Gastritis

Bauchschmerzen und ein Völlegefühl sind an sich noch kein Grund zur Besorgnis und sehr häufige, auch rasch vorübergehende Symptome ohne wesentlichen Krankheitswert. Beim Erledigen seiner Aufgaben, Zerkleinern und Verdauen unterschiedlichster Stoffe, kann der Magen schon einmal zwicken, wehtun oder sich übersäuert anfühlen. Kommen zu diesen Symptomen jedoch noch Beschwerden wie Übelkeit, häufiges Aufstoßen und Appetitlosigkeit hinzu oder klingen sie innerhalb weniger Tage nicht ab, kann eine Gastritis, die Entzündung der Magenschleimhaut, vorliegen. Worum es sich dabei handelt und wie diese entsteht, liest Du hier.


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Zuletzt aktualisiert: 23. Juli, 2020



Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Gastritis beschreibt das Krankheitsbild der Magenschleimhautentzündung, bei der es zu einer Reizung oder Schädigung der schützenden Schleimhautschicht an der Magenwand kommt.


Man unterscheidet zwischen einer akuten Form mit spontan auftretenden, deutlich spürbaren Symptomen und einer chronischen Form mit leichten oder keinen Symptomen.


Ursachen können unter anderem eine Infektion durch Bakterien, eine Lebensmittelvergiftung, zu hoher Konsum von Tabak, Alkohol und Kaffee oder starke psychische Belastungen sein.


Die Behandlung erfolgt ursachenspezifisch. Bei einer akuten Form empfiehlt sich der Verzicht auf magenreizende Stoffe und eine Schonung des Magens.

Was versteht die Medizin unter einer Gastritis?

Das Wort Gastritis setzt sich aus den beiden griechischen Wörter „Gaster“ (Magen) und „itis“ (Entzündung) zusammen und beschreibt das Krankheitsbild der Magenschleimhautentzündung, bei der es zu einer intensiven Reizung oder Schädigung der schützenden Schleimhautschicht an der Magenwand kommt.
 
Diese wird meistens durch bestimmte Bakterien (besonders Helicobacter Pylori) oder Arzneimittel verursacht. Sie kann aber auch Folge von zu viel Nikotinkonsum, Alkohol, Kaffee und scharfem Essen sowie von psychischen Belastungen sein.
 
Man unterscheidet zwischen einer akuten und einer chronischen Gastritis. Bei einer akuten Gastritis setzen Symptome abrupt ein und werden nach Mahlzeiten häufig verstärkt. Bei der chronischen Gastritis verläuft die Entzündung meist ohne spürbare Beschwerden und kann deshalb lange unbemerkt bleiben und dennoch gesundheitliche Nachteile mit sich bringen.

Man unterscheidet zwischen einer akuten und einer chronischen Gastritis.

Welche Formen der Gastritis gibt es?

Bei den chronischen Gastritiden wird zwischen vier unterschiedlichen Formen unterschieden:
 
Typ A – Autoimmun:
 
Antikörper greifen die Säure produzierenden Schleimhautzellen an, es kommt zum Zellverlust und zu einem Anstieg des pH-Wertes. Dies stimuliert die Säureproduktion durch das ausgeschüttete Hormon “Gastrin” übermäßig stark und regt die Magenschleimhaut auch zu einem ungünstigen Zellumbau an.
 
Typ B – Bakteriell:
 
Dabei handelt es sich um bakterielle Infektionen, die meistens auf die Besiedelung des Magens mit dem Bakterium Helicobacter Pylori zurückzuführen sind.
 
Typ C – Chemisch:
 
Hierbei handelt es sich um eine chemisch, substanzinduzierte Form der Gastritis. Beispielsweise wird diese Form durch das Rückfließen von Gallenflüssigkeit in den Magen oder die regelmäßige Einnahme von Schmerzmittel und Entzündungshemmer, wie Ibuprofen oder Diclofenac, ausgelöst.
 
Typ D – andere Auslöser:
 
Weitere Auslöser können verschiedenste Erkrankungen wie beispielsweise Morbus Crohn sein.
 
Am häufigsten kommen Typ B und C vor, es sind aber auch Mischformen möglich.

 Was sind Symptome einer Gastritis?

