Rippenfellentzündung (Pleuritis)

Die Rippenfellentzündung ist eine Folge bestimmter Erkrankungen und ist nicht ansteckend. Eine Pleuritis steht meist im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen, wie zum Beispiel einer Lungenentzündung, einer rheumatischen Erkrankung oder einer Autoimmunerkrankung. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es wichtig, den Auslöser zu kennen und auch diesen zu behandeln. Eine Pleuritis führt zu atemabhängigen Brustschmerzen, Atemnot, sowie Fieber und Husten.


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Zuletzt aktualisiert: 23. Juni, 2020



ICD-10-GM-2020 R09.1

Was versteht die Medizin unter einer Rippenfellentzündung?

Als Brustfell oder Pleura bezeichnet die Medizin eine dünne Haut, die die Lungenoberfläche und die Innenseite des Brustkorbs bedeckt. Jener Teil, der die Brustwand umspannt ist das Rippenfell. Der Pleuraspalt verbindet das Brustfell mit dem Rippenfell.
 
Von einer Pleuritis ist im Normalfall dieser Spalt betroffen und nicht die Pleurahäute selbst. Es gibt zwei verschiedene Arten von Pleuritis. Eine trockene und eine feuchte Form. Von einer Pleuritis ist häufig nur eine Körperseite betroffen, da die Lungenflügel durch das Mediastinum, den Mittelfellraum, voneinander getrennt sind.

Mediziner unterscheiden zwischen einer feuchten und einer trockenen Rippenfellentzündung.

Wo liegt das Brust-, Rippen- oder Lungenfell und was sind seine Funktionen?

Eine dünne Hautschicht, die Pleura oder das Brustfell, bedeckt die Lungenoberfläche und die Innenseite des Brustkorbs. Jener Anteil über der Lungenoberfläche ist das Lungenfell, jener über der Brustwand das Rippenfell. Lungenfell und Rippenfell sind über eine Umschlagfalte verbunden. Der Zwischenraum zwischen den beiden Fellen ist der Pleuraspalt. Beim Atmen bewegen sich die Häute mit der Lunge mit. Im Pleuraspalt entsteht ein Unterdruck. Dadurch wird das Lungenfell „mitgezogen“ und das Rippenfell folgt dieser Bewegung. Dieser Unterdruck ist notwendig, damit die Lunge die Atemluft einsaugen kann.

Wie kann eine Rippenfellentzündung unterteilt werden?

Abhängig davon, ob sich im Pleuraspalt, der das Rippen- und das Lungenfell miteinander verbindet, eine Flüssigkeit gebildet hat oder nicht, unterscheidet die Medizin zwei Formen der Pleuritis.
 
Bei der trockenen Rippenfellentzündung, der Pleuritis sicca, hat sich keine Flüssigkeit im Pleuraspalt angesammelt. Aus dem Blutgerinnungseiweiß Fibrin können sich aber Fäden bilden, die die Reibung des Brustfells verstärkt. Die trockene Pleuritis führt im weiteren Verlauf meist zu einer feuchten Pleuritis.
 
Die feuchte Rippenfellentzündung, die Pleuritis exsudativa, geht mit einer Ansammlung von Flüssigkeit zwischen dem Rippen- und dem Lungenfell einher, man spricht auch von einem Pleuraerguss.

Was sind die Symptome einer trockenen Rippenfellentzündung?

Je nachdem, ob es sich um eine trockene oder eine feuchte Rippenfellentzündung handelt, unterscheiden sich die Symptome. Bei einer trockenen Pleuritis verursacht die Reibung, die durch die Atmung entsteht, starke, stechende Brustschmerzen. Die Schmerzen treten oft nur einseitig auf und können bis in die Schulter ausstrahlen. Außerdem ändern sich die Schmerzen mit der Art der Atmung. Je tiefer der Patient einatmet, umso stärker werden die Schmerzen. Betroffene entwickeln daher häufig eine sehr flache Atmung oder gehen in eine Schonhaltung, um die betroffene Körperseite zu entlasten.
 
