Transsexualität (Geschlechtsangleichende Operation)

Unter dem Begriff der Transsexualität wird eine Geschlechtsidentitätsstörung verstanden, bei der Betroffene ihr biologisches Geschlecht als „Fehler der Natur“ ansehen und das Gefühl haben, im falschen Körper geboren zu sein. Hinzu kommt, dass transsexuelle Menschen mit den ihnen von der Gesellschaft zugeteilten Geschlechterrollen unzufrieden sind und ihre Lebensweise dadurch erheblich beeinträchtigt wird. Sowohl Männer als auch Frauen können von Transsexualität betroffen sein. Die Ausprägung der Transsexualität ist unterschiedlich, so reicht einigen die innere Gewissheit, eigentlich dem anderen Geschlecht zuzugehören, andere wollen diese transsexuelle Identität auch von der Gesellschaft anerkannt wissen, finden aber eine hormonelle oder chirurgische Geschlechtsumwandlung nicht notwendig. Manche wiederum führen eine hormonelle Behandlung oder letztendlich eine chirurgische Geschlechtsangleichung durch. Immer mehr Menschen outen sich als transsexuell. Dies hängt auch damit zusammen, dass Transsexualität zunehmend nicht mehr als Krankheit, sondern als Frage der sexuellen Gesundheit aufgefasst wird. In der Behandlung von Transsexualität spielt vor allem die Psychotherapie eine wichtige Rolle, da sie Betroffene bei der Entwicklung der Geschlechtsidentität unterstützt. In manchen Ländern, wie in Österreich, gelten 50 Einheiten sogar als Voraussetzung für eine geplante Geschlechtsangleichung. Darüber hinaus müssen Transsexuelle einen sogenannten „Alltagstest“ bestehen, bei dem sie ein Jahr lang sowohl im privaten, als auch im beruflichen und öffentlichen Leben in der Rolle des anderen Geschlechts leben müssen.


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Medizinische Expertin

CO-AUTOR

Online-Redaktion

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Zuletzt aktualisiert: 15. September, 2020



ICD-10-GM-2020 F64
 

Was versteht die Medizin unter Transsexualität?

Unter den Medizinern herrschen noch unterschiedliche Auffassungen über den Begriff der Transsexualität vor. So gilt Transsexualität laut der internationalen Klassifikation ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation WHO als eine bestimmte Form der Geschlechtsidentitätsstörung. Diese Störungen der Geschlechtsidentität wiederum werden des Weiteren als „Persönlichkeits- und Verhaltensstörung“ (Abschnitt F6) klassifiziert.
 
Als typische Symptome gelten der Wunsch, dem anderen Geschlecht anzugehören, ein Unwohlsein und ein Gefühl der Nichtzugehörigkeit zum eigenen biologischen Geschlecht und der Wunsch einer hormonellen und chirurgischen Angleichung an das bevorzugte Geschlecht. Diese Symptome müssen für mindestens zwei Jahre bestehen und dürfen kein Ausdruck einer anderen psychischen Störung, wie in etwa einer Schizophrenie, sein. Zudem darf der Transsexualismus nicht gemeinsam mit einer intersexuellen, genetischen oder geschlechtschromosomalen Anomalie auftreten.
 
Eine etwas modernere Auffassung von Transsexualität vertritt die aktuelle Fassung des DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) der Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft. Transsexualität wird dort als „Gender Dysphorie“ bezeichnet und schließt damit eine Bewertung darüber, was als normal beziehungsweise kongruent gilt, aus. Dabei unterscheiden Experten zwei Hauptkriterien:
 
Kriterium A
Deutliche Inkongruenz zwischen dem Geschlechtsidentitätserleben/Geschlechtsrollenverhalten und dem zugewiesenen Geschlecht von mindestens sechs Monaten Dauer, das sich in mindestens zwei der folgenden Kriterien äußert:
 

  • deutliche Inkongruenz zwischen dem Geschlechtsidentitätserleben/Geschlechtsrollenverhalten und den primären und/oder sekundären Geschlechtsmerkmalen
  • starker Wunsch, aufgrund dessen von den primären und/oder sekundären Geschlechtsmerkmalen befreit zu sein
  • starker Wunsch nach den primären und/oder sekundären Geschlechtsmerkmalen des anderen Geschlechts
  • starker Wunsch, das andere Geschlecht zu sein
  • starker Wunsch, als das andere Geschlecht behandelt zu werden
  • starke Überzeugung, über die typischen Gefühle und Reaktionsweisen des anderen Geschlechts zu verfügen

Kriterium B

Der Zustand ist mit klinisch relevantem Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Lebensbereichen verbunden.

Durch die Unstimmigkeit zwischen biologischem Geschlecht und der gefühlten sexuellen Identität einer Person kann ein großer Leidensdruck entstehen. So entscheiden sich einige Betroffene für eine geschlechtsangleichende Operation, in der Fachsprache kurz GAOP genannt. Dabei verändern Ärzte die körperlichen Geschlechtsmerkmale durch Hormonbehandlung und chirurgischen Eingriffen. Begleitet wird dieser Prozess immer durch eine Psychotherapie, welche in vielen Ländern als Voraussetzung für eine Geschlechtsumwandlung gilt.

Transsexualität ist eine Form der Identitätsstörung.

