Blutspende – In wenigen Minuten Leben retten!

Blutspenden rettet Leben, das bekommt man fast täglich auf die eine oder andere Weise mitgeteilt. Allein in Österreich wir ca. jede Minute eine Blutkonserve benötigt, pro Jahr insgesamt bis zu 450.000 (Quelle: Rotes Kreuz), in Deutschland ist der Verbrauch um einiges höher, denn hier werden bereits pro Tag um die 15.000 Blutspenden benötigt, in der Schweiz um die 1.200 Spenden täglich. Weltweit ist jede Sekunde eine Person auf eine Blutspende angewiesen. Aus diesem Grund gilt Blut als ein besonders wertvolles Gut. Eine weitere Besonderheit ist, dass unser Blut sich nach einer Spende in kürzester Zeit regeneriert, ohne dass wir dafür etwas tun müssen. Aber wie genau funktioniert eine Blutspende? Wann darf ich spenden und wann nicht? Und überhaupt, was sind eigentlich Blutgruppen? Hier verraten wir Dir alles, was Du über die Blutspende wissen musst.


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Medizinische Expertin

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Online-Redaktion


Zuletzt aktualisiert: 28. Oktober, 2020

Was ist der Weltblutspendertag?

Jedes Jahr findet am 14. Juni der Weltblutspendertag statt. Seit seiner Gründung 2004 unterstreicht er die Bedeutung des gesellschaftlichen Engagements von Blutspendern. Trotz der vielen Spenden deckt das jährlich gespendete Blut nur ein Prozent des weltweiten Bedarfs von Blutkonserven ab. Deswegen soll der Tag zusätzlich auch ein Aufruf an alle Menschen sein, regelmäßig spenden zu gehen und damit für eine sichere Versorgung mit Blutpräparaten beitragen. Das gilt ebenfalls für die Spende von Plasma. Übrigens findet der Weltblutspendertag deshalb immer am 14. Juni statt, weil Karl Landsteiner, der Entdecker der Blutgruppen, an diesem Tag geboren wurde.
 
Mit einer Blutspende lässt sich das Leben eines anderen Menschen retten

Was sollte ich vor einer Blutspende beachten?

Ganz wichtig: Du solltest Dich ausreichend fit fühlen. Leidest Du unter einem Schnupfen oder hast die Grippe, dann warte mit der Spende bitte, bis Du wieder komplett gesund bist. Außerdem musst Du das 18. Lebensjahr abgeschlossen haben, solltest als Erstspender jedoch nicht älter als 60 Jahre sein. Übrigens: Spendest Du zwischendurch einmal für zehn Jahre nicht, dann wirst Du automatisch wieder als Erstspender eingestuft. Das Höchstalter für eine Blutspende sind 72 Jahre. Weitere wichtige Faktoren sind ein stabiler Blutdruck, ein Mindestgewicht von 50Kg und eine Körpertemperatur, die nicht über 37,5 Grad Celsius liegt.
 
Am Tag der Blutspende solltest Du mindestens zwei bis drei Liter trinken, um den Flüssigkeitsmangel auszugleichen. Außerdem ist es wichtig, genug zu essen, um Deinen Körper nicht unnötig zu belasten. Weil fettreiche Nahrung die Qualität des Blutplasmas beeinträchtigt, solltest Du am Tag vor der Spende aber keine Speisen mit allzu viel Fett zu Dir nehmen. Im besten Fall achtest Du darauf Lebensmittel zu essen, die einen hohen Eisengehalt haben, dazu gehören unter anderem diverse Fleischsorten, Sardinen, Austern, Käse, Eier, Hirse, Sonnenblumenkerne und Erbsen. Bei einem Eisenmangel ist es Dir leider nicht erlaubt zu spenden, denn dann fehlt Deinem Körper nach der Spende das Eisen, um voll funktionsfähige rote Blutkörperchen zu bilden.
 
Vier Stunden vor Deinem Termin solltest Du aufs Rauchen verzichten, denn dies hat negative Auswirkungen auf die Blutkonserve. Schließlich solltest Du direkt vor der Blutspende auch sportliche Aktivitäten vermeiden und Deinen Körper stattdessen ein wenig schonen.

