Burnout

Du fühlst Dich abgeschlagen, müde, antriebs- und lustlos oder einfach ausgebrannt? Dann leidest Du vielleicht an einem Burnout und damit bist Du nicht allein. Jeder Fünfte ist Burnout gefährdet. Zu einem Burnout kommt es nicht einfach über Nacht. Die Symptome entstehen aufgrund einer dauerhaften Überbelastung und sind sowohl psychischer als auch körperlicher Natur. Bis zur Diagnose vergeht oft etwas Zeit, da die Betroffenen aufgrund körperlicher Probleme wie Verdauungsstörungen zum Arzt gehen. Die Behandlung eines Burnouts ist individuell und richtet sich nach den jeweiligen Beschwerden. Wenn der Betroffene die Symptome ignoriert, kann es zu einer Depression, Panikattacken oder dem völligen emotionalen oder körperlichen Zusammenbruch kommen.


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Zuletzt aktualisiert: 19. August, 2020



ICD-10-GM-2020 Z73

Was versteht die Medizin unter Burnout?

Der Begriff Burnout kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie ausgebrannt sein. Die Krankheit wurde erstmals in den 70ern beschrieben und bezeichnete ursprünglich eine chronische Erschöpfung im Zusammenhang mit dem Berufsleben. Eine Häufung gab es vor allem in sozialen und helfenden Berufen. Mittlerweile fallen aber chronische Stresserscheinungen auf jeder Lebenslage unter diesen Begriff.
 
Der Begriff Burnout kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie ausgebrannt sein
 
Oft geht ein Burnout auch in eine Depression über. Auslöser ist chronischer Stress und eine hohe Erwartungshaltung gegenüber sich selbst. Die Symptome sind von Patient zu Patient unterschiedlich und betreffen sowohl den Körper als auch die Psyche. Es gibt keine einheitliche Definition eines Burnouts.

Wie sehen die Symptome von Burnout aus?

Ein Burnout äußert sich mit sehr vielfältigen Symptomen auf einer körperlichen, geistigen und psychischen Ebene. Ein Burnout verläuft bei jedem Betroffenen anders. Die Symptome verändern sich mit Fortschreiten der Erkrankung. Das Hauptsymptom eines Burnouts ist ein Gefühl tiefer Erschöpfung. Dieser Zustand entsteht nicht spontan, sondern entwickelt sich über einen längeren Zeitraum, in dem der Betroffene unter erhöhtem Stress steht.
 
Beim Betroffenen kommt es häufig zu Versagensängsten und dem Gefühl, nicht auszureichen. Betroffene sind häufig gereizt, haben Stimmungsschwankungen, sind unmotiviert, lustlos und vergesslich. Ebenso ziehen sich Betroffene oft aus dem Sozialleben zurück und entwickeln eine distanzierte Haltung gegenüber ihren Mitmenschen und ihrer Arbeit.
 
Bei einem Burnout stehen die psychischen Probleme klar im Vordergrund. Körperliche Beschwerden begleiten diese. Nicht zuletzt deshalb, weil das Immunsystem durch den dauerhaften Stress stark geschwächt wird. Das erhöht die Anfälligkeit für Infekte.
 
Auf einer körperlichen Ebene kommt es zu unspezifischen Beschwerden wie zum Beispiel Muskelschwäche und Muskelschmerzen, Kopf-, Rücken- oder Gelenkschmerzen, Fieber oder Frösteln, Schwindel, Bluthochdruck, Rücken- und Gelenkschmerzen, Anfälligkeit für Infekte, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Magen-Darm-Krämpfen, Verlust der Libido, Impotenz, Tinnitus und Schlafstörungen.

Was ist der Unterschied zwischen Burnout und Depression?

Während es für das Burnout etwa 160 verschiedene Definitionen gibt, sind die Symptome einer Depression klar definiert und weltweit dieselben. Bei der Diagnose einer Depression betrachtet der Arzt allein die Symptome, die Ursachen ändern nichts an der Bewertung des Krankheitsbildes. Bei einem Burnout hingegen ist die Frage, was den Erschöpfungszustand ausgelöst hat bei der Therapie entscheidend. Anders als bei einer Depression ist also der Kontext der Erkrankung zentral.
 
