Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Zu einer Entzündung der Schleimbeutel kommt es vor allem im Rahmen einer Verletzung oder durch eine Überlastung, speziell nach einer übermäßigen körperlichen Belastung. Nur in manchen Fällen liegt der Schleimbeutelentzündung eine bakterielle Infektion zugrunde. Charakteristisch für eine Schleimbeutelentzündung, auch Bursitis genannt, sind plötzlich einsetzende starke Schmerzen.


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Zuletzt aktualisiert: 20. März, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Schleimbeutelentzündung?

Die Schleimbeutelentzündung wird in der Fachsprache auch Bursitis genannt. Sie ist eine akute oder chronische Entzündung eines Schleimbeutels. Schleimbeutel sind mit Flüssigkeit gefüllte Gewebepolster, die sich vorwiegend im Bereich der Gelenke finden. Schleimbeutel befinden sich jedoch überall dort, wo Haut, Muskeln oder Sehnen sind, die direkt über einem Knochenvorsprung liegen. Diese Schleimbeutel federn die Reibung und den Druck zwischen Muskeln, Knochen und Sehnen ab und wirken wie ein Polster.
 
Im Normalfall sind Schleimbeutel eher flach, da sie sich nicht komplett mit Flüssigkeit füllen. Trotzdem kann er auch auf umliegendes Gewebe drücken und somit Schmerzen verursachen. Es ist absolut wichtig, dass die Entzündung so schnell wie möglich behandelt wird, damit diese nicht chronisch wird und sich unter Umständen zu Rheuma entwickelt.
 
Schleimbeutel sind mit Flüssigkeit gefüllte Gewebepolster, die sich vorwiegend im Bereich der Gelenke finden
 

Wie sehen die Symptome einer Schleimbeutelentzündung aus?

Bei einer Schleimbeutelentzündung ist das betroffene Gebiet geschwollen und meist auch gerötet. Zusätzlich reagiert es sehr empfindlich auf Berührungen. Wenn die Schleimbeutelentzündung in Gelenknähe ist, so ist das betroffene Gelenk nur eingeschränkt beweglich. Ist die Bursitis durch Bakterien verursacht worden, so kann es auch zu Fieber kommen.

Wie erfolgt die Diagnose einer Schleimbeutelentzündung?

Der Arzt kann eine vorhandene Schleimbeutelentzündung schon anhand von körperlichen Symptomen erkennen. Dabei verspüren die Betroffenen starke Schmerzen, vor allem bei Druck auf das betroffene Gelenk. Wenn sich die Entzündung in unmittelbarer Nähe des Gelenks befindet, so kann der Arzt die angesammelte Flüssigkeit im Schleimbeutel auch ertasten. Tritt eine Schleimbeutelentzündung immer wieder auf, deren Ursache bislang unklar ist, so können auch Methoden wie, Röntgen oder Ultraschall, Klarheit bringen.

Wo kann eine Schleimbeutelentzündung auftreten?

Theoretisch kann sich jeder Schleimbeutel im Körper entzünden. Dabei unterscheiden Ärzte zwischen unterschiedlichen Formen, je nach betroffenem Gebiet.

Welche unterschiedlichen Formen der Schleimbeutelentzündung gibt es?

Die am häufigsten auftretenden Formen der Bursitis sind:
 

  • Schleimbeutelentzündung im Schultergelenk
  • Schleimbeutelentzündung im Ellenbogengelenk
  • Schleimbeutelentzündung am Knie
  • Schleimbeutelentzündung an der Hüfte

Welche Ursachen hat die Bursitis?

Eine Bursitis entsteht meist durch eine Überlastung der Gelenke, Muskeln und Sehnen. In einigen Fällen entsteht eine Schleimbeutelentzündung auch durch einen altersbedingten Verschleiß. Nur selten ist eine bakterielle Infektion die Ursache einer Schleimbeutelentzündung.

Welche Folgen hat die Schleimbeutelentzündung für den Betroffenen?

Durch wiederholte Überlastungen besteht die Gefahr, dass die Beschwerden chronisch bleiben. So kann die Beweglichkeit mit der Zeit stark eingeschränkt werden. Dadurch können Betroffene als Folge der langwierigen Erkrankung ihren Beruf oder ihre Sportart nicht mehr ausüben. In diesem Zuge ist es ebenfalls möglich, dass Kalkablagerungen entstehen und zu erheblichen Problemen und langwierigen Beschwerden führen. Ist die Bursitis chronisch geworden, so ist in der Regel eine Operation erforderlich.
 
