Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Stechende Schmerzen in der Nähe von Gelenken sind häufig auf eine Schleimbeutelentzündung zurückzuführen. Besonders häufig betroffen sind die Ellenbogen, Knie, Hüften oder Schultern. In den meisten Fällen ist die Ursache eine Überbelastung der Gelenke. Aufgrund des Drucks entzündet sich der Schleimbeutel und es kommt zu einer Bursitis. Bei bestimmten Berufsgruppen ist das Erkrankungsrisiko daher größer. Körperliche Schonung ist die wichtigste therapeutische Maßnahme. In manchen Fällen steht eine Schleimbeutelentzündung aber auch im Zusammenhang mit einer bakteriellen Infektion.


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Zuletzt aktualisiert: 28. Oktober, 2021

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Die Schleimbeutel sind eine Art Polster, die Weichteile an Körperstellen, die starken Belastungen oder Druck ausgesetzt sind, schützen. Bei einer Bursitis kommt es zu einer Entzündung der Schleimbeutel. Meist aufgrund einer starken Überbelastung. Bestimmte Berufsgruppen haben daher ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Jährlich erkrankt etwa eine von 10.000 Personen an einer Schleimbeutelentzündung.

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Schleimbeutelentzündungen entstehen meist an Gelenken, die wir häufig beanspruchen. Meist steht eine Bursitis im Zusammenhang mit Überlastung von Hüftgelenken, der Knie, dem Fußgelenk oder der Schulter. Aber auch an anderen Körperstellen, an denen sich Schleimbeutel befinden, kann es zu einer Erkrankung kommen.

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Typisch für eine Schleimbeutelentzündung sind Schmerzen im betroffenen Gelenk, die sich bei Bewegung oder Druck von außen verschlimmern. Ebenso kommt es zu Rötungen und Schwellungen und die betroffene Körperstelle ist erwärmt. Bei manchen Patienten ist auch die Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt. Bei Ruhigstellung bessern sich die Symptome.

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Ruhigstellung ist die beste Maßnahme bei einer Bursitis. Hausmittel wie Massagen, kalte oder warme Kompressen beschleunigen die Heilung. Ebenso begünstigt die entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung von Ingwer die Heilung. Auch Apfelessig wirkt sich positiv auf die Heilungsdauer aus. Sowohl Apfelessig als auch Ingwer kannst Du in Form von Tees oder als Zusatz zum Wasser zu dir nehmen oder direkt auf die betroffene Stelle aufgelegen.

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Die wichtigste Behandlungsmethode bei einer Schleimbeutelentzündung ist die Ruhigstellung des Gelenks. Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente unterstützen die Heilung. Kommt es dennoch zu keiner Besserung, kann eine Punktion oder eine Kortisonanwendung helfen. In schweren Fällen ist eine Operation nötig. Dies ist vor allem bei bakteriellen Ursachen oder im Falle einer chronischen Schleimbeutelentzündung der Fall.

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Eine Bursitis steht in den meisten Fällen im Zusammenhang mit einer Überlastung des betroffenen Gelenks. Es kann sich aber auch um eine altersbedingte Verschleißerscheinung handeln. Ebenso kann eine Schleimbeutelentzündung mit einer anderen Erkrankung wie Rheuma oder Gicht in Zusammenhang stehen. In manchen Fällen ist eine bakterielle Infektion die Ursache einer Schleimbeutelentzündung.

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Zur Diagnosestellung untersucht der Arzt die betroffene Körperstelle auf Rötungen, Schwellungen und Schmerzen. Bildgebende Verfahren wie eine Ultraschall-Untersuchung, ein MRT oder Röntgenaufnahmen bringen weitere Klarheit. Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion als Ursache führt er eine Blutabnahme und gegebenenfalls eine Biopsie durch.

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Erfolgt die Behandlung einer Bursitis rechtzeitig, ist die Prognose gut. Ruhigstellung ist das wichtigste Element bei der Behandlung. Eine verschleppte Schleimbeutelentzündung kann chronisch werden und schwere Schäden nach sich ziehen. Bleibt eine bakterielle Schleimbeutelentzündung unbehandelt, kann sich daraus eine Blutvergiftung entwickeln.

