Salmonellen (Salmonellose / Salmonellenvergiftung)

Rohes Fleisch, nicht durchgegarte Eier und mangelnde Küchenhygiene haben eines miteinander gemeinsam: Sie bergen ein Risiko einer Salmonelleninfektion. Salmonellen sind Bakterien, die meist in den Magen-Darm-Trakten von verschiedenen Tieren beheimatet sind und eine Infektion auslösen können. Diese bakteriell bedingte Lebensmittelvergiftung ist den meisten Menschen ein Begriff, was jedoch genau dahintersteckt, welche Symptome Patienten zeigen und wie sich die Mikrolebewesen verhalten wissen nur die wenigsten - dies ändern wir in diesem Beitrag!


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Zuletzt aktualisiert: 7. Oktober, 2020



ICD-10-GM-2020 A02.
 

Was versteht die Medizin unter Salmonellen?

Salmonellen sind stäbchenförmige, bewegliche Bakterien, die meist in den Magen-Darm-Trakten von verschiedenen Tieren beheimatet sind. Von den über 2.000 verschiedenen Unterarten sind besonders die Salmonellen des Typs enteritidis und typhimurium hervorzuheben, da die meisten salmonellenbedingten Lebensmittelvergiftungen in Europa auf diese Erreger zurückzuführen sind. Weiters sind Salmonella typhi und paratyphi zu nennen, die in Österreich nur mehr äußerst selten vorkommen, jedoch in tropischen Gebieten mit niedrigen Hygienestandards den Typhus oder Paratyphus auslösen.
 
Nachdem das Bakterium recht anpassungsfähig ist, fällt es oft schwer, seine Entstehung zu vermeiden. Salmonellen vermehren sich nämlich zwischen zehn und 47 Grad Celsius, sie sind resistent gegenüber dem Einfrieren und teilen sich äußerst rasch. Die einzige Möglichkeit, Salmonellen abzutöten, besteht durch das Erhitzen von über 70 Grad Celsius für mindestens zehn Minuten.
 
Da Geflügel durch Salmonelleninfektionen keine Symptome zeigen, ist es bei diesen Nutztieren besonders schwer, eine Verbreitung des Bakteriums zu vermeiden. Denn sowohl ungekochtes Hühnerfleisch, als auch rohe Hühnereier weisen vergleichsweise häufig Salmonellen auf. Doch auch Schmierinfektionen können zu einer Erkrankung führen, weshalb auch die Händehygiene, vor allem nach dem Toilettengang und vor dem Kochen, eine etwaige Salmonellen-Ansteckung vermeiden kann.

Salmonellen sind stäbchenfärmige Bakterien, die Magen-Darm-Erkrankungen auslösen können.

Wie häufig ist eine Salmonellenvergiftung und wer ist davon betroffen?

Eine Salmonellose stellt die zweithäufigste Art einer Lebensmittelvergiftung dar. In Österreich erkranken ungefähr 21 Leute pro 100.000 Einwohner an einer Salmonelleninfektion mit den Erregern, die eine sogenannte Enteritis, also Magen-Darm-Erkrankung, auslösen. Rund 94 Millionen Menschen erkranken jährlich auf der gesamten Welt, wovon circa 150.000 an der Durchfallerkrankung sterben.
 
Der gefürchtete Typhus erwischt ungefähr 22 Millionen Menschen pro Jahr, resultiert dabei jedoch in 200.000 Todesfällen. Gehäuft trifft man die Typhuserkrankung in Indien oder Pakistan an, während die seltenen Fälle in Österreich oder Deutschland meist nur Reiserückkehrer sind. Erkranken kann im Grunde jeder, der eine hohe Anzahl von Salmonellenbakterien (über 100.000) zu sich nimmt. Dies geschieht recht schnell, da der Erreger eine hohe Teilungsrate hat und sich auch beispielsweise im Kühlschrank langsam vermehren kann. Besonders gefährdet sind allerdings alte Menschen, Kinder und Immungeschwächte.
 
