Wechseljahre (Klimakterium, Menopause)

Die Wechseljahre beginnen meist ab Mitte vierzig und dauern einige Jahre an. Auch wenn es meist mit unangenehmen Nebenwirkungen einhergeht, ist das Klimakterium keine Krankheit, sondern eine ganz normale und natürlich Phase im Leben einer Frau. Um alle möglichen Folgen vorauszusehen und Behandlungsmethoden gegen die Beschwerden zu kennen, schadet es nicht, sich im Vorhinein darüber zu informieren.


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Zuletzt aktualisiert: 27. August, 2020



ICD-10-GM-2020 N95.1

Was versteht die Medizin unter dem Klimakterium?

Die Medizin beschreibt das Klimakterium, auch bekannt als die Wechseljahre, als jene Phase im Leben einer Frau, in der die Eierstöcke allmählich aufhören, Sexualhormone zu produzieren sowie befruchtungsfähige Eizellen bereitzustellen. Der Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone Progesteron und Östrogen im Körper einer Frau verändert sich in dieser Zeit, was mit einer Reihe meist unangenehmer Begleitsymptome einhergehen kann.
 
Frauen haben gegen Ende der Wechseljahre keine Regelblutung mehr und die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft nimmt immer mehr ab
 
Frauen haben gegen Ende der Wechseljahre keine Regelblutung mehr und die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft nimmt immer mehr ab. Die Wechseljahre sind jener Zeitraum vor und nach der letzten Regelblutung einer Frau und ziehen sich meist über Jahre hinweg. Als Menopause bezeichnet die Medizin die allerletzte Monatsblutung einer Frau.

In welchen Phasen verlaufen die Wechseljahre?

Mediziner unterteilen den Übergang von der vollen Geschlechtsreife bis zum höheren Alter der Frau in drei Abschnitte – die Prämenopause, die Perimenopause und die Postmenopause. Umgangssprachlich sind mit dem Begriff „Wechseljahre“ meist die Peri- und Postmenopause gemeint.
 
Die Prämenopause beginnt meist um das 40. Lebensjahr herum. Die Eierstöcke arbeiten langsamer, die Hormonproduktion lässt nach und die Fruchtbarkeit sinkt. Ein erstes Merkmal für die Prämenopause sind unregelmäßige, zu starke oder lang anhaltende Regelblutungen. Des Weiteren kommen vermehrt Beschwerden wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Brustspannen, Wassereinlagerungen und Reizbarkeit in den Tagen vor der Menstruation vor.
 
Die Perimenopause tritt ungefähr mit 47 Jahren auf und dauert etwa vier Jahre. Allerdings ist dies nur ein Durchschnittswert und das tatsächliche Eintrittsalter ist von Frau zu Frau verschieden. So endet bei starken Raucherinnen die Perimenopause rund zwei Jahr früher. Symptome, die in dieser Phase auftreten können, sind Störungen des Menstruationszyklus (bis hin zur Menopause), Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen. Grund dafür ist die eingeschränkte Produktion der Hormone Östrogen und Progesteron.
 
Ein Jahr nach der letzten Regelblutung (Menopause), die etwa mit 50 Jahren erfolgt, kommt es zur Postmenopause. Hier hat die Hormonproduktion in den Eierstöcken ihren Tiefpunkt erreicht. Zusätzlich zu den bisherigen Beschwerden können weitere Symptome wie trockene Haut und Schleimhäute, Rücken- und Gelenksschmerzen auftreten. Ein relativer Überschuss des männlichen Sexualhormons Testosteron kann außerdem zu Haarausfall beziehungsweise Haarwuchs im Gesicht führen. Zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr einer Frau werden die Wechseljahre normalerweise durch das Senium („höheres Alter“) abgelöst.

Welche Beschwerden treten in den Wechseljahren auf?

So wie der Startpunkt und die Dauer der Wechseljahre sind auch die damit einhergehenden Beschwerden von Frau zu Frau verschieden. Rund ein Drittel aller Frauen hat keine oder kaum Probleme und kommt sehr gut mit den Wechseljahren zurecht, während ein Drittel über mäßige Beschwerden und ein Drittel über sehr starke Beschwerden klagt. Einige der typischsten Begleiterscheinungen der Wechseljahre sind Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Nachtschweiß.
 