Bei einer Depression kommt es im Normalfall auch nicht zu Symptomen wie einem Abgeschlagenheitsgefühl, innerlicher Anspannung, Reizbarkeit oder gar aggressivem Verhalten. Ein weiterer Unterschied ist, das ein Burnout in Phasen verläuft. Im fortgeschrittenen Stadium kann es bei einem Burnout zu einer Depression kommen.

Welche Phasen gibt es beim Burnout?

Ein Burnout verläuft in Phasen. Freundenberger und North haben ein Modell entwickelt, dass die 12 Phasen, in denen ein Burnout verläuft, beschreibt.
 
Die erste Phase ist geprägt vom Zwang sich selbst zu beweisen. Übertriebener Ehrgeiz, Tatendrang und der Wunsch sich im Beruf zu verwirklichen, werden in diesem Stadium zu Verbissenheit und Leistungszwang. Der Betroffene lebt unter dem Zwang zu zeigen, dass er alles schaffen kann. Die Akzeptanz für Misserfolge und die Grenzen der eigenen Möglichkeiten sinkt.
 
In der zweiten Phase kommt es zu verstärktem Einsatz, um den hohen Erwartungen an sich selbst, gerecht zu werden. Dem Betroffenen fällt es schwer Aufgaben abzugeben. Dieses Stadium ist davon geprägt, alles selbst machen zu wollen, um so die eigene Unentbehrlichkeit zu beweisen.
 
Ein Burnout verläuft in unterschiedlichen Phasen
 
In der dritten Phase kommt es zur subtilen Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse. Der Beruf nimmt einen so großen Teil im Leben des Betroffenen ein, dass Grundbedürfnisse wie Schlafen, Essen und soziale Kontakte auf der Strecke bleiben.
 
Die vierte Phase ist von der Verdrängung von Konflikten geprägt. Der Betroffene nimmt zwar wahr, dass etwas nicht stimmt, nimmt sich aber nicht die Zeit, um sich seinen Problemen zu stellen. Das Wegschieben und Verleugnen von Konflikten, egal in welchem Bereich ist ein Symptom dieser Phase. Oft zeigen sich in diesem Stadium auch erste Symptome auf körperlicher Ebene.
 
In der fünften Phase kommt es zur Umdeutung von Werten. Die Wahrnehmung verändert sich aufgrund von Konfliktscheue und Isolation. Was einst als wichtig erschien, wie Hobbys und soziale Werte erscheint nun entwertet. Das einzige Maß zur Bewertung des Selbstwerts ist der berufliche Erfolg. Diesem ordnet der Betroffene alles andere unter. Auch das emotionale Abstumpfen ist ein klares Zeichen dieser Phase.
 
Die sechste Phase ist gekennzeichnet vom verstärkten Verleugnen auftretender Probleme. Ein klares Anzeichen dieser Phase ist Intoleranz. Der Betroffene nimmt andere als faul, dumm, undiszipliniert oder zu fordernd wahr. Der Betroffene wird zunehmend zynisch und in seinem Verhalten aggressiv. Als Auslöser für Probleme sieht der Betroffene das Arbeitspensum und Zeitdruck, nicht ein Burnout.
 
In der siebten Phase kommt es schließlich zum Rückzug und der Reduktion von sozialen Kontakten auf ein Minimum. Der Betroffene fühlt sich häufig hoffnungs- und orientierungslos. Beruflich reduziert sich die Leistung auf Dienst nach Vorschrift. In dieser Phase beginnen viele Betroffene damit zu Suchtmitteln zu greifen.
 
In der achten Phase kommt es zu klar beobachtbaren Verhaltensänderungen. Die Veränderung des eigenen Wesens wird für das Umfeld sichtbar. Wer früher als engagiert und tatkräftig gewirkt hat, wirkt jetzt apathisch und ängstlich auf seine Mitmenschen. Der Betroffene fühlt sich zunehmend wertlos.
 
In der neunten Phase kommt es zur Depersonalisierung, dem Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit. Der Betroffene fühlt sich wertlos und kann die eigenen Bedürfnisse nicht mehr wahrnehmen. Das Leben gleicht einem mechanischen Funktionieren.
 
Die zehnte Phase ist geprägt vom Gefühl der inneren Leere. Der Betroffene versucht dieses mit Reaktionen wie übermäßigem Essen, Drogen- oder Alkoholkonsum oder mit einem gesteigerten Sexualverhalten auszugleichen.
 