Weiters spielt ausreichend vorhandene Magensäure einen wichtigen Faktor in der Abwehr des Erregers. Demnach erkranken Menschen, die beispielsweise magensäurehemmende Medikamente einnehmen, häufiger an dieser Form der Lebensmittelvergiftung. Bei den genannten Risikogruppen kann es zu fulminanten Verläufen mit tagelangen, schweren Durchfällen und einem damit einhergehenden Flüssigkeitsverlust kommen. Dies kann zu einem Kreislaufkollaps, Nierenproblemen oder gar dem Tod führen.
 

Wie werden Salmonellen übertragen?

Der häufigste Infektionsweg von Salmonellen des Enteritis-Typs ist über kontaminierte Nahrungsmittel. Nachdem Hühner oftmals unbemerkt von den Bakterien besiedelt sind, besteht eine große Infektionsgefahr beim Verzehr von rohen Eiern oder Produkten, die Ei enthalten, wie Cremes oder roher Kuchenteig, sowie rohes oder unzureichend gegartes Hühnerfleisch. Seltener können sich Salmonellen auch auf Muscheln oder rohem Schweinefleisch befinden.
 
Durch unhygienische Lagerung sowie durch die Weiterverwendung von kontaminierten Schneidebrettern oder Messern kann auch Gemüse oder Obst mit Salmonellen in Kontakt kommen. In seltenen Fällen können Haustiere Salmonellen auf den Menschen übertragen, besonders Reptilien haben in der Vergangenheit für Ansteckungen gesorgt. Auch eine mangelnde Handhygiene nach dem Klogang kann zu einer Schmierinfektion führen. Jedoch verlassen die Enteritis auslösende Salmonellen meist den Darm nicht, weshalb auch dieser Übertragungsweg unwahrscheinlich ist.
 
Salmonella typhi und paratyphi hingegen verbreiten sich hauptsächlich durch mit Fäkalien verunreinigtes Wasser oder Nahrungsmitteln. Die Schmierinfektion, beispielsweise beim Händeschütteln oder auch beim Berühren von Türgriffen, spielt bei dieser Salmonellenart eine wichtigere Rolle, da einige Menschen nach einer Typhusinfektion zu sogenannten Dauerausscheidern werden. Das bedeutet, dass diese Personen zwar symptomfrei sind, jedoch durch ihren Stuhl die Bakterien weiterhin absondern. Hierbei sollte der Betroffene besonders auf hygienische Vorgehensweise achten, um einer Fremdansteckung vorzubeugen.
 

Wann bricht eine Salmonellenvergiftung aus und wie lange bin ich ansteckend?

Bei der sogenannten Inkubationszeit handelt es sich um die Zeit zwischen der ersten Ansteckung und dem Ausbruch der Symptome. Bei den Enteritis auslösenden Salmonellenarten ist diese Zeit mit fünf bis 72 Stunden relativ kurz. Demnach sollte ein Erkrankter bei der Suche nach dem auslösenden Nahrungsmittel an Speisen, die er bis zu drei Tage vor dem Beginn des Durchfalls zu sich genommen hat, denken.
 
Meist klingen die Symptome nach ein bis vier Tagen ab, bei den meisten Patienten lassen sich die Keime jedoch bis zu einem Monat nach Erkrankung im Darm auffinden. Aufgrund der individuellen Unterschiede ist es jedoch schwierig abzuschätzen, ab wann ein Patient nicht mehr infektiös ist. Dies lässt sich lediglich durch eine Stuhlprobe mit Nachweis der Erreger feststellen.
 
Bei der Typhusinfektion ist die Inkubationszeit weitaus länger, denn erste Symptome zeigen sich erst drei bis 60 Tage nach der Infektion. Der Typhus zeigt außerdem einen weitaus längeren Krankheitsverlauf. Die Patienten leiden ein bis drei Wochen unter Typhus-Symptomen wie Fieber, Durchfall und Verstopfung, Kopfschmerzen und Hautausschlägen. Ungefähr zehn Prozent aller Typhus-Erkrankten scheiden bis zu drei Monaten nach der Erkrankung weiterhin Salmonella typhi aus. Circa fünf Prozent gehören zu den sogenannten Dauerausscheidern, bei denen selbst ein Jahr nach der Krankheit immer noch Erreger nachweisbar sind.
 

