COVID-19 Impfung und Dermalfiller

Impfen oder doch nicht impfen? Ein heiß diskutiertes Thema. Zahlreiche Unklarheiten kursieren in den Köpfen vieler Unentschlossener: Wie sicher ist die COVID-19 Impfung wirklich? Welcher Impfstoff eignet sich für welche Altersgruppe? Gibt es Nebenwirkungen und wird das Ganze je ein Ende nehmen? Darüber lässt sich lange und ausführlich diskutieren. Meinungen und Ansichten sind so zahlreich und divers wie schon lange nicht mehr. Und dann noch die Nachricht aus den USA: Dermalfiller und COVID-19 Impfungen vertragen sich nicht unbedingt. Dass sich die Bioimplantate zur Faltenglättung allerdings schon lange vor Corona als kleine Stolpersteine nach Grippe-Impfungen herausgestellt haben und deren seltenen Nebenwirkungen meist eher als vorübergehende kosmetische Makel ohne gesundheitliches Risiko auftreten, ist vielen nicht bewusst. Was genau hinter der schwierigen Beziehung zwischen Dermalfillern und der COVID-19 Impfung steckt und warum Du davor keine Angst haben solltest, verraten wir Dir hier.


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Online-Redaktion


Zuletzt aktualisiert: 26. Mai, 2021

Die COVID-19 Impfung: Was Du vorab wissen solltest

Dank moderner Forschung und raschem medizinischem Fortschritt konnten innerhalb kürzester Zeit diverse Impfstoffe gegen das neuartige Coronavirus entwickelt werden. Bis dato wurden drei Substanzen in der EU zugelassen, über weitere wird laufend verhandelt. Zur vollen Wirksamkeit des Impfstoffes müssen zwei Impfdosen in unterschiedlichen zeitlichen Abständen verabreicht werden. Trotz intensiver Forschung, mehrphasigen klinischen Testungen und zahlreichen Probanden zweifeln viele nach wie vor an der Zuverlässigkeit der Corona-Impfung. Was einige vielleicht nicht wissen: Die Impfstoff-Testung gliedert sich in mehrere Studienphasen, wobei die Substanzen vor allem in der letzten Phase besonders auf Sicherheit geprüft und auf mögliche Nebenwirkungen untersucht werden.

COVID-19 Impfung und Dermalfiller - Die COVID-19 Impfung: Was Du vorab wissen solltest

Doch auch die intensive Testung und Prüfung auf Verträglichkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit bewahrt uns nicht gänzlich vor Nebenwirkungen. Experten zufolge gibt es viele Faktoren, die eine Nebenwirkung nach der Impfung hervorrufen können, was allerdings keinen Grund zur Sorge darstellt. Denn diese sind meist vorübergehend und lassen sich mit ärztlicher Hilfe gut behandeln.
 
Dasselbe gilt auch für die zur Faltenglättung verwendeten Dermalfiller: Jenen wird schon lange ein Spannungsverhältnis zu diversen Grippe-Impfungen nachgesagt. Doch was verbirgt sich hinter diesen Anti-Falten-Fillern und wozu sind sie gut?

Dermalfiller als schonende Lösung gegen Falten

COVID-19 Impfung und Dermalfiller - Dermalfiller als schonende Lösung gegen Falten

Dank moderner Medizin und neuesten Forschungsergebnissen können Falten durch schonende Behandlungsmethoden beseitigt werden. Zu diesen zählen die sogenannten Dermalfiller wie beispielsweise Hyaluronsäure, Calcium-Hydroxylapatit, Botulinumtoxin oder Kollagen, wobei es sich dabei um eine eher veraltete Möglichkeit der Faltenbehandlung handelt. Dermatologen verwenden Filler zur Faltenunterspritzung, wobei sie die Haut von unten mit biologisch abbaubaren oder nicht abbaubaren Substanzen füllen. Diese Volumenvermehrung macht die Fältchen in Deiner Haut unsichtbar und lässt die behandelte Stelle jünger, glatter und voller erscheinen.

Intensiver Forschung sei Dank sind heute zahlreiche Dermalfiller am Markt erhältlich. Allein in Europa sind über 30 Anbieter zugelassen, die insgesamt etwa 65 Filler zur Faltenunterspritzung vertreiben. Früher benutzten Dermatologen meist Produkte tierischen Ursprungs als Dermalfiller, sogenannte Bioimplantate, zu denen auch Kollagen gehört. Die moderne plastische Chirurgie setzt heute zunehmend auf fermentative, also durch Enzyme hergestellte Produkte wie Hyaluronsäure. Diese sind besonders verträglich und können das kosmetische Ergebnis deutlich länger erhalten.

