Kaiserschnitt (Sectio caesarea)

Obwohl die Weltgesundheitsorganisation eine Kaiserschnittrate von etwa zehn bis 15 Prozent empfiehlt, beträgt sie in den meisten Staaten über 30 Prozent. Viele Ärzte vertreten die Meinung, dass es medizinisch häufig nicht notwendig sei, ein Baby auf diese nicht-natürliche Weise auf die Welt zu bringen. Jedoch hat der Kaiserschnitt auch Vorteile und kann das Leben von Mutter und Kind retten. Durch einen kleinen Bauchschnitt durch die Bauchdecke wird die Gebärmutter geöffnet und das Neugeborene entnommen. Die Operation findet im Regelfall unter einer regionalen Betäubung statt. Nur im Notfall kommt es zu einer Vollnarkose. Auch das Baby kann im Normalfall sofort nach der Geburt zur Mutter gelegt werden. Dass der Vater im Operationssaal anwesend sein darf, erleichtert vielen Frauen die Geburt. Führte ein Kaiserschnitt um 1900 noch häufig zum Tode, ist die Komplikations- und Sterblichkeitsrate heute mit der einer vaginalen Geburt vergleichbar. Jedoch birgt auch diese Operation Risiken und Komplikationen. Nach dem Eingriff und dem Wochenbett solltest Du Dich deshalb gut erholen und auf Ruhe achten.


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Zuletzt aktualisiert: 29. September, 2020



ICD-10-GM-2020 O82

Was versteht die Medizin unter einem Kaiserschnitt?

Der lateinische Begriff für Kaiserschnitt lautet sectio caesarea. Mediziner verstehen darunter einen operativen Eingriff, bei dem das Kind nicht über die Vagina, also dem natürlichen Geburtsweg entbunden wird, sondern über einen Bauchschnitt. Dabei öffnet der Arzt die Gebärmutter und entnimmt das Baby daraus. Ärzte unterscheiden zwischen einem primären Kaiserschnitt, welcher vor Beginn der tatsächlichen Geburt stattfindet und einem sekundären, welcher während der laufenden Geburt vorgenommen wird.
 
Mediziner verstehen unter einem Kaiserschnitt einen operativen Eingriff, bei dem das Kind nicht über die Vagina, also dem natürlichen Geburtsweg entbunden wird, sondern über einen Bauchschnitt
 
Daneben gibt es noch den Kaiserschnitt auf Wunsch, den Frauen häufig aus persönlichen Gründe wählen. Sollte das Leben des Babys oder der Mutter auf dem Spiel stehen, greifen Mediziner auf einen Notkaiserschnitt zurück, welchen der Arzt sowohl vor als auch während der Geburt durchführen kann.

Was sind die Ursachen für einen Kaiserschnitt?

Es gibt unterschiedliche Gründe für einen Kaiserschnitt wobei Mediziner zwischen absoluten, also zwingend notwendigen und relativen, nicht zwingenden Gründen differenziert:
 
Absolute Gründe: In etwa zehn Prozent der Fälle liegen in Deutschland absolute Indikationen für einen Kaiserschnitt vor, wobei diese entweder vor der Geburt schon feststehen oder erst des Geburtsvorganges eintreten. Dabei kann es zu Komplikationen kommen, die das Überleben der Mutter und/oder des Neugeborenen gefährden.
 
Darunter fällt in etwa die Position und der gesundheitliche Zustand des Kindes, welche eine normale Geburt unmöglich oder riskant machen kann. Weiters wird ein Kaiserschnitt eingeleitet, wenn der Kopf des Kindes zu groß für das mütterliche Becken ist. Auch ein drohender Gebärmutterriss und ein vor dem Muttermund liegender Mutterkuchen gelten als Anlass einer Sectio. Sollte sich der Mutterkuchen von der Gebärmutterwand lösen oder eine Infektion in der Eihöhle auftauchen, leiten Ärzte ebenfalls einen Kaiserschnitt ein.
 