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Einer Schleimbeutelentzündung kannst Du vorbeugen, indem Du Körperstellen, die starkem Druck ausgesetzt sind, polsterst. Achte darauf, Entspannungs- und Lockerungspausen einzulegen, wenn Du Tätigkeiten ausführst, die mit anstrengenden und monotonen Bewegungen im Zusammenhang stehen. Behandle Grunderkrankungen wie Rheuma, Gicht oder Arthrose und sorge etwa mit regelmäßigen Massagen dafür, die Durchblutung anzuregen.

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Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Diagnose und Therapie einer Schleimbeutelentzündung.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Schleimbeutelentzündung steht meist mit übermäßiger körperlicher Belastung im Zusammenhang. Daher sind Gelenke, die starken Belastungen bzw. Druck ausgesetzt sind, wie etwa Knie, Hüften oder Ellenbogen, häufiger betroffen. In manchen Fällen ist aber auch eine bakterielle Infektion ursächlich.


An den betroffenen Stellen entsteht eine Schwellung, die Körperstelle fühlt sich wärmer an und es kommt zu starken Schmerzen. Diese verschlimmern sich bei Druck von außen oder Bewegung. Bei manchen Patienten ist die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt.


Die wichtigste therapeutische Maßnahme ist es, das betroffene Gelenk ruhig zu stellen. Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente können den Heilungsprozess unterstützen. In manchen Fällen ist die Anwendung von Kortison nötig. In schweren oder chronischen Fällen hilft nur eine Operation.


Erfolgen Diagnose und Therapie rechtzeitig, ist die Prognose gut und einer vollständigen Heilung steht nichts im Weg.

Was versteht die Medizin unter einer Schleimbeutelentzündung?

Schleimbeutel beziehungsweise Bursa sind mit Flüssigkeit gefüllte Säckchen aus lockerem Bindegewebe. Sie polstern Körperstellen, die starken Belastungen wie Reibung oder Druck ausgesetzt sind, wie kleine Kissen ab. Sie sind eine Art Gleitschicht zwischen zwei Gelenken beziehungsweise zwischen Knochen und Weichteilen wie Sehnen, Bändern oder Muskeln. Schleimbeutel mildern den Druck auf den Knochen ab. Sie befinden sich an Hunderten Stellen im Körper, meist in der Nähe von Gelenken.
 
Plötzlich einsetzende starke Schmerzen im Bereich der Schleimbeutel, die meist über Nacht nach einer starken Belastung auftreten, sind typische Anzeichen einer Schleimbeutelentzündung. Mediziner sprechen dabei auch von einer Bursitis. Eine Schleimbeutelentzündung kann aber auch eine Verschleißerscheinung oder die Folge einer chronischen Überlastung sein. Seltener ist die Ursache eine bakterielle Infektion oder eine andere Erkrankung.
 
Jedes Jahr erkrankt etwa einer von 10.000 Menschen an einer Schleimbeutelentzündung im Bereich der Knie oder Ellenbogen. Besonders häufig betroffen sind Männer mittleren Alters. Vermutlich besteht hier ein Zusammenhang damit, dass sie häufiger Berufe ausüben, die mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko einhergehen. Bei körperlicher Schonung verschwindet eine Schleimbeutelentzündung meist innerhalb einiger Wochen wieder. In manchen Fällen heilt sie allerdings nicht ab. Chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Rheuma verstärken einerseits die Entzündung und können auch die Heilung behindern.

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Was versteht die Medizin unter einer Schleimbeutelentzündung?

Welche Arten von Schleimbeutelentzündung gibt es?

Der menschliche Körper verfügt etwa über 160 Schleimbeutel. Die meisten davon befinden sich im Bereich verschiedener Gelenke. Meist steht eine Bursitis im Zusammenhang mit einer Überlastung der Hüftgelenke, Knie, dem Fußgelenk oder der Schulter.

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Hüfte

Hüfte

Im Hüftgelenk befinden sich mehrere Schleimbeutel. Alltägliche Bewegungen wie Laufen, Gehen oder Springen beanspruchen die Schleimbeutel in der Hüfte stark. Eine Folge einer Schleimbeutelentzündung in der Hüfte sind Bewegungseinschränkungen und starke Hüftschmerzen. Betroffene finden aufgrund der Schmerzen auch nachts nur schwer Ruhe. Durch Bewegung verschlimmern sich die Schmerzen zusätzlich.


Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Ellenbogen

Ellenbogen

Der Schleimbeutel im Ellenbogen befindet sich an der Außenseite des Gelenks. Betroffen ist daher meist die knöcherne Spitze des Ellenbogens. Häufig steht eine Bursitis in diesem Bereich im Zusammenhang mit Unfällen oder Prellungen. Aber auch dauerhaftes Abstützen am Tisch mit dem Ellenbogen kann diese schmerzhafte Form der Bursitis hervorrufen. Umgangssprachlich ist diese Art der Schleimbeutelentzündung daher auch als Studentenellenbogen oder students elbow bekannt. Typische Symptome sind eine Schwellung am betroffenen Ellenbogen, Überwärmung, Bewegungseinschränkung und Schmerzen am Ellenbogen.


Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Schulter

Schulter

Der Schleimbeutel der Schulter befindet sich unter dem Akromion, dem Schulterdach. Druck auf diesen entsteht, wenn sich dieser Bereich verengt. Das ist etwa nach einer Sportverletzung der Fall. Wird der Schleimbeutel gereizt, kann er sich entzünden. Durch die Schwellung nimmt er noch mehr Platz ein. Eine Bursitis an der Schulter ist mit sehr starken, stechenden Schmerzen verbunden. Bestimmte Armbewegungen sind in weiterer Folge mit oft großen Schmerzen verbunden. Der Grund dafür ist, dass etwa kleine Bewegungen wie das Anheben des Arms dazu führen, dass der Druck auf den Schleimbeutel noch größer wird.


Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Knie

Knie

Im Knie gibt es mehrere Schleimbeutel. Sie befinden sich unter sowie vor der Kniescheibe. Ist der Schleimbeutel vor der Kniescheibe betroffen, sprechen Mediziner von der Bursitis praepatellaris. Ist hingegen der Schleimbeutel hinter dem Knie betroffen, handelt es sich um eine Bursitis infrapatellaris. Die Schleimbeutel am Knie stellen sicher, dass Beuge- und Streckbewegungen weitestgehend reibungsfrei ablaufen können. Da wir von unseren Knien regelmäßig Gebrauch machen, sind sie besonders anfällig für Schleimbeutelentzündungen. Vor allem kniende Tätigkeiten stellen eine große Belastung für die Schleimbeutel am Knie dar. Durch den hohen Druck kann es zu einer Entzündung kommen. Spezielle Berufsgruppen wie etwa Fliesenleger erkranken daher häufiger an einer Bursitis in diesem Bereich.


Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Füße und Ferse

Füße und Ferse

Auch an den Füßen und der Ferse befindet sich eine Vielzahl von Schleimbeuteln. Eine Bursitis in diesem Bereich führt zu Fuß- oder Fersenschmerzen. Von einer Schleimbeutelentzündung betroffen sind häufig die Schleimbeutel am oberen Ende des Fersenbeins, am Innen- oder Außenknöchel oder am Großzehengrundgelenk. Die Reizung der Schleimbeutel in diesem Bereich steht häufig mit verschiedenen Erkrankungen im Bereich des Fußes im Zusammenhang. Das kann etwa ein Hallux valgus oder eine Haglundferse sein. Betroffene können häufig keinen Sport mehr machen und schmerzfreies Gehen ist nicht mehr möglich. Besonders häufig sind von einer Bursitis im Bereich der Ferse Läufer betroffen. Ebenso begünstigt das Gehen in unpassendem Schuhwerk eine Bursitis.

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Welche Arten von Schleimbeutelentzündung gibt es?

Was sind die Symptome einer Schleimbeutelentzündung?

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Was sind die Symptome einer Schleimbeutelentzündung?

Bei einer Bursitis ist der Schleimbeutel entzündet und es sammelt sich in seinem Inneren mehr Flüssigkeit an als normal. Mediziner sprechen dabei von einem Erguss. Es kommt zu einer Schwellung. Diese lässt sich ertasten und ist von außen gut erkennbar. Das ist vor allem dann der Fall, wenn sich der entzündete Schleimbeutel dicht unter der Haut befindet.

