Zahnaufhellung

Makellose und strahlend weiße Zähne gehören zu einem der wichtigsten Schönheitsideale unserer Gesellschaft. Weiße Zähne bewirken zumeist auf den ersten Blick den Eindruck eines gepflegten und professionellen Auftretens. Doch unsere Zähne sind täglichen mechanischen und auch chemischen Reizen ausgesetzt und neigen im Laufe eines Lebens zu Verfärbungen. Um solchen entgegenzuwirken, hat sich die Möglichkeit der Zahnaufhellung, die je nach Methode die Zähne um einige Grade auf der Farbskala verändern kann, etabliert.


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Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Zahnaufhellung?

Unter einer Zahnaufhellung – oder auch Bleaching genannt – werden mehrere Methoden zusammenfassend verstanden, die der Zahnoberfläche einen helleren, weißeren Farbton verleihen.

Wieso verfärben sich Zähne?

Zahnverfärbungen sind ein Problem, das im Laufe eines Lebens fast jede Person betreffen kann und wird – wenn auch nicht im selben Ausmaß. Denn unsere Zähne sind tagtäglich zahlreichen mechanischen Reizen, Nahrungsmitteln und Bakterien ausgesetzt, die die Zahnoberflächen angreifen können.
 
Um die sich dahinter verbergenden Prozesse besser zu verstehen, hilft es, sich den Aufbau der Zähne anzusehen. Jeder Zahn besteht aus drei Abschnitten – der Zahnkrone, dem Zahnhals und der Zahnwurzel, die jeweils aus mehreren Schichten aufgebaut sind.
 
Die äußerste Schicht ist der Zahnschmelz, der zu den härtesten Geweben des menschlichen Körpers zählt. Allerdings ist der Zahnschmelz nicht von Nerven durchzogen, er kann daher nicht nachgebildet werden. Erkrankungen des Zahnschmelzes sind dafür auch nicht schmerzhaft. Durch die Aufnahme säurehaltiger Nahrungsmittel kann das Mineralgerüst des Zahnschmelzes aufgebrochen werden (Erosion). Zudem können Bakterien tiefer in den Zahnschmelz und, in sehr fortgeschrittenen Stadium, bis in das darunter liegende Zahnbein eindringen.

Viele Menschen wünschen sich weißere Zähne, da dies oft ein gepflegtes Äußeres und Wohlstand steht.
 
Im Gegensatz zum Zahnschmelz, der eine glatt-glänzende, weiße Oberfläche besitzt, ist die Schicht des Zahnbeins deutlich dunkler (gelblich-braun).
 
Zahnverfärbungen können auf zwei Arten sichtbar werden:

  • Äußere Zahnverfärbungen: Hierbei kommt es rein oberflächlich zur Auflagerung von Plaque am Zahnschmelz. Hier kann vor allem die professionelle Zahnreinigung Abhilfe schaffen.
  • Innere Zahnverfärbungen: Oberflächliche Ablagerungen von Speiseresten führen auch zur Ablagerung von Mikroorganismen, die einen regen Stoffwechsel haben. Es entstehen Säuren, die den Zahnschmelz auf Dauer angreifen. Durch die Erosion und Auflockerung des Gewebes des Zahnschmelzes geht die typische weiße Schicht der Zähne verloren, das wesentlich dunklere Zahnbein scheint vermehrt durch. Zudem können verfärbende Substanzen, wie Rotwein oder Kaffee, in den Zahnschmelz eindringen.

Wie bekomme ich wieder weiße Zähne?

Professionelle Zahnreinigung
 
Die PZR hat die Aufgabe, tägliche Defizite der individuellen Zahnhygiene regelmäßig auszugleichen. Durchgeführt wird sie vom zahnmedizinisch ausgebildeten Fachpersonal. Sie sollte ungefähr alle sechs bis zwölf Monate durchgeführt werden – auch hier sind individuelle Unterschiede je nach Zustand der Zähne und Vorerkrankungen oder spezifischen Risikofaktoren möglich.
 
Bei der professionellen Zahnreinigung wird jeder Zahn einzeln begutachtet und gereinigt. Besonders Zahnzwischenräume, die Du mit einer herkömmlichen Zahnbürste nicht immer gründlich von Speiseresten befreien kannst, werden mit speziellen Bürsten gereinigt. Mit besonderen Handinstrumenten (Scaling) oder mit Pulverstrahlgeräten werden Ablagerungen und Plaque entfernt.
 