Je nachdem, ob es sich um eine akute oder chronische Form der Gastritis handelt und je nach Ausmaß der Magenschleimhautentzündung, können die Symptome variieren. Bei einer akuten Gastritis bemerkst Du normalerweise Symptome wie ein Druckgefühl im Oberbauch, Völlegefühl, Magenschmerzen, Oberbauchkrämpfe oder Sodbrennen. Doch auch Übelkeit, selten Erbrechen, Aufstoßen, Appetitlosigkeit, ein aufgeblähter Bauch oder ein unangenehmer Geschmack im Mund können auf eine Gastritis hinweisen.
 
Dabei können die Symptome einzeln oder auch in Kombination auftreten. Deshalb kann die rein klinische Diagnose, also eine Diagnose anhand einer Anamnese und einer körperlichen Untersuchung, auch oft fehlerbehaftet sein, da viele Beschwerden aus dem “Organbereich Bauch” ähnliche Symptome verursachen können.

Auslöser können unter anderem Viren, Schimmelpilze oder Bakterien, insbesondere Helicobacter Pylori, sein.

 Was sind die Ursachen für eine Gastritis?

Um zu uns genommene Nahrung zu verdauen und uns vor Bakterien und Krankheitserregern zu schützen, produzieren spezielle Drüsen einen Verdauungssaft beziehungsweise Magensaft, der extrem sauer ist.
 
Damit der Magen sich nicht „selbst verdaut“, also der Magensaft die Magenschleimhaut nicht beschädigt, bilden Zellen eine dünne Schutzschicht, die die Magenschleimhaut überzieht. Wird diese Schutzschicht angegriffen und reduziert, kommt es zu einer starken Reizung der Schleimhaut und einer möglichen Entzündung.
 
Auslöser können unter anderem Viren, Schimmelpilze oder Bakterien, insbesondere Helicobacter Pylori, sein. Doch auch eine Lebensmittelvergiftung oder ein übermäßiger Tabak-, Alkohol- oder Kaffeekonsum können eine Gastritis herbeiführen. Sehr scharfes Essen, zu üppige Mahlzeiten und bestimmte Medikamente zählen ebenfalls zu den möglichen Ursachen für eine Gastritis. Starker körperlicher Stress und psychische Belastungen können ebenso eine Gastritis begünstigen.

Wie wird eine Gastritis diagnostiziert?

Eine akute Gastritis kann der Arzt oft schon durch die typischen Symptome feststellen, wenn Du beispielsweise von Schmerzen im Oberbauch berichtest oder der Arzt die Magenregion abtastet. Eine gesicherte Diagnose liefert in der Regel aber nur die Gastroskopie, eine Magenspiegelung.
 
Dabei wird ein kleiner Schlauch mit Kamera an dessen Ende durch Mund und Speiseröhre geführt und so das Mageninnere samt oberen Verdauungstrakt und Zwölffingerdarm betrachtet. Zusätzlich kann dabei eine Gewebeprobe aus der Schleimhaut entnommen werden, die später im Labor zum Beispiel auf Helicobacter Pylori untersucht wird. Die Entnahme der Probe ist für Dich in der Regel schmerzlos.

Wie wird eine Gastritis behandelt?

Da eine akute Form der Gastritis meist von selbst wieder abheilt, sobald Du die auslösende Substanz weglässt, setzt man hier in erster Linie auf eine Ernährungsumstellung und das Meiden von Alkohol, Nikotin und Kaffee.
 
Außerdem kannst Du in den ersten paar Tagen auf Schonkost umstellen und kleineren Portionen zu Dir nehmen, dadurch sollte die übermäßige Produktion von Magensäure eingedämmt werden. Als magenfreundlich gelten beispielsweise Lebensmittel wie Haferschleim, Zwieback, gekochter weißer Reis, trockenes Brot oder Kartoffelbrei.
 
Grundsätzlich gilt aber, dass Du auf deinen eigenen Körper hören solltest, und meidest, was Dir nicht gut bekommt. Sollte all dies nicht den gewünschten Effekt zeigen und Dein Magen beruhigt sich nicht, kann der Arzt zusätzlich Säureblocker verschreiben.

Grundsätzlich gilt aber, dass Du auf deinen eigenen Körper hören solltest, und meidest, was Dir nicht gut bekommt.