Wie äußert sich die Transsexualität?

Transsexualität ist in erster Linie kein Problem der Sexualität, sondern der Geschlechtsidentität, der sogenannten Transidentität und der Geschlechterrolle, dem Transgender. Betroffene haben ein starkes, anhaltendes Gefühl, dass sie im falschen Körper geboren sind und ihr biologisches und inneres Selbstverständnis ihrer Person nicht übereinstimmen. In der Fachsprache wird dieses Gefühl als „Geschlechtsinkongruenz oder geschlechtsspezifische Nichtkonformität“ bezeichnet. Von einer Störung sprechen Spezialisten aber erst, wenn diese Unstimmigkeit großes Leid verursacht und die Lebensweise von Transsexuellen stark beeinträchtigt. Betroffene wirken dabei oft ängstlich, depressiv und leicht reizbar.
 
Meist zeigt sich diese Geschlechtsidentitätsstörung schon im Kindesalter, wobei sich Betroffene eher mit Aktivitäten, die typisch für das andere Geschlecht sind, beschäftigen und ein negatives Verhältnis zu ihren Genitalien haben. Weiters bevorzugen diese Kinder das Tragen der Kleidung des anderen Geschlechts, was als Transvestitismus bezeichnet wird.
 
Das starke Verlangen, dem anderen Geschlecht anzugehören, bleibt und kann mit einer Hormontherapie oder auch mit einer irreversiblen Geschlechtsumwandlung gestillt werden. Sollten Transsexuelle ihrem Wunsch nach einer Geschlechtsumwandlung aus Sorge von der eigenen Familie oder Gesellschaft nicht akzeptiert zu werden, nicht nachgehen, können Probleme wie Angststörungen, Depressionen oder sogar ein Selbstmordverhalten auftreten.
 
Um eine ärztliche Diagnose durchführen zu können, müssen spezifische Kriterien erfüllt werden, wobei eine Geschlechtsidentitätsstörung bei Kindern meist nicht vor einem Alter von sechs bis neun Jahren gestellt werden kann. Neben dem Fremdheitsgefühl im eigenen Körper, welches für zumindest sechs Monaten bestehen bleiben muss und einer tiefen Verzweiflung, durch welche der Alltag beeinträchtigt wird, müssen Kinder zusätzlich sechs der folgenden Symptome aufweisen:
 

  • Ein starker, anhaltender Wunsch oder das Beharren, zum anderen Geschlecht zu gehören.
  • Eine starke Vorliebe, Kleidung des anderen Geschlechts anzuziehen.
  • Eine starke Vorliebe, im Spiel die andere Geschlechterrolle einzunehmen.
  • Eine starke Vorliebe für Spielzeuge, Spiele und Aktivitäten, die für das andere Geschlecht typisch sind.
  • Eine starke Vorliebe für andersgeschlechtliche Spielkameraden.
  • Eine starke Ablehnung von Spielzeugen, Spielen und Aktivitäten, die für ihr anatomisches Geschlecht typisch sind.
  • Eine starke Abneigung gegenüber ihrer Anatomie.
  • Ein starkes Verlangen nach den Geschlechtsmerkmalen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen muss zudem mindestens eines der folgenden Symptome vorliegen:
 

  • Ein starker Wunsch, ihre Geschlechtsmerkmale loszuwerden, und bei Jugendlichen, die Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale zu verhindern.
  • Ein starkes Verlangen nach den Geschlechtsmerkmalen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen.
  • Ein starker Wunsch, dem anderen Geschlecht anzugehören.
  • Ein starker Wunsch, wie ein anderes Geschlecht zu leben oder so behandelt zu werden.
  • Ein starker Glaube, wie ein anderes Geschlecht zu fühlen und zu handeln.

 

Gibt es eine Ursache für die Transsexualität?

Die genaue Ursache für Transsexualität ist bis heute nicht ausreichend wissenschaftlich bewiesen. Spezialisten gehen von multifaktoriellen Gründen aus. So wird nicht nur eine angeborene Veranlagung als Ursache für Transsexualität diskutiert, sondern auch genetische und umwelt-/umfeldbedingte Faktoren.
 
Die meisten Mediziner und Psychologen gehen davon aus, dass der Fötus im Mutterleib von gegengeschlechtlichen Hormonen beeinflusst wird, andere sprechen über Veränderungen in der Hirnstruktur. Daneben gibt es die Annahme, dass soziale und psychodynamische Faktoren zu einer Geschlechtsidentitätsstörung führen. Dies passiert etwa dann, wenn Eltern lieber ein Kind des anderen Geschlechts gehabt hätten und dies das Kind bewusst oder unbewusst spüren lassen.
 
Doch all diese Thesen sind wissenschaftlich nicht belegt. Forscher konnten jetzt aber die über lange Zeit geltende Annahme, dass ein Ungleichgewicht der Sexualhormone Transsexualität verursacht, widerlegen. Dazu wurde der Hormonspiegel von 101 jugendlichen Transsexuellen untersucht. Dabei konnten keine Abnormalitäten festgestellt werden. So verschärft sich die Annahme, dass sich die Anlagen zur Transsexualität bereits im Mutterleib bilden und nicht umkehrbar sind. Das bedeutet, dass eine erhöhte Ausschüttung von Testosteron im ersten Drittel der Schwangerschaft dazu führen könnte, dass ein biologischer Mann eine weibliche Prägung erhält.
 