Charakteristisch für eine Schleimbeutelentzündung sind starke Schmerzen im betroffenen Bereich. Bewegung oder Druck von außen verstärken diese. Sie bestehen aber auch bei Ruhe. Die Schmerzen können sich entweder schleichend entwickeln oder abrupt einsetzen, außerdem sind sie lokal begrenzt. Bei manchen Patienten strahlen sie jedoch auch in die umliegenden Bereiche aus. Rötungen und ein Wärmegefühl sind ebenso typisch. Bei manchen Patienten kommt es auch zu Fieber oder einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Ebenso kommt es bei einigen Betroffenen zu einer Druckempfindlichkeit und die Bewegungsfähigkeit kann eingeschränkt sein.

Wie lange dauert eine Schleimbeutelentzündung?

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Wie lange dauert eine Schleimbeutelentzündung?

Meist heilt eine Schleimbeutelentzündung innerhalb von zwei bis sechs Wochen. In seltenen Fällen kann eine Bursitis einen chronischen Verlauf haben. Das passiert meist, wenn die Therapie nicht ausreicht, zu spät begonnen wird oder der Patient sich nicht ausreichend konsequent daran hält.

Ein anderer Grund für wiederkehrende Schleimbeutelentzündungen an der gleichen Körperstelle sind Fehlstellungen oder Fehlbelastungen.
 
Eine Schleimbeutelentzündung kann sich auf das umliegende Gewebe ausweiten und im weiteren Verlauf zu einer Infektion des ganzen Körpers führen. Die Mobilität einzelner Gelenke kann im Zuge dessen vollständig eingeschränkt sein. Das Impingement-Syndrom, bei dem die Schwellung und der Druck das umliegende Gewebe sowie Sehnen, Bänder und Nerven abklemmen, ist eine mögliche Folgeerkrankung einer Bursitis. Eine frühzeitige Therapie verhindert solche Folgen und Komplikationen.

Welche Hausmittel helfen bei einer Schleimbeutelentzündung?

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Welche Hausmittel helfen bei einer Schleimbeutelentzündung?

Die effektivste Maßnahme bei einer Schleimbeutelentzündung ist die Ruhigstellung der betroffenen Körperstelle. So verhinderst Du weitere Reizungen des Schleimbeutels und unterstützt die Arbeit des Immunsystems.

Mit ausreichend Ruhe verschwindet eine Bursitis meist innerhalb von ein bis zwei Wochen. Darüber hinaus gibt es einige Hausmittel, mit denen Du die Heilung beschleunigen beziehungsweise die Symptome lindern kannst. Ebenso dienen sie dazu, weitere Schübe oder die Entwicklung einer chronischen Bursitis zu verhindern. Wenn das betroffene Gelenk allerdings stark anschwillt oder es auch zu stechenden Schmerzen oder gar Fieber kommt, ist es Zeit für einen Besuch beim Arzt.
 
Massagen können die Beschwerden im betroffenen Gelenk lindern, die Durchblutung fördern und Schwellungen reduzieren. Sie sind vor allem bei einem Steifigkeitsgefühl hilfreich und tragen zur Entspannung bei. Du kannst die Massage entweder selbst durchführen oder zu einem Masseur gehen. Wenn Du die Massage selbst vornehmen möchtest, kannst Du die Sehnenansätze und die Muskulatur um das betroffene Gelenk mit sanften kreisenden Bewegungen massieren. Etwas Kokos-, Oliven- oder Senföl erleichtert die Massage, besonders geeignet ist Rizinusöl. Es wirkt entzündungshemmend und reduziert die Schwellung. Lege anschließend ein warmes Handtuch auf die betroffene Körperstelle. Das Ganze kannst Du mehrmals täglich wiederholen.
 
In den ersten 24 bis 48 Stunden nach dem Auftreten der Symptome sind kalte Kompressen besonders hilfreich. Sie betäuben nicht nur den Schmerz im betroffenen Bereich, sondern reduzieren auch die Schwellung und verringern die Empfindlichkeit. Kühle dafür den betroffenen Bereich für etwa 15 Minuten mit einer kalten Kompresse oder Eiswürfeln, die Du in ein Tuch gewickelt hast. Pausiere anschließend für mindestens zwei Stunden. Wiederhole diesen Vorgang etwa drei bis fünf Mal täglich.
 
