Blinddarmentzündung (Appendizitis)

Rund acht Prozent der Menschheit erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Blinddarmentzündung. Dabei entzündet sich der Wurmfortsatz durch Bakterien und löst somit starke Schmerzen im rechten Unterbauch aus, oftmals von anderen Symptomen begleitet. Hier erfährst Du alles über die Krankheit, ihre Ursachen und Anzeichen sowie die Diagnose und die daraus resultierende Behandlung.


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Zuletzt aktualisiert: 4. August, 2020



ICD-10-GM-2020 K35

Was versteht die Medizin unter einer Blinddarmentzündung?

Eine Blinddarmentzündung – auch Appendizitis genannt – ist eine Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix veriformis). Typisch für diese Erkrankung sind stechende Schmerzen im Unterbauch, Übelkeit und auch Appetitlosigkeit. Diese werden durch eine Reizung des Bauchfells und eine fortschreitende Entzündung des Darmes ausgelöst. Bei einer Blinddarmentzündung kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie beispielsweise einem Darmdurchbruch kommen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt oder bemerkt wird. Vor allem für ältere Personen oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann eine derartige Komplikation tödlich enden. Aus diesem Grund operieren die meisten Fachleute eine Appendizitis relativ zügig.
 
Die Literatur beschreibt, dass bis zu zwanzig Prozent der Blinddarmoperationen nicht notwendig wären, wenn die Verdachtsdiagnose bestätigt werden würde. Ultraschalluntersuchungen und Techniken der Radiologie, wie das MRT haben immer mehr an Bedeutung gewonnen. Besonders sind Kinder und Jugendliche von dieser Erkrankung betroffen. Erwachsene und Personen höheren Alters sind ebenfalls nicht davor geschützt.
 
Von einer Blinddarmentzündung sind am häufigsten Kinder und Jugendliche betroffen

Was sind die Symptome einer Blinddarmentzündung?

Je nach Phase der Blinddarmentzündung treten unterschiedliche Symptome auf. Vor allem zu Beginn sind ziehende oder stechende Schmerzen im Oberbauch typisch. Oftmals interpretieren Patienten diese Beschwerden jedoch als Magenprobleme, woraufhin sich diese weiter in die Akutphase entwickeln. Die Schmerzen wandern dabei in den rechten Unterbauch und verstärken sich. Sie können auch bis in die linke Seite oder den gesamten Bauchraum ausstrahlen. Je nach Lage des Wurmfortsatzes kann die Quelle der Schmerzen von Mensch zu Mensch variieren. Außerdem kann der Appendix seine Lage, beispielsweise während einer Schwangerschaft, verändern.
 
Charakteristisch für die Akutphase einer Appendizitis ist der stärker werdende Schmerz während des Laufens, beim Springen und eine zunehmende Übelkeit. Außerdem können Betroffenen ihr rechtes Bein nicht mehr schmerzfrei anheben. Weitere Symptome sind erhöhte Temperatur, Appetitlosigkeit, Übelkeit bis zum Erbrechen, Verstopfungen oder Durchfall und manchmal auch erhöhter Puls oder Nachtschweiß.

Wie äußert sich eine Blinddarmentzündung bei Schwangeren, Kindern und Senioren?

Gerade bei diesen Gruppen kommt es oft zu einem anderen Verlauf einer Blinddarmentzündung, was dazu führt, dass Spezialisten die Diagnose schwerer fallen kann.
 
Kleinkinder haben häufig stärkere Schmerzen als andere Altersgruppen. In jungen Jahren kommt diese Krankheit selten vor. Ab dem Alter von fünfzehn Jahren steigt jedoch auch das Risiko einer Erkrankung. Die Schmerzen erstrecken sich dabei über den gesamten Bauchraum und werden meist auch noch von einer starken Übelkeit begleitet. Bei Kindern, die sehr früh erkranken, ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Riss im Wurmfortsatz als Folge einer Blinddarmentzündung höher. Betroffene Personen, die schon etwas älter sind, haben im Gegensatz dazu eher mildere Symptome. Die Schmerzen und die Übelkeit sowie das Erbrechen sind weniger intensiv ausgeprägt oder nicht vorhanden und es kommt auch eher selten zu einer erhöhten Temperatur. Dadurch stellen Experten eine Entzündung des Blinddarms bei älteren Menschen oftmals erst in einem fortgeschritteneren Stadium fest.
 
