Basalzellkarzinom (Basaliom)

Das Basalzellkarzinom oder Basaliom ist einer der häufigsten Hautkrebsarten der Welt. Die Entartung der Körperzellen geht aus den sogenannten Basalzellen der Oberhaut und bestimmten Hautzellen der Haarwurzeln hervor und verbreitet sich in Form einer Tumorzellansammlung. Da ein Basalzellkarzinom anfänglich die gleiche Farbe wie die übrige Haut haben kann, ist diese Krebsform auch als weißer oder heller Hautkrebs bekannt. Bevorzugte Stellen sind sonnenexponierte Bereiche wie Stirn, Nase oder Ohren. Obwohl Betroffene durchschnittlich etwa 60 Jahre alt sind, gibt es heutzutage aufgrund der veränderten Freizeitgestaltung, wie Aktivitäten im Freien oder vermehrtes Sonnenbaden in den Ferien immer jüngere Patienten. In der Regel bildet ein Basaliom keine Metastasen, weshalb es auch zu den partiell bösartigen Tumoren zählt. Die Heilungschancen sind bei einer rechtzeitigen Behandlung sehr gut.


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Zuletzt aktualisiert: 2. April, 2020



Was versteht die Medizin unter einem Basalzellkarzinom?

In der Medizin wird das Basaliom als Basalzellkarzinom oder Basalzellkrebs bezeichnet, um hervorzuheben, dass es sich bei dieser Tumorart durchaus um eine potenzielle aggressive Krebserkrankung handelt. Der Begriff Karzinom kommt vom griechischen Wort “karkinos” und bedeutet Krebs. Zudem bezeichnen Ärzte diese Hautkrebsart als weißen Hautkrebs, da der Tumor anfangs die gleiche Farbe wie die Haut haben kann und deshalb oft unentdeckt bleibt.
 
Der weiße Hautkrebs
 
Das Basalzellkarzinom entsteht aus den sogenannten Basalzellen der Oberhaut und den Stammzellen im Bereich der Haarfollikel, also der Hülle der Haare, wobei die Zellen in diesem Bereich nicht aufhören sich zu teilen. Zwar kann der Tumor selten in umliegendes Gewebe einwachsen und dort auch Knorpel und Knochen befallen, jedoch siedelt er sich selten in anderen Organen ab, was bedeutet, dass er keine Metastasen, also Tochtergeschwülste, bildet. Dadurch verläuft er in sehr wenigen Fällen tödlich, weshalb er in der Medizin auch als halb-bösartig gilt.
 
Medizinisch abzugrenzen ist das Basalzellkarzinom vom Melanom – dem schwarzen Hautkrebs, der eher einem dunklen Leberfleck ähnelt – und dem Plattenepithelkarzinom oder Spinaliom, das zwar auch hell ist, allerdings zur Metastasenbildung neigt und dadurch als bösartig gilt.

Welche Unterarten des Basalioms gibt es?

Es gibt unterschiedliche Arten des Basalioms, wobei alle mehr oder weniger pigmentiert sein können. Sie unterscheiden sich in ihrem Aussehen und Wachstum.
 

  • Neben einem knotigen Basaliom gibt es auch geschwürartige Formen, die aus der Mitte nässen und Krusten bilden können und zum Teil einen verdickten perlschnurartigen Randsaum aufweisen. Teleangiektasien sind oft sichtbar.
  • Das sklerodermiforme Basaliom nimmt eher die Gestalt einer Narbe an und hat in der Mitte einen abgesunkenen flachen Herd. Diese Art wird lang nicht erkannt, wodurch es zu schwerwiegenden Folgen kommen kann.
  • Eine weitere Form ist das Basalioma terebrans, eine aggressive Art des Tumors, der sich durch ein schnelles, in die Tiefe laufendes Wachstum auszeichnet und auch vor Knochen, Knorpeln oder Muskeln nicht Halt macht. Vor allem die Nase und die Augenhöhlen sind häufig betroffen. Dabei kann der Tumor auch zu einem Verlust des Augenlichts führen.
  • Das Rumpfhautbasaliom wird oft mit der Schuppenflechte verwechselt, da es ähnliche Hautveränderungen zeigt. Dabei bildet das Rumpfhautbasaliom leicht gerötete, in der Mitte eingesunkene Herde, die leicht schuppen und teilweise pigmentiert sind. Erythematöse Plaques sind häufig.

 
Es gibt unterschiedliche Arten des Basalioms

Was sind die Symptome bei einem Basalzellkarzinom?