Weitere Gründe eine Sectio können eine Präeklampsie – eine Schwangerschaftsvergiftung – oder ein HELLP-Syndrom, eine schwere Form der Präeklampsie, sein. Daneben kann es noch zu einem Nabelschnurvorfall kommen, welcher die Sauerstoffzufuhr des Kindes unterbrechen kann. Bei Mehrlingsgeburten kommt es auf die Lage und das Gewicht der Säuglinge an. Ab drei Kindern gilt ein Kaiserschnitt aber als sicher.
 
Relative Gründe: In den meisten Fällen liegen relative Indikationen für einen Kaiserschnitt vor, was bedeutet, dass es keinen zwingenden medizinischen Grund für eine Sectio gibt, jedoch die vaginale Geburt möglicherweise, aber nicht zwangsläufig, zu Komplikationen führen kann. Darunter fallen:
 

  • Eine Beckenendlage des Kindes, was bedeutet, dass das Baby nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Po voran in der Gebärmutter liegt.
  • Mehrlingsgeburten
  • Ein vorheriger Kaiserschnitt
  • Ein Verdacht, dass das Kind für das mütterliche Becken zu groß ist
  • Ein Geburtsstillstand
  • Ein hohes Gewicht des Kindes von über 4.500 Gramm
  • Auffällige Herztöne des Kindes während der Geburt
  • Wenn die Geburt stark verlängert und die Mutter schon sehr erschöpft ist

Kaiserschnitt auf Wunsch: In diesem Fall stehen die persönlichen Gründe der Mutter beziehungsweise der Eltern im Vordergrund. Den Kaiserschnitt muss man in diesem Fall privat zahlen. Anlass kann die Angst vor Geburtsschmerzen, einem Dammriss oder –schnitt sowie vor einer Beeinträchtigung der Sexualität nach der Geburt sein. Ein anderer Grund kann auch die Planbarkeit des Geburtstermins sein.
 
Doch auch für Krankenhäuser hat die geplante Sectio so einige Vorteile: Sie lässt sich personaltechnisch leichter organisieren und erzielt höhere Gewinne als eine normale Geburt ohne medizinische Intervention. Weiters müssen Krankenhäuser bei einigen spezielleren, wie der spontanen Beckenendlagengeburt, höhere Versicherungssummer zahlen, da bei Geburtsschäden Krankenversicherungen gerne Krankenhäuser verklagen.

Welche Formen von einem Kaiserschnitt gibt es?

Mediziner unterscheiden drei Formen des Kaiserschnitts:
 

  • Primäre Sectio – der geplante Kaiserschnitt: Eltern und Ärzte entscheiden sich schon vor der Geburt für einen Kaiserschnitt, welcher medizinisch begründet ist. Er wird vor Beginn der Wehen an einem geplanten Termin durchgeführt.
  • Sekundäre Sectio – der Notfallkaiserschnitt: Diese Form findet des Geburtsvorganges statt und kommt dann zum Einsatz, wenn das Leben der Mutter oder des Kindes auf dem Spiel stehen.
  • Der Wunschkaiserschnitt: Der Kaiserschnitt auf Wunsch ist nicht medizinisch begründet und hat in der Regel persönliche Gründe. Er findet wie die primäre Sectio an einem geplanten Zeitpunkt statt.

Mediziner unterscheiden drei Formen des Kaiserschnitts

Bei wem muss am häufigsten ein Kaiserschnitt erfolgen?

Vor allem bei Mehrlingsgeburten stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit einer Sectio. Dabei untersucht der Arzt den Gesundheitszustand der Kinder und deren Größe und Gewicht und schaut, ob beide Kinder mit dem Kopf nach unten gedreht sind. Auch Mütter über 35, welche mehrmals versucht haben, durch eine künstliche Befruchtung schwanger zu werden, wollen in den meisten Fällen kein Risiko eingehen und entscheiden sich für einen Kaiserschnitt.
 