In einem weiteren Schritt trägt Dein Zahnarzt eine Politur auf, die die Zähne glättet und ein neuerliches sofortiges Ansetzen von Bakterien verhindern soll. Im Anschluss trägt der Spezialist ein Fluoridgel auf, das die Zähne schützt und den Zahnschmelz kräftigt. Welche Rolle Fluoride für die Gesundheit Deiner Zähne spielt, kannst Du hier nachlesen.
 
Bleaching
 
Dabei kommen unterschiedliche Präparate zur Anwendung, die in der Regel mit Wasserstoffperoxid versetzt sind. Sie haben die Fähigkeit, in den Zahnschmelz einzudringen und Verfärbungen zu reduzieren. Ein Bleaching kannst du sowohl beim Zahnarzt in der Ordination (In-Office-Bleaching) als auch zu Hause (Home-Bleaching) durchführen.
 
Beim Bleaching in der Arztpraxis trägt der Zahnarzt – nachdem er eine genaue Begutachtung der Zähne und im besten Fall bereits eine professionelle Zahnreinigung vorgenommen hat – eine konzentrierte Aufhellungspaste auf die Zähne auf und lässt deren Wirkung unter einem speziellen Licht (UV- oder Laserlicht) entfalten. Durch die recht hohe Konzentration kannst Du sehr rasch (meist nach nur zwei bis drei Sitzungen) eine deutliche Aufhellung der Zähne bemerken, die je nach Zahnpflege und Ernährung bis zu drei Jahre anhält.
 
Beim Home-Bleaching wird Dein Zahnarzt ebenfalls zuerst eine Kontrolle der Zähne und des Zahnfleisches durchführen. Danach werden spezielle Kunststoffschienen angepasst, die Du mit nach Hause nehmen kannst. Für das eigentliche Bleaching musst Du das Aufhellungsgel in die Schienen füllen und diese dann anlegen. Je nach Anweisung des Arztes verbleibt die Schiene regelmäßig über einen gewissen Zeitraum (meist zwei bis drei Wochen) auf den Zähnen, sodass sich nach und nach ein aufhellender Effekt einstellt, der bis zu zwei Jahre andauern kann.
 
Veneers
 
Bei Veneers handelt es sich um dünne Keramikschalen, die mit einem Spezialkleber an den Zähnen angebracht werden. Es handelt sich dabei also um keine Aufhellung der Zähne selbst, sondern um ein Überdecken mit helleren Verblendschalen. Veneers musst Du ebenfalls beim Zahnarzt nach sorgfältiger Kontrolle der Zähne anpassen lassen. Diese werden in einem zahnmedizinischen Labor individuell angefertigt und in einer weiteren Sitzung angebracht. Bei korrektem Einsetzen, regelmäßiger Zahnpflege und sorgsamen Umgang besteht eine Haltbarkeit von bis zu zehn Jahren.

Gemeinsam mit Deinem Arzt kannst Du genau bestimmen, welchen Weißton Deine Zähne haben sollen.

Wie kann ich ohne Zahnarzt wieder zu weißen Zähnen kommen?

Inzwischen gibt es auch zahlreiche Bleaching-Produkte für Eigenbedarf und -anwendung, die Du in jedem Drogeriemarkt kaufen kannst.
 
Gründliches Zähneputzen
 
Richtiges und regelmäßiges Zähneputzen ist wohl die wichtigste Maßnahme in der täglichen Zahnhygiene. Herkömmliche Zahnpasten enthalten zwar keine spezifisch aufhellenden Substanzen, wirken aber dennoch aufhellend durch ihren reinigenden und ablagerungsbeseitigenden Effekt. Die Zähne werden dabei zwar nicht von innen heraus aufgehellt, die mechanische Oberflächenreinigung und leichte Abrasion bewirkt durch die Entfernung von Speiseresten und Plaquepartikeln insgesamt dennoch eine deutliche Verminderung äußerer Verfärbungen.
 
Aufhellungszahnpasten
 
Zudem gibt es spezielle Aufhellungszahnpasten, auch Weißmacher-Zahnpasta genannt, die durch ihre Inhaltsstoffe zusätzlich zur mechanischen eine chemische Entfernung von Ablagerungen an den Zähnen bewirkt. Zu beachten ist allerdings bei allen Arten von Zahnpasten, dass aufhellende Effekte lediglich begrenzt sind und häufig auch nicht lange anhalten.
 