Vor allem bei schwangeren Patientinnen ist der Wurmfortsatz in einigen Fällen aus dem Unterbauch in den rechten Ober- und Mittelbauch verschoben. Dadurch treten die typischen Schmerzen einer Appendizitis nicht an den gewohnten Stellen, wie beispielsweise dem Rücken, auf und erschweren so die Diagnose. Außerdem können selbst Mediziner nicht immer Schwangerschaftsbeschwerden von einer Entzündung des Blinddarms unterscheiden, da sich die Anzeichen stark ähneln.

Welche Ursachen hat eine Blinddarmentzündung?

Bei der Verdauung werden grundsätzlich die von der Magensäure vorverdauten Nahrungsmittel in den verschiedenen Darmabschnitten verarbeitet. Der Wurmfortsatz übernimmt bei diesem Prozess eigentlich keine konkrete Aufgabe. Später werden die Speisereste eingedickt und als Kot ausgeschieden. Dabei gelangen diese auch teilweise in den Wurmfortsatz, wandern aber im Normalfall rasch in den Dickdarm weiter. Der Wurmfortsatz ist ein dünner, bis zu zehn Zentimeter langer Darmschlauch, der an seiner einzigen Öffnung mit dem Dickdarm verbunden ist. Wenn es an dieser Verbindungsstelle zu einer Verstopfung kommt, stauen sich Sekrete im Appendix.
 
Durch die Bakterien aus dem Dickdarm, die sich hier auch vermehren können, wird eine Entzündung ausgelöst. Ein derartiger Verschluss kann durch verhärteten Kot entstehen. Seltener löst ein Fremdkörper wie beispielsweise ein Obstkern diese Verstopfung aus. Auch eine ungünstige Lage oder einen Knick des Wurmfortsatzes kann zu einem Sekretstau führen. Eine seltene Ursache für eine Blinddarmentzündung sind Tumore oder auch Parasiten.
 
Auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Bakterieninfektionen von anderen Darmabschnitten können den Blinddarm reizen. Hier greift dann die ursprüngliche Entzündung auf den Wurmfortsatz über.
 
Eine Blinddarmentzündung kann unter anderem durch Bakterien ausgelöst werden

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Blinddarmentzündung?

Generell ist es schwierig zu sagen, welche Faktoren zu einer Blinddarmentzündung führen, da man ihr in der Regel nicht vorbeugen kann. Experten raten jedoch zu einer ausgewogenen, ballaststoffreichen Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Menschen, die auf ihre Ernährung achten, sind seltener von einer Appendizitis betroffen. Außerdem solltest Du es vermeiden, die Kerne von Früchten zu schlucken.

Wie ist der Krankheitsverlauf einer Blinddarmentzündung?

Spezialisten unterscheiden zwischen zwei Arten der Blinddarmentzündung: die einfache und die destruktive. Dabei beziehen sie den Schweregrad der Entzündungen mit ein.
 
Bei der einfachen Blinddarmentzündung – auch Appendizitis simplex genannt – ist das Gewebe zwar entzündet, wird jedoch nicht zerstört. Bei dieser Art der Blinddarmentzündung gibt es wiederum zwei Stadien: das katarrhalische Stadium und das seropurulente Stadium. Während im zuerst genannten Stadium der Wurmfortsatz „nur“ geschwollen und gerötet ist und sich auch wieder spontan zurückbilden kann, bildet sich im Zweiten zusätzlich Eiter. Wenn sich die Blinddarmentzündung bereits in diesem Stadium befindet, kann sie sich innerhalb der nächsten 24 bis 48 Stunden zu einer destruktiven Entzündung weiterbilden.
 