Da das Risiko bei einer Steißgeburt größer ist als bei einer normalen und die Geburtstechnik in vielen Krankenhäusern nicht mehr bekannt ist, wird auch in diesem Fall eine Sectio bevorzugt. Sollte sich die Mutter bei einer vorherigen Geburt schwere Verletzungen des Damms oder des Schließmuskels zugezogen haben, raten Ärzte meist von einer normalen Geburt ab, da das Risiko bei einer neuerlichen Verletzung für eine bleibende Stuhlinkontinenz der Mutter steigt.

Was muss ich vor einem Kaiserschnitt beachten?

Du solltest etwa sechs Stunden vor der Operation nichts mehr essen oder trinken, da Du nüchtern sein musst. Eventuell müssen Deine Schamhaare oberhalb des Schambeins rasiert werden, weshalb es ratsam ist, wenn Du das ein bis zwei Tage vor dem Eingriff selbst zu Hause machst.

Wie läuft ein Kaiserschnitt ab?

Ein Kaiserschnitt dauert in etwa 20 bis 40 Minuten. Hinzu kommt noch eine halbe Stunde für die Vorbereitung wie Narkoseeinleitung und Lagerung.
 
Vorbereitung
Vor der Operation solltest Du nüchtern sein. Damit der Arzt Dir verschiedene Medikamente wie Schmerzmittel verabreichen kann, bekommst Du eine Infusion. Ebenfalls werden Elektroden zur Überwachung für Blutdruck, Puls und Sauerstoffgehalt des Bluts angebracht. Danach setzt der Mediziner einen Dauerkatheter in Form eines dünnen Schlauchs in Deine Harnröhre, damit sich Deine Harnblase selbst entleeren kann, ohne dass Du auf die Toilette gehen musst. Diesen entfernt der Arzt erst dann wieder, wenn Du selbst aufs Klo gehen kannst.
 
Narkose
Ein Kaiserschnitt findet immer unter Narkose statt, wobei hier verschiedene Techniken zum Einsatz kommen können. Im Regelfall entscheiden sich Frauen und Ärzte für eine Regionalanästhesie, einem örtlichen Verfahren, bei dem die Frau zwar keine Schmerzen fühlt, den Geburtsvorgang aber bei vollem Bewusstsein mitbekommen kann. Hier finden zwei Verfahren Anwendung:
 
Spinalanästhesie
Bei dieser Form sticht der Arzt eine Nadel durch die harte Hirnhaut im Bereich des dritten und vierten Lendenwirbels und injiziert dort das Nervenwasser. Innerhalb weniger Minuten verspürst Du ein Wärmegefühl, welches bald in ein Taubheitsgefühl übergeht, das sich von den Zehen aus in Richtung Bauch ausbreitet. Am Ende ist die gesamte untere Körperhälfte betäubt. Diese Wirkung lässt in der Regel nach etwa zwei bis sechs Stunden wieder nach.
 
Periduralanästhesie, kurz PDA
Der Unterschied zur Spinalanästhesie ist, dass der Arzt die Nadel nicht durch die Hirnhaut sticht, sondern außerhalb bleibt und einen dünnen Schlauch über die Nadel zieht. Durch diesen erfolgt die Gabe des Betäubungsmittels. Eine PDA ist jedoch erst nach 15 Minuten wirksam und tritt damit deutlich später ein. Die Stärke des Mittels lässt sich durch eine unterschiedlich starke Verdünnung vom Arzt steuern. Schmerz- und Berührungsempfinden werden ausgeschaltet, die Bewegungsfunktion bleibt jedoch erhalten.
 
Örtliche Verfahren sind sowohl für das Kind als auch für die Mutter ungefährlicher, weshalb die Medizin sie bevorzugt einsetzt. Auch kann die Mutter die Geburt bewusst miterleben und ihr Neugeborenes gleich in den Arm nehmen. Es gibt auch die Möglichkeit einer Vollnarkose, auf die der Arzt jedoch nur im Notfall zurückgreift, da das Narkosemittel auch in den kindlichen Kreislauf gelangt.
 