Wie häufig kommt die Transsexualität vor?

Die genaue Häufigkeit von Transsexuellen konnte bis dato nicht eruiert werden, wobei manche Statistiker davon ausgehen, dass auf 30.000 Personen ein Transsexueller kommt, andere gehen von eher niedrigeren oder höheren Werten aus. In Österreich in etwa sollen Schätzungen zufolge um die 600 männliche und 300 weibliche Transsexuelle leben. Die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität geht von einem Anteil von 0,25 Prozent der Bevölkerung aus. Die Mehrheit der Transsexuellen sind biologisch Männer, die sich schon im Kindesalter eher als Frau identifiziert haben und ihren maskulinen Anteil ablehnen.

Ein wichtiger Bestandteil der Geschlechtsangleichung ist die Einnahme von Hormonen.

In welchem Alter bemerken die Betroffenen meist, dass sie im falschen Körper stecken?

Eine Geschlechtsidentitätsstörung entwickelt sich im Normalfall schon vor dem 18. Lebensmonat. Ab dem Alter von vier Jahren, wenn die Entwicklung der Geschlechtsidentität abgeschlossen ist, verhalten sich Kinder normalerweise ihrem Geschlecht entsprechend. Erziehung spielt dabei eine eher untergeordnete bis gar keine Rolle.
 
Im Schnitt sind Transsexuelle etwa sieben Jahre alt, wenn sie bemerken, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Sie fühlen sich im falschen Körper und eher dem anderen Geschlecht zugehörig. Dies zeigt sich sowohl in ihrem Spielverhalten also auch in geschlechtsuntypischen Verhaltensweisen und Rollen. Doch nicht jedes Kind, das sich nicht mit dem eigenen Geschlecht identifizieren kann, wird später transsexuell. Nur etwa fünf Prozent zeigen diese Prägung auch noch im Erwachsenenalter.
 

Mit welchen Schwierigkeiten sehen sich transsexuelle Menschen häufig konfrontiert?

Vor allem in der Pubertät haben Transsexuelle mit schwerwiegenden Problemen zu kämpfen, die nicht selten in Selbstmordgedanken enden. Vor allem die Ausprägung der sekundären Geschlechtsmerkmale, wie Brüste, Bartwuchs und Behaarung im Genitalbereich, führen zu persönlichen Krisen.
 
Der Leidensdruck steigt und das Gefühl, den eigenen Körper nicht akzeptieren zu können, verstärkt sich. Für transsexuelle Männer ist dieser Zustand meist schwieriger, da ihre feminine Seite gesellschaftlich oft nicht anerkannt wird. Frauen können ihrem Verlangen, ein Mann zu sein, durch Kleidung und einem maskulinen Haarschnitt leichter nachgeben. Zudem werden maskuline Frauen gesellschaftlich eher akzeptiert.
 
Transsexuelle sollten in dieser Phase auf jeden Fall von der Familie und einem Psychotherapeuten begleitet werden. Manchmal stellt sich dabei heraus, dass es sich nur um eine vorübergehende Phase gehandelt hat und Betroffene lernen in der Therapie, ihren Körper zu akzeptieren. Sollte dies nicht der Fall sein, finden sich transsexuelle Personen oft mit Diskriminierung und Anfeindungen sowie Ausgrenzung konfrontiert – die Probleme verschlimmern sich.
 
Mittlerweile wird Transsexualismus aufgrund einiger prominenter Vertreter zunehmend als normal empfunden und auch rechtlich ist es leichter geworden, seinem Wunsch, das Geschlecht zu ändern, nachzugehen. Ab 2022 soll Transsexualität auch im Klassifikationssystem ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation als “Zustand im Bereich der sexuellen Gesundheit” und nicht mehr als „psychische Störung“ eingestuft werden. Der Begriff „Transsexualität“ soll durch “Geschlechtsinkongruenz” abgelöst werden, was bei betroffenen Verbänden unterschiedliche Reaktionen auslöst.
 
Doch unabhängig von der jeweils gültigen Definition besteht in den meisten Fällen ein Behandlungsbedarf, da Betroffene sehr leiden, weshalb Transsexualität einen Krankheitswert haben muss, welchen Transsexuelle zumindest indirekt akzeptieren müssen, da sie die Behandlung ansonsten aus der eigenen Tasche bezahlen müssen und von der Krankenkasse nichts bekommen.
 

Wie unterscheiden sich die Begriffe Transsexualität und Transgender?

Transsexualismus oder Transsexualität hat nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun, sondern damit, wie eine Person ihr eigenes biologisches Geschlecht wahrnimmt und sich damit fühlt. Es geht also um Geschlechtsidentität, weshalb seit den 1980er-Jahren auch dieser Begriff für dieses Phänomen verwendet wird.
 
Im Gegensatz dazu ist der Begriff Transgender weiter gefasst, da er als Oberbegriff für Menschen fungiert, die sich als Mann oder als Frau und den ihnen dadurch zugeschriebenen Geschlechterrollen falsch oder nicht ausreichend beschrieben fühlen. Neben Transsexuellen werden auch Transvestiten, Cross-Dresser, also Menschen, die bewusst die Kleidung des anderen Geschlechts tragen, und Drag Queens – Männer, die in einer Frauenrolle auftreten – dieser Gruppe zugeschrieben.
 