Bei den sogenannten Wallungen breitet sich eine Hitzewelle über Gesicht, Hals und Oberkörper aus und das Gesicht rötet sich. Nach einem Schweißausbruch, der meist einige Minuten dauert, folgt ein Frösteln. Bei rund einem Drittel aller Frauen treten solche Hitzewallungen über einem Zeitraum von fünf Jahren auf. Diese Wallungen bessern sich im Verlauf der Wechseljahre meist von allein wieder. Durch den sich verändernden Hormonhaushalt kann es außerdem zu Stimmungsschwankungen, Scheidentrockenheit und Herzrasen kommen. Auch das Risiko für die Knochenkrankheit Osteoporose erhöht sich, denn das weibliche Geschlechtshormon Östrogen schützt die Knochen normalerweise.
 
Die Knochenstabilität hängt allerdings auch von zahlreichen anderen Faktoren ab. Die Gefahr für Krankheiten von Herz und Gefäßen steigt ebenfalls, sowie die Anfälligkeit für Infektionen im Bereich der Scheide. Die Abstände zwischen den Regelblutungen verkürzen oder verlängern sich und die Blutung kann deutlich stärker werden, bevor sie gänzlich ausbleibt. Viele Frauen klagen während der Wechseljahre zudem über Gewichtszunahme, Müdigkeit, Gelenksschmerzen, Schlafstörungen und Haarausfall. Dies kann neben dem Hormonspiegel jedoch noch andere Gründe haben und auch auf das zunehmende Lebensalter zurückgeführt werden. Deshalb solltest Du etwaige Beschwerden während der Wechseljahre ärztlich abklären lassen. Manche Frauen empfinden die Menopause als psychisch sehr belastend und fühlen sich mit der Beendigung der Eierstockfunktionen nicht mehr als richtige Frau.
 
Einige der typischsten Begleiterscheinungen der Wechseljahre sind Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Nachtschweiß
 
Solltest Du an Diabetes leiden, ist besondere Vorsicht geboten. In den Wechseljahren kann es auch bei einem bislang gut eingestellten Diabetes zu schwankenden Blutzuckerwerten kommen, da das Östrogen nicht kontinuierlich, sondern sprunghaft abnimmt. Hinzu kommt der vermehrte Stress durch Schlafstörungen und Hitzewallungen. Mediziner raten deshalb Patientinnen mit Diabetes, sich rechtzeitig mit dem Thema Wechseljahre auseinanderzusetzen und sich vom behandelnden Diabetologen beraten zu lassen.

Wann beginnen die Wechseljahre durchschnittlich?

In den meisten Fällen beginnt das Frühstadium der Wechseljahre, die sogenannte Prämenopause, ab Mitte 40. In diesem Alter produzieren die Eierstöcke allmählich weniger Hormone und der Eisprung bleibt häufiger aus. Dadurch kommt es unregelmäßiger zur Monatsblutung und die Fruchtbarkeit nimmt ab. Anfangs sind die Zyklen oft kürzer, später meist länger und schließlich bleibt die Monatsblutung gänzlich aus. Etwa die Hälfte aller Frauen hat im Alter von 52 Jahren ihre letzte Regelblutung.
 
Wenn die Funktion der Eierstöcke und somit auch die Regelblutung bereits vor dem 40. Lebensjahr stoppt, handelt es sich um eine sogenannte vorzeitige Menopause (Climacterium praecox). Diese kommt nur bei rund einem Prozent aller Frauen vor und hat vielfältige Gründe. Oftmals sind vorzeitige Wechseljahre die Folge medizinischer Eingriffe wie die operative Entfernung der Eierstöcke oder eine Strahlen- und Chemotherapie bei Krebserkrankungen.
 
Ein anderer Grund für den frühzeitigen Eintritt der Wechseljahre kann exzessives Rauchen sein. Nikotin schädigt die Gefäße und beeinträchtigt so die Blutversorgung der Eierstöcke. Auch Viruserkrankungen (wie eine Entzündung der Eierstöcke infolge von Mumps), Stoffwechselstörungen (wie Galaktosämie), Chromosomenanomalien (wie das Turner-Syndrom) oder bestimmte Autoimmunkrankheiten (wie Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Lupus) können die Ursache sein.

Welche Ursache steckt hinter den Wechseljahren?