Wann darf ich nicht spenden?

Um die Empfänger Deiner Blutspende zu schützen, gibt es einige wenige Ausschlusskriterien. Nach Aufenthalten in tropischen Ländern, in denen Du Dich mit Tropenkrankheit anstecken könntest, musst Du einen bis sechs Monate warten, um wieder Blut spenden zu dürfen. Auch bei einer neuen Tätowierung oder einem Piercing musst Du vier Monate bis zur nächsten Spende warten. Genauso wenig darfst Du mit einer Erkältung zur Blutspende, stattdessen solltest Du Dich auskurieren, bis Du wieder ganz gesund bist. Infektionserkrankungen werden durch die Blutspende übertragen, deshalb sind Erkrankte und Ansteckungsgefährdete von der Blutspende ausgeschlossen. Nach einer Impfung oder Operation musst Du zwischen einem und sechs Monaten vor der nächsten Spende vergehen lassen. Falls Du Medikamente zu Dir nimmst oder chronische Erkrankungen wie Diabetes hast, solltest Du diese mit dem Fachpersonal vor der Spende besprechen.
 
Zusätzliche vorübergehende Ausschlusskriterien sind:
 

  • Vorausgehende zahnärztliche Behandlungen, auch eine professionelle Zahnreinigung
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Risikoreiches Sexualverhalten, sprich Menschen, die häufig ihre Geschlechtspartner wechseln und damit ein erhöhtes Risiko für durch Blut übertragbare Infektionskrankheiten haben

Noch immer ist es in den meisten Ländern so, dass homo- und bisexuelle Männer und transsexuelle Menschen kein Blut spenden dürfen, denn ihnen wird ein potenziell höheres Risiko zugeschrieben, Infektionskrankheiten zu übertragen. In Österreich ist ihnen das Spenden zwar erlaubt, allerdings erst dann, wenn sie die letzten 12 Monate keinen Geschlechtsverkehr hatten. Nur in wenigen Ländern, wie beispielsweise in Portugal, Lettland oder Polen, sind alle Spender gleichgestellt, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung. Eine bestimmte Wartezeit nach dem Geschlechtsverkehr ist somit ausgeschlossen. Mittlerweile werden immer mehr Stimmen laut, die sich dagegen wehren, dass die sexuelle Orientierung eine Hürde beim Blutspenden darstellen kann.

Wie funktioniert das Spenden von Blut?

Zunächst erfolgt immer die Anmeldung. Solltest Du bereits einmal Blut gespendet haben, dann benötigen die Mitarbeiter zusätzlich zu einem Ausweisdokument Deinen Spenderausweis. Abschließend musst Du einen Fragebogen mit genauen Angaben zu Deiner Person, Deinen Erkrankungen und gesundheitlichen Risikofaktoren ausfüllen. Danach sprichst Du mit einer Ärztin oder einem Arzt, der Deine Spendentauglichkeit abklärt. Um den Hämoglobinwert, also den Eisengehalt, Deines Blutes zu messen, nehmen Dir die Mitarbeiter der Spendenzentrale dann einen Tropfen Blut aus der Fingerkuppe ab.
 
Pro Blutspende dürfen einem Erwachsenen bis zu 500ml Blut entnommen werden
 
Wenn die Voruntersuchungen beendet sind, beginnt die Blutspende: Im Liegen punktiert eine Fachkraft in der Regel in der Armbeuge Deine Vene. Über ein Schlauch-System gelangt Dein Blut dann in mehrere Plastikbeutel. Zusätzlich wird noch etwas Blut in ein Extraröhrchen abgezapft, welches später ins Labor kommt und auf mögliche Krankheiten untersucht wird. Befinden sich ungefähr 450-500 ml Blut in den Beuteln, entfernt eine Pflegekraft die Nadel wieder und legt einen Druckverband an, um Blutergüsse an der Punktionsstelle zu vermeiden. In der Regel dauert das eigentliche Spenden nicht länger als zehn Minuten.
 
