Cannabis Ratgeber

Wohl jedem ist der Konsum von Cannabis in Form von Joints als sogenanntes Kiffen ein Begriff, auch die Einnahme in Form von Keksen ist vielen bekannt und wird teilweise als harmlose Spielerei belächelt. Die Diskussionen über weitreichendere Legalisierungen des Cannabiskonsums zu Genusszwecken führen zu einer weiter steigenden Präsenz des Cannabis in den Medien. Was vielen jedoch nicht bewusst ist, ist einerseits der mögliche Nutzen von Cannabis im Bereich der Medizin, wo es eingesetzt werden kann, um chronische Schmerzen oder verschiedene Autoimmunerkrankungen zu behandeln. Doch gerade auch die Gefahren und Risiken des Cannabiskonsums stellen ein Thema dar, das bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit erfährt und vielleicht sogar nicht bedacht wird, wenn immer nur gefragt wird, wann das Cannabis endlich legalisiert wird. Was genau Cannabis ist, wie es wirkt, zu welchen Folgen es gerade langfristig führen kann und vieles mehr erfährst Du in diesem Text!


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Medizinischer Experte

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Zuletzt aktualisiert: 2. January, 2024



Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Die Cannabis-Pflanze gehört botanisch gesehen zu den Hanfgewächsen (Cannabaceae) und enthält mindestens 60 unterschiedliche Cannabinoide, von denen einige eine psychoaktive Wirkung aufweisen.


Der wesentliche Unterschied zwischen Cannabis als Droge und medizinischem Cannabis besteht darin, dass Cannabis für den medizinischen Gebrauch von Ärzten verschrieben werden muss und über eine Apotheke bezogen wird.


Nachdem die aufgenommenen Wirkstoffe nach etwa 15 Minuten ihr Maximum erreicht haben, lässt die Wirkung nach 30 bis 60 Minuten kontinuierlich ab und ist nach zwei bis drei Stunden in der Regel im Wesentlichen beendet.


Zum aktuellen Zeitpunkt können Ärzte ausschließlich aus dem Ausland importierte Cannabissorten verordnen.

Was ist Cannabis?

Die Cannabis-Pflanze gehört botanisch gesehen zu den Hanfgewächsen (Cannabaceae) und enthält mindestens 60 unterschiedliche Cannabinoide, von denen einige eine psychoaktive Wirkung aufweisen. Cannabis ist die in Deutschland am häufigsten konsumierte illegale Droge, wird jedoch ebenso als Medikament bei schwerkranken Patienten eingesetzt. Die Wirkstoffe werden aus der Hanfpflanze gewonnen und meist als gedrehte Zigaretten (Joints) oder oral, zum Beispiel oft in Form von Keksen (Spacecookies) konsumiert. In Deutschland liegt bei etwa einem Prozent der Bevölkerung eine Cannabisabhängigkeit beziehungsweise ein Cannabismissbrauch vor.
 
Cannabis wirkt vor allem euphorisierend und sedativ-anxiolytisch, also beruhigend und angstlösend. Abhängig von der Züchtung sind zusätzlich dazu auch halluzinogene und psychotische Wirkungen möglich, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

Geschichtliche Hintergründe

Cannabis ist eine der ältesten bekannten Nutz- und Heilpflanzen. Die frühesten Aufzeichnungen über die Nutzung von Hanf lassen sich ins China des frühen dritten Jahrtausends vor Christus zurückführen, wo die Pflanze für die Herstellung von Kleidern und Seide verwendet wurde. Etwa 1000 Jahre später kam der Einsatz als Heilpflanze dazu.
 
Die weitere Verbreitung fand wahrscheinlich über Indien in den Mittleren und Nahen Osten und schließlich über Europa bis nach Nord- und Südamerika statt. Erste Nachweise über die Nutzung als Rauschmittel finden sich in Indien, wo es im Rahmen kultischer Handlungen, aber auch als Antiepileptikum sowie als Beruhigungs- und Betäubungsmittel eingesetzt wurde. In Europa dauerte es wesentlich länger, bis die Rauschwirkung von Cannabis bekannt wurde. Erste Nachweise hierzu lassen sich im 19. Jahrhundert verorten. Nach einer jahrzehntelangen Kriminalisierung kommt es in den letzten Jahren zunehmend zu einer Entkriminalisierung des Cannabis. Seit den 1970er Jahren hat es sich nun in vielen westlichen Industrienationen nach Alkohol zu der am häufigsten konsumierten Rauschdroge entwickelt. In den letzten Jahren wurde Cannabis zunehmend in unterschiedlichen Ländern für den Gebrauch als Genussmittel legalisiert, was zunehmend zur einer Entstigmatisierung der Droge führt.

Cannabis - Geschichtliche Hintergründe

Was ist der Unterschied zwischen Cannabis und medizinischem Cannabis?

Der wesentliche Unterschied zwischen Cannabis als Droge und medizinischem Cannabis besteht darin, dass Cannabis für den medizinischen Gebrauch von Ärzten verschrieben werden muss und über eine Apotheke bezogen wird. Im medizinischen Bereich kommen entweder getrocknete Cannabisblüten, ölige Cannabisextrakte oder aber Fertigarzneien beziehungsweise isolierte Einzelsubstanzen zum Einsatz. Zu den Arzneien gehören namentlich Nabilon, Nabiximols und Dronabinol. Die Anwendung von Cannabis im medizinischen Bereich findet für gewöhnlich nur bei schwerkranken Patienten statt und wird insgesamt sehr kontrovers diskutiert.

Welche Wirkstoffe hat Cannabis?

Die Hauptwirkstoffe des Cannabis sind THC und CBD. Diese werden aus der Hanfpflanze gewonnen. Dabei ist zu beachten, dass es eine weibliche und eine männliche Pflanze gibt. Zudem treten in seltenen Fällen zwittrige Varianten auf. Allerdings enthält ausschließlich die weibliche Form der Gattung „Cannabis sativa (Gewöhnlicher Hanf) genug THC, um einen Rausch zu erzeugen.

Cannabis - THC

THC

THC ist die Abkürzung für Tetrahydrocannabinol und stellt den wesentlichen rauschbewirkenden Bestandteil des Cannabis dar. Es kann gewonnen werden, indem es mithilfe geeigneter Lösungsmittel aus THC-haltigem Pflanzenmaterial extrahiert wird. Nachdem im Anschluss daran das verwendete Lösungsmittel abgedampft worden ist, bleibt das sogenannte Haschischöl zurück, welches THC und weitere Cannabinoide enthält. Das THC entfaltet seine Wirkung über spezielle Cannabinoid-Rezeptoren (CB1 und CB2), an welchen durch die Bindung des Stoffes weitere charakteristische Signalkaskaden ausgelöst werden. CB1 findet sich im Gehirn, CB2 im Rest des Körpers.

Cannabis - CBD

CBD

CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol, welches eine nur schwach psychoaktive oder psychotrope Wirkung aufweist. Im Gegensatz zu THC lässt sich CBD nicht nur aus weiblichen, sondern auch aus männlichen Exemplaren der Pflanze gewinnen. Die Wirkung von CBD ist der von THC entgegengesetzt und ist daher in der Lage, unerwünschte Nebenwirkungen des THC abzumildern. Ebenso kann CBD aus diesem Grund therapeutisch eingesetzt werden. CBD findet zum Beispiel Anwendung in der Behandlung von Angstsymptomen und Spastiken (Krämpfen).

Wie wirkt Cannabis?

Die pharmakologische Wirkung von Cannabinoiden ist bis heute nicht vollständig geklärt und erfordert weitere Forschung. Erst im Jahr 1988 haben Forscher körpereigene Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn und wenig später im Rest des Körpers entdeckt. Erstere bezeichnet man als CB1, letztere als CB2. Ein wesentlicher Teil der Wirkungen, die sich nach dem Konsum von Cannabis einstellen, wird diesen Rezeptoren zugeschrieben. Bereits bewiesen ist, dass bei Erkrankungen wie etwa Schizophrenie und Depression sowie bei der Posttraumatischen Belastungsstörung die Dichte der Cannabinoid-Rezeptoren verändert ist. Dementsprechend ist es durchaus plausibel, dass der Konsum von Cannabis entsprechende Symptome verbessern, aber auch verschlimmern kann.
 