Von der ersten bis zur allerletzten Regelblutung produzieren die Eierstöcke die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Diese beiden Hormone bereiten den Körper einer Frau auf eine mögliche Schwangerschaft vor und wirken zum Beispiel auch auf die Haut und die Schleimhäute. Die Wechseljahre beginnen damit, dass die Eierstöcke langsam ihre Arbeit und damit auch die Hormonproduktion einstellen. Es kommt immer seltener zum Eisprung, bis dieser mit der letzten Monatsblutung endgültig ausbleibt. Das bedeutet eine tief greifende hormonelle Umstellung für die Frau. Hormone steuern unzählige Vorgänge im Körper und der Rückgang des Hormonspiegels während des Klimakteriums kann einiges durcheinanderbringen und zu zahlreichen Beschwerden führen.

Wie diagnostiziert der Gynäkologe ein Klimakterium?

Um festzustellen, ob eine Frau bereits in den Wechseljahren ist, erhebt der Arzt zuerst die Krankengeschichte. Die Auskunft über den Beginn und die Art der Symptome sowie über vorhergehende medizinische Eingriffe und eventuelle Vorerkrankungen wie Lupus oder Schilddrüsenprobleme im Patientengespräch kann die Diagnose einer (vorzeitigen) Menopause erleichtern. Danach folgen eine körperliche und gynäkologische Untersuchung. Eine Blutuntersuchung inklusive Messung des Hormonspiegels kann endgültig Auskunft darüber geben, ob die Wechseljahre bereits begonnen haben und in welcher Phase sich die Patientin befindet.

Welche Behandlung kommt bei den Wechseljahren zum Einsatz?

Da die Wechseljahre keine Krankheit, sondern eine natürliche Lebensphase einer Frau sind, ist eine Behandlung nicht zwingend notwendig. Rund ein Drittel aller Frauen leidet allerdings unter sehr starken Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüchen. In schweren Fällen empfehlen Mediziner eine sogenannte Hormonersatztherapie, welche die Hormone, die Dein Körper nicht mehr von selbst produzieren kann, substituiert. So können typische Klimakterium-Beschwerden gelindert werden. Die zur Anwendung kommenden Hormonpräparate gibt es in Tablettenform, als Pflaster, Gel oder Nasenspray. Hormonpflaster sind in unterschiedlichen Dosierungen erhältlich. Sie stören Deinen Alltag normalerweise nicht, da Du bei richtiger Anwendung wie gewohnt duschen, baden und Sport treiben kannst.
 
Vor allem während der Wechseljahre sinkt das Östrogenlevel drastisch
 
Direkte Sonneneinstrahlung solltest Du allerdings vermeiden, um einer Zersetzung des Wirkstoffes vorzubeugen. Das Erneuern des Pflasters zweimal pro Woche stellt einen gleichmäßigen Hormonspiegel sicher. Mögliche Nebenwirkungen des Pflasters sind Hautirritationen wie Rötungen und Brennen. Wichtig zu wissen ist, dass Hormonpräparate gegen Wechseljahresbeschwerden nicht als Verhütungsmittel dienen und somit nicht vor einer Schwangerschaft schützen.
 
Grundsätzlich unterscheidet die Medizin zwischen einer Monotherapie, bei der nur Östrogene zum Einsatz kommen, und einer Kombinationstherapie, bei der Du zusätzlich Gestagene zu Dir nimmst. In der Regel entscheidet sich Dein Arzt für eine Kombinationstherapie, da die alleinige Zuführung von Östrogenen das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut enorm anregt, was zu einem erhöhten Risiko für Gebärmutterkrebs führen kann. Bei Frauen, die bereits eine Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter) hinter sich haben, gibt es jedoch meist keinen Grund für die zusätzliche Zuführung von Gestagenen.
 
Grundsätzlich gilt bei der Hormontherapie das Prinzip: So wenig Hormone wie möglich, so viele wie nötig. Die Anwendung einer Hormonersatztherapie sollte laut Experten zeitlich begrenzt, in so geringer Dosierung wie möglich und symptomspezifisch erfolgen. Im Laufe der Therapie kann es nämlich zu Nebenwirkungen wie menstruationsähnlichen Blutungen oder einem Spannungsgefühl in der Brust kommen. Bei einer längeren Hormontherapie kann sich außerdem das Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte, Brustkrebs, Blutgerinnsel in den Beinen und/oder der Lunge und Erkrankungen der Gallenblase erhöhen. Es ist also ein schmaler Grat zwischen der Linderung der Beschwerden der Menopause und der Entstehung zusätzlicher Risiken durch die Hormontherapie.
 
