Die häufigsten Mythen über Hautkrebs und Sonnenschutz!

In Mitteleuropa erkranken jährlich etwa 400 Personen pro 100.000 Einwohner an der Krebsform „weißer Hautkrebs“. Ein schneller Eingriff ist entscheidend, denn frühzeitig diagnostiziert, lässt er sich in der Regel gut behandeln. Zum Thema Hautkrebs und seine Entstehung gibt es unzählige Mythen, welche sich recht hartnäckig halten. Viele Menschen wissen nicht, dass sie ihr Risiko an Hautkrebs zu erkranken, durch den richtigen Sonnenschutz reduzieren können. Wir klären heute einige der Mythen auf!


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Medizinischer Experte

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Online-Redaktion


Zuletzt aktualisiert: 31. Juli, 2020

Was ist eigentlich unter Hautkrebs zu verstehen?

Hautkrebs ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Krebserkrankungen der Haut. Hierbei unterscheidet die Medizin die Erkrankung in drei Formen: Basaliom, Plattenepithelkarzinom und Melanom. Die Differenzierung erfolgt danach, aus welchen Hautzellen sich der Tumor bildet.
 
Hautkrebs tritt auch bei immer häufiger bei jungen Erwachsenen auf
 
Weißer Hautkrebs
Basalzell- und Plattenepithelkarzinome werden dem weißen Hautkrebs zugeordnet, sie betreffen hierzulande meist ältere Personen über 60 Jahre. Beide Tumorarten wachsen relativ langsam, können sich unbehandelt aber in Breite und Tiefe ausdehnen und damit das angrenzende Gewebe zerstören.
 
Das Basaliom hat ein hautfarbenes bis bräunliches, rotes Knötchen als Erscheinungsbild und ist die häufigste Form von Hautkrebs. Es entsteht meist aufgrund von UV-Strahlung und erscheint hauptsächlich im Kopf- und Halsbereich. Davon betroffen sind meist Menschen ab dem 60. Lebensjahr. Frauen erkranken häufig jedoch schon früher daran. Das Basaliom bildet zwar keine Metastasen, unbehandelt kann es jedoch angrenzende Organe und Strukturen in Mitleidenschaft ziehen. Es lässt sich mithilfe eines operativen Eingriffs entfernen.
 
Das Plattenepithelkarzinom kann als Knoten, in warzenförmiger Erscheinungsform auftreten, aber auch als leicht blutendes Knötchen oder als schuppige Hauterhebung. Die Tumorerkrankung wird ebenfalls durch UV-Strahlung begünstigt und tritt meist an Stellen auf, die starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, wie etwa im Kopf- und Halsbereich sowie an den Armen. Das Plattenepithelkarzinom bildet keine Metastasen und lässt sich mittels chirurgischen Eingriffs entfernen. Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei etwa 70 Jahren.
 
Schwarzer Hautkrebs
Unter schwarzen Hautkrebs fällt das Melanom. Im Gegensatz zum weißen Hautkrebses, kommt es beim Melanom zu einem aggressiveren Krankheitsverlauf. Die Zellen des schwarzen Hautkrebs verbreiten sich über das Lymph- und Blutgefäßsystem im Körper, und können dort Metastasen ausbilden.
 
Das Melanom erscheint meist als asymmetrischer, braun-schwarzer Fleck. Als Ursache für das Melanom wird ebenfalls UV-Strahlung vermutet, jedoch auch genetische Faktoren. Zur Risikogruppe zählen Personen mit sehr heller Hautfarbe, Personen die viele Muttermale haben und direkte Verwandte von Patienten mit Melanomen. Das Risiko für schwarzen Hautkrebs steigt mit jedem Sonnenbrand. Melanome können überall auftreten, also auch an schwer erreichbaren Stellen. Da diese Form des Krebses ebenfalls Metastasen ausbildet, kommt eine chirurgische Entfernung zum Einsatz.
 
Je nach Fortschritt der Erkrankung kann es jedoch sein, dass eine Operation allein nicht ausreicht oder auch nicht möglich ist und deswegen auf weitere Behandlungen, wie beispielsweise die Strahlen- oder Chemotherapie, zurückgegriffen werden muss. Ist der Krebs sehr weit fortgeschritten, kann es sein, dass jedoch auch diese Behandlungsformen nicht richtig anschlagen und versucht wird, den Krebs mithilfe einer Immuntherapie oder der “targeted therapy”, also einer zielgerichteten Therapie, aufzuhalten. In manchen Fällen kann ein Arzt auch entscheiden, dass eine Immuntherapie sogar bereits ganz am Anfang einer Hautkrebserkrankung sinnvoll ist.
 
Es gibt viele weitere Behandlungsarten, welche beim schwarzen Hautkrebs angewendet werden können, allerdings handelt es sich hierbei um eine sehr aggressive Krebsart. Den Behandlungserfolg einer Therapie vorauszusagen, ist schwer. Die Entwicklung von neuen und die Weiterentwicklung von bereits bestehenden Therapien im Bereich der Krebsforschung geht jedoch ständig weiter.
 