In vielen Blutspendezentralen erhältst Du nach der Spende etwas zum Essen und zum Trinken. Oftmals bleibst Du noch für etwa eine halbe Stunde in der Zentrale, bis sich Dein Kreislauf wieder so weit stabilisiert hat, dass Du den Heimweg antreten kannst. Sollte Dir schwindelig sein oder Du Dich nicht wohlfühlen, dann kannst Du Dich jederzeit an die Mitarbeiter der Blutspendezentrale wenden.

Welche Arten von Blutspenden gibt es?

Die klassische Blutspende wird als Vollblutspende bezeichnet und wird am häufigsten durchgeführt. Entnehmen Dir die Mitarbeiter der Blutspendezentrale nur Blutbestandteile, wie beispielsweise Thrombozyten, ist von einer Multikomponenten-Spende die Rede. In diesem Fall wird Dir das Blut abgenommen, die benötigten Bestandteile herausgefiltert und das Blut wieder Deinem Körper zugeführt.

Wie viel Blut darf ich spenden?

Pro Blutspende darfst Du ungefähr 450-500ml Blut spenden. Das ist eine Menge, die Dein Körper ohne Probleme vertragen und ausgleichen kann. Eine erwachsene Person besitzt etwa fünf bis sieben Liter Blut. 

Wie lange dauert die Blutspende?

Normalerweise dauert eine Blutspende nicht mehr als zehn Minuten. Bei Plasma- und Thrombozyten-Spenden kann die Blutabnahme bis zu eineinhalb Stunden dauern.

Was ist der Blutspenderausweis und wie bekomme ich diesen?

Der Blutspenderausweis hilft dabei, Dich als Blutspender auszuweisen und vermerkt einige wichtige Daten wie Blutgruppe und Rhesusfaktor. Du musst ihn zu jeder Blutspende mitbringen und bekommst ihn nach der ersten Blutspende etwa zwei bis drei Wochen später per Post zugeschickt. In einigen Fällen kann der Blutspenderausweis lebensrettend sein. So zählt bei einem schweren Unfall jede Minute. Benötigst Du eine Blutspende, ist es den Sanitätern direkt am Unfallort bereits möglich aufgrund der Daten Deines Spenderausweises die passende Bluttransfusion zu beschaffen, ohne vorher noch einen Test durchführen zu müssen. Führe den Ausweis deswegen am besten immer mit Dir!

Was muss ich nach der Blutspende beachten?

Direkt nach der Blutspende solltest Du auf große körperliche Anstrengung wie den Besuch von Fitnessstudios und Sauna verzichten. Außerdem ist es wichtig, auch nach der Spende ausreichend Wasser zu trinken und etwas zu essen. Auch nach der Blutspende solltest Du unbedingt auf den Konsum von Alkohol und Nikotin verzichten. Es ist nicht empfehlenswert, noch am selben Tag mit dem Auto zu fahren. Lasse Dich am besten von einem Angehörigen oder Freunden abholen, oder nimm am besten ein Taxi. Auf öffentliche Verkehrsmittel solltest Du nur dann zurückgreifen, wenn Du Dich absolut sicher fühlst.
 
Nach der Blutspende solltest Du viel trinken und dich schonen

Wie oft darf ich Blut spenden?

Zwischen zwei Blutspenden müssen mindestens 55 Tage liegen. Insgesamt dürfen Frauen vier- bis fünfmal und Männer bis zu sechsmal pro Jahr zur Blutspende gehen.

Wie lange dauert es, bis sich das gespendete Blut wieder nachgebildet hat?

Die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, denn hier spielt es auch immer eine Rolle, in welcher körperlichen Verfassung Du Dich befindest und wie Du Dich nach der Spende verhältst. Du solltest unbedingt viel Wasser oder auch Tee trinken, denn damit gleichst Du den entstandenen Flüssigkeitsmangel bereits gut aus. Nach nur wenigen Tagen hat Dein Körper bereits das Plasmaeiweiß, die weißen Blutkörperchen und auch die Blutplättchen wieder vollkommen ersetzt. Die roten Blutkörperchen benötigen etwas mehr Zeit, sind jedoch nach etwa drei Wochen ebenfalls wieder komplett neu ausgebildet.
 
