Panikattacke (Panikstörung)

Die Panikattacke gehört gemeinsam mit anderen Angststörungen zu den häufigsten psychischen Krankheiten. Im Durchschnitt erlebt jeder Fünfte mindestens einmal im Leben solch eine Angstattacke. Die durch bestimmte Erlebnisse oder körperliche Veränderungen plötzlich ausgelöste Angst lässt sich nicht unterdrücken und wird immer intensiver. Die körperlichen Empfindungen können so stark werden, dass der Betroffene Angst hat, zu sterben.


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Medizinische Expertin

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Online-Redaktion

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Zuletzt aktualisiert: 30. September, 2020



ICD-10-GM-2020 F41.-F48.

Was versteht die Medizin unter einer Panikattacke?

Eine Panikattacke ist eine Phase intensiver Angst oder Furcht, die ganz plötzlich einsetzt und von körperlichen und/oder emotionalen Symptomen begleitet ist. Sie erreicht innerhalb von zehn Minuten ihr Maximum und flacht dann zunehmend ab. Panikattacken und in weiterer Folge Panikstörungen bilden zusammen mit der generalisierten Angststörung, sowie verschiedenen Phobien die Untergruppen der Angststörung.
 
Eine Panikattacke ist eine Phase intensiver Angst oder Furcht, die ganz plötzlich einsetzt und von körperlichen und/oder emotionalen Symptomen begleitet ist
 

Welche Panik ist normal und wann geht es in eine Panikattacke über?

Kein Mensch ist angst- oder panikfrei. Im Grunde betrachtet sind Alarmreaktionen gesund, denn diese haben evolutionär gesehen das Überleben der Menschen gesichert. Diese Reaktion soll Dich auf Gefahr aufmerksam machen und Dir zur Flucht oder zum Kampf verhelfen, je nachdem, wie Du die Gefahrensituation einschätzt. Ist die Angst nicht zu stark ausgeprägt, kann sie sogar als Motivator dienen und Deine Leistung verstärken, was zum Beispiel bei einer wichtigen Prüfung hilfreich sein kann. Ein Zuviel an Angst kann Dich jedoch am Denken hindern und Deine Konzentration stören oder sogar eine völlige Blockade verursachen.  Ein Panikgefühl kann also hilfreich oder blockierend sein, es kommt auf das Ausmaß an. Wenn jegliches rationales Denken aussetzt und ein zielgerichtetes Handeln nicht mehr möglich ist, spricht man von einer Panikattacke. In dieser Phase besteht nur noch der Wunsch nach Flucht. Wenn dies nicht möglich ist, verstärkt sich das Panikgefühl noch.

Wie sehen die Symptome einer Panikattacke aus?

Eine Panikattacke zeigt sich durch eine Vielzahl verschiedener Symptome, die sich von Mensch zu Mensch unterscheiden können. Zu den häufigsten Symptomen zählen Herzrasen, Zittern, Atemnot, Schweißausbrüche, Schwindel, Angst vor Kontrollverlust, Todesangst, Gefühlsstörungen und ein Engegefühl in der Brust. Viele Betroffene nehmen ihren Herzschlag intensiv und unangenehm war, haben das Gefühl zu ersticken und Erleben Hitzewallungen und/oder Kälteschauer. Betroffene berichten außerdem über das Empfinden, dass die Situation und die Umgebung nicht real sind (Derealisation) oder das Gefühl, nicht sie selbst zu sein oder als Geist über dem Körper zu schweben (Depersonalisation). Auch Übelkeit und andere Magen-Darm-Beschwerden sowie Taubheitsgefühle oder ein Kribbeln in bestimmten Körperteilen können Symptome einer Panikattacke sein. Obwohl Panikattacken Symptome hervorrufen, die lebenswichtige Organe wie das Herz einschließen, sind sie ungefährlich für den menschlichen Körper.

Was ist unter einer Panikstörung zu verstehen?

