So wirkt sich das Coronavirus auf die Umwelt aus

Noch vor drei Monaten war Klimaschutz das alles beherrschende Thema, doch in den letzten Wochen interessierte sich scheinbar niemand mehr dafür. Das ist schade, denn gerade jetzt beweisen wir uns selbst, dass Flora und Fauna bereits nach kurzer Zeit einen großen Nutzen von gewissen Einschränkungen ziehen können. Fakt ist: Die Corona-Pandemie hat auf alle Teile der Weltgesellschaft sehr starke und negative Auswirkungen - man bedenke nur allein an die massiv steigenden Arbeitslosenzahlen. Doch das Coronavirus hat auch positive Auswirkungen - zumindest auf die Umwelt. Welche das sind, und ob es längerfristige Effekte auf die Umwelt geben wird, erfährst Du hier!


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Online-Redaktion


Zuletzt aktualisiert: 17. April, 2020

Was hat sich in den letzten Wochen geändert?

Das Leben in vielen Teilen der Welt wurde in den letzten Wochen drastisch eingeschränkt. Die meisten Menschen können ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen oder arbeiten im Home-Office. Dadurch wurde nicht nur die Industrieproduktion teilweise heruntergefahren, sondern auch der Verkehr auf den Straßen kam beinahe zum Erliegen.
 
Weitere Folgen der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sind geschlossene Geschäftslokale, Büros und Gastronomiebetriebe. Der Reiseverkehr – vor allem Flüge – wurde ebenfalls stark eingeschränkt. Viele Fluglinien haben ihren Betrieb vorerst eingestellt.
 
Durch eine reduzierte Emission und weniger Industrieprozesse ist zu vermuten, dass sich positive Auswirkungen auf die Umwelt erkennen lassen. Diese Einschränkungen wirken sich zumindest grundsätzlich positiv auf die Luftqualität, die Lärmsituation und die Menge der ausgestoßenen Treibhausgase auswirkt.
 
Der Energieverbrauch von Fabriken und Firmen ist zwar zurückgegangen, dafür verbrauchen Privathaushalte aktuell viel mehr Strom als sonst. Außerdem wurden zahlreiche Flurreinigungsaktionen abgesagt, was bedeutet, dass viele Abfälle in der Natur bleiben und nicht im Zuge dieser Aktionen beseitigt werden.

Die Tierwelt profitiert sehr stark von der Corona-Krise und holen sich ihre Reviere zurück.

Welche Auswirkungen haben die Ausgangssperren auf die Umwelt?

Bereits nach kurzer Zeit konnten unmittelbare Effekte nachgewiesen werden. Am stärksten sind die Auswirkungen der Corona-Krise in der Luftqualität erkennbar: Besonders in Städten und an verkehrsnahen Standorten zeigen sich deutliche Rückgänge der Stickstoffoxide, welche vor allem durch Verkehr in die Luft freigesetzt werden.
 
Der eingeschränkte Energieverbrauch und die reduzierte Mobilität wirken sich unmittelbar auf die Umwelt aus. Und auch die eingeschränkte industrielle Produktion führt zu deutlichen Emissionsreduktionen. Jedoch stellt sich hier die Frage, ob es sich dabei nicht nur um kurzfristige Besserungen handelt.
 
Die Corona-Krise hat auch Auswirkungen auf die Wasserqualität. Die Corona-Krise führte zu einer geringeren Verschmutzung der Gewässer und auch der ohrenbetäubende Lärm, der durch Boote und Schiffe erzeugt wird, kann die Wasserbewohner nicht mehr (so stark) stören.
 
Vielerorts erlebt auch die Tierwelt auf dem Land einen Aufschwung aufgrund der Corona-Krise: Menschen berichten von Delfinsichtungen und von Wildtieren, die sich in Ortschaften ausgebreitet haben. Durch den geringen Verkehr gibt es auch weniger Tiere, die durch Autos ihr Leben verlieren.

Die Qualität der verschiedenen Gewässer ist deutlich besser geworden, besonders Venedig berichtet von einer extremen Besserung.

Wie können die Effekte längerfristig aufrecht erhalten werden?

Es ist noch unklar, wann das Leben in den verschiedenen Ländern wieder auf Normalbetrieb umgestellt wird. Einige Länder haben ihre Maßnahmen bereits etwas gelockert oder planen, sie ab Anfang Mai schrittweise zu lockern – natürlich immer unter der Prämisse, dass man sich von den aktuellen Zahlen leiten lässt.
 
Dennoch ist zu erwarten, dass Industrie und Wirtschaft wieder voll durchstarten möchten, um den Verlust der letzten Wochen wieder auszugleichen. Um die Umwelt langfristig zu schützen und die positiven Effekte, die sich bisher abzeichnen, aufrecht zu erhalten, ist jedoch genau dieses Vorgehen falsch.
 
Nur langfristige Änderungen können effektiv zu Verbesserungen führen. Dazu ist jedoch ein struktureller Wandel der Mobilität, der Produktion und des Konsums notwendig. Die Corona-Krise zeigt jedoch, dass wir Menschen in der Lage sind unser ganzes Leben innerhalb kurzer zeit anzupassen und einzuschränken.
 
Es gibt bereits viele nachhaltige und innovative Konzepte – vieles davon schien vor Kurzem noch undenk- oder umsetzbar. In der Krise werden neue Lebensstile, die Nachhaltigkeit in der Mobilität, dem Konsum, der Ernährung und im Umgang mit der Natur, unterstützen, denkbarer.

Unsere Umwelt nach Corona

Im Moment ist es also noch schwierig zu sagen, welche positiven Effekte in Zukunft bestehen bleiben. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Umwelt nur langfristig von der Corona-Krise profitiert, wenn konkrete und realistische Lösungsstrategien und Zukunftsperspektiven entwickelt werden.
 
Klar ist jedoch, dass es sich um eine Ausnahmesituation handelt. Selbst positive Effekte für die Umwelt, sind in vielen Fällen mit negativen gesellschaftlichen Maßnahmen verknüpft. Wir bekommen aber gerade einen Einblick, was in der Natur passiert, wenn wir ihr ein bisschen mehr Raum geben.
 
Nach der Krise wissen wir dann, wie wir die Natur auch in Zukunft auf eine nachhaltige Art und Weise unterstützen können – durch einen Wandel hin zu einer klimafreundlichen und artenschutzverträglichen Arbeits- und Wirtschaftsweise in Österreich und weltweit.
 
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