Preise in der Plastischen Chirurgie

In den letzten Jahrzehnten ist die ästhetische und plastische Chirurgie immer populärer geworden. Durch diesen Erfolg stellt sich die Frage, ob durch die größere Nachfrage auch die Preise in die Höhe gestiegen sind oder nicht. Wir haben uns deshalb mit Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über die Preisentwicklung der letzten Jahre und der aktuellen Preissituation unterhalten.


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Medizinischer Experte

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Online-Redaktion


Zuletzt aktualisiert: 27. September, 2020

Immer mehr Menschen entscheiden sich trotz der hohen Kosten, die solche Behandlungen teilweise mit sich bringen, aus ästhetischen oder gesundheitlichen Gründen für eine Schönheitsoperation. Viele Menschen schrecken vor den gängigen Preisen zurück und wenden sich an billige Angebote im Ausland, die qualitativ meistens hinter heimischen Ärzten und Kliniken zurückbleiben und schädlich für den Patienten sein können. Damit Du einen Überblick gewinnst, welche Preise für die jeweiligen Behandlungen seriös und vertretbar sind, haben wir uns die verschiedenen Kosten in Österreich, Deutschland und der Schweiz genauer angeschaut und uns für Dich durch den undurchsichtigen Preisdschungel der plastischen Chirurgie gekämpft.
 
Der Preis ist bis zu einem gewissen Punkt ein Qualitätsmerkmal in der Plastischen Chirurgie.

Zusammensetzung der Kosten

In der plastischen und ästhetischen Chirurgie ist es schwierig, ohne eine Untersuchung und Einschätzung seitens eines Facharztes einen Preis festzulegen, weshalb Informationen zu den Kosten oft nicht zu finden sind oder nur Mindestpreise angegeben werden.
 
Für die Ermittlung eines Preises kommt es darauf an, ob es sich um einen operativen oder nicht operativen Eingriff handelt, ob eine lokale Narkose oder eine Vollnarkose notwendig ist und ob ein längerer Klinikaufenthalt geplant ist. Der Endpreis setzt sich außerdem aus den Kosten für das Team, den Arzt, den Behandlungsraum und das verwendete Material zusammen. Bei jeder Behandlung kommt es zusätzlich auf die Ausgangssituation an und darauf, welches Ergebnis erzielt werden soll.
 
Da es eine Vielzahl an Behandlungen gibt, haben wir uns mit zehn Eingriffen der plastischen und ästhetischen Chirurgie auseinandergesetzt, die sowohl bei Männern als auch bei Frauen am beliebtesten sind. Die VDÄPC (Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgie) gibt an, dass viele Patienten die Corona-Krise zur Selbstoptimierung nutzen. Besonders Fettabsaugungen und gesichtsverjüngende Behandlungen erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Am populärsten sind demnach Lidstraffungen, da durch die Maskenpflicht die Augen besonders im Fokus stehen.

Die zehn beliebtesten Behandlungen

Brustvergrößerung
 
Sowohl in Österreich als auch in Deutschland musst Du durchschnittlich mit einem Gesamtpreis von circa 5.400 Euro rechnen, seriöse Preise beginnen bei etwa 4.800 Euro. Brustvergrößerungen in der Schweiz sind etwas teurer als in Österreich und Deutschland. Die Kosten für eine Vergrößerung der Brüste mit Implantaten liegen in der Schweiz zwischen 5.000 und 12.000 Schweizer Franken, der Durchschnittspreis beträgt um die 8.525 Schweizer Franken, was umgerechnet etwa 8.000 Euro sind.
 
Nasenkorrektur
 
Die Kosten einer operativen Nasenkorrektur in Deutschland und Österreich können sich auf 4.000 bis 8.000 Euro belaufen. Der Durchschnittspreis einer Nasenkorrektur beläuft sich auf 5.900 Euro. Die durchschnittlichen Kosten für eine operative Nasenkorrektur in der Schweiz belaufen sich auf 10.000 Schweizer Franken, umgerechnet 9.400 Euro, und liegen somit deutlich über denen in Österreich und Deutschland. Die Preise in der Schweiz reichen dabei von 6.500 bis über 12.000 Schweizer Franken.
 
Fettabsaugung
 
Die Preise in Österreich beginnen bei 1.500 Euro und können sich, je nach Aufwand, bis zu 8.000 Euro oder mehr belaufen. Ein solch hoher Preis ist aber eher selten, die durchschnittlichen Kosten belaufen sich, sowohl in Deutschland als auch in Österreich, auf circa 3.600 Euro. In der Schweiz zahlst Du für eine Fettabsaugung durchschnittlich 4.850 Schweizer Franken, also 4.560 Euro. Die Preisspanne einer Liposuktion liegt in der Schweiz zwischen 2.000 und 15.000 Euro.
 