Bei einer Appendizitis destructiva, die destruktive oder zerstörerische Entzündung des Blinddarms, zerfällt das betroffene Gewebe allmählich. Somit kann es dazu kommen, dass der Wurmfortsatz aufplatzt und der entzündliche Inhalt, also die Bakterien, sich im Bauchraum verteilen. Hier spricht man auch von einem Darmdurchbruch oder einer Perforation. Dies wiederum kann zu einer Bauchfellentzündung führen. Aus diesem Grund solltest Du bei dem Verdacht auf eine Blinddarmentzündung unbedingt sofort handeln und Dich an Deinen Arzt wenden.
 
Eine Appendizitis kann auch chronisch verlaufen. Das bedeutet, dass sich die Entzündung nicht auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt, sondern sich die typischen Symptome über Jahre hinweg immer wieder zeigen. Sie klingen jedoch meistens bereits nach wenigen Stunden wieder ab. Spezialisten sprechen hier von einer chronisch-rezidivierenden Appendizitis.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Da Blinddarmentzündungen sich oft innerhalb kurzer Zeit weiterentwickeln, solltest Du auf Symptome rasch reagieren und Dich an Deinen Arzt wenden. Hier gilt auf jeden Fall die Regel „Vorsicht ist besser als Nachsicht“. Sobald Du Schmerzen im rechten Unterbauch bemerkst, ist es wichtig, dass Du diese im Auge behältst und bei keiner Besserung einen Experten konsultierst. Wenn Du den Verdacht hast, an einer Appendizitis zu leiden, solltest Du auch nichts mehr essen und Dich möglichst rasch untersuchen lassen.

Wie diagnostiziert der Arzt eine Blinddarmentzündung?

Verschiedene Kriterien spielen bei der Diagnose einer Blinddarmentzündung eine Rolle. Dazu gehören vor allem Alter und Geschlecht. Abhängig vom Alter nehmen Betroffene die Schmerzen oder Symptome unterschiedlich wahr. Zusätzlich gibt es für bestimmte Altersgruppen auch andere typische Erkrankungen als Ursache für Bauchschmerzen, die der Spezialist berücksichtigen muss. Auf das Geschlecht bezogen können beispielsweise Regelschmerzen, Eileiterschwangerschaften oder Entzündungen der Eierstöcke bei Frauen ebenfalls als Ursache, für die ansonsten für Blinddarmentzündungen typischen Symptome gelten.
 
Zunächst wird Dein Arzt eine Anamnese durchführen. Dabei beschreibst Du ihm Deine Symptome und auch Deine Krankengeschichte, sowie etwaige Krankheitsfälle innerhalb Deiner Familie. Anschließend untersucht der Experte Dich, natürlich mit speziellem Augenmerk auf Deinen Bauch und Deine Bauchdecke. Er achtet dabei besonders auf Druckschmerzen in bestimmten Bereichen, aber auch auf unbestimmte Druckschmerzen in gewissen Bereichen des Bauchraums. Vor allem der rechte Unterbauch spielt hier eine große Rolle. Dabei unterscheiden Ärzte zwischen schmerzhaften Druckpunkten und schmerzhaften Manövern.
 
Die Diagnose einer Blinddarmentzündung kann unter anderem durch eine gewisse Drucktechnik erfolgen
 
Bei schmerzhaften Druckpunkten tastet der Arzt den Unterbauch ab und achtet dabei besonders auf bestimmte Punkte. Einer dieser ist der sogenannte McBurney-Punkt. Dieser liegt in der Mitte der Verbindungslinie zwischen Bauchnabel und dem Vorsprung des rechten Hüftknochens. Auch das Blumberg-Zeichen ist typisch. Hier drückt der Arzt auf den Unterbauch des Patienten und lässt dann plötzlich los. Dies hat zur Folge, dass es bei Erkrankten zu einem sogenannten Loslass-Schmerz kommt.
 
Schmerzhafte Manöver beinhalten beispielsweise das Roysing-Symptom. Der Spezialist streicht hier den Dickdarm in Richtung des Unterbauchs aus und verursacht so, bei einer Entzündung des Blinddarms, Schmerzen. Eine weitere Methode ist es, das sogenannte Psoas-Zeichen hervorzurufen. Dafür muss der Patient sein rechtes Bein gegen Widerstand anheben. Wenn daraufhin ein Schmerz im rechten Unterbauch entsteht, kann es sich um eine Appendizitis handeln.
 