48 Stunden nach den ersten Symptomen oder bei einer chronischen Schleimbeutelentzündung eignen sich warme Kompressen zur Behandlung. Die Wärme trägt dazu bei, den Blutfluss zum Gelenk zu verbessern, reduziert die Steifheit und trägt somit zur Heilung bei.

Als natürliches Schmerzmittel kannst Du Ingwer verwenden. Die Knolle enthält schmerzstillende und entzündungshemmende Eigenschaften. Ingwer verbessert die Durchblutung und trägt somit zum Heilungsprozess bei. Du kannst den Ingwer in Form eines Tees zu Dir nehmen. Alternativ kannst Du Ingwer reiben, in ein Baumwolltuch einwickeln und für 30 Sekunden in kochendes Wasser legen. Lass den Beutel kurz abkühlen und leg ihn anschließend für etwa zehn Minuten auf das betroffene Gelenk. Das kannst Du zwei bis drei Mal täglich wiederholen.

 

Hilfreich sind auch Kompressen mit Apfelessig. Er hat eine alkalische Wirkung und bringt den pH-Wert des Körpers ins Gleichgewicht. Das reduziert Entzündungen und Schmerzen und verbessert zudem die Beweglichkeit. Tauche dafür ein Tuch in Apfelessig, drücke es aus und lege es auf die betroffene Körperstelle. Dort kann es für mehrere Stunden verbleiben. Die Wirkung des Apfelessigs kannst Du zusätzlich unterstützen, wenn Du einen Esslöffel Apfelessig mit einem Glas Wasser vermischst und trinkst.

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Als natürliches Schmerzmittel kannst Du Ingwer verwenden

Wie lässt sich eine Schleimbeutelentzündung behandeln?

Bei einer akuten Schleimbeutelentzündung, die mit einer Überlastung des Gelenks in Verbindung steht und rechtzeitig erkannt wird, reicht es meist, das Gelenk für einige Tage ruhig zu stellen. Vermeide körperliche Belastung und schone Deinen Körper. Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente unterstützen die Heilung. Diese stehen in Form von Tabletten oder Salben zur Verfügung. Geeignete Wirkstoffe sind zum Beispiel Diclofenac, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure. Ebenso lindern Kälteanwendungen die Beschwerden. In den ersten 48 Stunden nach Auftreten sind Wärmeanwendungen zu vermeiden. Sie können entzündliche Reaktionen fördern.

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Wie lässt sich eine Schleimbeutelentzündung behandeln?

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann eine Kortisonanwendung helfen. Dafür injiziert der Arzt das Medikament direkt in den betroffenen Schleimbeutel. In manchen Fällen ist eine Stoßwellentherapie sinnvoll. Der Arzt behandelt dabei den betroffenen Bereich mit Druckwellen. Neben der Schmerzlinderung können so auch vorhandene Kalkablagerungen beseitigt werden. Hat sich bereits eine große Menge Flüssigkeit angesammelt, kann der Arzt diese mit einer Punktion des Schleimbeutels absaugen.
 
Physiotherapeutische Maßnahmen helfen, das betroffene Gelenk nach anfänglicher Ruhigstellung wieder beweglich zu machen. Im Rahmen der Physiotherapie erfolgt die gezielte Mobilisierung des Gelenks. Ziel ist es außerdem, den Muskelabbau zu verhindern und das Gelenk „einrosten“ zu lassen. Der Physiotherapeut zeigt Dir Übungen, die Du dann zu Hause durchführen kannst. Im Rahmen der Physiotherapie können kommen häufig auch Bandagen oder Tapes der betroffenen Bereiche zum Einsatz.

Wie läuft die Operation bei einer Bursitis ab?

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Wie läuft die Operation bei einer Bursitis ab?

In manchen Fällen führen die beschriebenen Therapiemöglichkeiten zu keiner Besserung der Symptome oder der Schleimbeutel entzündet sich immer wieder. Mediziner sprechen dann von einer chronischen Bursitis.