In der elften Phase manifestiert sich eine Depression. Gleichgültigkeit, Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit und eine fehlende Perspektive für die Zukunft kennzeichnen die Wahrnehmung des Betroffenen. Der Betroffene nimmt das Leben als sinnlos wahr. Alle Symptome einer Depression können in diesem Stadium auftreten.
 
Die zwölfte und letzte Phase ist die völlige Burnout Erschöpfung. Es kommt zum völligen physischen und psychischen Zusammenbruch. Suizid-Gedanken sind in dieser Phase allgegenwärtig. Daher muss der Betroffene sofort ärztliche Hilfe suchen.
 
Die zwölfte und letzte Phase ist die völlige Burnout Erschöpfung. Es kommt zum völligen physischen und psychischen Zusammenbruch

Welche Ursachen hat Burnout?

Die Ursachen für ein Burnout sind so vielfältig wie die Symptome. Dauerhafter Stress spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung. Während die meisten Menschen mit vorübergehenden Stresssituationen gut umgehen können, wirkt sich eine dauerhaft erhöhte Stressbelastung negativ auf den Organismus aus. Solche Situationen brauchen die psychischen und physischen Kraftreserven des Menschen auf, Körper und Geist können sich nicht mehr ausreichend erholen. Der Betroffene fühlt sich ausgebrannt.
 
Sowohl äußere als auch innere Faktoren spielen bei der Entstehung eines Burnouts eine Rolle. Äußere Faktoren betreffen die Umwelt. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Zeit- oder Leistungsdruck, die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, zu hohe Verantwortung und schlechte Bezahlung, die fehlende Möglichkeit sich im Job zu verwirklichen, mangelndes Feedback auf persönliches Engagement, Überforderung und Mobbing.
 
Innere Faktoren betreffen die Persönlichkeit. Es gibt Charakterzüge, die das Entstehen eines Burnouts begünstigen. Besonders ehrgeizige Menschen, die sich selbst unter einen hohen Erfolgsdruck stellen, sowie sehr engagierte Menschen haben ein höheres Risiko. Selbiges gilt für Menschen, die sehr perfektionistisch sind.
 
Das tatsächliche Ausmaß der Arbeitsbelastung spielt eine untergeordnete Rolle. Ein Halbtagsjob kann genauso zu einem Burnout führen, wenn der Betroffene diesen als besonders belastend empfindet. Andererseits arbeiten zahlreiche Menschen 60 bis 70 Stunden die Woche, ohne ein Burnout zu entwickeln. Zu einem Burnout kommt es nur, wenn der Betroffene ein dauerhaftes Empfinden von Stress hat und es zu einer chronischen Überforderung kommt.
 
Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) betrachtet die Auslöser eines Burnouts in vier Stufen.
 
Die erste Stufe ist eine vorübergehende Arbeitsüberforderung. Ungewöhnliche Herausforderungen oder Situationen versetzen den Körper in einen Stresszustand, der häufig mit Schlafproblemen, Anspannung und Nervosität einhergeht. Die Stresssituationen sind vorübergehend und bewältigbar und führen nicht zu Krankheitszuständen. Solche vorübergehenden Stresssymptome sind kein Burnout.
 
Als zweite Stufe definiert die DGPPN längerfristige Arbeitsüberforderungen. Die Stresssymptome der ersten Stufe halten über mehrere Wochen oder Monate an. Dauerhafte Erschöpfung, Leistungsminderung und vegetative Störungen zeigen sich und führen zu einem Burnout.
 
In der dritten Stufe fasst die DGPPN Auslöser psychischer und somatischer Erkrankungen zusammen, also wenn Überforderung am Arbeitsplatz in Kombination mit einer Erkrankung wie zum Beispiel einer Depression, Angststörung oder Alkoholmissbrauch auftritt. Es kommt zur Entstehung von depressiven Episoden.
 
In vierte Stufe umfasst Krankheiten als Ursache für Burnout-ähnliche Beschwerden. Das kann der Fall sein, wenn eine Krankheit wie Krebs, einer Schilddrüsen-Erkrankun, chronische Schmerzen, Psychosen oder Multiple Sklerose besteht. Beim Betroffenen entsteht das Gefühl überfordert zu sein und die Herausforderungen bei der Arbeit aufgrund der Grunderkrankung nicht mehr bewältigen zu können.
 
