Schwarzer Hautkrebs (Melanom)

Der schwarze Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten der Welt und die Fallzahlen steigen jedes Jahr. Etwa 150.000 Menschen bekommen jährlich die Diagnose malignes Melanom gestellt. Die Krankheit entwickelt sich aus veränderten Pigmentzellen. Das sind jene Hautzellen, die für unsere Bräunung bei Sonnenbestrahlung oder Bestrahlung mit einem künstlichen UV-Licht sorgen. Der bösartige Tumor zeigt sich fast immer an der Haut. Nur in seltenen Fällen können auch die Augen, Hirnhäute oder Schleimhäute davon betroffen sein. In einem frühen Stadium kann der schwarze Hautkrebs operativ entfernt werden. Doch das Melanom breitet sich meist rasch im Körper aus und bildet auf benachbarten Lymphknoten oder Organen Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen. Ist dies der Fall, muss die Behandlungsmethode angepasst werden. Grundsätzlich gilt, je früher das Melanom erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.


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Online-Redaktion

Dieser Text wurde nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern geprüft.


Zuletzt aktualisiert: 25. November, 2021

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

In der Medizin ist der schwarze Hautkrebs unter dem Begriff des malignen Melanoms bekannt. Im Gegensatz zu normalen Pigmentflecken wie Muttermalen sind die Pigmentflecken unscharf begrenzt, asymmetrisch geformt und vielfarbig. Der schwarze Hautkrebs zählt zu den bösartigen Tumoren, da er schnell wächst und auch streuen kann. Das bedeutet, dass sich Krebszellen vom eigentlichen Tumor lösen können, sich im Körper ausbreiten und dort Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, bilden.

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Generell kann ein schwarzer Hautkrebs überall am Körper entstehen, jedoch ist bei Männern bevorzugt der Rücken und bei Frauen eher die Armen oder Beine betroffen. Für eine Früherkennung eines malignen Melanoms helfen die ABCDE-Regel. Neben diesen Kennzeichen können auch ein Jucken, Bluten oder Nässen auftreten. In einem fortgeschrittenen Stadium können zu den genannten Symptomen noch Nachtschweiß, ein ungewollter Gewichtsverlust oder Fieber hinzukommen.

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Einen großen Einfluss hat natürliches sowie auch künstliches UV-Licht. Eine übermäßige Bestrahlung in der Kindheit oder Jugendzeit sowie häufige Sonnenbrände in diesem Zeitraum können die Bildung eines malignen Melanoms begünstigen. Hinzu kommen genetische Faktoren wie die Neigung zu Leberflecken oder Sommersprossen und Sonnenbrandflecken, der Hauttyp und die Haarfarbe. Personen mit rötlichen oder blonden Haaren erkranken im Durchschnitt häufiger an einem schwarzen Hautkrebs. Angehörige einer krebserkrankten Person haben zudem ein bis zu 120-faches Risiko, selbst an einem malignen Melanom zu erkranken.

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Der Hautarzt schaut sich die auffällige Hautstelle im Normalfall mit einer speziellen Lupe, einem sogenannten Dermatoskop oder Auflichtmikroskop, an. Sollte sich der Verdacht erhärten, wird das Muttermal operativ entfernt und die Gewebeprobe in ein spezielles Labor eingeschickt, wo sie Experten nach ihrer Struktur und Dicke beurteilen. Ab einer Dicke von einem Millimeter Tumordicke erfolgt im Anschluss eine Ausbreitungsdiagnostik, bei der Organe und Lymphknoten genauer mittels Ultraschall untersucht werden, um mögliche Tochtergeschwülste entdecken oder ausschließen zu können. Weitere Untersuchungen, wie in etwa eine Computer- oder Kernspintomografie können ebenfalls vom Mediziner angeordnet werden.

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Der erste Schritt der Therapie bei schwarzem Hautkrebs passiert schon mit der operativen Entfernung des verdächtigen Hautareals. Sollte sich die Probe später dann tatsächlich als malignes Melanom erweisen, folgen je nach Krebsstadium unterschiedliche Behandlungsmethoden. Bei der sogenannten Immuntherapie bekommt der Patient Medikamente, die sogenannte Killerzellen des Körpers aktivieren sollen. Die Strahlen- und Chemotherapie zielen dagegen auf die Zerstörung von Zellen, die sich rasch teilen, können dabei aber auch gesunde Zellen erwischen. Die neue zielgerichtete Therapie dagegen greift nur die veränderten Bestandteile der Krebszellen an, weshalb sie jedoch nicht bei jedem Menschen eingesetzt werden kann.