Im Gegensatz dazu sind chronische Verläufe beständiger und bedürfen einer erregerspezifischen Therapie, abhängig vom Auslöser der Entzündung. Beispielsweise wird bei einer Typ-A-Gastritis oft die Einnahme von Vitamin-B12-Präparaten verschrieben, die einer Blutarmut entgegenwirken. Eine infektiöse Gastritis durch Helicobacter Pylori, die zum Typ B gehört, wird meistens mit einer speziellen Antibiotika-Kombinationstherapie behandelt. Bei der Typ-C-Gastritis gilt es den Auslöser zu entfernen, also auf die Einnahme der schädlichen Stoffe (Noxen) zu verzichten. Oft ist dies die wichtigste aller Maßnahmen.

Welche Folgen kann eine Gastritis haben?

Wenn eine akute Gastritis erkannt und deren Beruhigung aktiv gefördert wird, heilt sie in den meisten Fällen spontan wieder ab. Falls sie jedoch nicht vollständig zurückgeht, kann es passieren, dass sie chronisch wird und die Magenwand dauerhaft gereizt bleibt.
 
Dies kann in weiterer Folge zur Entstehung von Magen- oder Darmgeschwüren führen bis hin zur Entartung zu Krebszellen. Dies dauert aber in der Regel sehr lange (Jahre bis Jahrzehnte). Da die Beschwerden bei einem chronischen Verlauf der Gastritis weniger stark ausgeprägt sind, wird sie häufig nicht erkannt beziehungsweise ernst genommen.

Kann ich einer Gastritis vorbeugen?

Spezielle vorbeugende Maßnahmen oder Faktoren sind schwer zu benennen, allerdings schützt generell eine gesunde Lebensweise die Magenschleimhaut. Das Weglassen von fettreichen, sehr scharfen und stark gewürzten Lebensmitteln ist ebenso förderlich wie ein Verzicht auf zu viel Kaffee, Alkohol und Nikotin.
 
Stress ist ein weiterer wichtiger Faktor und obwohl sich Stress und Belastungen im alltäglichen Leben nicht so einfach vermeiden lassen, ist es wichtig, dass Du darauf achtest, regelmäßig Möglichkeiten zur Entspannung und Regenerierung zu finden. Beispielsweise mithilfe von autogenem Training oder Yoga.
 
Besonders wichtig: Wenn Du Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac oder Aspirin nimmst, solltest Du diese maximal drei bis fünf Tage lang nehmen, da sich sonst das Risiko für eine akute Gastritis dramatisch erhöht. Sprich Dich diesbezüglich unbedingt mit Deinem behandelnden Arzt ab.

 Als magenfreundlich gelten beispielsweise Lebensmittel wie Haferschleim, Zwieback, gekochter weißer Reis, trockenes Brot oder Kartoffelbrei.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Bei Vorliegen einer medizinischen Notwendigkeit für eine medikamentöse Therapie, beispielsweise beim Verschreiben von Antibiotika, werden die Kosten in aller Regel von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Gleiches gilt für die im Rahmen einer Diagnosestellung nötigen Schritte, wie zum Beispiel eine Gastroskopie oder Gewebeuntersuchung.
 
Die Einschätzung, ob es sich um eine medizinische Notwendigkeit handelt, erfolgt durch den Arzt. Dieser wird Dich im Vorfeld über Schritte, Alternativen und mögliche Kosten der Behandlung aufklären. Es lohnt sich aber wie bei jeder Erkrankung, bei der eine Lebensstiländerung mit Erfolg verbunden ist, dies selbst in die Hand zu nehmen und Optimierungen eigenständig vorzunehmen.


AUF EINEN BLICK

Dauer Dauer

Je nach Behandlungsmethode

Ausfallzeit Ausfallzeit

Bis zu 6 Wochen

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Gastritis beschreibt das Krankheitsbild der Magenschleimhautentzündung, bei der es zu einer Reizung oder Schädigung der schützenden Schleimhautschicht an der Magenwand kommt.


Man unterscheidet zwischen einer akuten Form mit spontan auftretenden, deutlich spürbaren Symptomen und einer chronischen Form mit leichten oder keinen Symptomen.


Ursachen können unter anderem eine Infektion durch Bakterien, eine Lebensmittelvergiftung, zu hoher Konsum von Tabak, Alkohol und Kaffee oder starke psychische Belastungen sein.


Die Behandlung erfolgt ursachenspezifisch. Bei einer akuten Form empfiehlt sich der Verzicht auf magenreizende Stoffe und eine Schonung des Magens.

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