Welche Substanzen eignen sich zur Faltenglättung?

Als dermale Filler dienen unter anderem Kollagen und Hyaluronsäure. Das Kollagen ist ein natürlicher Bestandteil der Haut. Verschiedene Faktoren wie starke Sonneneinstrahlung, Nikotinkonsum und zunehmendes Alter führen dazu, dass der Kollagengehalt in Deiner Haut abnimmt, wodurch nach und nach Falten entstehen. Zur Erstellung von dermalen Fillern wird Kollagen von Rindern oder Schweinen gewonnen, aufbereitet und gereinigt. Filler auf Kollagenbasis füllen Deine Falten allerdings nicht dauerhaft, denn Dein Körper baut den Stoff im Laufe der Zeit wieder ab. Außerdem werden Dermalfiller auf tierischer Basis, also sogenannte Bioimplantate, in der Praxis so gut wie gar nicht mehr angewandt. Dies erklärt sich vor allem dadurch, dass Komplikationen wie beispielsweise allergische Reaktionen oder Abstoßungen des Produkts Bioimplantate unattraktiv gemacht haben.

COVID-19 Impfung und Dermalfiller - Welche Substanzen eignen sich zur Faltenglättung?

Heutzutage kommt vor allem Hyaluronsäure zur Faltenglättung zum Einsatz. Dermale Filler können auch aus Hyaluronsäure hergestellt werden, die in Deinem Körper unter anderem als Gelenkschmiere in Deiner Haut sowie in Deinem Bindegewebe vorkommt. Zur Faltenunterspritzung wird Hyaluronsäure meist fermentativ, also mithilfe von Enzymen hergestellt. Experten stufen sie als sehr verträgliche Substanz mit wenig Allergierisiko ein. Wie alle biologischen Produkte baut Dein Körper auch Hyaluronsäure nach und nach wieder ab, weshalb Deine Haut das implantierte Volumen mit der Zeit wieder verlieren wird.

Wann sind Dermalfiller ein No-Go?

COVID-19 Impfung und Dermalfiller - Wann sind Dermalfiller ein No-Go?

Du hast schon lange den Wunsch, Deine Falten zu glätten, Dich wieder ein bisschen jünger zu fühlen und denkst über eine Dermalfiller-Injektion nach? Dann solltest Du davor abchecken, ob Du nicht eventuell auf eine der verwendeten Substanzen allergisch reagieren könntest. Experten raten außerdem von einer Dermalfiller-Injektion während der Schwangerschaft und der Stillzeit ab. Auch bei Autoimmunerkrankungen, bei Allergien gegen Betäubungsmittel oder Hühnereiweiß, bei schweren Herzerkrankungen oder bei der regelmäßigen Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten solltest Du Bioimplantate vermeiden.

Auch die COVID-19 Impfung hat in letzter Zeit Aufsehen im Zusammenhang mit Dermalfillern erregt. In den USA wurde berichtet, dass es in einzelnen Fällen nach einer COVID-19 Impfung im Bereich vorab eingespritzter Bioimplantate zu Schwellungen in der Lippen- und Gesichtsregion gekommen ist. Dabei handelt es sich um eine sehr seltene Nebenwirkung, die Experten als vorübergehend und komplett reversibel einstufen.

Wie reagieren Dermalfiller auf den Corona-Impfstoff?

Expertenmeinungen zufolge können die Inhaltsstoffe der COVID-19 Impfung in jenen Bereichen, die vorab mit Dermalfillern behandelt wurden, eine verzögerte Entzündungsreaktion auslösen. Bei den bisher bekannten Fällen hat sich dies in Form von Schwellungen der Lippen- und Gesichtsregion gezeigt. Dabei muss die Injektion der Filler gar nicht zeitnahe zur Impfung stattgefunden haben. Egal ob zwei Wochen, sechs Monate oder sogar Jahre zuvor – einzelne Personen, die sich Dermalfiller zur Faltenglättung injizieren ließen, konnten in den ersten beiden Tagen nach der Impfung Schwellungen im Lippen- und Gesichtsbereich beobachten. Die gute und äußerst beruhigende Nachricht: Derartige Reaktionen sind sehr selten. Studien zeigen, dass lediglich drei unter 15.184 geimpften Personen Schwellungen der behandelten Gesichtsbereiche, die auf die Antikörperreaktion des Körpers auf das Fremdprodukt zurückzuführen sind, beobachten konnten. Außerdem traten derartige Schwellungen bislang nur in Reaktion auf den Impfstoff des Herstellers Moderna zum Vorschein.

COVID-19 Impfung und Dermalfiller - Wie reagieren Dermalfiller auf den Corona-Impfstoff?