Ist eine Salmonellose meldepflichtig?

In Österreich sind sowohl der Verdacht, die gestellte Diagnose, als auch ein von Salmonellen verursachter Tod meldepflichtig. Die Meldepflicht gilt für Enteritis erregende und Typhus auslösende Keime. Dies ist deshalb wichtig, da eine Salmonellose nicht nur ansteckend ist, sondern auch in Clustern auftreten kann, die daraufhin Indizien auf die auslösenden Nahrungsmittel geben können. Sind zum Beispiel die Legehennen einer bestimmten Landwirtschaft infiziert und mehrere Personen derselben Umgebung erkranken an einer Salmonelleninfektion, kann das Gesundheitsministerium diese Häufung auf besagte Eier zurückführen und etwaige Maßnahmen setzen.
 

Was sind die Symptome einer Salmonellenvergiftung?

Bei einer klassischen Lebensmittelvergiftung mit Salmonellen leiden die Patienten unter plötzlich einsetzendem Durchfall, der oft mit Fieber, Kopfschmerzen und Bauchkrämpfen einhergeht. In einigen Fällen berichten die Betroffenen auch von Übelkeit und Erbrechen. So schnell, wie die Salmonellose kommt, geht sie auch wieder; die Erkrankten sind meist nach ein bis vier Tagen wieder fit. Jedoch kann der starke Durchfall – vor allem bei Kindern und älteren Menschen – zu einer Dehydrierung führen.
 
Infiziert sich ein Patient mit Salmonella typhi, beginnt die Krankheit schleichender, meist nur mit leichtem Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Nach ungefähr einer Woche steigenden Fiebers kommt es bei den meisten Patienten zu einem Fieberhöhepunkt mit circa 40 bis 41 Grad Celsius. Damit gehen eine klassisch belegte Zunge, ein Hautausschlag, Kopfschmerzen und häufig eine Verstopfung mit darauffolgenden Durchfällen einher. Dieser Zustand kann bis zu zwei Wochen andauern und vor allem immungeschwächte und vorbelastete Patienten stark schwächen.
 

Welche Ursachen hat eine Salmonellenvergiftung?

In Deutschland fielen im Jahre 2017 circa 45 Prozent von allen Salmonellenenteritiden auf Salmonella enteritidis und 34 Prozent auf Salmonella typhimurium. Dementsprechend sind diese beiden Bakterientypen die am häufigsten vertretenen. Den Hauptansteckungsweg stellen Nahrungsmittel dar. Zu den Risikolebensmitteln zählen entweder das Fleisch von infizierten Tieren, andere Produkte ebendieser oder mit Fäkalien kontaminierte nicht-tierische Nahrung.
 
Nimmt eine Person nun ausreichend Salmonellen zu sich, sammeln sich diese im Dünndarm an, wo sie sich in weiterer Folge vermehren und schließlich Toxine, also Giftstoffe, ausstoßen. Diese lösen eine Darmentzündung aus, welche sich durch Bauchschmerzen und Durchfall manifestiert.

Salmonellen finden sich häufig in Hühnerfleisch wieder, wesshalb Du nach dem Kochen unbedingt die Hände waschen sollest.

Wie ist der Krankheitsverlauf bei einer Salmonellose?

Bei einer klassischen Lebensmittelvergiftung durch Salmonellen empfindet der Patient fünf bis 72 Stunden nach Verzehr der kontaminierten Nahrung plötzliche Bauchschmerzen mit starkem Durchfall. Oftmals kommen noch weitere Krankheitssymptome wie Fieber oder Kopfschmerzen dazu. Nach ein bis vier Tagen fühlt sich der Betroffene wieder besser, scheidet allerdings meist weiterhin Salmonellenerreger aus. Dieser Zustand dauert bei den meisten Erkrankten bis zu einem Monat, in manchen Fällen auch länger. Wenn der Patient sonst gesund und immunkompetent ist, löst die Infektion keine weiteren Komplikationen aus und er erlebt eine vollständige Genesung. Bei Kindern oder alten Menschen kann es allerdings durch den Durchfall zu starkem Flüssigkeitsverlust kommen.
 