Dann kann es sinnvoll sein, den betroffenen Schleimbeutel operativ zu behandeln. Auch, wenn Bakterien der Auslöser einer Schleimbeutelentzündung sind, kann es sein, dass ein operativer Eingriff nötig ist. In solchen Fällen ist zudem die Gabe von Antibiotika nötig, um zu verhindern, dass sich die Bakterien im Körper ausbreiten.
 
Große Flüssigkeitsansammlungen, die auch nach Abklingen der anfänglichen Entzündung bestehen, kann der Arzt im Rahmen eines kleinen Eingriffs behandeln. In einer sterilen Umgebung führt er dafür eine kleine Kanüle in den betroffenen Bereich ein und entfernt einen Teil der Flüssigkeit. Anschließend injiziert er eine Medikamentenlösung, die regulierend und heilend wirkt.
 
Hat sich der Schleimbeutel bereits krankhaft verändert und kann daher seine Funktion nicht mehr erfüllen, ist eine Bursektomie nötig. Der Eingriff erfolgt je nach betroffenem Körperbereich entweder unter Vollnarkose oder mit einer Lokalanästhesie. Über einen kleinen Schnitt oberhalb des betroffenen Schleimbeutels entfernt der Chirurg diesen. Die Beschwerden sind nach einer Bursektomie im Normalfall vollständig behoben. In seltenen Fällen ist allerdings ein erneutes Auftreten einer Schleimbeutelentzündung möglich.

Vor dem Eingriff führt der Arzt verschiedene Untersuchungen durch, etwa Ultraschalluntersuchungen, Röntgenaufnahmen, ein EKG oder eine Blutdruckmessung. Blutstillende Medikamente musst Du einige Tage vor dem Eingriff absetzen. Erfolgt der Eingriff unter Vollnarkose, musst Du dafür nüchtern sein. Das heißt, Du darfst mindestens sechs Stunden vorher nichts mehr Essen oder Trinken. Ebenso solltest Du mindestens eine Woche vor der OP nicht Rauchen und auch auf den Konsum von Alkohol verzichten. Auch die Einnahme von Medikamenten musst Du gegebenenfalls unterbrechen. Informiere Deinen Arzt, falls Du regelmäßig Medikamente einnimmst, damit er Dir sagen kann, wie lange vor der OP Du sie absetzen musst.

 

Nach dem Eingriff stellt eine Schiene sicher, dass das betroffene Gelenk für einige Zeit ruhig gestellt bleibt. Ein elastischer Kompressionsverband verhindert zudem, dass es zu Schwellungen oder Blutungen kommt. Verzichte für vier bis sechs Wochen nach dem Eingriff auf schwere Belastungen.

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - etwa Ultraschalluntersuchungen, Röntgenaufnahmen, ein EKG oder eine Blutdruckmessung

Welche Ursachen hat eine Schleimbeutelentzündung?

Schleimbeutel dienen als Druckpolster in Gelenken und an Knochenvorsprüngen. Sie schützen das Gewebe vor übermäßigem Druck. Meist ist eine Überlastung die Ursache einer Schleimbeutelentzündung. Sie kann etwa in Folge einer ungewohnten, wiederkehrenden Bewegung auftreten. Schleimbeutel dienen als Schutzpolster zwischen Gelenken, Muskeln, Bändern und Sehnen. Sie schützen diese vor übermäßigem Druck und ermöglichen einen reibungslosen Bewegungsablauf. Der Schleimbeutel kann auf ungewohnte, kraftintensive und wiederholte Bewegungen mit einer Entzündung reagieren. Zu Schleimbeutelentzündungen in Folge einer Überlastung kommt es häufig im Bereich von Fersen, Knien oder Hüften.
 
Aber auch altersbedingte Verschleißerscheinungen oder eine Grunderkrankung wie Rheuma oder Gicht können eine Schleimbeutelentzündung nach sich ziehen. Besonders wiederkehrende Schleimbeutelentzündungen stehen häufig mit einer zugrunde liegenden Erkrankung im Zusammenhang.
 