Da Frauen von Natur aus einen höheren Eisenbedarf haben, dauert die Bildung der roten Blutkörperchen etwas länger als bei Männern, weshalb sie auch nur viermal im Jahr Blut spenden dürfen. Nach spätestens acht Wochen haben sich jedoch auch beim weiblichen Geschlecht die Blutkörperchen wieder erholt.

Was wird mit meinem Blut nach der Spende gemacht?

Nach der Blutspende wird Dein Blut in einem Labor mittels Zentrifuge in seine Bestandteile aufgeteilt, und zwar in Erythrozyten-Konzentrat (rote Blutkörperchen), Thrombozyten-Konzentrat (Blutplättchen) und Blutplasma. Das wird deswegen gemacht, damit keine Bestandteile der wertvollen Blutspende verschwendet werden, sondern jeder Empfänger der Spende genau das Konzentrat bekommt, welches er benötigt. Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) werden übrigens aus dem Blut entfernt, denn diese finden keine Verwendung.
 
Das Erythrozyten-Konzentrat kommt vor allem bei Menschen zum Einsatz, welche beispielsweise bei einer Operation viel Blut verlieren oder auch bei Personen, die unter einer Blutkrankheit leiden. Das Erythrozyten-Konzentrat ist bei einer Lagerung von zwei bis sechs Grad Celsius für etwa 49 Tage haltbar.
 
Das Thrombozyten-Konzentrat wir bei Zimmertemperatur gelagert und ist gerade einmal eine Woche lang haltbar. Gespendet werden die Blutplättchen zum Beispiel an Personen, die eine gestörte Plättchenbildung haben, wie es bei an Leukämiepatienten der Fall ist.
 
Am längsten ist das Blutplasma haltbar, bei -30 Grad Celsius, nämlich bis zu zwei Jahre. Diese kommt bei Massentransfusionen zum Einsatz, oder auch bei Patienten mit Autoimmunkrankheiten.
 
Um das Risiko, Blut, beziehungsweise seine einzelnen Bestandteile, entsorgen zu müssen noch weiter zu senken, helfen sich in vielen Ländern die einzelnen Regionen gegenseitig aus. Wird also in einer Region die Blutkonserve einer bestimmten Gruppe knapp, kann eine andere Region einspringen.
 
Bei der Blutspende wird Dir übrigens noch ein separates Röhrchen abgenommen, das ein Labor auf Infektionserkrankungen wie HIV, Syphilis und Hepatitis testet. Erst wenn durch diesen Test eine Erkrankung ausgeschlossen wurde, wird Dein Blut zur Spende freigegeben.

Wie wird kontrolliert, dass das gespendete Blut keine Krankheiten enthält?

Wie bereits erwähnt, nehmen Dir die Mitarbeiter zusätzlich zur Spende noch etwas Blut ab, welches sie zur Untersuchung in ein Labor schicken. Dort testen die Laboranten das Blut auf Krankheiten wie HIV, Syphilis oder Hepatitis. Ist die Blutprobe unauffällig und kann eindeutig dem Spender zugewiesen werden, ist die eigentliche Blutspende zur Verwendung freigegeben.
 
Befinden sich im Testblut Spuren von Krankheitserregern, wird die Blutkonserve entsorgt und der Spender erhält eine Benachrichtigung, damit sich dieser in Behandlung geben kann.
 
Das gespendete Blut wird in einem Labor auf mögliche Krankheiten untersucht

Gibt es bei der Blutspende trotzdem eine Infektionsgefahr?

Während der Blutspende kommen immer Einwegnadeln zum Einsatz, weshalb eine Infektion mit einer Erkrankung ausgeschlossen ist. Solltest Du eine Blutspende empfangen, ist auch hier die Infektionsgefahr sehr gering, denn das gespendete Blut wird immer auf Krankheiten untersucht. Von 2,5 Millionen Menschen steckt sich gerade einmal eine Person bei einer Transfusion mit HIV an, bei Hepatitis C ist es eine Person von 700.000 und bei Hepatitis B etwa eine Person von 500.000.

