Tripper (Gonorrhoe)

Die Gonorrhoe, umgangssprachlich Tripper genannt, ist eine sexuell übertragbare Erkrankung und gehört zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Sie wird durch Gonokokken Bakterien verursacht und hauptsächlich beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Besonders die Schleimhäute der Harnröhre und der Geschlechtsorgane werden von den Erregern befallen. Zudem können der Analbereich und der Rachen davon betroffen sein, selten auch Gelenke, Haut, Leber und das Herz sowie bei Neugeborenen die Augen. Ein Brennen beim Wasserlassen und Ausfluss deuten auf eine Infektion hin. Betroffen sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren. Die Prognose für eine Heilung ist bei einer frühzeitigen Behandlung mit Antibiotika sehr gut.


AUTOR

Medizinische Expertin

CO-AUTOR

Online-Redaktion

Dieser Text wurde nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern geprüft.


Zuletzt aktualisiert: 27. März, 2020



Was versteht die Medizin unter Tripper?

Medizinisch ist die Erkrankung unter den Synonymen Tripper, Neisseria gonorrhoeae, Gonokokken, Gonokokkämie, Gonokokken-Urethritis, Blennorrhö, Gonokokken-Infektion und Morbus Neisser bekannt. Ausgelöst wird diese Infektionskrankheit durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae, die auch Gonokokken genannt werden, welche bei ungeschütztem Sexualverkehr übertragen werden und die Schleimhäute der Harn- und Geschlechtsorgane befallen.
 
Gonorrhoe gehört zu den Geschlechtskrankheiten, wobei die Bezeichnung auf den Ausfluss hindeutet, der das typische Anzeichen der Erkrankung ist. Behandelt wird die Krankheit hauptsächlich mit Breitbandantibiotika Cephalosporine, wobei die Prognose bei einem frühzeitigen Therapiebeginn sehr gut ist.
 
Gonorrhoe gehört zu den Geschlechtskrankheiten, wobei die Bezeichnung auf den Ausfluss hindeutet, der das typische Anzeichen der Erkrankung ist
 

Was sind die Symptome einer Gonorrhoe?

Zu den typischen Symptomen einer Gonorrhoe gehören brennende Schmerzen beim Wasserlassen und Ausfluss. Daneben können noch Infektionen des Anal-, Mund- und Rachenbereichs auftreten, die aber aufgrund ihrer milden Symptome oft unentdeckt bleiben und sich das Risiko einer Weiterverbreitung der Krankheit deutlich erhöht.
 
Bei Anal- oder Oralsex können die Bakterien in die Schleimhaut des Enddarms oder des Halses eindringen und so zu Infektionen führen. Betroffene bekommen Halsschmerzen, eine Verstopfung, Juckreiz oder Blutungen im Analbereich sowie geschwollene Lymphknoten.
 
Sollte sich die Infektion über die Blutbahnen in andere Körperteile wie der Haut oder der Gelenke ausbreiten, kann es zu einer septischen Gonokokken-Arthritis kommen, bei der in der Regel ein oder zwei große Gelenke betroffen sein können. Die Gelenke schmerzen dann üblicherweise, werden druckempfindlich und schwellen an. Auf der Haut können kleine rote Flecken auftreten. Aber auch die Leber, die Herzklappen und die Hirnhäute können von Gonokokken befallen werden. Neben Symptomen, die beide Geschlechter betreffe, gibt es auch deutliche Unterschiede zwischen Männer und Frauen:
 
Bei Männern tritt zumeist zwei bis drei Tage nach Sexualkontakt eine Rötung und Schwellung der Harnröhrenmündung, ein Brennen beim Wasserlassen und ein anfangs wässriger und später schleimig-eitriger Ausfluss auf. Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann sich die Infektion in die Nebenhoden oder andere Drüsen in diesem Bereich, wie in etwa die Prostata, ausbreiten. Dies zeigt sich in einem dumpfen Schmerz am Damm und in der Blasengegend. Die Hoden oder Nebenhoden können geschwollen, gerötet und druckempfindlich sein und von einem allgemeinen Krankheitsgefühl und Fieber begleitet werden.
 