Die CB1-Rezeptoren finden sich in vielen unterschiedlichen Regionen des Gehirns, welche jeweils für unterschiedliche Funktionen zuständig sind. So sind die Basalganglien verantwortlich für die Planung und Kontrolle von Bewegungen, während der Neokortex der Bereich ist, in dem es um das Denken, das Verhalten und die Wahrnehmung geht. Der Hypothalamus ist zuständig für den Appetit und die Hormonausschüttung, die Amygdala für Emotionen (insbesondere Angst und Stress), und das Kleinhirn (Cerebellum) für die Bewegungskontrolle und die Koordination. Dies sind nur einige Beispiel für Regionen des Gehirns, in denen Cannabinoid-Rezeptoren zu finden sind.
 
Zusätzlich zur Wirkung an den Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 wirkt Cannabis auch auf die Ausschüttung von Botenstoffen wie zum Beispiel Serotonin, Adrenalin und Noradrenalin. Diese spielen eine Rolle in der Empfindung von Stress und Angst. Mehrere Studien stützen diese These und haben gezeigt, dass geringe Dosen von THC zwar angstlösend wirken können, zu hohe Konzentrationen jedoch genau den gegenteiligen Effekt haben und zur Entwicklung von Angst und Panik führen können. Dies könnte womöglich daran liegen, dass THC über die CB1-Rezeptoren die von Dopamin vermittelte Signalweiterleitung stört, was gerade bei entsprechend prädisponierten Personen eine psychotische Episode auslösen und bereits bestehende kognitive Beeinträchtigungen noch verstärken kann. Dabei lassen Studien auch vermuten, dass zwar THC mit zunehmender Konzentration ab einem bestimmten Wert schädlich wird, CBD hingegen eher zunehmend positive und heilsame Wirkungen entfaltet. Die genaue Wirkweise von Cannabis ist ein hochkomplexes Thema, welches weitere Forschung erfordert. Der Umstand, dass Cannabis noch nicht seit Langem besonders viel Aufmerksamkeit im Bereich der Forschung erfährt, begründet sich auch in seiner starken Kriminalisierung in der Vergangenheit, welche den Zugang zu Produkten, welche man hätte untersuchen können, erschwert hat. Bereits in den letzten Jahren wurden jedoch verstärkt Studien zum Thema Cannabis durchgeführt, welche den Wissensstand zu dieser Thematik deutlich anheben konnten.

Studien lassen vermuten, dass zwar THC mit zunehmender Konzentration ab einem bestimmten Wert schädlich wird, CBD hingegen eher zunehmend positive und heilsame Wirkungen entfaltet.

Nach dem Konsum von Cannabis stellen sich unterschiedliche Wirkungen ein, die sich im zeitlichen Verlauf unterscheiden und fließend ineinander übergehen. Die Intensität der eintretenden Wirkungen hängt unter anderem vom Wirkstoffgehalt des verwendeten Präparats ab. Berichte haben gezeigt, dass der Wirkstoffgehalt von Marihuana in den letzten Jahren um ein Vielfaches gestiegen ist. Dies ist insbesondere bei einigen bestimmten, hochgezüchteten Sorten aus dem Indoor-Anbau der Fall. Genauso variiert der Wirkstoffgehalt in Abhängigkeit vom Anbaugebiet sowie der Anbau- und Verarbeitungsmethode.
 
Direkt nach der Einnahme kommt es zu Euphorie, häufig verbunden mit Lachanfällen, sowie zu Entspannung und halluzinogenen Effekten. Das bedeutet, dass es zu Veränderungen im Denken und in der Perzeption kommt und sich somit die Wahrnehmung der Realität stark bis sehr stark verändert. Die Bezeichnung „halluzinogen stammt daher, dass die entsprechenden Substanzen, wie zum Beispiel Cannabis, Halluzinationen hervorrufen können, also Sinneswahrnehmungen, die nicht der Realität entsprechen, sondern insbesondere von vielfältigen emotionalen Faktoren ausgelöst und beeinflusst werden. Den durch die Halluzinationen entstehenden Rauschzustand bezeichnet man in der Umgangssprache auch als Trip beziehungsweise als Horrortrip, wenn der Rausch negativ und mit Angst behaftet wahrgenommen wird. Des Weiteren ist eine Steigerung des Kommunikationsbedürfnisses möglich. Auch kann es dazu kommen, dass die Konsumenten akustische und visuelle Reize wesentlich stärker und intensiver wahrnehmen.
 
Im weiteren Verlauf nach der Einnahme des Cannabis kommt es verstärkt zu Passivität, Antriebshemmung und einem gesteigerten Appetit, welcher häufig mit Heißhungerattacken verbunden ist. Dies liegt daran, dass die im Cannabis enthaltenen Cannabinoide die Wirkung des Hormons Leptin unterdrücken. Leptin ist für die Steuerung von Hunger- und Sättigungsgefühl zuständig. Wird seine Wirkung blockiert, bleibt das für gewöhnlich nach einer ausreichenden Nahrungsaufnahme eintretende Sättigungsgefühl aus, die Betroffenen haben weiterhin Appetit und empfinden trotz eigentlich ausreichender Nahrungsaufnahme ein ausgeprägtes Hungergefühl.
 
Insgesamt sind jedoch auch wesentlich negativere Wirkungen möglich. Besonders häufig sind eine niedergeschlagene Stimmung, Unruhe und Angst. Ebenso sind Panik, Verwirrtheit und paranoide Wahnvorstellungen möglich. Zu Panikreaktionen kommt es vor allem bei eher unerfahrenen und unvorbereiteten Konsumenten, die Effekte können jedoch genauso bei routinierten Konsumenten auftreten.

Cannabis - Wie wirkt Cannabis?

Wie schnell wirkt Cannabis?

Cannabis - Wie schnell wirkt Cannabis?

Die Geschwindigkeit, mit der die Wirkung von Cannabis eintritt, hängt von der Form des Konsums ab. Bei inhalativem Konsum treten die Wirkungen unmittelbar beziehungsweise innerhalb weniger Minuten ein. Der schnelle Wirkeintritt lässt sich dadurch begründen, dass die Wirkstoffe sehr schnell über die Atemwege aufgenommen werden und die Blut-Hirn-Schranke überwinden können. Ihren Höhepunkt erreicht die Wirkung nach etwa 15 Minuten und klingt dann nach 30 bis 60 Minuten langsam ab. Wird das Cannabis oral konsumiert, treten die ersten Wirkungen nach etwa 30 Minuten auf, da die Aufnahme der Wirkstoffe insgesamt langsamer erfolgt. Bei oralem Konsum ist die Wirkung allerdings bei Weitem nicht so gleichmäßig und vorhersehbar wie bei Inhalation, da sie sich zeitlich verzögert und oft sehr plötzlich einstellt. Eine wesentliche Rolle spielt es hierbei, was und wie viel die entsprechende Person vor dem Cannabiskonsum gegessen hat.

Wie lange wirkt Cannabis?

Cannabis - Wie schnell wirkt Cannabis?

Nachdem die aufgenommenen Wirkstoffe nach etwa 15 Minuten ihr Maximum erreicht haben, lässt die Wirkung nach 30 bis 60 Minuten kontinuierlich ab und ist nach zwei bis drei Stunden in der Regel im Wesentlichen beendet. Es ist zu beachten, dass der Abbau von Cannabinoiden wie zum Beispiel THC wesentlich länger dauert als die eigentliche Wirkung anhält. Dies verhält sich zum Beispiel beim Alkohol anders, da hier die Wirkdauer direkt mit der im Körper verbliebenen Menge korreliert. Die lange Verbleibdauer beispielsweise von THC im Körper lässt sich in seinen chemischen Eigenschaften begründen. Da THC eine hohe Fettlöslichkeit besitzt, lagert es sich sehr leicht in fettstoffreichen Geweben an und weist als Resultat außerordentlich hohe Halbwertszeiten von bis zu sieben Tagen auf. Die Halbwertszeit beschreibt die Zeitspanne, die nötig ist, bis sich der betrachtete Stoff in seiner Menge auf die Hälfte des jeweiligen Ausgangswerts reduziert hat. Im Urin sind Cannabinoide und ihre unterschiedlichen Abbauprodukte (Metabolite) für bis zu 30 Tage nachweisbar. Hierbei ist zu beachten, dass sich diese Zeitspanne bei chronischem Konsum von Cannabis deutlich verlängert.

Fahrtüchtigkeit

Cannabis - Wie schnell wirkt Cannabis?

