Patientenfotos auf der eigenen Website – darf ich das?

Ist es Ärzten eigentlich erlaubt Patientenfotos zu veröffentlichen? Um die Spannung gleich vorweg zu nehmen: Ja, es ist erlaubt. Aber nur unter Einhaltung gewisser Rechte und Pflichten. Wir haben uns für Sie daher schlau gemacht und Ihnen die wichtigsten Punkte herausgesucht, auf die Sie unbedingt achten sollten.


Zuletzt aktualisiert: 24. Februar, 2020

Immer mehr Ärzte veröffentlichen auf ihrer Website Vorher/Nachher Fotos der behandelten Patienten, um mit ihren Behandlungserfolgen zu werben. Besonders auf sozialen Medien scheinen diese Fotos sehr beliebt zu sein. Wer allerdings einfach ein Foto seiner Patienten veröffentlicht, begibt sich in eine heikle Situation.

 

Recht am eigenen Bild

Prinzipiell gilt für jede Person das Recht am eigenen Bild als Persönlichkeitsrecht. Es ist somit nicht erlaubt ein Foto von einer fremden Person zu veröffentlichen, wenn damit berechtigte Interessen verletzt werden könnten, obwohl Sie der Urheber des Fotos sind. Wichtig ist, dass nicht nur das Bild zu berücksichtige ist sondern auch die “Begleitumstände”. Diese können beispielsweise Bildunterschriften sein oder Überschriften.

 

Datenschutzrechte

Neben dem Recht am eigenen Bild sollten Sie auch die gegebenen Datenschutzrechte beachten. Das Datenschutzgesetz erlaubt zwar die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Gesundheitsdaten auch ohne Einwilligung der Patienten, allerdings nur im Rahmen von wissenschaftlicher Forschung und sofern das Interesse des Patienten daran nicht überwiegt. Die Nutzung von Patientenfotos, die im Rahmen des regulären Ordinationsbetriebes entstehen, ist ohne Einwilligung somit nur in den seltensten Fällen erlaubt. Eine Foto-Einwilligung ist somit auch zur Wahrung der Datenschutzrechte notwendig.

 

Foto-Einwilligung

Jede Person hat somit ein Recht am eigenen Bild. Damit Sie ein Foto auf Ihrer Website oder sozialen Medien der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen dürfen, ist daher eine Foto-Einwilligung des Abgebildeten zwingend notwendig. Eine mündliche Einwilligung reicht meistens nicht aus. Wir empfehlen Ihnen daher dringend eine schriftliche Einwilligungserklärung von Ihren Patienten einzuholen.

 

Sofern auf dem Foto beispielsweise lediglich Knochen und Gewebe zu sehen sind und die abgebildete Person absolut anonym bleibt, kann es hier eine Ausnahme geben. Sobald aber das Äußere einer Person erkennbar ist, sollten Sie vorsichtig sein und besser eine Einwilligung einholen. Auch besondere körperliche Merkmale wie Tattoos, Muttermale oder Narben können Personen zuordenbar sein und Veröffentlichungen solcher Fotos die Persönlichkeitsrechte verletzen. Dies kann sogar soweit gehen, dass man auch anhand von Röntgenbildern Rückschlüsse durch besondere Merkmale ziehen kann und die Veröffentlichung des Röntgenbildes ohne Zustimmung des Patienten eine Rechtsverletzung darstellen würde. Das Überdecken des Gesichtes einer Person reicht jedenfalls auch nicht aus, um die nötige Anonymität zu gewähren.

 

Unsere klare Empfehlung:

Holen Sie sich von jedem Patienten vor Veröffentlichung eines Fotos eine eindeutige, schriftliche Erklärung, in der Sie auch festlegen, für welche Zwecke Sie die Bilder verwenden dürfen.

 

Es ist Ihnen dabei völlig selbst überlassen, wann Sie diese Foto-Einwilligung unterzeichnen lassen – beispielsweise direkt beim Anamnesebogen oder erst im Laufe der Behandlung. Um den Patienten ein besonders sicheres Gefühl zu geben, können Sie ihnen anbieten das fertige Vorher/Nachher Foto vor Veröffentlichung nochmals zu schicken. Den genauen Wortlaut des Formulars erstellen Sie am besten in Absprache mit einem Rechtsexperten.

 

 

Diese Informationen sollen Ihnen als Anhaltspunkte dienen und stellen keine rechtliche Beratung dar. Zur detaillierten Absicherung empfehlen wir Ihnen mit einem Rechtsexperten Rücksprache zu halten.