Ein Halbtagsjob kann genauso zu einem Burnout führen, wenn der Betroffene diesen als besonders belastend empfindet

Wer ist am häufigsten von Burnout betroffen?

Statistisch zeigt sich eine Häufung eines Burnouts bei bestimmten Berufsgruppen. Dazu zählen zum Beispiel Lehrer, Sozialarbeiter und Pflegekräfte, Ärzte und auch Polizisten. Der Grund dafür ist, dass diese zwischenmenschliche Extremsituationen bei diesen Berufsgruppen häufig zum Berufsalltag gehören.
 
Eine weitere Berufsgruppe mit einem erhöhten Burnout-Risiko sind Manager und Führungskräfte. Das liegt am gemeinsamen Auftreten einer hohen Verantwortung mit einem hohen Arbeitsaufwand und der konstanten Forderung nach mehr Leistung.

Welche Folgen kann Burnout für die Betroffenen haben?

Ein Burnout reduziert die Lebensqualität des Betroffenen drastisch. Durch die dauerhafte Stressbelastung kann ein Teufelskreis resultieren, aus dem Betroffene es allein nicht mehr herausschaffen. Krankschreibungen nehmen zu, sind jedoch nur wenig sinnvoll, da sie keine dauerhafte Besserung der Symptome erreichen. Im Gegenteil, häufig tragen sie zu einer Verschärfung der zugrunde liegenden beruflichen Konfliktsituationen bei.
 
Wenn ein Burnout früh erkannt und behandelt wird sind die Heilungsaussichten gut. Ein schweres Burnout hingegen, dass über einen längeren Zeitraum unerkannt und somit unbehandelt bleibt, hinterlässt nicht selten dauerhafte Spuren. Normaler beruflicher oder sozialer Stress bleibt für Betroffene oft noch monate- oder jahrelang nach der Therapie eine Überforderung. In solchen Fällen kommt es nicht selten zu Teilinvalidität oder einer vollständigen Invalidität als Folge des Burnouts.

Wie erfolgt die Diagnose von Burnout?

Wenn Du den Verdacht hast, an einem Burnout zu leiden solltest Du den Hausarzt aufsuchen. Beim Gespräch mit dem Arzt geht es nicht nur um körperliche Symptome, sondern auch um die berufliche und private Situation des Patienten.
 
Häufig ist es schwer, ein Burnout frühzeitig zu diagnostizieren. Oft ist der Grund für den Arztbesuch nämlich nicht der psychische Zustand, sondern körperliche Beschwerden wie Probleme mit der Verdauung.
 
Im Rahmen der Diagnose führt der Arzt auch eine umfangreiche körperliche Untersuchung durch. So kann der Arzt mögliche andere Ursachen für das Erschöpfungsgefühl ausschließen.
 
Eine relativ neue Möglichkeit ist eine 24-Stunden-Herzratenvariabilitätsmessung. Dabei trägt der Patient ein kleines Messgerät für den Zeitraum von 24 Stunden und protokolliert zusätzlich seine Aktivitäten während des Tages mit. Im Anschluss kann der Arzt eine genaue Zuordnung dieser beiden Parameter vornehmen. Er kann dadurch Rückschlüsse über belastende und erholsamere Situationen ziehen.

Wie lässt sich Burnout behandeln?

Ein Burnout bedarf professioneller Behandlung. Stellt der Arzt die Diagnose erst spät, verschlechtern sich auch die Heilungschancen. Der Arzt stimmt die Therapie individuell auf die Probleme des Patienten ab. Neben der psychotherapeutischen Therapie erfolgt, je nach Bedarf, eine medikamentöse Therapie, zum Beispiel, wenn Symptome einer Depression auftreten. Auch die körperlichen Symptome werden entsprechend behandelt.
 
Ein Burnout bedarf professioneller Behandlung
 
Entscheidend bei der Behandlung ist unter anderem der Zeitpunkt der Diagnosestellung. Erfolgt die Diagnose in einer frühen Phase reichen oft eine Krisenintervention oder eine Kurzzeittherapie, um weitere Symptome zu verhindern. Ebenso bieten sich in einem frühen Stadium Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Yoga oder Meditation als Unterstützung bei der Burnout-Therapie an.
 