Eine Panikstörung kennzeichnet sich durch wiederholt auftretende Panikattacken und die dadurch entstehende Angst vor dem erneuten Auftreten einer Attacke oder die Angst vor einer schweren Erkrankung, wie zum Beispiel einem Herzinfarkt oder einer Lungenembolie. Durch die extreme Reaktion des Körpers während wiederkehrender Panikattacken glauben Menschen mit Panikstörung, sie hätten eine noch nicht diagnostizierte Krankheit und lassen sich immer wieder medizinisch untersuchen, ohne zu wissen, dass der Auslöser der Attacken die Psyche ist.
 
Eine Panikstörung wird oft mit Verhaltensänderungen begleitet, die darauf abzielen, Situationen und Orte zu vermeiden, die einen Anfall auslösen könnten. Außerdem meiden Betroffene häufig sportliche Aktivitäten, da diese die Herzfrequenz erhöhen und ihnen diese körperliche Reaktion Angst macht. In schweren Fällen können Betroffene ihr gewohntes, sicheres Umfeld nicht mehr verlassen und sind an ihr Haus oder ihre Wohnung gebunden.
 
Die Medizin unterscheidet die Panikstörung mit Agoraphobie und die Panikstörung ohne Agoraphobie. Eine Agoraphobie ist die Angst vor öffentlichen Plätzen und großen Menschenmengen, oft verbunden mit der Angst davor, allein oder weit wegzureisen. Kennzeichnend ist hierbei die Angst vor Situationen, in denen eine plötzliche Flucht unmöglich oder peinlich wäre und keine Hilfe zur Verfügung steht.

Wie ist der Verlauf einer Panikattacke?

Panikattacken können ganz plötzlich und zu jeder Tageszeit auftreten. Betroffene werden plötzlich von den bereits beschriebenen körperlichen Empfindungen und Symptomen überwältigt. Solche Attacken können entweder durch ein Erlebnis ausgelöst werden oder kommen scheinbar aus dem Nichts. In den ersten zehn Minuten verschlimmern sich die Symptome normalerweise, danach flauen sie immer mehr ab.
 
Die durchschnittliche Dauer einer Panikattacke beträgt ungefähr eine halbe Stunde. Eine leichte Panikattacke kann auch schon innerhalb weniger Minuten wieder vorbei sein. Während manche Betroffene nur alle paar Monate eine Panikattacke erleiden, treten diese bei anderen Patienten mehrmals täglich und oft sogar mehrere Stunden hintereinander auf. Nach dem Abklingen der Attacke fühlen sich Betroffene oft erschöpft und schläfrig.

Was ist die Ursache einer Panikattacke?

Panikattacken gehen oft belastende Lebenssituationen voraus, wie beispielsweise der Tod eines nahestehenden Menschen oder eine Scheidung. Auch Umzüge oder Entlassungen gelten als Auslöser für Angstattacken. Die Betroffenen stehen hier meist unter extremer Anspannung, die sie selbst oder andere gar nicht wahrnehmen. Oft treten Panikattacken auch im Rahmen körperlicher Erkrankungen auf, wie beispielsweise Herzrhythmusstörungen oder Schilddrüsenfunktionsstörungen.
 
Die durchschnittliche Dauer einer Panikattacke beträgt ungefähr eine halbe Stunde. Eine leichte Panikattacke kann auch schon innerhalb weniger Minuten wieder vorbei sein
 
Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Zwangsstörungen können Panikattacken mit sich bringen. Bei Menschen mit Phobien können Attacken auftreten, wenn sie mit ihrer Angst konfrontiert werden. Menschen mit Höhenangst können beispielsweise eine Panikattacke bei einer Gondelfahrt oder bei der Aussicht auf einen tiefen Abgrund bekommen. Auch wer emotional vernachlässigt wurde und wenig Geborgenheit erlebt hat, ist anfälliger für Angsterkrankungen. Wiederkehrender Stress und schwierige Lebenssituation, in denen Du Dich allein fühlst, können ebenfalls ein Auslöser sein. Manche Panikattacken treten jedoch auch ohne ersichtlichen Grund auf, manchmal sogar nachts, sodass Betroffene davon aufwachen.