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Durch die verbesserte Früherkennung hat sich die Prognose beim malignen Melanom in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Wichtig ist, dass es frühzeitig erkannt und sofort behandelt wird. Die Lebenserwartung hängt entscheidend davon ab, wie stark der Tumor bei seiner Entdeckung gewachsen ist, ob er schon gestreut hat und um welchen Melanomtyp es sich handelt. Weitere Faktoren sind das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten.

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Wichtig zur Vorbeugung von schwarzen Hautkrebs ist ein ausreichender Sonnenschutz. Darüber hinaus kann ein textiler Sonnenschutz in Form einer Kappe, eines Hutes sowie spezielle Sonnenkleidung das Erkrankungsrisiko ebenfalls reduzieren. Um die Augen vor Schädigungen zu schützen, solltest Du eine Sonnenbrille mit einem UV-Schutz tragen. Verdächtige Pigmentflecken sollten so rasch als möglich von einem Dermatologen untersucht werden. Auch regelmäßige Kontrollen beim Hautarzt sollten zumindest alle zwei Jahre durchgeführt werden.

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Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden in der Regel von Deiner Krankenkasse übernommen. Genauere Informationen bekommst Du von Deinem Sozialversicherungsträger.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Schwarzer Hautkrebs wird auch als malignes Melanom bezeichnet. Darunter verstehen Mediziner veränderte Pigmentzellen, die in vier unterschiedlichen Typen mit unterschiedlichen Größen und Wachstumsfaktoren sowie Gefährlichkeitsstufen auftreten können.


Typische Anzeichen eines Melanoms werden durch die ABCDE-Regel definiert: Asymmetrie, Begrenzung, Color, Durchmesser und Erhabenheit.


Diagnostiziert wird ein malignes Melanom mithilfe einer speziellen Lupe, einer Gewebeprobe und ein oder mehrerer Ultraschalluntersuchungen. In manchen Fällen können noch andere diagnostische bildgebende Verfahren eingesetzt werden.


Die Therapie besteht in erster Linie aus der operativen Entfernung des auffälligen Gewebes. Sollte der Tumor schon gestreut haben, können Verfahren wie Strahlentherapie, Chemotherapie, Immuntherapie oder eine zielgerichtete Therapie zum Einsatz kommen.

Was versteht die Medizin unter schwarzem Hautkrebs?

Medizinisch ist der schwarze Hautkrebs unter dem Begriff des malignen Melanoms bekannt. Den Namen „schwarzer Hautkrebs“ verdankt die Erkrankung ihrem Aussehen; Melanome sind sehr dunkel, da sie aus pigmentbildenden Zellen entstehen. Im Gegensatz zu normalen Pigmentflecken wie Muttermalen sind sie jedoch unscharf begrenzt, asymmetrisch geformt und vielfarbig. Der weiße Hautkrebs dagegen zeigt sich als „nicht heilende Wunde“ und entsteht vorwiegend an Körperstellen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind. Auch neigt der weiße Hautkrebs eher weniger dazu, sich nach innen auszubreiten. Der schwarze Hautkrebs hingegen zählt zu den bösartigen Tumoren, da er schnell wächst und auch streuen kann. Das bedeutet, dass sich Krebszellen vom eigentlichen Tumor lösen, sich im Körper ausbreiten und dort Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen bilden können. Über die Blutbahn können diese Zellen unter anderem Organe oder Lymphknoten, aber auch das Gehirn befallen.

Schwarzer Hautkrebs (Melanom) - Was versteht die Medizin unter schwarzem Hautkrebs?

