Sonnenallergie (Photodermatose)

Der Begriff Sonnenallergie beschreibt unterschiedliche Reaktionen der Haut bei Sonneneinwirkung. So handelt es sich um ein Phänomen, dass nach einer hohen Sonnendosis auftritt, wobei die Sonne allein kein Allergieauslöser ist.


AUTOR

Medizinischer Experte

CO-AUTOR

Online-Redaktion

Dieser Text wurde nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern geprüft.


Zuletzt aktualisiert: 28. Februar, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Sonnenallergie?

Photodermatosen im Allgemeinen sind Hautveränderungen, die infolge von Lichteinwirkung entstehen. Der Hauptauslöser hierbei ist Sonnenlicht – UV-A Licht. Dabei kann es in einigen Fällen auch zu photoallergischen oder phototoxischen Reaktionen kommen. Den Begriff “Sonnenallergie” gibt es in der Medizin genau genommen gar nicht. Denn um eine echte Allergie handelt es sich nur in seltenen Fällen. Die häufigste Form ist dabei die polymorphe Lichtdermatose. Eine Sonnenallergie kann in jedem Alter auftreten, kommt aber vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen vor.

Photodermatosen im Allgemeinen sind Hautveränderungen, die infolge von Lichteinwirkung entstehen

Wie sehen die Symptome von einer Sonnenallergie aus?

Symptome treten erst dann auf, wenn die Haut einer hohen Dosis an Sonnenstrahlen ausgesetzt ist. Beispielsweise, wenn Du einen Strandurlaub oder einen ausgedehnten Spaziergang in der warmen Sonne machst. So können sich auf den Hautstellen, die der Sonne ausgesetzt waren, stark juckende Rötungen in Form von Flecken bilden. In weiterer Folge kann es zu Papeln oder Bläschen kommen. Dabei können die Hautveränderungen unterschiedlich und individuell ausgeprägt sein.

Was sind die Ursachen für eine Sonnenallergie?

Die Sonne selbst löst diese typischen Hautreaktionen nicht direkt aus. Die Ursache der Symptome konnten Experten noch nicht genau erklären, jedoch sind sie sich einig, dass unter dem Einfluss von UV-Strahlung Substanzen wie aufgetragene Pflegemittel, oder körpereigene Stoffe zu Allergenen werden. In diesem Zusammenhang kommt es zu einer Auslösung der Symptome.

Welche Formen der Sonnenallergie gibt es?

Bei der Sonnenallergie unterscheiden Ärzte hauptsächlich zwischen drei verschiedenen Formen.

Polymorphe Lichtdermatose
Die polymorphe Lichtdermatose ist die häufigste Form der Sonnenallergie. Obwohl sie für den Betroffenen störend sein kann, ist sie harmlos. Hierbei treten juckende Flecken auf der Haut auf, die auch Bläschen ausbilden können. Diese Hauterscheinungen verschwinden meist innerhalb mehrerer Tage. Die polymorphe Lichtdermatose wird durch UV-A-Strahlen ausgelöst. Die UV-A-Strahlen führen im Körper zu einer Immunreaktion, die diese Hautrötungen verursacht.

Hierbei treten juckende Flecken auf der Haut auf, die auch Bläschen ausbilden können

Phototoxische Reaktion
Bei der phototoxischen Dermatitis handelt es sich nicht direkt um eine Allergie. Denn dabei kommt es zu einer chemischen Reaktion zwischen dem Sonnenlicht und einem gewissen Stoff im Körper oder auf der Haut. Wenn Du zum Beispiel ein Medikament einnimmst oder eine Hautcreme aufträgst und den Sonnenstrahlen ausgesetzt bist, so kommt es zu der phototoxischen Reaktion. Arzneimittel, die oft phototoxische Reaktionen auslösen können, sind vor allem Antibiotika, harntreibende Arzneimittel und Herzmedikamente.

