Fieber – Bedeutung und Nutzen des Symptoms

Insbesondere durch die Corona-Pandemie avancierte Fieber zu einem gefürchteten Symptom. Dabei ist es eine natürliche und wichtige Reaktion des Körpers, welche die Aktivität des Immunsystems anzeigt. Dieser Beitrag thematisiert die Bedeutung von Fieber und zeigt dessen gesundheitlichen Nutzen auf. Zudem verraten wir Tipps zum Fiebermessen und erklären, wann Du besser einen Arzt kontaktieren solltest.


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Zuletzt aktualisiert: 28. Oktober, 2020



Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Rund 37 Grad Celsius gelten als normale Körpertemperatur.


Erhöhte Temperatur herrscht im Körper ab 37,5 bis etwa 38 Grad Celsius.


Bei Erkältungen sind Müdigkeit, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit typische Begleiterscheinungen von Fieber.


Erreicht das Fieber die 40-Grad-Marke ist Handeln ein Muss. Bei einer derart hohen Körpertemperatur sollte umgehend ein Arzt oder gar der Notarzt kontaktiert werden.

Normal, überhöht oder Fieber? Die Körpertemperatur im Fokus

Rund 37 Grad Celsius gelten als normale Körpertemperatur. In diesem Bereich kann der Organismus Stoffwechselprozesse wie gewohnt ausführen. Um den Temperaturbereich zu halten, kontrolliert der Körper die Temperatur kontinuierlich. Das körpereigene Regulationszentrum sitzt im Gehirn (Hypothalamus) und lässt sich mit einem Thermostat vergleichen. Dass die Körpertemperatur schwankt, ist dennoch völlig normal. Am Abend erreicht sie beispielsweise den Höchststand.
 

Orientierungsbereich der normalen Körpertemperatur

 
Erwachsene 36,5 – 37,4 °C
 
Kinder 36,5 – 37,5 °C
 
Generell gilt bei rektaler Messung: Erhöhte Temperatur herrscht im Körper ab 37,5 bis etwa 38 Grad Celsius. Bei Kleinkindern kann sich der Temperaturbereich leicht nach oben verschieben. Deshalb ist ab circa 38 Grad Celsius (Erwachsene) beziehungsweise ab 38,5 Grad Celsius (Kinder) von mäßigem Fieber die Rede. Hohes Fieber ist bei einer Körpertemperatur ab 39 Grad Celsius erreicht.
 
Bei einer Erkältung tritt Fieber oft phasenweise auf. Nachdem die Körpertemperatur auf ein bestimmtes Niveau angestiegen ist, bleibt sie vorübergehend bestehen und sinkt dann wieder auf die normale Temperatur ab. Ob dieser Verlauf nur einige Stunden oder Tage dauert, ist von den Krankheitserregern und dem Immunsystem abhängig.

 Erhöhte Temperatur herrscht im Körper ab 37,5 bis etwa 38 Grad Celsius.

Richtig messen – Messmethoden von rektal bis Infrarot

Vor dem Arztbesuch sollte die Körpertemperatur gemessen werden. Hierfür stehen verschiedene Fiebermessgeräte und Methoden zur Auswahl. Grundsätzlich wird zwischen Kontaktthermometern und kontaktlosen Alternativen unterschieden. Besonders präzise Ergebnisse erlaubt die rektale Messung. Hierbei wird ein Thermometer über den Anus in den Po eingeführt. Maximalthermometer benötigen mindestens vier Minuten für eine Messung. Wesentlich schneller sind Digitalthermometer – sie benötigen nur wenige Sekunden für die Anzeige eines Messergebnisses.
 
Weil die rektale Messung insbesondere bei Babys und Kindern schwierig ist, erfreuen sich Infrarot-Fieberthermometer für die Stirn großer Beliebtheit. Wie der unabhängige Vergleich der Berliner VGL Verlagsgesellschaft zeigt, begeistern Stirnthermometer nicht nur mit einer sekundenschnellen und komfortablen Messung, sondern auch mit einer praktischen Messwert-Speicherung. So lassen sich Temperaturverläufe nachvollziehen und das Fieber bequem beobachten. Einige Modelle sind gleichzeitig für die Messung im Ohr geeignet. Bei der Temperaturmessung im Mund oder unter den Achseln sollten 0,5 Grad Celsius zum Messergebnis addiert werden.
 
