Tipps für eine straffe Haut ohne OP!

Es mag verrückt klingen, doch die Haut beginnt sich ab dem Moment unserer Geburt zu verändern. Das merken wir spätestens in der Pubertät, wenn sich die Haut plötzlich zur Problemzone entwickelt.


AUTOR

Dr. med. Benjamin Gehl

Medizinischer Experte

CO-AUTOR

Miriam Ankrah

Online-Redaktion


Letztes Update: 12. November, 2019

Es mag verrückt klingen, doch die Haut beginnt sich ab dem Moment unserer Geburt zu verändern. Das merken wir spätestens in der Pubertät, wenn sich die Haut plötzlich zur Problemzone entwickelt. In dieser Phase ist die Haut noch schön dick, elastisch und kann viel Feuchtigkeit speichern. Das ändert sich ab dem 25. Lebensjahr. Der Sauerstoff- und Nährstofftransport, der über das Blut stattfindet, nimmt ab und die Zellerneuerung verlangsamt sich. Die Haut verliert immer mehr an Spannkraft und Elastizität. So gut die Gene, regelmäßiges Training oder die Hautcreme auch sein mögen: Das Alter geht an niemandem von uns spurlos vorbei. Viele entscheiden sich dann für einen chirurgischen Eingriff, um diese “Problemzonen”, wie überschüssigem Gewebe, Dehnungsstreifen, unebener Haut und Falten, anzugehen. Die gute Nachricht: Nicht immer ist eine aufwendige OP notwendig.

Ernährung

Deine Haut ist der Spiegel der Lebensmittel, die Du täglich zu Dir nimmst. Lebensmittel wie Apfelessig, Kaffee, tierisches Eiweiß, Milchprodukte, schwarzen Tee oder Weißmehlprodukte übersäuern Deinen Körper und schwächen somit das Bindegewebe. Der nächste Feind von straffem Bindegewebe sind zuckerhaltige Produkte wie Softdrinks, Kuchen, Eis und Co. Nicht nur, weil sich beim Gärungsprozess im Magen Säuren bilden, sondern auch, weil Zucker sehr stark entzündend für den Körper ist, was schwache Zellwände im Bindegewebe zur Folge hat. Doch das schlimmste, was wir unserem Bindegewebe antun können, ist Alkohol. Er besteht nicht nur aus extrem viel Zucker und ist somit reich an Kalorien, sondern enthält giftige Toxine, die die Elastizität deiner Haut zerstören. Besser wären daher Lebensmittel, die in die entgegengesetzte Richtung funktionieren und für eine straffe Haut sorgen. Ideale Bindegewebs-Supporter sind basische Lebensmittel mit viel Magnesium und Calcium wie grünes Gemüse, Fisch, Hülsenfrüchte und Co.

Wichtig ist es viel, aber vor allem gesund zu trinken. Denn bei zu wenig Flüssigkeit bleiben Schadstoffe in Deinem Körper zurück, die die Haut unelastisch machen. Am besten Du trinkst tagsüber ein bis zwei Liter lauwarmes Wasser. Das kann der Körper besser und vor allem länger speichern und so Schadstoffe leichter ausschwemmen.

Massagen

Eine klassische Bürstenmassage auf trockener Haut ist ein einfaches Mittel, die Haut zu pflegen und den gesamten Organismus in Schwung zu bringen. Durch das sanfte Streichen wird der Körper bei seiner Entsäuerung und Entgiftung unterstützt, die Poren öffnen sich und die Haut wird besser durchblutet. Schad- und Entzündungsstoffe werden so leichter abtransportiert. Außerdem bringt eine Massage Deinen Kreislauf in Schwung, stärkt Dein Immunsystem und kann die Struktur deiner Haut verbessern.