Welche Arten der Angststörungen gibt es?

Unter dem Begriff der Angststörung sind Panikattacken, sowie Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie, die generalisierte Angststörung, die soziale Phobie und sonstige spezifische Phobien, wie beispielsweise Klaustrophobie oder die Angst vor dem Erbrechen (Emetophobie) zusammengefasst. Die generalisierte Angststörung kennzeichnet sich durch anhaltende Sorgen oder Ängste, die viele Lebensbereiche erfassen und bei Betroffenen das ständige Gefühl einer nahenden Katastrophe auslösen.
 
Angstsymptome treten nicht wie bei einer Panikattacke ganz plötzlich auf, sondern einzeln und über den Tag verteilt. Die soziale Phobie ist eine extreme Form der Schüchternheit. Betroffene haben Angst vor Situationen, in denen sie sich von Mitmenschen beobachtet oder kritisiert fühlen. Bei spezifischen Phobien wird die Angst durch spezielle Situationen oder Objekte hervorgerufen, die in der Regel jedoch harmlos sind. Oft wissen Betroffene, dass sie überreagieren und schämen sich dafür, können jedoch einfach nicht aus ihrer Haut.

Wer ist am häufigsten von einer Panikattacke oder Panikstörung betroffen?

Panikattacken treten relativ häufig auf. Ungefähr 22 Prozent aller Menschen erleiden mindestens einmal in ihrem Leben eine Angstattacke. Die Wahrscheinlichkeit, eine Panikstörung zu entwickeln ist jedoch deutlich geringer. Dies kommt nur etwa bei sechs Prozent aller Frauen und zwei Prozent aller Männer vor. Obwohl Panikstörungen in jedem Alter auftreten können, sind sie bei Kindern oder älteren Menschen eher selten.
 
Panikstörungen entwickeln sich meist um das 20. Lebensjahr und treten oft mehrmals innerhalb einer Familie auf. Mediziner vermuten, dass diese Erkrankung sowohl genetisch vererbt als auch durch bestimmte Lebensumstände hervorgerufen werden kann. Menschen, die unter einer Panikstörung leiden, haben meist schon vor dieser Erkrankung körperliche Signale sensibler wahrgenommen als andere Personen. Schon kleine körperliche Veränderungen, wie ein beschleunigter Herzschlag nach körperlicher Betätigung, lösen bei den Betroffenen Angst aus.
 
Es kommt auch auf die Persönlichkeitsstruktur eines Menschen an, wie anfällig er für Panikattacken und Panikstörungen ist. Hast Du Vertrauen in Dein Leben, Deinen Körper und Dich selbst, kannst Du gut mit Stress und Deinen Ängsten umgehen und bist Du relativ selbstständig und selbstbewusst, ist die Wahrscheinlichkeit für wiederkehrende Panikattacken geringer.

Welche Folgen kann die Panikattacke für die Betroffenen haben?

Auch wenn die Symptome einer Panikattacke für den Betroffenen und für Beobachter extrem erscheinen, ist die Attacke an sich völlig harmlos. Nach der abgeklungenen Angstattacke beruhigt sich Dein Körper von selbst wieder und es bleiben keine Schäden an den beteiligten Organen oder Körperteilen zurück. Eine Panikattacke hat also keine körperlichen Folgen für Betroffene.

Wann sollte man bei einer Panikattacke einen Arzt aufsuchen?