In Deutschland erkranken jährlich etwa 21.000 Menschen an schwarzem Hautkrebs. In der Schweiz und in Österreich sind es ungefähr 1.500 Personen. Frauen erkranken mit einem Durchschnittsalter von 60 Jahren meist früher als Männer, dennoch kommt die Erkrankung in etwa gleich oft bei beiden Geschlechtern vor. Generell treten Melanome im Alter zwischen 45 und 60 Jahren auf, wobei es gerade in den letzten Jahren immer häufiger jüngere Menschen trifft. Vor allem häufiges Sonnenbaden beziehungsweise Sonnenschäden aus der Kind- und Jugendzeit gehören zu den Hauptrisikofaktoren. Rothaarige Menschen und jene mit einer hellen Haut gehören zur gefährdetsten Gruppe. Von allen Krebsarten stirbt nur etwa ein Prozent der Erkrankten an Hautkrebs. Allerdings ist das maligne Melanom für 80 bis 90 Prozent dieser Todesfälle verantwortlich. Das Überleben eines Patienten hängt stark vom Zeitpunkt der Diagnose, dem Stadium der Erkrankung sowie der Behandlung und der Tatsache, wie sehr jemand auf diese Behandlung anschlägt, ab.

Schwarzer Hautkrebs (Melanom) - Allerdings ist das maligne Melanom für 80 bis 90 Prozent

Welche Formen werden bei einem Melanom unterschieden?

Schwarzer Hautkrebs (Melanom) - Welche Formen werden bei einem Melanom unterschieden?

Der schwarze Hautkrebs kann in unterschiedlichen Formen vorkommen. Es gibt grundsätzlich vier Melanom-Typen, die sich in ihrem Aussehen unterscheiden:

Oberflächliches (superfizielles) spreitendes Melanom
Dieser Melanomtyp kommt bei etwa 60 Prozent der Patienten vor und stellt damit den häufigsten Typ dar. Der schwarze Hautkrebs wächst dabei relativ langsam und breitet sich eher an der Hautoberfläche aus. Der Fleck ist meist dunkel und unregelmäßig geformt und zeigt an manchen Stellen kleine knotige Wölbungen. Häufig findet sich in der Mitte eine hellere Stelle. Nach etwa zwei bis vier Jahren kann der Tumor dann auch in die Tiefe wachsen und sich dort ausbreiten. Typischerweise sind die Arme, Beine, der Rücken und die Brust von diesem Typ betroffen. Das Erkrankungsalter liegt zwischen 30 und 50 Jahren.
 


 
Knotiges (noduläres) Melanom
Ein Fünftel aller Patienten weist ein knotiges oder noduläres Melanom auf, welches als glatter, dunkler Knoten über die Hautoberfläche hinausragt. Es wächst sowohl in die Höhe als auch in die Tiefe und breitet sich schnell aus, weshalb auch die Heilungschancen niedriger sind. Besonders der Kopf, Nacken oder der Rumpf sind von dieser Krebsform betroffen. Häufig bluten die Melanome auch oder bilden Geschwüre. Laut Studien erkranken eher Frauen über 50 Jahren an diesem Typ. Darüber hinaus haben besonders Menschen mit einem hellen Hauttyp ein höheres Erkrankungsrisiko.
 


 
Lentigo-Maligna-Melanom
Etwa fünf bis zehn Menschen von 100 erkranken an einem sogenannten Lentigo-Maligna-Melanom. Vor allem ältere Menschen erkranken an diesem Typ, welcher durch flache, unregelmäßig pigmentierte und unscharf begrenzte Melanome gekennzeichnet ist. Das Melanom bildet sich fast ausschließlich im Gesicht und dehnt sich langsam über bis zu 15 Jahre aus. Erst dann kann aus dem Fleck ein bösartiger, in die Tiefe wachsender Tumor entstehen.
 


 
Das akrolentiginöse Melanom
Dieser Typ tritt am seltensten auf und betrifft etwa fünf von 100 Patienten. Typischerweise bilden sich dabei an den Hand- und Fußflächen, im Nagelbereich oder auf den Schleimhäuten braune bis braunschwarze Flecken, die in einem weiteren Verlauf auch bluten oder nässen können. Anfangs ist der Fleck flach und unscharf begrenzt. Später können dann Knoten entstehen. Besonders Menschen über 60 Jahre sind von diesem schnell wachsenden und früh metastasierenden Typ betroffen.
 