Ärzte wägen deshalb in jedem Einzelfall neu ab, ob eine Hormonersatztherapie sinnvoll ist und stimmen diese individuell auf Dich ab. Wenn Du bereits Brustkrebs hattest oder Thrombosen durchlitten hast, wird sich Dein Arzt generell gegen eine Hormontherapie aussprechen. Die Behandlung ist vor Allem dann von Nutzen, wenn sie möglichst früh, mit dem Eintritt der Wechseljahre, beginnt. Oft treten jedoch beim Absetzen der Hormonpräparate die ursprünglichen Beschwerden wieder auf und die hormonelle Umstellung wird mit der Behandlung nur verschoben.
 
Bei Frauen, die sich in den vorzeitigen Wechseljahren befinden, ist eine Hormonersatztherapie ebenfalls eine Option. Allerdings lässt sich dadurch der Prozess nicht umkehren, was bedeutet, dass die betroffene Patientin sehr wahrscheinlich auch nicht mehr schwanger werden kann.
 
Solltest Du während der Wechseljahre an Scheidentrockenheit leiden, kannst Du diese Beschwerden durch östrogenhaltige Cremes, Zäpfchen und Gele, die in die Scheide eingeführt werden, lindern. Auch feuchtigkeitsspendende Cremes und Gleitmittel ohne Hormone können den Geschlechtsverkehr erleichtern.

Welche alternativen Behandlungsmethoden helfen bei Wechseljahresbeschwerden?

Neben hormonellen Methoden gibt es auch pflanzliche Wirkstoffe, die bei Beschwerden während der Wechseljahre helfen sollen. So sollen Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) und Mönchspfeffer (Agnus castus) regulierend in den weiblichen Hormonhaushalt eingreifen. Die Pflanzen sollen Hitzewallungen, Depressionen, Schlafstörungen und Scheidentrockenheit verringern. Eindeutige wissenschaftliche Belege dafür gibt es allerdings nicht. Viele Pflanzenpräparate enthalten auch sogenannte Phytoöstrogene. Das sind pflanzliche Östrogene, die zum Beispiel in der Sojabohne oder dem Rotklee zu finden sind und die Häufigkeit sowie das Ausmaß von Hitzewallungen etwas reduzieren können. Eine hohe Dosierung und ein langer Einnahmezeitraum können allerdings zu Magen-Darm-Beschwerden führen.
 
Bei Schlafstörungen kommen pflanzliche Schlafmittel, bestehend aus Baldrian, Hopfen, Melisse oder Passionsblume infrage. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn auch bei pflanzlichen Medikamenten kann es zu Nebenwirkungen kommen, weshalb Du mögliche Vor- und Nachteile alternativer Behandlungsmethoden unbedingt mit Deinem Arzt abklären solltest. Einige mögliche Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Verstimmungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Hautrötungen. Bei manchen Patienten kommt es außerdem zu schwerwiegenden Leberschäden, die sich in einer Gelbfärbung der Haut oder Augen, dunklem Urin, Appetitverlust, Müdigkeit, Oberbauchschmerzen und Übelkeit äußern. Solltest Du eine oder mehrere dieser Nebenwirkungen bei Dir feststellen, raten wir Dir, die pflanzlichen Präparate sofort abzusetzen und einen Arzt aufzusuchen.
 
Neben hormonellen Methoden gibt es auch pflanzliche Wirkstoffe, die bei Beschwerden während der Wechseljahre helfen sollen. So sollen Traubensilberkerze und Mönchspfeffer regulierend in den weiblichen Hormonhaushalt eingreifen
 
Solltest Du gänzlich auf Medikamente verzichten wollen, können Hypnose durch eine qualifizierte medizinische Fachkraft oder eine kognitive Verhaltenstherapie bei der Linderung Deiner Beschwerden helfen. Die kognitive Verhaltenstherapie ist besonders während der Übergangsphase von der Menopause in die Postmenopause zu empfehlen und kann Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen entgegenwirken.

Auf welche Ernährung sollte ich in den Wechseljahren achten?

Eine bewusst gesunde und ausgewogene Ernährung kann dabei helfen, den Beschwerden während der Wechseljahre entgegenzuwirken. Außerdem liefert eine ausgewogene Ernährung Mikronährstoffe, die der Körper zum Erhalt der natürlichen Schönheit von Haut, Haaren und Nägel benötigt. Achte darauf, viele langkettige und gesunde Kohlenhydrate zu Dir zu nehmen. Anstatt ungesundes weißes Gebäck, Pasta oder Reis zu essen, solltest Du auf Vollkornprodukte zurückgreifen. Auch zum Backen empfehlen wir Dir, ausschließlich Vollkornmehl zu verwenden.
 
