Alveolitis (EAA)

Die Alveolitis bezeichnet eine Gruppe von allergisch bedingten Lungenerkrankungen, besonders die kleinen Lungenbläschen sind betroffen. Die Alveolitis wird durch Eiweiße oder Schimmelpilzsporen ausgelöst, meist dadurch, dass diese eingeatmet werden oder in seltenen Fällen in die Blutbahn gelangen. Stoffe, die eine Alveolitis auslösen können, reichen von bestimmten Chemikalien über Bestandteile von Bakterien und Pilzen bis hin zu tierischen Antigenen, die beispielsweise in den Federn oder dem Kot von Vögeln enthalten sein können. Wenn Du glaubst, an einer Alveolitis zu leiden, ist es am wichtigsten, baldmöglichst einen Arzt aufzusuchen und das vermutete Allergen zu meiden.


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Zuletzt aktualisiert: 4. Juni, 2020



Hinweis: Dieser Beitrag dient zur Information über die Alveolitis. Es ist jedoch möglich, dass einzelne der hier aufgeführten Leistungen noch nicht von unseren Ärzten angeboten werden. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Dir bald für weitere Behandlungsfelder einen Spezialisten bieten zu können. Bei Fragen zu unserem Leistungsspektrum kannst Du Dich gerne jederzeit bei uns melden!

Was versteht die Medizin unter einer Alveolitis?

Die Alveolitis oder auch exogen allergische Alveolitis, ist eine allergisch bedingte Entzündung der kleinen Lungenbläschen (Alveolen), die meist durch das Einatmen von Feinstaub (und darin befindlicher Allergene) ausgelöst wird. Die Alveolitis ist nicht infektiös.

Die Alveolitis oder auch exogen allergische Alveolitis, ist eine allergisch bedingte Entzündung der kleinen Lungenbläschen (Alveolen)

Wie sehen die Symptome einer Alveolitis aus?

Die Symptome einer Alveolitis unterscheiden sich, je nachdem ob es sich um eine akute oder eine chronische Form handelt. Treten die Symptome etwa vier bis zwölf Stunden nach dem Einatmen des Auslösers auf, leidest Du unter einer akuten Alveolitis. Zu den Symptomen zählen Atemnot, auch im Ruhezustand, ein generelles Krankheitsgefühl mit Kopf- und Gliederschmerzen, hohes Fieber und Schüttelfrost, eventuell tritt noch Reizhusten auf. Dadurch, dass die Symptome erst nach einigen Stunden nach Exposition auftreten, denken viele Betroffene nicht an eine Allergie, sondern glauben eher, sie hätten sich stark verkühlt oder würden an einer Lungenentzündung oder Grippe leiden. Bei der chronischen Alveolitis kommt es zu einem langsamen Leistungsabfall mit Krankheitsgefühl, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Betroffene nehmen an Gewicht ab und leiden an zunehmender Atemnot bei Belastung. Husten tritt hier häufiger auf als bei der akuten Form der Erkrankung.

Wie ist der Verlauf einer Alveolitis?

Wenn Du erkennst, welche Stoffe bei Dir die Alveolitis auslösen, hilft es oft, diese zu meiden, da dann die Erkrankung häufig von selbst ausheilt. Wird sie allerdings erst spät erkannt und behandelt, können schon bleibende Schäden in der Lungenstruktur entstanden sein. Das Lungengerüst verdickt sich, wodurch die Lunge an Elastizität verliert und das Herz nun gegen einen höheren Widerstand pumpen muss. So schädigt die Alveolitis auf Dauer nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz, sodass in solchen Fällen oft in jungen Jahren eine Lungentransplantation erforderlich wird.

Welche Formen von Alveolitis gibt es?

Es gibt eine Menge Allergene, die eine Alveolitis auslösen können. Daraus haben sich die Bezeichnungen für die unterschiedlichen Formen der Erkrankung abgeleitet. Die bekanntesten Formen sind die Vogelhalterlunge, die Farmerlunge und die Luftbefeuchterlunge. Weitere seltenere Formen sind die Paprikaspalterlunge, die Chemiearbeiterlunge, die Kürschnerlunge und die Waschmittellunge. Weiters unterscheiden Ärzte zwischen einer akuten und einer chronischen Alveolitis. Selten diagnostizieren Ärzte auch eine diffuse fibrosierende Alveolitis. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Erkrankung des Lungengewebes beziehungsweise der Lungenbläschen, allerdings ist die Ursache dieser Form der Alveolitis unbekannt.