Im Allgemeinen sind Männer etwas häufiger betroffen als Frauen. Jedoch sind bestimmte Berufsgruppen wie Fliesenleger, Musiker und Sportler anfälliger für eine Bursitis
 

Wer ist am häufigsten von einer Bursitis betroffen?

Im Allgemeinen sind Männer etwas häufiger betroffen als Frauen. Jedoch sind bestimmte Berufsgruppen wie Fliesenleger, Musiker und Sportler anfälliger für eine Bursitis. Denn sie belasten berufsbedingt bestimmte Körperpartien, durch einseitige, immer wiederkehrende Bewegungen. Aber auch Übergewicht und erhöhtes Alter gelten als Risikofaktoren für eine Schleimbeutelentzündung.

Welche nicht-operativen Behandlungen gibt es?

Erkennt der Arzt eine durch Überlastung bedingte Schleimbeutelentzündung früh genug, so reicht es meist, das Gelenk für einige Tage ruhig zu stellen. Zusätzlich verabreicht der Arzt meist schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente. Außerdem können die Betroffenen die betroffene Stelle mit einem sogenannten „Coolpad“ kühlen. Lassen die Beschwerden trotz Ruhigstellung und entzündungshemmenden Schmerzmitteln nicht nach, so kann der Arzt Kortison in den entzündeten Schleimbeutel spritzen.
 
Viele Orthopäden raten bei einer Schleimbeutelentzündung auch zu einer Stoßwellentherapie. Hierbei wird die entzündete Region mit Druckwellen behandelt, um die Schmerzen zu lindern und eventuell vorhandene Kalkablagerungen zu beseitigen. Außerdem können spezielle Physiotherapien helfen, das betroffene Gelenk wieder beweglicher zu machen.
 
Helfen die beschriebenen Maßnahmen allerdings nicht und der betroffene Schleimbeutel entzündet sich immer wieder (chronische Schleimbeutelentzündung), so ist es ratsam, den Schleimbeutel operativ zu entfernen.

Wann ist eine Operation notwendig?

Wenn die Bursitis chronisch wird oder durch Bakterien bedingt ist, so muss der Schleimbeutel operativ entfernt werden. Das heißt, der Schleimbeutel wird erst dann heraus operiert, wenn die Beschwerden auch nach mehreren Wochen nicht gelindert werden konnten oder wenn die Bursitis immer wieder auftritt und somit chronisch wird.
 
Das Ziel der Operation ist meist eine vollständige Entfernung des Schleimbeutels selbst, die sogenannte Bursektomie. Bei einem bakteriell infizierten Schleimbeutel öffnet der Arzt den Schleimbeutel jedoch nur, um den Eiter abzulassen. Somit wird hierbei nicht der Schleimbeutel selbst entfernt.

Was muss ich vor einer Operation beachten?

Vor dem operativen Eingriff führt der Arzt verschiedenen Untersuchungen, meist Ultraschall oder Röntgenaufnahmen, durch. Medikamente, die sich auf Dein Blut auswirken, wie beispielsweise Aspirin, Plavix, ASS, Thrombo ASS oder Marcoumar, musst Du nach Rücksprache mit Deinem Arzt etwa 14 Tage vor der OP absetzen. Das gilt ebenfalls für Schlafmittel. Sprich mit Deinem Arzt, denn dieser kann Dir eventuelle ein Ersatzmedikament verschreiben. Zusätzlich werden Blutuntersuchungen und EKGs durchgeführt. Am Tag des Eingriffs solltest Du nüchtern sein. Das bedeutet, dass Du noch bis sechs Stunden vor der Operation etwas essen darfst. Achte jedoch darauf, dass Du eher eine leichte Mahlzeit zu Dir nimmst.
 
Wenn die Bursitis chronisch wird oder durch Bakterien bedingt ist, so muss der Schleimbeutel operativ entfernt werden

Wie verläuft die Operation?

In der Regel findet die Operation ambulant statt, wobei es auch davon abhängt, ob der Spezialist den gesamten Schleimbeutel entfernt oder nur öffnet.
 
Öffnet der Mediziner den Schleimbeutel, so ist keine Vollnarkose notwendig und eine lokale Betäubung reicht aus. Hierbei schneidet der Chirurg die Haut ein und lässt den Eiter ab, indem er einen Drainageschlauch einlegt, damit die Wundflüssigkeit abfließen kann. Zusätzlich spült er die Wundhöhle gründlich aus und vernäht den Hautschnitt. Nach zehn bis zwölf Tagen zeiht der Arzt die Fäden.
 