Schwellungen als Impfreaktion – wie gefährlich sind sie?

Expertenwissen und langjährige Erfahrung bestätigt, dass Schwellungen als Impfreaktion sehr gut behandelbar sind und schnell wieder abklingen. Außerdem sind sie keine Neuheit: Nebenwirkungen dieser Art sind nämlich bereits nach Impfungen gegen andere bakterielle Krankheiten, wie zum Beispiel nach der Influenza-Impfung aufgetreten. Dabei besteht weder ein gesundheitliches Risiko noch die Gefahr von bleibenden Schäden oder Langzeitfolgen. Solltest Du Dich also in den letzten Jahren mit Dermalfillern behandeln haben lassen, zögere nicht: Die Nebenwirkungen sind selten, vorübergehend, gesundheitlich nicht gefährdend und ändern nichts an der Wirkung des COVID-19 Impfstoffes.

Was soll ich tun, wenn mein Gesicht anschwillt?

Solltest Du merken, dass Dein Gesicht oder Deine Lippen in den ersten Tagen nach der COVID-19 Impfung anschwellen, so kontaktiere am besten Deinen Hausarzt. Experten beruhigen: Die Schwellung ist nicht gesundheitsgefährdend und hat keine langfristigen Folgen, manchmal kann sie durchaus wieder von selbst abklingen. Solltest Du sie aber als sehr störend empfinden, so kannst Du Deinen Hausarzt oder Dermatologen um Anti-Histamine oder Steroide bitten, mit welchen Du die Schwellung noch schneller wieder in den Griff bekommen kannst – am Ende entscheidet jedoch der Arzt, ob diese in Deinem Fall Sinn machen oder nicht.

Spezialisten betonen, dass es sich dabei nicht um Allergien oder Infektionen handelt, sondern um immunologische Reaktionen der Dermalfiller-Substanzen auf den injizierten Impfstoff. Primär reagiert Dein Körper also auf den Impfstoff und erst sekundär auf denn Filler. Da die Dermalfiller zwar für maximal zwölf Monate ihre Wirkung zeigen, sich deren Inhaltsstoffe aber bedeutend länger in Deinem Körper aufhalten können, kann Dein Gesicht auch Jahre nach einer Faltenglättung aufquellen, sofern noch Restbestände des Produkts in Deinem Körper sind.

COVID-19 Impfung und Dermalfiller - Was soll ich tun, wenn mein Gesicht anschwillt?

Schwellungen nach einer Impfung vermeiden – geht das?

Um die Wahrscheinlichkeit möglicher Schwellungen als immunologische Reaktion auf die COVID-19 Impfung zu verringern, empfehlen Experten etwa zwei Wochen vor und nach der Impfdosis keine dermalen Filler einzuspritzen. Konsultiere am besten Deinen zuständigen Dermatologen, wenn Du mit dem Gedanken spielst, Dir zeitnah zu einer COVID-Impfung einen Filler einspritzen zu lassen. Dein zuständiger Hautarzt kann Dir dabei helfen, Deinen Behandlungsplan passend zu adaptieren, um Schwellungen der behandelten Bereiche zu vermeiden.

Die Impfung und die Schwellung – kein Grund zur Furcht

COVID-19 Impfung und Dermalfiller - Die Impfung und die Schwellung – kein Grund zur Furcht

Bitte bedenke, dass eine COVID-19 Erkrankung zahlreiche Risiken mit sich bringt, die nicht nur Dich, sondern auch Deine Lieben um Dich herum sehr stark gefährden können. Nur mit einer hohen Bereitschaft der Bevölkerung, sich gegen das neuartige Coronavirus impfen zu lassen, können wir gemeinsam die Pandemie beenden und langsam aber sicher wieder in die Normalität zurückkehren. Gesichtsschwellungen in Folge der COVID-19 Impfung sind sehr selten und tragen kaum gesundheitliche Risiken mit sich. Der Krankheitsverlauf sowie die unberechenbaren Folgen des Coronavirus allerdings schon.


Unser Fazit.

Ja, die Corona-Impfung und die Überbleibsel von synthetischen Dermalfillern wie Hyaluronsäure oder Calcium-Hydroxylapatit in Deinem Gesicht vertragen sich nicht ganz. Lass Dich deshalb jedoch nicht von einer Corona-Impfung abschrecken. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Gesicht in Folge einer Impfung aufschwillt, ist gering. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass COVID-19 Dir, Deiner Gesundheit und Deinen Lieben langfristige Schäden zuführt oder sogar lebensgefährliche Krankheitsverläufe auslöst, ist deutlich höher.


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