Panikattacken erfordern in der Regel keinen Arztbesuch, da die Symptome innerhalb weniger Minuten von selbst zurückgehen und die körperliche Gesundheit nicht beeinträchtigen. Solltest Du bei Dir jedoch eine Panikstörung oder eine andere Angststörung vermuten, raten wir Dir auf jeden Fall, einen Psychologen oder Psychiater aufzusuchen. Anhaltspunkte dafür sind folgende:
 

  • Du denkst täglich mehrere Stunden über Deine Ängste nach und lässt sie Deinen Alltag bestimmen
  • Deine Ängste machen Dich depressiv oder führen zu Problemen in Deinem Beruf oder Deiner Partnerschaft
  • Deine Ängste schränken sowohl Deine Lebensqualität als auch Deine Bewegungsfreiheit ein.
  • Aufgrund Deiner Ängste greifst Du zu Alkohol, Beruhigungstabletten oder Drogen oder hattest sogar schon Selbstmordgedanken.

Panikattacken erfordern in der Regel keinen Arztbesuch, da die Symptome innerhalb weniger Minuten von selbst zurückgehen und die körperliche Gesundheit nicht beeinträchtigen
 

Wie lässt sich eine Panikattacke diagnostizieren?

Da die meisten Panikattacken innerhalb weniger Minuten von selbst wieder zurückgehen, kann der Arzt im Nachhinein normalerweise keine körperlichen Beschwerden feststellen. Viele Patienten haben Angst, dass sie unter schweren gesundheitlichen Problemen leiden, die lebenswichtige Organe betreffen, da sich Panikattacken beispielsweise wie ein Herzinfarkt anfühlen können.
 
Um sicherzustellen, dass keine ernsthaften körperlichen Erkrankungen bestehen, wird Dein Arzt eine Reihe körperlicher Untersuchungen durchführen. Treten wiederholt grundlos und unerwartet Panikattacken, sowie Verhaltensänderungen aufgrund vorangegangener Attacken auf, diagnostiziert der Facharzt normalerweise eine Panikstörung. Auch die ausgeprägte Angst vor weiteren Attacken oder die Angst vor deren Folgen (zum Beispiel die Kontrolle zu verlieren oder verrückt zu werden) sind Hinweise auf eine Panikstörung.
 
Nach einer diagnostiziertern Panikstörung verzichtet der Arzt normalerweise auf umfangreiche Tests bei zukünftigen Panikattacken, solange die Symptome des Patienten nicht auf eine neue Erkrankung hindeuten.

Wie erfolgt die Behandlung einer Panikattacke?

Einzeln auftretende Panikattacken klingen von selbst ab und haben keine negativen körperlichen Folgen für den Betroffenen, weshalb es hier keiner Behandlung bedarf.
 
Ausgeprägte Panikstörungen hingegen erfordern meist eine medikamentöse Behandlung und/oder eine Psychotherapie. Infrage kommen Antidepressiva oder angstlösende Medikamente wie Benzodiazepine. Benzodiazepine wirken schneller als Antidepressiva, verursachen jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit Koordinationsstörungen, Gedächtnisstörungen und Schläfrigkeit. Außerdem besteht ein hohes Risiko der Arzneimittelabhängigkeit. Mediziner ziehen deshalb im Normalfall selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) sowie Serotoninmodulatoren und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer r (SNRI) vor.
 
Diese haben normalerweise weniger Nebenwirkungen und führen auch nicht zur Abhängigkeit, können jedoch bei schlagartigerm Absetzung en nichtsdestotrotz unangenehmen Entzugserscheinungen mit sich bringen.
 
Für einige Betroffene stellen Benzodiazepine jedoch die einzig wirksame langfristige Behandlung dar. Die genaue Absprache mit einem Facharzt sowie die genaue Dosierung der Medikamente sind deshalb äußerst wichtig. Während eine medikamentöse Behandlung zwar die Symptome lindern kann, nimmt sie den Patienten nicht die Angst vor zukünftigen Attacken oder führt zu einer Umkehrung möglicher Verhaltensveränderungen. Deshalb raten Mediziner zusätzlich zu einer Psychotherapie.
 
Die wirksamste Methode im Rahmen einer Psychotherapie ist die sogenannte Konfrontationstherapie. Dabei wird der Patient schrittweise und wiederholt mit dem konfrontiert, was seine Attacke normalerweise auslöst. Dies kann in Wirklichkeit oder lediglich in seiner Vorstellung passieren. Der Betroffene durchlebt die Angstgefühle so lange wieder, bis der gefürchtete Reiz seine Wirkung verliert.
 