Seltener steht eine Bursitis auch im Zusammenhang mit einer bakteriellen Infektion. Häufig sind Staphylokokken der Auslöser einer solchen Schleimbeutelentzündung. Sie können nach einer Hautverletzung oder einem Knochenbruch in den Körper gelangen. Manchmal kommt es auch in Folge einer Infektionskrankheit wie Gonorrhoe zu einer Schleimbeutelentzündung. Heilt eine Bursitis über einen längeren Zeitraum nicht ab, kann es zur Bildung von bindegewebigen Zwischenwänden kommen. Mediziner sprechen dabei vom Schleimbeutelhygrom. Die chronische Entzündung des Schleimbeutels kann darüber hinaus dazu führen, dass sich Kalk im Schleimbeutel ablagert.

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Welche Ursachen hat eine Schleimbeutelentzündung?

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Schleimbeutelentzündung?

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Welche Risikofaktoren begünstigen eine Schleimbeutelentzündung?

Bestimmte Faktoren begünstigen das Auftreten einer Schleimbeutelentzündung. So haben etwa Menschen mit Übergewicht ein erhöhtes Risiko. Außerdem steigt das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Alter.

Ebenso haben Menschen, die bestimmte Berufe ausführen, ein erhöhtes Risiko. Das sind etwa Fliesenleger, Sportler oder Musiker. Der Grund dafür ist, dass sie bestimmte Körperbereiche durch einseitige, wiederkehrende Belastungen stärker beanspruchen. Eine chronische Schleimbeutelentzündung wird bei Betroffenen mitunter als Berufskrankheit anerkannt.

Wie wird eine Schleimbeutelentzündung diagnostiziert?

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Wie wird eine Schleimbeutelentzündung diagnostiziert?

Die Diagnose einer Schleimbeutelentzündung beginnt mit einer Anamnese, einem Gespräch mit dem Arzt. Er befragt Dich dabei genau zu Deinen Beschwerden, den körperlichen Belastungen in der letzten Zeit und ob Du an Erkrankungen leidest, die eventuell im Zusammenhang mit einer Schleimbeutelentzündung stehen könnten.

Diesem Gespräch folgt eine körperliche Untersuchung. Der Arzt untersucht die betroffene Körperstelle auf Rötungen und Schwellungen. Bei einer Bursitis ist der betroffene Körperbereich meist erwärmt und die Beweglichkeit des Gelenks ist häufig eingeschränkt. Er tastet dafür die betroffene Körperstelle ab und testet die Bewegungsfähigkeit des Gelenks. In vielen Fällen sind die Symptome so eindeutig, dass weitere Untersuchungen nicht nötig sind.
 
Beim Verdacht, dass eine bakterielle Infektion der Auslöser ist, misst der Arzt Deine Körpertemperatur und nimmt Blut ab. Das Blut schickt er anschließend im Labor zur Bestimmung der Entzündungswerte. Handelt es sich tatsächlich um eine bakterielle Schleimbeutelentzündung, erfolgt im weiteren Diagnoseverfahren eine Biopsie. Dabei entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe des betroffenen Schleimbeutels. So kann er feststellen, um welchen Erreger es sich handelt. Das erleichtert die Wahl des richtigen Antibiotikums.
 
Bleiben trotz dieser Untersuchungen noch Unklarheiten bestehen, bringen bildgebende Verfahren weitere Klarheit. Mittels Ultraschall, einer Röntgenaufnahme oder Magnetresonanztomografie (MRT) verschafft sich der Arzt einen Überblick über die entzündeten Strukturen und kann sehen, ob sich Kalk im Schleimbeutel abgelagert hat. Damit der Arzt absolut sicher sein kann, dass es sich um eine Schleimbeutelentzündung handelt, muss er Krankheiten ausschließen, deren Beschwerden jener einer Bursitis ähneln können. Mediziner sprechen dabei von Differenzialdiagnosen. Mögliche Erkrankungen sind neben rheumatischen Erkrankungen auch Lipome. Das sind gutartige Neubildungen des Fettgewebes der Unterhaut. Ebenso kann eine Tuberkulose oder Liposarkome, also bösartige Tumoren des Fettgewebes, zu ähnlichen Beschwerden führen.

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Magnetresonanztomografie (MRT)

Wie ist die Prognose bei einer Schleimbeutelentzündung?

