Bauchschmerzen

Unter Bauchschmerzen versteht man in der Medizin verschiedene Schmerzempfindungen im Bauchbereich. Die Schmerzen, die sowohl im Ober-, als auch im Unterbauch vorkommen und oftmals von weiteren, unangenehmen Beschwerden begleitet werden, können verschiedenste Ursachen haben. Welche Auslöser zu Bauchschmerzen führen, wann Du zum Arzt gehen solltest, welche Hausmittel Du zur Linderung Deiner Symptome einsetzen kannst und alle weiteren wichtigen Informationen findest Du hier!


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Online-Redaktion

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Zuletzt aktualisiert: 1. Oktober, 2020



ICD-10-GM-2020 R10

Was versteht die Medizin unter Bauchschmerzen?

Unter Bauchschmerzen verstehen Ärzte ein Drücken, Stechen oder Krampfen im Bauchbereich. Die Symptome können sehr vielfältig sein und verschiedensten Ursachen zugrunde liegen. Oft können Patienten den genauen Ursprung der Schmerzen nicht lokalisieren, allerdings unterscheiden Ärzte in der Regel zwischen Schmerzen im gesamten Bauch, Oberbauchschmerzen und Unterbauchschmerzen.
 
Unter Bauchschmerzen verstehen Ärzte ein Drücken, Stechen oder Krampfen im Bauchbereich. Die Symptome können sehr vielfältig sein und verschiedensten Ursachen zugrunde liegen
 

Was sind die Symptome bei Bauchschmerzen?

Bei Bauchschmerzen empfinden Patienten ein Grummeln, Ziehen oder Krampfen im Bauchraum. Diese Empfindungen können unterschiedlich stark auftreten und durchgängig oder auch wellenartig vorkommen. Die Schmerzen im Bauchraum können allein auftreten, oder von weiteren Symptomen begleitet sein. Dazu zählen unter anderem Übelkeit und Erbrechen, aber auch Fieber, Durchfall, Verstopfungen oder Blähungen.

Wie entstehen allgemeine Bauchschmerzen?

Bauchschmerzen treten in der Regel nach üppigem, schwer verdaulichem Essen oder bei einer Magenverstimmung auf. Ein weiterer Grund für das Entstehen von Bauchschmerzen ist die Regelblutung bei Frauen.
 
Häufig sind auch Personen von Bauchschmerzen betroffen, die oft unter Stress stehen. Ein hektischer Lebensstil und eine angeschlagene Psyche können sich auf den Bauch auswirken und zu Magen-Darm-Beschwerden und Verdauungsstörungen führen.
 
Auch Magen-Darm-Infektionen oder Nahrungsmittelvergiftungen sind oftmals der Auslöser für Bauchschmerzen, werden von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall begleitet und auch Fieber und allgemeine Abgeschlagenheit sind bei diesem Krankheitsbild nicht selten.
 
Meistens ist der Grund für die Entstehung dieser Krankheit also relativ unspektakulär, allerdings kann auch eine Erkrankung der inneren Organe die Symptome auslösen. Im Bauchraum des Menschen befinden sich die wichtigsten Verdauungsorgane und wenn diese beeinträchtigt sind, kann das Schmerzen hervorrufen. In der Regel lässt sich die Ursache für die Bauchschmerzen je nach Ursprungsort eingrenzen. 

Welche Ursachen haben Oberbauchschmerzen?

Je nachdem, wo ein Patient die Bauchschmerzen lokalisiert, lassen sich unterschiedliche Gründe für die Erkrankung ausmachen. Wenn Du an Bauchschmerzen leidest und diese vorwiegend im Oberbauch verspürst, kann das Aufschluss über die Ursache der Krankheit geben. Oberbauchschmerzen können zum Beispiel von den dort liegenden Organen ausgelöst werden. In dieser Region des Bauchs liegen wichtige Verdauungsorgane, darunter der Magen, der Zwölffingerdarm, die Leber, die Gallenblase, die Milz und die Bauchspeicheldrüse. Den Organen des Verdauungssystems liegen die häufigsten Ursachen für Oberbauchschmerzen zugrunde.
 
