Laparoskopie (Bauchspiegelung)

Die Bauchspiegelung ist ein Verfahren zur Untersuchung und in gewissen Fällen auch chirurgischen Behandlung der Organe im Bauch- und Beckenraum. Die Medizin nennt sie auch Laparoskopie. Steht Dir ein solcher Eingriff bevor, kannst Du Dich hier über den Ablauf sowie die Vor- und Nachteile informieren.


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Zuletzt aktualisiert: 28. August, 2020



OPS-2020 1-694

Was versteht die Medizin unter einer Laparoskopie?

Eine Bauchspiegelung ist ein chirurgischer Eingriff, in Zuge dessen der Arzt die Organe des Bauch- oder Beckenraums untersucht. Gegebenenfalls kann er dabei auch kleine Operationen durchführen. Somit kommt das Verfahren einerseits zur Diagnose und andererseits zur Behandlung von bestimmten Erkrankungen zum Einsatz. Bei Letzterem spricht die Medizin auch von Schlüssellochchirurgie.
 
Im Gegensatz zur offenen Bauchoperation (Laparotomie) sind bei der Laparoskopie lediglich zwei bis vier kleine Schnitte in der Haut in der Nähe des Nabels nötig. Aus diesem Grund nennt man den Eingriff auch minimal-invasiv. Durch die offenen Stellen kann der Arzt mithilfe einer Führungshilfe (Trokar) das Laparoskop in den Bauchraum einbringen. Das Laparoskop umfasst ein dünnes Rohr, an dessen Ende sich eine kleine Kamera befindet, ein optisches Linsensystem zur Vergrößerung und eine Lichtquelle. Über einen Monitor kann der Mediziner dadurch das Innere des Bauchraumes betrachten. Meist verfügt das Gerät zusätzlich über eine Spül- und Absaugvorrichtung.
 
Eine Bauchspiegelung ist ein chirurgischer Eingriff, in Zuge dessen der Arzt die Organe des Bauch- oder Beckenraums untersucht

Welche Formen der Laparoskopie gibt es?

Diagnostische Laparoskopie
Bei der konventionellen diagnostischen Laparoskopie hat der Trokar einen Durchmesser von rund 10 Millimetern. Durch diesen führt der Arzt zunächst ein spezielles Gas in den Bauchraum ein und bläst ihn auf. Danach kommt das Laparoskop zum Einsatz. Durch dieses Verfahren kann der Mediziner die Organe ausführlich betrachten und untersuchen. Mit einer kleinen Zange entnimmt er, falls nötig, über einen zusätzlichen Schnitt Gewebeproben.
 
Diese Form der Bauchspiegelung leistet seinen Beitrag häufig in der Gynäkologie, zum Beispiel bei der Diagnose von Endometriose, Entzündungen oder undefinierbaren Schmerzen im Bauchraum und Eileiterschwangerschaften.
 
Mini-Laparoskopie
Prinzipiell läuft die Mini-Laparoskopie gleich ab wie die klassische diagnostische Bauchspiegelung. Allerdings ist der Trokar bei der Mini-Laparoskopie deutlich schmaler. Hier beträgt der Durchmesser nur circa fünf Millimeter. Die Einstichstelle ist dadurch nicht so groß und der Arzt muss die Wunde nicht nähen, dafür ist aber seine Sicht auf die Organe schlechter. Hat der Patient Verwachsungen im Bauchraum oder Störungen der Blutgerinnung, kommt das konventionelle Verfahren oft gar nicht infrage – die Mini-Laparoskopie aber sehr wohl.
 
Operative Laparoskopie
Im Zuge der operativen Bauchspiegelung führt der Arzt neben dem Laparoskop über zusätzliche Trokare auch chirurgische Instrumente in den Bauchraum ein. Damit unternimmt er dann bestimmte Eingriffe und betrachtet den Vorgang über den Monitor.
 
Die operative Laparoskopie findet meist in der Gynäkologie Anwendung. Sie eignet sich besonders gut bei Eingriffen an den Eierstöcken, der Blase und der Gebärmutter – beispielsweise bei der Entfernung von Lymphknoten oder Tumoren. Die Frauen profitieren von diesem minimal-invasiven Verfahren, da sie nicht so lange im Krankenhaus bleiben müssen und sich schneller wieder von der Operation erholen.

Wann ist eine Laparoskopie notwendig?