Weitere Hautkrebsarten
Neben Basaliom, Plattenepithelkarzinom und Melanom gibt es auch noch andere, aber eher seltene Formen von Hautkrebs: Schweiß- und Talgdrüsenkarzinome, Fibrosarkome oder das Kaposi-Sarkom.

Die 10 häufigsten Mythen über Hautkrebs und Sonnenschutz

Wie bereits in der Einleitung angekündigt, halten sich zum Thema Hautkrebs und Sonnenschutz viele hartnäckige Gerüchte. Wir haben uns diese mal genauer angesehen und den Wahrheitsgehalt überprüft.
 
1. Sonnencreme bietet Schutz gegen Hautkrebs
Noch gibt es keine Sonnencreme, die das gesamte UVA- und UVB-Spektrum abdeckt, daher gibt es auch keine Beweise dafür, dass Sonnencreme tatsächlich vor der Entstehung von Melanomen schützt. Die Meidung der Sonne zur Mittagszeit und das Tragen von körperbedeckender Kleidung ist der beste Schutz vor Hautkrebs. Dennoch solltest Du auf Sonnencreme nicht verzichten, da sie vor einem großen Teil der UV-Strahlen schützt und die Hautalterung vorbeugt.
 
Gerade zur Mittagszeit sollte man die direkte Sonneneinstrahlung vermeiden und sich lieber in den Schatten legen
 
2. Sonnenschutz ist nur im Urlaub nötig
Dieser Mythos ist falsch, denn den Großteil der Sonnendosis bekommt man nicht während der Urlaubswochen ab, sondern in der übrigen Zeit des Jahres. Deswegen solltest Du im besten Fall das ganze Jahr über auf einen guten Sonnenschutz achten. Mittlerweile gibt es viele Kosmetikhersteller, welche Tagescremes mit einem Lichtschutzfaktor anbieten. Diese findest Du in der Apotheke, Parfümerie oder auch im Drogeriemarkt.
 
3. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verhindert, dass ich braun wird
Um schneller braun zu werden, greifen viele Personen gerne zu einem geringeren Lichtschutzfaktor. Doch auch Sonnenmilch mit einem hohen Lichtschutzfaktor von 50 kann nicht vor allen UV-Strahlen schützen, daher wird Deine Haut auch mit Verwendung eines hohem LSF braun.
 
4. Vorbräunen im Solarium schützt vor Sonnenbrand
An diesem Mythos ist nichts dran! Ob künstlich oder natürlich: die UV-Strahlung ist und bleibt schädlich für Deine Haut. Im Solarium werden die UV-B-Strahlen, welche für die Entstehung von Hautkrebs mitverantwortlich sind, weitestgehend herausgefiltert, Deine Haut baut somit keine Schutzschicht davor auf. Zudem sollte Dir bewusst sein, dass auch Solarien Dein Risiko für Hautkrebs erhöhen können, trotz des UV-B-Filters. Ein weiterer Punkt ist, dass sich Deine Haut jede UV-Belastung merkt, was auch noch Jahre später zu Schäden führen kann.
 
5. Im Schatten kann ich keinen Sonnenbrand bekommen
Falsch. Im Schatten ist es zwar besser als in der prallen Sonne, aber auch im Schatten kannst Du einen Sonnenbrand bekommen. Die UV-Strahlen machen auch vor schattigen Plätzen nicht halt. Du solltest zudem wissen, dass auch Gebäude und Wasser UV-Strahlen reflektieren können, welche ebenfalls im Schatten auf Deine Haut treffen können.
 
6. Gute Sonnencreme ist teuer
Der Markt für Sonnenschutz ist groß, jedoch muss eine schützende Sonnenmilch nicht teuer sein. In einem aktuellen Test der Stiftung Warentest (7/2018) wurden Sonnencremes aus dem Discounter auffällig häufig mit „sehr gut“ bewertet, während eine der hochpreisigen Cremes sogar ganz durchfiel.
 
7. Solange ich keinen Sonnenbrand habe, bekomme ich auch keinen Hautkrebs
Nicht nur einzelne Sonnendosen sind schädlich, entscheidend ist die Gesamtdosis an Sonnenstrahlen. Wenn Du wissen möchtest, ob mit Deiner Haut alles in Ordnung ist, kannst Du Dich einem Hautkrebs-Screening unterziehen. Bei diesem kann der Dermatologe mögliche Schäden an Deiner Haut feststellen, welche durch UV-Strahlen verursacht wurden.
 