Pilzzüchter gehören zu der Risikogruppe

Was sind die Ursachen für eine Alveolitis?

Die Ursache für eine exogen allergische Alveolitis ist eine allergische Reaktion des Körpers auf Eiweiße oder Schimmelpilzsporen. Bis heute sind über 300 Stoffe bekannt, die eine exogen allergische Alveolitis auslösen können. Beim Erstkontakt des Körpers mit dem Allergen wird das Immunsystem sensibilisiert, es kommt aber noch zu keiner allergischen Reaktion, sondern der Körper produziert zunächst Antikörper gegen das Allergen. Atmest Du dieses dann erneut ein, reagiert Dein Immunsystem und löst eine Entzündungsreaktion in Deinen kleinen Lungenbläschen aus. Für die diffuse fibrosierende Alveolitis konnten noch keine Auslöser gefunden werden.

Wie lässt sich eine Alveolitis diagnostizieren?

Bemerkst Du bei Dir Symptome, die auf eine Alveolitis hindeuten könnten, kannst Du Dich zunächst an einen Allgemeinmediziner oder direkt an einen Lungenfacharzt (Pneumologen) wenden. Dieser stellt Dir im Rahmen des Anamnesegesprächs zunächst einige Fragen zu Deinem Beruf, Deinem Hobby und ob Du bereits unter Lungen- oder Hautkrankheiten oder unter Allergien leidest. Danach folgt die körperliche Untersuchung. Allerdings gibt es keinen einzelnen Befund, um eine Alveolitis zu diagnostizieren, daher muss der Arzt die Diagnose unter Ausschluss aller anderen Möglichkeiten stellen.

Verfahren, die ihm bei der Diagnosestellung helfen können, sind zunächst eine Röntgenaufnahme oder ein computertomografisches Bild Deiner Lunge. Mithilfe der bronchoalveolären Lavage kann der Arzt ein Alveolitis zumindest recht sicher diagnostizieren. Dazu führt er ein Bronchoskop (ein starrer oder flexibler Schlauch mit einer integrierten Kamera) über Deine Nase oder Deinen Mund in die Atemwege ein. Dann leitet er Spülflüssigkeit in die Lunge und saugt sie im Anschluss wieder ab. Die resultierende Flüssigkeit kann er dann im Labor weiter untersuchen. Leidest Du tatsächlich an einer exogen allergischen Alveolitis, befinden sich in der Flüssigkeit viele Zellen der Immunabwehr. Auch eine Blutuntersuchung kann Deinem Arzt Hinweise auf eine allergische Reaktion oder eine Entzündung geben. Um zu überprüfen, wie sehr Deine Lungenfunktion durch die Erkrankung bereits eingeschränkt ist, kann der Arzt eine Lungenfunktionsprüfung durchführen.

Bemerkst Du bei Dir Symptome, die auf eine Alveolitis hindeuten könnten, kannst Du Dich zunächst an einen Allgemeinmediziner oder direkt an einen Lungenfacharzt wenden

Ist die Erkrankung schon weit fortgeschritten, müssen Ärzte manchmal eine kleine Probe aus dem Lungengewebe entnehmen und diese unter dem Mikroskop untersuchen. Zuletzt kann der Arzt noch Provokations- oder Karenztestungen veranlassen. Dazu wird Dir entweder noch mehr Allergen zugeführt und beobachtet, wie die Beschwerden auftreten oder Du wirst im Gegenteil von sämtlichen Allergenen ferngehalten. Wieder beobachtet Dein Arzt die Beschwerden, tritt eine Besserung der Symptome ein, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um eine exogen allergische Alveolitis handelt.

Welche Folgen hat eine Alveolitis für den Betroffenen?

