Endokarditis (Herzinnenhautentzündung)

Leidest Du an Fieber, Schüttelfrost, Herzrasen, sowie an Muskel- und Gelenkschmerzen? Kannst Du kleine punktförmige Hauteinblutungen, Linsen-große rötliche Knötchen an Deinen Fingern und Zehen erkennen? Solltest Du diese Symptome an Dir beobachten, so könnte es sein, dass Du an einer Endokarditis (Herzinnenhautentzündung) leidest. Suche in diesem Fall bitte schleunigst einen Arzt auf und lass Dich durchchecken.


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Zuletzt aktualisiert: 28. August, 2020



ICD-10-GM-2020 I38

Was versteht die Medizin unter einer Endokarditis?

Das Herzinnere ist mit einer schleimhautähnlichen Schutzschicht ausgekleidet. Die Herzinnenhaut überzieht die Herzhöhlen und die herznahen Blutgefäße. Die Herzwand hingegen besteht aus drei verschiedenen Schichten. Das Endokard stellt dabei die innere dar. Das Endokard kleidet die Vorhöfe und Kammern des Herzens aus und bildet auch die vier Herzklappen. Die Herzklappen fungieren als Ventile für das Blut, das mit jedem Schlag durch das Herz gepumpt wird. Bei einer Endokarditis sind meist eine oder mehrere Herzklappen entzündet. Die Herzinnenhaut bildet außerdem die Struktur der Herzklappensegel.
 
Bei der Endokarditis handelt es sich um eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard), meist durch Bakterien verursacht, und eine lebensbedrohliche Erkrankung darstellt
 
Bei der Endokarditis handelt es sich um eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard), meist durch Bakterien verursacht, und eine lebensbedrohliche Erkrankung darstellt. Auch künstliche Materialien, wie beispielsweise Herzklappen oder Schrittmacherkabel, können betroffen sein. Solltest Du an einem Herzklappenfehler leiden, so ist Dein Risiko, an Endokarditis zu erkranken, erhöht. Die Endokarditis kann außerdem ihrerseits bleibende Klappendefekte verursachen, die einen Herzklappenersatz erforderlich machen können.
 
Verursacher der Erkrankung sind meist Bakterien, die durch Verletzungen – insbesondere der Mundschleimhaut – der Haut, der Darmwand oder infolge anderer bakterieller Infektionen – ins Blut gelangen. Die Bakterien setzen sich häufig an bereits vorgeschädigten Herzklappen oder Herzklappenprothesen fest und vermehren sich dort. Die Bakterien zerstören die Herzklappe und oft auch das umgebende Gewebe, wodurch die Herzklappe nicht mehr schließt. Eine akute Herzschwäche ist die Folge.

Welche Formen der Endokarditis gibt es?

Es gibt verschiedene Formen der Endokarditis.
 
Nicht infektiöse (abakterielle) Endokarditis
Die nicht infektiöse Endokarditis ist eine Folgekomplikation des rheumatischen Fiebers, welches als Autoimmunerkrankung nach einer Streptokokkeninfektion (Infektion durch spezielle Bakterienarten: Streptokokken) an den Mandeln auftreten kann. Eine Folge der rheumatischen Endokarditis ist die Verdickung, Vernarbung oder Verklebung der Herzklappensegel, wodurch die Herzklappenfunktion beeinträchtigt wird. Die betroffene Klappe kann sich nicht mehr richtig öffnen oder wird undicht. Erst viele Jahre nach der akuten Entzündung können Beschwerden durch den Herzklappenfehler auftreten. Diese Beschwerden machen sich in Kurzatmigkeit und Leistungsminderung bemerkbar.
 
Infektiöse Endokarditis
Die Auslöser für eine infektiöse Endokarditis sind meistens Bakterien. Der häufigste Erreger ist Staphylococcus aureus. Weitere Erreger können Pilze sein. Eine Pilzinfektion macht etwa 1% der Endokarditiden aus und gilt somit als sehr selten. Betroffen sind vor allem Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem. Patienten mit Vorschädigungen der Herzinnenhaut, auf denen sich Erreger leichter ansiedeln, sind anfälliger für eine bakterielle Endokarditis. Patienten, die einen angeborenen oder erworbenen Herzfehler haben (oder eine Operation am Herzen hatten) sind anfälliger für infektiöse Endokarditis. Diese Form der Endokarditis kann noch in die akute Endokarditis und die subakute Endokarditis unterteilt werden.
 
