Grüner Star (Glaukom)

Der Grüne Star beschreibt verschiedene Erkrankungen des Auges, des Sehnervs und der Netzhaut. Die Erkrankung verläuft schleichend und ist weltweit die häufigste Ursache für eine Erblindung, da sie unbehandelt zu einem allmählichen Absterben der Fasern des Sehnervs führt. Weil der Grüne Star im Frühstadium weitgehend symptomfrei verläuft, erkennen Patienten oder Ärzte die Krankheit oft erst, wenn der Sehnerv bereits stark geschädigt ist. Dies kann sich in Gesichtsfeldausfällen oder gar Erblindung bemerkbar machen. Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen lässt sich der Grüne Star früh erkennen und gut behandeln.


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Zuletzt aktualisiert: 5. Juni, 2020



Was versteht die Medizin unter einem Grünen Star?

Die Medizin kennt den Grünen Star auch unter der Bezeichnung Glaukom. Der Begriff Glaukom ist eine Sammelbezeichnung für Erkrankungen des Auges, welche mit einer Druckschädigung des Nervus opticus und daraus resultierenden Gesichtsfeldausfällen und Veränderungen der Sehnervenpapille einhergehen. Der Grüne Star ist eine Erkrankung des Auges, die schleichend verläuft und weltweit zu den häufigsten Ursachen für Erblindung zählt.

Der Grüne Star ist eine Erkrankung des Auges, die schleichend verläuft und weltweit zu den häufigsten Ursachen für Erblindung zählt

Welche Formen von Grünen Star gibt es?

Die Medizin unterscheidet verschiedene Formen des Grünen Stars anhand von anatomischen Gegebenheiten. Damit gemeint ist, ob der Kammerwinkel offen (Offenwinkelglaukome), verengt, oder gar geschlossen ist (Winkelblockglaukome). Des Weiteren unterscheiden die Ärzte, ob der Grüne Star ohne Zusammenhang mit anderen Erkrankungen oder in Folge solcher aufgetreten ist. Dazu zählen Entzündungen, Verletzungen, Tumore und Gefäßneubildungen oder Gefäßverschlüsse.
 
Das primäre Glaukom lässt sich also in drei verschiedene Arten unterteilen: das chronische Offenwinkelglaukom, das Winkelblockglaukom, welches chronisch oder akut verlaufen kann, sowie das angeborene Glaukom, welches aufgrund von Fehlbildungen in der Schwangerschaft entsteht.
 
Ein Drittel aller Offenwinkelglaukome zählt zu den Normaldruckglaukomen. Das bedeutet, dass der Augeninnendruck nicht erhöht ist und die Schädigung des Sehnervs durch eine Störung im Gefäßsystem bedingt ist. Diese äußert sich in der Regel nicht nur an den Augen, sondern im ganzen Körper.
 
Eine spezielle Art des Grünen Stars ist das Engwinkelglaukom. Es zeichnet sich durch eine Störung des Abflusses von Kammerwasser aus, die durch eine verengte Stelle zwischen der Iris und der vor dem Trabekelwerk gelegenen Hornhaut im Kammerwinkel hervorgerufen wird. In über 90 Prozent der Fälle kann der Arzt aber ein Offenwinkelglaukom oder ein Normaldruckglaukom diagnostizieren.

Wie sehen die Symptome bei einem Grünen Star aus?

Im Frühstadium bemerken Betroffene den Grünen Star nur sehr selten, da er meist schmerz- und symptomfrei verläuft. Auch mögliche Gesichtsfeldausfälle bleiben oft lange unbemerkt, da die zentrale Sehschärfe erhalten bleibt. Da meistens ein Auge stärker betroffen ist als das andere, kann das gesunde Auge Gesichtsfeldausfälle eine Zeit lang ausgleichen.
 
Wenn Betroffene blinde Flecken am Rand des Gesichtsfelds bemerken, die mit der Zeit größer werden, ist ein Teil des Sehnervs oft schon irreversibel zerstört. Es gibt allerdings eine Sonderform des Grünen Stars, das Winkelblockglaukom, bei welchem Betroffene schon früh über starke Schmerzen im Auge, Kopfschmerzen und eine Rötung des Auges klagen. In solchen Fällen kann der Arzt frühzeitig eingreifen und der Verlauf ist in vielen Fällen verbessert.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren für einen Grünen Star?