Wenn der gesamte entzündete Schleimbeutel entfernt wird, so ist eine Vollnarkose notwendig. Dabei schneidet der Arzt die Haut ein, entfernt den Schleimbeutel in der betroffenen Region komplett und vernäht den Schnitt wieder. Bei diesem Eingriff kann es jedoch eher zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Der betroffene Bereich ist danach zwar weniger geschützt, ist in der Regel aber genauso beweglich wie vor der OP.

Welche Komplikationen und Risiken gibt es bei der Behandlung einer Schleimbeutelentzündung?

Wie bei allen Operationen kann es bei diesem Eingriff auch zu unerwünschten Komplikationen kommen. In erster Linie besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko durch Erreger, die während der OP in die Wunde eindringen können. Bei der Operation kann es auch zu einer Schädigung der Blutgefäße kommen, somit sind Blutungen nicht auszuschließen. Außerdem kommt es oft zu Blutergüssen (Hämatome), wobei dies eine harmlose Komplikation ist und die Hämatome auch von selbst wieder verschwinden.

Was muss ich nach einer Operation beachten?

Nach der erfolgten OP kontrolliert der Arzt die Wunde regelmäßig. Außerdem verschreibt der Arzt in den meisten Fällen antientzündliche Medikamente, um den Entzündungsprozess zusätzlich zu reduzieren. Diese Medikamente solltest Du auch wie verordnet regelmäßig einnehmen. Bei der Entfernung eines Schleimbeutels der unteren Extremitäten führt der Arzt zusätzlich eine medikamentöse Thromboseprophylaxe durch.
 
In den meisten Fällen wird direkt nach dem operativen Eingriff, ein elastischer Verband um die betroffene Region gewickelt wird. Dieser erzielt ebenso einen Kompressionseffekt, der verhindert, dass es zu Flüssigkeitsansammlungen in der Wunde kommt.
 
Je nachdem, wie ausgedehnt die Wundhöhle ist, solltest Du den Verband für zwei bis drei Wochen tragen. Die Nähte der Wunde können nach ca. 12 bis 14 Tagen wieder entfernt werden.

Wie kann ich eine Schleimbeutelentzündung vorbeugen?

Gewisse Berufsgruppen sind besonders anfällig für Schleimbeutelentzündungen. Wenn Du zu solch einer Berufsgruppe gehörst, so kannst Du das Risiko einer Schleimbeutelentzündung verringern, indem Du Deine Gelenke vor einer zu starken Belastung schützt. Kniest Du häufig auf dem Boden oder stützt Dich auf Deine Ellbogen, solltest Du bestimmte gepolsterte Unterlagen unterlegen.
 
Wenn Du sitzt, so solltest Du eine gute Sitzhaltung einhalten und Deine Ellenbogen nicht ständig auf der Tischplatte aufstützen. Grundsätzlich solltest Du Deine Gelenke immer wieder entlasten, indem Du Deine Position veränderst. Leg regelmäßig kurze Pausen ein, damit sich Deine Gelenke auch zwischendurch gut erholen können.
 
Grundsätzlich solltest Du Deine Gelenke immer wieder entlasten, indem Du Deine Position veränderst
 

 Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

All die notwendigen Therapiemaßnahmen übernimmt die Krankenkasse. Jedoch kann bei bestimmten Leistungen ein Kostenbeitrag anfallen, daher solltest Du Dich sicherheitshalber bei Deiner Krankenkasse darüber informieren.


Dauer Dauer

Bis zu 2 Stunden

Ausfallzeit Ausfallzeit

2-6 Wochen

Stationärer Aufenthalt Stationär

Je nach Behandlung

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Das Wichtigste zusammengefasst

Zu einer Entzündung der Schleimbeutel kommt es vor allem im Rahmen einer Verletzung oder durch eine Überlastung


Bei einer Schleimbeutelentzündung ist das betroffene Gebiet geschwollen und meist auch gerötet


Wird eine überlastungsbedingte Schleimbeutelentzündung früh erkannt, so reicht es meist, das Gelenk für einige Tage ruhig zu stellen. Meist verabreicht der Arzt auch schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente


Wenn die Bursitis chronisch oder durch Bakterien bedingt ist, so muss der Schleimbeutel operiert und zum Teil komplett entfernt werden

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