Hals-, Stirn- und Facelift
 
Die Kosten für ein Hals-, Stirn- und/oder Facelift hängen sehr stark vom Aufwand und Umfang der Behandlung ab. Auch das Alter des Patienten, der Gesamtzustand seiner Haut und das gewünschte Ergebnis sind bei Eingriffen dieser Art ausschlaggebend für den Endpreis.
 
Die Preise in Deutschland und Österreich belaufen sich auf durchschnittlich 5.500 bis 6.600 Euro. Die Preise liegen, je nach Ausmaß des Eingriffes, zwischen 2.500 und 12.000 Euro. Die Preisspanne in der Schweiz liegt zwischen 4.000 und 26.000 Schweizer Franken. Die Durchschnittskosten belaufen sich auf 14.000 Schweizer Franken, also 13.100 Euro.
 
Faltenunterspritzung mit Fillern
 
Die Preise für eine Faltenunterspritzung hängen sehr stark vom verwendeten Füllmaterial und der Stelle, die behandelt werden soll, sowie von der benötigte Menge an Füllmaterial ab.
 
Die Preise in Deutschland und Österreich sind dabei wieder sehr ähnlich und beginnen meistens bei 180 Euro und können, bei intensiver Behandlung, bis auf 1.000 Euro oder mehr steigen. Im Schnitt wird für eine Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure oder Botulinumtoxin zwischen 250 und 350 Euro verlangt.
 
Die Kosten für eine Faltenunterspritzung in der Schweiz weichen nicht stark von denen in Deutschland und Österreich ab. Im Schnitt zahlst Du 380 Schweizer Franken, umgerechnet 357 Euro. Die Preisspanne liegt zwischen 250 und 750 Schweizer Franken.
 
Die Preise in der Plastischen Chirurgie setzen sich aus verschiedenen Faktoren, wie dem verwendeteten Füllmaterial, zusammen.
 
Lidstraffung
 
Wenn Du Dich für eine Lidstraffung entscheidest, hast Du die Wahl zwischen einer Oberlidkorrektur, einer Unterlidkorrektur oder eine Korrektur beider Lider. Die Kosten sind dann natürlich davon abhängig, welchen Eingriff Du wählst.
 
Für eine komplette Lidstraffung, verlangen österreichische Fachärzte im Durchschnitt 3.750 Euro. Die Preise liegen meistens zwischen 3.500 und 4.000 Euro. Oberlidstraffungen können bei 1.500 Euro beginnen und kosten Dich im Durchschnitt 1.910 Euro. Eine Korrektur des Unterlids ist etwas teurer und beläuft sich durchschnittlich auf 2.510 Euro, die Preise beginnen bei diesem Eingriff bei 2.000 Euro.
 
Die Preise für eine Lidstraffung in Deutschland beginnen bei 3.400 Euro, bewegen sich in den meisten Fällen um die 4.160 Euro. Eine Korrektur des Oberlides beginnt preislich bei 1.500 Euro, der Durchschnittspreis beläuft sich auf 2.250 Euro. Unterlidstraffungen findest Du ab 1.800 Euro, im Durchschnitt zahlen Patienten dafür 2.810 Euro.
 
Die Schweizer zahlen durchschnittlich 6.930 Schweizer Franken, also etwa 6.515 Euro, für eine Korrektur des Ober- und Unterlides. Eine Oberlidstraffung kostet im Schnitt 3.715 Schweizer Franken, was circa 3.490 Euro entspricht. Für eine Unterlidstraffung in der Schweiz solltest Du 5.230 Schweizer Franken beziehungsweise 4.920 Euro einplanen.
 
Bauchdeckenstraffung
 
Für eine Bauchdeckenstraffung in Österreich zahlst Du im Schnitt 5.560 Euro, die Preise bewegen sich zwischen 3.500 und 7.000 Euro. Eine Bauchdeckenstraffung in Deutschland bewegt sich im selben Preisrahmen.
 
In der Schweiz sind die Kosten für diesen Eingriff deutlich höher als in Deutschland und Österreich. Im Durchschnitt zahlst Du 11.420 Schweizer Franken, also um die 10.700 Euro. Die Preisspanne für eine komplette Bauchstraffung liegt zwischen 8.000 und 20.000 Schweizer Franken.
 