Wem hilft meine Blutspende?

Deine Blutspende hilft Patienten mit sehr unterschiedlichen Krankheitsbildern: Zu ungefähr gleichen Teilen kommt das gespendete Blut bei der Krebstherapie, Herzerkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen und Unfallopfern zum Einsatz. Aber auch bei Blutarmut, Geburtskomplikationen, Knochen- und Gelenkkrankheiten, Leber- und Nierenkrankheiten und Verletzungen bei diversen Unfällen sind Blutspenden oftmals notwendig.
 
Um zu verstehen, weshalb Blut als so wertvoll angesehen wird und es wichtig ist zu spenden, wirft man am besten einmal einen Blick auf die Anzahl der benötigten Blutkonserven. So können bei großen Gefäß- oder Herzoperationen allein schon 30 Spenden oder mehr benötigt werden, und auch bei Geburtskomplikationen kann die Anzahl der benötigten Spenden recht schnell in die Höhe gehen.

Welche Vorteile bringt das Blutspenden mit sich?

Mit Deiner Blutspende kannst Du ganz einfach Leben retten. Im Durchschnitt ist jede dritte Person im Laufe ihres Lebens auf Blutspende-Produkte angewiesen. Auch für Dich hat das regelmäßige Blutspenden Vorteile, und zwar diese:
 

  • Bestimmung Deiner Blutgruppe und Deines Rhesus-Faktors. Dieses Wissen ist in einigen Situationen lebensrettend
  • Bestimmung des Hämoglobinwertes. Ein veränderter Wert kann unter Umständen auf eine Erkrankung oder einen Mangel hinweisen
  • Es lässt sich bestimmen, ob Du bereits einmal an einer Gelbsucht gelitten hast (Hepatitis B oder C)
  • Du bekommst Informationen zu eventuell vorhandenen Blutfaktoren-Antikörpern
  • Sollte der Verdacht aufkommen, dass bei Dir eine Erkrankung besteht, dann wirst Du sofort benachrichtigt
  • Natürlich erhältst Du zudem den Blutspenderausweis mit den wichtigsten Informationen zu Deiner Blutgruppe

Manche Institutionen zahlen sogar pro Spende eine kleine Aufwandsentschädigung von 15-25€. Meist erhältst Du zudem etwas zu essen und zu trinken.

Was ist eine Blutgruppe und welche Blutgruppen gibt es?

Blutgruppensysteme teilen Blut aufgrund verschiedener Eigenschaften ein. Am verbreitetsten sind das AB0- und das Rhesusfaktor-System. Beim AB0-System befinden sich Antigene, sozusagen Markierungen, auf den roten Blutkörperchen: Bei Blutgruppe A befindet sich das Antigen A auf den roten Blutkörperchen, bei Blutgruppe B Antigen B und bei Blutgruppe AB dementsprechend beide. Hast Du Blutgruppe 0, so befindet sich kein Antigen auf Deinen roten Blutkörperchen. Zusätzlich schwimmen aber auch sogenannte Antikörper in Deinem Blut umher, die Teil Deines Immunsystems sind und all das markieren, was nicht in Dein Blut gehört.
 
Wenn Du Blutgruppe A hast, schwimmen also Anti-B-Antikörper in Deinem Blut, bei Blutgruppe B Anti-A-Antikörper, bei Blutgruppe AB keine Antikörper und bei Blutgruppe 0 Antikörper gegen A-und B-Antigene. Das Rhesusfaktorsystem ist noch schneller erklärt: Bei Menschen mit positivem Rhesusfaktor befindet sich noch eine weitere Markierung, das sogenannte Antigen D auf den roten Blutkörperchen. Rhesusfaktor negatives Blut besitzt diese Markierung nicht, bildet aber Antikörper, also eine Immunabwehr, dagegen aus.
 
Es lassen sich verschiedene Blutgruppen unterscheiden

Welche Blutgruppen können sich gegenseitig Blut spenden?

