Halsstraffung/ Halslifting

Schlaffe Haut am Hals tritt bei so ziemlich jedem im Laufe des Lebens auf, da die Haut mit der Zeit an Elastizität verliert. Eine schlaffe Haut kann Dich älter aussehen lassen und das Selbstbewusstsein mindern. Durch eine Halsstraffung kannst Du dem optischen Alterungsprozess der Haut am Hals entgegenwirken. Eine Halsstraffung stellt die glatten, festen Halskonturen wieder her. Das Ergebnis hält etwa zehn Jahre lang an. Vor- und Nachteile dieser chirurgischen Möglichkeit möchten wir Dir hier aufzeigen.


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Online-Redaktion

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Zuletzt aktualisiert: 2. Juni, 2020



ICD-10-GM-2020 Z41

Was versteht die Medizin unter einer Halsstraffung?

Die Halsstraffung ist ein Verfahren aus der kosmetischen Chirurgie, welches dem Bereich der Rhytidektomie zugeschrieben wird. Dieser Begriff umfasst alle operativen Maßnahmen der plastischen ästhetischen Chirurgie, bei der ein Arzt erschlafftes Hautgewebe im Rahmen einer operativen Behandlung strafft und dem Patienten so zu einem jüngeren Hautbild verhilft.
 
Die Halsstraffung ist keine eigene Behandlungsform der modernen Schönheitschirurgie, sondern eher eine alte klassische Technik der Hautstraffung im Gesichts- und Kopfbereich.

Wann ist eine Halsstraffung sinnvoll?

Wenn Dein Gesicht jünger und straffer aussieht als Dein Hals und Du der natürlichen Alterserscheinung entgegenwirken möchtest, kann eine Halsstraffung sinnvoll sein. Auch ein Doppelkinn, überschüssige Haut am Hals oder ein „Truthahnhals“ können Gründe für ein Halslifting/ -straffung sein.

Welche Ursachen hat eine schlaffe Haut am Hals?

Die Haut am Hals ist sowohl tagsüber als auch nachts ständig in Bewegung, weswegen schon allein das Alter und die Veränderung des Gewebes über die Jahre der Hauptrisikofaktor für schlaffe Haut ist.
 
Meist ist der Hals außerdem nicht vor Sonneneinstrahlung geschützt, obwohl UV-Strahlen einer der Hauptverursacher übermäßiger Hautalterung sind. Die UV-Strahlen dringen in tiefe Hautschichten vor und schädigen die Haut dort nachhaltig, wodurch die natürliche Spannkraft der Haut verloren geht.
 
Allerdings ist auch der Konsum von Alkohol und Nikotin für eine vorzeitige Hautalterung verantwortlich, da durch ihren Konsum die Durchblutung der Haut und damit die Zellteilung gestört wird. Des Weiteren gelangen dadurch weniger Nährstoffe in die Haut.

Auch eine ungesunde Ernährung mit viel Fett und Zucker ist für schlaffe Haut und starke Falten verantwortlich. In diesem Zusammenhang sollte aber auch erwähnt werden, dass eine gute Hautpflege die Effekte abmildern kann.

Der Konsum von Alkohol und Nikotin ist oft für eine vorzeitige Hautalterung verantwortlich.

Welche Formen des Halsliftings gibt es?

Es gibt verschiedene Formen des Halsliftings. Die wohl bekannteste ist die operative Straffung der Halshautpartie durch eine Reduktion des Hautgewebes. Ein Vorteil dieser Methode ist die dauerhafte Reduktion des Hautgewebes am Hals und die damit verbundene “langfristige” Straffung der Hautregion. Es ist aber auch möglich, die Halshautpartie durch eine operative Auffüllung des Hautgewebes mittels Eigenfettinjektion zu straffen.
 
Dazu entnimmt der Chirurg zunächst Eigenfett aus dem Bauch- oder Oberschenkelbereich, um dieses nach einer Aufbereitung in die erschlafften Hautbereiche einzubringen. Durch diese Injektion füllt er das verlorene Unterhautfettgewebe auf und der Hals wirkt optisch voller und straffer. Dieses Verfahren ist im Vergleich zur klassischen Operation schonender, ist aber nicht für stark erschlaffte Haut geeignet.
 