Zu den Risikofaktoren für einen Grünen Star zählt ein Lebensalter über 40 Jahren, eine familiäre Häufung des Grünen Stars (Verwandte ersten Grades wie Eltern oder Kinder), ein enger Kammerwinkel, höhere Kurzsichtigkeit ab etwa minus fünf Dioptrien oder aber Weitsichtigkeit, dunkle Hautfarbe und Migräne.
 
Falls die Augen bereits deutliche diabetische Veränderungen aufweisen, kann auch Diabetes mellitus zu den Risikofaktoren zählen. Weitere Risikofaktoren sind ein niedriger Blutdruck, periphere Durchblutungsstörungen, Raynaud-Syndrom und die Einnahme bestimmter Medikamente wie zum Beispiel Cortison. Nikotin stellt nur dann einen Risikofaktor dar, wenn der Grüne Star bereits besteht, das Krankheitsstadium des Glaukoms kann also durch den Konsum von Nikotin schneller fortschreiten.

Im Frühstadium bemerken Betroffene den Grünen Star nur sehr selten, da er meist schmerz- und symptomfrei verläuft

Wie ist der Krankheitsverlauf beim Grünen Star?

Der Grüne Star ist eine fortschreitende Erkrankung, die Krankheit verschlimmert sich also immer mehr. Wird er allerdings früh erkannt, kann Dein Arzt wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen und Deine Sehkraft erhalten. Oft erkranken beide Augen in zeitlichem Abstand.
 
Zunächst kommt es zu Einbußen in den Randbereichen des Gesichtsfelds. Objekte, die im Blickfokus liegen, werden dabei noch klar und scharf gesehen. Je weniger Objekte im Betrachtungsfokus liegen, desto unschärfer und verschwommener werden sie wahrgenommen.
 
Im Laufe der Krankheit kommt es zu Ausfällen, die auch die Blickmitte betreffen. Diese blinden Flecken kann das gesunde Auge der Gegenseite meist noch eine Zeit lang kompensieren, sodass es der Betroffene nicht direkt bemerkt. Wenn sich die Symptome bemerkbar machen, ist der Sehnerv meist schon stark geschädigt und die Sehkraft kann oft nicht mehr vollständig wiederhergestellt werden.

Wie lässt sich der Grüne Star diagnostizieren?

Mithilfe eines Glaukomscreening kann Dein Augenarzt einen Grünen Star diagnostizieren. Er bestimmt dabei nicht nur die Sehschärfe Deiner Augen, sondern er misst zusätzlich den Augeninnendruck und das Gesichtsfeld. Außerdem überprüft Dein Augenarzt die Funktion des Sehnervs. Diagnostiziert der Augenarzt ein Glaukom, kann er die Ursache mithilfe einer generellen Untersuchung des vorderen Augenabschnitts mit einer Spaltlampe abklären. Des Weiteren kann er durch eine Sehnervenvermessung dessen Nervenfaserdicke bestimmen und mit der Bezugsstichprobe vergleichen.

Wie lässt sich der Grüne Star behandelt?

In der modernen Augenheilkunde gibt es eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten, mit dem einem Grünen Star entgegengewirkt werden kann. Das Ziel einer Therapie ist vor allem, den Augeninnendruck zu senken, um so den Sehnerv und das Gesichtsfeld zu erhalten und zu verhindern, dass die Krankheit fortschreitet.
 
Eine häufige Behandlungsform sind Medikamente in Form von Augentropfen, die alle auf eine andere Art und Weise wirken und eingenommen werden müssen. Beispielsweise kann Dein Augenarzt Dir Augentropfen verschreiben, die ein Zusammenziehen der Pupille bewirken und so den Abfluss des Kammerwassers verbessern. Alle Augentropfen haben jedoch das Ziel, den Augeninnendruck so niedrig wie möglich zu halten, um eine (weitere) Schädigung des Sehvermögens zu verhindern.
 
