Behandlung von Nackenschmerzen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Ist das Problem nur akut, können schon kurzzeitig eingenommene Schmerzmittel helfen, die Beschwerden zu lindern. Außerdem setzen viele Ärzte daneben auch Muskelrelaxantien ein, damit sich die Muskeln wieder entspannen und dadurch die Schmerzen und die Nackenverspannung verschwinden.
 
Bei hartnäckigen Schmerzen versucht Dein Arzt, sie mit Injektionen (Quaddeln oder Infiltrationen) zu betäuben und zu lindern. Die Anästhetika blockieren die Reizweiterleitung, wodurch der Nackenschmerz schnell und anhaltend gelindert werden soll. Gegen diese Methode spricht, dass Patienten, nachdem der Schmerz nachgelassen hat, häufig wieder in die alten Muster verfallen und so dem Körper weiter schaden.
 
Ärzte raten außerdem dazu, rechtzeitig mit sanften Bewegungsübungen unter physiotherapeutischer Anleitung zu beginnen. Eine Methode der Manualtherapie ist die Schmerztherapie nach Liebscher und Bracht, bei welcher der Therapeut gezielt die Alarmschmerz-Rezeptoren in der Knochenhaut drückt. Das führt dazu, dass sich die muskulär-faszialen Spannungen im Nacken normalisieren und sich Deine Beschwerden bessern.
 
In manchen Fällen wie zum Beispiel stressbedingten Muskelverspannungen oder Spannungskopfschmerzen, die häufig im Nacken beginnen, können Entspannungsverfahren hilfreich sein. Weitere Möglichkeiten, um die Schmerzen zu lindern, sind zum Beispiel Chiropraktik, Akupunktur, Nordic Walking, Elektrotherapie und Thermotherapie.
 
Wenn die Schmerzen allerdings trotz umfassender Schmerzbehandlung anhalten oder es Anzeichen für eine Nervenschädigung am Hals gibt, zieht Dein Arzt eine Operation in Erwägung. Dies gilt auch bei einer Instabilität der Halswirbelsäule beziehungsweise an den Kopfgelenken. Schmerzen an sich können nicht chirurgisch behandelt werden, deshalb ist eine Operation nur dann möglich, wenn die Ursache eindeutig und operierbar ist.

Schmerztabletten bzw. Medikamente können lediglich begrenzt Abhilfe verschaffen.

Wie kann ich Nackenschmerzen vorbeugen?

Du kannst zum Glück einiges tun, um Nackenschmerzen vorzubeugen. Da Stress auf Dauer nicht nur für die Muskeln ungünstig ist, solltest Du versuchen, den Stress weitestgehend zu vermeiden oder abzubauen. Wenn Dir das alleine nicht gelingt, ist das nicht schlimm. Es gibt viele Anlaufstellen für fachliche Beratungen, die Dir gerne weiterhelfen.
 
Eine zusätzliche Möglichkeit, um Deine Muskeln zu kräftigen, die Widerstandskraft zu steigern und den Stressabbau zu erleichtern, ist Sport. Besonders Ausdauersportarten mit gleichmäßiger Belastung wie zum Beispiel Joggen, Walken, Radfahren oder Schwimmen sind geeignet. Vermeide auf jeden Fall Kälte, Zugluft und Feuchtigkeit am Hals oder am Nacken.
 
Wenn Du aufgrund Deines Arbeitsplatzes zu Nackenschmerzen neigst, solltest Du diesen ergonomisch, also wirbelsäulenschonend einrichten. Auch regelmäßige leichte Übungen zur Lockerung und kurze Pausen können Verspannungen verhindern. Außerdem solltest Du dauerhafte Fehlhaltungen gezielt ausgleichen. Dies geschieht in der Regel unter physiotherapeutischer Anleitung.
 
Auch Rückenschulen können gezielt Schwachpunkte entlang der Wirbelsäule kräftigen. Vielen ist es nicht bewusst, aber auch Sehfehler können zu Fehlhaltungen und dadurch zu Nackenschmerzen führen. Wenn Du vermutest, dass dies der Grund für Deine Beschwerden sein könnte, solltest Du einen Augenarzt konsultieren und den Sehfehler korrigieren lassen.
 
Des Weiteren können ungeeignete Matratzen oder Kopfschmerzen Nackenschmerzen hervorrufen. Du kannst versuchen, die Beschwerden mit Nackenrollen, dickeren, flacheren Kissen oder Unterlagen zu lindern. Viele Krankenhäuser verfügt außerdem über eine Schmerzambulanz, die speziell auf die Therapie von Schmerzen ausgerichtet ist.

Welche Folgeschäden können bei Nackenschmerzen auftreten?

Zu den Folgeschäden zählen das Zervikalsyndrom, das Zervikobrachialsyndrom, Migräne und Kopfschmerzen, Entzündungen in der Schulter, Bandscheibenprobleme und Atemstörungen.
 