8. Ein kleiner Leberfleck ist nicht gefährlich
Die Größe eines Leberflecks gibt nur bedingt Hinweise, ob es sich um Hautkrebs handeln könnte. Um herauszufinden, ob es sich wirklich um ein Melanom handelt, kannst Du die ABCDE-Checkliste heranziehen:
 

  • Asymmetrie: Hat das Mal eine asymmetrische Form? Ist es an einer oder mehreren Stellen dicker?
  • Begrenzung:  Ist der Rand des Flecks unregelmäßig begrenzt?
  • Colorierung: Welche Farbe hat das Mal? Vor allem mehrfarbige Male sind suspekt.
  • Durchmesser: Hat der Leberfleck einen Durchmesser von mehr als 5 Millimetern?
  • Entwicklung: Hat sich das Mal in den letzten Monaten verändert?

Idealerweise gehst Du jedoch zu einem Dermatologen, denn dieser kann Dir eine genaue Diagnose erstellen.
 
9. Gefährliche Leberflecke entstehen nur dort, wo die Sonne direkt auf die Haut trifft
Diese Annahme ist falsch, denn Leberflecken in den Achselhöhlen, zwischen den Zehen oder an Hand- und Fußsohlen können ebenfalls entarten. Neben einem Hautkrebs-Screening solltest Du regelmäßig Deine Haut nach Veränderungen absuchen und auch die Punkte, die wie harmlose Leber- oder Altersflecken aussehen, genau beobachten.
 
Die jährliche Hautkrebsvorsorgekontrolle kann Schlimmeres verhindern
 
10. Wenn man Hautveränderungen entfernt werden sie bösartig
Tatsächlich kursiert der Mythos, dass auffällige Hautveränderungen nicht entfernt werden sollen. Diese Annahme ist jedoch falsch. Hautkrebs sollte immer so rasch wie möglich entfernt werden, um die Chance auf Heilung zu wahren.
 
Mit dem richtigen Sonnenschutz bist Du zwar weiterhin nicht komplett immun an Hautkrebs zu erkranken, allerdings senkst Du Dein persönliches Risiko. Achte zudem immer darauf, Dich nicht allzu lange (ungeschützt) in der Sonne aufzuhalten, denn damit steigt die Wahrscheinlichkeit für Hautkrebs rasant an!
 

Spot the Dot – Faster Than Skincancer

Passend zum Blog, möchten wir heute noch einmal auf eine ganz besondere Organisation hinweisen, über die wir bereits letztes Jahr berichtet haben.
 
Spot the Dot ist eine Non-profit Organisation und wurde im Jahr 2015 von der Niederländerin Marije Kruis gegründet, nachdem sie selbst an Hautkrebs erkrankte. Mit diesem besonderen Projekt soll auf die Erkrankung aufmerksam gemacht werden. Dazu arbeitet der Verein mit den unterschiedlichsten Künstlern aus aller Welt zusammen. Spot the Dot will es nämlich auf eine kreative Art und Weise schaffen, die Menschen dazu zu bringen, sich über Hautkrebserkrankungen auszutauschen.
 
In diesem Jahr hat Spot the Dot eine neue Awareness-Kampagne mit dem Namen “Faster Than Skincancer” gestartet. Die Kampagne soll unter anderem die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass Hautkrebs mittlerweile zu den Top 3 der häufigsten Krebserkrankungen bei jungen Erwachsenen zählt.
 

 
“Wir lieben nichts mehr als draußen zu sein und die Sonne zu genießen, sei es beim Radfahren, Laufen, Surfen, Skifahren oder einer anderen Art von Outdoor-Beschäftigung, aber wir wollen sichergehen, dass Leute diese Freuden ohne spätere Probleme erleben können.” – Spot the Dot –
 
Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Du Dich nie ungeschützt der Sonne aussetzt, sondern immer auf einen sehr guten Sonnenschutz achtest. Dafür eignet sich eine Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor und schützende Kleidung. Zudem solltest Du Dich viel im Schatten aufhalten und die Mittagssonne meiden.
 
“Die Gefahr der Sonne für Deine ungeschützte Haut ist nicht zu unterschätzen. Hautschäden, die Du jetzt erleidest, erhöhen das Risiko von Melanomen und anderen Formen von Hautkrebs in deinem späteren Leben. Die gute Nachricht: Bei Früherkennung von Melanomen ist die Überlebenswahrscheinlichkeit hoch. Melanome breiten sich jedoch relativ schnell aus und senken deine Chancen bei Metastasierung drastisch.” – Spot the Dot –
 
Mit der neuen Kampagne kommen viele neue Merchandise-Artikel! Mit deren Erwerb kannst Du Spot the Dot und ihre Arbeit unterstützen und Deinen Teil dazu beitragen, dass das Thema “Hautkrebs” auch in Zukunft mehr Aufmerksamkeit in der Gesellschaft erhält.
 
Faster than skincancer - so lautet der neue Slogan der Kampagne gegen Hautkrebs von Spot the Dot
 
Neben der finanziellen Unterstützung freut sich Spot the Dot aber auch darüber, wenn Du zur jährlichen Hautkrebsvorsorge gehst und mit Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten aktiv über Hautkrebs sprichst!
 

Hier findest Du die wichtigsten Links für Spot the Dot:

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