Die trockene Pleuritis geht oft mit Husten einher und erzeugt ein knarrendes oder reibendes Geräusch beim Atmen. Die Rippenfellentzündung kann sich auf das Zwerchfell ausbreiten, was zu vermehrtem Auftreten von Schluckauf führt.

Was sind die Symptome einer feuchten Rippenfellentzündung?

Sammelt sich Flüssigkeit (Pleuraerguss) im Pleuraspalt an, handelt es sich um eine feuchte Rippenfellentzündung. Schmerzen oder Geräusche beim Atmen sind bei dieser Form der Pleuritis eher selten, denn durch die Flüssigkeitsansammlung entsteht keine Reibung.
 
Eine feuchte Rippenfellentzündung verläuft aber keinesfalls ohne Beschwerden. Typische Anzeichen sind eine erschwerte Atmung oder gar Atemnot. Die Symptome sind abhängig von der Menge der angesammelten Flüssigkeit. Der Pleuraerguss drückt die Lungenflügel zusammen und kann daher die Atmung beeinträchtigen.
 
Oft geht eine trockene einer feuchten Rippenfellentzündung voran. Aufgrund der Entzündung tritt Flüssigkeit aus und sammelt sich im Pleuraspalt an. Wenn die Flüssigkeit eitrig ist, handelt es sich um ein Pleuraempyem. Besteht sie überwiegend aus Blut, ist es eine hämorrhagische Pleuritis.
 
Ursachen dafür, dass sich aus einer trockenen eine feuchte Rippenfellentzündung entwickelt können eine Linksherzschwäche, eine Lungenentzündung, eine Lungenembolie oder bösartige Tumoren sein.

Atemprobleme, Schmerzen in der Brust und Husten sind häufige Symptome einer Pleuritis.

Welche Vorerkrankungen können die Symptome einer Pleuritis beeinflussen?

Je nachdem, welche Erkrankung der Auslöser der Rippenfellentzündung ist, unterscheiden sich auch die Symptome. Liegt der Pleuritis eine Lungenentzündung zugrunde sind Fieber, Husten und Schüttelfrost keine Seltenheit.
 
Ist eine Coxsackie-B-Virusinfektion der Auslöser kommt es häufig neben Atembeschwerden zu krampfartigen Schmerzen im Brustkorb und im Oberbauch. Zu ähnlichen Schmerzen kommt es auch, wenn eine Pankreatitis, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung besteht.
 
Bei einer Tuberkulose als Vorerkrankung kommt es ebenfalls zu Husten, sowie zu Abgeschlagenheit und Nachtschweiß. Die Symptome eines Tumors des Rippenfells, also einem Pleuramesotheliom, sind im fortgeschrittenen Stadium jeden einer Rippenfellentzündung ähnlich.

Welche Ursachen hat eine Rippenfellentzündung?

Eine Rippenfellentzündung steht immer im Zusammenhang mit einer anderen Grunderkrankung. Das kann beispielsweise eine bakterielle Infektion wie eine Lungenentzündung oder Tuberkulose sein, eine Virusinfektion wie Grippe oder Herpes oder eine Infektion mit Pilzen oder Parasiten.
 
Bei einer Lungenentzündung kann die Entzündung leicht von der Lunge auf das Brustfell übergehen. Bei einem Befall mit Viren, zum Beispiel Coxsackie-B-Viren, kann es dazu kommen, dass das Brustfell beschädigt wird, was dann die Symptome einer Rippenfellentzündung auslöst.
 
Weitere mögliche Vorerkrankungen sind ein Lungeninfarkt oder eine Lungenembolie, eine Operation im Brustbereich oder am Herzen wie eine Bypass-OP, ein Rippenbruch oder eine andere Verletzung.
 
Aber auch Erkrankungen, die nicht direkt im Zusammenhang mit der Lunge stehen können eine Rippenfellentzündung begünstigen. Dazu zählen Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, ein Abszess in den Nieren oder der Leber, Harnstoffvergiftung, rheumatische Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen, sowie die Einnahme bestimmter Medikamente.
 