Als eine der weitverbreitetsten Auslöser für Schmerzen im Oberbauch gilt Sodbrennen. Die meisten Menschen leiden an Sodbrennen, nachdem sie üppige Mahlzeiten zu sich genommen haben. Betroffene verspüren aufsteigende Schmerzen hinter dem Brustbein und im Bereich des Oberbauchs. Diese können sich bis in den Hals hinauf ausbreiten und werden oft durch Sekundärsymptome wie saures Aufstoßen begleitet, verursacht durch den Aufstieg von Magensäure über die Speiseröhre.
 
Wenn diese in regelmäßigen Abständen von aufsteigender Magensäure gereizt wird, kann es an ihrer sensiblen Schleimhaut zu Entzündungen kommen. Die Folgen sind weitere Schmerzen.
 
Die Refluxkrankheit kann, wenn sie nicht zeitgerecht behandelt wird, eine Magenschleimhautentzündung auslösen, die ebenso eine Ursache für Oberbauchschmerzen ist. Diese manifestiert sich durch Schmerzen im Oberbauch, mangelnden Appetit, Übelkeit und in weiterer Folge auch Erbrechen, genauso wie Sodbrennen, Aufstoßen und Mundgeruch.
 
Auch ein Reizmagen gilt als Auslöser für Oberbauchschmerzen. Dieser macht sich in der Regel durch Krämpfe und Schmerzen bemerkbar, die unabhängig von der verspeisten Nahrung auftreten. Oft leiden die Betroffenen zusätzlich an Appetitlosigkeit, Völlegefühl oder Blähungen.
 
Auch ein Reizmagen gilt als Auslöser für Oberbauchschmerzen. Dieser macht sich in der Regel durch Krämpfe und Schmerzen bemerkbar, die unabhängig von der verspeisten Nahrung auftreten. Oft leiden die Betroffenen zusätzlich an Appetitlosigkeit, Völlegefühl oder Blähungen
 
Neben Reflux, Reizmagen und Magenschleimhautentzündung kann sich im Magen auch ein Geschwür bilden und ebenso Oberbauchschmerzen auslösen. Oftmals klagen Patienten bei dieser Diagnose über starke Schmerzen auf der linken Seite oder in der Mitte des oberen Bauchraums, die vermehrt nach dem Essen vorkommen. Mit der Zeit legen sich die Symptome wieder und machen sich erst bei der nächsten Mahlzeit erneut bemerkbar. Allerdings können nicht nur Funktionsstörungen des Magens Oberbauchschmerzen verursachen.
 
Auch die Gallenblase kann Probleme auslösen, wenn sich in ihr beispielsweise Gallensteine bilden. Je nach Lage und Größe dieser Steine treten unterschiedlich starke Schmerzen auf, die sich meistens nach fettreichen Mahlzeiten bemerkbar machen. Die Beschwerden können sehr stark sein und sich bis hin zu einer Gallenkolik entwickeln, die von Fieber, Schüttelfrost und Erbrechen begleitet werden kann.
 
Oberhalb der Gallenblase befindet sich die Leber. Wenn diese aufgrund von Schäden in ihrer Funktion gestört wird, zeigt sich das oft durch druckartige Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen. Auch Krämpfe sind in diesem Fall nicht selten. Wenn eine Hepatitis-Infektion oder eine Leberzirrhose vorliegt, können die Betroffenen die Schmerzen in der Regel nicht genau lokalisieren und leiden an Begleitsymptomen wie Gelbsucht, verminderter Leistungsfähigkeit oder Appetitlosigkeit.
 
Außerdem kann eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse Schmerzen im Oberbauch hervorrufen. Bei dieser sogenannten Pankreatitis empfinden die Patienten sehr starke Schmerzen, die oft gürtelartig um den oberen Bauch herum verlaufen und gemeinsam mit Krämpfen auftreten. Weitere Symptome einer Bauchspeicheldrüsenentzündung sind Appetitlosigkeit, sowie Übelkeit bis hin zu Erbrechen, aber auch Völlegefühl, Fieber und Gelbsucht.
 