Auch Blutuntersuchungen sind bei der Diagnose einer Blinddarmentzündung hilfreich. Dafür nimmt der Arzt Dir Blut ab und lässt es in einem Labor untersuchen. Bei der Analyse achtet er vor allem auf die Werte, die bei einer Entzündung erhöht sind. Dazu gehören beispielsweise die Blutsenkungsgeschwindigkeit, die weißen Blutkörperchen und auch das C-reaktive Protein. Auch wenn tatsächlich eine Entzündung vorliegt, kann es vorkommen, dass die Befunde unauffällig sind, weshalb auf weitere Diagnosemöglichkeiten zurückgegriffen wird.
 
Als bildgebendes Verfahren führen Spezialisten oft eine Ultraschalluntersuchung durch. Dabei kann ein entzündeter Wurmfortsatz oder auch etwaige Komplikationen sichtbar gemacht werden. Für den Fall, dass die Symptome und Beschwerden sehr vieldeutig sind, können Experten auch noch zusätzlich eine Computertomografie durchführen. Ärzte nutzen auch eine Laparoskopie – also eine Bauchspiegelung – bei der man eindeutig erkennen kann, ob eine Blinddarmentzündung vorliegt. Hierbei kann man zeitgleich mit der Untersuchung auch gleich das entzündete Gewebe entfernen.
 
Vor allem bei Frauen ist die Diagnose einer Blinddarmentzündung oftmals schwierig. Erkrankungen wie Eierstock- oder Eileiterentzündungen rufen ähnliche Symptome wie eine Appendizitis hervor. Deshalb ist es üblich, Frauen zusätzlich gynäkologisch zu untersuchen.

Wie wird eine Blinddarmentzündung behandelt?

Blinddarmentzündungen werden generell mit einer Operation oder Infusionen und Antibiotika behandelt, wobei Spezialisten heutzutage hauptsächlich auf den chirurgischen Eingriff setzen. Die Methode, die Infusionen und Antibiotika beinhaltet, wird auch als konservativ bezeichnet, während der Eingriff bei Medizinern als Appendektomie bekannt ist. Die konservative Behandlung beinhaltet außerdem auch den Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel und Bettruhe, gilt aber als weniger effektiv.
 
Bei der Blinddarmoperation gibt es zwei verschiedene Methoden. Zum einen die klassische Appendektomie mit einem kleinen bis hin zu einem großen Bauchschnitt, die auch als Laparotomie bekannt ist, oder die minimal-invasive Behandlungsmethode, die laparoskopische Appendektomie. Beide Varianten werden unter Vollnarkose durchgeführt und dauern im Durchschnitt etwa zwanzig bis vierzig Minuten.
 
Bei der klassischen, offenen Operation zieht der Chirurg einen etwa fünf Zentimeter langen Schnitt in den rechten Unterbauch. Anschließend entfernt er das Gewebe des entzündeten Wurmfortsatzes und vernäht dann die Wundränder. Bei dieser Methode bleibt allerdings in den meisten Fällen eine sichtbare Narbe am Bauch zurück.
 
Die Laparoskopie wird unter Experten auch als operative Bauchspiegelung oder Schlüssellochmethode bezeichnet. Dabei macht der Chirurg drei sehr kleine Schnitte in den Bauch. Durch einen dieser Schnitte führt er ein Laparoskop in den Bauchraum. Hier handelt es sich um ein stabartiges Gerät, das mit einer Kamera, einer Lichtquelle und weiteren Funktionen ausgestattet ist. Die Kamera überträgt ein Bild des Bauchraums auf einen Monitor, wodurch der Chirurg genau beobachten kann, wie er vorgeht. Die anderen beiden Schnitte dienen dazu, dass der operierende Arzt die Instrumente, die er benötigt, ebenfalls in den Bauch einführen kann. Anschließend entfernt er, wie auch bei der klassischen Operation, den entzündeten Wurmfortsatz und vernäht die Wunden. Für eine bessere Sicht füllt er außerdem den Bauchraum mit Kohlendioxid. Dieser Eingriff bietet verschiedene Vorteile.
 