Dauer und Ausmaß einer Schleimbeutelentzündung hängen in erster Linie von der Ursache der Beschwerden ab. Wenn die Diagnose rechtzeitig erfolgt und das Gelenk ruhig gestellt wird, verschwinden die Beschwerden meist nach wenigen Tagen. Wann Du wieder Sport machen kannst, hängt von der betroffenen Stelle ab und davon, welche Sportart Du betreiben möchtest. In jedem Fall müssen aber die Schmerzen abgeklungen sein. Es ist empfehlenswert, nach dem Abklingen der Schmerzen noch für zwei weitere Wochen auf Sport zu verzichten.
 
Erfolgt keine Entlastung des Gelenks, kann die Entzündung chronisch werden. Sie kann dann über Monate oder Jahre hinweg Beschwerden verursachen. Eine unbehandelte Bursitis kann schwere Folgen nach sich ziehen. Dauerhafte Schäden am Gelenk und die Einschränkung der Beweglichkeit sind nicht selten die Folge einer verschleppten Schleimbeutelentzündung. Erfolgt keine Behandlung einer bakteriellen Schleimbeutelentzündung, kann dies eine Sepsis (Blutvergiftung) nach sich ziehen.

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Wie ist die Prognose bei einer Schleimbeutelentzündung?

Wie kann ich einer Schleimbeutelentzündung vorbeugen?

Mit ein paar einfachen Maßnahmen kannst Du einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, einer Schleimbeutelentzündung vorzubeugen. Die wichtigste Maßnahme ist dabei die Entlastung der Schleimbeutel. Vor allem Personen, die viel knien, sitzen oder dauerhaft Druck auf den Ellenbogen ausüben, sollten auf einen weichen Untergrund an den Druckpunkten achten. Das kann etwa in Form von Knieschonern, weichen Sitzkissen oder einem Auflagepolster am Schreibtisch erfolgen.
 
Anstrengende, monotone Bewegungen führen früher oder später fast immer zu Schleimbeutelentzündungen. Entspannungspausen und Unterbrechungen solcher Tätigkeiten reduzieren das Erkrankungsrisiko. Du kannst dafür die jeweiligen Gelenke kurz ausschütteln und massieren, um sie zu lockern.
 
Wenn Du an einer Krankheit leidest, die Schleimbeutelentzündungen begünstigst, ist die beste Maßnahme zur Vorbeugung die Therapie der Grunderkrankung. Vor allem Rheuma, Gicht und Arthrose begünstigen Schleimbeutelentzündungen. Eine gute Maßnahme zur Vorbeugung ist die Anregung der Durchblutung. Besonders effektiv sind dafür tägliches Eincremen in Form einer leichten Massage, Ausdauertraining und Bewegung an der frischen Luft.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten bei einer Schleimbeutelentzündung?

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) - Kosten

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Diagnose und Therapie einer Schleimbeutelentzündung. Je nach Versicherungsträger kann ein Selbstbehalt anfallen. Genauere Informationen dazu erhältst Du direkt von Deiner Krankenkasse oder von Deinem behandelnden Arzt.


Über den Autor: Dr. med. Benjamin Gehl

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie


Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion.

Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind.

Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Schleimbeutelentzündung steht meist mit übermäßiger körperlicher Belastung im Zusammenhang. Daher sind Gelenke, die starken Belastungen bzw. Druck ausgesetzt sind, wie etwa Knie, Hüften oder Ellenbogen, häufiger betroffen. In manchen Fällen ist aber auch eine bakterielle Infektion ursächlich.


An den betroffenen Stellen entsteht eine Schwellung, die Körperstelle fühlt sich wärmer an und es kommt zu starken Schmerzen. Diese verschlimmern sich bei Druck von außen oder Bewegung. Bei manchen Patienten ist die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt.


Die wichtigste therapeutische Maßnahme ist es, das betroffene Gelenk ruhig zu stellen. Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente können den Heilungsprozess unterstützen. In manchen Fällen ist die Anwendung von Kortison nötig. In schweren oder chronischen Fällen hilft nur eine Operation.


Erfolgen Diagnose und Therapie rechtzeitig, ist die Prognose gut und einer vollständigen Heilung steht nichts im Weg.

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