Bei der klassischen Methode des Kaiserschnitts schneidet der Arzt die Gebärmutter mithilfe des Skalpells auf und dehnt sie mit den Fingern, bis er das Kind herausholen kann. Auch die Nachgeburt entfernt der Arzt gleich mit
 
Kurz vor der Operation
Die Ärzte fixieren Deine Arme links und rechts ausgestreckt von Deinem Oberkörper, um sicherzugehen, dass Du Dich während der Operation wenig bewegst. Dann schließt der Chirurg verschiedene medizinische Geräte an, um Deinen Blutdruck, Puls etc. im Zuge des Eingriffs zu kontrollieren. Der Arzt verhüllt Deinen Körper mit einem sterilen Tuch und spannt einen Sichtschutz vor Deinen Körper, damit zu Deinen Bauch nicht mehr sehen kannst. Auch Dein Partner kann jetzt in den Operationssaal kommen, um bei der Geburt dabei zu sein.
 
Die eigentliche Operation
Mediziner unterscheiden zwischen einem klassischen und einem „sanften“ Kaiserschnitt, im Fachjargon „Misgav-Ladach-Technik“ genannt. Beide Operationsformen haben im Wesentlichen die gleiche Vorbereitung und den gleichen Ablauf. Zuerst beginnt der Chirurg mit einem zehn bis zwanzig Zentimeter langen Quer-Bauchschnitt auf Höhe der „Bikini-Zone“, wenige Zentimeter über der Schambeinfuge und schiebt die nun freiliegende Harnblase vorsichtig zur Seite. In der Fachsprache heißt dieser Schnitt „Pfannenstiel-Schnitt“.
 
Bei der klassischen Methode schneidet der Arzt nun die Gebärmutter mithilfe des Skalpells auf und dehnt sie mit den Fingern, bis er das Kind herausholen kann. Auch die Nachgeburt entfernt der Arzt gleich mit. Der Unterschied beim „sanften“ Kaiserschnitt ist nun, dass der Arzt nur die Bauchdecke durchtrennt und einen winzigen Schnitt auf der Gebärmutter macht und die darunterliegenden Strukturen dehnt und reißt, anstatt sie durchzuschneiden. Für den Mediziner bedeutet dies zwar einen höheren Kraftaufwand, jedoch verspricht die Technik ein schnelleres Vorgehen, einen geringeren Blutverlust, eine schnellere Wundheilung und ein schonenderer Umgang mit dem Gewebe. Auch die Narbe ist meist schöner als bei der klassischen Methode.
 
Gleich danach nabelt der Chirurg das Kind ab, welches die Hebamme in warme Tücher wickelt und den Eltern übergibt. Du kannst das Baby kurz sehen und auch Hautkontakt haben. Währenddessen der Vater und die Hebamme das Neugeborene erstversorgen, entfernt der Chirurg den Mutterkuchen und vernäht die einzelnen Schichten der Gebärmutter und der Bauchwand mit selbst auflösenden Fäden.
 
Nach der Geburt
Nachdem Deine Wunde vernäht wurde, kommst Du auf die Wochenbettstation, wo Du Dein Kind stillen und versorgen kannst. Nach etwa vier bis fünf Tagen kannst Du das Krankenhaus dann verlassen. Etwa sechs Wochen später solltest Du zu einem Nachsorgetermin bei Deinem Frauenarzt gehen.

Was muss ich nach einem Kaiserschnitt beachten?

Nach dem Kaiserschnitt solltest Du so rasch wie möglich wieder aufstehen und Dich bewegen, um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern. Vor allem in den ersten Tagen werden Schmerzen im Bereich der Narbe und der Bauchdecke auftreten, welche Du insbesondere beim Aufrichten, Husten oder Niesen spüren wirst. Sollten die Schmerzen zu stark sein, kann Dir der Arzt Medikamente geben, die Du auch während dem Stillen nehmen darfst.
 