In aller Regel ist die Alveolitis gut behandelbar. Wird sie allerdings nicht erkannt oder ist es unmöglich, den Auslöser zu meiden, kann die Erkrankung chronisch werden und sich im weiteren Verlauf zu einer im schlimmsten Fall tödlich verlaufenden Lungenfibrose, respiratorischer Insuffizienz oder Cor pulmonale ausweiten. Besonders bei Kindern ist Vorsicht geboten, sie erkranken häufiger an einer chronischen Alveolitis als an der komplikationsärmeren akuten Form der Erkrankung. Daher sollten Eltern in so einem Fall schon bei den ersten Anzeichen einen Arzt konsultieren.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Wieso manche Menschen eine Alveolitis entwickeln und manche nicht, obwohl sie denselben Stoffen ausgesetzt waren, ist noch nicht abschließend geklärt. Forscher gehen von einer genetischen Veranlagung und weiteren begünstigenden Faktoren wie Infektionen oder Vorschädigungen des Atmungssystems aus. Die Tatsache, dass Raucher signifikant seltener an einer Alveolitis erkranken, hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass die Produktion der Antikörper in den Lungen nach dem Einatmen von Antigenen vermindert ist. Generell tritt die Alveolitis am häufigsten bei Kindern, Vogelzüchtern, Pilzzüchtern oder Landwirten auf. Auch Personen, die zum Beispiel mit Klimaanlagen, Luftbefeuchtern oder Ähnlichem arbeiten, haben ein erhöhtes Risiko, an einer Alveolitis zu erkranken.

Wie lässt sich eine Alveolitis behandeln?

Die Alveolitis muss so schnell wie möglich behandelt werden. Oft verschreiben die Ärzte daher Kortison(-inhalationssprays) oder andere Glukokortikoide, um die Entzündung schnellstmöglich zu bekämpfen. Zum Teil kommen auch Medikamente wie Azathioprin, Cyclosphosphamid oder Methothrexat, welche die körperliche Immunabwehr hemmen, zum Einsatz, um die Entzündung zu stoppen.

Die Alveolitis muss so schnell wie möglich behandelt werden

Wie kann ich eine Alveolitis vorbeugen?

Vorbeugen kannst Du, indem Du die Ausbreitung von Pilzsporen stoppst. Das heißt, dass Luftbefeuchter, Klimaanlagen oder Innenraumbrunnen regelmäßig professionell gereinigt werden sollten, damit sich die krankmachenden Sporen nicht zu stark vermehren können. Außerdem solltest Du Deine Matratze von Zeit zu Zeit lüften. Bist Du an Deinem Arbeitsplatz häufig organischen Stäuben ausgesetzt, ist Dein Arbeitgeber verpflichtet, regelmäßige arbeitsmedizinische Untersuchungen durchführen lassen.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Für die Behandlung einer behandlungsbedürftigen Erkrankung kommen die Krankenkassen in aller Regel auf. Bist Du Dir nicht sicher, ob Deine Therapien übernommen werden, kannst Du bei Deinem Versicherungsträger nachfragen, welche Leistungen übernommen werden.


Dauer Dauer

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Ausfallzeit Ausfallzeit

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Stationärer Aufenthalt Stationär

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Das Wichtigste zusammengefasst

Exogen allergische Alveolitis: Gruppe von allergisch bedingten Lungenerkrankungen, besonders der kleinen Lungenbläschen (die diffuse fibrosierende Alveolitis wird nur selten diagnostiziert)


Es gibt mehr als 300 bisher bekannte Auslöser für die Alveolitis, unter anderem Chemikalien, Bestandteile von Bakterien und Pilzen, tierische Antigene in den Federn oder dem Kot von Vögeln


Abhängig vom Auslöser unterscheiden Ärzte verschiedene Formen der Alveolitis, außerdem unterteilen sie akute und chronische Formen. Die Symptome können leicht mit einer Verkühlung, Lungenentzündung oder Grippe verwechselt werden, wende Dich bei Verdacht auf eine Alveolitis umgehend an einen Arzt und meide den möglichen Auslöser


Die Erkrankung ist gut behandelbar, sofern sie rechtzeitig erkannt wird, bei chronischen Verläufen sind schwerwiegende Komplikationen wie Lungenfibrose oder Cor pulmonale („Lungenherz“) möglich

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