Augenmigräne (ophthalmische Migräne)

Bei einer Augenmigräne kommt es zu Sehstörungen, die meistens mit einem Flimmern vor den Augen einhergehen. Die Seheinschränkungen entstehen unter anderem in Folge von Durchblutungsstörungen in den Blutgefäßen in der Netzhaut hinter den Augen. In den meisten Fällen klingen die Symptome der Augenmigräne jedoch wieder von selbst ab. Dennoch ist der Gang zum Augenarzt unerlässlich, um weitere Erkrankungen oder schwerwiegende Komplikationen auszuschließen. Nachfolgend kannst Du mehr über die einzelnen Symptome, Ursachen und Ähnliches erfahren.


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Zuletzt aktualisiert: 21. August, 2020



ICD-10-GM-2020 G43.

Was versteht die Medizin unter einer Augenmigräne?

Diese Art von Migräne zählt zu den neurologischen Erkrankungen, da vor allem das Nervensystem betroffen ist. In der Medizin wird sie oft ophthalmische Migräne genannt. Dabei treten anfallsweise Seheinschränkungen an beiden Augen auf. Jedoch ist sie eine besonders seltene Form der Migräne, die unterschiedliche Symptome aufweisen kann. Die Anfälle äußern sich vor allem durch Einschränkungen im Gesichtsfeld und treten völlig ohne Vorwarnung auf. Allerdings ist die Augenmigräne in den allermeisten Fällen harmlos und nur vorübergehend. Somit hinterlässt diese Migräne-Form im Normalfall keine bleibenden Schäden.
 
Die Augenmigräne zählt zu den neurologischen Erkrankungen, da vor allem das Nervensystem betroffen ist

Was sind die Symptome einer Augenmigräne?

Bei einer Augenmigräne kommt es vorwiegend zu Sehstörungen und Schwindelanfällen. In den meisten Fällen tritt ein Flimmern oder Flackern vor den Augen auf, welches genauso bei geschlossenen Augen bestehen bleiben kann. Zusätzlich kann es durch das Flimmern zu Gesichtsfeldausfällen kommen. In der Medizin wird dies als Flimmerskotom bezeichnet.
 
Einige Betroffene sehen ebenso gezackte Linien und Lichtblitze im Sichtfeld. In einzelnen Fällen nehmen Personen mit einer Augenmigräne blinkende Flecken oder Doppelbilder wahr. All diese Symptome können von Kopfschmerzen und Schwindel begleitet sein und dauern meist bis zu zehn Minuten an. Nur in seltenen Fällen bleiben die Anzeichen für länger als 30 Minuten bestehen.

Wie lange dauert eine Augenmigräne?

In der Regel hält eine Augenmigräne nur wenige Minuten an. So sind fünf bis zehn Minuten vollkommen normal. Sollten die Symptome jedoch länger als eine Stunde andauern, dann musst Du unbedingt einen Arzt aufsuchen. So kann er klären, ob es sich um eine harmlose Augenmigräne oder um eine ernst zu nehmende Erkrankung handelt.

Welche Ursachen hat eine Augenmigräne?

Die genauen Ursachen sind aus medizinischer Sicht noch nicht ausreichend erforscht. Jedoch sind sich Ärzte einig, dass genetische Einflussfaktoren eine Rolle bei der Entstehung der Augenmigräne spielen. Dabei soll es zu einer Durchblutungsstörung der Blutgefäße im Sehnerv kommen, zudem kommt es zu einer Verkrampfung (Spasmus) der Arterien des Auges. Durch diese Fehlregulation kann es zu dieser Störung in der visuellen Wahrnehmung kommen. Zusätzlich vermuten Mediziner, dass die wahrgenommenen Bilder bei einer Augenmigräne nicht vollständig weitergeleitet werden.
 
Darüber hinaus kann auch ein starker Magnesiummangel die Entstehung dieser Migräne begünstigen oder die vorliegenden Symptome verstärken.

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Augenmigräne?

Es gibt einige Faktoren, die zu einer Entstehung der Augenmigräne beitragen. Diese Risikofaktoren kannst Du zum Teil selbst beeinflussen. Dazu gehören vor allem:
 

  • Schlafmangel
  • Stress
  • Hunger
  • Hormonschwankungen
  • Alkohol
  • Medikamente

Wann sollte ich mit einer Augenmigräne zum Arzt gehen?