 
Amelanotisches Melanom
Neben den vier klassischen Typen gibt es noch das sogenannte amelanotische Melanom, welches keine dunkle Färbung zeigt. Das ist auch der Grund, warum dieser Subtyp so schwer zu erkennen ist. Daneben gibt es noch Schleimhautmelanome, die neben der Mund- und Genitalschleimhaut auch verborgene Bereiche wie die Nasenschleimhaut betreffen können. Auch dieser Typ wird schwer erkannt und ist deshalb durch eine schlechte Heilungsprognose gekennzeichnet.

Was sind die Symptome von schwarzen Hautkrebs?

Um einen schwarzen Hautkrebs frühzeitig erkennen zu können, sollte auf verdächtige Hautveränderungen geachtet werden. Hierfür bietet die sogenannte ABCDE-Regel eine gute Orientierungshilfe:

A wie Asymmetrie: Sollte ein dunkler Hautfleck asymmetrisch geformt sein, das heißt weder oval, rund noch länglich, dann solltest Du einen Hautarzt aufsuchen.

B wie Begrenzung: Der Pigmentfleck sollte sich klar von der umgebenden Haut abgrenzen und keine gezackten, verwaschenen oder unscharfen Ränder haben.

C wie Color (Farbe): Auch eine unterschiedliche Färbung kann auf einen schwarzen Hautkrebs hindeuten. Typisch ist eine Mischung aus Weiß, Rosa und Grau mit schwarzen Anteilen.

D wie Durchmesser: Stellst Du eine Größenveränderung – insbesondere über fünf Millimeter – fest, solltest Du einen Arzt über diesen Pigmentfleck schauen lassen.

E wie Erhabenheit: Dunkle, flache Flecken, die am Rand einen tastbaren, erhabenen Anteil haben, sollten ebenfalls von einem Dermatologen untersucht werden.

Schwarzer Hautkrebs (Melanom) - ABCDE

Neben diesen Kennzeichen können auch ein Jucken, Bluten oder Nässen auftreten. Auch neu entstandene beziehungsweise deutlich wachsende Flecken können Hinweise auf ein malignes Melanom sein. In einem fortgeschrittenen Stadium können zu den genannten Symptomen noch Nachtschweiß, ein ungewollter Gewichtsverlust oder Fieber hinzukommen.

 

Schwarzer Hautkrebs (Melanom) - Was sind die Symptome von schwarzen Hautkrebs?

In welche Stadien wird schwarzer Hautkrebs unterteilt?

Schwarzer Hautkrebs entsteht aus pigmentierenden Hautzellen. Dabei kann er sich sowohl in die Breite und in die Höhe als auch in die Tiefe ausbreiten. Durchbricht das Melanom die Barriere zur Blutbahn und zu den Lymphgefäßen, kann es zur Bildung von Tochtergeschwüren kommen. Die Krebszellen breiten sich dann über die Blutbahn und über die Lymphgefäße im ganzen Körper aus, was die Heilungschancen immens beeinträchtigen kann. Ärzte teilen den Hautkrebs anhand seiner Größe und Tiefe sowie der Menge der eventuell befallenen Lymphknoten und der schon entstandenen Metastasen in vier verschiedene Tumorstadien ein:
 

  • Stadium I: Das sogenannte erste oder Frühstadium zeichnet sich durch eine geringe Tumordicke und keine Metastasen aus.

  • Stadium II: Im zweiten Stadium ist der Tumor schon mitteldick und greift auf die innere Hautschicht, jedoch noch nicht auf das Gewebe unter der Haut über. Die Lymphknoten sind in diesem Stadium noch nicht befallen.

  • Stadium III: Stadium 3 ist von einer höheren Tumordicke gekennzeichnet. Zudem hat der Krebs schon regionale Metastasen an den Lymphknoten gebildet.

  • Stadium IV: Im letzten Stadium hat der Tumor bereits andere Organe im Körper befallen und Tochtergeschwülste sowie Fernmetastasen gebildet.

An welchen Körperstellen tritt ein Melanom auf?

Schwarzer Hautkrebs (Melanom) - An welchen Körperstellen tritt ein Melanom auf?