Besonders die Nachwehen können starke Schmerzen hervorrufen. Dabei kommt es zu einem krampfartigen Zusammenziehen der Gebärmutter. Dadurch findet die Unterstützung der Rückbildung statt,, bei der abgestorbenes Gewebe aus der Gebärmutter abtransportiert und Blutungen der Gebärmutterschleimhaut gestillt werden. Du kannst Dein Baby direkt nach dem Kaiserschnitt stillen und damit Eure Bindung stärken.
 
Dein Körper schüttet dabei außerdem Hormone aus, die Dir bei der seelischen Verarbeitung des Kaiserschnitts helfen. Solltest Du Dich stabil genug fühlen, darfst Du auch schon wenige Tag nach der Operation duschen, wobei an die Narbe weder Duschgel noch Seife kommen sollten. Verwende dafür am besten ein Duschpflaster.
 
Nach dem Kaiserschnitt solltest Du so rasch wie möglich wieder aufstehen und Dich bewegen, um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern

Kann ein Kaiserschnitt gefährlich für Mutter und Kind sein?

Obwohl die Risiken für Mütter und Kinder durch bessere Operationstechniken und Narkoseverfahren sowie dem Einsatz von Antibiotika zum Schutz vor Infektionen in den letzten Jahren deutlich gesenkt werden konnten, ist die Sterblichkeitsrate beim Kaiserschnitt im Vergleich zu einer vaginalen Geburt dreimal so hoch.
 
Für das Kind können sich dadurch folgende Risiken ergeben:
 

  • Anpassungsstörungen in Form von Atemproblemen
  • Schnittwunden im Zuge der Operation
  • Bindungsstörungen aufgrund von Stillproblemen
  • Eine erhöhte Infektionsanfälligkeit, da das Baby nicht mit der natürlichen Bakterienflora der Mutter in Berührung gekommen ist.
  • Probleme mit dem Eisengehalt, da das Kind durch ein sofortiges Abnabeln zu wenig Blut aus der Plazenta und der Nabelschnur ziehen konnte.

Für die Mutter können folgende Komplikationen auftreten:
 

  • Hoher Blutverlust
  • Thrombosen
  • Verletzungen der Organe
  • Probleme mit der Narkose
  • Wundheilungsstörungen
  • Große Schmerzen
  • Bindungsprobleme mit dem Kind
  • Geburtstrauma durch eine besonders schwere Geburt – dies sollte im Zuge einer geeigneten Therapie verarbeitet werden
  • Verwachsungen bei der Narbe
  • Ein erhöhtes Risiko bei einer erneuten Schwangerschaft

Welche Vorteile hat ein Kaiserschnitt?

Obwohl der Kaiserschnitt mit den typischen Operationsrisiken verbunden ist, hat er auch einige Vorteile. Viele Mütter haben weniger Beckenprobleme. Auch kommt es in den meisten Fällen zu keinem Scheiden- oder Dammriss. Die Entbindung ist relativ schmerzlos, da sie unter Narkose stattfindet, weshalb die meisten Mütter ihre Kinder von Anfang an selbst versorgen können.

Welche Nachteile hat ein Kaiserschnitt?

Doch der Kaiserschnitt hat auch seine Nachteile – so können sich leichter Thrombosen und Blutgerinnsel bilden und der Wundschmerz sowie die Bettlägerigkeit nach der Operation sind im Regelfall heftiger. Auch kann es zu einem höheren Blutverlust, einer langsameren Rückbildung der Gebärmutter und Wundheilungsstörungen kommen. In den ersten Tagen können auch Schmerzen beim Wasserlassen auftreten und Du kannst Deine Bauchmuskeln für mehrere Wochen weniger belasten. Öfters kommt es zu Anpassungsstörungen der Kinder, da sie ohne Vorzeichen und Unterstützung der Wehen durch Stresshormone auf die Welt geholt wurden.
 