Kinder sind besonders empfindlich auf eine Dehydration, da sie im Vergleich zum Erwachsenen einen aktiveren Stoffwechsel haben und mehr Wasser pro Tag umsetzen. Außerdem ist ihre Körperoberfläche im Verhältnis zu ihrer Masse sehr groß, was eine vermehrte Flüssigkeitsausscheidung über die Haut zur Folge hat. Bei älteren Menschen besteht die Gefahr besonders darin, dass sie bereits im gesunden Zustand leicht dehydriert sind. Denn ältere Menschen weisen einen geringeren Flüssigkeitsanteil (ungefähr nur mehr 45 Prozent des Körpergewichts) auf und tendieren oftmals dazu, zu wenig zu trinken.
 
Erleiden diese beiden Risikogruppen eine Salmonellose, gerät der Flüssigkeitshaushalt rasch aus dem Gleichgewicht. Die Folgen davon können Kreislaufprobleme bis zum Kollaps und auch Nieren– oder Herzinsuffizienzen sein. Demnach ist es besonders bei Älteren und Kindern ratsam, ärztliche Hilfe aufzusuchen.
 
Bei immungeschwächten Menschen, wie beispielsweise HIV-positive Personen oder Chemotherapie-Patienten, dauert die Erkrankung oftmals länger und zeigt sich fulminanter, da das Immunsystem nicht so effizient agiert und die Salmonellen langsamer abtötet. Außerdem ist die Gefahr einer sogenannten Bakteriämie, also einer Blutvergiftung mit den Salmonellen, erhöht. Dabei können die Bakterien aus dem Darm über die Blutbahn theoretisch alle Organe erreichen und dort lokale Infektionen oder Abszesse bilden.
 

Bei welchen Anzeichen sollte ich zum Arzt gehen?

Grundsätzlich ist ein Arztbesuch bei einem länger als zwei Tagen anhaltenden, starken Durchfall empfohlen. Besondere Observanz ist jedoch bei Kindern und älteren Personen notwendig, da ein zu starker Flüssigkeitsverlust schneller entsteht als bei einem gesunden Erwachsenen. Zeigen Erkrankte aus einer Risikogruppe Symptome wie eine trockene Zunge, eingesunkene Augen, einen starken Blutdruckabfall oder Wadenkrämpfe, müssen sie unbedingt in ärztliche Behandlung, da dies die ersten Anzeichen einer Dehydrierung sind. Sinkt das Fieber nach Abklingen des Durchfalls nicht oder klagt der Patient über lokale Schmerzen, kann es sich um eine Bakteriämie mit Organbeteiligung handeln, die ebenfalls dringend ärztliche Versorgung benötigt.
 

Wie diagnostiziert der Arzt Salmonellen?

Die Art der Diagnose einer Salmonelleninfektion hängt davon ab, ob der Arzt eine Salmonellen-Enteritis oder eine Typhuserkrankung vermutet. Bei einer Enteritis sind Stuhlproben, Erbrochenes, Rektalabstriche oder Proben suspekter Nahrungsmittel die Diagnosemedien der Wahl.
 
Diese Proben entnimmt der Arzt, wenn der Durchfall länger als drei Tage lang andauert, der Patient hospitalisiert oder Blut im Stuhl befindlich ist. Dies schickt er dann in ein Labor, wo sogenannte Bakterienkulturen angelegt werden. Durch bestimmte Schnelltests kann das Labor bereits nach einem Tag die Verdachtsdiagnose bestärken, während die genaueren Ergebnisse der Kultur zwei bis drei Tage auf sich warten lassen können. Besteht der Verdacht auf eine systemische Erkrankung, also eine Bakteriämie, nimmt der Arzt eine Blutprobe ab, die ebenfalls für die Erstellung einer Bakterienkultur gedacht ist.
 
Für die Diagnostik eines Typhus verzichtet der Mediziner meist auf eine Stuhlprobe, da die meisten Typhus-Erkrankten erst in der zweiten oder dritten Krankheitswoche Salmonellen mit dem Stuhl ausscheiden. Hierbei bevorzugt der Arzt Proben aus dem Blut, Knochenmark, Urin und Dünndarmsekret. Im Blut können sich Antikörper gegen die bestimmte Salmonellenart befinden, außerdem spiegeln Entzündungsparameter wie das C-reaktive Protein (CRP) die individuelle Situation wider.
 