Nicht operative Methoden der Halsstraffung beruhen auf der Förderung der Hautelastizität. Die häufigsten nicht operativen Straffungsmaßnahmen sind Massagen und Kompressionsbehandlungen sowie Behandlungen mit Injectables. Allerdings sind solche Maßnahmen recht begrenzt in ihrer Wirksamkeit.
 
Injectables führt der Arzt in der Regel mit Hyaluronsäure oder Radiesse, also Calcium Hydroxylapatit, durch. Die injizierte Flüssigkeit füllt die Hautpartie zwar auf, baut nach einer gewissen Zeit wieder ab. Deshalb sind diese Ergebnisse nur von geringer Dauer.

Welche operativen Methoden der Halsstraffung gibt es?

Es gibt verschiedene operative Methoden der Halsstraffung, die bekanntesten sind hierbei die Platysma-Halsstraffung und die SMAS-Halsstraffung. Die Platysma-Plastik ist eine leichte Form des Halsliftings und fokussiert vor allem auf die Straffung des Platysma-Halsmuskels. Bei der SMAS-Halsstraffung lassen sich auch stärkere Hauterschlaffungen korrigieren.

Was sind die Voraussetzungen für eine Halsstraffung?

Damit der Arzt bei Dir eine Halsstraffung durchführen kann, muss er zunächst feststellen, ob Du bestimmte Kriterien dafür erfüllst. So eignen sich Patienten mit überschüssigem Fettgewebe, bei denen sich am Hals und an der unteren Kinnpartie starke Falten gebildet haben für eine Halsstraffung.
 
Du solltest außerdem volljährig sein und das Körperwachstum sowie eventuell bestehende Gewichtsreduktionen sollten abgeschlossen sein. Auch die Beschaffenheit und die Struktur Deiner Haut spielen dabei eine große Rolle. Bedenke, dass diese OP meist nur im hohen Alter durchgeführt wird.
 
Außerdem solltest Du körperlich gesund sein, um zunächst die Operation und dann den Heilungsprozess bestmöglich zu bewältigen und schnell wieder zu genesen. Wenn Du unter Vorerkrankungen oder Erbkrankheiten leidest, solltest Du dies Deinem Arzt mitteilen, damit er das Risiko eines operativen Eingriffs realistisch abschätzen kann. Leidest Du an einer schweren Allgemeinerkrankung oder an einer Blutgerinnungsstörung, kann er den Eingriff möglicherweise nicht durchführen.

Eine Halsstraffung kann operativ oder nicht operativ durchgeführt werden.

Wie kann ich mich auf eine Halsstraffung vorbereiten?

Vor dem Eingriff solltest Du Dich schonen und bei Möglichkeit auf Alkohol und Nikotin, Sonnenbäder und Saunabesuche verzichten. Solltest Du blutverdünnende oder blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen, solltest Du dies im Vorfeld mit Deinem Arzt besprechen. Gegebenenfalls musst Du diese Medikamente absetzen. Zu solchen Medikamenten zählen zum Beispiel Aspirin, Plavix, ASS, Thrombo ASS und Marcoumar.

Welche Narkose wird bei einem Halslifting eingesetzt?

Wenn Du lediglich ein kleines Halslifting durchführen lässt, kann Dich der Anästhesist in einen Dämmerschlaf versetzen oder lokal betäuben. Wenn bei Dir allerdings eine Kombination mehrerer Straffungsoptionen durchgeführt werden soll, entscheiden sich die Ärzte eher für eine Vollnarkose.

Wie wird eine Halsstraffung durchgeführt?

Bei der Platysma-Halsstraffung setzt der Chirurg einen etwa fünf Zentimeter langen Schnitt unterhalb des Kinns. Dann formt er den Halsmuskel um, strafft ihn und vernäht den Schnitt danach. Das Verfahren bewirkt, dass die “Halsbänder” (in der Mitte des Halses), die oft als Anzeichen fortgeschrittenen Alters angesehen werden, wieder gestrafft werden.
 