Dies kann sich in Form von Stoffwechsel- und Kreislaufproblemen oder Problemen bei der Wärmeregulation zeigen. Da das Wasser bei einem Kaiserschnitt nicht aus den Lungen gepresst wird, können Atemprobleme beim Baby auftauchen. Manche Mütter berichten von Schlafproblemen beim Neugeborenen, bei denen es im Schlaf plötzlich hochschreckt.
 
Obwohl heutzutage das wichtige Bonding zwischen Mutter und Kind sowohl bei einer normalen Geburt wie auch bei einem Kaiserschnitt in den meisten Krankenhäusern gleich gefördert wird, berichten viele Mütter nach einer Sectio von einem Fremdheitsgefühl gegenüber ihres Babys. Grund können die fehlenden Hormone, welche sich während eines natürlichen Geburtsvorgangs entwickeln, sein. Weiters können Frauen bei einem Kaiserschnitt nicht mitarbeiten, was die Bindung zwischen Kind und Mutter ebenfalls stören kann.
 
Obwohl heutzutage das wichtige Bonding zwischen Mutter und Kind sowohl bei einer normalen Geburt wie auch bei einem Kaiserschnitt in den meisten Krankenhäusern gleich gefördert wird, berichten viele Mütter nach einer Sectio von einem Fremdheitsgefühl gegenüber ihres Babys
 
Da sich der Milcheinschuss aufgrund der fehlenden Hormone um ein bis zwei Tage verzögern kann, können zudem Stillproblemen auftreten. Einige Mütter fühlen sich stark verunsichert, was nicht selten zu einem Gefühl einer inneren Distanz führt, welches schwer zu überwinden ist. Nicht wenige Mütter stillen danach gar nicht mehr. Solltest Du hierbei Hilfe benötigen, frage am besten Deine Hebamme, Deinen Kinderarzt oder nimm eine psychologische Beratung in Anspruch.

Wie verläuft das Wochenbett nach einem Kaiserschnitt?

Einen Kaiserschnitt musst Du physisch wie auch psychisch verarbeiten:
 
Physisch
Du solltest Dir nach dem Eingriff viel Ruhe gönnen und mit Deinem Partner gemeinsam das Kind zuerst im Krankenhaus, dann zu Hause versorgen. Solltest Du unter großen Schmerzen leiden, kann Dir Dein Arzt Medikamente verschreiben. Es ist ratsam, Dir von Anfang an Hilfe zu holen, da Du anfangs nicht schwer heben solltest. Auch bei der Hausarbeit solltest Du jemanden um Unterstützung fragen. Am besten trägst Du nur lockere Kleidung und gehst eher langsam, da sich Dein Kreislauf erst stabilisieren muss. Pflege Deine Narbe und trage Binden, um Deinen Wochenfluss und Blutungen zu versorgen.
 
Psychisch
Viele Mütter empfinde nach der Geburt Trauer, Verunsicherung und sind verletzt. Hierbei ist es ratsam, über die Erlebnisse des Kaiserschnitts zu sprechen und sich in einen geschützten Rahmen zu begeben. Traumatische Geburten können ohne therapeutische Begleitung später zu Beziehungsschwierigkeiten mit dem Kind oder dem Partner führen. Hinzu kommen Probleme im Alltag oder bei der nächsten Schwangerschaft

Muss ich nach einem Kaiserschnitt auch Rückbildung betreiben?

Auch nach einem Kaiserschnitt solltest Du Rückbildungsgymnastik machen, jedoch solltest Du damit etwa vier bis sechs Wochen warten. Beginne mit sanften Übungen und überanstrenge Dich nicht. Nach etwa acht bis 12 Wochen kannst Du wieder mehr Sport machen.

Kann ich bei einer weiteren Geburt vaginal entbinden oder muss es wieder ein Kaiserschnitt sein?