Allerdings befinden sich im oberen Bauch nicht nur Organe des Verdauungstrakts, sondern auch andere wichtige Bestandteile des menschlichen Organismus. So befinden sich, geschützt von den Rippen, an dieser Stelle auch das Herz und die Lunge, die ebenso Schmerzen hervorrufen können, wenn ihre Funktion eingeschränkt oder gestört ist.
 
Diverse Herzerkrankungen machen sich durch Schmerzen im Oberbauch bemerkbar, zum Beispiel die sogenannte Brustenge oder Herzinfarkte. Diese Erkrankungen führen insbesondere bei Frauen zu starken Oberbauchschmerzen und gehen in der Regel mit weiteren Symptomen wie Atemnot oder Kurzatmigkeit einher. Auch eine Lungenentzündungkann zu Schmerzen im Oberbauch führen, da die Lunge im Brustkorb gelegen ist.
 
Den Brustkorb durchquert die Hauptschlagader, die in der Medizin auch als Aorta bezeichnet wird. Wenn sich im Bauchraum eine krankhafte Aussackung dieser Ader bildet, sprechen Ärzte von einem Aneurysma. Je nach Größe dieser Auswölbung kann das Gebilde auf benachbarte Nerven drücken, die bis in die Beine ausstrahlen können.
 
An der Rückseite des Torsos befindet sich unsere Wirbelsäule. Probleme im Bereich dieser können auch zu Bauchschmerzen führen, denn aufgrund der anatomischen Nähe zum Bauch kann es sein, dass die in der Wirbelsäule entspringenden Empfindungen bis in den Bauchraum ausstrahlen. Das kann beispielsweise bei einer Brustwirbelblockade oder einer Wirbelkörperfraktur der Fall sein.
 
Schmerzen im oberen Bauch können allerdings nicht nur von den dort gelegenen Organen ausgehen, sondern auch als Begleitsymptom anderer Erkrankungen auftreten. Es gibt gewisse Stoffwechselerkrankungen, die mit Bauchschmerzen einhergehen; dazu zählt eine Gruppe von Krankheiten, bei denen der Abbau des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin gestört ist. Außerdem können die Bauchschmerzen auch durch Tumore entstehen, wie in etwa Leberkrebs oder Magenkrebs. Diese verursachen oft ein Druckgefühl im Oberbauch und gehen mit Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und verminderter Leistungsfähigkeit einher.
 
Schmerzen im oberen Bauch können allerdings nicht nur von den dort gelegenen Organen ausgehen, sondern auch als Begleitsymptom anderer Erkrankungen auftreten. Es gibt gewisse Stoffwechselerkrankungen, die mit Bauchschmerzen einhergehen
 

Welche Ursachen haben Unterbauchschmerzen?

Als Unterbauchschmerzen verstehen Ärzte Schmerzen, die unterhalb des Nabels auftreten. Diese gehen oft vom Darm aus, können aber auch vom Harntrakt verursacht werden oder bei Frauen mit gynäkologischen Problemen zusammenhängen.
 
Eine sehr häufige Ursache für Unterbauchschmerzen ist eine Blinddarmentzündung. Diese macht sich bei den Betroffenen oft durch plötzlich auftretende, starke Schmerzen im Bereich des Nabels bemerkbar, die in den rechten Unterbauch ausstrahlen. Bei verschiedenen Bewegungen, zum Beispiel hüpfen oder laufen, aber auch niesen und husten, werden die Beschwerden stärker, da sich die Bauchdecke spannt und empfindlich auf Druck reagiert. Weitere Symptome einer Blinddarmentzündung sind Appetitlosigkeit, Fieber, Übelkeit oder Erbrechen.
 
Auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen führen häufig zu Schmerzen im Unterbauch. Zum Beispiel die sogenannte Colitis ulcerosa, eine Entzündungserkrankung des Dickdarms, die neben Schmerzen auch blutige Durchfälle und Krämpfe auslöst.
 