Bei der SMAS-Halsstraffung setzt der Arzt die Schnitte unterhalb und hinter den Ohren. Dann hebt er die Haut an und schneidet einen Teil der schlaffen Haut heraus. Zusätzlich strafft er ebenfalls den Platysma-Muskel. Anschließend glättet er die Haut und vernäht sie mit dünnen Fäden.
 
Wenn bei dem Eingriff ein massives Doppelkinn entfernt werden soll, muss der Chirurg größere Schnitte machen. Dies kann durch Restfettdepots und erhebliche Hautüberschüsse notwendig sein. Um diese zu entfernen, arbeitet der Arzt mit einem deutlich größeren Hautschnitt.
 
Diese Technik wird oft mit einer Gesichtsstraffung kombiniert. Die Schnitte können zickzackförmig von der Unterseite des Kinns bis hin zum Kehlkopf verlaufen oder entlang des Tragus und hinter den Ohren gesetzt werden. Durch die Verwendung dieser Schnitttechnik verhindert Dein Arzt, dass durch die Narbenschrumpfung in der Heilungsphase Verschiebungen im Hautbild entstehen.
 
Je nach Intensität und gewählter Operationsmethode dauert ein solcher Eingriff etwa ein bis drei Stunden. Wenn die Halsstraffung als Teil einer größeren Operation geplant wurde, kann der Eingriff auch länger dauern.

Das Ergebnis einer Halsstraffung ist in der Regel nach kurzer Zeit sichtbar.

Wie gestaltet sich die Nachsorge bei einem Halslifting?

Nach der Operation solltest Du Dich genau an die Anweisungen Deines Arztes halten, um die Wundheilung positiv zu beeinflussen und so die postoperativen Risiken für die Gesundheit zu reduzieren, als auch um die Wirkung des Eingriffes selbst zu verstärken. Du solltest zum Beispiel darauf achten, den Kopf möglichst ruhig zu halten und Anstrengungen wie zum Beispiel Sport für etwa vier bis sechs Wochen lang zu vermeiden.
 
Auch auf direkte Sonneneinstrahlung, Solarium- und Saunabesuche solltest Du etwa zwei Monate lang verzichten. Du solltest außerdem regelmäßig die Wunde reinigen und Deine Kontrolltermine beim Arzt wahrnehmen. Abhängig von der gewählten Methode solltest Du nach etwa zwei Wochen wieder arbeiten können.

Wann sind die Ergebnisse einer Halsstraffung sichtbar?

Die Ergebnisse des Halsliftings werden sichtbar, wenn die Schwellungen durch die Operation nachlassen. Wann dem soweit ist, ist von Patient zu Patient unterschiedlich.

Was sind die Vorteile einer Halsstraffung?

Die Halsstraffung ist ein Verfahren aus der ästhetisch plastischen Chirurgie, um überschüssiges, hängendes Haut- und Fettgewebe zu entfernen, sowie um Falten zu entfernen. Das Halslifting ist also keine Methode, die dem Alterungsprozess und der Fettleibigkeit entgegenwirken kann.
 
Das Profil von Gesicht und Hals wird durch den Eingriff gestrafft, wodurch Patienten meist ein deutlich jüngeres Erscheinungsbild erhalten. Bei einigen Patienten führt das zu mehr Selbstvertrauen und mehr Lebensfreude. Ein weiterer Vorteil der Halsstraffung ist die lang anhaltende Wirkung.
 
Außerdem kannst Du ein Halslifting sowohl mit einem Facelifting als auch mit einer Fettabsaugung kombinieren, um ein gleichmäßigeres und deutlicheres Ergebnis zu erzielen. Die Narben, die nach einem Halslifting zurückbleiben sind meist sehr fein und befinden sich am unteren Kinn und an den Ohren, wodurch sie für andere kaum sichtbar sind und teilweise durch Haare oder Bartstoppeln verdeckt werden können.

Was sind die Nachteile einer Halsstraffung?

