10 Mythen über die Brustvergrößerung

Die Brustvergrößerung durch den Einsatz von Implantaten ist seit langem die beliebteste plastisch-chirurgische Operation weltweit. Frauen entscheiden sich sowohl aus rein ästhetischen Gründen als auch nach der Abnahme der Brust bedingt durch Brustkrebs für eine Brustvergrößerung. Diese Operation ist für plastische Chirurgen ein Routineeingriff und die Silikonimplantate wurden in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt und verbessert. Dennoch ranken sich viele Mythen um die Brustvergrößerung. Wir klären Dich auf, welche Mythen stimmen und bei welchen es sich nur um falsche Gerüchte handelt.


AUTOR

Dr. med. Benjamin Gehl

Medizinischer Experte

CO-AUTOR

Miriam Ankrah

Online-Redaktion


Letztes Update: 12. November, 2019

1. Nach einer Brustvergrößerung kann ich nicht mehr stillen

Dieses Thema beschäftigt vor allem junge Frauen, die noch einen Kinderwunsch haben. Die Stillfähigkeit bleibt nach einer Brustvergrößerung in den meisten Fällen erhalten. Wenn Du in Zukunft Kinder möchtest, informiere Deinen Chirurgen im Vorgespräch der Brustvergrößerung darüber. So kann Dein Arzt die richtige Operationstechnik wählen, damit Du später problemlos Dein Baby stillen kannst. Wenn das Implantat über die Unterbrustfalte eingesetzt wird, bleiben die Brustdrüsen für die Milchproduktion in der Regel unberührt.

2. Mit Brustimplantaten brauche ich keine Vorsorgeuntersuchungen mehr

Eine Brustvergrößerung durch Silikonimplantate hat keinen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko von Brustkrebs. Du bist nach dem Eingriff also nicht weniger oder mehr gefährdet an Brustkrebs zu erkranken und solltest weiterhin regelmäßige Kontrollen durchführen lassen!

3. Brustimplantate erschweren die Brustkrebsvorsorge

Der Einsatz von Silikonimplantaten kann die Mammografie bei der Brustkrebsvorsorge beeinträchtigen und erschweren. Es besteht auch das potenzielle Risiko einer Quetschung der Implantate oder einer Kapselfibrose (Gewebeverhärtung). Informiere Deinen Arzt vor der Untersuchung, dass Du eine Brustvergrößerung durchführen hast lassen. Der Einsatz der Silikonimplantate unter dem Brustmuskel erleichtert die Vorsorgeuntersuchung.

4. Nach spätestens zehn Jahren müssen die Implantate gewechselt werden

Die hochwertigen Implantate der neuen Generation können Frauen durchaus ein Leben lang in der Brust tragen. Es ist nur dann notwendig das Implantat auszutauschen oder zu entfernen, wenn es zu Komplikationen kommt. Das häufigste Risiko ist die Kapselfibrose. Dabei bildet der Körper eine Gewebekapsel um das Implantat, was zu starken Schmerzen führen kann. Implantate der älteren Generation (bis in die 1990er) gehören eventuell gegen neue, sichere Implantate ausgetauscht.

5. Brustimplantate können platzen und auslaufen

Bei flüssigen Silikonimplantaten der älteren Generation besteht theoretisch das Risiko, dass diese platzen und in der Brust auslaufen. Auch mit einer Kochsalzlösung gefüllte Implantate können platzen und auslaufen – hier besteht jedoch kein Gesundheitsrisiko, da der Körper die Kochsalzlösung einfach abbaut und ausscheidet. Die Brustimplantate der neuen Generation sind jedoch sehr sicher, da sie aus einer hoch kohäsiven (quervernetzten) Gelfüllung mit einer widerstandsfähigen Hülle bestehen. Sie können weder platzen noch auslaufen. Achte jedoch darauf, dass die Klinik seriös ist und der Arzt hochwertige Markenimplantate verwendet.

6. Nach einer Brustvergrößerung ist das Empfinden der Brust geringer

Ob die Empfindsamkeit der Brust nach einer Brustvergrößerung beeinträchtigt wird, hängt von der Operationstechnik ab. Setzt der Arzt die Implantate über die Unterbrustfalte ein, kommt es sehr selten zu einer verminderten Sensibilität. Beim Zugang über die Mamille (Brustwarze) kann die Brust in Zukunft durchaus weniger empfindlich sein. Hierbei besteht auch ein Zusammenhang mit der gewünschten Körbchengröße. Größere Implantate bedeuten mehr Stress für den Körper und das Gewebe und dadurch kann die Sensibilität vermindert werden.

7. Eine Brustvergrößerung liftet eine erschlaffte Brust

Mit zunehmendem Alter verliert die Haut an Elastizität und Spannkraft und die Brüste beginnen zu hängen. Eine Brustvergrößerung allein kann dies nicht korrigieren. Die Implantate würden zwar für einen pralleren Busen sorgen, jedoch hängt dieser weiterhin. Im Zuge der Brustvergrößerung können Chirurgen die Haut der Brust auch straffen und anheben, um ein schönes Ergebnis zu erzielen.

8. Direkt nach der Brustvergrößerung sehen die Brüste perfekt aus

Direkt nach der Operation werden Deine Brüste noch gerötet und geschwollen sein. Du wirst einen stützenden Verband angelegt bekommen, um die Brust nach dem Eingriff zu schonen. Erst nach ein paar Wochen wirst Du das vollständige Ergebnis Deiner Brustvergrößerung bewundern können.

9. Die Brüste sehen nach einer Brustvergrößerung künstlich aus

Die plastische Chirurgie ist heutzutage so ausgereift, dass die Ärzte auf viele Wünsche der Patienten eingehen können. Eine Brustvergrößerung muss keineswegs künstlich und „aufgeblasen“ aussehen. Hierbei kommt es auf die Form und Platzierung der Silikonimplantate an. Runde Implantate sehen besonders prall und erotisch aus und lassen sich meist ertasten. Tropfenförmige Implantate schmiegen sich den Körperlinien an und wirken sehr natürlich – vor allem, wenn sie unter dem Brustmuskel eingesetzt werden. Diese Positionierung verringert auch das Risiko einer Kapselfibrose.

10. Durch Kochsalzlösung kann ich meine Brüste temporär vergrößern lassen

Prinzipiell kann eine Kochsalzlösung die Brüste temporär vergrößern. Von dieser Methode solltest Du jedoch Abstand halten. Die Brust schwillt durch die Injektion unkontrolliert an und kann zu einem unästhetischen Ergebnis führen. Der Körper baut die Kochsalzlösung bereits nach 24 Stunden wieder ab. Die Brustvergrößerung wäre also nur von sehr kurzer Dauer. Dennoch wird das Brustgewebe stark gedehnt und die Kollagen- und Elastinfasern unnötig belastet. Weiters besteht bei der Injektion Infektionsgefahr.