Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik)

Die Bauchdeckenstraffung gehört zu den häufigsten Schönheitsoperationen. Mit ihr lässt sich nicht nur wieder eine schöne Silhouette herstellen, sie verhilft den Patienten ebenfalls zu einem neuen und positiveren Körpergefühl. Wann eine Bauchdeckenstraffung zum Einsatz kommt und wie genau der operative Eingriff abläuft erklärt Dir Dr. med. univ. Maria Boyce in diesem Blogbeitrag!


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Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie

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Online-Redaktion


Zuletzt aktualisiert: 23. September, 2020

Weshalb entscheiden sich Patienten für eine Bauchdeckenstraffung?

Nach Gewichtsverlust oder Schwangerschaft kann es zu einem Hautüberschuss im Bereich des Bauches kommen. Trotz Sport lässt sich dieser häufig nicht wegbekommen, was für die Betroffenen sehr frustrierend sein kann. In den Hautfalten kann es zudem immer wieder zu Entzündungen kommen. Der Kauf von Kleidung stellt sich oftmals als schwierig heraus und durch die überschüssige Haut verlieren viele an Selbstwertgefühl.
 
Speziell nach einer Schwangerschaft kann es außerdem zu einer Rektusdiasthase kommen. Unsere Bauchmuskulatur besteht aus mehreren Schichten. In der Mitte vereinigen sich die Muskeln zu einer Linie (Linea alba). Hier überkreuzen sich viele feste Fasern. Während einer Schwangerschaft oder einer enormen Gewichtszunahme kommt es zu einer Weitung dieser Mittellinie. Nach der Geburt muss sich alles wieder zurückbilden, manchmal ist das aber nicht der Fall und es bleibt eine Weitung zurück (Rektusdiasthase).
 
Viele Frauen berichten zudem über einen Blähbauch, vor allem nach dem Essen, und ein Instabilitätsgefühl. Der Blähbauch kann so ausgeprägt sein, dass es wie eine Schwangerschaftskugel aussieht. Durch die Muskelstraffung (Rektusdiasthasenraffung) erfolgt zusätzlich eine innere Straffung und die Formung der Taille.

Eine Bauchdeckenstraffung sorgt für eine schöne Silhouette.

Wie verläuft der Eingriff und welche operativen Methoden gibt es?

Bei der Bauchdeckenstraffung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Für relative kleine Befunde eignet sich die Mini-Bauchdeckenstraffung (Unterbauchstraffung). Die Narbe befindet sich tief in der Bikinizone und der Nabel wird nicht versetzt. Diese Operation dauert 1-1,5 Stunden und man hat sich recht schnell wieder davon erholt.
 
Die klassische Bauchdeckenstraffung ist für die meisten Patienten die beste Lösung. Hierbei gibt es eine Narbe im Bereich der Bikinizone und einen um den Nabel. Je nach Ausprägung der Bauchschürze kann diese Narbe auch länger werden. Die Straffung wird dabei häufig mit einer Fettabsaugung im Bereich des Bauches und der Hüfte durchgeführt.
 
Für Patienten, welche sich nach einem massiven Gewichtsverlust für eine Bauchdeckenstraffung entscheiden, eignet sich die Fleur-de-Lis (Ankernaht/T-Schnitt) Technik. Damit lässt sich sehr viel überschüssige Haut entfernen. Die Narbe ist dabei allerdings wie ein umgedrehtes T und somit weniger gut zu verstecken. Wenn jedoch sehr viel Gewicht abgenommen wurde, ist dies manchmal die einzige Möglichkeit.
 
Während einer Bauchdeckenstraffung lässt sich die Rektusdiasthase durch eine spezielle Nahttechnik reparieren. Hierzu werden mit einem speziellen Faden (ich verwende einen mit Widerhaken) die geraden Bauchmuskeln wieder in der Mitte zusammengeführt. Dadurch wird die Stabilität wiederhergestellt und das Blähen des Bauches lässt sich wesentlich verbessern. Da das aber etwas aufwendiger ist, müssen sich Patienten nach der Operation etwas länger schonen und auf ein Bauchmuskeltraining verzichten.
 
Auch Hernien (Bruch), wie Nabelhernien, lassen sich während der Straffung versorgen. Bei sehr großen Hernien empfiehlt es sich, diese zusammen mit einem Viszeralchirurgen zu versorgen, da unter Umständen ein Netz eingesetzt werden muss. Sollte der Verdacht auf eine Hernie bestehen, muss vor der Operation ein Ultraschall des Bauches durchgeführt werden.
 

Lässt sich die Bauchdeckenstraffung auch mit einer anderen Operation kombinieren?

Häufig kombiniere ich die Bauchdeckenstraffung mit einer Fettabsaugung (Liposuktion). Damit erzielt man bei zusätzlichen Fettdepots im Hüftbereich und Oberbauch wesentlich bessere Ergebnisse.

