Implantologie

Die Implantologie ist ein Teilgebiet der Zahnheilkunde und befasst sich mit dem Einsetzen von Zahnimplantaten in den Knochen des Ober- oder Unterkiefers. Ziel ist die Insertion körperfremder Materialien (Zahnimplantate als Zahnwurzelersatz) in den Körper, ohne dass es zu Abstoßungsreaktionen kommt. Voraussetzung für eine gelungene Implantation ist eine gründliche Implantat- und Zahnpflege sowie Mundhygiene, besonders während der Einheilungsphase. Der behandelnde Arzt muss im Vorfeld der Behandlung Vorerkrankungen wie Parodontose ausschließen, beziehungsweise diese zunächst behandeln.


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Zuletzt aktualisiert: 27. Februar, 2020



Was versteht die Medizin unter Implantologie?

In der Medizin beschreibt der Begriff Implantologie die Lehre über das Einpflanzen von Fremdmaterialien im Über- und Unterkiefer zur Aufnahme von Zahnersatz.

Implantologie

Was ist ein Implantat?

Ein Implantat wird im Knochen verankert, um einen oder mehrere fehlenden Zähne zu ersetzen. Die verwendete Schraube besteht aus Titan oder Keramik und ist mit einer künstlichen Zahnwurzel vergleichbar. Mithilfe des Implantats kann der Arzt eine Krone oder Brücke verankern, die einen oder mehrere Zähne ersetzen.

Wozu dienen Zahnimplantate?

Ein Zahnimplantat bietet die Möglichkeit eines festen Zahnersatzes und wird dazu verwendet, Brücken, Kronen oder Prothesen zu fixieren. So können ein oder mehrere Zähne ersetzt und dadurch die Kaufunktion wiederhergestellt werden. Auch das ästhetische Erscheinungsbild sowie die Lebensqualität verbessert sich.

Welche Materialien gibt es?

Die zwei gängigen Materialien für Zahnimplantate sind Titan oder Keramik, wobei Implantate aus Titan wesentlich häufiger eingesetzt werden. Sie besitzen eine hervorragende Biokompatibilität und werden vom Körper nur sehr selten abgestoßen.

Was muss ich vor dem Eingriff beachten?

Vor dem Einsetzen eines Zahnimplantats muss gegebenenfalls vorher ein Knochenaufbau erfolgen. Ob das bei Dir notwendig ist, kann Dir Dein behandelnder Arzt sagen. Des Weiteren sprichst Du am besten mit Deinem Arzt oder Anästhesisten ab, welche Verhaltensregeln Du bezüglich des Eingriffs beachten solltest. Allgemein lässt sich sagen, dass Du vor einem Eingriff mittels lokaler Betäubung ausreichend essen solltest. Führt der Arzt die Operation unter Vollnarkose durch, musst Du nüchtern zum Termin erscheinen. Das bedeutet, dass Du bis sechs Stunden vor der OP noch etwas essen darfst, allerdings solltest Du darauf verzichten, sehr reichhaltige und fettige Speisen zu Dir zu nehmen. Wasser, Tee, Kaffee und Säfte ohne Fruchtfleisch darfst Du noch bis zwei Stunden vor dem Eingriff trinken. Ebenfalls wichtig ist die Einnahme eines Breitbandantibiotikums vor der Operation. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit einer Infektion während des Eingriffs signifikant minimiert.

Implantologie

Etwa 14 Tage vor der Behandlung solltest Du keine Medikamente mehr zu Dir nehmen, die sich auf die Blutgerinnung auswirken. Dazu gehören beispielsweise Aspirin, Marcoumar, ASS, Thrombo ASS oder Plavix. Solltest Du Schlafmittel einnehmen, dann sind auch diese bereits etwa zwei Wochen vor dem Termin wegzulassen. Besprich dies am besten mit Deinem Arzt, gegebenenfalls kann er Dir Ersatzmedikamente verschreiben.

Wie verläuft die Behandlung?

Im ersten Schritt untersucht Dich der Arzt eingehend und schätzt den Aufwand der Behandlung ab. Er behandelt Begleiterkrankungen wie kariöse Zähne oder Zahnfleischentzündungen, sodass dem Setzen der Implantate nichts im Wege steht. Er untersucht auch, ob bei Dir ein Knochenaufbau notwendig ist. Um sich ein vollständiges Bild zu verschaffen, fertigt der Arzt Röntgen- und Schnittaufnahmen (CT oder DVT) an.

Im nächsten Schritt legt er den Knochen frei, damit der festsitzende Zahnersatz darauf fixiert werden kann. Im Anschluss präpariert der Arzt die Basis für das Implantat mit speziellen Bohrern so, dass die Implantate später sicher und fest eingebracht werden können. Oftmals verwenden Ärzte hierfür eine Bohrschablone, die die genaue Richtung und den richtigen Winkel vorgibt. Nun kann der Arzt die Zahnimplantate passgenau in den Knochen einsetzen. Die genaue Positionierung ist sehr wichtig, damit die Nerven keinen Schaden nehmen aber auch, damit das Implantat festsitzt. Bis hierhin dauert die Behandlung etwa 90 Minuten.

Der letzte Schritt ist die Einheilungsphase. Sie dauert normalerweise zwischen zwei und drei Monaten im Unterkiefer und zwischen vier und sechs Monaten im Oberkiefer, da der Oberkiefer eine geringere Knochendichte besitzt. Im Anschluss an die Einheilungsphase kann der Arzt das Zahnimplantat mit einer Krone oder einem anderen Zahnersatz versehen.