Wie wird eine Salmonellenvergiftung behandelt?

Obwohl es Antibiotika gibt, die gegen die Enteritis auslösenden Salmonellen wirksam sind, verschreibt sie der Arzt nur äußerst selten. Denn bei immungesunden Menschen heilt die Salmonellose meist unbehandelt schneller aus als mit einer Antibiotikagabe. Wichtig ist hierbei nur, dass die betroffene Person genügend Flüssigkeit und Elektrolyte zu sich nimmt, um dem Wasserverlust durch den Durchfall und das Erbrechen entgegenzuwirken. Bei bestehender Dehydrierung führt der Arzt eine intravenöse Flüssigkeitsgabe mithilfe einer Infusion durch.
 
Bei komplexeren Verläufen, die eine systemische Erkrankung mit sich ziehen, bei Kindern im ersten Lebensjahr, älteren Erkrankten und Immungeschwächten finden antibiotische Medikamente durchaus ihren Einsatz. Da allerdings Resistenzen in Salmonellenstämmen gegen gewisse Therapeutika keine Seltenheit darstellen, sollte das Labor im Zuge der Kulturentwicklung gleichzeitig Antibiotikaresistenzen austesten. Die Ergebnisse dieser Tests helfen dem behandelnden Arzt bei der Wahl zwischen Cephalosporinen, Ampicillin, Fluorchinolone oder anderen bakterientötenden Mitteln.
 
Die gleichen Antibiotika finden ihren Einsatz in der Typhus-Therapie, jedoch behandelt der Arzt hierbei jeden Betroffenen, unabhängig von der Schwere des Verlaufs.
 

Was muss ich bei einer Salmonellose beachten?

Das Wichtigste bei jeder Durchfallerkrankung ist eine ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat hierfür eine Anleitung für die optimale Trinklösung veröffentlicht, die durch eine Mischung aus Wasser, Orangensaft, Salz und Zucker die optimale Rehydrierung ermöglicht. Die Trinkmenge ist vom individuellen Körpergewicht abhängig, als Faustregel gelten 40 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht in 24 Stunden. Somit sollte beispielsweise eine 75 kg schwere Person drei Liter pro Tag zu sich nehmen.
 
Weiters zu beachten sind die erhöhten Hygienemaßnahmen. Arbeitet ein Betroffener im Bereich der Lebensmittelverarbeitung, einem Restaurant oder Ähnliches, sollte er für die Zeit der Erkrankung und mindestens ein Monat nach Abklingen der Symptome keinen direkten Kontakt mit Nahrungsmitteln haben, da die Gefahr besteht, andere Menschen durch kontaminierte Speisen zu infizieren. Außerdem trägt eine besonders gründliche Handhygiene ihren Teil zur Ansteckungsvermeidung bei. Sowohl ordentliches Händewaschen nach dem WC-Gang, als auch die Händedesinfektion sind essenziell in der Unterbrechung einer Ansteckungskette.

Achte auf qualitativ hochwertiges Essen und darauf, dass beispielsweise Hühnerfleisch gut durchgebraten ist.

Wie ist die Prognose bei einer Salmonellenvergiftung?

Die Prognose einer Salmonellen-Enteritis korreliert stark mit bestimmten Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand und medizinischer Betreuung. Während eine Lebensmittelvergiftung mit besagten Bakterien für einen gesunden Erwachsenen keine große Gefahr darstellt, besteht bei Immungeschwächten eine Sterblichkeitsrate von circa fünf Prozent. Dementsprechend individuell ist die Prognose zu stellen.
 
Beim Typhus hingegen beträgt die Mortalitätsrate ohne Behandlung 15 bis 20 Prozent, adäquate Therapiemaßnahmen verringern dieses Risiko jedoch auf unter einem Prozent.
 

Welche Komplikationen können bei einer Salmonellenvergiftung auftreten?