Bleaching-Produkte für Zuhause
 
Bleaching-Produkte für Zuhause beruhen in der Regel auf ähnlichen Wirkmechanismen wie jene, die der Zahnarzt zur Anwendung empfiehlt, enthalten also ebenfalls das wirksame Wasserstoffperoxid. Laut Verordnung der Europäischen Union ist die Konzentration des aggressiven Bleichmittels in Produkten für den Heimgebrauch um ein Vielfaches geringer (nur 0,1%), um mögliche Risiken und Nebenwirkungen zu reduzieren. Zur Anwendung kommen hierbei Bleaching-Gels, -Streifen oder -Stifte. Auch die Kosten dieser Produkte sind um ein Vielfaches geringer als eine Bleaching-Behandlung beim Zahnarzt, die Effekte sind allerdings auch deutlich schwächer. Insgesamt ist mit einem nur geringen Aufhellungseffekt zu rechnen, der, wenn überhaupt, nur wenige Wochen anhält.
 
Bei Bleichmethoden, die theoretisch selbstständig und ohne ärztliche Aufsicht zu Hause durchgeführt werden können, empfiehlt sich vorher ein Zahnarztbesuch. Um ein Gelingen des Bleachings zu ermöglichen und die Zähne nicht zu schädigen, muss Dein Zahnarzt zuvor kariöse Veränderungen der Zähne, ein Zahnfleischrückgang oder Entzündungen des Zahnfleisches oder der Mundschleimhaut ausgeschlossen werden. Nur ein Spezialist kann also entscheiden, ob ein Bleaching überhaupt für Dich und Deine Zähne geeignet ist.
 
Das Bleaching selbst ist in der Regel nicht schmerzhaft, allerdings können nach der Behandlung Deine Zähne für einige Stunden bis Tage vermehrt schmerz- und temperaturempfindlich sein. Auch solltest Du in den ersten Stunden nach einem Bleaching-Verfahren auf sehr heiße oder sehr kalte Getränke sowie auf säurehaltige Speisen und Getränke verzichten.

Mit welchen Hausmitteln kann ich meine Zähne aufhellen?

Im Internet werden immer wieder unterschiedliche Hausmittel angepriesen, die für die Aufhellung der Zähne wirksam sind. Vor allem die Anwendung von Zitronensaft oder Natron (Backpulver) werden hier immer wieder genannt, von beiden Methoden ist allerdings abzuraten.
 
Zwar wirken beide Produkte mit Wasser vermischt und auf die Zähne oberflächlich aufgetragen deutlich aufhellend, allerdings beruht dieser Effekt vor allem auf einer abrasiven Wirkung: Die in Backpulver und Zitronensaft enthaltenen Säuren greifen den Zahnschmelz an und zersetzen bei mehrmaliger Anwendung den oberflächlichen, schützenden Zahnschmelz.
 
Pürierten und auf die Zähne aufgetragenen Erdbeeren wird ebenfalls ein bleichender Effekt nachgesagt, doch für diese gilt dasselbe, wie für bisher genannte Hausmittel: Die im Fruchtfleisch enthaltenen Säuren haben zwar die Fähigkeit, oberflächlich sitzende Verfärbungen aufzuspalten, greifen allerdings auch gleichzeitig den Zahnschmelz an, wodurch sich Verfärbungen wiederum leichter einarbeiten und die Zahngesundheit insgesamt abnimmt. 

Sind Bleichmittel für die Zähne aus dem Handel schädlich?

Im Drogeriemarkt frei käufliche Produkte belasten die Geldtasche zwar bedeutend weniger, doch sind auch die gewünschten aufhellenden Effekte nicht nur deutlich geringer, sondern auch weniger lang anhaltend.
 
Insgesamt raten Experten vom Griff zu solchen Produkten aus dem Drogeriemarkt und der Anwendung ohne ärztliche Aufsicht dringend ab. Denn während in speziellen Weißmacher-Zahnpasten häufig problematische Inhaltsstoffe wie beispielsweise Schäumungsmittel, die Zahnfleisch und Schleimhäute reizen, enthalten sind, kann die unsachgemäße Anwendung von wasserstoffperoxidhaltigen Bleaching-Stripes oder -Pasten ebenfalls das Zahnfleisch schädigen.
 
