PMS – So bekommst Du die Symptome in den Griff

Vielleicht kennst Du das auch: Die Tage vor der Periode sind wir meist genervt, niemand kann es uns recht machen und wir fühlen uns in unserem Körper unwohl. Meist folgen dazu noch körperliche Beschwerden, die die Zeit zusätzlich erschweren. Nur keine Sorge – Du bist damit nicht allein! Denn wusstest Du, dass drei von vier Frauen von PMS betroffen sind und es an die 150 unterschiedlichen Beschwerden gibt, die unter PMS zusammengefasst werden? Aber wieso spielt uns unser Körper solche Streiche und was kann man dagegen tun? Wir haben uns damit auseinandergesetzt und ein paar Tipps gegen PMS-Beschwerden für Dich zusammengefasst.


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Online-Redaktion


Zuletzt aktualisiert: 23. September, 2020

Was ist PMS?

Unter PMS – kurz für “Prämenstruelles Syndrom” – versteht man eine Gruppe von Beschwerden, die regelmäßig zwei Wochen bis wenige Tage vor der Periode auftreten. Mit dem Einsetzen der Monatsblutung klingen diese Symptome normalerweise wieder ab und verschwinden vollständig. Schätzungen zufolge sind etwa 75 Prozent der menstruierenden Frauen von PMS betroffen. Die Art, Dauer und Schwere der Beschwerden kann sich jedoch von Frau zu Frau sowie von Zyklus zu Zyklus stark unterscheiden.

Welche Symptome können bei PMS auftreten?

Die Beschwerden, die bei PMS auftreten können, unterscheiden sich stark zwischen den betroffenen Personen. Sie können sowohl körperlich als auch psychisch sein.
 
Die häufigsten körperlichen Symptome des PMS sind dabei Kopfschmerzen, Wassereinlagerungen im Körper, Brustschmerzen und -spannen, Unterleibsschmerzen sowie ein aufgeblähter Bauch. Die Wassereinlagerungen verursachen oft Spannungsgefühle in den Händen oder Beinen und können zur vorübergehenden Gewichtszunahme führen.
 
Betroffene Frauen berichten auch von Übelkeit, Rückenschmerzen, Müdigkeit und Erschöpfungszuständen, Heißhunger oder Appetitlosigkeit und Kreislaufbeschwerden.
 
Oftmals umfassen die psychischen Symptome des PMS Stimmungsschwankungen, Traurigkeit oder depressive Verstimmungen, Antriebslosigkeit, spontanes Weinen oder ein vermindertes Selbstwertgefühl. Zudem können Angstzustände, Aggressivität und Reizbarkeit auftreten.
 
Die Symptome von PMS können bereits zwei Wochen vor der Menstruation auftreten

Welche Ursache steckt hinter PMS?

Welche Ursachen hinter PMS stecken, ist bis heute nicht vollständig geklärt.
 
Fachspezialisten vermuten eine sogenannte multifaktorielle Genese. Das bedeutet, dass mehrere verschiedene Faktoren die PMS-Beschwerden verursachen können.
 
Eine wichtige Rolle für die Entstehung von PMS sollen Schwankungen der weiblichen Hormone, Östrogen und Progesteron, im Blutspiegel haben. Diese Hormonschwankungen entstehen während des weiblichen Zyklus und führen zu einem hormonellen Ungleichgewicht. Manchmal kann dieses Ungleichgewicht andere Hormone, sogenannte Neurotransmitter, die als Botenstoffe im Gehirn und unserem Körper arbeiten, beeinflussen und zu den seelischen und körperlichen Beschwerden führen.
 
Daneben schätzt die Forschung, dass psychische Umstände ebenfalls Risikofaktoren für die Entstehung von PMS sind. Dazu gehören psychosoziale Faktoren, wie übermäßiger Stress, Beziehungsprobleme und eine berufliche Überbelastung sowie eine familiäre Vorgeschichte mit psychischen Erkrankungen. Auch ein ungesunder Lebensstil durch mangelnde Bewegung, falsche oder einseitige Ernährung sowie zu viel Alkohol, Zucker, Koffein oder Nikotin können Verursacher von PMS sein.
 
Manche Forscher vermuten außerdem die Ursache bei einigen hormonellen Verhütungsmitteln oder bei Störungen des vegetativen Nervensystems. Dieses ist für lebensnotwendige Funktionen, z.B. das Atmen, die Verdauung und den Stoffwechsel, zuständig.

Wie lässt sich PMS behandeln?

Je nachdem, wie stark die Beschwerden sind, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
 
Vor allem Schmerzmittel und entwässernde Medikamente finden Anwendung. Es ist jedoch sehr wichtig, die Nutzung der Medikamente nur in Absprache mit seinem behandelnden Arzt einzunehmen, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden. Nicht selten tritt etwa bei den entwässernden Mitteln, auch Diuretika genannt, ein Gewöhnungseffekt ein, sodass der Körper nach dem Absetzen der Medikamente eigenständig vermehrt Wasser speichert.
 
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Beschwerden des PMS ausbleiben, wenn Medikamente die kritische Phase des Übergangs in die zweite Zyklushälfte oder die Periode verhindern. Daher verschreiben manche Frauenärzte Ovulationshemmer – das sind hormonelle Verhütungsmittel –, da diese die körpereigene Produktion bestimmter Hormone unterdrücken und somit die Beschwerden lindern. Bei besonders schweren psychischen Symptomen sind gegebenenfalls die Verordnung einer psychotherapeutischen Behandlung oder der Einsatz von Antidepressiva sinnvoll.
 
Da die Medikamente teilweise mit erheblichen Nachteilen und Nebenwirkungen einhergehen, entscheiden sich viele Patientinnen lieber für pflanzliche Optionen.
 