Ist das Burnout bereits weiter fortgeschritten, ist eine Psychotherapie notwendig. Der Therapieschwerpunkt und die Methode sind individuell verschieden. Infrage kommen zum Beispiel Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Verfahren zum Aufbau eines besseren Selbstwertgefühls oder Gruppentherapien.
 
Ergänzend zur Psychotherapie bietet sich bei Menschen, die aufgrund des Burnouts verlernt haben, auf die eigenen Bedürfnisse zu hören eine Körpertherapie an. Dabei lernst Du, körperliche Verspannungen, die durch Ängste oder Stress entstehen wahrzunehmen und gezielt aufzulösen. Sport und körperliche Bewegung wirken sich positiv auf den Genesungsprozess aus, weil dadurch das Körperempfinden und das Selbstbewusstsein gestärkt werden.
 
In besonders schweren Fällen ist ein Aufenthalt in einer Spezialklinik möglich. Dort erfolgt eine intensive Behandlung, die individuell auf den Patienten abgestimmt ist. Ein solcher Aufenthalt kann auch langfristig dabei helfen, besser mit Stresssituationen umzugehen.

Welche Risikofaktoren können Burnout verschlimmern?

Das Risiko an einem Burnout zu erkranken hängt zu einem großen Teil mit der eigenen Perspektive zusammen. Eine perfektionistische Einstellung und geringes Vertrauen in die eigene Kompetenz erhöhen das Risiko ebenso wie ein ausgeprägtes Harmoniebedürfnis und der Druck es allen recht zu machen. Aber auch eine externale Kontrollüberzeugung, also die Meinung, man sei nur ein kleines Rad im Getriebe oder eine Marionette der „Großen“ erhöhen das Risiko, ein Burnout zu entwickeln.

Was kann ich selbst bei Burnout machen?

Wichtig für eine erfolgreiche Therapie ist, dass sich der Betroffene selbst eingesteht, dass er an einem Burnout erkrankt ist. Ohne die Erkenntnis des Eigenanteils an der Situation kann der Betroffene das Übel nicht an der Wurzel packen. Für viele Betroffene ist der Austausch in Selbsthilfegruppen eine wichtige Stütze beim Weg aus dem Burnout.
 
Ebenso kannst Du durch Dein Verhalten zur Besserung Deiner Symptome beitragen. Ausdauersport und Bewegung helfen beim Stressabbau. Achte auf gesunde und ausgewogene Ernährung. Vermeide Stressessen und nimm Dir Zeit, um Dein Essen zu genießen. Nimm Dir Zeit, um zwischendurch immer Mal wieder bewusst durchzuatmen, denn tiefes und bewusstes Aus- und Einatmen wirken entspannend. Nimm Dir Zeit, Pausen einzulegen und vermeide Multitasking. Erledige eine Sache nach der anderen. Pflege Deine Freundschaften. Studien zeigen, dass gesellschaftlicher Rückzug negative Gefühle verstärkt, das wiederum begünstigt die Entstehung eines Burnouts.

Lässt sich Burnout  vorbeugen?

Ein Burnout kann jeden treffen. Auch Menschen, die Probleme normalerweise gut bewältigen können, können bei starkem und lang anhaltenden Stress ein Burnout bekommen. Daher sind grundlegende Verhaltensweisen für alle Menschen sinnvoll. Wichtig ist es zu lernen die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und darauf zu hören. Was ist Dir wirklich wichtig? Erlaube Dir, diese Bedürfnisse zu haben und gestehe sich auch anderen Menschen zu. Ein Burnout entsteht häufig aus der Frustration heraus, das (Grund-) Bedürfnisse nicht befriedigt werden.
 
Stress steht immer im Zusammenhang mit der Entstehung eines Burnouts. Bei der Burnout-Prophylaxe sind Stressmanagement und Entspannungstechniken daher eine zentrale Säule. Hilfreich sind zum Beispiel Yoga und Mediation, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung. Sei stets aufmerksam gegenüber Deinem Stresslevel.
 
Wie bei so vielen anderen Krankheiten auch, ist auch bei der Burnout-Prophylaxe eine gesunde Lebensweise wichtig
 
Wenn Du häufig gestresst bist, ist es ratsam ein Stresstagebuch zu führen. So kannst Du feststellen welche Situationen Deine Stressauslöser sind. Auch Freunde und Familie können eine wertvolle Information dabei sein. Sie haben einen anderen Blick darauf, wann Du gereizt oder weniger motiviert als gewöhnlich erscheinst.
 