Bei einer Blutspende ist unbedingt darauf zu achten, welche Blutgruppen der Spender und der Spendenempfänger haben, denn nicht alle Blutgruppen sind miteinander kompatibel. Auch der Rhesusfaktor, welcher positiv (+) oder negativ (-) sein kann, spielt bei der Spende eine wichtige Rolle.
 

  • 0- : Das ist eine ganz besondere Blutgruppe, denn damit ist es möglich, jedem Menschen Blut zu spenden, unabhängig, welche Blutgruppe der Empfänger besitzt.
  • 0+: Kann an Menschen mit der Blutgruppe 0+, A+, B+ und AB+ spenden
  • A-: Menschen mit dieser Blutgruppe sind passende Spender für Menschen mit der Blutgruppe A-, A+, AB- und AB+
  • A+: Personen mit A+ sind für Menschen mit der Blutgruppe A+ und AB+ geeignete Spender
  • B-: Ist kompatibel mit B-, B+, AB- und AB+
  • B+: Menschen mit der Blutgruppe B+ sind passende Spender für die Gruppen B+ und AB+
  • AB-: Ist kompatibel mit AB- und AB+
  • AB+: Kann nur an Personen gespendet werden, welche ebenfalls die Blutgruppe AB+ besitzen

Es gibt allerdings einen Haken, denn auch wenn einige Blutgruppen in der Lage sind vielen anderen Blutgruppen zu spenden, bedeutet dies im Umkehrschluss leider nicht, dass sie auch von allen Blutgruppen Spenden empfangen können.
 
Folgende Blutgruppen können von anderen Gruppen Spenden empfangen:
 

  • 0-: Kann nur von einer Person Blut empfangen, welche ebenfalls die Gruppe 0- hat
  • 0+: Braucht einen Spender mit der Blutgruppe 0+ oder 0-
  • A-: Kann nur Spenden von Personen mit der Blutgruppe 0- und A- empfangen
  • A+: Menschen mit der Blutgruppe A+ kommen als Empfänger von Spendern mit 0-, 0+, A- und A+ infrage
  • B-: Kann nur die Blutgruppen 0- und B- empfangen
  • AB-: Verträgt die Blutspende von 0-, A-. B- und AB-
  • AB+: Menschen mit der Blutgruppe AB+ sind geeignete Empfänger für alle Blutgruppen

Weltweit ist die Blutgruppe AB- mit nur etwa einem Prozent am seltensten vertreten, am häufigsten kommt jedoch 0+ vor, und zwar weltweit ca. 36%. Anschließend folgen B+ mit 21%, AB+ mit 5% und 0- mit 4%.

Was ist unter “Goldenem Blut” zu verstehen?

Noch seltener als die Blutgruppe AB- ist die RhNull-Gruppe. Hier fehlen alle 55 Oberflächenproteine aus dem Rhesus-System, was bedeutet, dass diese Blutgruppe mit allen anderen Blutgruppen kompatibel ist, da keine Gefahr besteht, dass Antikörper bei einer Spende die fremden Blutkörperchen angreifen und zerstören. Das macht sie besonders wertvoll, weshalb die RhNull-Gruppe umgangssprachlich auch als “Goldenes Blut” bezeichnet wird. Momentan ist gerade einmal von 43 Menschen bekannt, dass Sie diese Blutgruppe besitzen.
 
Nur sehr wenige Menschen haben eine Blutgruppe, die mit allen anderen Blutgruppen kompatibel ist

Was passiert, wenn man die falsche Blutgruppe gespendet bekommt?

Bekommt eine Person eine Bluttransfusion, welche jedoch nicht mit der eigenen Blutgruppe kompatibel ist, kann das fatale Auswirkungen haben, ähnlich einer allergischen Reaktion. Der Körper beginnt nun Antikörper auszubilden, um die mit der Blutspende empfangenen Blutkörperchen zu zerstören. Zu Beginn können Symptome wie Fieber oder Schüttelfrost auftreten. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Verklumpung der fremden Blutkörperchen kommen, welche in den Blutgefäßen stecken bleiben können. Dadurch kann es zu einer Beeinträchtigung des Sauerstofftransportes kommen, was wiederum zu massiven Schäden im Gehirn und im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.
 