Bei Männern tritt zumeist zwei bis drei Tage nach Sexualkontakt eine Rötung und Schwellung der Harnröhrenmündung, ein Brennen beim Wasserlassen und ein anfangs wässriger und später schleimig-eitriger Ausfluss auf
 
Bei Frauen zeigen sich die Symptome im Normalfall milder und meistens nach circa zehn Tagen. So kann eine Gonokokken-Infektion völlig symptomlos oder zumindest sehr schwach verlaufen. Dadurch bleibt die Krankheit aber unentdeckt und es kann passieren, dass sie chronisch wird. Vor allem der Muttermund und der Verbindungskanal zwischen Scheide und Gebärmutterhöhle im Gebärmutterhals werden von den Erregern befallen. Dies zeigt sich als wässriger Ausfluss aus der Scheide. Dazu kommt häufig eine Harnröhrenentzündung, die Schmerzen beim Wasserlassen und einen vermehrten Harndrang nach sich zieht.
 
In schwereren Fällen kann es zu einer Entzündung der Gebärmutterschleimhaut und damit zu Zyklusstörungen kommen. Die Infektion kann dann über die Gebärmutterschleimhaut in die Eileiter und über die Eierstöcke zum Bauchfell des Beckens wandern und überall auf ihrem Weg weitere Entzündungen hervorrufen. Dadurch entsteht eine Unterleibsentzündung. Entzündete Eileiter können zudem längerfristige Folgen wie eine Eileiterschwangerschaft, chronische Schmerzen im Unterleib und im schlimmsten Fall Unfruchtbarkeit haben.
 
Schwangere Frauen übertragen eine Gonorrhoe während der Geburt. Das Neugeborene entwickelt keine typischen Symptome, sondern eine eitrige Bindehautentzündung (Gonoblennorrhoe). Unbehandelt kann diese zur Erblindung führen, deshalb verabreicht der Spezialist direkt nach der Geburt spezielle Augentropfen (Crede-Prophylaxe).

Welche Ursachen hat Tripper?

Die Krankheit entsteht durch ein Bakterium der Art Neisseria gonorrhoeae. Diese Erregerart ist auch als Gonokokken bekannt und kommt nur beim Menschen vor. Sie besiedelt vor allem die Schleimhäute der Harn- und Geschlechtsorgane und wird hauptsächlich während ungeschütztem Geschlechtsverkehr übertragen.
 
Andere Ansteckungsmöglichkeiten bestehen während der Geburt, bei der die Erreger über die infizierte Mutter auf das Neugeborene übertragen werden und dort zu einer eitrigen Bindehautentzündung führen. Auch Schmierinfektionen sind möglich und können auch bei Erwachsenen zu einer Infektion der Augen führen.
 
In schwereren Fällen breiten sich die Gonokokken über die Blutbahn in andere Bereiche des Körpers aus und verursachen dort zum Beispiel Gelenkinfektionen und Hautveränderungen. In seltenen Fällen können die Bakterien auch andere Organe, wie das Herz, Hirnhäute und Knochenmark befallen. Dies ist nach Einführung der Antibiotika jedoch eine sehr seltene Komplikation.

Wie bekommt man Tripper?

Die Krankheit wird entweder beim direkten Kontakt der Schleimhäute wie beim ungeschützten Geschlechtsverkehr oder bestimmten Sexualpraktiken wie Anal- oder Oralverkehr sowie durch eine Schmierinfektion übertragen. Da der Erreger aber gegenüber Kälte und Sauerstoff empfindlich ist, ist eine Infektion über die Toilette in etwa ausgeschlossen.
 
Die Krankheit wird entweder beim direkten Kontakt der Schleimhäute wie beim ungeschützten Geschlechtsverkehr oder bestimmten Sexualpraktiken wie Anal- oder Oralverkehr sowie durch eine Schmierinfektion übertragen
 

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Gonorrhoe gehört zu den weltweit am häufigsten übertragenen Geschlechtskrankheiten. Nach Schätzungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) liegt die Zahl der Neuerkrankungen jedes Jahr bei 60 Millionen, das entspricht circa einem Prozent der Weltbevölkerung.
 