Entsprechend den Auswirkungen des Cannabiskonsums auf die Wahrnehmung und Konzentration wie auch auf die Reaktionsgeschwindigkeit haben Tests in Simulatoren gezeigt, dass gerade in der ersten auf den Konsum folgenden Stunde die Fahr- und Flugtauglichkeit stark eingeschränkt ist. Studien haben gezeigt, dass bei vorhergehendem Konsum von Cannabis das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu sein, in etwa doppelt so hoch ist wie bei nüchternen Fahrern. Besonders eindeutige Zusammenhänge haben sich in der Betrachtung von Unfällen mit Todesfolge gezeigt. Hier war der THC-Gehalt im Blut der Betroffenen in aller Regel deutlich höher als bei Unfällen, die nicht tödlich geendet haben.

Wie wird Cannabis angewendet?

Wie bei allen anderen Aspekten muss man auch bei der Herstellung und Anwendung zwischen Cannabis als Droge und medizinischem Cannabis differenzieren.

Cannabis als Droge

Die gängigsten Herstellungsformen von Cannabis im Gebrauch als Droge sind Marihuana (sogenanntes „Gras ) und Haschisch (sogenanntes „Dope oder „Shit ). Bei Ersterem handelt es sich um die getrockneten Blätter und Blüten der Hanfpflanze, bei Letzterem um das Harz ihrer Blütenstände. In selteneren Fällen wird Cannabis als Haschischöl, welches einen konzentrierten Auszug des CannabisHarzes darstellt, konsumiert. Eingenommen wird das Cannabis in diesem Rahmen entweder inhalativ oder oral. Beim inhalativen Konsum kommen meist selbst gedrehte Zigaretten („Joints , der Konsum von Cannabis wird hier umgangssprachlich auch als „kiffen bezeichnet), Wasserpfeifen („Bongs ) oder Verdampfer („Vaporizer ) zum Einsatz. Die letzteren beiden können unter Umständen eine deutliche Intensivierung der Rauschzustände zur Folge haben. Für den oralen Konsum wird das in Öl gelöste THC zum Beispiel in Kuchen oder Plätzchen verarbeitet („Space-Cookies ), auch die Auflösung der Produkte in Tee ist möglich.

Cannabis als Droge

Die Verschreibung von cannabishaltigen Medikamenten ist möglich, jedoch kommen entsprechende Präparate nur bei schwerkranken Patienten und unter bestimmten Bedingungen zum Einsatz. Die Verschreibung erfolgt über ein BtM (Betäubungsmittel) – Rezept und zwar nur dann, wenn keine anderen Behandlungsoptionen verfügbar sind. Dies ist entweder dann der Fall, wenn der Patient „austherapiert ist oder aber wenn andere Behandlungsoptionen aufgrund der zu erwartenden Nebenwirkungen oder angesichts des konkreten Krankheitszustands des Patienten nicht möglich sind. In diesem Fall erfolgt die Therapie mit Cannabis als individueller Heilversuch.

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Welche Cannabis Produkte gibt es?

Wenn sich der Patient in Absprache mit seinem behandelnden Arzt für eine Therapie mit Cannabis entscheidet, stehen unterschiedliche Präparate zur Auswahl. Zum Einen können getrocknete Cannabisblüten oder ölige Cannabisextrakte zum Einsatz kommen. Zum anderen stehen auch diverse Fertigarzneien beziehungsweise isolierte Einzelsubstanzen zur Verfügung. Der Wesentliche Unterschied zu Cannabisblüten oder – extrakten besteht darin, dass es sich bei diesen Präparaten um chemisch isolierte Stoffe handelt. Zu dieser Gruppe an verfügbaren Präparaten zählen Nabilon, Nabixomols sowie Dronabinol.

Bei welchen Krankheiten kann Cannabis angewendet werden?

Der medizinische Einsatz von Cannabis stellt eine vieldiskutierte Kontroverse dar. In Deutschland findet Cannabis im medizinisch therapeutischen Bereich vor allem im Rahmen der Schmerztherapie Anwendung. Die Anwendung von Cannabis bei Patienten mit chronischen Schmerzen ist wissenschaftlich recht gut belegt und stellt den häufigsten Grund für die Verschreibung cannabishaltiger Medikamente dar.
 
Da Cannabis die Bronchien erweitert (Bronchodilatation) und sedierend wirkt, kann es zum Beispiel bei Asthmatikern helfen, die typischen Symptome des Asthmas zu lindern und vor allem die Atmung zu erleichtern. Da bei der Verbrennung des Cannabis Teer entsteht, welcher pathogene Wirkung aufweist, empfiehlt sich eine andere Form der Anwendung. Beispiele sind die Verwendung eines Verdampfers (Vaporizer) oder die orale Einnahme.
 
Bei Patienten mit multipler Sklerose kann Cannabis aufgrund seiner entspannenden Wirkung auf die Muskeln dabei helfen, Krämpfe beziehungsweise Spastiken zu lösen oder zu vermindern und die daraus entstehenden Schmerzen zu lindern. Analog dazu kommt Cannabis auch in der Behandlung von Parkinson zum Einsatz.
 
Da der Konsum von Cannabis den Appetit erhöht, kann es insbesondere bei infolge schwerer Erkrankungen wie AIDS oder Krebs stark untergewichtigen Patienten zum Einsatz kommen. Durch die Steigerung des Appetits kommt es unter Umständen zur Gewichtszunahme und im Idealfall zur Lebensverlängerung. Zur Verbesserung der Lebensqualität wird Cannabis vor allem in der Palliativmedizin eingesetzt, da seine übelkeitslindernde und appetitanregende Wirkung an dieser Stelle äußerst hilfreich sein kann. Aufgrund seiner schmerzlindernden Wirkung kann Cannabis auch bei Fibromyalgie, Rheuma, Migräne, Menstruationsbeschwerden und Zahnschmerzen verwendet werden.
 
Beispiele für dermatologische Erkrankungen beziehungsweise Symptomatiken, bei denen Cannabis in der Vergangenheit positive Wirkungen gezeigt hat, sind Neurodermitis, Psoriasis, Akne und Hyperhidrosis (übermäßiges Schwitzen).
 
Im Bereich psychischer Erkrankungen beziehungsweise Störungen kann Cannabis in etwa bei Burnout positive Wirkungen zeigen. Zudem gibt es einige psychiatrische Krankheitsbilder, bei denen die Einnahme von cannabishaltigen Präparaten sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken kann. Dazu gehören Depressionen, Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sowie Schlafstörungen.

Aufgrund seiner schmerzlindernden Wirkung kann Cannabis auch bei Fibromyalgie, Rheuma, Migräne, Menstruationsbeschwerden und Zahnschmerzen verwendet werden.

Ob Cannabis tatsächlich helfen kann, psychiatrische Symptomatiken zu mindern, stellt ein vieldiskutiertes Thema dar. So hat eine Studie von 2019, durchgeführt von Forschern aus Großbritannien und Italien, den Cannabiskonsum von 900 Patienten, die in verschiedenen Kliniken in Europa und Brasilien wegen einer ersten psychotischen Episode in Behandlung waren, untersucht und deren Antworten mit denen von über 1000 gesunden Kontrollprobanden verglichen. Die Ergebnisse der Studie haben gezeigt, dass Menschen, die jeden Tag Cannabis mit einem THC-Gehalt von mehr als zehn Prozent geraucht haben, ein etwa fünf Mal so hohes Risiko für die Entwicklung einer Psychose hatten. Zahlreiche weitere Studien stützen die These zum ursächlichen Zusammenhang von Psychosen und Cannabis. Gleichzeitig haben einige Studien ergeben, dass das Risiko für die Entwicklung einer Psychose sinkt, wenn der CBD-Gehalt der Präparate erhöht wird. In anderen Studien wurde wiederum kein vergleichbarer Effekt festgestellt. Unter Umständen könnte diese Wirkung von CBD, sofern sie denn wirklich vorhanden ist, bedeuten, dass sich CBD gerade bei frühen Phasen der Psychose als geeignetes Therapiemittel empfehlen könnte.
 
Auch die positiven Auswirkungen von Cannabis auf Patienten mit Depressionen sind bis heute nicht ausreichend belegt. Es steht zwar fest, dass Cannabinoide die Ausschüttung von Neurotransmittern beeinflussen und deswegen entspannend und euphorisierend wirken können. Ihr tatsächliches therapeutisches Potenzial bei depressiven Patienten ist jedoch bis jetzt kaum untersucht, sodass keine sichere Aussage bezüglich ihrer Wirksamkeit getätigt werden kann. Klinische Studien zu diesem Thema fehlen aktuell noch fast gänzlich. Beobachtungen an Patienten haben zu teils widersprüchlichen Beobachtungen geführt. Während ein kurzfristiger, moderater Konsum von Cannabis die Stimmung der Patienten im Allgemeinen zu heben scheint, bewirkt eine zu hohe Dosierung tendenziell eher das Gegenteil und kann die Symptome einer schweren Depression sogar verstärken. Die gleichen Tendenzen zeigt Cannabis auch in der Anwendung bei Patienten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).
 