Was ist unter einer geschlechtsangleichenden Operation zu verstehen?

Früher wurde eine Operation, bei der das Geschlecht geändert wird, als Geschlechtsumwandlung bezeichnet. Heute sprechen Mediziner von einer „geschlechtsangleichenden“ Operation, da das biologische Geschlecht durch die Chromosomen vorgegeben ist und demnach nicht verändert werden kann. Lediglich die primären und sekundären Geschlechtsorgane werden im Zuge mehrerer chirurgischer Eingriffe in ihrem Aussehen und ihrer Funktion an das neue Geschlecht angepasst.
 

Welche Voraussetzungen müssen für eine Geschlechtsangleichung erfüllt sein?

Zunächst sollte Dir klar sein, dass eine geschlechtsangleichende Operation eine unumkehrbare Unfruchtbarkeit bedeutet und Du danach keine Kinder mehr bekommen kannst. Auch gibt es eine Altersgrenze, ab wann Du eine Operation durchführen lassen kannst. So solltest Du zumindest volljährig sein, also ein Alter von 18 Jahren haben. Eine Hormonbehandlung kannst Du schon ab dem 16. Lebensjahr beginnen, jedoch musst Du vorab eine Psychotherapie durchlaufen, um sicherzugehen, dass es sich nicht um eine pubertäre Phase handelt.
 
Solltest Du schon erwachsen sein, benötigst Du für die Operationseinwilligung der Krankenkasse zwei Gutachten, die Deine Transsexualität bestätigen. Meist werden diese Gutachten von einem Psychiater, der andere psychische Erkrankungen ausschließt, und einem Psychotherapeuten oder klinischen Psychologen durchgeführt, welcher eine Diagnose stellen kann. Mit diesen Gutachten kannst Du dann auch schon mit der hormonellen Behandlung beginnen und Deinen Namen wie auch Deinen Personenstand ändern. Auch eine Eheschließung ist damit möglich. Danach musst Du mit einer Psychotherapie beginnen, in der Du Dein mögliches Leben als anderes Geschlecht und mögliche Reaktionen Deines Umfelds besprichst.
 
Damit die Krankenkasse die Kosten für eine geschlechtsangleichende Operation übernimmt, musst Du mindestens ein Jahr „auf Probe“ die Rolle des anderen Geschlechts in allen Bereichen Deines Lebens einnehmen. In der Fachsprache wird diese Probezeit als „Alltagstest“ bezeichnet. Er dient dazu, mögliche Unsicherheiten abzubauen und sich mit den Reaktionen im Alltag vertraut zu machen und festzustellen, ob Du wirklich dauerhaft zum anderen Geschlecht gehören möchtest. 
 
Für eine Hormonbehandlung musst Du auch ein Risikoscreening, einen urologischen beziehungsweise einen gynäkologischen Befund vorlegen, der bestätigt, dass Du auch physisch für die geschlechtsangleichende Operation geeignet bist. Erst nach einem Jahr Hormonbehandlung und Alltagstest sowie einer weiteren psychologischen oder psychotherapeutischen Stellungnahme und einem psychiatrischen Gutachten kannst Du um Bewilligung einer geschlechtsangleichenden Operation bei der Krankenkasse bitten.

Viele Länder setzen als Voraussetzung für eine operative Geschlechtsangleichung, ein Probejahr im jeweiligen Geschlecht.

Wie bereiten sich transsexuelle Menschen am besten auf die bevorstehenden Behandlungen vor?

Vor der Behandlung mit Hormonen sollte ein Arzt Untersuchungen durchführen, ob die Hormone vertragen werden, da diese auch nach einer operativen Geschlechtsangleichung bis zum Lebensende eingenommen werden müssen. Auch sollte der beste Zeitpunkt für eine Operation bestimmt werden. Dafür müssen die Geschlechtshormone weitgehendst geschrumpft sein. Es ist ebenfalls ratsam, Eigenblut zu spenden, da Du bei einem chirurgischen Eingriff viel Blut verlieren kannst.
 
Für die Zeit nach der Operation solltest Du Netzhöschen, dicke Saugkompressen, Mulltupfer, Slipeinlagen und Bettunterlagen besorgen. Daneben wirst Du viel Desinfektionsmittel brauchen, wofür sich Octenisept und Betaisadona bewährt haben. Auch eine Sitzbadewanne und Eichenrindentee, Wattestäbchen und Babywipes sowie ein Sitzring mit einem Polsterüberzug können für einige Zeit sehr nützlich sein.
 
Vierzehn Tage vor der Operation solltest Du auf die Einnahme von Schmerzmitteln wie Aspirin und Schlafmitteln verzichten sowie Deinen Alkohol- und Nikotinkonsum weitestgehend einstellen.
 

Was ist vor den Operationen zu beachten?