Im Jahr 2017 gab es in Europa rund 90.000 Betroffene. Die Patienten sind zwischen 25 und 34 Jahre alt und meist männlich. Am stärksten gefährdet sind homosexuelle Männer. In Österreich und der Schweiz gilt die Krankheit als meldepflichtig, in Deutschland wurde die Meldepflicht, außer im Bundesland Sachsen, wieder ausgesetzt.

Welche Folgen hat Gonorrhoe für Betroffene?

Unbehandelt kann die Krankheit zu mehreren Komplikationen führen, da sich die Erreger über die Blutbahnen im ganzen Körper ausbreiten können und dort Infektionen verursachen. Bei Neugeborenen kann eine Infektion mit Gonokokken im schlimmsten Fall zum Erblinden führen.

Wie ist der Krankheitsverlauf bei Tripper?

Grundsätzlich ist die Prognose für eine Heilung bei einer korrekten Therapie sehr gut, doch gilt es, diese frühzeitig zu beginnen. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, die sogenannte Inkubationszeit, beträgt bei Gonorrhoe meistens zwei bis fünf Tage. In manchen Fällen kann es auch nur einen Tag oder bis zu zwei Wochen dauern, bis Du erste Symptome bemerkst.
 
Nach Beginn der Krankheit kommt es zu den typischen Symptomen, wie ein vermehrter Ausfluss und Schmerzen beim Wasserlassen. Sollte die Behandlung nicht in diesem Stadium beginnen, kann sich die Infektion in den Beckenbereich ausbreiten und zu weiteren Entzündungen im Körper führen.
 
Bei einer unbehandelten Gonorrhoe können im schlimmsten Fall sogar Spätfolgen wie chronische Entzündungen der inneren Geschlechtsorgane mit anhaltenden Schmerzen, Verklebungen der Ei- beziehungsweise Samenleiter und damit Unfruchtbarkeit auftreten.
 
In seltenen Fällen führt eine Infektion mit Gonokokken durch deren Ausbreitung über die Blutbahnen zu Komplikationen wie Entzündungen an Gelenken, Haut, Herz und Bindehaut.

Wie diagnostiziert der Arzt Gonorrhoe?

Beim Auftreten von Symptomen solltest Du ehestmöglich einen Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, einen Gynäkologen oder einen Urologen aufsuchen. Nach einem ausführlichen Anamnesegespräch wird der Arzt die betroffenen Körperstellen untersuchen und mit einem Wattestäbchen Abstriche des infektiösen Sekrets machen, da die Gonokokken unter dem Mikroskop gut sichtbar sind (Gramfärbung).
 
Im Labor werden die Proben zur Sicherung der Diagnose auf eine Nährlösung aufgetragen und angezüchtet. Anhand der vorliegenden Kulturen kann der Arzt das richtige Antibiotikum auswählen.
 
Tripper behandelt der Arzt mit Antibiotika, wobei es sich dabei um ein Antibiotikum in Tablettenform zum Schlucken handelt und zudem injiziert er Dir ein Mittel direkt in die Vene oder in einen Muskel
 
Bei Frauen werden zusätzlich Proben vom Gebärmutterhals genommen. Üblicherweise untersucht der Spezialist durch weitere Proben auch, ob eine Infektion mit Chlamydien, Syphilis oder HIV vorhanden ist, da einige Patienten auch mit diesen Erregern infiziert sind.
 
Um weitere Komplikationen und eine weitere Verbreitung der Krankheit zu verhindern, sollte der Partner beziehungsweise alle Personen, mit denen Du in den letzten acht Wochen ungeschützten Geschlechtsverkehr hattest, ebenfalls untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.

Wie lässt sich Tripper behandelt?

Tripper behandelt der Arzt mit Antibiotika, wobei es sich dabei um ein Antibiotikum in Tablettenform zum Schlucken handelt und zudem injiziert er Dir ein Mittel direkt in die Vene oder in einen Muskel. Dabei kommen die Antibiotika Ceftriaxon als Injektion und Azithromycin als Tablette infrage. Falls die Injektion in die Vene oder einen Muskel nicht möglich ist, können alternativ Cefixim, Ciprofloxacin, Ofloxacin oder Azithromycin jeweils als Einmaldosis in Tablettenform vom Arzt verschrieben werden.
 