Derzeit laufen Studien, welche die Behandlung weiterer Erkrankungen mit cannabishaltigen Präparaten untersuchen. Konkret betrachtet werden zum Beispiel Grüner Star (Glaukom), Morbus Crohn sowie TicStörungen.

Cannabis - Wie wirkt Cannabis?

Medikamentöse Präparate

Grundsätzlich empfiehlt sich immer eher die Therapie mit medikamentösen Präparaten als mit Cannabisblüten. Das liegt daran, dass beim Einsatz der Blüten schnell sehr hohe Wirkstoffpeaks erreicht werden und zudem die Konzentrationen an THC und CBD nicht konstant sind und die Dosierung daher nicht so genau kontrolliert werden kann, wie es bei den Fertigarzneimitteln der Fall ist. Des Weiteren können Cannabisblüten mit Pilzen wie zum Beispiel Schimmel befallen sein, was besonders für Tumorpatienten im Endstadium ihrer Erkrankung eine Gefahr darstellt. Prinzipiell ist eine Therapie mit Fertigarzneimitteln also immer der Anwendung von Cannabisblüten vorzuziehen.
 
Auf Cannabis basierende Arzneimittel teilt man in Abhängigkeit von ihrem Cannabinoid-Gehalt in THCdominante, THC-/CBD-balancierte und CBD – dominante Präparate ein. Von dieser Einteilung abhängig ist unter anderem das genaue Wirkprinzip sowie die Intensität der Wirkung.
 
Das Medikament Nabilon (Derivat des THC in Kapselform) kann bei Übelkeit und Erbrechen im Rahmen einer Chemotherapie bei Krebspatienten zum Einsatz kommen. Nabiximols (Mundspray bestehend aus einer Kombination aus gleichen Teilen THC und CBD) kann bei mittelschwerer bis schwerer Spastik bei Multipler Sklerose verwendet werden. Das Präparat Dronabinol ist in Kapselform, als ölige Lösung zur Einnahme sowie als alkoholische Lösung zur Inhalation verfügbar und weist ein besonders vielfältiges Anwendungsprofil auf. Die häufigsten Indikationen sind chronisch-entzündliche Erkrankungen wie zum Beispiel chronische Arthritis oder chronische Schmerzen, insbesondere neuropathische Schmerzen. Unter dem neuropathischen Schmerz versteht man einen typischerweise als brennend oder reißend beschriebenen Schmerz, welcher im Versorgungsgebiet eines peripheren sensiblen Nerven auftritt. Des Weiteren kann Dronabinol bei im Rahmen von Multipler Sklerose auftretender Spastik zum Einsatz kommen. Weitere Indikationen sind Übelkeit und Erbrechen, wie sie zum Beispiel bei Krebserkrankungen im Zustand nach Chemotherapie auftreten, und Appetitlosigkeit.

Kontraindikationen

Es gibt einige Faktoren, die gegen die Einnahme von cannabishaltigen Präparaten sprechen können. Dazu gehören zum Beispiel psychiatrische Komorbiditäten wie schwere Persönlichkeitsstörungen oder Psychosen. Unter einer Psychose versteht man eine psychische Störung, bei der die Betroffenen sowohl sich als auch ihre Umgebung verändert wahrnehmen und im Rahmen dessen oft zum Beispiel Wahnvorstellungen entwickeln. Ebenso spricht eine schwere kardiovaskuläre Komorbidität gegen die Einnahme cannabishaltiger Medikamente. Auch im Falle von Schwangerschaft und Stillzeit ist die Einnahme entsprechender Präparate kontraindiziert. Wegen fehlender Daten ist die Anwendung von Cannabis bei Kindern und Jugendlichen, insbesondere vor der Pubertät, nicht zu empfehlen. Bei älteren Patienten kann es verstärkt zu Nebenwirkungen im Bereich des zentralen Nervensystems sowie des Herz-Kreislauf-Systems kommen. In all diesen Fällen entscheidet letztendlich der Arzt, ob eine Therapie mit cannabishaltigen Präparaten sicher ist.

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Wie wird Cannabis richtig dosiert?

Allen cannabishaltigen Präparaten ist gemeinsam, dass sie einschleichend dosiert werden sollten. Abhängig vom Gehalt an THC sollte die Anfangsdosis bei 25 50 mg Cannabisblüten und die spätere Dosis maximal 100 mg Cannabisblüten liegen. Je nachdem, wie der Patient auf die Therapie reagiert, sollte die Dosis um etwa 2,5 5 mg THC (je nach Sorte etwa 25 100 mg Cannabis) alle ein bis drei Tage gesteigert werden. Bei Cannabissorten, die besonders reich an THC sind, liegen die Tagesdosen oft zwischen 0,2 und 3 g, mit Schwankungen von 0,05 bis 10 g. Die nötige und für den Patienten individuell passende Dosierung an Cannabis schwankt interindividuell sehr stark und kann deswegen nicht pauschalisiert angegeben werden. Die Häufigkeit der Einnahmen im Laufe des Tages ist abhängig von der Art der Einnahme, der zugrundeliegenden Indikation sowie der Wirkdauer. Genauere Details klärt der behandelnde Arzt im direkten Gespräch mit seinem Patient.

Wie wird Cannabis verschrieben?

Cannabis - Wie schnell wirkt Cannabis?

Die maximale Verschreibungsmenge für Cannabis liegt bei 100 000 mg (100g) in 30 Tagen. Dabei ist dieser Maximalwert aus Gründen einer möglichst einfachen Handhabbarkeit unabhängig vom Gehalt einzelner Cannabinoide in der jeweiligen Cannabisorte. Zum aktuellen Zeitpunkt können Ärzte Cannabisblüten mit einem THCGehalt von etwa einem bis 22 Prozent verordnen. Wenn zum Beispiel 100 g Cannabis verordnet werden, kann die Menge an THC also zwischen 100 und 22 000 mg schwanken. Zusätzlich zur Menge muss der Arzt auf dem Rezept auch die Cannabissorte angeben. Es ist auch möglich, verschiedene Sorten mit unterschiedlichen THC-Gehalten gleichzeitig zu verschreiben. Im begründeten Einzelfall kann der Arzt von der festgelegten Höchstmenge abweichen und muss dies auf dem Rezept mit dem Buchstaben „A kennzeichnen. In der Regel wird Cannabis in Dosen von fünf oder zehn Gramm abgegeben.

Am häufigsten verschreiben Fachärzte der Anästhesiologie und der Allgemeinmedizin cannabishaltige Präparate. Darauf folgen Fachärzte der Neurologie und der inneren Medizin. Aber auch in der physikalischen und rehabilitativen Medizin sowie in der Orthopädie und Unfallchirurgie kommen auf Cannabis basierende Medikamente zum Einsatz. Ein Aspekt, der die weitere Verbreitung von medizinischem Cannabis bis jetzt sehr stark einschränkt, ist die geringe Anzahl an Ärzten, die überhaupt Rezepte für Cannabis ausstellt. Gerade für Patienten, für die der Konsum von medizinischem Cannabis eine wesentliche, nicht mehr aus ihrem Alltag wegzudenkende Erleichterung darstellt, ist dies eine wesentliche Hürde, die so nicht existieren müsste. Es ist wichtig, auch bei Ärzten ein höheres Bewusstsein dafür zu schaffen, welche positiven Auswirkungen der Konsum von Cannabis unter anderem haben kann, ohne jedoch seine Schattenseiten und mögliche Risiken zu unterschlagen. Insgesamt ist es wesentlich, dass weitere Studien durchgeführt werden, um die Wissenslage im Bereich des Cannabis zu verbessern.

Welche Cannabissorten kann der Arzt verordnen?

Zum aktuellen Zeitpunkt können Ärzte ausschließlich aus dem Ausland importierte Cannabissorten verordnen. Zurzeit sind 13 verschiedene Sorten verfügbar. Diese sind auf den Gehalt von THC und CBD standardisiert, weitere Cannabinoide sowie Terpene können jedoch in ihren Konzentrationen schwanken und so die Gesamtwirkung verändern.

Cannabis - Wie wirkt Cannabis?

Welche Risiken hat Cannabis?

Cannabis - Wie schnell wirkt Cannabis?