Gut zu wissen: Quecksilberthermometer sollten nicht mehr verwendet werden. Bei Kindern ist außerdem der Verzicht auf Glasthermometer ratsam, weil die Bruchgefahr mit einem Verletzungsrisiko einhergeht.
 

Fieber als notwendiges Symptom

Fieber ist ein Symptom, das bei unterschiedlichen Erkrankungen auftreten kann. Akute Infektionskrankheiten wie die Grippe oder Erkältungskrankheiten sind eine häufige Ursache. Dringen Krankheitserreger in den Organismus ein, werden durch die Abwehrreaktion Botenstoffe freigesetzt. Diese dringen zum Hypothalamus vor und lösen eine Temperaturerhöhung aus. Die zusätzliche Wärme dient wiederum zur Unterstützung des Abwehrsystems im Kampf gegen unerwünschte Erreger. Um die höhere Temperatur zu erreichen, greift der Organismus auf unterschiedliche Mechanismen zurück:
 

  • Unter anderem wird die Abgabe von Wärme über die Haut eingeschränkt.
  • Viele Menschen leiden bei Fieber deshalb unter kalten Füßen und Händen oder gar unter Schüttelfrost. Letzterer bewirkt, dass die Wärmeproduktion steigt.
  • Durch das Frieren zieht man sich automatisch wärmer an, was ebenfalls zum Temperaturanstieg beiträgt.
  • Darüber hinaus wird der Stoffwechsel über die Leber angekurbelt und die Muskelaktivität gezielt gesteuert.

 
Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist bei Fieber entscheidend. Da der Körper zusätzlich Wärme produziert und durch das Schwitzen mehr Flüssigkeit verliert, sollte etwa 0,5 bis 1 Liter mehr getrunken werden als üblich.

Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist bei Fieber entscheidend.

Wann der Besuch beim Arzt sinnvoll ist

Bei Erkältungen sind Müdigkeit, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit typische Begleiterscheinungen von Fieber. Bei vielen Menschen normalisiert sich die Situation bereits nach wenigen Tagen und die Körpertemperatur erreicht das Normalniveau. Bei Fieber über 39 Grad Celsius oder anhaltendem Fieber (mehr als zwei Tage, bei Kleinkindern mehr als ein Tag) ist ein Arztbesuch jedoch ratsam. Jedoch hängt die Dringlichkeit immer vom persönlichen Empfinden ab – eine pauschale Empfehlung gibt es nicht.
 
Bei Säuglingen ist der Besuch beim Kinderarzt bereits ab 38 Grad Celsius empfehlenswert.
 
Erreicht das Fieber die 40-Grad-Marke ist Handeln ein Muss. Bei einer derart hohen Körpertemperatur sollte umgehend ein Arzt oder gar der Notarzt kontaktiert werden. Es drohen Störungen des Nervensystems, Einschränkungen des Bewusstseins und ein Kollaps. Nicht zu unterschätzen ist außerdem das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels sowie Herz-Kreislauf-Probleme.

Wadenwickel – nicht immer vorteilhaft

Wadenwickel sind ein altes Hausmittel gegen Fieber. Allerdings ist es nicht generell sinnvoll. Wer friert oder kalte Hände und Füße hat, sollte nicht darauf zurückgreifen. Gleiches gilt bei Schüttelfrost, Durchblutungsstörungen oder einer Blasenentzündung. Die Anwendung sollte nur bei warmen Händen und Füßen erfolgen.
 
Ein fiebersenkender Wadenwickel soll die Körpertemperatur kreislaufschonend reduzieren. „Er dient dazu Fieber (ab 39 °C) innerhalb von 60 – 90 Minuten um 1 bis maximal 1,5 °C zu senken“, erklärt die ganzheitliche HNO Praxis Mühlacker auf dessen Internetpräsenz. In der Anleitung zum Wadenwickel erklärt die Praxis verständlich, worauf es bei der Herstellung ankommt.


AUF EINEN BLICK

Dauer Dauer

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Ausfallzeit Ausfallzeit

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Stationärer Aufenthalt Stationär

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Rund 37 Grad Celsius gelten als normale Körpertemperatur.


Erhöhte Temperatur herrscht im Körper ab 37,5 bis etwa 38 Grad Celsius.


Bei Erkältungen sind Müdigkeit, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit typische Begleiterscheinungen von Fieber.


Erreicht das Fieber die 40-Grad-Marke ist Handeln ein Muss. Bei einer derart hohen Körpertemperatur sollte umgehend ein Arzt oder gar der Notarzt kontaktiert werden.

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