Pflegeprodukte

Eine Creme, die die Zeit zurückdrehen kann, ist uns leider noch nicht bekannt, doch die Wissenschaft findet immer weitere Faktoren, die neben richtiger Ernährung und viel Bewegung dabei helfen können das Bindegewebe zu stärken. So sollen Koffein-Peelings, Bodylotions und andere Cremes mit hohem Feuchtigkeitsfaktor, entzündungshemmenden Inhaltsstoffen wie Rosskastanie oder rotem Weinlaub, aber auch Produkte mit Coenzym Q10 oder Kollagen positiv auf das sichtbare Bindegewebe der Haut auswirken.

Bewegung

Das A und O für eine straffere Haut und starkes Bindegewebe lautet Bewegung. Einfach mal zur Arbeit laufen oder die Treppe statt des Fahrstuhls nehmen, sind schon kleine Dinge im Alltag, die dabei helfen können, straffere Haut zu bekommen. Natürlich helfen Ausdauer- und Krafttraining dabei Dein Bindegewebe sowie Deine Muskeln zu kräftigen – doch sollten auch immer sanfte Dehnungsübungen und gezielte Übungen für spezielle Körperregionen auf Deinem Workout-Plan stehen.

Faszienrollen

Faszienrollen sind Schaumstoffrollen, die für spezielle Übungen eingesetzt werden und den Körper während der Bewegung massieren. Der Mix aus Dynamik und Druck soll den Stau im Gewebe lösen. Das regt auch die Durchblutung, sowie den Fluss von Hyaluronsäure an. Durch die Selbstmassage verteilt sich die Hyaluronsäure sowie andere Körperflüssigkeiten gleichmäßig über das Gewebe und der Stoffwechsel wird angekurbelt.

Thermage

Bei der Thermage, kann faltige und unebene Haut schonend geglättet und konturiert werden, so aktuelle Artikel zur Technik. Da viele Patienten mit dem Ergebnis auf Kriegsfuß stehen, stellen wir neutral dar, was diese Technik können soll: ohne chirurgischen Eingriff oder Injektionen, kann man in den meisten Fällen bereits nach einer Behandlungssitzung studientechnisch beweisbare Ergebnisse erkennen. Bei der Thermage werden die tieferen Hautschichten über ein spezielles Handstück mittels einer hoch entwickelten Radiofrequenztechnologie sanft erwärmt. Dadurch wird das Unterhautbindegewebe stimuliert und die Kollagenneubildung angeregt. Nach der Behandlung kommt es durch die Neubildung von Kollagen zu einer Verbesserung, die sich bis zu sechs Monate fortsetzt. In Studien kann dieser Effekt auf zellebene nachgewiesen werden.

Zur Anwendung kommt die Thermage zur Behandlung von Falten, nachlassender Hautelastizität aufgrund einer Schwangerschaft, Gewichtsverlust oder dem Alter, am Bauch, Po, an den Knien, Beinen, Armen und Händen, sowie auch im Gesichtsbereich. Abhängig von der Hautbeschaffenheit und dem natürlichen Alterungsprozess kann das Ergebnis der Behandlung einige Jahre lang anhalten, jedoch gibt es dafür keine 100 Prozentige Garantie. Je älter man ist und je dünner die Haut bereits ist, desto schwieriger ist es, gute und deutliche Effekte zu erzielen. Die Anwendung einer Thermage kann dabei helfen das Hautbild zu verbessern, jedoch gibt es hierzu, wie bereits erwähnt, mehrere unterschiedliche Meinungen und Ergebnisse.

Aber warum ist es denn überhaupt wichtig Dein Bindegewebe zu stärken?

Das Bindegewebe ist ein körpereigener Schutz für Muskeln und Organe. Wird es schlaff, kann dies gesundheitliche Probleme verursachen: Muskeln, Adern, Haut, Herz oder Augen werden nicht mehr richtig gestützt. Außerdem ist das Bindegewebe dafür zuständig, wichtige Nährstoffe zu den Zellen zu transportieren und im Austausch Abfallstoffe über die Blase, den Magen oder durch Schwitzen auszustoßen. Je schlaffer das Bindegewebe also, desto schlechter funktioniert der Zellprozess.

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