Was kann ich nach dem Eingriff beachten?

Da die Operation für den Körper als belastend empfunden werden kann, ist es von Vorteil, wenn Du Dich von einer Begleitperson abholen lässt. Aufgrund der Anästhesie (voll oder lokal) ist das Führen eines Fahrzeugs in diesem Zustand verboten. Betreffend der korrekten Reinigung Deines Implantats solltest Du Dich von geschultem Fachpersonal einweisen lassen und Dir gegebenenfalls empfohlene Hilfsmittel besorgen. Normalerweise vereinbart Dein Arzt direkt einen Nachsorgetermin mit Dir, an welchem er das Implantat genau begutachtet und den Heilungsprozess verfolgt. Ist bei diesem Termin alles in Ordnung, kann Dein Zahnarzt die Krone oder Brücke anfertigen.

Implantologie

Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?

Die Risiken in der Implantologie sind sehr gering, da es sich um einen Standardeingriff handelt. Allerdings birgt jeder chirurgische Eingriff das Risiko für Komplikationen. Neben den allgemeinen Operationsrisiken besteht die Möglichkeit, dass sich das Zahnfleisch entzünden könnte. Im schlimmsten Fall kann sich die Entzündung bis in den Kieferknochen ausbreiten und dadurch zum Knochenabbau führen. Daher solltest Du regelmäßige Kontrolltermine wahrnehmen, sodass der Knochenschwund so schnell wie möglich erkannt und behandelt werden kann. Infektionen um das Implantat herum resultieren meist aus einer unzureichenden Mundhygiene, weswegen Du die Implantate regelmäßig professionell reinigen lassen solltest.

Aber auch Du selbst solltest Dich zweimal täglich Deiner Mundhygiene widmen. Selten kommt es vor, dass das Implantat verloren geht, meistens bei Infektionen oder fehlender Osseointegration (direkte strukturelle und funktionelle Verbindung zwischen einem vitalen Knochen und der Oberfläche eines lastaufnehmenden Implantates, es gibt also keine Relativbewegung zwischen Implantat und Knochen). Das fehlende Implantat kann normalerweise ohne Probleme durch ein neues ersetzt werden. Solltest Du mit den Zähnen knirschen oder einen Fehlbiss haben, besteht ein gewisses Risiko dafür, dass das Implantat bricht. Allerdings ist auch diese Komplikation sehr selten. Da zwischen dem Implantat und dem Knochen keine Stoßdämpfung möglich ist, kann es zu geringfügigen Keramikabsplitterungen kommen, sofern Keramik verwendet wurde.

Wie lange hält ein Zahnimplantat?

Osseointegrierte Implantate halten sehr lange. Studien zufolge sind 90 Prozent der vor zehn Jahren eingesetzten Implantate immer noch voll funktionsfähig. Allerdings hängt die tatsächliche Verweildauer größtenteils davon ab, wie gut Du Dein Implantat und generell Deine Zähne reinigst und pflegst. Empfohlen wird eine Kontrolle pro Jahr, bei welcher Dein Arzt oder sein Assistent das Implantat professionell reinigt.

Wie viel kostet ein Zahnimplantat?

Die Kosten für ein Zahnimplantat schwanken sehr stark. Sie sind abhängig von der Anzahl der Implantate, dem verwendeten Material (meist Titan), den Laborkosten, dem Honorar des behandelnden Arztes, eventuellen Kosten für die Vorbereitung und davon, ob vor der Implantation ein Aufbau des Kieferknochens notwendig ist.

Implantologie

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Implantate zählen nicht zu der sogenannten Regelversorgung. Wie hoch der Zuschuss der gesetzlichen Krankenkassen ausfällt, wird durch die alternative konventionelle Besorgung bestimmt. Das bedeutet, dass wenn bei Dir auch eine Behandlung mittels Brücke oder Prothese möglich gewesen wäre, Du Dich aber trotzdem für ein Implantat entscheidest, die Krankenkasse nur den Festzuschuss für die Brücke oder Prothese bezahlt und Du somit den Rest der Kosten selbst tragen musst. Wenn bei Dir alle anderen Versorgungsmöglichkeiten ausgeschlossen und nicht zielführend sind, ist es möglich, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Dein Implantat vollständig übernehmen. Dazu muss ein medizinischer Bedarf nachgewiesen werden. Setze Dich am besten vorher mit Deinem Versicherungsträger in Verbindung und informiere Dich, welche Kosten übernommen werden. Private Krankenkassen übernehmen die Kosten für ein Zahnimplantat, sofern Du einen entsprechenden Tarif vereinbart hast.


Dauer Dauer

90 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Wenige Tage

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Das Wichtigste zusammengefasst

Die Implantologie ist ein Teilgebiet der Zahnheilkunde und befasst sich mit dem Einsetzen von Zahnimplantaten in den Kieferknochen


Zahnimplantate dienen als Zahnwurzelersatz ohne, dass es zu einer Abstoßungsreaktion des Körpers kommt


Dabei handelt es sich um einen festen Zahnersatz, der die Kaufunktion wiederherstellt und zudem das ästhetische Erscheinungsbild sowie die Lebensqualität verbessert


Die Schraube des Implantats besteht aus Titan oder Keramik, auf welche dann Kronen, Brücken oder Prothesen gesetzt werden können

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