Keyfacts aus Paris: PDO oder Fadenlift?

Diesen Februar haben sich wieder zahlreiche Teilnehmer und Experten-Speaker in Paris getroffen, um auf dem internationalen IMCAS World Congress teilzunehmen. Jährlich dreht sich bei diesem Treffen alles rund um aktuelle Trends und neueste Methoden der plastischen Chirurgie sowie Dermatologie. Besonders groß war die Diskussion, ob PDO Fäden eine längere Stabilität im Vergleich zu klassischen Fadenlifts aufweisen können. Wir haben die wichtigsten Fakten zu PDO Fäden für Sie zusammengefasst.


Zuletzt aktualisiert: 27. Januar, 2020

Was ist PDO?

PDO ist aus Polydioxanonen aufgebaut, welche durch Polymerisation aus p-Dioxanon hergestellt werden. Polydioxanon ist also ein Stoff, den wir aus der Allgemeinchirurgie bereits kennen. Dort wird er als klassische PDS-Schlinge beispielsweise in der Abdominoplastik verwendet, um die Bauchmuskulatur zu raffen. Genau wie die Fäden können auch PDOs kleine Widerhaken bzw. Spiralen besitzen. Ziel der PDO Fäden ist die Kollagensynthese anzuregen. Ist der PDO Faden aufgelöst, so ensteht eine Narbe, die den Faden ersetzen kann. Diese Narbe sorgt dafür, dass der Lifting-Effekt auch nach dem Abbau des Fadens erhalten bleibt.

 

Wichtigste Wirkungseffekte von PDO

  • Revitalisierungs-Effekt: durch Vorgänge im Abbau (Verdickung der Dermis, Erhöhung der Elastizität, etc.)
  • Lifting-Effekt durch Fibrosierung: Fibrosierung rund um die PDO Fäden
  • mechanischer Lifting-Effekt: durch Fixation des Gewebes

 

Die aktuelle Neuerung von Polydioxanon ist, dass es bis zu 180 Tage im Gewebe hält und deshalb wie eine PDS Schlinge durch Kollagenaufbau, also durch Narbenbildung, ersetzt wird.

 

Abbau des PDO Fadens

Da die PDOs lediglich aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff bestehen, werden sie auch zu den unbedenklichen Endprodukten Kohlendioxid und Wasser abgebaut. Der Abbau erfolgt mit Hilfe von Wassermolekülen (Hydrolase), weshalb mit gesundheitlich bedenklichen Metaboliten nicht zu rechnen ist. 

 

In den ersten drei bis zwölf Wochen behält der PDO Faden seine Form und Masse fast vollständig. Nach weiteren ca. 60 Tagen entstehen erste kleine zirkulare Risse an der Oberfläche und Wassermoleküle dringen ein. Die Festigkeit des Materials sinkt zunehmend. Durchschnittlich ist der Abbauprozess nach 180 Tagen beendet. Wo früher der PDO Faden war, ist ein Gerüst aus kollagenen Strukturen entstanden, welche zu einem straffen äußeren Erscheinungsbild der Haut führen. Dieses Ergebnis hält ungefähr 18-24 Monate an. 

 

Drei Arten von PDO Fäden:

  • Glatter Faden 
  • Spiralfaden (Tornado) mit großem stimulierendem Effekt
  • Faden mit Widerhaken (Cog)

Indikationen

Indikationen, die sich in Paris auf dem IMCAS Kongress dieses Jahr durchgesetzt haben betreffen speziell Oberlippenfalten und Dekolletéfalten, welche mit glatten PDO Fäden behandelt werden können. Für das laterale Lifting im Bereich des Gesichts, bei dem vier Fäden etwa noch 40% des Hebeeffektes nach rund 180 Tagen aufweisen konnten, bieten sich PDO Fäden mit Widerhaken an. Weitere Indikationen:

 

  • 25-35 Jahre: PDO zur Prävention
  • 35-75: PDO zur Hautverjüngung
  • PDO für Patienten mit Hautproblemen: Pigmente, Narben, Dehnungsstreifen, Cellulite, Alopezie

Mehr Keyfacts zu PDO

  • Chemische Formel: O=CH-CH2-O-CH2-CH=O (C4H6O3)
  • Erfinder 1955: Koreanischer Arzt Kim Dong Jun
  • Kim Dong Jun verwendete die dünnsten Polydioxanonen ursprünglich zur Akupunktur im Rücken, um schwache Muskeln zu stimulieren und Langzeitschmerzen zu verringern 
  • der PDO Faden wird innerhalb der Injektionsnadel platziert
  • nachdem die Nadel mit dem Faden injiziert wurde, wird die Nadel herausgezogen und der Faden bleibt im Gewebe
  • neueste PDO Fäden bewirken starke Neokollagenese (Kollagenneubildung), die das Gewebe straffen und wie ein Anti-Ptosis Mechanismus wirken
  • erste Ergebnisse des PDO Liftings sind nach ungefähr ein bis zwei Wochen sichtbar: geglättete Falten, kleinere Poren, elastische Haut
  • Ergebnisse halten ca. 12-24 Monate und hängen teilweise vom dem Alter des Patienten sowie der Stoffwechselaktivität ab

 


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