In der Regel erfolgt vor der geschlechtsangleichenden Operation eine Hormonbehandlung für mindestens ein Jahr. Begleitet wird diese durch eine Psychotherapie, um den Umstellungsprozess auf der psychischen Ebene zu begleiten. Als Präparate können Transsexuelle zwischen Tabletten, Hormonpflaster, Cremen oder Injektionen wählen. Je nach angestrebtem Geschlecht werden dem Körper Östrogene, also weibliche Hormone oder Androgene, männliche Hormone, verabreicht.
 

Wie funktioniert die Hormonbehandlung bei Transfrauen?

Vor der Operation solltest Du Dich zumindest sechs Monate lang einer gegengeschlechtlichen Hormontherapie mit einem Testosteron-Blocker und einem Östrogenpräparat unterziehen. Dies deshalb, damit Dein Körper sich an die Umstellung gewöhnt und der Schrumpfungsprozess, welcher durch das Verschwinden der Androgene – also der männlichen Geschlechtshormone – einsetzt, abgeschlossen ist.
 
Dadurch wird vermieden, dass die Haut des Penisschafts, welcher für die Auskleidung der neuen Vagina verwendet wird, nicht nach der Operation weiter schrumpft. Nur in speziellen Fällen kann die gewünschte Geschlechtsangleichung auch ohne vorheriger Hormonbehandlung erfolgen, wie in etwa bei einer Mastektomie, einer ein- oder beidseitigen Brustabnahme.
 
Bei Transfrauen, also Männern, die Frauen werden wollen, wird durch die Zufuhr von Östrogenen die Testosteronproduktion in den Hoden stark vermindert. Dadurch kommt es zu einer Verweiblichung, was bedeutet, dass die Brust wächst, der Körper das Fettgewebe an anderen Stellen ablagert, die Haut weicher wird, die Gesichts- und Körperbehaarung zurückgeht und dass die Hodengröße, das sexuelle Verlangen und die Erektionen abnehmen. Die Stimme kann durch die Hormonbehandlung nicht verändert werden, wodurch eine logopädische Therapie notwendig wird, um eine weiblichere Stimmlage zu erreichen.
 
Da die Wirkung der Hormone sehr von der jeweiligen Veranlagung und dem Lebensalter abhängt, können in manchen Fällen nicht alle männlichen Merkmale vermindert werden. So kann in etwa eine Entfernung der Barthaare durch Lasertherapie notwendig werden. Zudem erhöht sich das Risiko für thromboembolische Erkrankungen und es kommt zu einer Gewichtszunahme.
 

Wie funktioniert die Hormonbehandlung bei Transmännern?

Frauen bekommen zur Vermännlichung Androgene. Dadurch wird ihre Stimme tiefer und die Regelblutungen setzen aus. Auch der Körperbau wird männlicher, da die Muskelmasse zunimmt. Daneben kommt es zu einem verstärkten Haarwuchs am Körper und im Gesicht, die Brust nimmt ab, das Bindegewebe zu. Bei etwa 40 Prozent der Betroffenen kommt es zu einem Akne-Schub. Neben dem Klitoriswachstum und einer Libidosteigerung können emotionale Veränderungen, wie eine gesteigerte Aggressivität, auftreten.
 
Die Behandlung mit Hormonen kann auch Risiken und Nebenwirkungen nach sich ziehen. Zu den häufigsten gehören Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit, Schweißausbrüche, erhöhte Leberwerte, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose und Depressionen.
 

Die geschlechtsangleichende Operation

Je nachdem, ob ein Mann zu einer Frau oder eine Frau zu einem Mann umoperiert wird, müssen mehrere Operationsschritte und dementsprechend mehrere Krankenhausaufenthalte eingeplant werden. Dabei kann der Aufenthalt zwischen vier und 20 Tagen betragen. Bei manchen Eingriffen ist eine Vollnarkose erforderlich, kleinere Zweit- oder Zusatzeingriffen können auch unter örtlicher Betäubung ambulant erfolgen.
 

Wie verläuft die geschlechtsangleichende Operation von Frau zu Mann?

Die Angleichung von einer Frau zu einem Mann ist anatomisch recht kompliziert. So müssen Frauen vor dem Eingriff eine Hormontherapie machen, welche die Klitoris um mehrere Zentimeter anwachsen lässt. Sollte dies nicht genug sein, kann der Chirurg sie auch strecken und dehnen. Die Geschlechtsangleichung umfasst dabei mehrere Schritte:
 
Entfernung der weiblichen Brust und Geschlechtsorgane

Dies kann bei kleinen Brüsten über einen Schnitt im Brustwarzenbereich erfolgen, bei dem keine sichtbaren Narben zurückbleiben. Bei einem größeren Busen muss der Arzt einen queren Schnitt in Höhe der zukünftig männlichen Brustumschlagsfalte im Bereich des Brustmuskels machen. Dabei entsteht eine Narbe. Gleichzeitig wird die Brust gestrafft und die Brustwarzen verkleinert. Die Entfernung der Gebärmutter, der Eierstöcke und der Eileiter können schon in diesem ersten Schritt oder im Rahmen eines anderen Schritts erfolgen.
 