In seltenen Fällen steht eine Pleuritis auch im Zusammenhang mit einem Tumor in der Lunge oder im Rippenfell. Ein solcher Tumor kann entweder im Brustfell entstehen (Pleurakarzinose). Zu möglichen anderen Krebserkrankungen, die zu einer Rippenfellentzündung führen können, zählen Lungen-, sowie Brustkrebs.

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Rippenfellentzündung?

Eine Rippenfellentzündung steht oft im Zusammenhang mit einer Infektion oder einer anderen Erkrankung der Atemwege. Deshalb ist es wichtig, in diesem Fall ehest möglich zum Arzt zu gehen, um zu verhindern, dass sich eine Rippenfellentzündung entwickelt.

Wie ist der Krankheitsverlauf bei einer Pleuritis?

In den meisten Fällen heilt eine Rippenfellentzündung ohne Folgen aus. Erfolgt die Behandlung nicht rechtzeitig, kann es zu Verwachsungen zwischen dem Rippenfell und dem Lungenfell kommen. Der Brustkorb kann sich dadurch nicht mehr frei bewegen, somit ist die Atmung stark eingeschränkt. Der Verlauf einer Pleuritis, ist aber auch von der zugrunde liegenden Erkrankung abhängig.

Eine Pleuritis entsteht meistens als Folge von anderen Erkrankungen.

Wann sollte ich mit einer Rippenfellentzündung zum Arzt gehen?

Wenn Du vermutest, an einer Rippenfellentzündung erkrankt zu sein, solltest Du möglichst rasch zum Arzt gehen. Umso früher eine Behandlung erfolgt, umso besser ist die Prognose. Erfolgt die Behandlung zu spät, kann das die Atmung dauerhaft beeinträchtigen.

Wie diagnostiziert der Arzt eine Rippenfellentzündung?

Zu Beginn der Untersuchung steht ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt (Anamnese). Dabei klärt er Fragen zur Art der Beschwerden sowie möglichen Grunderkrankungen. Danach folgt eine körperliche Untersuchung durch Abklopfen und Abhorchen des Brustkorbs mit einem Stethoskop. Eine trockene Rippenfellentzündung verursacht aufgrund der Reibung des Brustfells typische Atemgeräusche. Bei einer feuchten Pleuritis ist dieses Geräusch nicht zu hören, allerdings hört sich das Geräusch, das beim Abklopfen entsteht, dumpfer an.
 
Um eine eindeutige Diagnose stellen zu können, sind weitere bildgebende Verfahren notwendig. Dafür fertigt der Arzt eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs an und führt eine Ultraschalluntersuchung durch. Ist nach diesen Untersuchungen keine eindeutige Diagnose möglich, kann der Arzt auch noch eine Computertomographie durchführen.
 
Je nach zugrunde liegender Erkrankung stehen auch noch andere Untersuchungen zur Verfügung. Mithilfe einer Blutuntersuchung verschafft sich der Arzt einen Überblick über das Stadium der Entzündungsprozesse. Auch den Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung kann er so abklären.
 
In manchen Fällen erfolgt eine Analyse der Flüssigkeit im Pleuraspalt. Dafür entnimmt der Arzt mit einer dünnen Hohlnadel eine Probe der Flüssigkeitsansammlung, dem Pleuraerguss. Anschließend erfolgt eine laboranalytische Untersuchung, um das Vorkommen von Blut, Krankheitserregern oder Tumorzellen abzuklären.
 
Manchmal ist auch eine Thorakoskopie, eine Spiegelung des Brustkorbs, notwendig. Sie ermöglicht es dem Arzt, die Pleurahöhle von innen zu betrachten.

Wie wird eine Rippenfellentzündung behandelt?

Teil der Behandlung einer Rippenfellentzündung ist immer auch die Behandlung der Grunderkrankung. Sind Bakterien der Auslöser, verabreicht der Arzt Antibiotika. Je nach Symptomen kommen auch fiebersenkende Medikamente und Schmerzmittel zum Einsatz. Sind hingegen Viren der Auslöser, können nur die Symptome gelindert werden. Atemgymnastik kann dazu beitragen, die Atemmuskulatur und die Atemleistung zu stärken, und hält die Lunge in Bewegung.
 