Generell kann ein schwarzer Hautkrebs überall am Körper entstehen, jedoch ist bei Männern bevorzugt der Rücken davon betroffen. Frauen bekommen Melanome eher an Armen oder Beinen, insbesondere an den Unterschenkeln. Neben der Haut können aber auch die Augen oder die Schleimhäute krankhafte Veränderungen aufweisen. Darüber hinaus gibt es Fälle im Genitalbereich, auf der behaarten Kopfhaut, an den Fußsohlen und unterhalb der Finger- oder Zehennägel.

Welche Ursachen hat schwarzer Hautkrebs?

Schwarzer Hautkrebs kann viele Ursachen haben, die im Zusammenspiel zu einem Entarten von Muttermalen enden. Einen großen Einfluss hat natürliches sowie auch künstliches UV-Licht. Eine übermäßige Bestrahlung in der Kindheit oder Jugendzeit sowie häufige Sonnenbrände in diesem Zeitraum können die Bildung eines malignen Melanoms begünstigen. Hinzu kommen genetische Faktoren wie die Neigung zu Leberflecken oder Sommersprossen und Sonnenbrandflecken, der Hauttyp und die Haarfarbe. Personen mit rötlichen oder blonden Haaren erkranken im Durchschnitt häufiger an einem schwarzen Hautkrebs.

Welche Risikofaktoren begünstigen ein malignes Melanom?

Je mehr Muttermale ein Mensch hat, desto höher ist das Erkrankungsrisiko. So erkranken Menschen, die 100 oder mehr normal aussehende Leberflecken haben, eher an einem schwarzen Hautkrebs als Personen mit wenigen Muttermalen. Studien haben ebenfalls festgestellt, dass vor allem Personen mit einem hellen Hauttyp leichter einen schwarzen Hautkrebs bekommen. Auch häufige Sonnenbrände während der Kindheit und in der Jugend können das Risiko eines malignen Melanoms signifikant erhöhen.

 

Eine große Rolle spielt die genetische Veranlagung. So sind Menschen mit erkrankten Angehörigen oder solche, die in der Vergangenheit schon selbst einmal ein malignes Melanom hatten, einem höheren Erkrankungsrisiko ausgesetzt als andere. Darüber hinaus gibt es gewisse Genmutationen, die die Bildung von Melanomen begünstigen. Auch bestimmte Krankheiten, die zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit der Haut gegenüber UV-Licht führen, sowie ein geschwächtes Immunsystem können das Krebsrisiko erhöhen.

Schwarzer Hautkrebs (Melanom) - Welche Risikofaktoren begünstigen ein malignes Melanom?

Wie erfolgt die Diagnose von schwarzem Hautkrebs?

Falls Du Hautveränderungen beobachten kannst, die eigenartig aussehen oder nach der ABCDE-Regel beschrieben werden können, solltest Du zeitnah einen Dermatologen aufsuchen. Dieser kann im Normalfall schon am Aussehen des Leberflecks erkennen, ob es sich um einen schwarzen Hautkrebs handelt oder nicht. Dennoch wird er vorab mit Dir ein ausführliches Anamnesegespräch führen, um Hintergründe über Deine Familienkrankengeschichte und Deine eigene zu bekommen. Zudem wird er Dich fragen, wie lange Du diese Hautveränderungen schon beobachtest beziehungsweise wann sie Dir aufgefallen sind.
 
Der Hautarzt schaut sich die auffällige Hautstelle im Normalfall mit einer speziellen Lupe, einem sogenannten Dermatoskop oder Auflichtmikroskop, an. Sollte sich der Verdacht erhärten, wird zuerst die Tumordicke mit einem speziellen Ultraschall gemessen und danach das Muttermal entfernt. Dies passiert unter örtlicher Betäubung und hinterlässt je nach Größe und Ausprägung eine kleine bis etwas größere Narbe. Die Gewebeprobe wird dann in ein spezielles Labor eingeschickt, wo sie Experten nach ihrer Struktur und Dicke beurteilen.
 