Photoallergische Reaktion (Photoallergie)
Eine photoallergische Reaktion unter dem Einfluss von Sonnenlicht entsteht eher selten, wobei die Abgrenzung zu einer phototoxischen Reaktion nicht immer zweifelsfrei möglich ist.
Bei der photoallergischen Dermatose bildet der Körper Abwehrstoffe (Antikörper), die gegen eine bestimmte Substanz gerichtet sind. Dabei kann es sich beispielsweise um ein Medikament handeln, das eingenommen oder injiziert wurde. Meist werden die Inhaltsstoffe aus Lichtschutzmitteln zum Allergieauslöser. Bei der photoallergischen Reaktion tritt die Allergie jedoch nicht sofort beim ersten Kontakt auf. Der Körper wird erst sensibilisiert und produziert Antikörper. Erst beim folgenden Kontakt mit UV-Strahlen kommt es zu Hautveränderungen.

Wie lässt sich eine Sonnenallergie diagnostizieren?

Bei Verdacht auf eine Sonnenallergie untersucht der Arzt die Haut ganz genau. Möglicherweise sind die Hautveränderungen wie Flecken oder Bläschen noch sichtbar, denn in der Regel verschwinden sie innerhalb weniger Tage. Diese inspiziert der Arzt dann meist mit dem sogenannten Dermatoskop. In den meisten Fällen sind die Hauterscheinungen beim Arztbesuch jedoch schon völlig abgeklungen oder kaum noch sichtbar. Wenn daher noch Zweifel besteht, kann der Arzt einen Lichttest, eine Phototestung, vornehmen. Hierbei bestrahlt er bestimmte Hautstellen unter streng kontrollierten Bedingungen mit künstlichem UV-Licht. Treten nach einigen Stunden charakteristische Hautveränderungen auf, deutet das sehr stark auf eine Photodermatose hin.

ein ausreichender Sonnenschutz in Form von Kleidung und Sonnencremen trägt dazu bei, eine Sonnenallergie zu vermeiden

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Frauen sind deutlich häufiger von einer Sonnenallergie betroffen als Männer. Die polymorphe Lichtdermatose ist dabei die häufigste Form der Sonnenallergie. Vor allem junge Erwachsene und Personen mittleren Alters sind dabei betroffen.

Welche Folgen hat eine Sonnenallergie für den Betroffenen?

Eine Sonnenallergie ist in der Regel nicht lebensgefährlich, jedoch kann sie aufgrund des Juckreizes sehr lästig sein. Typischerweise beginnt das Sonnenekzem in Form von Hautrötungen, die vor allem fleckenförmig auftreten. In der Folge entwickeln sich kleine Bläschen oder Papeln. Je nach individueller Hautempfindlichkeit sind die Symptome unterschiedlich stark.

Wie ist der Verlauf einer Sonnenallergie?

Zu Beginn sind die Symptome sehr deutlich. Die nächsten Schübe hingegen fallen viel schwächer aus, sodass die Intensität der Symptome kontinuierlich abnimmt. Solange die Sonnenstrahlung nicht gravierend zunimmt, treten schlussendlich nach einigen Jahren gar keine Symptome mehr auf. Insgesamt verläuft eine Sonnenallergie chronisch. Das heißt, wenn Du einmal solche Hautreaktionen hattest, so kannst Du damit rechnen, dass die Erkrankung in den nachfolgenden Jahren immer wieder auftritt. Erst mit zunehmendem Lebensalter bessern sich die Symptome häufig oder verschwinden komplett.

In der Regel macht sich die Sonnenallergie vor allem dann bemerkbar, wenn die Sonneneinstrahlung äußerst hoch ist, also im Sommer und Frühjahr. Die Symptome verschwinden innerhalb weniger Tage von selbst wieder, auch ohne Spuren auf der Haut zu hinterlassen. Ist die Haut aber mehrfach hintereinander der Sonne so ausgesetzt, dass es immer wieder zur Sonnenallergie kommt, so gewöhnt sich die Haut mit der Zeit an die UV-Strahlung. Dadurch fällt die polymorphe Lichtdermatose dann im Allgemeinen immer schwächer aus, bis sie schließlich keine Hautreaktionen mehr hervorruft.

Bestimmte Stoffe, wie Parfüm, können eine Sonnenallergie auslösen

Welche Komplikationen können auftreten?

