Dinge, die einem keiner vor einer Schwangerschaft sagt!

Die Schwangerschaft ist eine verrückte Sache. Du erlebst das Wunder der Natur hautnah mit, aber Dein Körper steht gleichzeitig vor einer großen Herausforderung. Zahlreiche Ratgeber und Schwangerschaftskurse stehen Dir zur Seite und bereiten Dich auf Deinen Geburtstermin vor. Mit Freundinnen oder in Elternforen tauscht man sich gegenseitig aus, aber dennoch gibt es viele Fragen, die unbeantwortet bleiben. Wir haben recherchiert und so einige Punkte entdeckt, über die in der Öffentlichkeit niemand so gerne spricht.


AUTOR

Medizinische Expertin

CO-AUTOR

Online-Redaktion


Zuletzt aktualisiert: 3. Juli, 2020

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft durchlebt der Körper eine enorme Hormonumstellung. Man heult wie ein Baby, hat Heißhunger Attacken und muss sich mit merkwürdigen Veränderungen des Körpers abfinden.
 
Es kann schon mal was in die Hose gehen
Durch den Druck, der durch das wachsende Baby, auf Deine Blase ausgeübt wird, wird es immer schwieriger, Deine Blase unter Kontrolle zu halten. Sobald Du niest, hustest oder lachst, kann auch mal was in der Hose landen. Bereite Dich außerdem darauf vor, mindestens zwei Paar Unterhosen am Tag zu benötigen. Durch die Schwangerschaft kommt es zu mehr Feuchtigkeit im Schritt und Du wirst in Deiner Leistengegend um einiges mehr schwitzen.
 
Du bekommst Hämorrhoiden
Manche Frauen leiden während der Schwangerschaft an Hämorrhoiden. Das sind Gefäßpolster im Bereich des Darmausgangs, die sich durch die vermehrte Durchblutung und erhöhten Druck im Beckenbereich während der Schwangerschaft vergrößern können. Hämorrhoiden sind nicht nur unangenehm, sondern können sogar richtig schmerzen. In den meisten Fällen lassen sich Hämorrhoiden mithilfe spezieller Salben gut behandeln.
 
Eine Schwangerschaft ist eine große Herausforderung für den weiblichen Körper
 
Du bekommst Schwangerschaftsdemenz
Dabei handelt es sich nicht um einen Mythos. Die Hormone beeinflussen unser Gehirn, man verhält sich anders als sonst und es kann so weit gehen, dass man sich schon fast dement vorkommt, weil man so vergesslich wird.
 
Du musst vermehrt pupsen
Deine Verdauung ist nicht mehr unter Kontrolle. Der Platz für Deinen Darm wird mit Baby im Bauch immer knapper. Deshalb muss auch immer wieder etwas Luft raus, ob Du willst oder nicht, der Drang zu pupsen wird sich nicht unterdrücken lassen. Zudem sorgt das Hormon Progesteron für eine langsamere Verdauung während der Schwangerschaft, damit aus Deiner Nahrung mehr Nährstoffe für Dein Baby gefiltert werden können. Da hilft nur: Viel trinken und eine ballaststoffreiche Ernährung!
 
Schwangere sind nicht immer schön
Durch die Hormonumstellungen finden merkwürdige Veränderungen im Körper statt. Haare sprießen an Körperstellen, die vorher seidig glatt waren, und Deine Haut gleicht der, wie Du sie in der Pubertät hattest. Dein Nabel kann rauspoppen, da sich das Bindegewebe bewegt, und Du bekommst Pigmentflecken. Aber keine Sorge, nach der Geburt bildet sich alles meist wieder zurück. Außerdem wirst Du diese kleinen Problemchen mit Deinem Strahlen, das Schwangere umgibt, ausgleichen.

Geburt

Mach Dir Gedanken über einen Einlauf vor der Geburt
Du wirst pressen müssen und dabei wird nicht nur das Baby herauskommen. Wenn Du Dir keine Sorgen über den Austritt des Darminhaltes machen möchtest, solltest Du Dir vielleicht Gedanken über einen Einlauf vor der Geburt machen. Dadurch kannst Du zumindest Deinen Darm vor der Geburt entleeren. Zudem fördert ein Einlauf sogar die Wehentätigkeit.
 
Wähle und verändere Deine Geburtsposition je nach Gefühl
Es gibt nicht nur die klassische Bett-Position. Durch diverse Positionswechsel lassen sich sogar Schmerzen lindern und die Geburt erleichtern. Vielleicht ist eine Geburt im Stehen, Knien, Hocken oder im Vierfüßler-Stand für Dich geeigneter? Wenn Du verschiedene Positionen ausprobierst, wirst Du schnell merken, welche Position sich am besten anfühlt.
 