Während sich der Zustand der Betroffenen bei der akuten Endokarditis plötzlich sehr schnell verschlechtert, treten die Endokarditis-Symptome bei der subakuten Endokarditis schleichend auf und werden häufig nicht als solche erkannt.
 
Parietale Endokarditis/Löffler-Endokarditis
Sie zählt zu den Formen der abakteriellen Endokarditis und betrifft primär nicht die Herzklappen. Stattdessen ist das Endokard der Herzwände geschädigt. Die Entstehung und Entwicklung dieser Form ist bislang noch unbekannt. Ärzte gehen allerdings von einer allergisch-hyperreagiblen Reaktion aus.
 
Rheumatische Endokarditis
Diese Form der Endokarditis entsteht erst nach einer abgelaufenen Bakterieninfektion. Ein bis drei Wochen nach einer Streptokokkeninfektion – meist in Form einer Mandelentzündung oder Rachenentzündung – kann sich das sogenannte rheumatische Fieber bemerkbar machen. Dabei bekommt der Erkrankte hohes Fieber und Gelenke entzünden sich. In manchen Fällen bilden sich Knötchen und Ausschläge auf der Haut.
 
Libman-Sacks-Endokarditis
Eine Endokarditis kann ebenfalls im Rahmen eines Systemischen Lupus erythematodes (Autoimmunerkrankung: rheumatische Entzündung an Haut, Gelenken, Nervensystem, Organen) auftreten. Ähnlich wie bei der rheumatischen Endokarditis entstehen durch die körpereigene Abwehr Entzündungen an den Herzklappen (Fibrinthromben).
 
Endocarditis thrombotica
Diese Form der Endokarditis tritt im Rahmen von Erkrankungen und Marasmus als Folge von thrombotischen Auflagerungen auf. Morphologische Veränderungen führen nur in seltenen Fällen zu kardiologisch bedeutsamen Einschränkungen. Allerdings besteht das Risiko einer Embolisierung von Gefäßen des zentralen Nervensystems (ZNS).
 
Es gibt verschiedene Formen der Endokarditis

Was sind die Symptome einer Endokarditis?

Die Symptome einer Endokarditis sind sehr vielfältig und unterscheiden sich je nach ihrer Ursache. Die akute Endokarditis wird oft durch Staphylokokken (bestimmte Bakterien) ausgelöst. Sie äußert sich mit plötzlichen, rasch fortschreitenden Symptomen. Betroffene leiden meist an Fieber (38,9 bis 40 ), Schüttelfrost, Herzrasen, sowie an Muskel- und Gelenkschmerzen. Bei bis zu 15 Prozent der Betroffenen können Hautveränderungen – mitunter kleine punktförmige Hautblutungen (Petechien), Linsen-große rötliche Knötchen an Fingern und Zehen, sowie rötliche, millimetergroße Flecken an den Handinnenflächen und Fußsohlen (Janeway-Läsionen) – an sich beobachten. Mit Fortschreiten der Endokarditis mehren sich die Anzeichen einer nachlassenden Herz- und Herzklappenfunktion.
 
Beispielsweise können Anämie (Blutarmut), Atemnot, Oberbauchbeschwerden mit Lebervergrößerung und Milzschwellung sowie ausgedehnte Wassereinlagerungen (Ödeme) im Gewebe auftreten. Betroffene können zudem Leistungseinbrüche, Schwäche und Blässe aufweisen.
 
Typische Symptome für eine subakute bakterielle Endokarditis sind Erschöpfung, Fieber, mäßige Erhöhung der Herzfrequenz, Gewichtsverlust sowie Schweißausbrüche. Solltest Du Symptome, die typisch für eine Endokarditis sind, verspüren, solltest Du so bald wie möglich einen Arzt aufsuchen. Denn dieser kann bereits Monate bevor die Endokarditis eine Arterie verschließt oder Herzklappen schädigt, sogar schon unauffällige Symptome erkennen.