In letzter Zeit konnte jedoch immer wieder beobachtet werden, dass die Erreger gegen unterschiedliche Antibiotika resistent geworden sind, weshalb es wichtig ist, vom Arzt untersuchen zu lassen, welche Antibiotika wirken.
 
Je nach Schwere der Erkrankung muss diese Therapie über wenige Tage bis mehrere Wochen angewendet werden. Nach etwa vier Wochen musst Du zu einer erneuten Kontrolle zum Arzt, um zu prüfen, ob die Behandlung fortgesetzt werden muss. Zur Vorbeugung einer erneuten Ansteckung solltest Du nach erfolgreicher Therapie mindestens eine Woche keinen Sex haben und in Zukunft Kondome zum Schutz verwenden.

Welche Komplikationen können während der Behandlung auftreten?

Im Gegensatz zu anderen Infektionskrankheiten, gegen die der Körper immun wird, kann es bei Tripper zu einem erneuten Ausbruch kommen. Weitere Komplikationen können zudem bei einer unzureichenden Behandlung auftreten.
 
Im ungünstigsten Fall breiten sich die Bakterien über die Blutbahnen aus und führen am Ende zu Unfruchtbarkeit, einer Blutvergiftung, einer Arthritis, einer Hirnhautentzündung oder einer Herzinnenhautentzündung. Während der Schwangerschaft kann der Erreger auch eine Fehlgeburt auslösen. Eine körperweite Infektion (Sepsis) mit Gonokokken kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein.

Wie kann ich Gonorrhoe vorbeugen?

Am besten verwendest Du beim Sex immer Kondome und vermeidest unsichere Sexpraktiken sowie einen häufigen Wechsel Deiner Sexualpartner oder ungeschützten Geschlechtsverkehr mit Prostituierten. Bei einer Diagnose solltest Du und Dein Sexualpartner umgehend mit der Behandlung beginnen. Neugeborenen kann der Arzt bei Verdacht einer Übertragung eine Credé-Prophylaxe verabreichen. Das sind antibiotikahaltige Augentropfen, die eine eitrige Bindehautentzündung verhindern sollen.
 
Am besten verwendest Du beim Sex immer Kondome und vermeidest unsichere Sexpraktiken sowie einen häufigen Wechsel Deiner Sexualpartner oder ungeschützten Geschlechtsverkehr mit Prostituierten
 

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Krankenkassen übernehmen sämtliche Untersuchungen, die zur Feststellung einer Erkrankung notwendig sind. Falls Du zur Behandlung in ein Krankenhaus musst, können Kosten anfallen, die auf der jeweiligen Website der Krankenhäuser ersichtlich sind. Solltest Du einen Wahlarzt konsultieren, musst Du die Kosten selbst tragen und bekommst nur einen Anteil von Deinem Krankenversicherungsträger wieder zurück.


Dauer Dauer

Je nach Stadium

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Top Ärzte auf diesem Fachgebiet

Dermatologie
Dr. med. Martin Barsch, MBA

Dr. med. Martin Barsch, MBA

Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Starhembergstraße 12/3 , Linz

Dermatologie
Dr. med. Nikolaus Schicher

Dr. med. Nikolaus Schicher

Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Henselstraße 5 , Klagenfurt am Wörthersee

Dermatologie
Dr. med. Hero Schnitzler

Dr. med. Hero Schnitzler

Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Bodmerstrasse 4 , Zürich

Das Wichtigste zusammengefasst

Gonorrhoe ist eine sexuell übertragbare Infektionskrankheit und wird durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae verursacht


Der Erreger befällt vor allem Schleimhäute der Harn- und Geschlechtsorganen, kann aber bei schwereren Verläufen über die Blutbahnen auch andere Organe angreifen


Typische Anzeichen sind ein Ausfluss und Schmerzen beim Wasserlassen


Bei einer rechtzeitigen Behandlung mit Antibiotika ist die Prognose sehr gut. Unbehandelt kann die Krankheit zu Komplikationen wie Unfruchtbarkeit, Blutvergiftung oder Arthritis führen

Arzt finden