Möglich ist ebenfalls, dass sich die roten Blutkörperchen auflösen und in das Blutplasma übergehen, was wiederum das Risiko für Nierenversagen stark ansteigen lässt.

Was ist unter einer Eigenblutspende zu verstehen?

Bei der Eigenblutspende lässt Du Dir Blut abnehmen, auf welches später gegebenenfalls zurückgegriffen werden kann. Das kann beispielsweise bei einer anstehenden Operation sinnvoll sein. Sollte es zu einem Blutverlust kommen, stehen dem Chirurgen bereits Deine eigenen Blutkonserven zur Verfügung, um den Blutverlust auszugleichen. Ob diese Methode für Dich infrage kommt, solltest Du immer mit Deinem Arzt abklären, denn nicht immer ist eine Eigenblutspende ratsam. Richtig gelagert, kann das Blut bis zu 42 Tage aufbewahrt werden.

Was ist eine Nabelschnurblutspende?

In der Nabelschnur und der Plazenta verbleibt nach der Geburt Blut, das reich an Blutstammzellen ist. Diese Zellen können Leukämie erkrankten Menschen das Leben retten. Eine Nabelschnurblutspende ist völlig schmerzfrei, aber für viele Menschen auch umstritten.
 
Nach der Geburt und nachdem die Abnabelung des Neugeborenen passiert ist, erfolgt die Gewinnung des Nabelschnurblutes. Dieser Vorgang ist für die frisch gebackenen Eltern vollkommen kostenlos. Die aus dem Blut gewonnenen Stammzellen werden einer Zentrale für Knochenmarkspenden gemeldet. Diese Daten zu den Stammzellen sind nun weltweit abrufbar und können so im Idealfall einer Person das Leben retten. Wurde die Nabelschnurblutspende verwendet, erhalten die Spender (in diesem Fall die Eltern des Neugeborenen) eine Benachrichtigung.
 
Zudem ist es möglich, das Nabelschnurblut auch für die eigenen Zwecke bei einem privaten Institut einfrieren zu lassen. Sollte ein Familienmitglied eine Spende benötigen, kann diese eingefrorene Spende eventuell die Rettung sein. Allerdings handelt es sich hierbei um ein kostspieliges Unterfangen und es sollte sehr gut überlegt sein, bei welchem Institut man die wertvolle Spende einlagert.
 
Doch wieso ist die Spende so umstritten? Dies liegt daran, dass die Forschung zu diesem Thema noch recht jung ist und es auch noch keine Langzeitergebnisse darüber gibt, wie lange sich eingefrorenes Nabelschnurblut tatsächlich hält. Bei einer Einlagerung des Nabelschnurblutes zur eventuellen Eigennutzung kommt hinzu, dass man bei einer Behandlung mit den eigenen Stammzellen auch wieder die eigenen genetischen Krankheiten eingesetzt bekommt.
 
In der Nabelschnur und der Plazenta verbleibt nach der Geburt Blut, das reich an Blutstammzellen ist. Diese Zellen können Leukämie erkrankten Menschen das Leben retten
 
Da die Forschung eben noch sehr jung ist, kommt eine Stammzellenspende aus Nabelschnurblut auch heute noch recht selten zum Einsatz. Selbst viele Ärzte und Hebammen sind sich bei diesem Thema nicht einig.
 
Solltest Du Dich für die Nabelschnurblutspende interessieren, dann erkundige Dich am besten bei einem Spezialisten, was für Dich der richtige Weg ist.

 

Hier kannst Du Dich erkundigen, wo sich die nächste Blutspendezentrale in Deiner Nähe befindet:
 
Österreich
 
Österreichisches Rotes Kreuz

Gib Dein Bestes!
 
Deutschland
 
Deutsches Rotes Kreuz
 
Schweiz
 
Blutspende SRK Schweiz

 
Wir hoffen sehr, dass wir Dich umfangreich über das Thema “Blutspende” aufklären konnten und möchten Dich dazu ermutigen, ebenfalls Spender zu werden. Mit Deinem Blut kannst Du Leben retten!


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