Im medizinischen, ärztlich überwachten Gebrauch beschränken sich die Risiken auf wenige Nebenwirkungen, die nicht zwingend auftreten müssen. Dazu zählen insbesondere Symptome, die die Psyche und Psychomotorik betreffen, wie zum Beispiel Euphorie, aber auch Angst und Müdigkeit. Nebenwirkungen, die das Herz-KreislaufSystem betreffen, sind zum Beispiel Blutdruckabfall und Schwindel. Bei regelmäßiger Einnahme der Präparate tritt in der Regel ein Gewöhnungseffekt ein. Allgemein gelten cannabishaltige Medikamente daher als gut verträglich.

 

Der Konsum von Cannabis abseits des therapeutischen Rahmens trägt wesentlich höhere Risiken. Dies liegt unter anderem daran, dass die Dosierung nicht so genau und kontrolliert erfolgt und die Konsumenten wesentlich schneller in eine Abhängigkeit rutschen können. Durch den stark erhöhten Gehalt an psychoaktiven Cannabinoiden kann es zudem zu einer Reihe unerwünschter Nebenwirkungen kommen, die direkt nach der Einnahme auftreten, aber auch gravierende Langzeitfolgen nach sich ziehen können. Dazu gehören unter anderem verschiedenste Schädigungen im Bereich der Atemwege sowie des Herz-Kreislauf-Systems, aber auch insbesondere die Erhöhung des Risikos für die Entstehung von Psychosen.

Kann man von Cannabis abhängig werden?

Bis dato gibt es keine Fälle, in denen von einer Cannabisabhängigkeit infolge einer medizinisch indizierten und daher ärztlich überwachten Therapie mit cannabishaltigen Präparaten berichtet wurde. Wenn die Therapie abrupt beendet wird, kann es lediglich zu gering bis mäßig ausgeprägten Entzugssymptomen kommen. Anders verhält es sich beim Konsum von Cannabis als Droge. Entgegen der häufig vertretenen Auffassung, Cannabis sei harmlos und mit keinen schlimmen Folgen verbunden, handelt es sich um eine Droge, deren Einnahme zu ernstzunehmenden Konsequenzen und auch zu einer Abhängigkeit führen kann. Etwa ein Prozent der deutschen Bevölkerung ist von einer Cannabisabhängigkeit beziehungsweise einem Cannabismissbrauch betroffen. Die Gefahr, eine Abhängigkeit zu entwickeln, ist dabei nicht für alle Konsumenten gleich hoch. Es gibt unterschiedliche Risikofaktoren, die Rückschlüsse darauf zulassen, wie wahrscheinlich es ist, dass es im konkreten Fall zu einer Abhängigkeit kommt. Dazu zählen vor allem verschiedene psycho-soziale Faktoren. Insbesondere, wenn die Konsumenten Depressionen oder Angstsymptome aufweisen, ist das Risiko erhöht, dass sie Cannabis als eine Form der Selbstmedikation einnehmen und so im Versuch, selbstständig ihre Symptome zu behandeln, in einen Missbrauch und infolgedessen in eine Abhängigkeit rutschen. Besonders häufig entwickeln die Konsumenten eine psychische Abhängigkeit, bei der sie das Gefühl haben, nicht mehr ohne Cannabis auskommen zu können. Da sich hier nach einem dauerhaften Konsum bei einer Einschränkung oder gar Beendigung des Konsums verschiedene Nebenwirkungen einstellen, ist davon auszugehen, dass es zusätzlich zur psychischen Abhängigkeit auch zu einer körperlichen Abhängigkeit kommt. Diese ist zwar nicht so stark ausgeprägt, wie es zum Beispiel bei einer Alkoholoder Heroinabhängigkeit der Fall ist, jedoch empfinden die Betroffenen sie nicht selten als unangenehm genug, um den Konsum von Cannabis wieder aufzunehmen. Zusammenfassend ist zu beachten, dass das eigentliche Problem häufig nicht in der Abhängigkeit an sich, sondern in der psychischen Grundproblematik begründet liegt. Wenn der Konsum von Cannabis zu einer nicht mehr wegzudenkenden Hilfe wird, um den Alltag bewältigen zu können, ist es nötig, sich die zugrundeliegende psychische Situation der Betroffenen anzuschauen und möglichst dort anzusetzen, wo diese den Konsum von Cannabis als zwingend notwendig empfinden.

Körperliche Entzugssymptome

Im körperlichen Bereich kommt es beim Entzug von Cannabis häufig zu einem Appetit- und Gewichtsverlust. Auch Schlafstörungen, motorische Unruhe und das Auftreten eines Tremors sind möglich. Zusätzlich kann es zu verstärktem Schwitzen .

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Psychische Entzugssymptome

Die psychischen Symptome eines Cannabisentzugs sind vielfältig und können in unterschiedlicher Häufigkeit und Ausprägung auftreten. Besonders häufig sind Gereiztheit und Aggression, genauso sind allerdings auch Ängste und Depressionen möglich.

Medikamentöse Therapien

Bis jetzt gibt es keine medikamentöse Therapieoption, um nach einem erfolgreichen Cannabisentzug einem Rückfall vorzubeugen. Allerdings besteht dafür auch keine dringende Notwendigkeit.

Welche Langzeitfolgen sind bei Cannabis möglich?

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass Cannabis keine harmlose Substanz ist und gerade bei chronischem Konsum ernstzunehmende Langzeitschäden nach sich ziehen kann. Diese können sowohl im körperlichen als auch im psychischen Bereich auftreten und unter Umständen dauerhaft sein.

Gehirn

Seit den 1970er Jahren beschäftigt die Forschung sich mit der Frage, ob der Konsum von Cannabis sich negativ auf das Gehirn auswirkt und möglicherweise sogar strukturelle Veränderungen hervorruft. Während das Auftreten struktureller Veränderungen des Gehirns noch nicht sicher bewiesen ist, ist gleichzeitig eindeutig, dass gerade die Hirnleistung vor allem bei langer Dauer und starker Intensität des Konsums deutlich abnimmt. Dies macht sich vor allem dadurch bemerkbar, dass die Lern- und Gedächtnisleistungen sowie die Konzentrationsfähigkeit stark abnehmen. Ebenso kommt es zu Beeinträchtigungen im Bereich der Aufmerksamkeit. Sobald die entsprechenden Personen mit dem Konsum von Cannabis aufhören, verbessern sich diese Fähigkeiten in der Regel schnell wieder. Zudem bereits vielfach belegt ist der Umstand, dass der Einstiegszeitpunkt direkt mit den Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungsfähigkeit korreliert. Insbesondere Personen, die schon früh damit anfangen, Cannabis in irgendeiner Form zu sich zu nehmen, sind also dafür gefährdet, starke Einbußen im Bereich ihres Lern- und Konzentrationsverhaltens zu erleiden.

Atemwege

Im Bereich der Atemwege kann es infolge eines chronischen Cannabiskonsums zu zahlreichen verschiedenen Erkrankungen kommen. Dies ist insbesondere nach inhalativem Konsum der Fall. Beispiele für mögliche Erkrankungen sind chronischobstruktive Lungenerkrankungen (COPD) sowie verschiedene Tumorerkrankungen der Lunge. Ebenso wurde ein gehäuftes Auftreten von Bronchitis beobachtet. Des Weiteren kommt es verstärkt zu Entzündungen der Nasen- und Rachenschleimhaut. Insgesamt wurde gezeigt, dass der inhalative Konsum von Cannabis das Risiko für verschiedene Tumorerkrankungen im Bereich der Atemwege fördert, zu denen zusätzlich zu den oben genannten Tumoren der Lunge auch Tumoren des Kehlkopfes sowie des übrigen HNO-Bereichs gehören.

Grundsätzlich enthält Cannabisrauch in etwa die gleiche Menge an Teer wie Tabakrauch, dessen pathogene Wirkungen deutlich besser und weitreichender erforscht sind. Zu beachten ist auch, dass der Konsum von Cannabis über Wasserpfeifen das Risiko für die Entstehung von Erkrankungen nicht reduziert, da der Rauch entgegen der weit verbreiteten Auffassung nicht gereinigt oder gefiltert, sondern lediglich abgekühlt wird.

Herz Kreislauf System

Studien zur langfristigen Wirkung von Cannabis auf das Herz-Kreislauf-System werden erst seit relativ kurzer Zeit durchgeführt und erfordern dementsprechend weitere Forschung. Die bis jetzt durchgeführten Studien deuten darauf hin, dass in der ersten Stunde nach dem Konsum von Cannabis das Risiko für die Entstehung eines Herzinfarkts erhöht ist, da Cannabis in manchen Fällen die Herzfrequenz der entsprechenden Personen erhöht. Des Weiteren kann es infolgedessen bei in diesem Bereich vorbelasteten Personen zu einer lebensbedrohlichen Überbeanspruchung des Herzens kommen.

