Tetanus (Wundstarrkrampf)

Tetanus ist eine bakterielle Infektion, die weltweit verbreitet ist. Der Erreger, das Bakterium Clostridium tetani, befindet sich in erster Linie im Erdreich sowie in Tierkot. Über kleine Verletzungen können die Bakterien ins Blut gelangen. Sie produzieren dort Giftstoffe, die nach einigen Tagen, bis Wochen zum Auftreten erster Symptome führen. Grundsätzlich ist die Prognose bei Tetanus gut, bei einer verspäteten oder unterlassenen Behandlung kann die Krankheit zum Tod führen.


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Zuletzt aktualisiert: 8. Juni, 2020



Was versteht die Medizin unter einem Tetanus?

Die bakterielle Infektion wird vom Bakterium Clostridium tetani ausgelöst. Zu finden ist dieses Bakterium vor allem in Erde, Holz, Staub, sowie in den Exkrementen von Nutztieren. Die Übertragung von Wundstarrkrampf erfolgt über Wundinfektion.
 
Das bedeutet, die Erreger gelangen über eine offene Wunde wie beispielsweise Abschürfungen, Schürfwunden oder einen Tierbiss in den Körper. In der Wunde vermehren sich die Bakterien und sondern ein Gift ab. Gelangen diese ins Nervensystem, stören sie die Steuerung der Muskelkontraktion.
 
Tetanus kann man sich auch bei einer Verletzung mit einem rostigen Gegenstand zuziehen

Wie häufig ist Tetanus und wer ist davon betroffen?

Tetanus ist weltweit verbreitet. Vor allem in Ländern mit niedrigeren Hygienestandards und einer geringeren Durchimpfungsrate stellt die Erkrankung ein gesundheitliches Problem dar. Unter solchen Voraussetzungen sind vor allem Mütter sowie Neugeborene betroffen, die sich in verunreinigten Geburtsstätten oder durch unsteriles Abnabeln damit anstecken. Ältere Menschen haben ein höheres Risiko an Tetanus zu erkranken, als Jugendliche. Sie erkranken etwa siebenmal häufiger.

Welche Formen von Tetanus gibt es?

Die Medizin unterscheidet vier Formen von Tetanus. Der generalisierte Tetanus ist die am weitesten verbreitete Form in Mitteleuropa. Betroffen ist die gesamte Muskulatur. Es kommt zu Krämpfen, die mitunter zum Tod führen.
 
Außerhalb Europas, vor allem in Ländern mit einer weniger guten medizinischen Versorgung, ist der neonasale Tetanus hauptsächlich verbreitet. Weltweit kommt diese Form am häufigsten vor. Wenn die Nabelschnur bei der Geburt nicht ausreichend steril behandelt wurde und bei der Mutter keine Immunisierung vorhanden ist, kann diese Form von Tetanus ausbrechen.
 
Ist nur jene Körperstelle betroffen, an denen sich die Wunde befindet, spricht man von lokalem Tetanus. Am häufigsten betroffen sind die Extremitäten, also die Arme oder Beine. Muskelkrämpfe und Steifheit an den betroffenen Stellen sind typische Symptome. Zu dieser Form kommt es oft bei Personen, bei denen die letzte Auffrischungsimpfung schon länger zurückliegt. Diese Form geht mit einem geringen Risiko für den Patienten einher, als die generalisierte Form.
 
Ist der Auslöser für Tetanus eine Wunde an Kopf, Nacken oder im Gesicht spricht die Medizin von einem zephalen Tetanus. Erste Symptome zeigen sich meist nach ein bis zwei Tagen.

Was sind die Symptome von Tetanus?

Die Giftstoffe, die die Bakterien an den Körper abgeben, verursachen die für Tetanus typischen Muskelkrämpfe. Häufig werden die Krämpfe von akustischen und visuellen Reizen sowie Berührungsreizen ausgelöst.
 