Der Aufbau eines Penisersatzes
Je nach Wunsch des Patienten können unterschiedliche Operationsmethoden zur Anwendung gelangen:
 

  • Phalloplastik: Bei diesem recht aufwendigen Eingriff formen Ärzte aus körpereigenem Gewebe ein penisartiges Gebilde. Dabei können Leistenlappen oder Unterarmlappen eingesetzt werden, was bedeutet, dass der Arzt Teile des geraden Bauchmuskels oder des Unterarmmuskels entfernt und daraus einen Penis formt. Eine Erektion lässt sich dabei mithilfe einer Erektionspumpe erreichen.
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  • Klitorispenoid-Bildung: Diese Form der Penisbildung wird auch Klitpen genannt und zählt zu den weniger schweren Eingriffen. Dabei verlängern die Chirurgen die Harnröhre über die kleinen Schamlippen und strecken dabei die Klitoris. Betroffene können so im Stehen urinieren. Ein Klitpen ist etwa ein bis vier Zentimeter lang und kann sich bei Erregung ohne Ejakulation versteifen. Bei diesem Verfahren wird auch eine neue Harnröhre aus entweder einem Stück Armhaut oder aus eigenem Gewebe gebildet.
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  • Implantation von Silikonhoden beziehungsweise Erektionsprothese: In einem dritten Schritt können Hoden aus Implantaten nachgebildet und eingesetzt werden.

 

 Wie verläuft die geschlechtsangleichende Operation von Mann zu Frau?

Die Angleichung von einem Mann zu einer Frau erfolgt ebenfalls in mehreren Schritten, wobei diese aber kein Muss darstellen.
 
Erster Teil der Angleichung
Zuerst wird eine weibliche Brust über Hormone oder wenn gewünscht mithilfe von Implantaten geformt. Danach erfolgt die Entfernung der männlichen Genitalien. Dabei stülpt der Chirurg die Penisschafthaut nach innen, wodurch eine sogenannte Neovagina oder auch Vaginoplastik entsteht. Diesen Vorgang nennen Mediziner Invaginationsmethode. Danach formt der Arzt aus der Eichel eine Klitoris und aus dem vorderen Teil der Vorhaut kleine Schamlippen. Diese Neovagina müssen Betroffene mit einem dildoähnlichen Gerät offenhalten.
 
Zweiter Teil der Angleichung
Nach ein paar Monaten entfernt der Chirurg in einem zweiten Eingriff die überschüssige Haut vor dem Scheideneingang und baut damit den Schamhügel auf. Daneben kann der Mediziner auf Wunsch auch Veränderungen an den Gesichtszügen vornehmen, um eine Gesichtsfeminisierung zu bewirken. Dabei werden häufig Korrekturen an der Stirn, der Position der Augenbrauen, der Augenlider, der Nase, Wangenknochen und des Kinns vorgenommen. Um eine ausgeprägte Taille zu erhalten, lassen sich einige Transfrauen auch die unterste Rippe entfernen.

Eine geschlechtsangleichende Operation ist ein sehr langwieriger und komplizierter Prozess.

Welche Risiken und Komplikationen können die Operationen bergen?

Wie bei jeder Operation kann es auch hierbei zu Komplikationen wie Infektionen, Wundheilungsprobleme, Schwellungen oder Blutungen kommen. In sehr seltenen Fällen können Thrombosen und Embolien auftreten, welche das Herz-Kreislauf-System extrem belasten können. Zudem können sich auf der neu gebildeten Harnröhrenhaut Löcher, sogenannte Fisteln, bilden oder Harnröhrenverengungen oder -aussackungen entstehen.
 
Sollte die Haut in der Neovagina nicht gut durchblutet sein, kann sie sich in Folge zusammenziehen, wodurch es zu einer Engstellung kommt, welche operativ behoben werden kann. Auch das sexuelle Empfinden kann sich verändern, wobei hierbei auch die Psyche mitspielt, da für manche Transsexuelle die neue Situation vorerst sehr belastend ist.
 
In seltenen Fällen kommt es zu Problemen mit Implantaten, welche verrutschen oder sich entzünden können. Eher häufig tritt eine Flüssigkeitsansammlung unter der Bauchdecke auf, die beim Stehen oder Sitzen Schmerzen verursacht, ansonsten aber harmlos ist und sich innerhalb weniger Wochen zurückbildet.
 
In etwa ein Prozent der Fälle kann es zu schwerwiegenden Komplikationen in Form einer Verletzung des Mastdarms kommen, welche zu einem Absterben der neugeformten Klitoris führen kann. Betroffene berichten darüber hinaus über anfängliche Taubheitsgefühle aufgrund einer lagerungsbedingten Nervenschädigung an den Beinen. Aufgrund der gekürzten Harnröhre kommt es bei einigen Patienten gehäuft zu Harnwegsinfekten. Auch der Harnstrahl kann nach der Operation durch Schwellungen stark abgelenkt sein, was sich aber im Laufe der folgenden Monate bessern sollte. Sollte das Ergebnis der Operation kosmetisch unbefriedigend sein, besteht die Gefahr einer Depression.
 

Was ist nach den Operationen zu beachten?

Gleich nach der Operation wirst Du Schmerzmittel, Antibiotika und viel Ruhe und Entspannung brauchen. Im Normalfall bleibst Du noch sechs Tage im Krankenhaus, solltest aber schon am ersten Tag nach dem Eingriff aufstehen. Den Salbenstreifen entfernt der Arzt nach einigen Tagen aus der Vagina, den Katheter aus der Harnröhre einige Tage später. In manchen Fällen kann die neu gebildete Harnröhre eine weitere Behandlung in der Urologischen Abteilung benötigen.
 