Hormon und Immunsystem

Wie in den anderen Bereichen ist auch im Bereich des Hormon- und Immunsystems der Forschungsbedarf bezüglich der genauen Auswirkungen eines Cannabiskonsums hoch. Studien haben jedoch bereits gezeigt, dass der Konsum von Cannabis bei Männern die Sexualfunktion ebenso wie die Konzentration und Beweglichkeit der Spermien erniedrigt. Bei Frauen wurden Störungen des Menstruationszyklus beobachtet. Ob der Konsum von Cannabis die Fruchtbarkeit einschränkt oder sogar zu Unfruchtbarkeit führt, ist noch nicht gesichert.

Psychische Langzeitfolgen

Gerade der chronische Konsum von Cannabis sowie der Konsum von Cannabis in der Jugend erhöht das Risiko für komorbide psychische Erkrankungen signifikant. Von Komorbidität spricht man, wenn die jeweilige psychische Störung zusätzlich zu einer anderen, primären psychischen Störung vorhanden ist. Dabei tritt in der Regel eine Störung vor der anderen auf. Die später aufgetretene Störung wird nun als komorbide Störung bezeichnet. Das heißt also, dass auf einen Patienten mehrere Diagnosen zutreffen.

 

Krankheitsbilder, deren Risiko sich durch chronischen Cannabiskonsum erhöht, sind zum Beispiel affektive Störungen. Dabei handelt es sich um eine Gruppe an Störungen, deren wesentliches Merkmal die Veränderung der Stimmung ist. Die einzelnen Störungen unterscheiden sich in mehreren Faktoren. So differenziert man sie nach Polarität (manisch oder depressiv beziehungsweise unipolar oder bipolar) sowie nach ihrem zeitlichen Verlauf (monophasisch, polyphasisch oder anhaltend). Den größten Anteil der affektiven Störungen bilden die unipolaren Depressionen.

 

Je nach zugrundeliegender Disposition kann der chronische Konsum von Cannabis des Weiteren schizophrene Psychosen auslösen beziehungsweise eine bereits bestehende Schizophrenie entsprechend dem Vulnerabilitäts-Stress-Modells verschlechtern. Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell ist ein Erklärungsmodell für die Entwicklung psychischer Erkrankungen, welches die jeweils zugrundeliegende Anfälligkeit (Vulnerabilität) und den auf die Person wirkenden Stress miteinander in Beziehung setzt und betrachtet, wie diese beiden Faktoren zum Ausbruch der Störung oder Krankheit führen. In Bezug auf den Konsum von Cannabis und daraus resultierende Schizophrenien bedeutet das, dass einige Personen eine genetisch bedingte Anfälligkeit für eine Schizophrenie aufweisen und dementsprechend beim zusätzlichen Auftreten bestimmter äußerer Faktoren, welche als Stressoren bezeichnet werden, eine Psychose entwickeln können. In diesem Fall ist Cannabis ein möglicher Stressor, welcher je nach Intensität des Konsums das Risiko für die Entstehung einer Psychose mehr oder weniger stark erhöht.
 
Ebenso spielt die Wirkstoffkonzentration des verwendeten Cannabis eine Rolle. Zusätzlich zu einer Steigerung des Risikos einer Psychose und affektiver Störungen haben Studien gezeigt, dass der Konsum von Cannabis das Suizidrisiko erhöht. All diese Faktoren sollte man genau bedenken, wenn man den Konsum von Cannabis für sich selbst in Erwägung zieht.

Welche Nebenwirkungen sind bei Cannabis bekannt?

Cannabis - Welche Nebenwirkungen sind bei Cannabis bekannt?

Insbesondere beim Konsum von Cannabis abseits des medizinischen Bereichs kann es zu zahlreichen unterschiedlichen Nebenwirkungen kommen. Diese können sowohl den Körper als auch die Psyche betreffen und unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Aber auch im Rahmen der Einnahme von Cannabis als medikamentöse Therapie können unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten.

Körperliche Nebenwirkungen

Nach der Einnahme von Cannabis kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Außerdem kommt es nicht selten zu Tachykardie, also einem Anstieg der Herzfrequenz über 100 Schläge pro Minute. Des Weiteren tritt oft eine Gefäßerweiterung (Vasodilatation) auf, welche das Hervortreten der Blutgefäße der Bindehaut (Konjunktiva) des Auges bedingt. Dieses Symptom wird auch als konjunktivale Injektion bezeichnet und ist die Ursache der typischen „roten Augen nach dem Konsum von Cannabis. Durch die Unterdrückung der Wirkung des Hormons Leptin, welches normalerweise Sättigungsgefühle vermittelt, kommt es oft zu einer Appetitsteigerung, verstärkten Hungergefühlen und Mundtrockenheit mit Durstgefühl. Schließlich wurde in vielen Fällen die Entstehung eines schweren Lungenemphysems (irreversible Zerstörung von Lungengewebe infolge einer starken Erweiterung der Lufträume) als Folge eines langjährigen inhalativen Cannabiskonsums beschrieben.
 
Im Rahmen einer medikamentösen Therapie mit Cannabis sind zum Beispiel unterschiedliche zentralnervöse Nebenwirkungen möglich. Dazu gehören unter anderem Schwindel, Somnolenz (charakteristisch durch ein pathologisch gesteigertes Schlafbedürfnis gekennzeichnet) sowie Konzentrationsstörungen und Stimmungsschwankungen. Des Weiteren sind verschiedene Nebenwirkungen im Bereich des Magen-Darm-Trakts möglich. Besonders häufig sind an dieser Stelle Übelkeit und Mundtrockenheit.

Psychische Nebenwirkungen

Nach dem Konsum von Cannabis kann es zu ängstlichen Verstimmungen bis hin zu paranoidem Erleben und Panikgefühlen kommen. Des Weiteren sind psychotische Symptome möglich. Ebenso wurde das Auftreten des sogenannten Amotivational Syndrome betrachtet. Darunter versteht man einen dauerhaften und unumkehrbaren Zustand der Demotivation, Antriebslosigkeit und einer daraus resultierenden Persönlichkeitsveränderung.

Cannabis - Psychische Nebenwirkungen

Mit welchen Stoffen gibt es bei Cannabis Wechselwirkungen?

Cannabis ist steht ein Polywirkstoffgemisch, was bedeutet, dass es sich aus mehr als 500 unterschiedlichen Inhaltsstoffen zusammensetzt. Jeder dieser Wirkstoffe kann Wechselwirkungen mit anderen Stoffen auslösen. Es ist daher wichtig, dass sich der behandelnde Arzt im Falle einer medikamentösen Therapie mit cannabishaltigen Präparaten gut mit den möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auskennt.
 
Insgesamt können die Wechselwirkungen zwischen cannabishaltigen Präparaten und verschiedenen Medikamenten sehr unterschiedlich ausfallen. So kann Cannabis die Wirkung von Medikamenten abschwächen oder steigern, aber auch ein gegenteiliger Effekt ist möglich, indem das entsprechende Medikament die Wirkung der Cannabinoide hemmt oder verstärkt. So können bestimmte Präparate die Konzentration von CBD und THC nahezu verdoppeln.
 
Besondere Vorsicht geboten ist bei der gleichzeitigen Einnahme von Cannabis und Antidepressiva. In diesem Fall ist eine Verstärkung der psychoaktiven Effekte der Antidepressiva möglich.

Zytostatika

Es hat sich gezeigt, dass cannabishaltige Medikamente sich sehr gut eignen, um den Nebenwirkungen einer Behandlung mit Cytostatika, also tumorhemmenden Medikamenten, entgegenzuwirken. Insbesondere wirkt sich das Cannabis positiv auf die durch die Cytostatika bedingte Übelkeit aus. Jedoch ist zu beachten, dass bestimmte Leberenzyme so durch THC und CBD gehemmt werden, dass der Abbau der Cytostatika durch die Leber nur noch in eingeschränkter Form erfolgt. Dadurch erhöht sich nicht nur die Konzentration der Wirkstoffe im Blut, auch die durch die Cytostatika bedingten Nebenwirkungen verstärken sich in ihrer Intensität.
 
