Bakerzyste

Im Allgemeinen ist eine Zyste ein krankhafter Hohlraum im Gewebe des Körpers, der meist mit Flüssigkeit gefüllt ist. Eine Bakerzyste ist eine flüssigkeitsgefüllte Zyste in der Kniekehle. Sie entsteht meist in Folge von chronischen Kniegelenksschädigungen. Durch die chronische Schädigung produziert der Körper vermehrt Gelenkflüssigkeit und somit steigt der Druck innerhalb der Gelenkkapsel. Folglich kommt es zu einer Ausstülpung der Gelenkkapsel in der Kniekehle (nach dorsal).


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Zuletzt aktualisiert: 4. Juni, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Bakerzyste?

Eine Bakerzyste entsteht durch Gelenkflüssigkeit, die aus der Kniehöhle austritt, und sich wie ein kleiner Beutel ansammelt. Hauptursachen hierfür sind Arthrose, rheumatoide Arthritis und eine Überlastung des Knies. Bakerzysten verursachen in erster Linie Beschwerden in der Kniekehle, wobei sich die Zyste auch bis in die Wadenmuskulatur ausdehnen kann. Wenn sich die Zyste jedoch sehr rasch mit großen Mengen Gelenkflüssigkeit füllt, so kann sie zerreißen. Die austretende Flüssigkeit kann daher zu Entzündungen des Gewebes führen.

Bakerzyste

Wie sehen die Symptome einer Bakerzyste aus?

Die Symptome hängen von der Größe der Zyste, aber auch von der Belastung des Knies ab.Denn bei stärkerer Belastung des Kniegelenks kommt es zu einer erhöhten Produktion von Gelenkflüssigkeit und somit vergrößert sich die Bakerzyste. In weiterer Folge nehmen auch die Beschwerden, wie eine druckempfindliche Schwellung und starke Schmerzen in der Kniekehle, zu. Außerdem kann es durch den Druck, den die Bakerzyste auf naheliegende Nerven und Gefäße übt, zu Durchblutungsstörungen oder Taubheitsgefühl im betroffenen Knie kommen. Meist gehen die Beschwerden jedoch nach einer Schonung wieder zurück oder verschwinden sogar komplett. Sollte die Bakerzyste jedoch platzen, so können plötzlich starke Schmerzen im Kniegelenk auftreten und in weiterer Folge Entzündungen im Knie verursachen. Dies kann die Gelenkkapsel insgesamt schädigen, wodurch die Instabilität des Knies in Zusammenhang mit der Grunderkrankung verstärkt werden kann.

Welche Ursache hat die Erkrankung?

In den meisten Fällen tritt eine Bakerzyste in Folge einer anderen Erkrankung des Kniegelenks auf, vor allem wenn durch die vorhandene Erkrankung vermehrt Gelenkflüssigkeit produziert wird und auch nicht mehr abgebaut werden kann. Durch diesen erhöhten Druck in der Gelenkkapsel, schwillt die Kapsel an und die dehnbare Haut der Kapsel weicht in die Kniekehle aus. Die häufigsten Kniegelenkserkrankungen, die eine Überproduktion der Gelenkflüssigkeit zur Folge haben, sind Verletzungen, wie der Meniskusschaden, chronische Abnutzungserscheinungen des Gelenks selbst und Entzündungen des selbigen, auch Arthritis genannt.

Wie diagnostiziert ein Arzt die Bakerzyste?

Um eine Bakerzyste diagnostizieren zu können, führt der Arzt mit Dir in erster Linie ein Gespräch über den Krankheitsverlauf und mögliche Vorerkrankungen. Nach einer gründlichen klinischen Untersuchung, kann der Arzt mithilfe einer Magnetresonanzuntersuchung (MRT), die genaue Größe und Ausdehnung der Zyste bestimmen. So kann der Arzt auch Meniskus- und Knorpelschäden, die eine Ursache für die Zyste sein können, feststellen.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Bakerzysten entstehen vor allem bei älteren Menschen, denn Gelenkprobleme treten mit zunehmenden Alter häufiger auf. Jedoch kann eine Bakerzyste in jedem Alter auftreten, Kinder sind dennoch wesentlich seltener betroffen.

Welche Folgen hat die Bakerzyste für die Patienten?

Bakerzysten entstehen meist infolge einer bereits bestehenden Erkrankung des Kniegelenks. Jedoch führt eine Bakerzyste allein nicht zwangsläufig zu Beschwerden, im Anfangsstadium ist sie meist Symptomlos und konservative Methoden sind noch eine sehr gute Alternative zu einem chirurgischen Eingriff. Erst bei anhaltenden Beschwerden und nach einer erfolglosen konservativen Therapie denken Ärzte über einen chirurgischen Eingriff nach.

Bakerzyste

Welche nicht-operativen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Der Arzt führt eine Behandlung für die Grunderkrankung und ebenfalls eine für die Zyste durch. Als konservative Behandlungsmethode werden in erster Linie schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt. Meist bildet sich die Zyste nach einer erfolgreichen Therapie der Grunderkrankung wieder zurück und muss somit nicht operativ entfernt werden. Außerdem entdecken Ärzte meist die Zyste zufällig und es besteht kein Grund zur Entfernung, solang Du keine Beschwerden hast. Bei einer erhöhten Menge Gelenkflüssigkeit im Kniegelenk, kann der Arzt die Flüssigkeit in der Bakerzyste auch mit einer Nadel absaugen, dies ist die sogenannte Punktion, allerdings kann es durchaus sein, dass sich die Zyste nach nur kurzer Zeit wieder füllt. Nur in seltenen Fällen müssen große Zysten operativ entfernt werden.

