Cannabis Rezept erhalten

Ein Cannabis-Rezept ist eine ärztliche Verordnung, die es Patienten ermöglicht, medizinisches Cannabis zu erhalten. Diese Form der Verschreibung ist in Deutschland seit März 2017 möglich, ohne dass eine Sondergenehmigung benötigt wird. Die Verschreibung setzt eine genaue Diagnose und die Feststellung, dass keine alternativen Therapien geeignet sind, voraus.


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Online-Redaktion

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Zuletzt aktualisiert: 10. May, 2024



Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

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Was steht auf einem Cannabis-Rezept?

Ein gültiges Cannabis-Rezept muss bestimmte Angaben enthalten, um von Apotheken akzeptiert zu werden. Dazu zählen: das Ausstellungsdatum, die genaue Arzneimittelbezeichnung, die Menge und die Darreichungsform des Medikaments. Es ist wichtig, dass die Verschreibung von einem autorisierten Arzt stammt und alle erforderlichen Informationen korrekt eingetragen sind.

 

Die Verschreibung von THC-haltigen Cannabisprodukten ist streng reguliert und dient ausschließlich medizinischen Zwecken. Es handelt sich nicht um eine Freigabe zum freizeitlichen Konsum. Ärzte müssen die medizinische Notwendigkeit klar begründen und alternative Behandlungsmethoden in Betracht ziehen, bevor Cannabis verschrieben wird.

Erhalt eines Cannabis-Rezepts

In Deutschland ist es möglich, ein Cannabis-Rezept sowohl von Hausärzten als auch von Fachärzten zu erhalten. Jeder Arzt darf Cannabis verschreiben, ausgenommen sind jedoch Tier- und Zahnärzte.

 

Der Hausarzt ist oft die erste Anlaufstelle für Patienten, die medizinisches Cannabis benötigen. Es ist wichtig, dass der Hausarzt über die medizinische Notwendigkeit und die spezifischen Bedürfnisse des Patienten informiert ist, um eine angemessene Verschreibung sicherzustellen.

 

Fachärzte, insbesondere diejenigen, die sich auf die Behandlung chronischer Schmerzen oder neurologischer Erkrankungen spezialisiert haben, können ebenfalls Cannabis verordnen. Dies ist besonders relevant für Patienten, die sich bereits in fachärztlicher Behandlung befinden und deren Zustand eine spezifische Therapie erfordert. Einen spezialisierten Cannabis Arzt in der Nähe findest du hier.

 

 

Selbsttherapie vs. medizinisches Cannabis

Die Selbstmedikation mit Cannabis, insbesondere wenn es vom Schwarzmarkt stammt, birgt erhebliche Risiken. Die Qualität und der Wirkstoffgehalt solcher Produkte können stark variieren und gesundheitsschädlich sein. Ohne ärztliche Überwachung kann die Selbsttherapie mit Cannabis zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen.

 

Medizinisches Cannabis, das auf Rezept erhältlich ist, unterliegt strengen Kontrollen bezüglich Qualität und Dosierung. Im Gegensatz dazu bietet der Schwarzmarkt keine Sicherheit über die Inhaltsstoffe, was den Konsumenten unbekannten Risiken aussetzt. Die Verwendung von medizinischem Cannabis ist daher deutlich sicherer und effektiver.

Nebenwirkungen von Cannabis

Auch medizinisches Cannabis kann Nebenwirkungen haben, die von leichten Beschwerden wie Müdigkeit oder Schwindel bis zu schwereren Problemen wie psychischen Reaktionen reichen können. Eine sorgfältige ärztliche Betreuung ist entscheidend, um diese Risiken zu minimieren und eine sichere Anwendung zu gewährleisten.

Kostenübernahme durch Krankenkassen

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für medizinisches Cannabis, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu zählt vor allem das Vorliegen einer schwerwiegenden Erkrankung, für die keine alternativen Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen oder diese nicht geeignet sind. Zudem muss eine positive Beeinflussung des Krankheitsverlaufs durch Cannabis wahrscheinlich sein. Unserer Erfahrung nach werden die meisten Anträge von den Krankenkassen leider abgelehnt.

Cannabis auf Privatrezept

Wenn die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die Kosten nicht übernimmt, besteht die Möglichkeit, Cannabis auf Privatrezept zu erhalten. Dies bedeutet, dass die Patienten die Kosten selbst tragen müssen, was insbesondere bei langfristiger Anwendung finanziell belastend sein kann.

Cannabis-Rezept in der Praxis

Die Einnahme und Dosierung von Cannabis sollte stets in enger Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Die individuelle Dosierung hängt von der spezifischen Erkrankung sowie der verordneten Cannabisform ab. Es ist wichtig, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese langsam zu steigern, um die optimale Wirkung zu erzielen.

 

Der Bestellprozess in einer Apotheke für medizinisches Cannabis beginnt mit der Vorlage eines gültigen Rezepts. Apotheken sind verpflichtet, die Echtheit des Rezepts zu überprüfen und die entsprechenden Cannabisprodukte bereitzustellen.

 

Patienten haben das Recht, ihre Apotheke frei zu wählen, um ihr Cannabis-Rezept einzulösen. Dies ermöglicht es den Patienten, die Apotheke auszuwählen, die ihren Bedürfnissen am besten entspricht, sei es in Bezug auf die Verfügbarkeit von Produkten.

Telemedizin und Cannabis-Rezepte

Die telemedizinische Verschreibung von Cannabis bietet Patienten, die bei ihrem Hausarzt kein Rezept erhalten haben, eine alternative Möglichkeit. Spezialisierte Anbieter ermöglichen eine einfache und bequeme Verschreibung über Online-Konsultationen. Dies erweitert den Zugang zu medizinischem Cannabis erheblich und bietet eine diskrete und flexible Behandlungsoption.

 

Um Cannabis-Patient bei einem Telemedizin-Anbieter zu werden, ist in der Regel ein einfacher Prozess erforderlich. Patienten können sich über eine Online-Plattform anmelden und müssen oft nur einen Fragebogen ausfüllen oder an einer Video-Sprechstunde teilnehmen. Dieser niedrigschwellige Zugang erleichtert vielen Patienten den Einstieg in die Behandlung mit medizinischem Cannabis.

Fazit

Die Möglichkeit, Cannabis auf Rezept in Deutschland zu erhalten, bietet vielen Patienten mit schweren und chronischen Erkrankungen eine alternative Behandlungsoption. Trotz der rechtlichen Freigaben und der medizinischen Anerkennung von Cannabis als Therapieoption müssen Patienten jedoch oft umfangreiche bürokratische Hürden überwinden. Es ist wichtig, dass sich Patienten sich umfassend informieren und mit qualifizierten Ärzten zusammenarbeiten, um die bestmögliche Behandlung und Unterstützung zu erhalten. Die jüngsten Gesetzesänderungen könnten den Zugang zu medizinischem Cannabis weiter erleichtern, was die Lebensqualität vieler Betroffener verbessern könnte.


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Über den Autor: Dr. med. Benjamin Gehl

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie


Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion.

Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind.

Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

Bitte beachte, dass sämtliche zur Verfügung gestellten Inhalte zu den einzelnen Behandlungen, Abläufen, Preisen etc. generelle Informationen sind und je nach Ärzt*in und individuellem Fall und Ausgangslage variieren können.

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