Mythen und Fakten über die Menopause!

Ungefähr ab Mitte 40 beginnt bei den meisten Frauen die zweite größte Hormonumstellung seit den Teenagerjahren: die Menopause. Dass diese nicht immer angenehm verläuft, ist kein Geheimnis. Doch nicht alle Geschichten, welche es zu diesem Thema gibt, sind auch wirklich wahr! Wir haben uns einige der angeblichen Fakten mal etwas genauer angesehen und verraten Dir, wie viel Wahrheitsgehalt sich dahinter verbirgt.


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Medizinische Expertin

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Online-Redaktion


Zuletzt aktualisiert: 29. September, 2020

Was ist denn eigentlich die Menopause?

Die Wechseljahre sind ein normaler physiologischer Umstellungsprozess im Leben jeder Frau. In der Regel tritt die Menopause zwischen dem 45. – 55. Lebensjahr ein. Altersbedingt verändert sich in dieser Zeit der Hormonspiegel der Frau. Bereits im Alter von 40 Jahren beginnt die Funktion der Eierstöcke nachzulassen, sodass sich nach und nach weniger Sexualhormone bilden. Durch die abnehmende Funktion der Eierstöcke kommt es zu einer verringerten Produktion von Östrogenen, Androgenen und dem Gelbkörperhormon.
 
Durch die abnehmende Funktion der Eierstöcke wöhren der Menopause kommt es zu einer verringerten Produktion von Östrogenen, Androgenen und dem Gelbkörperhormon
 
Mit dem Absinken der weiblichen Sexualhormone im Blut gehen einige körperliche Veränderungen einher, die bei vielen Frauen zu Beschwerden führen können. Die Symptome sowie der Leidensdruck der Frau können sehr unterschiedlich sein. Bei etwa einem Drittel der Frauen sind die Symptome in der Menopause stark ausgeprägt, bei einem Drittel nur leicht und die restlichen Frauen leiden unter gar keiner hormonellen Veränderung. Die meisten Frauen nehmen die Beschwerden nur wenige Jahre lang wahr, etwa 10% der Frauen zeigen jedoch auch nach mehr als zehn Jahren noch deutliche Symptome.
 
Typische Beschwerden der Wechseljahre sind:
 

  • Nervosität und innere Unruhe
  • Reizbarkeit
  • Herzrasen
  • Schlafstörungen mit einhergehender Erschöpfung
  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Nachtschweiß
  • Frösteln
  • Haarausfall
  • Hautveränderungen
  • Blutdruckschwankungen
  • trockene Augen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Libidoverlust und Scheidentrockenheit
  • Harnwegsinfekte
  • Zahnfleischentzündungen
  • Gewichtszunahme
  • Depressive Verstimmungen oder Angststörungen

10 der häufigsten Mythen und Fakten über die Menopause!

Es gibt so einige Mythen, welche sich um die Menopause ranken. Ob an einigen von ihnen tatsächlich etwas dran ist, erfahrt hier jetzt:
 
1. Die Wechseljahre beginnen um die 50
 
Falsch. Tatsächlich beginnen die Wechseljahre häufig schon mit Mitte 40 mit der sogenannten Perimenopause. Das ist der Zeitraum unmittelbar vor der Menopause, in dem der weibliche Organismus aufgrund von hormonellen Schwankungen körperliche und emotionale Veränderungen durchläuft. Die Eierstöcke produzieren allmählich weniger Geschlechtshormone, die Monatsblutungen erfolgen unregelmäßiger und bleiben schließlich aus. Eine Schwangerschaft ist dann nur noch bedingt möglich. Abgeschlossen ist die Menopause, sobald mehr als zwölf Monate keine Regelblutung mehr aufgetreten ist. Bei den Frauen hierzulande ist dies im Durchschnittsalter von 51 Jahren der Fall, es gibt allerdings Abweichungen. Bei manchen Frauen tritt die Menopause erst mit 55 ein, bei anderen bereits mit 45. Auch bestimmte Operationen, wie etwa die Entfernung der Eierstöcke, können unmittelbar die Menopause auslösen. Ob die Menopause bereits begonnen hat, lässt sich beim Frauenarzt feststellen.
 
2. Die Menopause bringt Libidoverlust und Scheidentrockenheit mit sich
 
Falsch & wahr. Die häufig beschriebene Lustlosigkeit ist wissenschaftlich nicht nur auf die Menopause zurückzuführen und viele Frauen erleben sogar ein sehr erfülltes Sexleben in diesem Alter. Es handelt sich häufig um ein multifaktorielles Geschehen, kann aber auch auf einen erniedrigten Testosteronwert zurückgeführt werden. Die vorhandene Scheidentrockenheit oder Atrophie trifft in vielen Fällen zu und hängt mit dem allgemeinen Alterungsprozess zusammen und vor allem mit dem sinkenden Östrogengehalt. Eine trockene Scheide kann zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und häufigeren Scheiden- und Blaseninfektionen führen. Abhilfe können Gleitmittel und spezielle östrogenhaltige Salben schaffen.
 
Die häufig beschriebene Lustlosigkeit ist wissenschaftlich nicht nur auf die Menopause zurückzuführen und viele Frauen erleben sogar ein sehr erfülltes Sexleben in diesem Alter
 
6. Die Wechseljahre sind nach 2 Jahren vorbei
 
Falsch. Wie lange die Wechseljahre tatsächlich andauern, ist von Frau zu Frau unterschiedlich und lässt sich nicht pauschalisieren. Laut Erfahrung vieler Ärzte zeigt sich aber, dass das Eintrittsalter Einfluss auf die Dauer der Wechseljahre haben kann.
 