Bruststraffung
 
Die Kosten für eine Bruststraffung sind in Österreich und Deutschland sehr ähnlich. Im Schnitt wirst Du für diesen Eingriff 5.200 Euro aufbringen müssen, die Preise bewegen sich zwischen 4.000 und 7.000 Euro. Schweizer Schönheitschirurgen verlangen im Schnitt 11.740 Schweizer Franken, was umgerechnet circa 11.000 Euro entspricht. Die Preise bewegen sich zwischen 7.500 und 15.000 Schweizer Franken.
 
Lippenkorrektur mit Fillern
 
Lippenkorrekturen mit Fillern werden meistens mit Botox® oder Hyaluronsäure durchgeführt. Die Kosten in Österreich belaufen sich dabei durchschnittlich auf 376 Euro, die Preise variieren zwischen 300 und 450 Euro. In Deutschland sind Lippenkorrekturen mit 318 Euro im Schnitt etwas billiger, die Preise liegen zwischen 200 und 500 Euro.
 
Eine Lippenkorrektur in der Schweiz kostet im Durchschnitt 438 Schweizer Franken, also 410 Euro. Die Preisspanne liegt zwischen 300 und 600 Schweizer Franken. Werden andere Filler, wie beispielsweise Eigenfett, für eine Lippenkorrektur verwendet, können die Kosten sich schnell auf über 1.000 Euro belaufen.
 
Brustverkleinerung
 
In Österreich müssen Patienten dabei mit durchschnittlichen Kosten in Höhe von 5.900 Euro rechnen. Die Preise liegen zwischen 4.000 und 8.000 Euro. In Deutschland beträgt der Durchschnittspreis für eine Brustverkleinerung 5.340 Euro. In der Regel liegen die Kosten zwischen 4.500 und 7.000 Euro.

Eine Brustverkleinerung in der Schweiz ist deutlich teurer. Die Preise liegen zwischen 9.500 und 18.000 Schweizer Franken, woraus sich ein durchschnittlicher Preis von 12.877 Schweizer Franken ergibt, umgerechnet also circa 12.100 Euro.
 
Die Preise für Leistugngen in der Plastischen Chirurgie sind in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen gesunken.

Wie haben sich die Preise in den letzten Jahren entwickelt?

Aufgrund der steigenden Beliebtheit gibt es auch immer mehr ästhetische und plastische Chirurgen. Die Folge ist ein größer werdender Wettbewerb. Um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen, bleiben Ärzte deshalb entweder in derselben Preisspanne wie ihre Kollegen, oder sie senken die Preise, woran sich die Konkurrenz unter Umständen dann anpassen muss, um interessant zu bleiben.
 
Fallende oder stagnierende Preise erklären unsere Experten also vor allem durch die Transparenz der Preise und den steigenden Wettbewerb. Außerdem gibt es immer mehr Billiganbieter, die seriöse Ärzte zwingen, auf die Spottpreise zu reagieren. Als weitere Erklärung für die Preisentwicklung nennen unsere Experten die Materialkosten, die durch die steigende Nachfrage gesunken sind.
 
Sinkende Preise sind vor allem bei Brustvergrößerungen, Fettabsaugungen und Fillern zu beobachten, da dies die größten Wachstumsfelder sind und der Wettbewerb somit am größten ist. Facelift und High-End-Behandlungen können beispielsweise nicht viele Ärzte durchführen, weshalb die Preise dementsprechend höher sind und konstant bleiben oder sogar steigen.
 
Während im Februar noch der stärkste Preisanstieg seit 2014 verzeichnet wurde, sind die Preise jetzt wieder am sinken. Experten vermuten dahinter verschiedene Gründe wie gezielte Preisnachlässe, um das Geschäft nach der Corona-Krise wieder anzukurbeln. Eine andere Erklärung könnten die immer beliebter werdenden minimal-invasiven Methoden und OP-Alternativen sein, die einen geringeren Behandlungsumfang mit sich bringen.
 
Im Vergleich zu Februar dieses Jahres sind beinahe alle Behandlungen der ästhetischen und plastischen Chirurgie günstiger geworden, lediglich die Preise für Lidstraffungen und Bauchstraffungen sind merklich teurer geworden.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Kosten für eine Behandlung, egal ob operativ oder nicht operativ, werden grundsätzlich nicht von der Krankenkasse übernommen, da es sich meistens um rein ästhetische Eingriffe handelt. Die Krankenkasse trägt die Kosten ausschließlich bei Behandlungen, die nachweisbar, entweder aus psychischen oder physischen Gründen, notwendig sind.



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Prof. Dr. med. Björn Dirk Krapohl

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Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie Handchirurgie

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Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie

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