Welche Ursachen hat eine Endokarditis?

Endokarditis wird meistens durch Bakterien – in seltenen Fällen durch Pilze – verursacht. Obwohl sich Bakterien normalerweise nicht in Deinem Blut befinden, können sie bereits durch kleine Verletzungen der Haut, der Mundschleimhaut oder des Zahnfleisches in den Blutkreislauf gelangen und dort kleinere Hautinfektionen auslösen. Bakterien können ebenfalls über medizinische Verfahren – Operationen am offenen Herzen oder einer Herzklappenersatzoperation – in Dein Blut sowie in Dein Herz geschleust werden.
 
Bei Menschen mit gesunden Herzklappen richten die Bakterien für gewöhnlich keinen Schaden an, weil die weißen Blutkörperchen und Immunreaktionen diese Erreger im Körper sehr schnell zerstören. Bakterien können allerdings in geschädigte Herzklappen gelangen und sich dann in der Herzinnenhaut niederlassen, sich dort vermehren und eine Entzündungsreaktion (Endokarditis) verursachen.
 
Ohne frühzeitige Behandlung greift die Entzündung auf Deine Herzklappen über. Die Bakterien zerstören Deine Herzklappe und meistens auch das umgebende Gewebe. Daraus resultiert, dass Deine Herzklappe nicht mehr schließt und es zu einer akuten Herzschwäche kommt. Es entstehen kleine Wucherungen, was unter anderem zur Störung des feinaustarierten Zusammenspiels der Herzklappen führt und eine Minderung der Herzleistung bedingt. Dein Herz versucht nun durch stärkeres Pumpen diese Schwäche auszugleichen, wodurch sich Dein Herzmuskel immer weiter verdickt und letztlich zu einer Herzinsuffizienz führt.
 
Außerdem besteht das Risiko, dass Teile der Gewebewucherungen in Deinen Blutkreislauf gelangen. Dort können sie sich festsetzen und die Gefäße verschließen. Dadurch kann es zu Schlaganfällen, zu Lungen- oder Nierenembolien kommen. Durch den Blutstrom verteilen sich die Bakterien immer weiter in Deinem Körper, wodurch das Risiko für eine Blutvergiftung (Sepsis) steigt.

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Endokarditis?

Ist Deine Herzinnenhaut bereits vorgeschädigt, so können sich darauf Erreger leichter ansiedeln. Leidest Du an einem angeborenen oder erworbenen Herzfehler – wie beispielsweise einem offenen Ductus arteriosus (Gefäßverbindung zwischen der Hauptschlagader) – ist Dein Risiko, an einer Endokarditis zu erkranken, erhöht.
 
Unnatürliche Blutverwirbelungen können das Endokard angreifen und Infektionen auslösen. Auch dann, wenn Du bereits eine Operation am Herzen hattest – vor allem, wenn Dir ein Fremdkörper, wie zum Beispiel eine künstliche Herzklappe oder ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde – zählst Du zu den Risikopatienten. Bakterien können auch durch Operationen im Bereich der Zähne und Atemwege in den Blutkreislauf eindringen und eine Endokarditis auslösen.
 
Leidest Du an einem angeborenen oder erworbenen Herzfehler - wie beispielsweise einem offenen Ductus arteriosus (Gefäßverbindung zwischen der Hauptschlagader) - ist Dein Risiko, an einer Endokarditis zu erkranken, erhöht
 
Das größte Endokarditisrisiko besteht bei Drogenabhängigen, die sich mit verunreinigten Nadeln, Spritzen und Lösungen direkt in ihr Blut injizieren, bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, sowie bei Personen mit künstlicher Herzklappe oder Herzschrittmacher.
 
Solltest Du eine künstliche Herzklappe haben, so besteht Dein Risiko an einer Endokarditis zu erkranken vor allem im ersten Jahr. Danach nimmt das Risiko zwar stetig ab, verschwindet allerdings nie gänzlich. Auch rheumatisches Fieber in der Kindheit (rheumatische Herzerkrankung) kann die Herzklappe schädigen. Durch die Einnahme von Antibiotika kann rheumatischem Fieber vorgebeugt werden. Für ältere Menschen besteht ein Risikofaktor in einer Degeneration der Herzklappen.