Tetanus ist ein stäbchenförmiges Bakterium
 
Typisch sind Krämpfe im Mund- und Kieferbereich, Schluckstörungen und ein gelähmter Kehlkopf. Bei manchen Patienten kommt es zu so starken Krämpfen im Bereich der Wirbelsäule, dass sich der Rücken regelrecht durchbiegt. Auch Wirbelbrüche sind möglich.
 
Weitere Begleitsymptome einer Tetanus-Infektion sind Schmerzen und Stetigkeit in der Muskulatur, ein Anstieg des Blutdrucks, Unruhe, Reizbarkeit, Schwitzen, Atemprobleme, Herzrasen und ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Welche Ursachen hat Tetanus?

Bei Tetanus handelt es sich um eine bakterielle Infektion, die von einem Stäbchenbakterium mit dem Namen Clostridium tetani ausgelöst wird. Das Bakterium vermehrt sich vor allem unter sauerstoffarmen Bedingungen besonders gut.
 
Demzufolge sind oberflächliche Wunden eher ein schlechter Nährboden für dieses Bakterium als beispielsweise ein tieferer Stich mit einem spitzen, dünnen Gegenstand. Auch bereits abgestorbenes Gewebe, wie es in größeren Wunden vorkommen kann, ist ein idealer Nährboden für Clostridium tetani.

Welche Risikofaktoren begünstigen einen Tetanus?

Ein Faktor, der den Ausbruch einer Tetanus-Infektion begünstigen kann, sind Hauterkrankungen. So kann beispielsweise ein offenes Ekzem eine Infektion mit Tetanus begünstigen.
 
Darüber hinaus haben ältere Menschen ein höheres Risiko an Tetanus zu erkranken. Antikörper, wie sie nach einer Impfung im Körper gebildet werden, bauen sich bei älteren Menschen schneller ab als bei jüngeren. Du musst daher den Zeitraum für Auffrischungsimpfungen mit steigendem Alter entsprechend verkürzen.
 
Zudem haben ältere Menschen oft auch eine schlechtere Durchblutung. Kommt es zu einer Infektion, wird daher weniger frischer Sauerstoff zur Wunde transportiert. Das verbessert die Bedingungen, die die Bakterien im Körper vorfinden.

Wie ist der Krankheitsverlauf bei Tetanus?

Tetanus wird als Wundinfektion übertragen. Schon kleine Verletzungen reichen aus, um dem Bakterium den Weg in den Körper zu ermöglichen. Von Mensch zu Mensch ist Tetanus nicht übertragbar.
 
Zu den Symptomen von Tetanus gehört unter anderem die Verkrampfung der Gesichtsmuskeln. Die Folge kann ein hämisches Grinsen sein.
 
In einem Zeitraum von drei Tagen bis drei Wochen entwickeln sich erste Symptome. Die ersten Symptome ähneln einem grippalen Infekt. Innerhalb von 24 Stunden kommt es zu schmerzhaften Krämpfen im Nacken und in der Kaumuskulatur.
 
Besonders charakteristisch ist das Auftreten von Krämpfen im Gesicht. Die Gesichtsmuskeln verkrampfen sich. Auf dem Gesicht entsteht ein unwillkürliches hämisches Grinsen. Der Patient selbst kann dieses Grinsen nicht mehr auflösen. Dieses Phänomen ist als Risus sardonicus, sardonisches Lächeln oder Teufelslächeln bekannt.
 
Im weiteren Verlauf breiten sich die Beschwerden auf den Hals aus. Krampfartige Schluckbeschwerden oder Krämpfe im Bereich des Kehlkopfs sind möglich. Es kann auch zu Krämpfen in der Wirbelsäule kommen. Diese können so stark sein, dass es zu Wirbelbrüchen kommt.
 
Die Krämpfe führen im weiteren Verlauf dazu, dass sich die Atemwege verengen. Es kommt zu Wasseransammlungen in der Lunge. Das kann eine Lungenentzündung auslösen. Auch der Herzmuskel kann verkrampfen. Bei manchen Betroffenen führt das zum Tod durch Ersticken.

Wie diagnostiziert der Arzt Tetanus?