Da sich die Anzeichen der Augenmigräne schwerwiegenden Krankheitsbilder ähneln, solltest Du bei Seheinschränkungen, wie beispielsweise Lichtblitzen, sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen. Denn durch eine augenärztliche Untersuchung kann der Mediziner erkennen, ob es sich tatsächlich um eine Augenmigräne handelt oder ob eine andere Erkrankung vorliegt. Auch bei lang andauernden Anzeichen oder Lähmungserscheinungen solltest Du auf jeden Fall sofort zum Arzt gehen, damit es an Deinen Augen nicht zu bleibenden Schäden kommt.

Wer ist am häufigsten von einer ophthalmischen Migräne betroffen?

Diese Form von Migräne kann jeden betreffen, wobei vor allem jüngere Erwachsene darunter leiden. Wie bei allen Migränearten, sind auch bei dieser Form vorwiegend Frauen davon betroffen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass es bei Dir zu Migräne-Anfällen kommt, ebenso stark erhöht, wenn es in Deiner Familie bereits Migräne-Erkrankungen gibt.
 
Die Augenmigräne kann theoretisch jeden betreffen, allerdings sind vor allem jüngere Menschen und Frauen davon betroffen

Wie diagnostiziert der Arzt eine Augenmigräne?

Der Augenarzt kann mithilfe von verschiedenen Untersuchungsmethoden erkennen, um welche Erkrankung es sich handelt und ob eine ophthalmische Migräne vorliegt. Zudem kann er durch eine gründliche Untersuchung des Auges feststellen, wodurch die Beschwerden herbeigeführt wurden. Hierzu verwendet er unter anderem eine Spaltlampe, um den Augenhintergrund zu begutachten. Dadurch kann der Mediziner beispielsweise eine Netzhautablösung von einer Augenmigräne abgrenzen. Sollte der Augenarzt jedoch keine Anzeichen finden, so kann ein Gang zu einem Neurologen sehr sinnvoll sein, denn er kann mit bildgebenden Verfahren, wie beispielsweise einem MRT oder CT Auslöser oder mögliche Tumore ausschließen.

Wie wird eine Augenmigräne behandelt?

Da eine Augenmigräne meist vollkommen harmlos ist, ist eine spezielle Behandlung nicht notwendig. Selbst wenn die Symptome erschreckend sind, ist diese Migräne meistens nicht gefährlich, denn die Beschwerden klingen von selbst wieder ab. In einigen Fällen verschreibt der Arzt jedoch bei begleitenden Kopfschmerzen schmerzstillende Medikamente. Zusätzlich können kühle Tücher auf der Stirn zur Entspannung beitragen und somit die Beschwerden lindern. Auch durchblutungsfördernde Medikamente können eventuell bei der Linderung der Symptome einer Augenmigräne Linderung verschaffen.

Was kann ich selbst bei einer Augenmigräne tun?

Bei einer ophthalmischen Migräne kann es sehr sinnvoll sein, wenn Du Dich ausruhst, entspannst und Dich nach Möglichkeit zurückziehst, bis die Symptome abgeklungen sind. Zudem kann sich ein abgedunkelter Raum positiv auf die Heilung auswirken. Darüber hinaus kann es bei der Behandlung hilfreich sein, wenn Du darauf achtest, welche Auslöser den Anfall herbeigeführt haben.
 
Hierzu kannst Du beispielsweise ein Tagebuch führen, um Ernährung, Alkoholkonsum, Schlafqualität und Medikamenteneinnahme festzuhalten. Denn wenn Du Deine Gewohnheiten genau unter die Lupe nimmst, kannst Du die verursachenden Risikofaktoren identifizieren. Das heißt, dadurch kannst Du nach einer gewissen Zeit erkennen, wodurch die Augenmigräne-Anfälle begünstigt werden, damit Du diese Faktoren auch meidest.

Kann ich einer Augenmigräne vorbeugen?