Auch Morbus Crohn gehört zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, die zu Krämpfen und Durchfällen führt. Dazu leiden betroffene Patienten oft an Fieber und Gewichtsverlust. Zudem besteht die Möglichkeit, dass die Schmerzen im Unterbauch durch eine sogenannte Divertikulitis ausgelöst wurden. Darunter verstehen Mediziner eine entzündete Ausbuchtung der Darmwand. Betroffene leiden an dumpfen Schmerzen, die oft im linken unteren Bauch lokalisiert werden können und mit Verdauungsproblemen einhergehen.
 
Neben Erkrankungen des Darms können auch in den Harnwegen Probleme auftreten, die zu Beschwerden im Unterleib führen. Dazu zählen beispielsweise Harnwegsinfekte, bei denen sich die Schmerzen dumpf anfühlen. Davon grenzen sich Blasenentzündungen ab, denn hierbei empfinden die Patienten krampfartige Schmerzen. Bei Harnleiterkoliken oder Steinabgängen kommt es bei den Betroffenen zu wellenartigen Schmerzen.
 
Ebenso leiden manche Menschen an Nierenkoliken, die durch Nierensteine oder Nierenbeckenentzündungen ausgelöst werden. Je nach Ausprägung können die Beschwerden in den Rücken und die Leiste ausstrahlen und, wenn sie besonders stark werden, sogar zu Übelkeit und Erbrechen führen.
 
Außerdem resultieren Schmerzen im Unterleib manchmal aus einem Leistenbruch. Häufig sind davon Männer betroffen, bei denen der Darm in den Leistenkanal durchbricht. Das äußert sich durch ziehende Schmerzen in der Leiste und sichtbare Schwellungen in der Leistengegend.
 
Bei Frauen können Schmerzen im Unterbauch auch oft aufgrund von gynäkologischen Problemen auftreten. Viele Betroffene klagen über Schmerzen während der Monatsblutung, aber auch Eileiterentzündungen, Endometriose und Eileiterschwangerschaften lösen Schmerzen im Unterbauch aus.
 
Allerdings können nicht nur Frauen von Schmerzen betroffen sein, die von den Genitalorganen ausgehen. Bei Männern kann eine Entzündung der Prostata dazu führen, dass Schmerzen im Unterbauch entstehen, die bis in den Rücken ausstrahlen. Schmerzen im Dammbereich oder beim Urinieren können als Begleitsymptome dieses Krankheitsbildes auftreten.

Was versteht die Medizin unter einem akuten Bauch (Akutes Abdomen)?

Es gibt verschiedene Ursachen, die Schmerzen im gesamten Bauch auslösen. Dazu zählen einerseits Magen-Darm-Infektionen oder Nahrungsmittelvergiftungen, aber auch ein Darmverschluss, ein Darminfarkt oder eine Bauchfellentzündung können der Auslöser sein. Ebenso kommt als Ursache eine Eileiterschwangerschaft, der Durchbruch des Blinddarms oder eines Magengeschwürs infrage. Diese Erkrankungen, die zu starken Bauchschmerzen und sogar Koliken führen, werden meistens von Fieber, Abgeschlagenheit und Verdauungsproblemen begleitet und sollten dringend von einem Arzt behandelt werden.
 
Wenn sie über längere Zeit unbehandelt bleiben und sich das Krankheitsbild verschlimmert, können diese Beschwerden zu einem sogenannten akuten Abdomen führen. Dabei handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der Bauch ist stark verhärtet und aufgebläht, die Betroffenen erleiden starke Schmerzen und empfinden ein Druckgefühl.

Was steckt hinter Bauchschmerzen in der Schwangerschaft?

Insbesondere in den ersten Wochen der Schwangerschaft leiden viele Frauen an Bauchschmerzen und Krämpfen. Diese treten speziell im Unterbauch auf und entstehen, weil der Fötus durch sein Wachstum die Gebärmutter und das umliegende Gewebe ausdehnt, was die schwangere Mutter meistens als Ziehen und Dehnen wahrnimmt. Außerdem beginnt das ungeborene Kind mit zunehmender Entwicklung zu treten, was die Mutter ebenso als Schmerz wahrnehmen kann. Des Weiteren leiden Schwangere oft an Verdauungsproblemen.
 