Die sogenannte Tumordicke nach Breslow gehört zu den wichtigsten prognostischen Faktoren und hat eine große Bedeutung für die Wahl des therapeutischen Vorgehens. Ab einer Dicke von einem Millimeter Tumordicke erfolgt im Anschluss eine Ausbreitungsdiagnostik, bei der Organe und Lymphknoten genauer mittels Ultraschall untersucht werden, um mögliche Tochtergeschwülste entdecken oder ausschließen zu können. Zusätzlich macht der Arzt ein Lungenröntgen, um auch dort eventuelle Metastasen frühzeitig finden zu können. In manchen Fällen können noch weitere Untersuchungen wie eine Computer– oder Kernspintomografie vom Mediziner angeordnet werden.

Wie lässt sich schwarzer Hautkrebs behandeln?

Der erste Schritt der Therapie eines schwarzen Hautkrebses passiert schon mit der operativen Entfernung des verdächtigen Hautareals. Dabei wird die Gewebeprobe nicht unmittelbar am Rand der betroffenen Hautstelle, sondern mit einem Sicherheitsabstand von einigen Millimetern entnommen. Sollte sich die Probe tatsächlich als malignes Melanom erweisen, folgen je nach Krebsstadium unterschiedliche Behandlungsmethoden:

Tumordicke von mehr als einem Millimeter: In diesem Fall wird der Dermatologe das umliegende Gewebe sowie den nächstgelegenen Lymphknoten, den sogenannten Sentinel- oder Wächterlymphknoten, ebenfalls entfernen und im Labor auf Metastasen untersuchen lassen. Sollten auf dem Lymphknoten Tochtergeschwülste vorgefunden werden, müssen auch alle weiteren nahegelegenen Lymphknoten herausgeschnitten werden.

Tumordicke von zwei Millimeter: Der Arzt kann in diesem Stadium zu einer Immuntherapie mit Interferonen raten.

Metastasen auf anderen Organen: Sollten sich auch auf anderen Organen sogenannte Fernmetastasen gebildet haben, sind die Heilungschancen in der Regel schlecht. In diesem Fall sollte die Therapie auf eine Linderung der Beschwerden zielen.

Schwarzer Hautkrebs (Melanom) - Wie lässt sich schwarzer Hautkrebs behandeln?

Welche Therapien kommen bei schwarzem Hautkrebs zum Einsatz?

Für die Bekämpfung eines schwarzen Hautkrebses gibt es je nach Ausprägung oder Stadium unterschiedliche Therapieformen:
 
Immuntherapie
Nach der chirurgischen Entfernung aller sichtbaren Krebswucherungen bekommt der Patient Medikamente, welche sogenannte Killerzellen, also Abwehrzellen im Körper aktivieren sollen. Deren Aufgabe ist es, noch vorhandene Krebszellen abzutöten und damit das Tumorwachstum einzudämmen und zum Stillstand zu bringen. Beispielsweise könnte das im Falle einer Interferon-Therapie der Wirkstoff Interferonalpha sein. Bei diesem Wirkstoff handelt es sich um eine Substanz, die in unserem Immunsystem natürlich vorkommt. Sie wird gentechnisch hergestellt und kann die eigene Abwehr im Kampf gegen den Krebs stärken. Mögliche Nebenwirkungen sind grippeähnliche Zustände, Müdigkeit und trockene Haut. Aber auch andere Präparate wie sogenannte Checkpoint-PD-1-Blocker (z.B. Ipililumab, Pembrolizumab, Nivolumab) kommen bei einer Immuntherapie zum Einsatz. Diese Behandlungsform hat gerade in den letzten Jahren große Erfolge erzielen können, weshalb sie immer öfter eingesetzt wird.
 


 
Zielgerichtete Therapie
Eine eher neuere Möglichkeit, schwarzen Hautkrebs zu bekämpfen, ist die zielgerichtete Therapie. Diese nützt die Tatsache, dass Krebszellen veränderte Bestandteile haben, die zu einem unkontrollierten Wachstum des Tumors führen. Die Medikamente greifen direkt diese Bestandteile an und schalten sie aus. Damit werden gesunde Zellen verschont, was ein wesentlicher Vorteil zur Chemo- oder Strahlentherapie ist. Der Nachteil ist, dass diese Methode nur bei Menschen zum Einsatz kommen kann, bei denen die Krebszellen diese genetischen Veränderungen aufweisen. Dies ist bei etwa bei 50 von 100 Melanomen der Fall. Dafür eingesetzt werden sogenannte BRAF-Inhibitoren wie Vemurafenib oder Debrafenib. In manchen Fällen werden diese mit anderen Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Cobimetinib oder Trametinib kombiniert.
 