Leider kommt der operative Eingriff nicht für alle Personen infrage. Außerdem übernehmen die Krankenkassen die Kosten nicht ohne das Vorliegen eines medizinischen Grundes. Wie auch bei jedem anderen operativen Eingriff sind Risiken und Komplikationen nicht komplett auszuschließen. Narben können unschön und sichtbar sein, innere Vernarbungen können zu Schmerzen und Sensibilitätsstörungen führen.

Welche Komplikationen können bei einer Halsstraffung auftreten?

Alle Eingriffe, auch die der ästhetischen und plastischen Chirurgie, sind mit Risiken verbunden. Wenn aber ein erfahrener Arzt den Eingriff durchführt, ist eine Halsstraffung eine sehr sichere und risikoarme Operation.
 
In den ersten Wochen nach einer Operation treten häufig Schwellungen und Blutergüsse auf, dies ist aber kein Grund zur Besorgnis, sondern völlig normal. Wurde bei Dir ein recht großflächiger Eingriff durchgeführt, können Wundwasserergüsse, sogenannte Serome, auftreten. Auch diese sind eine häufige Begleiterscheinung des Halsliftings.
 
Bei einer Halsstraffung kann es außerdem zu Nachblutungen, Durchblutungsstörungen der Haut, Asymmetrien, Nervenverletzungen, Verlagerungen des Haaransatzes sowie zu vorübergehenden Gefühlsstörungen der Wangenhaut kommen.

Die Kosten für eine Halsstraffung beginnen durchschnittlich bei 2.500 Euro.

 Wie viel kostet eine Halsstraffung?

Durchschnittlich beginnen die Kosten für eine Halsstraffung bei 2.500 Euro. Der Preist für ein Halslifting ist abhängig von dem gewünschten Eingriff und werden unter anderem durch die Operationsmethode, dem Aufwand, der Dauer des Eingriffes sowie der Anzahl der benötigten Termine beeinflusst. Die Hautstraffung wird häufig mit einer Halsmuskelplastik kombiniert, da dies das ästhetische Gesamtbild des Halses abrundet.
 
Je aufwendiger allerdings die Operation, desto teurer wird auch der Eingriff. Generell beginnen die Preise bei etwa 3000 Euro und liegen im Durchschnitt bei circa 5000 bis 10.000 Euro. Im Beratungsgespräch kannst Du alle Fragen mit Deinem Arzt klären.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Halsstraffung?

Da es sich bei der Halsstraffung nicht um eine medizinisch notwendige Behandlung handelt, übernehmen die Krankenkassen die Kosten dafür meist nicht. In seltenen Ausnahmefällen gewähren sie jedoch eine Kostenübernahme.
 
Zum Beispiel, wenn die Straffung nach einer sehr starken Gewichtsreduktion und damit verbundenen Beeinträchtigungen im Alltag durch die erschlaffte Haut durchgeführt wird oder wenn sich durch die Straffung des Hautgewebes eine nachweisliche Verbesserung der emotionalen Gesundheit des Patienten erzielen lässt.


Dauer Dauer

Je nach Behandlung

Ausfallzeit Ausfallzeit

Circa zwei Wochen

Stationärer Aufenthalt Stationär

Je nach Behandlung

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Dr. med. Hans Bucher

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Das Wichtigste zusammengefasst

Bei der Halsstraffung handelt es sich um eine Methode aus der plastischen Chirurgie, um Alterserscheinungen durch erschlaffte Haut am Hals zu verbessern


Ursachen für schlaffe Haut am Hals sind fortgeschrittenes Alter, UV-Strahlung, der Konsum von Alkohol und Nikotin, eine fett- und zuckerreiche Ernährung und mangelhafte Hautpflege


Die verschiedenen Formen des Halsliftings gliedern sich in operative Verfahren wie die Platysma-Halsstraffung oder die SMAS-Halsstraffung, eine Auffüllung durch Injektionen mit Eigenfett sowie nicht operative Methoden wie Massagen und Kompressionsbehandlungen sowie Behandlungen mit speziellen Injectables


Es handelt sich um recht risikoarme Verfahren, dennoch solltest Du bedenken, dass es einen Eingriff in Deinen Körper darstellt und dass es auch hier zu Komplikationen kommen kann. Außerdem musst Du die Kosten meist selbst tragen

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