Um die Konfrontationen erträglicher zu machen, erlernt der Patient im Vorhinein bestimmte Entspannungstechniken, die ihm bei der Bewältigung der absichtlich herbeigeführten Panikattacke helfen können. Eine unterstützende Therapie, die den Patienten über seine Erkrankung aufklärt, die Heilungschancen erörtert, sowie psychologische Beratung mit einschließt, hilft dem Betroffenen, die Panikstörung besser zu verstehen und ein vertrauensvolles Verhältnis zu seinem Arzt aufzubauen.
 
Betroffene sind für die Behandlung empfänglicher und erholen sich normalerweise schneller, wenn sie verstehen, dass sie die Symptome im Rahmen der Behandlung kontrollieren können und sowohl körperliche als auch psychische Faktoren eine Rolle spielen.

Was kann ich selbst bei einer Panikattacke machen?

Lerne, Deinem Körper zu vertrauen. Durch regelmäßigen Sport oder normale Alltagsanstrengungen merkst Du, dass ein schneller Puls oder starkes Schwitzen auch durch körperliche Betätigung entsteht und eine normale Reaktion ist. So ängstigst Du Dich bei der nächsten Panikattacke weniger vor der Reaktion Deines Körpers und kommst mit der Situation besser klar.
 
Versuche außerdem, Deine Alltagsplanung nicht von Deinen Panikattacken bestimmen zu lassen. Wenn Du Lust hast auf eine Fernreise oder einen Einkaufsbummel in einem Shoppingcenter, dann verzichte nicht darauf aus Angst vor einer Attacke. Übernimm selbst die Führung und lass Dich von Deiner Angst nicht bestimmen. So gewöhnst Du Dich nach und nach an für Dich unangenehme Situationen und sie verlieren ihren Reiz.
 
Versuche, Dir während eines akuten Panikanfalls klarzumachen, dass dies lediglich eine vorübergehende Überreaktion Deines Körpers ist und Dein Leben nicht in Gefahr ist
 
Versuche, Dir während eines akuten Panikanfalls klarzumachen, dass dies lediglich eine vorübergehende Überreaktion Deines Körpers ist und Dein Leben nicht in Gefahr ist. Erinnere Dich daran, dass Du sicher bist und der Anfall in wenigen Minuten vorüber ist. Als weitere Sofortmaßnahme ist eine bewusste und möglichst tiefe und langsame Bauchatmung hilfreich. Eine zu schnelle und hektische Atmung verschlimmert die Beschwerden normalerweise. Bei einer Panikattacke steht Dein ganzer Körper unter Spannung. Versuche deshalb, Deine Muskeln gezielt zu entspannen.

Wie sollten die Mitmenschen von Personen mit einer Angststörung umgehen?

Menschen mit Angststörungen können dem Teufelskreis allein meist nicht entkommen und sind auf die Hilfe von Familienmitgliedern, Partnern oder Freunden angewiesen. Der erste wichtige Schritt ist, Betroffene davon zu überzeugen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und sich an einen Psychologen oder Psychiater zu wenden.
 
Informiere Dich umfassend über die Besonderheiten und Symptome der jeweiligen Angstform und unterstütze den Betroffenen so gut wie möglich. Vor allem musst Du akzeptieren, dass krankhafte Angst oder Panik nicht durch alleinige Willensanstrengung besiegt werden kann, auch wenn die Auslöser oft harmlos und für Dich alles andere als Furcht einflößend sind. Du kannst außerdem versuchen, den Patienten zu ermutigen, sich aktiv seiner Angst zu stellen und geduldig und unterstützend an seiner Seite stehen.

Kann ich eine Panikattacke vorbeugen?