 
Chemotherapie
Die Chemotherapie wird aufgrund ihrer starken Nebenwirkungen immer mehr von der Immuntherapie abgelöst. Der große Nachteil bei dieser Medikamenten-basierten Methode ist, dass die Arzneimittel nicht nur die Tumorzellen, sondern häufig auch gesunde Zellen attackieren und vernichten. Dadurch kommt es zu den gefürchteten Nebenwirkungen wie Haarausfall, Übelkeit und Anfälligkeit für Entzündungen jeder Art. Grundsätzlich kann eine Chemotherapie ambulant oder in der Klinik erfolgen.
 


 
Strahlentherapie
Bei dieser Behandlungsform gegen schwarzen Hautkrebs werden die betroffenen Hautstellen mit Röntgenstrahlen beschossen. Da sich die Tumorzellen schlechter reparieren können als gesunde Zellen, werden diese geschädigt und damit abgetötet. Das gesunde Gewebe rundum kann sich in der Regel wieder regenerieren. Die Therapie ist sehr zeitaufwendig, da sich Patienten über mehrere Wochen lang alle paar Tage behandeln lassen müssen. Dazwischen können sie aber immer wieder nach Hause.

Schwarzer Hautkrebs (Melanom) - Welche Therapien kommen bei schwarzem Hautkrebs zum Einsatz?

Was muss ich nach der Behandlung eines Melanoms beachten?

Schwarzer Hautkrebs (Melanom) - Was muss ich nach der Behandlung eines Melanoms beachten?

Für die Nachsorge sollten Patienten die Hautstellen regelmäßig alle drei bis sechs Monate über einen Zeitraum von etwa fünf Jahren untersuchen lassen. Gerade in diesem zeitlichen Abschnitt können zu 90 Prozent erneut Metastasen auftreten.

Da auch nach fünf Jahren immer wieder Spätmetastasen entstehen können, empfiehlt sich eine Nachsorgedauer von etwa zehn Jahren. Damit verbunden sollten Betroffene psychosoziale Betreuung in Anspruch nehmen und die Krankheitsverläufe dokumentieren. Auch sollte das Pigmentsystem zur Früherkennung von Melanomverläufen und Zweitmelanomen engmaschiger überwacht werden.
 
Zudem empfiehlt sich nach einer Krebstherapie eine medizinische Rehabilitation, welche Patienten dabei helfen soll, ihren Alltag wieder bewältigen zu können. Diese Maßnahme kann Krankengymnastik, Muskelaufbautraining, Lymphdrainage oder Kompressionsverbände sowie psychologische Beratung umfassen.

Wie ist die Prognose bei schwarzem Hautkrebs?

Durch die verbesserte Früherkennung, die jeder gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre auf Krankenkassenkosten durchführen lassen kann, hat sich die Prognose beim malignen Melanom in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Wichtig ist, dass es frühzeitig erkannt und sofort behandelt wird. Wenn der Tumor schon Metastasen gebildet hat, verschlechtern sich die Heilungschancen deutlich. Das bedeutet, dass die Lebenserwartung entscheidend davon abhängt, wie stark der Tumor bei seiner Entdeckung gewachsen ist und ob er schon gestreut hat.

Neben den Tumorstadien hängt die Heilungschance auch vom Melanomtyp ab. Manche Typen wachsen sehr lange nur oberflächlich und sind dadurch meist gut behandelbar, andere wiederum sind gefährlicher, da sie schneller in tiefere Gewebeschichten vordringen und sich über die Blut- und Lymphbahnen im ganzen Körper ausbreiten können. Weitere Faktoren sind das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten.