Damit sich keine Blutgerinnsel oder Embolien bilden, solltest Du Thrombose-Strümpfe anziehen und vorbeugende Medikamente nehmen. Die Wundheilung und das Abschwellen nehmen in etwa 14 bis 20 Tage in Anspruch. Dennoch solltest Du auf jeden Fall sechs Wochen Krankenstand einplanen, da die komplette Regeneration mehrere Wochen bis Monate dauern kann. Während dieser Zeit solltest Du wenig sitzen und körperliche Anstrengung vermeiden. Erst nach etwa vier bis fünf Wochen kannst Du wieder mit leichter Bewegung beginnen.
 
Offene Stellen behandelst Du am besten mit Desinfektionsmittel und einem sterilen Tuch. Erneut auftretende Schwellungen, Rötungen oder Schmerzen solltest Du in einem Krankenhaus behandeln lassen. Zu Hause können gelegentliche Sitzbäder mit Eichenrindentee oder verdünntem Betaisadona Abhilfe schaffen. Du solltest aber nicht zu lange baden, da ansonsten die Nähte aufgehen können.
 

Welche Ergebnisse kann die transsexuelle Person erwarten?

Frühestens nach sechs Monaten kann beurteilt werden, wie das Ergebnis der Operation aussieht, weshalb eventuelle Korrekturen erst nach dieser Zeit durchgeführt werden. Bis zur vollkommenen Ausheilung kann es auch ein ganzes Jahr dauern.
 
Trotz des medizinischen Eingriffs musst Du damit rechnen, dass das biologische Geschlecht weiterhin durchschimmert. Da die natürliche Hormonbildung nach Entfernung der Geschlechtsorgane nicht mehr funktioniert, musst Du Dein Leben lang künstliche Hormone einnehmen.
 
Doch trotz der Umstellung und der anfänglichen Beschwerden führt eine geschlechtsangleichende Operation bei den meisten Betroffenen zu einer deutlich verbesserten Lebensqualität, da viele Identitäts- und Persönlichkeitsprobleme verschwinden. Wenn ihr Wunschgeschlecht nach außen hin sichtbar ist, haben Transsexuelle endlich das Gefühl, im richtigen Körper angelangt zu sein. Laut einer Studie waren sogar 90 Prozent der Befragten mit dem Ergebnis der geschlechtsangleichenden Operation sehr zufrieden oder zufrieden.
 

Ist nach einer geschlechtsangleichenden Operation Geschlechtsverkehr möglich?

Der Geschlechtsverkehr nach einer geschlechtsangleichenden Operation ist grundsätzlich möglich, Transfrauen und Transmänner leben dies jedoch unterschiedlich aus. Transsexuelle haben oft verschiedene Erwartungen an das Ergebnis ihrer Transformation und bei vielen steht die Sexualität nicht an erster Stelle. Doch sowohl die körperliche Veränderung als auch die Auswirkungen der Hormonbehandlung beeinflussen die Libido und die Sexualität. Je nach durchgeführter Operationsmethode stehen Betroffenen dazu unterschiedliche Techniken zur Verfügung.
 
Bei der Geschlechtsangleichung von einem Mann zu einer Frau modelliert der Chirurg aus dem Gewebe der Hoden und des Penis eine Neovagina. Haut, Nerven und Blutgefäße bleiben dabei erhalten und machen normalen Geschlechtsverkehr wie auch einen Orgasmus nach Ausheilen der Wunden möglich.
 
Bei der Umwandlung von einer Frau zu einem Mann sieht die Sache etwas anders aus. Geschlechtsverkehr ist, je nach Operationsmethode, nur bedingt bis ganz normal möglich, wobei Betroffene häufig ihre Sexualität neu erleben. Bei einer erst hormonellen, dann chirurgischen Verlängerung der Klitoris etwa kann die Fähigkeit zum Geschlechtsverkehr stark eingeschränkt sein. Mit einem aus der Haut des Oberarms gebildeten Neopenis oder einer Penisprothese sowie der Implementierung eines hydraulischen Pumpmechanismus, können Transsexuelle schon nach etwa sechs Wochen nach dem Eingriff wieder Sex haben. Dazu wird die Klitoris als erogene Zone an verschiedenen Stellen des sogenannten Penoids implantiert.

Für transsexuelle Menschen ist die Unterstützung aus dem emotionalen Umfeld essenziell.

Wie kann das soziale Umfeld die transsexuelle Person unterstützen?

Grundsätzlich gibt es für Angehörige von Transsexuellen unterschiedliche Beratungsangebote, die helfen, empathisch und verständnisvoll mit Betroffenen umgehen zu lernen. Häufig haben vor allem enge Angehörige Schwierigkeiten, sich mit der neuen Situation anzufreunden. Sie machen sich Sorgen, haben Angst und fühlen sich hilflos. Dabei ist es wichtig, über die eigenen Empfindungen zu sprechen.
 
Eltern sollten ihrem Kind sehr genau zuhören, wenn sie vermuten, dass es transsexuell ist. Es kann auch nur eine Phase sein, ein Selbstfindungsprozess oder ein vorübergehendes Experimentieren mit einer Rolle. Es ist wichtig, dass Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen dürfen und Eltern sie dabei unterstützen und bestärken.
 