Ein gesunder Lebensstil kann dabei helfen, Panikattacken vorzubeugen. Dazu gehören eine gesunde, vielseitige und ausgeglichene Ernährung und ein regelmäßiges Schlafverhalten. Vermeide außerdem Substanzen, die Panik verstärken können, wie beispielsweise Nikotin oder Kaffee. Auch übermäßiger Konsum von Alkohol oder psychoaktiven Substanzen wie Cannabis oder Kokain können Attacken begünstigen.
 
Menschen mit gesundem Selbstbewusstsein und Vertrauen in sich selbst leiden vergleichsweise selten an Panikattacken. Rede deshalb mit Vertrauenspersonen oder Psychologen, erkenne Deinen Wert und finde heraus, wie Du Dich wohler und selbstbewusster fühlen kannst.

An welche Stellen kann ich mich bei einer Panikattacke wenden?

Bei einer ausgeprägten Angst- oder Panikstörung kannst Du Dich an verschiedene Stellen wenden. Dazu zählen niedergelassene Fachärzte für Psychiatrie, Kassen- oder Spitalsambulanzen für Psychiatrie, Psychotherapeuten oder Ärzte mit Weiterbildung in psychotherapeutischer Medizin. Du kannst Dich zuerst auch an Deinen Hausarzt oder einen Psychologen wenden und Dir gezielte Ansprechstellen empfehlen lassen.

Wie ist die Prognose bei einer Panikattacke?

Während einzelne Panikattacken nach einigen Minuten meist von selbst wieder zurückgehen, hilft Patienten mit einer Panikstörung eine psychotherapeutische Behandlung. Ohne solch eine Behandlung versuchen Betroffene oft, die Angst mit beruhigenden Medikamenten oder Alkohol zu unterdrücken, weshalb sie zusätzlich eine Drogen-, Medikamenten- oder Alkoholsucht entwickeln können. Mit einer Psychotherapie ist die Prognose bei Panikstörungen jedoch gut. Die meisten Patienten werden gänzlich geheilt oder erreichen zumindest eine starke Verbesserung ihrer Symptome.

Was kostet die Behandlung einer Panikattacke?

Eine Panikattacke erfordert keine spezielle Behandlung, weshalb dafür auch keine Kosten anfallen. Eine Panikstörung verlangt normalerweise nach einer Psychotherapie, wobei eine Sitzung ungefähr zwischen 50 und 150 EUR kosten kann. Insgesamt solltest Du mit 25 bis 200 Sitzungen rechnen, je nachdem, wie stark die Panikstörung ausgeprägt ist.
 
Eine Panikattacke erfordert keine spezielle Behandlung, weshalb dafür auch keine Kosten anfallen. Eine Panikstörung verlangt normalerweise nach einer Psychotherapie
 

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung einer Panikattacke?

Die Kosten für eine klinisch-psychologische Behandlung im Zuge einer diagnostizierten Angststörung übernimmt Deine Krankenkasse nicht. Jedoch ist eine volle Kostenübernahme für Psychotherapie in vertraglich gebundenen Einrichtungen Deiner Krankenkasse sowie in öffentlich subventionierten Institutionen möglich. In der Regel übernimmt Deine Krankenversicherung bis zu 25 Sitzungen. Allerdings ist die Voraussetzung dabei, dass Dein Psychiater ausschließlich anerkannte Therapieformen verwendet und es besteht überdies die Möglichkeit, dass Du einen Selbstbehalt leisten musst.

 


Dauer Dauer

Bis zu ca. 30 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Das Wichtigste zusammengefasst

Rund ein Fünftel aller Menschen erlebt mindestens einmal im Leben eine Panikattacke


Panikattacken sind nicht gefährlich und haben keine körperlichen Folgen für den Betroffenen


Eine Panikattacke dauert durchschnittlich 30 Minuten


Eine Panikstörung ist die ständige Angst vor einer Panikattacke, die dazu führt, bestimmte Situationen oder Orte zu vermeiden

Dr. Benjamin Gehl

Dr. Simone Hermanns

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