Eine Bauchspiegelung ordnet der Mediziner in der Regel erst dann an, wenn andere, einfachere Untersuchungsmethoden wie Ultraschall, Computertomografie, Magen- und Darmspiegelung zu keinem Ergebnis kommen. Darm, Magen, Leber, Milz, Bauchspeicheldrüse, Eierstöcke und Gebärmutter – die Liste der Organe, an denen krankhafte Veränderungen mithilfe der Laparoskopie erkennbar sind, ist lang. Einen besonders hohen Stellenwert hat die diagnostische Bauchspiegelung bei Endometriose. Das ist eine Erkrankung, bei der Zysten und Entzündungen (sogenannte Endometrioseherde) auftreten, die sehr starke Schmerzen bei den betroffenen Frauen verursachen.
 
Wenn Frauen Probleme haben, schwanger zu werden, kann der Gynäkologe ebenso eine diagnostische Laparoskopie anordnen. Diese soll Aufschluss darüber geben, ob die Eileiter womöglich fehlerhaft sind oder welche Ursachen dem Problem sonst zugrunde liegen könnten.
 
Außerdem kann der Arzt im Zuge des diagnostischen Verfahrens Gewebeproben entnehmen, welche die Medizin als Biopsien bezeichnet. Das ist besonders bei Krebserkrankungen wichtig, um herauszufinden, ob der Tumor gut- oder bösartig ist, wie er entfernt werden kann und ob er sich bereits in andere Bereiche des Körpers ausgebreitet hat.
 
Bei der schlüssellochchirurgischen Variante sind folgende Operationen möglich:
 

  • Entfernung des Blinddarms (Appendektomie) oder der Gallenblase (Cholezystektomie)
  • Behandlung eines Leisten-, Nabel- oder Narbenbruchs
  • Eingriffe bei Zwerchfellbruch oder Refluxkrankheit
  • Teilentfernung des Dickdarms (Kolonresektion)
  • Magenverkleinerung und Dünndarmausschaltung bei krankhafter Fettsucht (Magenbypass)
  • Behandlung von Zysten und anderen gynäkologischen Tumoren
  • Darmoperationen bei gut- und bösartigen Darmerkrankungen,
  • Verschließung oder Entfernung der Eileiter (Sterilisation)
  • Lösung von Verwachsungen (Briden) im Bauchraum
  • Beseitigung von Tumoren an den Nieren, der Prostata und der Harnblase
  • Operationen bei Inkontinenz und Senkungszuständen der Gebärmutter, der Blase oder des Rektums
  • Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie)

Eine Bauchspiegelung ordnet der Mediziner in der Regel erst dann an, wenn andere, einfachere Untersuchungsmethoden wie Ultraschall, Computertomografie, Magen- und Darmspiegelung zu keinem Ergebnis kommen

Bei welchen Vorerkrankungen sollte keine Laparoskopie durchgeführt werden?

In gewissen Situationen kommt eine Laparoskopie nicht infrage. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Patient an schweren Herz- und Lungenkrankheiten leidet. Durch das Aufblähen des Bauchraums mithilfe eines Gases können sich die Beschwerden dieser Erkrankungen nämlich verschlimmern.
 
Probleme bei der Bauchspiegelung bereiten außerdem bakterielle Entzündungen des Bauchfells (Peritonitis), Lücken im Zwerchfell (Hiatushernie) oder Darmverschlüsse (Ileus). Wenn der Abfluss des Blutes aus der Leber oder die Blutgerinnung gestört sind, schließen Ärzte einen laparoskopischen Eingriff in der Regel auch aus.
 
Liegen nach einer vorausgegangenen Operation im Bauchraum Verwachsungen vor oder leidet die Person an starkem Übergewicht, ist eine Bauchspiegelung ebenso schwierig beziehungsweise manchmal sogar unmöglich.

Wie bereite ich mich am besten auf eine Bauchspiegelung vor?

Vor der Bauchspiegelung bittet Dich der Arzt zu einem Gespräch und einer Untersuchung. Er klärt Dich über den Ablauf der Operation und mögliche Risiken auf und stellt Dir Fragen zu eventuellen Vorerkrankungen und Medikamenten, die Dir in letzter Zeit verschrieben wurden. Anschließend nimmt er Dir Blut ab, um Deine Blutgerinnungswerte zu überprüfen. Nimmst Du blutverdünnende Arzneien ein, musst Du diese möglicherweise vorübergehend absetzen oder durch Heparin-Bauchspritzen ersetzen. Außerdem sind in der Regel ein Lungenröntgen und ein Elektrokardiogramm (EKG) ab einem gewissen Alter nötig.
 