Bei einer Blinddarmentzündung kommt heutzutage meist eine Operation zum Einsatz, da konservative Methoden oftmals nicht sehr effektiv sind
 
So bleiben bei dieser Methode nur in den seltensten Fällen sichtbare Narben zurück. Außerdem sind die Schmerzen im Normalfall deutlich weniger. Auch die Wahrscheinlichkeit auf eine Wundinfektion ist im Vergleich zur offenen Operation sehr gering. Die Zeit, die der minimal-invasive Eingriff beansprucht, ist dafür länger und außerdem können, für den Fall, dass es zu inneren Blutungen kommt, diese nicht so schnell gestillt werden, wie bei dem offenen Verfahren.
 
Welche Methode der Arzt anwendet, hängt zum einen von der Situation ab und zum anderen auch von dem Patienten. So eignet sich die Schlüssellochmethode beispielsweise besonders im Anfangsstadium einer Blinddarmentzündung, während Ärzte bei einer fortgeschrittenen Erkrankung oftmals die offene Operation bevorzugen.
 
Häufig verabreichen Mediziner kurz vor dem Eingriff einmalig Antibiotika. In besonders schweren Fällen, vor allem bei einer Bauchfellentzündung oder einer perforierten Entzündung, muss der Patient die Antibiotikatherapie auch nach der Operation fortsetzen. Dies dient dazu, dass sich das Fieber und auch die Leukozyten, also die weißen Blutkörperchen, wieder normalisieren.

Was muss ich nach einer Blinddarm-OP beachten?

Im Anschluss an eine Blinddarmoperation musst Du gewöhnlich für ein paar Tage im Krankenhaus bleiben, damit die Ärzte überprüfen können, ob Dein Darm wieder seine normalen Funktionen aufgenommen hat. Am Abend nach dem Eingriff kannst Du im Normalfall trinken, feste Nahrung erhältst Du meist am Tag nach der Operation. Manche Patienten benötigen nach der Operation Flüssigkeit oder Nährstoffe, die über eine Infusion eingeführt werden. Etwa eine Woche nach dem Eingriff entfernen Spezialisten dann die Nähte. Dies kann auch ambulant durchgeführt werden.
 
Generell solltest Du Dich einige Tage schonen. Vor allem das Gehen ist zu Beginn oft schmerzhaft, weswegen Du viel Ruhe brauchen wirst. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist von Patient zu Patient verschieden, beläuft sich im Normalfall allerdings auf etwa zwei bis drei Wochen, in denen Dich Dein Arzt krankschreibt.

Welche Komplikationen können bei einer Blinddarm-OP auftreten?

Operationen am Blinddarm sind keine Seltenheit, weswegen sie für viele Chirurgen zu den Routine-Eingriffen zählen. Dennoch kann es während einer Operation, genau wie bei anderen Eingriffen, zu Komplikationen wie Blutungen kommen. Das Risiko ist jedoch verhältnismäßig gering. Auch einige Tage nach der Operation kann es noch zu Problemen kommen. Wenn Symptome wie plötzliches Fieber und Schmerzen rund um den Darm auftreten, kann es sich um einen Bauchdecken-Abszess handeln. Dabei sammelt sich Eiter unter der Bauchdecke, der dann im Rahmen eines weiteren Eingriffes abgelassen werden muss.
 
Als Seltenheit gelten Vernarbungen, also Verwachsungen, im Bauchraum. Dabei kommt es zu Verklebungen der Bauchorgane, wodurch der Stuhl nicht mehr ungehindert passieren kann. Diese schwere Komplikation tritt im Laufe der ersten drei Wochen nach der Blinddarmoperation auf oder aber auch bei einer Appendizitis, die von selbst wieder abklingt. Diese Problematik muss ebenfalls mit einem weiteren Eingriff behandelt werden.
 