Wie diagnostiziert der Arzt eine Endokarditis?

Der Doktor fragt Dich zunächst nach Deiner Krankengeschichte (Anamnese). Er fragt Dich zum Beispiel, ob bei Dir ein Herzfehler bekannt ist und ob Du bereits einen Eingriff am Herzen hattest. Wundere Dich nicht, wenn er Dich fragt, ob Du bereits andere Operationen – wie zum Beispiel beim Zahnarzt – hattest. Dies kann Deinem Arzt nämlich wichtige Hinweise liefern.
 
Bei der körperlichen Untersuchung misst er mitunter Deine Körpertemperatur und hört Dein Herz mit einem Stethoskop ab. Hat er den Verdacht auf eine Endokarditis, macht er eine Echokardiografie, auch Ultraschallkardiografie genannt. Dabei untersucht der Mediziner Dein Herz durch den Brustkorb mit einem Ultraschallgerät. Hat der Doktor Auffälligkeiten bemerkt, so wird er weitere Untersuchungen durchführen. Mittels Herzultraschall (Echokardiografie) kann er ein noch größeres Bild des Herzens machen. Dabei handelt es sich um eine Ultraschalluntersuchung Deines Herzens.
 
Ein Schallkopf (ein piezo-elektrischer Quarzkristall) wird durch elektrische Hochfrequenz-Spannung zur Aussendung von Schallwellen angeregt (Sendefunktion). Der Schallkopf kann außerdem reflektierte Schallwellen wieder empfangen (Aufnahmefunktion). Mithilfe eines Verstärkers werden diese bearbeitet und auf einem Bildschirm dargestellt. Dadurch kann Dein Arzt eine mögliche Besiedelung der Herzklappen, sowie die Schädigung des Herzens erkennen. Er führt eine transthorakale Echokardiografie durch, wobei er den Ultraschallkopf auf Deinem Brustkorb aufsetzt.
 
Ist dieses Verfahren nicht aufschlussreich, kann Dein Doktor eine transösophageale Echokardiografie einleiten. Dabei führt der Doktor den Ultraschallkopf durch Deinen Rachen in die Speiseröhre ein und platziert ihn direkt hinter dem Herzen. Die transösophageale Echokardiografie liefert genauere Ergebnisse und zeigt keinerlei bakterielle Ablagerungen. Sie ist allerdings invasiv und kostenaufwändiger. Liefert die transösophageale nicht genügend Informationen, kann der Mediziner keine eindeutige Diagnose stellen. Dann ist eine Computertomografie (CT) notwendig.
 
Durch eine Blutuntersuchung kann er die Ursache Deiner Endokarditis feststellen. Dein Blut wird hierfür im Labor auf Krankheitserreger als mögliche Auslöser einer infektiösen Endokarditis untersucht (Blutkulturen). Labordiagnostisch liefert nur die positive Blutkultur eine eindeutige Diagnose. Alle anderen Laborbefunde sind unspezifisch.
 
Findet der Doktor den Keim, so kann er Dir das richtige Antibiotikum verschreiben. Ist die Ursache der Endokarditis weiterhin unklar, macht Dein Arzt weitere Untersuchungen. Beispielsweise führt er eine Magnetresonanztomografie (MRT) durch oder er entnimmt eine Gewebeprobe Deiner Herzinnenhaut (Endokardbiopsie).
 
Die Magnetresonanztomografie dauert zwischen 15 und 30 Minuten. Dabei liegst Du auf dem Rücken auf einer Liege, die in ein röhrenförmiges Gerät hineingefahren wird. Damit der Mediziner mit dem Computer ein gutes Bild machen kann, ist es wichtig, dass Du ruhig liegen bleibst. Es kann sein, dass er Dich bittet, die Luft für ein paar Sekunden anzuhalten, um ein besseres Bild erhalten zu können. Er wird Dir Atemkommandos geben.
 
Während der Untersuchung kannst Du laute Klopfgeräusche vernehmen. Du kannst sogar auf Wunsch über einen Kopfhörer nebenbei angenehme Musik hören, die Dich entspannen lässt. Während der gesamten Untersuchung beobachtet ein medizinisches Personal die komplette Untersuchung des Patienten über einen Bildschirm.
 