Bei einer feuchten Pleuritis ist es manchmal nötig, den Pleuraerguss zu entfernen. Das erfolgt im Rahmen einer Thoraxdrainage. Dafür führt der Arzt über eine kleine Öffnung in der Brustwand einen dünnen Schlauch in den Pleuraspalt ein, um den Erguss abzusaugen. Zusätzlich kann der Arzt die Pleurahöhle ausspülen. Dieses Verfahren ist allerdings nur nötig, wenn der Pleuraerguss so groß ist, dass er beispielsweise Atemnot verursacht.

Was kann ich selbst bei einer Rippenfellentzündung tun?

Hast Du den Verdacht, an einer Rippenfellentzündung erkrankt zu sein, solltest Du möglichst rasch einen Arzt aufsuchen, um Folgeschäden zu vermeiden.
 
Oft geht eine Rippenfellentzündung mit Husten einher, was Schmerzen verursacht. Mit einer Reihe von pflanzlichen Mitteln kannst Du diesen lindern. Vor allem Medikamente mit Extrakten aus Spitzwegerich oder Thymian bieten sich an. Ebenso verschafft Lindenblütentee bei trockenem Husten Linderung.
 
Auch warme Brustwickel sind eine gutes Hilfsmittel. Tauche dafür ein Tuch aus Flanell oder weicher Baumwolle in warmes Wasser und drücke es gut aus. Anschließend wickelst Du es mithilfe eines weiteren Tuchs um Deine Brust. Der Brustwickel sollte von der Achselhöhle bis zu den Rippenenden reichen. Alternativ kannst Du auch eine Wärmflasche auf den Brustkorb auflegen.

Ein starkes Immunsystem ist die beste Möglichkeit, einer Rippenfellentzündung vorzubeugen.

Wie ist die Prognose bei einer Pleuritis?

Dauer und Prognose hängen davon ab, wie schnell und erfolgreich eine Pleuritis behandelt wird. Vor allem bei jungen Patienten ist die Prognose gut.
 
Erfolgt keine Behandlung, können das Lungenfell und das Rippenfell narbig miteinander verwachsen. In besonders extremen Fällen kann es an diesen Stellen auch zu Verkalkungen kommen. Eine dauerhaft eingeschränkte Atmung ist die Folge.

Kann ich einer Rippenfellentzündung vorbeugen?

Wenn Du an einer Atemwegsinfektion leidest, solltest Du möglichst rasch zum Arzt gehen, daraus kann sich nämlich sonst eine Rippenfellentzündung entwickeln. Wichtig ist es, dass Du Dein Immunsystem stärkst und auf Deine Gesundheit achtest.

Wie viel kostet die Behandlung einer Rippenfellentzündung?

Die Kosten der Behandlung sind abhängig von der bestehenden Grunderkrankung sowie dem Schweregrad der Rippenfellentzündung.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Rippenfellentzündung?

Die Krankenkasse übernimmt zumindest einen Teil der Kosten für die Behandlung einer Rippenfellentzündung. Manche Krankenkassen verrechnen einen Selbstbehalt. Genauere Infos erhältst Du direkt bei Deinem behandelnden Arzt oder Deiner Krankenkasse.


Dauer Dauer

Je nach Krankheitsverlauf

Ausfallzeit Ausfallzeit

-

Stationärer Aufenthalt Stationär

-

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Rippenfellentzündung ist nicht ansteckend, sondern tritt als Folge einer anderen Erkrankung der Atemwege, wie z.B. einer Lungenentzündung oder einer Bronchitis, auf


Je nachdem, ob es im Pleuraspalt zu einer Flüssigkeitsansammlung kommt, unterscheidet die Medizin zwischen der trockenen und der feuchten Pleuritis


Zu den typischen Symptomen gehören Schmerzen in der Brust und Atemprobleme


Es ist wichtig, eine Rippenfellentzündung und die Grunderkrankung möglichst rasch zu behandeln, da es sonst zu einer dauerhaften Beeinträchtigung der Atmung kommen kann

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