Brustkrebs bei Männern

Brustkrebs bei Männern? Ja das gibt es! Im Brustkrebsmonat Oktober wollen wir Dich auch über Brustkrebs bei Männern informieren und aufklären. Es kommt sehr selten vor, da nur ein Prozent der an Brustkrebs erkrankten Personen Männer sind. Das bedeutet in Österreich bekommen jährlich rund 50 Männer die Diagnose Brustkrebs. Da es nur relativ wenige Männer betrifft, konzentriert sich die Forschung eher auf den Brustkrebs bei Frauen. Auch in der Gesellschaft wird das Thema Brustkrebs bei Männern leider kaum besprochen. Wenn Du diese Krankheit hast, bitte schäme Dich nicht dafür, sondern sprich offen mit dem Arzt Deines Vertrauens und mit Deinen Angehörigen darüber.


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Medizinischer Experte

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Online-Redaktion


Zuletzt aktualisiert: 9. Dezember, 2019

Wie sehen die Symptome aus?

Die Symptome bei Brustkrebs bei Männern sind Knoten und Entzündungen im Brustbereich sowie verhärtete oder vergrößerte Lymphknoten in der Achselhöhle. Flüssigkeitsaustritte aus den Brustwarzen und Veränderungen der Brusthaut oder Brustwarze können weitere Warnsignale sein. Wenn der Brustkrebs bei Männern schon fortgeschritten ist, können Knochenschmerzen durch Skelettmetastasen, verminderte Leistungsfähigkeit, Husten, Atemnot und auch Gelbsucht oder Leberschäden auftreten. Bei Lymphknotenmetastasen in den Achselhöhlen kann es zur Schwellung des Armes kommen. Bei Brustkrebsverdacht wirst Du von Deinem Hausarzt an einen Radiologen überwiesen, der wie auch bei Frauen, die bildgebenden Verfahren Mammografie (Bruströntgen), Ultraschall oder die Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) durchführt. Endgültige Klarheit verschafft dann eine Biopsie, bei der entnommenes Gewebe im Labor untersucht wird.

Welche Therapien gibt es für männlichen Brustkrebs?

Nach der Diagnose müssen Chirurgen möglichst das gesamte befallene Gewebe und die Lymphknoten, die es umgeben, entfernt werden. Da Männer wesentlich weniger Brustgewebe haben als Frauen, müssen die Ärzte häufig die gesamte Brust entfernen. Je nach Krankheitsverlauf erhältst Du anschließend an die Operation eine Strahlen-, Chemo- oder Antikörpertherapie, um mögliche verbleibende Krebszellen zu vernichten. Die Brustkrebszellen wachsen bei Männern oft hormonabhängig und können so auch mit einer antihormonellen Therapie bekämpft werden. Das Rückfallrisiko und die Heilungschancen sind bei männlichen und weiblichen Brustkrebspatienten sehr ähnlich. Entscheidend sind das Stadium, in dem der Krebs erkannt wird sowie die darauffolgenden Therapien. Da es für Männer keine Brustkrebs-Früherkennungsprogramme wie für Frauen gibt, bleibt diese Krankheit leider lange unbemerkt.

Auslöser für Brustkrebs bei Männern

Genetisches Risiko

Bei Männern ist bei Brustkrebs häufiger eine genetische Veranlagung nachzuweisen, als bei Frauen. Die Genmutationen (Genveränderungen) können das Brustkrebsrisiko deutlich steigern. Betroffen sind die Gene BRCA1 und BRCA2 (Breast Cancer Gen – Brustkrebsgen). Diese Gene erhöhen jedoch nicht nur das Risiko für Brustkrebs, sondern auch für Prostatakrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Darmkrebs. Die genetische Veränderung der Geschlechtshormone (Klinefelter-Syndrom) kann auch das Brustkrebsrisiko erhöhen.

Hormonelles Risiko

Männer produzieren neben dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron auch die weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron. Ein Ungleichgewicht dieser Hormone und eine Überproduktion an Östrogen kann Brustkrebs beim Mann begünstigen. Auslöser dafür können Übergewicht, die Einnahme von Hormonen bei einer Geschlechtsumwandlung oder als anabole Steroide zur Leistungssteigerung bei Bodybuildern sein. Das Hormonungleichgewicht kann aber auch durch eine Unterproduktion von Testosteron nach einer Leberzirrhose, einem Hodenhochstand in der Kindheit oder einer früheren Hodenentzündung entstehen.

Strahlenbelastung

Bei Männern und Frauen steigert langjährige oder hochdosierte, radioaktive Strahlung in der Brustregion das Risiko für ein Mammakarzinom (Brustkrebs). Betroffen sind Menschen, die aufgrund früherer Krebserkrankungen, wie zum Beispiel Lungenkrebs, bereits eine Strahlentherapie im Bereich des Oberkörpers erhalten haben.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu Brustkrebs bei Frauen

Bei Verdacht auf Brustkrebs werden sowohl Frauen als auch Männer mit bildgebenden Verfahren (Mammografie, Ultraschall oder MRT) untersucht und letztlich eine Biopsie (Gewebeuntersuchung) durchgeführt. Auch die Therapiemöglichkeiten sind für beide Geschlechter ähnlich. Bei Männern wird der Brustkrebs oft erst später entdeckt, da es keine Früherkennungsprogramme für sie gibt und viele Menschen nicht wissen, dass auch Männer daran erkranken können. Bei den Brustkrebserkrankungen liegt das Durchschnittsalter bei Frauen bei Mitte 60 und bei Männern bei Anfang 70.

An welchen Arzt können sich Männer wenden?

Wenn Du eine Veränderung Deiner Brust beziehungsweise Brustwarzen wahrnimmst oder Knötchen in der Achselhöhle spürst, wende Dich bitte an Deinen Hausarzt oder Urologen. Dieser wird Dich gegebenenfalls zu einem Radiologen für weitere Untersuchungen überweisen.


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