Das Zervikalsyndrom oder HWS-Syndrom zeichnet sich durch Nackenschmerzen, die in die Schulter und den Arm ausstrahlen, aus. Die Nerven sind dabei intakt. Da auch eine extrem starke Nackenverspannung möglich ist, durch welche Bewegungen des Kopfes unmöglich sind, bezeichnet der Volksmund das Syndrom auch als „Steifer Hals“. Wenn sich der steife Hals auch auf den Brustkorb ausdehnt, kann dies zu einer flachen, gepressten Atmung führen.
 
Ein Zervikobrachialsyndrom (Hals-Arm-Syndrom) liegt vor, wenn die Nackenschmerzen in die Schulter und den Arm ausstrahlen. Zusätzlich können noch Lähmungserscheinungen oder Sensibilitätsstörungen an den Händen auftreten.
 
Entzündungen in der Schulter treten oft durch eine Schonhaltung, also eine Vermeidung von schmerzhaften Bewegungen bei chronischen Nackenschmerzen, auf. Auch Bandscheibenprobleme können durch Nackenschmerzen begünstigt werden. Da die verspannte Muskulatur nicht so stark beanspruchbar ist, müssen Belastungen deswegen verstärkt von den Wirbelgelenken getragen werden.

Besonders Ausdauersportarten wie Schwimmen helfen, Nackenschmerzen vorzubeugen.

Wie lässt sich Dein Arbeitsplatz nacken- und rückenfreundlich gestalten?

Da es in vielen Arbeitssituationen heutzutage unerlässlich ist, stundenlang in derselben Position zu sitzen und am Computer zu arbeiten, ist auch klar, dass in dieser Folge viele Menschen an Verspannungen und Schmerzen leiden. Durch die Nackenschmerzen will Dir Dein Körper mitteilen, dass Du etwas an der aktuellen Situation ändern sollst.
 
Du kannst zum Beispiel Deinen Arbeitsplatz ergonomisch gestalten. Wähle dazu einen Bürostuhl, der sich Deinem Körper anpasst. Eine gesunde Sitzposition zeichnet sich dadurch aus, dass Du aufrecht sitzt, beide Beine hüftbreit auf dem Boden stehen und die Arme im rechten Winkel auf der Tischplatte liegen.
 
Außerdem sollten zwischen dem Bildschirm und Deinen Augen mindestens 50 Zentimeter Abstand liegen, um eine verkrampfte Haltung zu vermeiden. Die Höhe solltest Du so wählen, dass der Blick beim aufrechten Sitzen leicht nach unten fällt. Bezüglich der Tastatur und der Maus solltest Du darauf achten, dass die Unterarme waagerecht zur Tastatur liegen. Sowohl Tastaturen als auch Computermäuse gibt es in speziellen, ergonomisch optimierten Varianten.
 
Musst Du arbeitsbedingt viel telefonieren, kommt es wahrscheinlich häufig vor, dass Du dabei den Telefonhörer zwischen der Schulter und dem Ohr einklemmst, damit Du beide Hände frei hast. Leider führt dies oft zu Nackenverspannungen. Hier könnte sich ein Headset als hilfreich erweisen, da dabei der Kopf in einer aufrechten Position bleibt.

Welche Hausmittel helfen gegen Nackenschmerzen?

Pfefferminzöl kann helfen, die gereizte und verspannte Nackenmuskulatur zu beruhigen und den Schmerz zu lindern. Das darin enthaltene Menthol wirkt entspannend. Gib für eine Anwendung mit Pfefferminzöl einige Tropfen auf etwa zwei angewärmte Teelöffel Oliven- oder Kokosöl. Massiere die Ölmischung in langsamen Bewegungen auf Hals und Nacken und bitte jemanden, Dich damit zu massieren. Durch das Minzöl verspürst Du nach dem Einwirken eine wohltuende Wärme.
 
Eine ähnliche Wirkung kannst Du mit Cayennepfeffer erzielen. Gib dazu einen Teelöffel Cayennepfeffer auf zwei Esslöffel angewärmtes Olivenöl. Verteile die Mischung anschließend auf die schmerzenden Stellen Deines Nackens. Lege dann ein Handtuch darüber und lasse es für einige Stunden einwirken.
 
Wenn Du den Schmerzen nicht nur äußerlich entgegenwirken möchtest, kannst Du Dir frischen Ingwertee zubereiten, da dieser, innerlich angewendet, eine angenehm wärmende Wirkung entfaltet. Nimm für eine Tasse Ingwertee einige dünne Scheiben frischen Ingwer in kochendes Wasser und lasse den Sud circa zehn Minuten ziehen. Du solltest den Tee trinken, wenn dieser noch warm ist.

Welche Übungen können Nackenschmerzen lindern?