Augen zu beim Pressen
Wer die ganze Zeit mit offenen Augen presst, wird nicht nur einen knallroten Kopf danach haben, sondern auch geschwollene rote Augen, vor allem, wenn Du nach unten presst. Bitte Deine Begleitung darauf zu achten, und Dich daran zu erinnern.
 
Die Geburt ist einer der Höhepunkte der Schwangerschaft, denn endlich können die Eltern das Baby im Arm halten
 
Der Damm kann reißen
Rissverletzungen am Damm lassen sich bei einer Geburt nur selten vermeiden, vor allem bei Frauen, die ihr erstes Kind bekommen. Sobald sich das Köpfchen und die Schultern des Kindes nach außen schieben, reißt das Gewebe meist zwischen Scheiden- und Darmausgang.
 
Die Risse werden in ersten, zweiten, dritten und vierten Grad unterteilt und können von der Scheide bis zum After reichen. Manchmal muss der Arzt auch Hand anlegen und den Damm entlang schneiden, um das Kind herauszuholen. Mach Dich darauf gefasst, möglicherweise nach der Geburt genäht zu werden. Um einen Dammriss vorzubeugen, kannst Du ab der 24. Schwangerschaftswoche Dammmassagen betreiben.
 
Du siehst nach der Geburt immer noch schwanger aus
Nicht jeder Babybauch verschwindet gleich nach der Geburt. Die Gebärmutter, die sich während der Schwangerschaft um das 20-fache vergrößert hat, muss sich erst zurückbilden. Das kann bis zu sechs Wochen dauern.

Wochenbett

Unter Wochenbett versteht man die erste Zeit nach der Geburt und ist dazu da, um sich von der Geburt zu erholen. Der Bauch, die Gebärmutter und die Wunde bilden sich nun zurück. Für die meisten Frauen ist diese Zeit besonders emotional und überwältigend, da sie sich in einer komplett neuen Situation wiederfinden.
 
Du hast einen Wochenfluss
Von den Windeln oder dicken Binden wirst Du Dich auch nach der Geburt noch nicht so schnell verabschieden können. In den nächsten sechs Wochen wird sich Dein Körper erholen, er benötigt viel Ruhe. Die Ablösung in der Plazenta hat eine Wunde in der Gebärmutter hinterlassen. Bis diese Wunde geheilt ist, sondert sie ein Wundsekret ab. Das ist sehr blutig und kann unangenehm riechen.
 
Baby Blues & Stimmungsschwankungen
Etwa zehn Prozent der Frauen leiden unter einer dauerhaften Schwangerschaftsdepression. Alle anderen haben meist lediglich mit Hormonumstellung und den dadurch resultierenden Stimmungsschwankungen zu kämpfen.
 
Das Stillen ist zu Beginn nicht immer einfach. Mutter und Kind müssen häufig erst einen gemeinsamen Rhythmus finden
 
Kindspech
Wer zum ersten Mal die Windeln wechselt, wird vermutlich überrascht sein: Die Masse ist pechschwarz. Zwar trifft dies nicht bei allen Babys zu, aber das sogenannte Kindspech ist völlig normal, und lässt sich problemlos mit Wasser, Öl und einem Tuch entfernen. Kindspech ist auch als Mekonium bekannt und bezeichnet den ersten Stuhlgang Deines Babys. Das Mekonium wird meist zwölf bis 48 Stunden nach der Geburt ausgeschieden.
 
Das Stillen klappt nicht
Überall wird uns vorgegaukelt, dass, sobald das Baby auf der Welt ist, auch sofort die Milch einschießt. Dem ist allerdings nicht so. Bei vielen Frauen klappt das Stillen nicht sofort. Scham und Frustration sind jetzt fehl am Platz. Die Schwestern und Hebammen sind dazu da, um Dir zu helfen und zu zeigen, wie es geht.
 
Der Sex bleibt gut
Auch wenn es die wenigsten vermuten, aber sowohl Mann als auch Frau merken trotz der Geburt meist keinen großen Unterschied beim Sex. Die Vagina heilt wegen der regen Durchblutung sehr schnell wieder ab. Die Angst vor Sex wegen Geburtsverletzungen ist also unbegründet. Was allerdings passieren kann: Einige Frauen verlieren aufgrund des Stillens die Brustwarzen als erogene Zone. Das Empfinden kann nach ein paar Monaten aber wieder zurückkehren.
 
Natürlich verlaufen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett nicht bei allen Frauen gleich und auch bei ein und derselben Frau kann jede Schwangerschaft und alles, was damit zu tun hat, komplett unterschiedlich sein. Wir wünschen Dir und Deiner wachsenden Familie auf jeden Fall alles Gute für die kommende Zeit!
 



Arzt finden