Auch soziale Kontakte sind wichtig bei der Burnout-Prävention. Nimm Dir Zeit, die Kontakte zu Deinen Freunden und Deiner Familie zu pflegen. Soziale Kontakte sind ein sehr wichtiger Ausgleich zum Arbeitsleben.
 
Definiere klare Lebensziele und setze Deine Energie gezielt ein, um diese zu erreichen. Achte darauf, dass Deine Ziele erreichbar sind und löse Dich vom inneren Druck perfekt sein zu müssen oder es allen recht machen zu müssen. Fehler gehören zum Leben und sind Du kannst Dich auch dafür entscheiden, sie als eine Chance für persönliches Wachstum wahrzunehmen. Akzeptiere Dich so wie Du bist.
 
Wie bei so vielen anderen Krankheiten auch, ist auch bei der Burnout-Prophylaxe eine gesunde Lebensweise wichtig. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung und Sport sind wichtig beim Stressabbau. Vermeide Aufputschmittel, wie Koffein oder Genussmittel wie Nikotin, Zucker und Alkohol zu konsumieren. Sie täuschen über die persönlichen Grenzen hinweg.
 
Auch im Berufsalltag kannst Du einige Dinge befolgen, um die Entstehung eines Burnout zu verhindern. Wer sich seine Zeit und Arbeit flexibel und autonom einteilen kann, hat ein geringeres Burnout-Risiko. Lerne auch mal Nein zu sagen. Baue unrealistische Erwartungen ab und verwende Lob und Anerkennung von anderen nicht als Maß für Deinen Selbstwert. Achte auf eine gute Work-Life-Balance und stelle niemals Deine beruflichen Erfolge über Deine persönlichen Bedürfnisse.

Was kostet die Behandlung von Burnout?

Über die Kosten für die Behandlung eines Burnouts können keine allgemeinen Aussagen getroffen werden, da der Arzt die Therapie individuell an die Bedürfnisse des Patienten anpasst.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Behandlung von Burnout?

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Diagnose und Therapie eines Burnouts. Je nach Versicherungsträger kann ein Selbstbehalt anfallen. Genauere Informationen dazu erhältst Du direkt bei Deinem behandelnden Arzt oder der Krankenkasse.

Wohin kann man sich bei Burnout wenden?

Im Internet findest Du zahlreiche Webseiten, die Burnout-Tests anbieten. Sie können eine erste Hilfe bei der Einschätzung Deiner Symptome sein. Bei Verdacht auf ein Burnout ist der Hausarzt die erste Anlaufstelle. Er kann auch Kontakt zu lokalen Selbsthilfegruppen, Verbänden oder Vereinen herstellen.
 
Auch besorgte Angehörige können sich beim Hausarzt Hilfe holen, wenn das Gefühl besteht, dass bei einem Freund oder Familienmitglied ein Burnout vorliegt. Nimm die Klagen der Betroffenen Person ernst. Das Stressempfinden ist sehr individuell. Während eine Situation für die eine Person unbewältigter erscheint, ist sie für eine andere Person überhaupt keine Hürde.
 
Versuche die betroffene Person zu gemeinsamen Aktivitäten zu motivieren, die dazu beitragen, den Stresslevel abzubauen. Wenn sich keine Besserung einstellt, sei eine Unterstützung dabei psychologische oder ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.


Dauer Dauer

Je nach Phase

Ausfallzeit Ausfallzeit

Je nach Phase

Stationärer Aufenthalt Stationär

Je nach Phase

Das Wichtigste zusammengefasst

Als Burnout bezeichnet die Medizin das Gefühl des Ausgebrannt-Seins aufgrund einer dauerhaften Stresssituation


Ein Burnout äußert sich sowohl auf der körperlichen Ebene, zum Beispiel in Form von Verdauungsproblemen, als auch auf der psychischen Ebene


Der Arzt stimmt die Behandlung eines Burnouts immer individuell auf die jeweilige Situation des Patienten ab


Ein Burnout kann jeden treffen, daher sind eine ausgewogene Lebensweise, das Pflegen von sozialen Kontakten und das Lernen, auf den eigenen Körper zu hören für alle Menschen ratsam

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