Einweghandschuhe gegen Corona – Ärzte warnen!

Das Coronavirus beschäftigt die Welt bereits seit fast vier Monaten. Immer mehr Länder ziehen eine Lockerung der Corona-Maßnahmen in Betracht oder haben sie bereits gelockert. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Corona-Krise damit überwunden ist und zum normalen Alltag zurückgekehrt werden kann. Im Gegenteil. Gerade jetzt ist es umso wichtiger sich an die weiterhin geltenden Hygienemaßnahmen zu halten und diese auch korrekt anzuwenden. Viele Menschen greifen dabei zu Handschuhen, doch bieten diese überhaupt einen wirksamen Schutz? Wir klären auf!


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Online-Redaktion


Zuletzt aktualisiert: 22. April, 2020

Warum ist das Tragen von Handschuhen als Schutzmaßnahme problematisch?

Auf den Straßen tragen Menschen vermehrt Handschuhe, um sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Handschuhe sind wie eine zweite Haut und sind im Alltag als Schutz vor Kälte oder Schmutz sehr hilfreich.
 
Daraus entwickelt sich der Irrglaube, dass Handschuhe auch vor anderen Umwelteinflüssen wie Viren schützen, doch Handschuhe bilden keine effektive Barriere vor Infektionskrankheiten. Vielmehr unterstützen Handschuhe die Vermehrung und Übertragung von Bakterien.
 
Dafür gibt es mehrere Gründe. Die meisten Menschen tragen Einweghandschuhe aus Vinyl oder Latex, diese werden jedoch schnell porös, wodurch Bakterien und Viren eindringen können.
 
Einweghandschuhe machen dann Sinn, wenn man es mit hochinfektiösen Gruppen oder Gegenständen zu tun hat.
Außerdem verleiten Handschuhe dazu, sie länger zu tragen und andere Schutzmaßnahmen zu vernachlässigen. Wir fassen mit Handschuhen in der Öffentlichkeit unbedacht alles an, was uns in die Quere kommt.
 
Dieser Umstand sowie die lange Tragzeit führen dazu, dass sich auf den Handschuhen mehr Keime ansammeln als auf regelmäßig und gründlich gewaschenen Händen. Wenn Du dann den Reflex, Dir ins Gesicht zu fassen, mal nicht unterdrücken kannst, platzierst Du mit Handschuhen eine ordentliche Keimladung in Deinem Gesicht.
 
Eine weitere Problematik von Einweghandschuhen ist das mikrobielle Milieu darunter. In den Handschuhen ist es warm und feucht und wir schwitzen stärker. Daraus ergibt sich eine ideale Umgebung für Bakterien und deren Vermehrung; Viren können sich dadurch ebenfalls besser halten.

Beim Tragen von Einweghandschuhen muss einiges beachtet werden.

In welchen Situationen ist das Tragen von Handschuhen zu empfehlen?

Einweghandschuhe sind prinzipiell geeignet, um den Kontakt von Bakterien und Viren mit der Haut zu verhindern. Bei unsachgemäßer Verwendung schützen Einweghandschuhe hingegen nicht vor Viren und Bakterien, weshalb das Tragen von Einweghandschuhen im Alltag nicht zu empfehlen ist.
 
Handschuhe ergeben jedoch dann Sinn, wenn man es mit hochinfektiösen Personen und Gegenständen zu tun hat oder zu tun haben könnte. Zu dieser Gruppe zählen beispielsweise Rettungssanitäter oder Ärzte.

Was ist bei der Benutzung von Einweghandschuhen zu beachten?

Wenn das Tragen von Handschuhen notwendig ist, sind sie dennoch nur sinnvoll, wenn sie korrekt benutzt werden. Wie der Name schon sagt, sind Einweghandschuhe nach Gebrauch sofort auszuziehen und zu entsorgen. Doch auch andere Handschuhe sollten nach Benutzung sofort ausgezogen und gereinigt werden.
 
Beim Ausziehen ist darauf zu achten, dass die mit Keimen belastete Außenseite der Handschuhe nicht mit der nackten Haut in Kontakt kommt. Zudem solltest Du Deine Hände desinfizieren, nachdem Du die Handschuhe entsorgt hast.

Einweghandschuhe vermitteln eine falsche Sicherheit und andere Vorsichtsmaßnahmen werden vernachlässigt.

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