Die häufigste Komplikation stellt die bereits erwähnte Dehydrierung dar, die besonders bei alten Menschen und Kindern vorkommt. Da Durchfall und Erbrechen dem Körper wichtige Elektrolyte und Flüssigkeit entziehen, gerät der Wasserhaushalt des Körpers ins Schwanken. Diese Komplikation ist durch adäquate Flüssigkeitssubstitution meist auch ohne ärztliche Unterstützung vermeidbar. Bei schweren Fällen, vor allem bei Risikogruppen, muss jedoch oftmals ein Arzt den Flüssigkeitshaushalt mithilfe einer Infusionsgabe normalisieren.
 
Eine recht seltene Komplikation bei der Salmonellen-Enteritis ist die Bakteriämie. Diese tritt fast ausschließlich bei immunsupprimierten Patienten, wie beispielsweise HIV-positiven oder krebskranken Personen, auf. Dabei wandern die Bakterien über die Blutbahn aus dem Darm in weiter entfernte Organe und können dort zu lokalen Infektionen oder Abszessen mit Eiteransammlungen führen. Besonders angreifbar sind Implantate, wie künstliche Herzklappen, Stents oder Gelenkprothesen. Doch auch Knochen, Harnwege oder die Lunge sind häufig betroffen.
 
Stellt der Arzt eine systemische Salmonellen-Erkrankung fest, verschreibt er Antibiotika für ungefähr zwei Wochen. Lassen sich Abszesse oder Infektionen von Gefäßen feststellen, ist ein operativer Eingriff in Erwägung zu ziehen. Während die Bakteriämie bei einer Enteritis sehr selten ist, besteht bei einer Typhus-Erkrankung ein höheres Risiko.
 
Bei ungefähr zehn bis dreißig Prozent aller Erwachsenen kann sich eine reaktive Arthritis entwickeln. Die Betroffenen klagen dabei über Schmerzen und Schwellungen in Gelenken, an der Hüfte oder der Achillessehne. Bei den meisten Patienten klingen die Symptome jedoch nach einigen Monaten von selbst ab.
 
Der Typhus birgt die Gefahr einer Darmperforation, da die Salmonellen gewisse Ansammlungen von Lymphfollikeln im Dünndarm (Peyer-Plaques) zerstören können. Dies kann einerseits zu Blutungen und andererseits zu dem gefürchteten Darmdurchbruch führen. Nachdem die Sterblichkeit bei einer Darmperforation sehr hoch ist, stellt dies die wohl schwerwiegendste Komplikation einer Salmonellen-Erkrankung dar.
 

Wie kann ich mich vor Salmonellen schützen?

Um sich vor Salmonellen schützen zu können, sind besondere Vorsichts- und Hygienemaßnahmen in der Küche zu beachten. Nachdem Salmonellen sehr hartnäckige Bakterien sind und sich in einem Temperaturspektrum von zehn bis 47 Grad Celsius vermehren können, ist bereits bei der Lieferung und dem Heimtransport auf eine nicht unterbrochene Kühlkette zu achten.
 
Im Unterschied zu einigen anderen Bakterien tötet das Einfrieren Salmonellen nicht ab, weswegen auch beispielsweise das Auftauwasser von Hühnerfleisch unbedingt kontaminationsfrei ausgeleert werden muss. Das Erhitzen von rohem Fleisch sollte bei über 70 Grad Celsius für mehrere Minuten stattfinden, da die Bakterien erst bei diesen Temperaturen absterben. Auch die Lagerung von rohem Fleisch, Meerestieren und Eiern spielt eine wichtige Rolle in der Salmonellenprävention.
 
Bei den Temperaturen im Kühlschrank vermehren sich die Bakterien nur mehr langsam bis gar nicht, weshalb dies die beste Lagerungsmöglichkeit darstellt. Weiters sollten keine anderen Lebensmittel beispielsweise mit Eierschalen in Berührung stehen, um eine Kontamination zu vermeiden.
 
Außerdem ist die Hygiene bei den verwendeten Küchenutensilien eine wichtige Präventionsmaßnahme. Küchenbretter, Messer oder andere Geräte, die in der Verarbeitung des rohen Fleisches Gebrauch finden, sollte der Koch vor der Zubereitung von anderen Lebensmitteln mit heißem Wasser gründlichst reinigen. Ebenso sollten die Hände nach dem Hantieren mit rohen Eiern oder Fleisch mit sehr warmem Wasser und Seife gewaschen werden.
 