 

In etwa 90 Prozent der Fälle zeigen sich bei der Erstdiagnose noch keine Metastasen. Das bedeutet, dass die Tumore operativ entfernt werden können und die Patienten als geheilt gelten. Statistisch gesehen überleben etwa 93 Prozent der Frauen und 91 Prozent der Männer die Diagnose schwarzer Hautkrebs die ersten fünf Jahre. Bei größeren Tumoren ohne Metastasenbildung leben nach fünf Jahren immer noch 85 Prozent. Hat das Melanom bereits örtliche Metastasen gebildet, kann sich die Lebenserwartung schon drastisch minimieren. Nur noch 20 bis 40 Prozent der Patienten überleben in diesem Fall die ersten fünf Jahre. Wenn der Tumor bereits in andere Organe gestreut hat, also sogenannte Fernmetastasen gebildet hat, dann besteht meist keine Aussicht auf Heilung. Nur etwa fünf Prozent dieser Patienten überleben die ersten fünf Jahre. Häufig bleiben ihnen jedoch nur noch Monate.

Schwarzer Hautkrebs (Melanom) - Wie ist die Prognose bei schwarzem Hautkrebs?

Wie kann ich schwarzem Hautkrebs vorbeugen?

Schwarzer Hautkrebs (Melanom) - Wie kann ich schwarzem Hautkrebs vorbeugen?

Wichtig zur Vorbeugung von schwarzen Hautkrebs ist ein ausreichender Sonnenschutz. Passe den Lichtschutzfaktor Deinem Hauttyp an. Hellere Personen sollten zumindest einen Schutzfaktor 50 benutzen.

Bei mittleren bis dunklen Hauttypen reicht ein Faktor 20 bis 30 aus. Zudem solltest Du die Sonne zwischen 11:00 und 15:00 Uhr meiden. Babys sollten dem UV-Licht gar nicht ausgesetzt werden, da ihre Haut besonders dünn und empfindlich ist. Achte auch im Schatten auf einen ausreichenden Lichtschutzfaktor, da das UV-Licht auch hier durchkommt, wenn auch geringer. Berechne auch immer die Sonnenschutzzeit und verwende ausreichend Sonnencreme.
 
Vermeide unseriöse Sonnencremes, wie in etwa solche mit der Aufschrift „100-prozentiger Schutz“ oder „Sunblocker“, da dies gar nicht möglich ist. Darüber hinaus kann ein textiler Sonnenschutz in Form einer Kappe, eines Hutes sowie spezieller Sonnenkleidung das Erkrankungsrisiko reduzieren. Um die Augen vor Schädigungen zu schützen, solltest Du eine Sonnenbrille mit einem UV-Schutz tragen. Verdächtige Pigmentierungen sollten so rasch wie möglich von einem Dermatologen untersucht werden. Auch regelmäßige Kontrollen beim Hautarzt sollten zumindest alle zwei Jahre durchgeführt werden. Dazu kannst Du das kostenlose Vorsorgeprogramm Deiner Krankenkasse nutzen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten bei schwarzem Hautkrebs?

Schwarzer Hautkrebs (Melanom) - Kosten

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden in der Regel von Deiner Krankenkasse übernommen – so auch bei einem malignen Melanom. Genauere Informationen bekommst Du von Deinem Sozialversicherungsträger.


Über den Autor: Dr. med. Benjamin Gehl

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie


Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion.

Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind.

Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Schwarzer Hautkrebs wird auch als malignes Melanom bezeichnet. Darunter verstehen Mediziner veränderte Pigmentzellen, die in vier unterschiedlichen Typen mit unterschiedlichen Größen und Wachstumsfaktoren sowie Gefährlichkeitsstufen auftreten können.


Typische Anzeichen eines Melanoms werden durch die ABCDE-Regel definiert: Asymmetrie, Begrenzung, Color, Durchmesser und Erhabenheit.


Diagnostiziert wird ein malignes Melanom mithilfe einer speziellen Lupe, einer Gewebeprobe und ein oder mehrerer Ultraschalluntersuchungen. In manchen Fällen können noch andere diagnostische bildgebende Verfahren eingesetzt werden.


Die Therapie besteht in erster Linie aus der operativen Entfernung des auffälligen Gewebes. Sollte der Tumor schon gestreut haben, können Verfahren wie Strahlentherapie, Chemotherapie, Immuntherapie oder eine zielgerichtete Therapie zum Einsatz kommen.

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