Insbesondere in den ersten Wochen der Schwangerschaft leiden viele Frauen an Bauchschmerzen und Krämpfen. Diese treten speziell im Unterbauch auf und entstehen, weil der Fötus durch sein Wachstum die Gebärmutter und das umliegende Gewebe ausdehnt
 
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Bauchschmerzen in der Schwangerschaft zu behandeln. Dazu empfehlen sich beispielsweise eine Wärmflasche und verdauungsfördernde Tees, die betroffenen Frauen sollten aber auch darauf achten, sich in bequeme Positionen zu begeben, die zur Linderung der Beschwerden beitragen.
 
Allerdings sollten Schwangere ihre Symptome genau beobachten. Wenn die Schmerzen auch nach längerer Zeit nicht nachlassen oder sogar schlimmer werden als üblich, oder von Fieber, Erbrechen oder Blutungen begleitet werden, ist rasch ein Arzt aufzusuchen, denn es kann sein, dass die Schmerzen aufgrund einer Blasenentzündung oder bestehender Nierensteine ausgelöst wurden. Außerdem sollte ein Arzt konsultiert werden, um Komplikationen in der Schwangerschaft auszuschließen.

Wie äußern sich Bauchschmerzen bei Kindern?

Während Babys und Kleinkinder ihre Schmerzen oftmals nicht genau lokalisieren können und selbst bei Halsschmerzen den Bauch als Ursache nennen, können Kinder im Grundschulalter meistens genau eingrenzen, wo der Auslöser ihrer Beschwerden liegt. Wenn Dein Kind an wiederkehrenden Bauchschmerzen leidet, solltest Du einen Arzt aufsuchen und abklären lassen, welche Ursache den Schmerzen Deines Kindes zugrunde liegen. Es kann beispielsweise sein, dass Dein Kind an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder gar an einer Krankheit leidet, die die Schmerzen auslöst.
 
Wenn die Schmerzen Deines Kindes plötzlich eintreten, von Fieber begleitet werden oder sich zusätzlich Erbrechen, Durchfall oder andere Symptome äußern, solltest Du rasch einen Arzt aufsuchen. Wenn der Arzt die Ursache der Bauchschmerzen Deines Kindes geklärt hat, wird er Dir Therapiemaßnahmen nennen, mit denen Du die Symptome bekämpfen kannst. Zusätzlich kannst Du zu Hausmitteln greifen, um die Genesung zu beschleunigen. Besonders sinnvoll bei Kindern sind Bauchmassagen.

Wann sollte ich mit Bauchschmerzen zum Arzt gehen?

Meistens liegen Bauchschmerzen Ursachen zugrunde, die nicht unbedingt von einem Arzt behandelt werden müssen. Beispielsweise kann es sein, dass Du nach einer üppigen Mahlzeit einen verstimmten Magen hast, der sich bald wieder beruhigt. Allerdings solltest Du Deine Beschwerden beobachten, denn es gibt Anzeichen, die auf schlimmere Erkrankungen hindeuten und rasch von einem Mediziner kontrolliert werden müssen.
 
Wenn Deine Schmerzen beispielsweise stärker als üblich auftreten, oder Du an heftigen Krämpfen leidest, die plötzlich auftreten und mit der Zeit immer schlimmer werden, kann das durchaus ein Grund zur Sorge sein. Du solltest dann rasch einen Termin bei Deinem Hausarzt vereinbaren, um der Ursache Deiner Symptome auf den Grund zu gehen.
 
Insbesondere dann, wenn Du zusätzlich an weiteren Beschwerden wie einem harten, aufgeblähten Bauch leidest, Du Blut in Deinem Stuhl oder Urin entdeckst oder sogar Blut erbrichst, an hohem Fieber erkrankst oder mit Ohnmacht zu kämpfen hast, solltest Du einen Notarzt rufen.

Wie diagnostiziert der Arzt Bauchschmerzen und deren Ursache?

Um herauszufinden, ob Deine Bauchschmerzen einer ernst zu nehmenden Ursache zugrunde liegen, muss der Arzt rasch eruieren, woher die Beschwerden stammen.
 