In der Regel kannst Du Dein nächstes Baby auch nach einer Sectio auf natürlichem Wege gebären, sofern Du nicht schon zwei oder mehr Kaiserschnitte gehabt hast. Jedoch sollten folgende Voraussetzungen gegeben sein:
 

  • Die Geburt beginnt natürlich – ohne künstliche Einleitung der Wehen.
  • Das Gewicht des Kindes liegt unter vier Kilo.
  • Dein Becken ist groß genug.
  • Es liegt ein Jahr zwischen dem Kaiserschnitt und der Geburt.
  • Das Baby liegt richtig, beziehungsweise liegt auch kein anderer medizinischer Grund vor.

Ist die Kaiserschnittnarbe sehr groß?

Die Kaiserschnittnarbe ist im Durchschnitt zwischen zehn und zwanzig Zentimeter lang und verläuft an der „Bikini-Zone“, sodass sie kaum sichtbar ist. Je nach Pflege und Entwicklung der Narbe kann sie glatt, leicht rötlich oder etwas dunkler und wulstig sein. Mit der Zeit verblasst diese Färbung aber im Normalfall.

Wie pflege ich die Kaiserschnittnarbe am besten?

Am besten beginnst Du erst mit der Pflege der Narbe, wenn sie gut verschlossen ist. Du kannst die Heilung mit kleinen kreisrunden Massagebewegungen beschleunigen und damit Verwachsungen und ein unschönes Einziehen der Narbe verhindern. Dafür verwendest Du am besten Mandelöl oder eine spezielle Narbenpflegecreme von Deiner Hebamme oder aus der Apotheke. Auch kannst Du Arnika-Globuli einsetzen, um die Wundheilung zu fördern.
 
Die Kaiserschnittnarbe ist im Durchschnitt zwischen zehn und zwanzig Zentimeter lang und verläuft an der „Bikini-Zone“, sodass sie kaum sichtbar ist

Was kostet der Kaiserschnitt?

Ein Kaiserschnitt auf Wunsch kostet in etwa 3.000 Euro. Dein Arzt bestimmt, ob medizinische Gründe vorliegen oder nicht. Sollte dies nicht der Fall sein, musst Du die Kosten selbst tragen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Kaiserschnitt?

Sollten medizinische Gründe vorliegen, übernimmt die Krankenkasse die gesamten Kosten für den Kaiserschnitt. Bei einem Wunschkaiserschnitt, bei dem keine medizinische Indikation vorliegt, musst Du die Kosten in der Regel selbst tragen. Falls Du in einer Privatklinik entbinden möchtest und keine private Zusatzversicherung hast, musst Du die Kosten ebenfalls selbst bezahlen.

 


Dauer Dauer

60-90 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

6 Wochen

Stationärer Aufenthalt Stationär

4-7 Tage

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MOOCI Siegel
Dr. med. Christine Chung, MPH

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Babenbergerstraße 9/11 , Wien

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Dr. med. univ. Alexander Just

Dr. med. univ. Alexander Just

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe

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Das Wichtigste zusammengefasst

Unter einem Kaiserschnitt verstehen Mediziner einen operativen Eingriff, bei dem das Kind nicht über den natürlichen Weg – über die Vagina, sondern über einen Bauchschnitt entbunden wird


In der Medizin wird, je nach Zeitpunkt, zwischen einem primären, also einem geplanten und einem sekundären, einem ungeplant durchgeführten Kaiserschnitt unterschieden


Die Ursache für einen Kaiserschnitt kann absolut – zwingend notwendig und relativ – nicht zwingend notwendig sein. Daneben gibt es noch den sogenannten Wunschkaiserschnitt, welcher rein aus persönlichen Gründen durchgeführt wird


Bei der Operation wird in der Regel ein regionales Betäubungsverfahren eingesetzt, nur im Notfall kommt eine Vollnarkose zum Einsatz. Bei der eigentlichen Operation unterscheiden Mediziner zwischen der klassischen und der sanften Methode

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