Zum einen gibt es Übungen, die Du im Sitzen durchführen kannst. Setze Dich dafür mit geradem Rücken auf die Vorderkante eines Stuhls. Winkle die Arme nach oben an, sodass Deine Fingerspitzen sanft auf den Schultern liegen. Hebe dann die Oberarme in eine waagerechte Position, achte darauf, dass die Schulter dabei nach außen zeigt. Während Du ausatmest, ziehe die Ellenbogen vor der Brust zusammen, bis sie sich berühren. Beim Einatmen hebst Du die Ellenbogen wieder in die Ausgangssituation. Wiederhole die Übung am besten mehrmals.
 
Auch im Stehen gibt es gute Übungen, zur Linderung von Nackenschmerzen. Stelle Dich dazu mit geradem Rücken auf und stelle die Beine hüftbreit auseinander. Bringe nun die Arme seitlich in eine waagerechte Haltung, die Finger sind ausgestreckt. Die Schultern sollten währenddessen eine gerade, waagerechte Linie bilden. Drehe nun beim Ausatmen langsam beide Schultern, sodass die Handflächen nun nach oben zeigen. Wenn Du einatmest, nimm wieder die Ausgangsposition ein. Auch diese Übung solltest Du im Optimalfall mehrmals wiederholen.
 
Selbst im Liegen kannst Du etwas gegen Nackenschmerzen tun. Lege Dich dafür auf den Rücken und winkle Deine Beine vor dem Gesäß an. Stelle die Füße hüftbreit auseinander. Drücke den unteren Rücken leicht in den Boden und richte die Arme mit ausgestreckten Fingern senkrecht nach oben. Strecke beim nächsten Einatmen den linken Arm Richtung Decke, sodass die Schulter leicht vom Boden abhebt. Halte den Arm für einige Sekunden in der Höhe und lege ihn beim nächsten Ausatmen wieder ab. Wiederhole den Ablauf mit dem rechten Arm. Du kannst auch verschiedenste Entspannungsverfahren wie autogenes Training, progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder Yoga ausprobieren.

Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz ist das A und O, wenn Du Nackenschmerzen verhindern willst.

Was kann ich zusätzlich gegen Nackenschmerzen tun?

Du kannst Dir in einem Drogeriemarkt oder in der Apotheke durchblutungsfördernde Pflaster besorgen. Sie enthalten Cayenne-Pfeffer oder Capsicumfrüchte, den Wirkstoff des Chilis. Sie bilden in der Haut ein Wirkstoffdepot, aus welchem der Wirkstoff langsam in die Haut eindringt. Daher tritt die maximale Wirkung erst nach acht bis zehn Stunden ein.
 
Achte darauf, dass die Haut an der Applikationsstelle unverletzt und sauber ist. Bedenke auch, dass die Präparate nicht für Kinder geeignet sind. Eine andere Möglichkeit der Schmerzlinderung sind Nackenrollen, die Du in der Mikrowelle erwärmen und danach um den Hals tragen kannst, bis sie auskühlen. Auch warme Vollbäder erzielen denselben Effekt. Melisse und Lavendel wirken beruhigend, Rosmarin dagegen durchblutungsfördernd.

Wie viel kostet die Behandlung von Nackenschmerzen?

Wenn Du Dich für eine Behandlung mittels der manuellen Therapie bei einem Physiotherapeuten entscheidest, musst Du mir Kosten zwischen 45 und 70 Euro pro Termin rechnen. Wenn Du Dich für eine andere physiotherapeutische Methode entscheidest, steigen die Kosten etwas an. Wie viele Behandlungen nötig sind, entscheidet der Arzt im Einzelfall.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Behandlung von Nackenschmerzen?

Meist übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Behandlung von Nackenschmerzen. Bei bestimmten Behandlungen jedoch fällt ein Selbstbehalt an, andere musst Du wiederum komplett selbst zahlen. Frage auf jeden Fall bei Deiner Krankenkasse nach, welche Therapien übernommen werden.


Dauer Dauer

Je nach Krankheitsverlauf

Ausfallzeit Ausfallzeit

-

Stationärer Aufenthalt Stationär

-

Das Wichtigste zusammengefasst

Häufig sind Nackenschmerzen auf Verletzungen wie Verstauchungen oder Zerrungen zurückzuführen, auch eine falsche Körperhaltung kann zu Nackenschmerzen führen. In solchen Fällen verschwinden die Schmerzen fast immer vollständig


Die meisten Erkrankungen, die Rückenschmerzen verursachen können, können auch zu Nackenschmerzen führen


Verspürst Du plötzlich Symptome wie Taubheit oder Schwäche in den Armen und den Beinen, solltest Du sofort einen Arzt rufen


Nackenschmerzen sind in den meisten Fällen gut mit rezeptfreien Schmerzmitteln zu behandeln, außerdem solltest Du Deine Aktivitäten dahingehend ändern, dass Du regelmäßig Sport treibst und während der Arbeit ab und zu Pausen einlegst, in welchen Du Dich kurz bewegst

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