Für den laparoskopischen Eingriff musst Du nüchtern sein. Das bedeutet, dass Du etwa sechs bis acht Stunden davor weder essen noch trinken darfst. Auch rauchen und Kaugummi kauen sind in diesem Zeitraum untersagt. In manchen Fällen müssen Patienten zusätzlich abführende Mittel einnehmen.
 
Direkt vor der Operation ist häufig eine Rasur des Bauches und des Schambereichs notwendig, diese wird während der Narkose durch das OP-Personal durchgeführt. Das Legen eines intravenösen Zugangs ist ebenso essenziell, um gegebenenfalls schnell Medikamente zuführen zu können. Zieh am Tag der Bauchspiegelung am besten weite Kleidung an, falls Dein Unterleib nach dem Eingriff noch aufgebläht sein sollte.

Wie verläuft eine Bauchspiegelung?

Für eine Laparoskopie ist im Normalfall eine Vollnarkose nötig. Du bekommst von der Operation selbst also nichts mit, sondern wachst erst danach wieder auf. Die Dauer des Eingriffs hängt davon ab, ob es sich um eine diagnostische oder operative Bauchspiegelung handelt. Erstere ist in der Regel innerhalb von 15 bis 30 Minuten abgehandelt, letztere kann aber auch ein bis zwei Stunden dauern, je nachdem welche Maßnahmen genau erforderlich sind. Während des gesamten Eingriffs überwachen Geräte Deinen Blutdruck, Puls, die Atmung und den Sauerstoffgehalt in Deinem Blut.
 
Die Personen, die Bauchspiegelungen durchführen, sind Fachärzte für Chirurgie, Gynäkologen oder Urologen. Entweder findet die laparoskopische Operation ambulant (tagesklinisch) oder stationär statt – häufiger ist letzteres.
 
Nachdem Du narkotisiert bist, sticht der Arzt zunächst eine Spezialkanüle direkt unter Deinem Nabel in Deine Bauchhöhle. Durch sie füllt er rund zwei bis drei Liter Kohlensäuregas (CO2) in Deinen Bauchraum. So weitet sich dieser, die Organe trennen sich voneinander und es liegt genügend Platz für die Instrumente vor.
 
Anschließend setzt der Operateur an der gleichen Stelle einen Trokar ein. Das ist eine Führungshülse mit einem Ventil, durch welche die Instrumente in den Bauchraum eingeführt werden können, ohne dass viel Luft entweicht. Der Trokar kann einen Durchmesser von 5 bis 20 Millimetern haben, je nach Art des Eingriffs. Das Laparoskop mit Linsensystem und Lichtquelle schiebt der Arzt in den Bauchraum und betrachtet über einen verbundenen Monitor das Innenleben. Bei gewissen Operationen sind zusätzliche Trokare im Schamhaarbereich notwendig, um auch andere Instrumente einbringen zu können. In der Regel handelt es sich dabei um Hilfsmittel zum Fassen, Schneiden, Nähen, Spülen und Absaugen.
 
Für eine Laparoskopie ist im Normalfall eine Vollnarkose nötig. Du bekommst von der Operation selbst also nichts mit, sondern wachst erst danach wieder auf
 
Nacheinander untersucht der Arzt nun die unterschiedlichen Organe, entnimmt eventuell Biopsien und holt möglicherweise sogar spezialisierte Mediziner wie Internisten hinzu, um krankhafte Veränderungen besser beurteilen zu können. Zur Betrachtung der Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter kann er den Operationstisch leicht kippen, sodass der Darm nach oben rutscht und den Blick freigibt. Sind die Diagnose und/oder die Operation abgeschlossen, entfernt er das überschüssige CO2 im Bauchraum. Das noch verbleibende Gas nimmt der Körper auf und atmet es über die Lungen ab. Zur Verschließung der kleinen Hautschnitte kommen Nähte zum Einsatz. Zuletzt verklebt der Arzt die Wunden mit einem sterilen Pflaster.

Was muss ich nach einer Laparoskopie beachten?

Im sogenannten Aufwachraum wirst Du nach der Laparoskopie wieder munter. Du könntest dann Schmerzen an den Einstichstellen oder aufgrund des Kohlenstoffdioxids verspüren. Diese lassen sich aber gut mit Schmerzmitteln behandeln. Zur Überwachung musst Du normalerwiese noch einen Tag im Krankenhaus bleiben. Bei einer rein diagnostischen Bauchspiegelung kannst Du bald wieder aufstehen, bei größere Operationen braucht Dein Körper eventuell einige Stunden bis Du Dich mobilisieren kannst. Normalerweise klärt Dich der Arzt bereits vor Ort über den Befund auf. Sind Untersuchungen des Gewebes notwendig, kann das Ergebnis allerdings ein paar Tage auf sich warten lassen.
 