Die Diagnose erfolgt auf Basis der typischen Symptome. Wenn nach einer Wundverletzung ein steifes Gefühl in den Muskeln oder Krämpfe auftreten, liegt die Diagnose Tetanus nahe. Darüber hinaus können über eine Blutuntersuchung die Giftstoffe der Bakterien im Blut nachgewiesen werden.

Wie wird Tetanus behandelt?

Die Diagnose Tetanus erfordert eine intensiv-medizinische Behandlung. Der erste Schritt ist eine gründliche Reinigung und ein Ausschneiden der Wunde. Zur Neutralisierung der Giftstoffe im Körper spritzt der Arzt dem Patienten ein Tetanus-Immunglobulin. Ebenso empfehlenswert ist eine Tetanus-Aktivimmunisierung.
 
Bei Tetanus muss eine schnelle behandlung erfolgen, da die Erkrankung ansonsten tödlich enden kann
 
Darüber hinaus erfolgt eine Antibiotika-Therapie. Diese ist zwar gegen die Giftstoffe wirkungslos, schränkt aber die Vermehrung der Bakterien ein. Um die Symptome zu lindern, können auch Muskelrelaxantien verabreicht werden.

Wie ist die Prognose bei Tetanus?

Wundstarrkrampf darf nicht unterschätzt werden. Bleib eine Tetanus-Infektion unbehandelt ist sie tödlich. Gerade in Mitteleuropa erfolgt aber meist frühzeitig eine ausreichende intensivmedizinische Behandlung, was die Prognose wesentlich verbessert. Bei einer intensivmedizinischen Therapie tritt meist nach etwa vier Wochen eine Besserung der Symptome ein.
 
Nimmt die Erkrankung einen guten Verlauf, dauert sie insgesamt etwa zwölf Wochen. Es kann jedoch vorkommen, dass bei manchen Patienten Folgeschäden zurückbleiben, die anschließend einer weiteren Therapie bedürfen.
 
Eine überstandene Tetanus-Infektion schützt jedoch nicht vor einer erneuten Erkrankung. Davor kannst Du Dich nur durch eine Impfung und durch regelmäßige Auffrischungen dieser schützen.

Wie kann ich Tetanus vorbeugen?

Die Tetanus-Impfung ist Teil der Mutter-Kindpass-Untersuchungen. Die Grundimmunisierung erfolgt im Säuglingsalter. Eine Auffrischung erfolgt zwischen dem siebten und dem neunten Lebensjahr. Danach solltest Du alle zehn Jahre zur Auffrischungsimpfung, damit weiterhin ein ausreichender Impfschutz gegeben ist.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Diagnose und Therapie einer Tetanus-Erkrankung. Je nach Versicherungsträger kann ein Selbstbehalt anfallen. Genauere Information darüber erhältst Du direkt von Deinem Arzt oder Deiner Krankenversicherung.
 
Mit einer Impfung lässt sich Tetanus vorbeugen
 
Die Kosten für die Grundimmunisierung Deines Kindes, sowie die erste Auffrischung, werden von der Krankenkasse übernommen. Je nach Versicherungsanstalt werden auch Kosten für weitere Auffrischungen übernommen. Genauere Information darüber erhältst Du vom Arzt oder der Krankenkasse.
 
Bei Fragen zu diesem oder einem anderen medizinischen Thema steht Dir unser Forum zur Verfügung. Hier kannst Du Dich mit anderen Mitgliedern austauschen und unsere Ärzte kontaktieren!


Dauer Dauer

Je nach Stadium

Ausfallzeit Ausfallzeit

Je nach Stadium

Stationärer Aufenthalt Stationär

Je nach Stadium

Das Wichtigste zusammengefasst

Tetanus ist eine Wundinfektion, die unbehandelt tödlich verläuft


Über eine kleine Wunde gelangen Bakterien in den Körper und produzieren dort Giftstoffe und führen zu Symptomen wie Steifheit und starken Krämpfen der Muskulatur


Den besten Schutz vor einer Infektion bietet eine Impfung. Diese ist auch Teil des kostenlosen Impfprogramms


Eine Tetanus-Infektion muss immer intensiv-medizinisch behandelt werden

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