Dazu führt er zunächst ein Gespräch mit Dir, in dem er Details zu Deiner Krankengeschichte erfragt. Zu dieser sogenannten Anamnese gehören Fragen zu Deiner Ernährung und Verdauung, zu Deinem allgemeinen Lebensstil und Deinen Gewohnheiten, sowie zu Deinen Bauschmerzen.
 
Wichtig ist, wie oft diese auftreten, wann sie am häufigsten vorkommen, wo Du sie genau lokalisieren kannst, wie sie sich äußern und ob sie allein oder mit Begleitsymptomen auftreten. Außerdem solltest Du vor Deinem Besuch beim Arzt Deinen Stuhl kontrollieren, um zu überprüfen, ob sich darin Blut befindet oder Du sonstige Anomalien feststellen kannst.
 
Bei einer anschließenden körperlichen Untersuchung wird Dein Arzt Deinen Bauch abtasten, um schmerzhafte Stellen, Schwellungen oder Verhärtungen ausfindig zu machen. Des Weiteren wird er mit einem Stethoskop Deine Darmgeräusche abhören.
 
Um herauszufinden, ob Deine Bauchschmerzen einer ernst zu nehmenden Ursache zugrunde liegen, muss der Arzt rasch eruieren, woher die Beschwerden stammen
 
Zusätzlich dazu wird er Dir Blut abnehmen, um dieses in einem Labor untersuchen zu lassen. Spezialisten können es auf Krankheitserreger und Entzündungswerte testen und so weitere Hinweise für den Auslöser Deiner Beschwerden liefern. Im Anschluss daran kann Dein Arzt mittels einer Ultraschalluntersuchung Deinen Bauchraum auf Veränderungen untersuchen. Bei Bedarf kann er auch eine Endosonografie durchführen, bei der er eine biegsame Ultraschallsonde über die Speiseröhre oder den After in Deinen Verdauungstrakt einführt, um die Verdauungsorgane einer genaueren Untersuchung unterziehen zu können. Außerdem empfiehlt sich eine Bauch-, Magen– oder Darmspiegelung, je nachdem, wo Dein Arzt die Ursache der Probleme vermutet.
 
Um den Auslöser Deiner Bauchschmerzen zu finden, kann es sein, dass Dich Dein Arzt zudem an einen Gynäkologen, Urologen oder Kardiologen verweist. Das kann dann notwendig sein, wenn Dein Arzt den Verdacht hat, dass Deine Bauchschmerzen einer anderen Krankheit zugrunde liegen.

Wie werden Bauchschmerzen behandelt?

Die Maßnahmen zur Behandlung der Bauchschmerzen hängen davon ab, welche Ursache den Beschwerden zugrunde liegt. Wenn diese aufgrund einer Primärerkrankung auftreten, muss zunächst diese Erkrankung behandelt werden, um die Bauchschmerzen zu beseitigen. Ansonsten kann zur Behandlung die Einnahme von Medikamenten reichen, die Dein Arzt Dir verschreibt. Wenn Deine Bauchschmerzen aufgrund einer Lebensmittelunverträglichkeit entstehen, dann solltest Du Deine Essgewohnheiten ändern und künftig auf die Nahrungsmittel, die Du nicht verträgst, verzichten.

Welche Komplikationen können bei Bauchschmerzen auftreten?

Meistens sind die Ursachen für Bauchschmerzen eher harmlos, allerdings gibt es auch Fälle, in denen Komplikationen auftreten können. Beispielsweise kann eine Grunderkrankung der Auslöser für die Beschwerden sein. Wenn diese über einen längeren Zeitraum nicht erkannt und von einem Arzt behandelt wird, kann sich der Krankheitsverlauf verschlimmern.
 
Besondere Vorsicht ist außerdem bei Bauchschmerzen in der Schwangerschaft geboten. Wenn Du schwanger bist und an Bauchschmerzen leidest, solltest Du rasch Deinen Arzt aufsuchen, denn Komplikationen wie eine Eileiterschwangerschaft oder eine Frühgeburt sind nicht ausgeschlossen.