  • Beginnen die Wechseljahre zwischen dem 48.- 49. Lebensjahr können die Wechseljahre bis zu 15 Jahre andauern.
  • Beginnen die Wechseljahre zwischen dem 51.- 52. Lebensjahr können die Wechseljahre zwischen 5 – 7 Jahre andauern.
  • Beginnen die Wechseljahre ab dem 53.  Lebensjahr können die Wechseljahre zwischen 1 – 2 Jahre andauern.

4. Die Wechseljahre haben Einfluss auf die Zähne
 
Wahr. Die hormonellen Umstellungen, welche Frauen in den Wechseljahren erleben, wirken sich auch auf Zahn- und Mundgesundheit aus. Es kommt häufiger zu Entzündungen, das Zahnfleisch wird weicher und Bakterien können leichter angreifen. Außerdem lässt die Speichelproduktion nach. Zu empfehlen ist daher eine gesunde Mundhygiene und regelmäßige Besuche beim Zahnarzt.
 
5. Frauen in den Wechseljahren sind überwiegend gereizt, depressiv, ängstlich und unsicher
 
Wahr. Depressive Verstimmungen treten häufig bei Frauen ab 45 auf. Das hat aber oftmals nichts mit den Wechseljahren oder der hormonellen Umstellung zu tun, sondern hat andere Ursachen. Viele Frauen erleben in diesen Jahren mehrere Schicksalsschläge und Umbrüche in ihrem Leben, die die eigene Psyche stark belasten. Eine andere Ursachen kann jedoch auch tatsächlich das Absinken des Östrogengehalts sein.
 
6. Frauen leiden an Hitzewallungen
 
Wahr. Hitzewallungen betreffen rund zwei Drittel aller Frauen. Der Großteil bekommt aber nur hin und wieder kleinere Schweißausbrüche. In den meisten Fällen liegt auch kein schnelleres oder stärkeres Schwitzen vor.
 
Hitzewallungen wöhrend der Menopause betreffen rund zwei Drittel aller Frauen
 
7. Spezielle Ernährung, Sport und pflanzliche Mittel helfen in den Wechseljahren
 
Falsch & wahr. Noch gibt es kaum Studien, die einen positiven Effekt von spezieller Ernährung oder Sport auf etwaige Wechselbeschwerden hinreichend belegen. Ein gesunder Lebensstil wirkt sich aber generell immer positiv auf Körper und Seele aus. Viele Frauen nehmen pflanzliche oder homöopathische Mittel ein oder setzten auf alternativmedizinische Ansätze wie Akupunktur und Chiropraktik. Jedoch gibt es über deren Wirksamkeit keine expliziten Nachweise. Grundsätzlich sollte man nicht allzu viel  selbst herumexperimentieren, sondern Rücksprache mit seinem Arzt halten.
 
8. Die Menopause ruiniert die Figur? 
 
Wahr. Mit dem Alter verändert sich auch unser Stoffwechsel. Frauen nehmen mit den Jahren einige Kilos zu. Das liegt vor allem daran, dass der Kalorienbedarf sinkt, die Essgewohnheiten aber oft unverändert bleiben. Tatsächlich steigert der niedrige Östrogenspiegel aber auch den Appetit und bremst die Bewegungslust. Kalorien setzten sich leichter an, da die Fettverbrennung beeinflusst wird. Eine gesunde Ernährung sowie regelmäßiger Sport wirken dem entgegen. Wie immer spielen jedoch auch die eigenen Gene eine wichtige Rolle.
 
9. Künstliche Hormone helfen gegen Wechselbeschwerden
 
Wahr& falsch. Früher wurden künstliche Hormone fast allen Frauen in der Menopause verschrieben. Heute weiß man, dass eine Hormontherapie wohlüberlegt sein sollte, da gerade zu Beginn der Einnahme ein erhöhtes Risiko für Gerinnungsstörungen wie Thrombosen und Embolien besteht. Frauen mit einer Krebserkrankung in der Vergangenheit oder einer familiären genetischen Belastung für hormonabhängige Tumore wie Brustkrebs sollten auf eine hormonelle Therapie ganz verzichten. Und auch das Demenzrisiko bei Frauen über 65 Jahren stieg stark an.
 
Sie birgt aber auch viele Vorteile, denn wenn die Hormontherapie in den ersten Jahren der Menopause vor dem 60. Lebensjahr begonnen wird, sinkt das Risiko für Osteoporosen und kardiovaskuläre Erkrankungen. Die meisten Experten raten daher eine Hormontherapie nur bei mittelschweren bis schweren Wechseljahrsbeschwerden und nach Risikoabwägung einzusetzen.
 
10. Mit den Wechseljahren kommen Schlafstörungen
 
Wahr. Oft werden auch Schlafprobleme mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht. Davon betroffene Frauen haben Durchschlafprobleme und wachen häufig auf. Eine gestörte Nachtruhe kann die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und zur Erschöpfung am Tag führen, aber auch Frauen, die relativ gut schlafen, können am nächsten Morgen das Erholungsgefühl vermissen. Schlafstörungen sind auf eine Regulationsstörung des sogenannten vegetativen Nervensystems zurückzuführen, die aufgrund der hormonellen Umstellung und einem erniedrigten Melatonin auftritt.
 
Am besten suchst Du Deine Frauenärztin auf, denn diese kann Dir einige Tipps geben, wie Du mit den einen und den anderen Nebenwirkungen der Menopause zurechtkommen kannst
 
Am besten suchst Du Deine Frauenärztin auf, denn diese kann Dir einige Tipps geben, wie Du mit den einen und den anderen Nebenwirkungen der Menopause zurechtkommen kannst. Versuche auf jeden Fall auf Deinen Körper zu hören und schau, was Dir guttut!

 

 



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