In den Endokarditis-Leitlinien sind sogenannte Duke-Kriterien festgelegt, die Deinem Arzt bei der Diagnose helfen können. Liegt eine bestimmte Kombination dieser Kriterien vor, gilt eine Endokarditis als gesichert. Da viele Symptome uncharakteristisch sind, ist eine Diagnose für den Mediziner eher schwierig.
 
Für die Diagnose einer infektiösen Endokarditis ist eine Positronenemissionstomografie (PET) an einer künstlichen Herzklappe und anderer ins Herz implantierter Geräte notwendig.
 
Wenn die Bakterien aus der Blutprobe nicht kultiviert werden können, sind Spezialtechniken erforderlich, um einen bestimmten Bakterienstamm zu züchten. Die Einnahme von Antibiotika kann die Infektion zwar nicht völlig beseitigen, allerdings kann die Zahl der Bakterien so weit reduziert werden, sodass diese nicht mehr nachzuweisen sind. Möglicherweise leidet der Patient nicht an einer Endokarditis, sondern an einer anderen Erkrankung, zum Beispiel an einem Herztumor, der ähnliche Symptome wie Endokarditis, hervorruft.
 
Hat der Arzt den Verdacht auf eine Endokarditis, macht er eine Echokardiografie, auch Ultraschallkardiografie genannt.

Wie wird eine Endokarditis behandelt?

Die geeignete Therapieform müssen Kardiologen, Kardiochirurgen und Intensivmedizinern – ausgehend vom individuellen Krankenbild – sowohl im Team als auch mit dem Patienten – besprechen. Die Ärzte stimmen die Wahl des Antibiotikums auf den Keim ab.
 
Bei der bakteriellen Endokarditis stellt die effektive Antibiotikatherapie die wichtigste Therapieform dar. In der Regel verabreicht Dir Dein Doktor die Antibiotika intravenös (direkt in die Vene). Allerdings reicht bei jedem zweiten Patienten mit infektiöser Endokarditis eine Antibiotikatherapie nicht aus.
 
Eine Operation ist dann notwendig, wenn die Herzklappen durch die Entzündung stark geschädigt sind und eine Herzschwäche droht. Die Ärzte entfernen das erkrankte Gewebe und setzen Dir eine oder mehrere künstliche Herzklappen ein.
 
Bei einer nicht infektiösen Ursache ist der wichtigste Teil der Endokarditis-Therapie, dass die Grunderkrankung behandelt wird. Bei vielen Patienten mit Endokarditis können schwerwiegende Komplikationen, wie Schlaganfall, Embolien (Verschleppung entzündlichen Materials in verschiedene Organe), eine hochgradige Undichtigkeit der Herzklappe, eine lokal unkontrolliert verlaufende Infektion sowie Rhythmusstörungen, Überleitungsblockierungen und eine Sepsis oder auch ein akutes Nierenversagen auftreten.
 
In dieser schwierigen Situation stellt eine Operation den einzigen Weg dar und sollte so rasch wie möglich erfolgen. Patienten mit Infektionen des künstlichen Materials – wie künstliche Herzklappen und Schrittmacherelektroden – haben ein besonders hohes Risiko. Hier muss der Mediziner das künstliche Material meistens entfernen.
 
Die infektiöse Endokarditis ist mit einer längerfristigen Antibiotikagabe zu therapieren. Eine chirurgische Intervention kann notwendig sein, um mechanische Komplikationen oder antibiotikaresistente Erreger auszuräumen. Du musst das Antibiotikum zwei bis acht Wochen einnehmen. Mediziner empfehlen eine ambulante Antibiotikatherapie. Jede offenkundige Quelle einer Bakteriämie soll beseitigt werden. Leidest Du an einer infektiösen Endokarditis, solltest Du Dich von Deinem Zahnarzt untersuchen lassen, der Dich auf orale Erkrankungen behandelt.

Wie ist die Prognose einer Endokarditis?