Bei einer ambulanten Laparoskopie darfst Du bereits nach ein paar Stunden nach Hause. Den Heimweg musst Du allerdings in Begleitung absolvieren, da Du nach der Narkose noch eine gewisse Zeit nicht ganz klar im Kopf sein könntest. Lass Dich also am besten von jemandem aus Deiner Familie oder Deinem Freundeskreis abholen. Zu Hause ist dann Ruhe und Entspannung angesagt. Ein kleiner Spaziergang kann guttun, um den Kreislauf wieder anzukurbeln. Duschen darfst Du ein bis zwei Tage nach der Operation, die Wunde solltest Du aber nicht einseifen und vorsichtig trocken tupfen.
 
Bemerkst Du nach der Entlassung Symptome wie Fieber, Schwäche, Blässe, Herzrasen oder Übelkeit, such umgehend einen Arzt auf.

Welche Vorteile hat eine Laparoskopie?

Medizinisch hat die Bauchspiegelung den Vorteil, dass der Arzt die Organe über den Monitor detailliert betrachten kann. Sogar in enge und verwinkelte Stellen gewährt ihm das Laparoskop Einblick. Außerdem liegen weniger Risiken vor als bei einer offenen Bauchoperation.
 
Aber auch für den Patienten selbst hat das Verfahren einige Vorteile. Da bei der Laparoskopie nur kleine Einschnitte in der Bauchdecke notwendig sind, verheilen diese schneller und es verbleiben keine großen Narben. Die Operation geht mit einer relativ kurzen Erholungszeit sowie einem geringen Blutverlust einher. Die Darmtätigkeit kommt früher wieder in Gang und eine normale Ernährung ist bald wieder möglich. Außerdem haben die Patienten nach dem Eingriff in der Regel nicht allzu starke Schmerzen.

Welche Risiken birgt eine Laparoskopie?

Die Laparoskopie stellt ein risikoarmes Verfahren dar. Ab und an treten während des Eingriffs Blutungen, Verletzungen an den Organen oder Druckschäden an Nerven und Weichteilen auf. Nach der Bauchspiegelung sind in seltenen Fällen Nachblutungen, Infektionen der Bauchhöhle, Wundheilungsstörungen und die Bildung von Blutgerinnseln möglich.
 
Patienten klagen im Anschluss an die Operation häufig über einen Blähbauch, welcher aber nicht gefährlich ist und von selbst wieder verschwindet. Auch Schmerzen im Rippen- und Schulterbereich kommen des Öfteren vor. Diese kommen von der Dehnung und Reizung des Zwerchfells durch das CO2.
 
Nach der Bauchspiegelung sind in seltenen Fällen Nachblutungen, Infektionen der Bauchhöhle, Wundheilungsstörungen und die Bildung von Blutgerinnseln möglich

Wie viel kostet eine Laparoskopie und übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Laparoskopie?

Für die Bauchspiegelung musst Du nicht selbst aufkommen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für alle notwendigen diagnostischen und operativen Laparoskopien.


Dauer Dauer

15-120 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

3-5 Tage

Stationärer Aufenthalt Stationär

1 Tag

Das Wichtigste zusammengefasst

Die Bauchspiegelung bezeichnet die Medizin auch als Laparoskopie. Sie dient der Untersuchung und in gewissen Fällen auch chirurgischen Behandlung der Organe im Bauch- und Beckenraum. Es gibt also diagnostische und operative Bauchspiegelungen


Bei der Laparoskopie handelt es sich um minimal-invasive Verfahren. Das bedeutet, dass nur kleine Einschnitte in der Bauchhaut notwendig sind


Für eine Bauchspiegelung sind eine Vollnarkose und meist ein stationärer Aufenthalt erforderlich. Der Eingriff selbst dauert allerdings nur 15 Minuten bis maximal zwei Stunden


Vor der Laparoskopie darfst Du eine gewisse Zeit lang nichts essen und trinken. Danach solltest Du Dich zunächst schonen. Das Verfahren ist allerdings im Vergleich zu offenen Operationen relativ schonend, weswegen Du bald wieder Deinem Alltag nachkommen kannst

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