Zudem besteht die Möglichkeit, dass die Enzyme, die nötig sind, um das Cytostatikum im Körper in seine aktive Form zu überführen, durch THC und CBD gehemmt werden. In diesem Fall würde die Einnahme cannabishaltiger Medikamente die Wirksamkeit des Cytostatikums verringern. Es sind weitere Studien nötig, um die diesbezügliche Forschungslage zu verbessern und neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Gerinnungshemmer

Im Allgemeinen wirkt sich Cannabis nur sehr gering auf die Blutgerinnung aus. Die gemeinsame Einnahme von Gerinnungshemmern und Cannabis kann jedoch zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen beziehungsweise die Gerinnungshemmer in ihrer Funktion einschränken.

Wie sieht die rechtliche Situation beim Thema Cannabis

aus?

Cannabis - Wie sieht die rechtliche Situation beim Thema Cannabis

Die rechtliche Situation bezüglich Cannabis hängt vom jeweiligen Land ab. Jedoch gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz einige Parallelen. Zusammenfassend ist Cannabis in allen drei Ländern für den medizinischen Gebrauch freigegeben, darf jedoch nicht privat konsumiert werden. Beim Verstoß gegen die konkreten gesetzlichen Vorschriften drohen je nach Land unterschiedliche Strafen.

Deutschland

Seit der Verabschiedung des Opiumgesetzes im Deutschen Reichstag im Jahre 1929 wird der Anbau und Konsum von Cannabis in Deutschland streng kontrolliert. 1971 hat das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) das Opiumgesetz abgelöst. Dieses legt generell die gesetzlichen Grundlagen für psychoaktive Substanzen, zu denen auch Cannabis gehört, fest. Das am 10. März 2017 in Kraft getretene Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften hat die Möglichkeiten zur Verschreibung von cannabishaltigen Arzneimitteln erweitert, sodass entsprechende Arzneien seitdem stärker zum Einsatz kommen können.
 
Bis jetzt ist in Deutschland der Besitz, Handel und Anbau von Cannabis verboten. Die Strafe bei Verstoß gegen einen dieser Aspekte fällt je nach Bundesland jeweils unterschiedlich aus. Im Gegensatz zu Alkohol ist bis jetzt kein Grenzwert für Cannabis im Straßenverkehr festgelegt. Unabhängig von der tatsächlichen genauen Menge an Cannabis handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Die Führerscheinstellen gehen allen gemeldeten Verdachtsfällen nach und ziehen den Führerschein der entsprechenden Personen in aller Regel sofort ein. Ebenso werden die entsprechenden Personen zu einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) aufgefordert. Wegen der langen Nachweiszeiten von Cannabis im Körper ist dies nicht selten ein sehr langwieriger Prozess. Die Kosten für die Untersuchung tragen die Betroffenen selbst. Zusätzlich drohen ihnen, sofern der Test positiv ausfällt, Strafen wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Seit 2017 ist es möglich, Cannabis in unterschiedlichen Formen bei schwerkranken Patienten einzusetzen. In diesem Fall verschreibt ein Arzt das entsprechende Präparat, welches in einer Apotheke erworben werden kann. Am 26. Oktober 2022 hat das Bundeskabinett Eckpunkte zur Einführung einer kontrollierten Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken beschlossen. Die tatsächliche Umsetzung steht allerdings bis dato noch aus.

Österreich

In Österreich ist die gesetzliche Grundlage bezüglich Cannabis im Suchtmittelgesetz festgelegt. Am 18. Juli 2022 hat der Verfassungsgerichtshof (VfGH) einen Antrag auf Aufhebung des Cannabisverbots abgelehnt. In Österreich ist daher der Anbau zwecks Suchtmittelgewinnung, der Erwerb, die Verarbeitung, der Besitz, der Verkauf, das Weitergeben sowie die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Cannabis und etwaigen Derivaten davon verboten. Eine Ausnahme hiervon stellt der Erwerb von cannabishaltigen Präparaten für den medizinischen Gebrauch unter ärztlicher Aufsicht dar. Während THC-haltige Produkte in Österreich ohne zum Beispiel eine medizinische Indikation nicht legal erworben werden können, sind Produkte, die lediglich CBD enthalten, frei verkäuflich. Auch in der Apotheke sind entsprechende Produkte zu haben, da sie zwar verschreibungsfähig, nicht jedoch verschreibungspflichtig sind.
 
Wird gegen das Suchtmittelgesetzt verstoßen, ist die Strafe vor allen abhängig von der Menge an Cannabis, welches im Spiel ist, sowie den weiteren Umständen. Beispielsweise wiegt Dealen in der Öffentlichkeit wesentlich schwerer als die Nutzung für den Eigengebrauch.

Schweiz

In der Schweiz zählt Cannabis als verbotene Droge, wenn es einen THC-Gehalt von über einem Prozent aufweist. Liegt der Gehalt an THC unter diesem Grenzwert, darf das Cannabis legal konsumiert und privat angebaut werden. Beim Autofahren darf jedoch kein THC im Blut nachweisbar sein. Zu beachten ist, dass auch der Konsum von in der Schweiz erlaubtem Cannabis zu einem im Blut messbaren THCGehalt führen kann. Daher sollte das Autofahren nach dem Konsum von Cannabis zunächst unterlassen werden.
 
Cannabishaltige Medikamente sind in der Schweiz seit August 2022 erlaubt. Die Verschreibung erfolgt in diesem Fall von ärztlicher Seite. Die Kosten trägt der Patient in der Regel selbst, die Krankenkasse übernimmt sie nur in bestimmten Ausnahmefällen.

Cannabis - Schweiz

Wo kann man Cannabis legal kaufen?

Cannabispräparate mit einem THC-Gehalt von unter 0,2 Prozent können Konsumenten in diversen Online-Shops, Reformhäusern und Drogerien erwerben. Zudem gibt es verschiedene Hanf-Shops, die zahlreiche Präparate, deren THC-Wert unter dieser Grenze liegt, anbieten. Produkte, deren THC-Gehalt über 0,2 Prozent liegt, sind aktuell nur in Apotheken per Betäubungsmittel-Rezept erhältlich und müssen von ärztlicher Seite verschrieben werden.

Woran erkennt man hochwertiges Cannabis?

Ob das Cannabis indoor oder outdoor angebaut wurde, lässt sich anhand der Farbe der Blüten feststellen. Dabei sind Indoor-Blüten im Normalfall wesentlich heller als Outdoor-Blüten, bei denen verschiedene äußere Einflüsse wie Temperatur, Licht und Luftfeuchtigkeit hinzukommen.
 
Ein weiteres Merkmal, anhand dessen man auf die Qualität der Cannabisblüten schließen kann, sind die sogenannten Trichrome. Darunter versteht man die Harzdrüsen, welche die Blüten überziehen und charakteristischerweise aussehen wie zahlreiche kleine, weiße Härchen; die Blüten sehen aus, als wären sie mit Reif überzogen. Die Trichrome sind der Entstehungsort vieler Cannabinoide und Terpene und korrelieren in ihrer Menge mit der Qualität des Cannabis. Je höher die Anzahl der Härchen, desto höher ist die Qualität des Cannabis. Ebenso ist die Farbe der Trichrome entscheidend. Die milchige und trübe Farbe, die sie im Idealfall haben, spricht dafür, dass die Blüten zum richtigen Zeitpunkt geerntet wurden. Wenn die Blüten zu früh geerntet wurden, zeigt sich das in Form einer eher durchsichtigen oder klaren
Färbung der Trichrome.
 
Des Weiteren ist es wichtig, die Blüten stets auf Verunreinigungen wie Schmutz oder Schädlinge sowie auf Schimmel zu prüfen. Auch Samen sollten sich nicht an den Blüten befinden.
 
Um die Blüten möglichst gründlich auf das Aussehen und die Farbe ihrer Trichrome sowie auf das Vorhandensein von Schmutz, Schädlingen oder Schimmel untersuchen zu können, bieten zahlreiche CBD-Shops ihren Kunden mittlerweile Lupen an. Dadurch können auch die feinen härchenartigen Trichrome sehr genau betrachtet werden.
 
Aber nicht nur das Aussehen der Blüten, sondern auch ihre strukturelle Beschaffenheit spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Aussagen über ihre Qualität zu treffen. Idealerweise sollten die Blüten nicht zu trocken und nicht zu feucht sein. Wenn sie zu schnell und bei zu hohen Temperaturen getrocknet wurden, zeigt sich das, indem die Blüten schon bei sehr leichter Berührung zerkrümeln. Wenn die Blüten hingegen zu feucht sind, steigt das Risiko für die Entwicklung eines Schimmelbefalls, welcher sich nicht immer direkt feststellen lässt. Die Oberfläche der Cannabisblüten sollte leicht knackig sein und die Blüten selbst sollten etwas klebrig sein. Diese Klebrigkeit entsteht durch die Harzdrüsen, welche für die Synthese der zahlreichen Inhaltsstoffe des Cannabis verantwortlich sind.
 