Die Prognose einer Endokarditis ist grundsätzlich abhängig vom Beginn der Therapie, dem Verlauf der Erkrankung, sowie dem Ausmaß der Herzklappenschädigung. Je früher die Therapie einsetzt, desto günstiger ist die Prognose.
 
Die Prognose einer Endokarditis hängt von verschiedenen Faktoren ab:
 

  • Zeitpunkt der Diagnose
  • Ursache der Herzinnenhautentzündung
  • Schädigung des Herzens
  • Alter des Patienten
  • Immunsystem des Patienten
  • Chronische Vorerkrankungen
  • Bei bakterieller Endokarditis: Empfindlichkeit des Erregers gegenüber Antibiotika

Es kann zu Herzklappenveränderung durch postentzündliche Vernarbungen und Verkalkungen kommen. Rupturierte Endokardvegetationen werden hämatogen mitgerissen und können einen Schlaganfall, eine Mesenterialinfarkt sowie eine Nieren- und Lungenembolie verursachen. Außerdem kann es zu einer paravalvulären Ausbreitung auf andere Organe mit Abszessbildung kommen. Die Heilungsaussichten bei Endokarditis hängen sehr stark von ihrer Ursache ab. Wird eine Endokarditis rechtzeitig erkannt, überleben drei von vier Betroffenen die akute bakterielle Endokarditis. Menschen, bei denen die Herzinnenhaut im Bereich von künstlichen Herzklappen entzündet ist, sind besonders gefährdet und anfälliger, an Endokarditis zu erkranken.

Wie kann ich einer Endokarditis vorbeugen?

Bevor Du Dich einem chirurgischen Eingriff zur Herzklappenrekonstruktion oder einer Operation von angeborenen Herzfehlern unterziehst, ist eine zahnärztliche Untersuchung und Behandlung zu empfehlen, um bakterielle Infektionen vorzubeugen. Grundsätzlich empfehlen Ärzte die Zahn- und Mundhygiene für jeden Patienten. Gehörst Du zu den Patienten mit mittlerem (naiver Klappenerkrankung) oder hohem Risiko, solltest Du auf jeden Fall eine Zahn- und Mundhygiene in Anspruch nehmen.
 
Da die zentralen Ursachen für Endokarditis in einer mangelnden Mundhygiene liegen, empfehlen die Leitlinien den Risikogruppen eine antibakterielle Endokarditisprophylaxe vor Zahnbehandlungen oder professionellen Zahnreinigungen
 
Da die zentralen Ursachen für Endokarditis in einer mangelnden Mundhygiene liegen, empfehlen die Leitlinien den Risikogruppen eine antibakterielle Endokarditisprophylaxe vor Zahnbehandlungen oder professionellen Zahnreinigungen. Solltest Du eine Ersatzklappe, bestimmte Herzfehlbildungen oder ein transplantiertes Herz mit erkrankter Klappe haben, fällst Du in diese Risikogruppe. Es ist wichtig, dass Chirurgen, Zahnärzte und andere Ärzte über diese Risikofaktoren Bescheid wissen. Sie können Dich mit einer Antibiotikagabe vorbeugend behandeln, bevor sie bei Dir eine bestimmte Operation, eine Zahnbehandlung oder einen medizinischen Eingriff durchführen.

Wie viel kostet die Behandlung einer Endokarditis?

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten der Behandlung einer Endokarditis.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Endokarditis?

Ja, die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Diagnose und Therapie einer Endokarditis.


Dauer Dauer

4-6 Wochen

Ausfallzeit Ausfallzeit

2-4 Wochen

Stationärer Aufenthalt Stationär

Bis zu 14 Tage

Das Wichtigste zusammengefasst

Die Endokarditis ist eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard), die meist durch Bakterien verursacht wird und eine lebensbedrohliche Erkrankung darstellt


Zentrale Ursache für eine Endokarditis ist meist eine mangelnde Mundhygiene


Betroffene leiden häufig an Herzrasen, Schüttelfrost, sowie Muskel- und Gelenkschmerzen


Um einer Endokarditis vorzubeugen wird eine Zahn- und Mundhygiene empfohlen. Vor einer Operation oder einer Behandlung kann Dein Arzt einer Endokarditis mit einer Antibiotikagabe vorbeugen

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