Elterliche Liebe, Akzeptanz und Wertschätzung sind das Wichtigste in dieser Zeit. Doch viele Eltern machen sich Vorwürfe und fragen sich, ob sie etwas in der Erziehung falsch gemacht haben. Aufklärende Gespräche mit einem Spezialisten können hier Abhilfe schaffen und für mehr Klarheit sorgen. Sollte der Wunsch einer Geschlechtsumwandlung bleiben, sollten Eltern die Zeit zum Trauern bekommen, da sie einen Sohn oder eine Tochter “verlieren”. Diesen Prozess gilt es gut zu begleiten und eventuell durch Rituale zu unterstützen. Wichtig ist, dass die Basis für ein glückliches, erfülltes und selbstbestimmtes Leben für das Kind gelegt wird. 
 
Als Partner oder Partnerin ist es wichtig, zuzuhören, alle Fragen zu klären und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Bei Bedarf kann eine Fachperson hinzugezogen werden. Transsexuelle haben oft Angst, sich zu outen, da sie ihren Partner nicht verletzen oder verlieren wollen. Doch wenn der Leidensdruck zu groß wird, haben sie oft keine andere Wahl. Hierbei ist es wichtig, dass auch der Partner sich in die transsexuelle Person hineinversetzen kann. Beide Partner sind gleichberechtigt und müssen auf ihre Bedürfnisse schauen.
 

Was kostet eine Geschlechtsangleichung?

Eine geschlechtsangleichende Operation kostet zwischen 5.000 und 15.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten der Hormonbehandlung und der Nachfolgepräparate, welche ein Leben lang eingenommen werden müssen. Darüber hinaus müssen Transsexuelle sich einer psychotherapeutischen Therapie unterziehen und sämtliche Gutachten erbringen. Für eine Therapiesitzung musst Du in etwa mit 80 bis 120 Euro rechnen. Die Gutachten kosten rund 1.000 bis 3.000 Euro. Je nach Gutachter variieren hier die Preise.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Geschlechtsangleichung?

Für die Bewilligung der Kostenübernahme der Hormonbehandlung brauchst Du eine positive schriftliche Stellungnahme Deines behandelnden Psychiaters, des Psychologen und/oder des Psychotherapeuten. Nach Vorlage entsprechender therapeutischer und ärztlicher Nachweise, dass bei Dir Transsexualismus vorliegt, übernimmt die Krankenkasse nicht nur die Kosten der Hormontherapie, sondern auch die der Psychotherapie und bestimmter geschlechtsangleichender Operationen.
 
Dazu musst Du zwei unabhängige medizinische Gutachten vorlegen, die den Eingriff als „medizinisch notwendige Maßnahme“ einstufen. Die Gutachten selbst musst Du aus der eigenen Kassa zahlen, wobei einige Therapeuten mit Vereinen einen Vertrag haben, der eine volle Kostenübernahme ermöglicht. Außerdem hast Du die Möglichkeit, einen Antrag auf Kostenzuschuss durch die Krankenversicherung für Deine psychotherapeutische Begleitung zu stellen. Dazu ist aber eine Überweisung Deines Hausarztes notwendig. In manchen Fällen gibt es die Möglichkeit, einen vollfinanzierten Kassenplatz zu bekommen. Am besten fragst Du hier bei Deinem Psychotherapeuten nach.


Dauer Dauer

Je nach Behandlung

Ausfallzeit Ausfallzeit

Mindestens 6 Wochen

Stationärer Aufenthalt Stationär

Bis zu 20 Tagen

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter Transsexualismus oder Transsexualität verstehen Mediziner eine Geschlechtsidentitätsstörung, bei der sich Betroffene in ihrem Körper fremd fühlen und das dringende Verlangen haben, vollständig in ihrem Identitätsgeschlecht zu leben und sich an das Wunschgeschlecht anzupassen. Dabei wollen sie sowohl in sozialer als auch in rechtlicher Sicht anerkannt werden.


Die Ausprägung der Transsexualität ist unterschiedlich, so reicht einigen die Gewissheit, dass sie eigentlich dem anderen Geschlecht angehören, andere wiederum hegen den starken Wunsch nach einer hormonellen Behandlung und einer geschlechtsangleichenden Operation.


Diagnostiziert wird Transsexualität durch Fachärzte der Psychiatrie, einem klinischen Psychologen oder einen Psychotherapeuten, welche das Ausmaß des Unbehagens beziehungsweise der Missempfindung beurteilen. Entscheidend dafür ist die Zeit, seitdem das Gefühl, lieber dem anderen Geschlecht anzugehören, vorherrscht. Ebenso relevant ist der Leidensdruck und eventuelle Beeinträchtigungen in sozialen oder beruflichen Bereichen, die durch die Transsexualität hervorgerufen werden.


Bei einer geschlechtsangleichenden Operation werden die primären und sekundären Geschlechtsorgane in mehreren chirurgischen Eingriffen entfernt und in ihrem Aussehen und ihrer Funktion an das neue Geschlecht angepasst. Eine vollkommene Änderung des biologischen Geschlechts ist nicht möglich, da dieses in den Chromosomen verankert ist.

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