Du kannst einer Augenmigräne besonders gut vorbeugen, wenn Du die verursachenden Faktoren, sogenannte Trigger-Faktoren, kennst. Wenn Du beobachtest, wann ein Anfall einsetzt, kannst Du über längere Zeit die Auslöser erkennen und somit auch vermeiden. Folglich ist es möglich, die Häufigkeit dieser Attacken zu reduzieren. Insbesondere Schlafmangel, Stress und Hormonschwankungen führen oftmals zu der Entstehung einer Migräne. Bei einigen Betroffenen kann es ebenso hilfreich sein, auf Yoga oder ein autogenes Training zurückzugreifen. Als vorbeugende Maßnahme kann insbesondere die Einnahme von Vitamin B12 und Magnesium hilfreich sein, denn ein Magnesiummangel ist bei vielen Personen die Ursache für einen Augenmigräne-Anfall.
 
Da eine Augenmigräne durch Stress ausgelöst werden kann, ist Entspannung sehr wichtig und kann vorbeugend helfen

Ist eine Augenmigräne gefährlich?

Eine Augenmigräne an sich ist im Normalfall nicht gefährlich und vergeht von allein wieder. In einigen Fällen kommt es dabei jedoch zu schweren Halluzinationen oder Lähmungserscheinungen. Selten entsteht dadurch eine besonders ernste Komplikation, wie eine Augenmuskellähmung. Hierbei sind die Augen vor allem in ihrer Beweglichkeit deutlich eingeschränkt. In solch einem Fall kann es sehr wohl gefährlich werden, daher solltest Du schnellstmöglich einen Augenarzt aufsuchen.
 
Gefährlich kann es zudem werden, wenn Du Dich gerade in einer ungeschützten Umgebung aufhältst, wie beispielsweise im Freien oder wenn Du ein Fahrzeug lenkst. Hier ist es wichtig, dass Du besonders schnell reagierst und so schnell wie möglich rechts ran fährst, damit Du Dich und Deine Mitmenschen nicht gefährdest.

Was ist der Unterschied zwischen einer Augenmigräne und einer normalen Migräne?

Zwischen einer Augenmigräne und einer normalen Migräne gibt es einige Unterschiede. Bei der gewöhnlichen Migräne treten nur bei wenigen Betroffenen Sehstörungen, Gesichtsfeldausfälle und Flimmer-Attacken auf, hierbei die Kopfschmerzen im Vordergrund. Bei einer Augenmigräne hingegen sind die Kopfschmerzen meist nicht so stark oder treten gar nicht auf. Auch die Übelkeit, die bei einer normalen Migräne entsteht, erscheint bei der Augenmigräne nur sehr selten. Dafür sind bei der ophthalmischen Migräne beide Augen von den Beschwerden betroffen.

Wie viel kostet die Behandlung einer Augenmigräne?

Da die Behandlungskosten in den allermeisten Fällen von den Krankenkassen übernommen werden, fallen für Dich keine Kosten an. Solltest Du jedoch beispielsweise Yoga-Einheiten als vorbeugende Maßnahme in Anspruch nehmen wollen, so musst Du die anfallenden Kosten für die einzelnen Stunden selbst tragen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung einer Augenmigräne?

Ja, die gesetzliche Krankenkasse übernimmt im Regelfall die Therapiekosten einer Augenmigräne. Nur in seltenen Fällen, wenn es zu ernsten Komplikationen kommt und ein Krankenhausaufenthalt notwendig wird, kann ein Selbstbehalt für Dich anfallen. Dieser hängt vor allem von der Dauer des Aufenthalts und der Verpflegung ab.


Dauer Dauer

Wenige Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Bis zu mehreren Stunden

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Das Wichtigste zusammengefasst

Bei einer Augenmigräne kommt es vor allem zu Sehstörungen, die meistens mit Flimmern, Flackern und Lichtblitzen vor den Augen einhergehen. Dieses Phänomen kann ein oder beide Augen betreffen


Es gibt einige Faktoren, wie beispielsweise Stress, Schlafmangel und Hormonschwankungen, die eine Entstehung dieser Migräne begünstigen


Da eine Augenmigräne meist vollkommen harmlos ist und somit schnell wieder vergeht, ist eine spezielle Behandlung nicht notwendig. Symptome wie Schmerzen oder auch Minderdurchblutungen des Sehnervs sollten behandelt werden, Dein Arzt wird Dir die verschiedenen Möglichkeiten in Ruhe erläutern


Du kannst einer ophthalmischen Migräne besonders gut vorbeugen, wenn Du die Trigger-Faktoren kennst und sie vermeidest

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