Welche Hausmittel helfen bei Bauchschmerzen?

Je nach Ursache wird Dir Dein Arzt gewisse Medikamente verschreiben, um gegen die Schmerzen anzukämpfen. Allerdings gibt es auch gewisse Hausmittel, die gegen Schmerzen im Bauch helfen. Nach fettigen Mahlzeiten kannst Du beispielsweise Artischocken essen, denn diese helfen bei der Verdauung und wirken Magendrücken entgegen.
 
Bei Magen-Darm-Infekten verliert der Körper viel Flüssigkeit und Salz. Um den Organismus zu stärken, kannst Du eine Mischung aus Zucker und Salz zu Dir nehmen. Diese kannst Du entweder selbst zubereiten oder in der Apotheke kaufen.
 
Wenn Du an Magenschmerzen leidest, ist Backpulver manchmal hilfreich. Löse eine Messerspitze in etwas Wasser auf und trinke das Gemisch. Um Bauchschmerzen vorzubeugen, solltest Du außerdem versuchen, Stress zu vermeiden, denn Hektik und Stress im Alltag gelten zu den häufigsten Verursachern von Schmerzen im Bauchraum. 

Welche Tees können Bauchschmerzen lindern?

Neben den oben genannten Hausmitteln gibt es auch einige Teesorten, mit denen sich Deine Bauchschmerzen behandeln lassen. Insbesondere bei Schmerzen und Blähungen ist die Einnahme von bestimmten Tees sehr sinnvoll. Zu den heilsamsten Sorten gehören Anis-, Kümmel, Fenchel- und Kamillentee, aber Pfefferminz-, Ingwer-, Melisse-, Eisenkraut- und Boldotees können bei der Heilung unterstützen.
 
Neben den oben genannten Hausmitteln gibt es auch einige Teesorten, mit denen sich Deine Bauchschmerzen behandeln lassen. Insbesondere bei Schmerzen und Blähungen ist die Einnahme von bestimmten Tees sehr sinnvoll
 

Was kann ich zusätzlich gegen Bauchschmerzen tun?

Abgesehen von der Einnahme von Medikamenten, Hausmitteln und Tees kannst Du weitere Maßnahmen ergreifen, um Deine Beschwerden zu lindern. Wärme gilt als das wirksamste Mittel gegen Schmerzen. Eine Wärmflasche oder ein erwärmtes Körnerkissen tun oftmals sehr gut, wenn Du an Krämpfen und Schmerzen leidest.
 
Außerdem sind Bauchmassagen hilfreich. Massiere dazu Deinen Bauch im Uhrzeigersinn, um die natürliche Darmbewegung anzuregen und Spannungen zu lösen. Das hilft Dir dabei, Dich von Magen-Darm-Beschwerden zu erholen. Zusätzlich wirken ätherische Öle zur Massage oftmals entspannend.
 
Dazu verreibst Du am besten wenige Tropfen Öl in Deinen Händen und reibst es dann sanft in kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn in Deinen Bauch ein. Dazu eignen sich zum Beispiel Fenchel-, Melissen-, Kamillen- oder Kümmelöl.
 
Nach dem Einreiben solltest Du Dich zudecken und rund eine halbe Stunde ruhen. Du kannst diesen Vorgang bei Bedarf mehrmals täglich durchführen. Das Einreiben mit ätherischen Ölen kann bei Erwachsenen sehr gut gegen Krämpfe und Schmerzen helfen, bei Kleinkindern ist es allerdings weniger sinnvoll, da die ätherischen Öle die Atemwege kleiner Kinder zu sehr reizen und zu Atemnot führen können.

Wie kann ich Bauchschmerzen vorbeugen?

Du kannst Bauchschmerzen vorbeugen, indem Du in Deinem Alltag darauf achtest, Stress so gut es geht zu reduzieren. Schmerzen im Bauch und Verdauungsstörungen entstehen oft durch einen hektischen Alltag. Wenn Du darauf achtest, Deine Arbeit und die Herausforderungen Deines Alltags mit Ruhe und Gelassenheit anzugehen, kannst Du Bauchschmerzen vorbeugen.
 