Blinddarmentzündungen können auch, bei einer zu späten Behandlung, zu einer Perforation des Wurmfortsatzes führen. Das bedeutet, dass dieser durchbricht und als Folge dessen Bakterien, zusammen mit dem Darminhalt, in die Bauchhöhle gelangen. Dort breiten sie sich aus und bilden Eiterherde, was wiederum zu einer Bauchfellentzündung führen kann. Dabei verstärken sich die Schmerzen plötzlich und betreffen den gesamten Bauchraum. Die Muskulatur verspannt sich, wodurch die Bauchdecke bretthart wird.

Wie ist die Prognose bei einer Blinddarmentzündung?

Wenn Du an einer Blinddarmentzündung erkrankst und diese nicht behandeln lässt, kann dies lebensbedrohlich sein. Durch eine Operation oder die Einnahme von Antibiotika (eher selten) kannst Du dieser Krankheit jedoch gut entgegenwirken.
 
Zu früheren Zeiten oder in schlecht entwickelten Ländern betrug die Sterberate etwa fünfzig Prozent oder mehr. Durch eine rechtzeitige Behandlung sinkt diese Rate heutzutage jedoch auf nur knapp ein Prozent. Im Normalfall findet die Genesung schnell und ohne bleibende Probleme statt. Dies kann sich jedoch im fortgeschrittenen Alter oder bei Komplikationen verschlechtern. Eine Folge daraus können zum Beispiel wiederholte Operationen sein.
 
Frühzeitig erkannt und behandelt, haben die Betroffenen durch eine Blinddarmentzündung keine negativen Konsequenzen zu befürchten

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Blinddarmentzündung?

Generell haben Personen mit Krankenversicherung ein Recht auf stationäre sowie ambulante Versorgungen, sowie Arzneimittel und diverse andere Leistungen, wobei die Kosten gänzlich von der Versicherung übernommen werden. In manchen Fällen kann es jedoch zu Zuzahlungen kommen, die der Patient selbst tätigen muss. Das bedeutet, dass die Krankenkasse die Kosten einer Blinddarmentzündung zumindest großteils übernehmen muss. Bei etwaigen anfallenden Kosten durch Medikamente oder Ähnliches, kann es sein, dass der Betroffene einen Bruchteil selbst finanzieren muss.

 


Dauer Dauer

20-40 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Bis zu 6 Wochen

Stationärer Aufenthalt Stationär

3-5 Tage

Das Wichtigste zusammengefasst

Zusammenfassend ist eine Appendizitis die Entzündung des Wurmfortsatzes, also eine Blinddarmentzündung. Diese entsteht, wenn es zu einer Verstopfung des kleinen Darmabschnittes kommt. Dadurch können sich Bakterien in diesem Bereich vermehren und eine Entzündung auslösen oder sogar zu einem Darmdurchbruch führen


Experten unterscheiden zwischen der einfachen und der destruktiven Appendizitis. Bei der destruktiven Entzündung bildet sich bereits Eiter im Wurmfortsatz und das Gewebe beginnt sich aufzulösen. Aus diesem Grund muss hier der Darmabschnitt möglichst schnell entfernt werden. Denn wenn es zu einem Darmdurchbruch kommt, können sich die entzündlichen Bakterien im gesamten Bauchraum ausbreiten und weitere Entzündungsherde bilden


Die typischen Symptome für eine Appendizitis sind starke Schmerzen im rechten Unterbauch, sowie Übelkeit, Erbrechen und auch Fieber. Wenn die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten ist, kann es auch zu starken Schmerzen beim Gehen kommen


Ärzte behandeln eine Blinddarmentzündung heutzutage hauptsächlich operativ, wobei es hier ein minimal-invasives Verfahren und den klassischen Eingriff gibt. Welche Methode angewandt wird, hängt hauptsächlich vom Stadium der Erkrankung ab. Grundsätzlich übernimmt die Krankenkasse, bei der man versichert ist, sowohl die Kosten der stationären als auch die der ambulanten Behandlung. Es kann jedoch zu etwaigen Zusatzkosten kommen, von denen Du einen Bruchteil selbst übernehmen musst

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