Die angewandte Methode der Bauchdeckenstraffung hängt vom Ausgangszustand und dem gewünschten Ergebnis ab.

Was muss ich nach der Operation beachten?

Da die OP in Vollnarkose stattfindet, ist es ratsam, die erste Nacht in der Klinik zu verbringen, eventuell auch noch eine zweite. Die ersten zwei Wochen nach dem Eingriff ist man etwas eingeschränkt, daher empfiehlt es sich, sich in dieser Zeit Urlaub zu nehmen und wenn man Kinder hat, sich unbedingt Hilfe ins Haus zu holen. Duschen kann man nach einer Woche wieder. In den ersten 6 Wochen sollte man ein Kompressionsmieder tragen. Sportliche Tätigkeiten kann man wieder nach 6 Wochen ausüben, bzw. in Absprache bereits früher.
 
Ein Endergebnis ist nach 6-12 Monaten zu erwarten, denn es dauert eine Weile, bis die Schwellungen an Bauch und Hüften komplett verschwunden sind.
 
Nach der Operation berichten viele Patienten über Schwellungen und blaue Flecken. Die blauen Flecken gehen recht schnell wieder weg, die Schwellungen können sich hartnäckig über mehrere Monate halten. Hier können Kompressionen und Lymphdrainagen helfen.
 
Die Narbe muss gut gepflegt werden, ich setze hier auf Massagen, Silikonsalben und Silikonpflaster. Trotz guter Pflege kann es jedoch gute 12-18 Monate dauern, bis die Narbe ganz verblasst ist.
 

Birgt eine Bauchdeckenstraffung Risiken?

Die häufigste Komplikation sind Wundheilungsstörungen. Diese können von kleinen offenen Stellen entlang der Naht bis zu größeren Auseinanderweichen der Naht reichen. Das bereitet den Patienten häufig die meisten Sorgen. Durch eine gute Wundpflege lassen sich auch diese Störungen in den Griff bekommen, das kann allerdings manchmal mehrere Wochen dauern.
 
Es ist möglich, dass die Narbe breiter wird, das lässt sich jedoch, wenn alles abgeheilt ist, nach 6-12 Monaten korrigieren. Viele Patienten berichten außerdem über ein Taubheitsgefühl im Unterbauchbereich. Dieses verschwindet mit der Zeit normalerweise wieder, in seltenen Fällen können allerdings taube Areale zurückbleiben.
 

Ist das Ergebnis einer Bauchdeckenstraffung dauerhaft?

Die Bauchdeckenstraffung ist ein Eingriff, der zu einer enormen Zufriedenheit und gewonnener Lebensqualität führt. Gerade in Kombination mit einer Liposuktion an Bauch- und Hüftbereich, lässt sich eine wunderschöne Silhouette formen.
 
Sollte es jedoch erneut zu enormen Gewichtsschwankungen oder einer weiteren Schwangerschaft kommen, kann es definitiv passieren, dass dies das Ergebnis der Operation negativ beeinflusst. So kann eine weitere Schwangerschaft dazu führen, dass es zu einem erneuten Auseinanderweichen der Muskeln kommen, wodurch die vorherige Operation meist umsonst war.

Das Endergebnis der Bauchdeckenstraffung ist nach sechs bis 12 Monaten sichtbar.

Was kostet eine Bauchdeckenstraffung?

Die Kosten im privaten Bereich beginnen bei 7000 Euro, kommt eine Fettabsaugung hinzu, steigen die Kosten dementsprechend an. Bei sehr großen Befunden oder nach massiver Gewichtsabnahme übernimmt manchmal die Krankenkasse die Kosten. Hierzu muss nach dem Beratungsgespräch ein Befundbericht an die Krankenkasse geschickt werden, welche den Fall begutachtet und dann eine Entscheidung zur Kostenübernahme trifft. Das geht allerdings nur bei einem Chirurgen, der auch mit der Krankenkasse zusammenarbeitet. Daher sollte dieser Punkt im Beratungsgespräch immer vorher angesprochen werden!

Dr. med. univ. Maria Boyce

Dr. Maria Boyce ist eine Spezialistin für Brusteingriffe, Lipödemchirurgie, Migränechirurgie sowie für körperformende und -straffende Eingriffe. Sie blickt auf eine Topausbildung an der Medizinischen Universität Wien, den Kliniken des Imperial College London und Barts Health und an der Medizinischen Hochschule Hannover zurück. An der Privatklinik Medical One in Stuttgart sammelte sie weitere Erfahrungen. 2018 legte Dr. Boyce die europäische Facharztprüfung ab und ist seither Fellow of the European Board of Plastic, Reconstructive and Aesthetic Surgery (FEBOPRAS).

„Die Erhaltung der Natürlichkeit steht bei meiner Arbeit an erster Stelle. Ein offenes und ehrliches Gespräch ist deshalb essenziell, um die Wünsche meiner Patienten gemeinsam Wirklichkeit werden zu lassen.“

Dr. med. univ. Maria Boyce, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie



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