Alle Formen der Sonnenallergie sind zwar lästig, jedoch sind sie nicht lebensgefährlich. Allerdings können durch häufiges Kratzen Narben entstehen und auch die Entstehung einer Infektion wird dadurch begünstigt. Die gefährlichste Komplikation einer Allergie ist der anaphylaktische Schock, bei dem das Herz-Kreislaufsystem zusammenbricht.

Wie lässt sich eine Sonnenallergie behandeln?

Nachdem eine Sonnenallergie aufgetreten ist, solltest Du die Sonne für einige Tage meiden. Solltest Du jedoch trotzdem der Sonnenstrahlung ausgesetzt sein, so ist es besonders wichtig, Sonnenschutzmittel mit einem möglichst hohen Lichtschutzfaktor zu verwenden. Auch gibt es spezielle Sonnencremen, die auf die jeweiligen Hautbedürfnisse abgestimmt sind.
Zudem helfen kühlende Umschläge und entzündungshemmende Cremen die akuten Symptome zu lindern. Bei starkem Juckreiz können Antihistaminika helfen.
Eine direkte medikamentöse Behandlung der Sonnenallergie gibt es nicht.

Kann ich eine Sonnenallergie vorbeugen?

In der Regel tritt eine Sonnenallergie zwar jedes Jahr bei starker Sonne auf, jedoch kommt es bei den meisten Betroffenen zu einer Besserung, aufgrund der zunehmenden Gewöhnung an die UV-Strahlung. Daher empfehlen Ärzte, sich im Frühjahr nur kurz in der Sonne aufzuhalten und die Zeit bis zum Sommer langsam zu steigern. Wenn Du aber beispielsweise im Winter auf Urlaub fährst und starker Sonnenstrahlung ausgesetzt sein wirst, so kann eine Phototherapie eine gute Vorbeugungsmaßnahme sein.  Dabei wird die Haut gezielt für eine bestimmte Zeit einer künstlichen UV-Strahlung ausgesetzt, um sie an das Sonnenlicht zu gewöhnen und dadurch weniger empfindlich zu machen.

Was kann ich selbst gegen eine Sonnenallergie tun?

Sobald die Symptome der Sonnenallergie auftreten, ist es wichtig, den Sonnenkontakt zu vermeiden. Ist die Sonnenallergie bereits einmal aufgetreten, so solltest Du Dich nicht all zu lange in der Sonne aufhalten. Auch ein ausreichender Sonnenschutz in Form von Kleidung und Sonnencremen trägt dazu bei, eine Sonnenallergie zu vermeiden. Versuche, Deine Haut langsam an die Sonne zu gewöhnen und die intensive Mittagssonne zu meiden.

Sobald die Symptome der Sonnenallergie auftreten, ist es wichtig, den Sonnenkontakt zu vermeiden

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Kosten für die Behandlung werden nicht in allen Fällen von der Krankenkasse übernommen. Daher solltest Du Dich sicherheitshalber bei Deiner zuständigen Krankenkasse über die Kostenübernahme informieren.

 


Dauer Dauer

Bis zu 5 Tage

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Auswahl von Ärzt*innen auf diesem Fachgebiet

MOOCI Siegel
Prof. Dr. med. Uwe Wollina

Prof. Dr. med. Uwe Wollina

Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Friedrichstraße 41 , Dresden

MOOCI Siegel
Dr. med. Kerstin Ortlechner

Dr. med. Kerstin Ortlechner

Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Wattgasse 48 , Wien

MOOCI Siegel
Dr. med. Nikolaus Schicher

Dr. med. Nikolaus Schicher

Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Henselstraße 5 , Klagenfurt am Wörthersee

Das Wichtigste zusammengefasst

Photodermatosen im Allgemeinen sind Hautveränderungen, die infolge von Lichteinwirkung entstehen


So können sich auf den Hautstellen, die der Sonne ausgesetzt waren, stark juckende Rötungen in Form von Flecken und Bläschen bilden


Die Ursache der Symptome konnten Experten noch nicht genau erklären, jedoch sind sie sich einig, dass unter dem Einfluss von UV-Strahlung bestimmte Substanzen oder körpereigene Stoffe zu Allergenen werden


Eine direkte medikamentöse Behandlung der Sonnenallergie gibt es nicht, eine Linderung der Symptome ist möglich

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Anfrage Stellen