Was passiert, wenn die Bakerzyste platzt?

Wenn die Bakerzyste platzt, können sich Komplikationen ergeben. Dies passiert beispielsweise dann, wenn die Zyste zu groß ist und einen hohen Druck auf das umliegende Gewebe ausübt. Sobald die Bakerzyste platzt, tritt die Gelenkflüssigkeit in das umliegende Gewebe aus und kann so zu einer Entzündung führen. Durch diese Entzündung und durch die starke Schwellung, baut sich Druck auf, der nicht entweichen kann. Der Druck wirkt sich ungünstig auf umliegende Nerven und Gefäße aus. Es sollte in diesem Fall immer schnellstmöglich eine chirurgische Behandlung stattfinden.

Wann muss eine Bakerzyste operiert werden?

Wenn die Bakerzyste so groß ist, dass sie Dir anhaltende Beschwerden bereitet und Dich ebenfalls in der Bewegung einschränkt, so muss sie operativ entfernt werden. Im Vordergrund steht jedoch immer die konservative Therapie mithilfe von Schmerzmitteln und die Behandlung der Grunderkrankung, die eine Zystenbildung zur Folge hatte.

Was muss ich vor einer Operation beachten?

Vor dem chirurgischen Eingriff findet immer ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt statt. Hierbei informiert er Dich über die Therapiemethode und die möglichen Risiken. Etwa 14 Tage vor dem Eingriff solltest Du auf den Konsum von Nikotin und Alkohol verzichten, denn diese beiden Stoffe können sich negativ auf Deine Wundheilung auswirken. Nimmst Du Medikamente zu Dir, welche sich auch Dein Blut auswirken, wie beispielsweise Aspirin, Marcoumar, ASS, Thrombo ASS oder Plavix, dann setze diese bitte ebenfalls zwei Wochen vor der Operation ab, beziehungsweise besprich dies mit Deinem Arzt.

Bakerzyste

Wie verläuft die Operation bei einer Bakerzyste?

Wenn sich die Bakerzyste auch sechs Monate nach der konservativen Behandlung nicht zurückbildet, empfehlen Ärzte die gesamte Zyste operativ zu entfernen. Dazu setzt der Arzt an der betroffenen Stelle einen Schnitt und entnimmt die komplette Zyste. Da Bakerzysten immer mit der Gelenkkapsel verbunden sind, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass diese Verbindung nicht mehr besteht. Im Anschluss untersuchen Spezialisten im Labor die entnommenen Zystenstrukturen, um bösartige Tumore auszuschließen.

Was muss ich nach der Operation beachten?

In der ersten Woche nach einer operativen Entfernung solltest Du vor allem das betroffene Bein ruhigstellen oder zumindest nur sehr schonend bewegen. In den darauffolgenden Wochen solltest Du Dein Knie weiterhin schonen und nicht allzu sehr belasten, jedoch kannst Du alltägliche Tätigkeiten wie gewohnt ausführen. Meist empfiehlt der Arzt in der Nachbehandlungszeit Gymnastikübungen im Rahmen einer Physiotherapie.

Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?

Selten treten bei diesem Eingriff schwerwiegende Komplikationen auf. Möglicherweise kann es aber, wie bei ähnlichen Eingriffen, zu Infektionen oder Blutungen kommen. Sollten nach der Operation Beschwerden auftreten, so solltest Du sofort den Arzt informieren.

Kann ich die Bakerzyste vorbeugen?

Bakerzysten vorzubeugen ist nur bei bestimmten Ursachen möglich. Einen Meniskusschaden kannst Du beispielsweise vermeiden, indem Du Dich von gelenkbelastenden Sportarten fernhältst. Da dies jedoch eher schwer ist, solltest Du auf die richtige Ausführung der Übungen achten. Sportarten wie Schwimmen oder gezielte Gymnastikübungen sind besonders gelenkschonend. So kannst Du die Beweglichkeit des Kniegelenks dauerhaft erhalten oder auch verbessern. Bei vermehrt sitzender Tätigkeit empfehlen Ärzte, häufig die Sitzhaltung zu ändern.

Bakerzyste

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Krankenkassen übernehmen meist vollständig die entstehenden Kosten der Behandlung von Bakerzysten. Die Leistung beinhaltet die ausführliche Beratung, Diagnostik aber auch die Therapie, mit dem Ziel der Wiederherstellung eines schmerzfreien Kniegelenks. Dennoch solltest Du Dich sicherheitshalber bei Deiner Krankenkasse über die Kostenübernahme informieren, denn nicht immer werden alle Behandlungsmöglichkeiten übernommen.


Dauer Dauer

30-45 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Bis zu 6 Wochen

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Bakerzyste entsteht durch Gelenkflüssigkeit, die aus der Kniehöhle austritt und sich ansammel


Bakerzysten verursachen in erster Linie Beschwerden in der Kniekehle


Diese Zysten entstehen meist infolge einer weiteren Erkrankung des Kniegelenks


Als konservative Behandlungsmethode werden in erster Linie schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt. Wenn sich die Bakerzyste sechs Monate nach der konservativen Behandlung nicht zurückbildet, empfehlen Ärzte die gesamte Zyste operativ zu entfernen

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