Alternativ oder begleitend zu der medikamentösen Behandlung empfehlen Mediziner daher Homöopathika, Heilpflanzen und Nahrungsergänzungsmittel, wie Kalzium, Vitamin B6 und Magnesium.

Was kann ich selbst gegen die PMS-Symptome machen?

Um die PMS-Symptome allgemein zu reduzieren, ist es wichtig, einen gesunden Lebensstil zu führen, auf eine gesunde ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung zu achten.
 
Dafür sind weder ein strenger Essensplan noch ein diszipliniertes Sportprogramm notwendig. Regelmäßige Bewegung, wie Radfahren oder tägliche Spaziergänge, genügen da bereits. Sie hilft Dir gegen nervige Wassereinlagerungen, fördert die Durchblutung und lindert Unterleibskrämpfe sowie Schmerzen im Rücken und Unterbauch. Falls Du unter starken Unterleibsschmerzen leidest, kann Dir aber auch eine Wärmflasche Linderung verschaffen.
 
PMS-Symptome lassen sich teilweise mit viel Ruhe und Entspannung verbessern
 
Auch eine leichte Umstellung Deiner Essgewohnheiten kann die typischen Beschwerden bereits mildern: weniger raffinierter Zucker, Salz und Koffein, aber auch Nikotin und Alkohol, dafür mehr Mineralien, Vitamine und “gesunde Fette”!
 
„Gesunde Fette” (Omega-3-Fettsäuren) stecken zum Beispiel in Fisch, Rindfleisch, Nüssen, Samen, Avocados und Kokosnussöl. Sie versorgen das Hormonsystem, welches eine große Rolle für Deine Menstruation spielt und sollen gegen depressive Verstimmungen, Reizbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten helfen. Bei Antriebslosigkeit kannst Du zu Magnesium greifen, welches auch gut gegen Krämpfe ist.
 
Wenn Dich während der PMS-Zeit oft der Heißhunger packt, haben wir für alle Schoko-Liebhaberinnen eine gute Nachricht: Zwar solltest Du versuchen, auf besonders zuckerhaltige Süßigkeiten zu verzichten, jedoch kann das ein oder andere Stück dunkle Schokolade, durch den hohen Kakaoanteil, eine entspannende und entzündungshemmende Wirkung auslösen. Selbst Deine Stimmung profitiert davon! Schokolade hebt unseren Blutzucker und Insulinspiegel und führt – zumindest kurzzeitig – für ein paar Glücksgefühle.
 
Wer mit Stimmungsschwankungen zu kämpfen hat, sollte Kalzium und Vitamin E konsumieren. Diese lindern zudem auch oft unangenehmes Brustspannen.
 
Auch Heilpflanzen sind eine beliebte Wahl; etwa Mönchspfeffer gegen das Brustspannen und zur Zyklusstabilisierung oder Frauenmantel und Schafgarbe gegen Kopfschmerzen. Zugleich wirken Kamille und Präparate aus Johanniskraut beruhigend und reduzieren Ängste und nervöse Unruhe. Die Wirksamkeit dieser Nahrungsergänzungsmittel ist unter Fachspezialisten teilweise umstritten. Darüber hinaus reagiert jeder Körper anders auf PMS, daher solltest Du generell für Dich austesten, womit Du die besten Ergebnisse erzielst.
 
Da viele Frauen insbesondere vor und während der Periode mehr Schlaf als sonst benötigen, solltest Du Dir in dieser Phase viel Ruhe gönnen. Leichtes Yoga, Entspannungsübungen und Meditation wirken dabei unterstützend.

Was ist PMDS?

Die Abkürzung PMDS steht für “Prämenstruelle dysphorische Störung”. PMDS stellt eine besonders schwere Form von PMS dar, an der etwa fünf Prozent der PMS-Betroffenen leiden. Die starken Beschwerden der PMDS führen häufig zu erheblichen Einschränkungen und Konflikten im Privat- und Berufsleben der Betroffenen.
 
Im Gegensatz zu PMS gilt die prämenstruelle dysphorische Störung als eine eigenständige psychische Störung.

PMS oder Symptome für eine Schwangerschaft – Wie unterscheiden sich diese?

Tatsächlich gibt es einige Symptome, die sowohl für das Prämenstruelle Syndrom als auch für eine anfängliche Schwangerschaft sprechen. Vor allem Stimmungsschwankungen, Unterbauchkrämpfe, Übelkeit und Heißhungerattacken sind kennzeichnend für beide Zustände. Daher kann es im ersten Moment schwierig sein, PMS und eine Schwangerschaft voneinander zu unterscheiden.
 
Symptome von PMS und einer Schwangerschaft ähneln sich in vielen Punkten, wie zum Beispiel bei aufkommenden Heißhungerattacken
 
Es gibt allerdings Beschwerden, die typischerweise eher auf eine Schwangerschaft deuten. Morgenübelkeit, extreme Erschöpfung und eine durchgehend erhöhte Temperatur treten vor allem zu Beginn einer Schwangerschaft auf. Spätestens mit dem Einsetzen der Menstruationsblutung lässt sich eindeutig abgrenzen, ob es sich um PMS-Beschwerden handelt.

Nicht alles an PMS ist schlecht!

Abschließend sei jedoch gesagt, dass es auch eine positive Seite an PMS gibt. Viele Frauen verspüren durch die Hormonschwankungen in dieser Zeit mehr Selbstbewusstsein und eine erhöhte Lust auf Sex. Zudem sind einige Frauen kurz vor der Menstruation konzentrierter und können oft ihre besten Leistungen abrufen.



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