Des Weiteren kannst Du Beschwerden verhindern, indem Du vermehrt leicht bekömmliche Nahrungsmittel zu Dir nimmst, am besten vermeidest Du fettige Speisen und Lebensmittel, die die Balance des Verdauungstrakt stören könnten, oder konsumierst diese nur selten und in Maßen.

Wie viel kostet die Behandlung von Bauchschmerzen?

Wie viel die Behandlung von Bauchschmerzen kostet, hängt davon ab, welche Therapiemaßnahmen Du ergreifst. Hausmittel wie Tees oder ätherische Öle für Massagen helfen zuverlässig gegen Schmerzen und sind in der Regel günstig.
 
Ob Hausmittel zur Behandlung Deiner Symptome ausreichen, solltest Du mit Deinem Hausarzt klären. Wenn weitere Therapiemaßnahmen notwendig sind, kannst Du Deinen Arzt vorab um eine Einschätzung der Kosten bitten. Diese hängen davon ab, welche Schritte der Arzt einleiten muss, um Dich von Deinen Beschwerden zu befreien.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung von Bauchschmerzen?

Wenn Du Dich bei der Therapie Deiner Bauchschmerzen für Hausmittel entscheidest, übernimmt die Krankenkasse in der Regel keine Kosten.
 
Wenn Du häufig an Beschwerden leidest, dann solltest Du Dich von Deinem Hausarzt untersuchen lassen, um eine etwaige zugrunde liegende Erkrankung auszuschließen und festzustellen, woher Deine Schmerzen stammen und wie Du diese in Zukunft verhindern kannst.
 
Wendest Du Dich für diese Untersuchung an einen Kassenarzt, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Untersuchung. Du kannst Deinen Arzt bitten, Dir Therapiemaßnahmen zu empfehlen und dann mit Deiner Versicherung Rücksprache halten, um in Erfahrung zu bringen, ob Dir die Kosten für die Therapie ganz oder zumindest teilweise rückerstattet werden.


Dauer Dauer

Je nach Krankheitsverlauf

Ausfallzeit Ausfallzeit

Je nach Krankheitsverlauf

Stationärer Aufenthalt Stationär

Je nach Ursache

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter Bauchschmerzen verstehen Ärzte ein Ziehen, Grummeln, Stechen oder Krampfen im Bauchraum. Ärzte unterscheiden zwischen Unterbauchschmerzen und Oberbauchschmerzen, denn je nachdem, wo die Schmerzen auftreten, können sie von unterschiedlichen Ursachen ausgelöst werden.


Als Auslöser gelten Stress, Nahrungsunverträglichkeiten oder üppige Mahlzeiten, allerdings gibt es auch eine Reihe weiterer möglicher Ursachen, die aus Funktionsstörungen oder Erkrankungen der Organe im Bauchraum resultieren. Insbesondere dann, wenn die Bauchschmerzen plötzlich auftreten, immer stärker werden oder Begleitsymptome wie Fieber, Erbrechen oder blutiger Stuhl hinzukommen, solltest Du rasch einen Arzt aufsuchen.


Die Behandlung von Bauchschmerzen hängt maßgeblich von der Ursache ab. Wenn eine Primärerkrankung den Beschwerden zugrunde liegt, verschreibt Dir Dein Arzt Therapiemaßnahmen, die zu Deiner Genesung führen. Allerdings gibt es auch eine Vielzahl von Hausmitteln, die helfen können, die Beschwerden zu lindern. Du kannst hierzu beispielsweise zu verschiedenen Tees, Bauchmassagen oder ätherischen Ölen greifen.


Du kannst Bauchschmerzen vorbeugen, in dem Du darauf achtest, vor allem fettarme und leicht verdauliche Lebensmittel in Deinen Speiseplan aufzunehmen. Des Weiteren solltest Du versuchen, Stress nicht allzu sehr an Dich heranzulassen, denn dieser gilt als einer der häufigsten Ursachen für Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme.

Dr. Benjamin Gehl

Dr. Simone Hermanns

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