Mythen über die Prostata: Was davon ist wahr?

Die Prostata ist zwar als Geschlechtsdrüse des Mannes bekannt, jedoch empfinden viele Männer ein gewisses Schamgefühl, wenn darüber geredet wird. So sind auch viele Mythen über die Prostata entstanden. Doch welche davon stimmen tatsächlich und welche sind bloß ein Mythos? Wir haben spannende Antworten für Dich!


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Zuletzt aktualisiert: 1. Juli, 2020

Was ist die Prostata?

Die Prostata wird auch Vorsteherdrüse genannt und ist eine kleine Drüse, die unterhalb der Harnblase liegt. So umschließt sie die Harnröhre ringförmig und grenzt an der Rückseite an den Enddarm. Die Harnröhre leitet hierbei den Urin von der Blase durch die Prostata und den Penis bis zur Eichel. In die Prostata münden auch die Samenleiter, die von den Hoden ausgehen. Daher schmerzt die Region zwischen dem Hodensack und dem After meist, wenn die Prostata betroffen ist. In einigen Fällen spüren die Betroffenen die Schmerzen auch im unteren Rückenbereich oder im Unterbauch.

Die Prostata wird auch Vorsteherdrüse genannt und ist eine kleine Drüse, die unterhalb der Harnblase liegt.

Welche Funktionen übernimmt die Vorsteherdrüse?

Die Hauptaufgabe der Prostata ist es, ein Sekret zu bilden, das zusammen mit Samenzellen aus anderen Drüsen das Sperma ergibt. Bei einem Samenerguss sorgen die Muskelfasern der Prostata dafür, dass das Sperma durch die Harnröhre nach außen transportiert wird. In der Vorsteherdrüse laufen Harn- und Samenwege zusammen. Somit trägt die Prostata auch viel zur Befruchtungsfähigkeit bei. Die Funktion der Prostata wird vom männlichen Geschlechtshormon Testosteron gesteuert, welches vorwiegend in den Hoden gebildet wird.

Ohne eine Stimulation durch das Hormon bleibt die Drüse unterentwickelt und kann somit kein Sekret bilden. Durch Prostataerkrankungen kann die Funktion der Prostata negativ beeinflusst werden. So kann eine Prostatavergrößerung Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und somit auch auf die Erektionsfähigkeit des Mannes haben. Störungen der Sexualfunktionen durch die vergrößerte Prostata sind somit keine Seltenheit. In diesem Zusammenhang kann es zu Erektionsstörungen oder Schmerzen bei der Ejakulation kommen.

Mehr über die Prostatavergrößerung erfahren

Mythen über die Prostata

Mythos 1: Von einer Prostatavergrößerung sind nur ältere Männer betroffen
Stimmt nicht! Prostataerkrankungen treten auch schon bei jüngeren Männern auf, jedoch sind kaum Symptome bemerkbar. Die Prostata kann sich aber schon ab dem 35. Lebensjahr aufgrund von hormonellen Veränderungen vergrößern.

Mythos 2: Bei einer Prostatavergrößerung handelt es sich automatisch um Krebs
Stimmt nicht! Die Prostata vergrößert sich im Laufe der Jahre bei fast jedem Mann. Somit gehört sie zu den natürlichen Alterungsprozessen beim Mann, die gutartig sind und somit nicht gleich auf einen Tumor hinweisen. Zusätzlich macht sich Prostatakrebs nicht unbedingt durch eine Vergrößerung bemerkbar. Speziell im Anfangsstadium verursacht er häufig kaum Beschwerden und macht sich erst dann bemerkbar, wenn der Tumor in der Vorsteherdrüse eine bestimmte Größe erreicht hat.

Eine vergrößerte Prostata bedeutet nicht immer gleich Krebs

Mythos 3: Radfahren führt sehr schnell zu Prostataerkrankungen
Stimmt nicht! Durch den Sattel wird beim Radfahren zwar ein gewisser Druck auf die Prostata ausgeübt, jedoch verursacht dies meist keine Probleme. Zusätzlich gibt es spezielle Sattel mit Aussparungen in der Mitte oder mit bestimmten Gel-Polstern, um den Druck auf die Prostata zu verringern.

Mythos 4: Ein erhöhter PSA-Wert ist ein Hinweis auf Krebs
Stimmt nicht! Zur Früherkennung von Krebs empfehlen viele Urologen den PSA-Test. Hierbei führt der Arzt eine Blutabnahme durch und lässt es im Labor auf ein bestimmtes Eiweiß untersuchen. Nämlich das prostataspezifische Antigen, kurz PSA. Das Eiweiß PSA wird von jeder gesunden Prostatazelle gebildet. Ein erhöhter PSA-Spiegel kann daher viele Ursachen haben und Krebs ist nur eine dieser Ursachen.

Mythos 5: Wer nur im Sitzen uriniert bemerkt Prostata-Probleme meist zu spät
Stimmt nicht! Wenn der Mann im Stehen uriniert bemerkt er zwar schneller, wenn der Harnstrahl schwächer wird und nachlässt. Jedoch spürt der Betroffene auch im Sitzen, wenn der Strahl schwächer wird oder nur mehr tröpfelt.

Mythos 6: Einer Prostatavergrößerung kann man mit der richtigen Ernährung vorbeugen
Stimmt. Viele Studien belegen einen Zusammenhang zwischen den Ernährungsgewohnheiten und den Prostatabeschwerden. Prostataschonende Lebensmittel sind beispielsweise Soja, Brokkoli, Granatapfel, Tomaten, Getreide und Nüsse. So kann ein gesunder Lebensstil das Risiko senken, an Krebs zu erkranken. Außerdem ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung ab dem 40. Lebensjahr entscheidend, um einen Tumor früh genug zu erkennen.

Mythos 7: Eine Prostatavergrößerung wird immer operiert
Stimmt nicht! Wenn ein oder mehrere Symptome auftreten, wie beispielsweise häufiges Wasserlassen, ist in den meisten Fällen eine medikamentöse Behandlung ausreichend. Sind die Beschwerden allerdings zu schwerwiegend, so ist manchmal auch eine Operation erforderlich.

Viele Studien belegen einen Zusammenhang zwischen den Ernährungsgewohnheiten und den Prostatabeschwerden.

Mythos 8: Nach einer Prostataentfernung ist der Mann unfruchtbar
Stimmt nicht (immer)! Wenn die Prostatavergrößerung schon weit fortgeschritten ist, so raten Urologen zu einer Entfernung der Vorsteherdrüse. Viele Betroffene fragen sich, ob sich dieser operative Eingriff auf die Zeugungsfähigkeit auswirkt. Grundsätzlich bleibt das Erektionsvermögen nach einer Entfernung der Prostata dennoch erhalten. Denn die verantwortlichen Nerven werden während der Operation geschont. Somit kann der Mann nach der OP normal Geschlechtsverkehr haben. Nur wenn diese Nerven (in seltenen Fällen) verletzt werden, so kann es als Folge der OP zu Erektionsproblemen kommen.

 

Wir hoffen, dass wir Dir mit diesem Beitrag ein paar Fragen beantworten konnten!


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