Wenn die Tropftherapie bei Dir nicht anschlägt oder Du sie nicht verträgst, kann der Druck der Augen auch operativ gesenkt werden. Die sogenannte Iridotomie beispielsweise kann sowohl mit dem Laser als auch chirurgisch erfolgen. Dabei wird ein kleines Loch in die Iris gebohrt, um den Abfluss des Kammerwassers zu verbessern oder auch um eine neue Passage zu erschaffen, über die das Kammerwasser abfließen kann.

Eine häufige Behandlungsform sind Medikamente in Form von Augentropfen, die alle auf eine andere Art und Weise wirken und eingenommen werden müssen

Die Operation erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung und kann ambulant durchgeführt werden. Wenn die Operation beendet ist, deckt der Arzt die Augen mit einem Salbenverband ab. Du darfst unter keinen Umständen an dem operierten Auge reiben oder Druck darauf ausüben. In den ersten Tagen nach dem Eingriff solltest Du Dein Auge außerdem schonen und nicht zu sehr beanspruchen. Auch körperliche Anstrengungen und Saunabesuche sollten in der ersten Zeit vermieden werden.
 
Bereits entstandene Schäden an den Nervenfasern der Netzhaut und des Sehnervs können allerdings, sowohl mit einer medikamentösen oder einer operativen Therapie, nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Das Risiko für die Erkrankung steigt mit dem Alter, besonders Frauen ab 40 Jahren haben ein erhöhtes Risiko. Außerdem sind Personen mit einer dunkleren Hautfarbe offenbar signifikant häufiger betroffen als Personen mit einer hellen Hautfarbe. Falls in Deiner Familie bereits Fälle von Grünem Star aufgetreten sind, solltest Du Deinen Augenarzt darauf hinweisen.

Welche Folgen hat der Grüne Star für den Betroffenen?

Bei ausbleibender Therapie des Grünen Stars führt die Erkrankung nach etwa zehn bis 15 Jahren zur vollständigen Erblindung, da sie die Sehzellen der Netzhaut und den Sehnerv weiter schädigt. Außerdem verschlimmert sich der Grüne Star, je länger er besteht. Das bedeutet, dass entstandene Schäden nicht mehr reversibel sind. Allerdings kann die moderne Medizin den Grünen Star gut behandeln und das Sehvermögen der Patienten erhalten.

Kann man einem Grünen Star vorbeugen?

Die einzige Methode, um einem Grünen Star vorzubeugen, sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt. Dies gilt besonders für Menschen mit bereits bestehendem Glaukom oder bekannten Risikofaktoren.

Wie oft sollten die Augen untersucht werden?

Ab Deinem 40. Lebensjahr solltest Du jedes Jahr einen Kontrolltermin beim Augenarzt wahrnehmen und dabei den Augeninnendruck messen lassen. Solltest Du plötzlich Beschwerden bekommen, wie zum Beispiel Sehstörungen, dann solltest Du ebenfalls so bald wie möglich einen Augenarzt aufsuchen.

Solltest Du plötzlich Beschwerden bekommen, wie zum Beispiel Sehstörungen, dann solltest Du ebenfalls so bald wie möglich einen Augenarzt aufsuchen

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Besteht ein begründeter Verdacht auf ein Glaukom, übernehmen die Krankenkassen in der Regel die Kosten für die Diagnostik. Kläre am besten im Vorfeld, welche Kosten Deine Krankenkasse übernimmt und mit welchen Kosten Du selbst rechnen musst.


Dauer Dauer

15 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Bis zu 14 Tage

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Das Wichtigste zusammengefasst

Beim Grünen Star handelt es sich um eine schleichend verlaufende Erkrankung der Sehnerven und der Netzhautnervenfaserschicht, die die häufigste Ursache für Erblindung darstellt.


Betroffene bemerken das Glaukom im Frühstadium nur sehr selten, da es meist schmerz- und symptomfrei verläuft. Wenn Symptome auftreten, ist der Sehnerv meist schon irreparabel geschädigt


Der Grüne Star kann sowohl medikamentös als auch operativ behandelt werden, wobei bereits entstandene Schäden nicht mehr rückgängig gemacht werden können


Vorzubeugen ist bei einem Glaukom schwierig und eigentlich nur durch die konsequente Einhaltung von Vorsorgeterminen möglich

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