Auf Deinem Speiseplan sollte außerdem viel Gemüse und dafür etwas weniger Obst stehen. Auch dunkle Beeren, Nüsse und Fisch sind gesunde und leckere Sattmacher, die einen hohen Anteil an Antioxidantien enthalten. Diese hemmen freie Radikale, welche den Alterungsprozess des Körpers beschleunigen.
 
Achtung: während der Wechseljahre sinkt Dein Grundbedarf an Kalorien. Es sind also deutlich weniger Kalorien nötig, um Dein Körpergewicht zu halten. Dies ist besonders für Diabetiker wichtig zu wissen, die typische Wechseljahresbeschwerden wie Herzrasen und Schweißausbrüche oft fälschlicherweise als Symptome für Unterzuckerung sehen und dem mit zusätzlicher Nahrungsaufnahme entgegenwirken wollen.

Gibt es Hausmittel, die bei Beschwerden in den Wechseljahren helfen?

Es gibt verschiedene Teesorten, die bei typischen Beschwerden während der Wechseljahre helfen sollen. Gegen Schweißausbrüche bereitest Du am besten Salbeitee zu, während bei Schlafstörungen Melisse, Baldrian und Hopfenblüten helfen sollen. Teesorten und Nahrungsergänzungsmittel, die Johanniskraut enthalten, sind bei depressiven Verstimmungen und Stimmungsschwankungen zu empfehlen. Jedoch ist bei Nahrungsergänzungsmittel auf die bereits angesprochenen negativen Folgen von pflanzlichen Präparaten zu achten. Auch homöopathische Mittel wie Pulsatilla, Sepia, Belladonna und Cimicifuga sollen förderlich sein. Yoga, Achtsamkeitstraining und Massagen helfen dabei, Dein Körpergefühl zu verbessern und die psychische Ausgeglichenheit zu fördern.

Was kann ich zusätzlich gegen die Beschwerden der Menopause tun?

Grundsätzlich kann ein gesunder Lebensstil dazu führen, dass sich Frauen in den Wechseljahren ausgeglichener fühlen und mit Stress und Beschwerden besser umgehen können. Ärzte empfehlen deshalb, sich ausgewogen zu ernähren, viel zu bewegen, Genussgifte wie Kaffee, Alkohol und Nikotin zu vermeiden und für ausreichend Schlaf zu sorgen. So kann ein zusätzlicher Spaziergang am Abend oder die Verwendung Deines Fahrrads anstatt des Autos dabei helfen, Dein tägliches Aktivitätsniveau zu steigern und Dich aktiver zu fühlen.
 
Außerdem soll das sogenannte Hormon-Yoga, das Yogaübungen mit tibetischen Energetisierungstechniken verbindet, Beschwerden wie Hitzewallungen und Haarausfall lindern. Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis für den positiven Einfluss des Yogastils auf den Hormonhaushalt, allerdings profitieren viele Frauen von dem Austausch mit „Leidensgenossinnen“ in den Kursen und von dem Gefühl, etwas für sich und ihren Körper zu tun.
 
Beim Umgang mit Hitzewallungen haben sich einige einfache Tricks bewährt. Kleide Dich nach dem Zwiebelprinzip, um Dich bestmöglich an Dein Temperaturgefühl anzupassen und greife vor Allem auf atmungsaktive Kleidung zurück. Vermeide bestmöglich symptomauslösende Situationen wie heiße Umgebungen, helle Lampen und scharfes Essen. Zusätzlich können ein Ventilator oder Fächer sowie Wechselduschen und lauwarme Halbbäder dabei helfen, Dich abzukühlen und Dein Wohlbefinden zu steigern.

Wie lange dauern die Wechseljahre?

Die Dauer der Wechseljahre ist von Frau zu Frau verschieden. Meist beginnen die Wechseljahre mit Mitte vierzig und die letzte Regelblutung (Menopause) findet im Alter von circa 50- 55 Jahren statt. Bis zum Ende der gesamten hormonellen Umstellung vergehen dann allerdings noch einige Jahre. Insgesamt dauern die Wechseljahre durchschnittlich acht bis zehn Jahre.
 
Insgesamt dauern die Wechseljahre durchschnittlich acht bis zehn Jahre

Kann ich trotz Menopause schwanger werden?