Ordentliche Handhygiene verringert grundsätzlich die Infektionsgefahr, da in seltenen Fällen auch Schmierinfektionen mit Enteritis-Salmonellen stattfinden können. Besonders nach dem Toilettengang und vor dem Kochen ist Händewaschen unumgänglich.
 
Bei der Haustierhaltung sind ebenfalls gewisse Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, insbesondere bei Reptilien. Denn ungefähr 90 Prozent aller in den USA gehaltenen Reptilien sind Träger der Salmonellen-Keime, ohne selbst Symptome zu zeigen. Besonders kritisch ist Reptilienhaltung bei Risikogruppen zu sehen. Daher sollten Babys und Kleinkinder keinen engen Kontakt mit den jeweiligen Haustieren pflegen und vor allem nicht mit deren Exkrementen in Berührung kommen.

Salmonellen werden oft auch über den Verzehr von Eiern übertragen.

Was sind Salmonellen-Dauerausscheider?

Als Salmonellen-Dauerausscheider bezeichnet der Mediziner Personen, die ein Jahr nach der Salmonellen-Infektion weiterhin infektiös sind. Dieses Phänomen findet sich häufiger bei Typhus-Erkrankten, jedoch können auch Salmonellen-Enteritiden eine länger dauernde Bakterien-Ausscheidung hervorrufen. Entdeckt der Arzt einen Patienten, der lange nach der initialen Infektion Bakterien nachweist, muss er diesen in jedem Falle behandeln. Nachdem Gallen– oder Nierensteine einen vorbelasteten Faktor darstellen, sucht der Arzt bei einem Dauerausscheider zuerst nach diesen Erkrankungen und behandelt diese. Schließlich verordnet er eine Antibiotika-Therapie für zwei bis vier Wochen.
 

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung einer Salmonellenvergiftung?

Sowohl stationäre als auch ambulante Behandlungen zahlt grundsätzlich die Krankenkasse. Nachdem meist keine ärztliche Betreuung notwendig ist beziehungsweise in schlimmeren Fällen ausschließlich eine intravenöse Flüssigkeitsgabe Einsatz findet, sind die Kosten einer Salmonellen-Infektion äußerst niedrig. Muss der Erkrankte jedoch Antibiotika einnehmen, kann ein Selbstbehalt für die Medikamente zwischen fünf und zehn Euro anfallen. Um genauere Informationen zu erhalten, ist es immer ratsam, mit der eigenen Krankenversicherung in Kontakt zu treten.


Dauer Dauer

Ca. 4 Tage

Ausfallzeit Ausfallzeit

Einige Tage

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Das Wichtigste zusammengefasst

Salmonellen können sowohl eine Magen-Darm-Erkrankung als auch Typhus verursachen. In unseren Breitengraden ist letzterer zur Seltenheit geworden, während die Enteritis durch Salmonellen die zweithäufigste Form einer Lebensmittelvergiftung darstellt.


Erkrankte leiden fünf bis 72 Stunden nach der Infektion unter plötzlich auftretenden Durchfällen, oft begleitet von Bauchkrämpfen, Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. In den meisten Fällen klingen die Symptome nach ein bis vier Tagen ab.


Während die Salmonellose bei einem gesunden Erwachsenen keine große Gefahr darstellt, können vor allem kleine Kinder, ältere Menschen oder Immungeschwächte mit Komplikationen zu kämpfen haben. Die häufigste stellt hierbei die Dehydrierung durch zu starken Flüssigkeits- und Elektrolytverlust dar.


Bei einem klassischen Verlauf bedarf es keiner Therapie. Solange der Betroffene ausreichend trinkt, ist meist keine ärztliche Unterstützung notwendig. Zeigt ein Patient jedoch Zeichen einer Dehydrierung, dauert der Durchfall länger als drei Tage an oder klagt der Erkrankte über starke Schmerzen, sollte er einen Arzt aufsuchen.

Dr. Benjamin Gehl

Dr. Simone Hermanns

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