Auch der Geruch ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal. Wenn die Blüten kein oder nur ein extrem dezentes Aroma verströmen, spricht das nicht gerade für eine hohe Qualität. Genauso sollte der Geruch jedoch auch nicht zu fruchtig oder künstlich sein, da dies ein Zeichen dafür sein kann, dass die Blüten im Vorfeld mit künstlichen Terpenen oder Aromastoffen behandelt wurden.

Welche Erfahrungen haben Patienten mit Cannabis bislang gemacht?

Gerade in der Behandlung chronischer Schmerzen ist der Einsatz von cannabishaltigen Produkten schon vielfach auf positive Rückmeldung gestoßen. Dabei reagieren die Patienten auf Präparate mit relativ hohem THC-Gehalt besonders gut. Insgesamt berichten etwa 30 bis 40 Prozent der Patienten von einer deutlichen Steigerung ihrer Lebensqualität, was sich zum Beispiel in einem besseren Schlafverhalten oder einer allgemein höheren Entspannung zeigt beziehungsweise daraus

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resultiert. In einigen Fällen brechen die Patienten die Behandlung mit Cannabis wieder ab, weil die Nebenwirkungen gegenüber den Vorteilen der Therapie resultieren. Letztendlich kann Cannabis ein sinnvoller Ansatz sein, wenn sämtliche andere Optionen ausgeschöpft sind oder der Arzt und der Patient es für eine sinnvolle Möglichkeit halten. Ob die Therapie im individuellen Fall erfolgreich ist und zu den gewünschten Ergebnissen führt, kann man jedoch nicht mit Sicherheit vorhersagen.

Wie wird Cannabis angebaut?

Charakteristisch für die Cannabis-Pflanze ist ihre Genügsamkeit, was die Bedingungen im Anbau angeht. Dementsprechend ist sie in der Lage, auf den unterschiedlichsten Böden in nahezu allen Regionen der Welt zu gedeihen und zu wachsen. Dies bedeutet allerdings auch, dass illegale Drogenproduzenten ein leichtes Spiel haben, wenn es darum geht, die Produktion hochzufahren. Hierbei liegen die bedeutendsten Anbaugebiete in zahlreichen afrikanischen, amerikanischen und asiatischen Ländern. Die wesentlichen sind hierbei Marokko, Südafrika und Nigeria für Afrika, die USA, Kolumbien, Brasilien und Mexiko für Amerika sowie die Türkei, Thailand und Nepal für Asien.
 
Für den europäischen Markt wird Cannabis hauptsächlich aus Marokko bezogen. Insgesamt stammen in etwa 70 bis 80 Prozent des in Europa gehandelten Cannabis aus nordafrikanischen Ländern. Zu beachten ist allerdings, dass in den letzten Jahren der Anbau von Cannabis in europäischen Ländern stark an Bedeutung gewinnt. Dabei kommen auch sogenannte Indoor-Anlagen zum Einsatz. Hierbei führen optimierte Wachstumsbedingungen dazu, dass die so gezüchteten Cannabispflanzen einen höheren Ernteertrag und THC-Gehalt aufweisen als es im traditionellen Freilandanbau der Fall ist.

Cannabis - Wie wird Cannabis angebaut?

Wie verbreitet ist Cannabis in der Bevölkerung?

In Deutschland ist der Anteil an Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren, die in den zwölf der Befragung vorangehenden Monaten Cannabis konsumiert haben, von 4,6 % im Jahr 2011 auf 7,6 % im Jahr 2021 angestiegen. Auch der Anteil an jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren ist von 12,7 % im Jahr 2010 auf 25 % im Jahr 2021 angestiegen.
 
2021 lag der Anteil an Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren, die in den letzten zwölf Monaten mehr als zehn Mal Cannabis konsumiert hat, bei 1,6 %, bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren waren es 8,6 %.
 
Laut dem Epidemiologischen Suchtsurvey aus dem Jahr 2021 haben 8,8 % aller Erwachsenen im Alter von 18 bis 64 Jahren in den der Umfrage vorangehenden zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert. Das entspricht in etwa 4,5 Millionen Personen. Die Ergebnisse der Studien haben auch gezeigt, dass der Konsum jedes vierten Cannabiskonsumenten problematisch ist.
 
Wie viele Menschen in Deutschland medizinisches Cannabis konsumieren, wird bislang nicht untersucht. Lediglich die Gesamtzahl der verschriebenen Rezepte wird erfasst. Im Jahr 2019 waren das insgesamt 267 348, im Jahr 2020 340 165. Aktuell geht man davon aus, dass in Deutschland zwischen 60 000 und 80 000 Personen Cannabis verschrieben bekommen. In Kanada beträgt der Anteil ein Prozent der Bevölkerung. In Deutschland entspräche das 830 000 Menschen. Im Jahr 2024 wird der Zugang zu Cannabis durch die Legalisierung und das Auftreten sogenannter Cannabis Clubs massiv erleichtert.

Wie viel kostet medizinisches Cannabis und übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Cannabis - die Krankenkasse die Kosten?

Die Kosten von medizinischem Cannabis sind abhängig von der genauen Art des verabreichten Cannabis sowie von einigen anderen Faktoren. Die Tageskosten belaufen sich in der Regel auf einen Preis zwischen zwölf und 100 Euro. Am günstigsten sind hierbei Rezepturarzneimittel wie Dronabinol, eher kostenintensiver sind zum Beispiel Cannabisblüten.

 

Vor Beginn der Behandlung muss die Krankenkasse eine Genehmigung erteilen, damit die anfallenden Kosten von ihr erstattet werden können. Laut Gesetz darf dieser Antrag allerdings nur in begründeten Ausnahmefällen abgelehnt werden. In der Regel wird über den Antrag innerhalb von drei bis fünf Wochen entschieden. Sofern der Antrag im Rahmen der Palliativmedizin erfolgt, verkürzt sich die Genehmigungsfrist auf drei Tage. Mittels Privatrezept kann die Verordnung jederzeit und für jede Indikation erfolgen und ist nicht von einer Genehmigung durch die Krankenkasse abhängig.

Fazit/Zusammenfassung

Die meisten cannabishaltigen Produkte basieren auf den Stoffen THC und/oder CBD und können unterschiedlich ausgeprägte Wirkungen auf den Körper haben. Beispiele dafür sind Entspannung und Euphorie, aber auch Angst, Aggression, Panik, Niedergeschlagenheit und Konzentrationsstörungen. Während Cannabis zweifellos Potenzial hat, was die Behandlung unterschiedlicher körperlicher und eventuell auch psychischer Symptomatiken angeht, darf man nicht vergessen, dass es sich trotz allem immer noch um eine Droge handelt, die bei inkorrekter Anwendung gravierende Folgen nach sich ziehen kann. Dazu gehören unter anderem unterschiedliche Tumoren und Atemwegserkrankungen, aber vor allem auch Psychosen und ein erhöhtes Suizidrisiko. Alles in allem ist die Forschungslage in dem Bereich noch sehr dünn und erfordert weitere Studien, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Cannabis im medizinischen Bereich und auch an sich weiter zu untersuchen.


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Über den Autor: Dr. med. Benjamin Gehl

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie


Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion.

Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind.

Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

Bitte beachte, dass sämtliche zur Verfügung gestellten Inhalte zu den einzelnen Behandlungen, Abläufen, Preisen etc. generelle Informationen sind und je nach Ärzt*in und individuellem Fall und Ausgangslage variieren können.

Für genauere Auskünfte frag bitte direkt bei dem/der von Dir ausgewählten Ärzt*in an.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Die Cannabis-Pflanze gehört botanisch gesehen zu den Hanfgewächsen (Cannabaceae) und enthält mindestens 60 unterschiedliche Cannabinoide, von denen einige eine psychoaktive Wirkung aufweisen.


Der wesentliche Unterschied zwischen Cannabis als Droge und medizinischem Cannabis besteht darin, dass Cannabis für den medizinischen Gebrauch von Ärzten verschrieben werden muss und über eine Apotheke bezogen wird.


Nachdem die aufgenommenen Wirkstoffe nach etwa 15 Minuten ihr Maximum erreicht haben, lässt die Wirkung nach 30 bis 60 Minuten kontinuierlich ab und ist nach zwei bis drei Stunden in der Regel im Wesentlichen beendet.


Zum aktuellen Zeitpunkt können Ärzte ausschließlich aus dem Ausland importierte Cannabissorten verordnen.

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