Obwohl die Regelblutung bereits am Beginn der Wechseljahre unregelmäßig und selten ausfällt und die Fruchtbarkeit abnimmt, kannst Du trotzdem immer noch schwanger werden. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist jedoch geringer als vor dem Beginn der Wechseljahre. Deine allerletzte Monatsblutung wird Menopause genannt. Nach der Menopause stellen Deine Eierstöcke keine befruchtungsfähigen Eizellen mehr zur Verfügung und eine Schwangerschaft wird immer unwahrscheinlicher. Eine Faustregel besagt, dass Du etwa ein Jahr nach Deiner letzten Regelblutung auf Verhütung verzichten kannst. Die Voraussetzung dafür ist ein natürlicher Zyklus, also keine Zuführung von Hormonen zu Therapie- oder Verhütungszwecken. Doch auch hier gilt: wie lange Du verhüten solltest, klärst Du am besten individuell mit Deinem Arzt ab.

Können auch Männer in die Wechseljahre kommen?

Ob Männer tatsächlich ebenfalls in die Wechseljahre kommen können, ist sehr umstritten. Während einige Experten denken, die Wechseljahre treffen den Mann ebenso wie die Frau, halten andere die männlichen Wechseljahre für eine Erfindung der Pharmaindustrie. Fakt ist, dass sich im Leben eines Mannes sein Hormonspiegel ebenfalls mit zunehmendem Alter verändert. Die Menge der Sexualhormone Testosteron, DHEA (Dehydroepiandrosteron) und DHEAS (Dehydroepiandrosteronsulfat) nimmt ab, während gleichzeitig das Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG) ansteigt.
 
Allerdings passiert dies eher gemächlich und nicht so abrupt wie bei Frauen. Außerdem können Männer bis ins hohe Alter Kinder zeugen, während die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei Frauen mit dem Beginn der Wechseljahre deutlich abnimmt. Die allmähliche Veränderung des Hormonhaushalts bei Männern hat viele mehr oder weniger passende Bezeichnung.
 
Sie wird als männliche Wechseljahre, Klimakterium virile, Andropause, PEDAM (Partielles endokrines Defizit des alternden Mannes) oder PADAM (Partielles Androgendefizit des alternden Mannes) bezeichnet. Während bei manchen Männern ein Testosteronabfall kaum nachweisbar ist, ist bei einem Teil der Männer mit zunehmendem Alter ein eindeutiger Mangel des Sexualhormons Testosteron nachzuweisen. Dies kann mit weniger Lust auf Sex, Antriebsmangel, Verstimmungen, Schlafstörungen, Erektionsproblemen oder Gewichtszunahme am Bauch einhergehen.
 
Hier kann der zuständige Arzt eine ähnliche Therapie wie bei weiblichen Patientinnen anwenden und das Hormon Testosteron zuführen. Die Symptome können jedoch auch andere Ursachen haben und sind nicht eindeutig auf einen Hormonmangel zurückzuführen.

Wie viel kostet die Behandlung der Menopause?

Für die Beratung, Erstuntersuchung und zusätzliche Laboruntersuchungen stellen Ärzte etwa 200 bis 300 Euro in Rechnung. Die Hormonpräparate selbst kosten etwa 150 bis 180 Euro für 100 Tage. Danach folgt eine weitere Untersuchung inklusive einer Blutanalyse zur Erfassung des Hormonspiegels, die 150 bis 200 Euro kostet. Dann folgen erneut die Kosten für die Hormonpräparate im Rahmen von 150 bis 180 Euro für 100 Tage. Grob gerechnet kostet eine Hormonersatztherapie auf Dauer ungefähr 100 Euro pro Monat.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Therapie in den Wechseljahren?

Um Klarheit über den Beginn der Wechseljahre zu schaffen, kann Dein Gynäkologe eine Hormonuntersuchung vornehmen. So ein Test ist jedoch normalerweise nicht nötig und wird nur in Sonderfällen, etwa bei Verdacht auf eine vorzeitige Menopause, von Deiner Krankenkasse übernommen. Die Kosten einer ärztlich angeordneten Hormontherapie zur Behandlung von starken Wechseljahresbeschwerden werden in der Regel von gesetzlichen Krankenkassen übernommen.


Dauer Dauer

Bis zu 10 Jahre

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Das Wichtigste zusammengefasst

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine natürliche Lebensphase einer Frau


In der Regel beginnen die Wechseljahre mit Mitte 40 und dauern etwa zehn Jahre


Während der Wechseljahre ist eine Schwangerschaft zwar sehr unwahrscheinlich, aber immer noch möglich


Eine Therapie ist in den meisten Fällen nicht nötig und wird nur bei sehr starken Beschwerden empfohlen

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