Vor allem bei vorgeschädigten Zähnen mit Karies, Zahnfleischentzündungen oder freiliegenden Zahnhälsen kann die Anwendung ohne vorherige Kontrolle durch den Zahnarzt nachhaltige Folgen haben.

Eine regelmäßige Professionelle Zahnreinigung ist die beste Methode, um Zahnverfärbungen vorzubeugen.

Wie kann ich Verfärbungen der Zähne vorbeugen?

Die tägliche Aufnahme von Lebens- und Genussmitteln ist der Hauptgrund für zunehmend verfärbende Effekte an den Zähnen. Der beste Schritt, um Zahnverfärbungen vorzubeugen, ist der Verzicht auf verfärbende Lebensmittel wie Kaffee, Wein, Schwarztee sowie Nikotinkonsum.
 
Auch tägliche zahnhygienische Maßnahmen wie Zähneputzen, Verwendung von Zahnpasta und Zahnseide, helfen die Zähne gesund und frei von Karies zu halten. Die regelmäßige professionelle Zahnreinigung, die ohnehin regelmäßig aus zahnmedizinischen und prophylaktischen Gründen durchgeführt werden sollte, unterstützt die Vorbeugung einer möglichen Verfärbung Deiner Zähne.

Wie viel kosten Bleaching-Produkte?

Die Kosten sind – wie Du Dir denken kannst – je nach Methode sehr unterschiedlich hoch. Bleaching-Produkte aus dem Drogeriemarkt kommen auf Kosten zwischen drei und 100 Euro. Am günstigsten sind hierbei aufhellende Zahnpasten, die meist bis zu 10 Euro kosten.
 
Aufhellungs-Stifte sind hier mit zehn bis 40 Euro etwas kostenintensiver. Bleaching-Streifen, die meist bis zu 14 Tage für ungefähr eine Stunde auf die Zähne geklebt werden, kommen im Schnitt auf zwischen 15 und 80 Euro. Ebenfalls im Handel erhältlich sind umfangreiche Bleachings-Sets mit Bleaching-Paste und Zahnschienen, die das Verfahren, wie es der Zahnarzt anwendet, nachahmen. Diese sind mit über 100 Euro mit Abstand am kostenintensivsten.
 
Deutlich teurer fällt das professionelle Bleaching beim Zahnarzt aus. Je nach Methode musst Du mit Kosten zwischen 400 und 1000 Euro rechnen, wobei das Home-Bleaching meist etwas günstiger ist.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten zur Zahnaufhellung?

Nein, die Krankenkasse übernimmt in der Regel keine Kosten für eine Zahnaufhellung. Eine Zahnaufhellung ist immer eine kosmetische Behandlung ohne nachweisbare medizinische Notwendigkeit. Die Krankenkassen übernehmen nur die Kosten für medizinisch notwendige Untersuchungen oder Behandlungen.


Dauer Dauer

Je nach Behandlungsmethode

Ausfallzeit Ausfallzeit

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Stationärer Aufenthalt Stationär

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Das Wichtigste zusammengefasst

Unter Zahnaufhellung, auch Bleaching genannt, werden unterschiedliche Methoden zusammengefasst, die Verfärbungen der Zähne aufheben und zu einem strahlenden Weiß der Zähne führen sollen.


Um ein Bleaching der Zähne vornehmen zu lassen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kannst Du online oder direkt im Drogeriemarkt käuflich erwerbbare Bleaching-Produkte (aufhellende Zahnpasten, Bleaching-Pens oder Bleaching-Stripes) zurückgreifen. Ratsamer und wirksamer, wenn auch kostenintensiver, ist das professionelle Bleaching beim Zahnarzt.


Dem professionellen Bleaching beim Zahnarzt geht sowohl eine zahnärztliche Kontrolle als auch eine professionelle Zahnhygiene voraus. Beides gewährleistet, dass dem Bleaching nichts im Wege steht und keine Komplikationen (Beschädigung des Zahnschmelzes, Reizung des Zahnfleischs) auftreten. Auch der Vorgang selbst ist, aufgrund der Durchführung durch einen Spezialisten, exakter und damit risikoärmer.


Die Kosten eines Bleachings sind - egal welche Methode gewählt wird - stets selbst zu tragen. Sie belaufen sich bei Bleaching-Produkten aus dem Drogeriemarkt auf bis zu 100 Euro, bei Behandlungen beim Zahnarzt auf 300 bis 1000 Euro.

Dr. Benjamin Gehl

Dr. Simone Hermanns

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