Basalzellkarzinome können sehr unterschiedlich aussehen und rufen oft keine Schmerzen hervor. Dennoch gibt es fünf charakteristische Kennzeichen:
 

  • Rötliche, selten weißlich oder gelbe Knoten, die wachsartig aussehen und sichtbare Blutgefäße an der Oberfläche haben (Teleangiektasien).
  • Eine nicht heilende Wunde, die manchmal nässt oder blutet.
  • Ein glattes Gewächs mit einem Randwall und zentraler Eindellung, die später geschwürig werden kann. Eventuell sind auch winzige Blutgefäße an der Oberfläche sichtbar.
  • Ein rötlicher manchmal verkrusteter oder schuppender Fleck, der auch jucken oder schmerzen kann.
  • Narbenartige Veränderungen, denen manchmal das Pigment fehlt oder die auch wachsartig aussehen und sich schlecht von der Umgebung abgrenzen lassen. Wenn Du die betroffenen Stellen berührst, fühlst Du eine Verhärtung im Vergleich zum gesunden Gewebe.

 
Bleiben diese Symptome unbehandelt, kann sich ein großer Tumor daraus entwickeln, der sich nicht nur in der Breite, sondern auch in die Tiefe ausdehnt. In einem fortgeschrittenen Stadium zeigen sich Basaliome als nässende und eventuell blutende Geschwüre, die in der Mitte eine Mulde oder zentrale Vertiefungen haben. Bevorzugte Stellen am Körper sind solche, die oft und intensiv der Sonne ausgesetzt sind, wie in etwa das Gesicht, eine wenig behaarte Kopfhaut oder Glatze, der Nacken oder Hände. Selten sind Beine oder der Oberkörper betroffen.

Welche Ursachen hat ein Basalzellkarzinom?

Als Hauptursache von Basalzellkarzinomen gilt eine intensive, langfristige Sonnenbestrahlung. Tumore bilden sich demnach vor allem an jenen Stellen, die der Sonne besonders ausgesetzt sind, also dem Kopf-Hals-Bereich. Dabei kommt es aufgrund der verstärkten UV-B-Strahlung zu Schädigungen des Erbmaterials der sogenannten Basalzellen der Oberhaut und von bestimmten Hautzellen in den Haarwurzeln. Diese vermehren sich deshalb unkontrolliert.
 
Eine erbliche Veranlagung dürfte das Risiko, ein Basalzellkarzinom zu bekommen, zusätzlich begünstigen. Doch auch krebserregende Stoffe wie Arsen können zu einer Krankheitsbildung beitragen. In manchen Fällen entstehen Basaliome in Zusammenhang mit Albinismus oder der Mondscheinkrankheit, eine erblich bedingte Hautkrankheit, bei der Betroffene aufgrund eines Gendefekts sehr lichtempfindlich sind. Weitere Faktoren können Narben, Tätowierungen, eine Exposition gegenüber Strahlung oder Komplikationen nach Verbrennungen sein.
 
Eine erbliche Veranlagung dürfte das Risiko, ein Basalzellkarzinom zu bekommen, zusätzlich begünstigen

Wie ist der Krankheitsverlauf bei einem Basalzellkarzinom?

Bei einem Basalzellkarzinom gibt es keine Krebsvorstufe. Schon bei Auftreten des ersten meist unauffälligen hellen Knötchens kann es sich um einen bösartigen Tumor handeln. Dieser wächst langsam aber stetig und zerstört benachbartes gesundes Gewebe. Im Normalfall bildet ein Basaliom keine Metastasen, kann sich aber unbehandelt weiter in die Breite und vor allem in die Tiefe ausdehnen und damit tiefer liegende Strukturen wie Knochen, Knorpel und Muskeln erreichen und zerstören. Sollte der Tumor auch zu lebenswichtigen Strukturen vordringen, kann dies im schlimmsten Fall sogar, aufgrund der Ausdehnung und Resektionsnotwendigkeit, zu einem Verlust von Augen, Ohren oder der Nase führen. Basaliome neigen zudem zu einem erneuten Auftreten nach deren Beseitigung, weshalb eine stetige Kontrolle sehr wichtig ist.

Wie diagnostiziert der Arzt ein Basaliom?

Ein erfahrener Hautarzt erkennt ein Basalzellkarzinom aufgrund kleinster Hautveränderungen schnell. Bei Verdacht entnimmt er eine Gewebeprobe oder entfernt den Tumor “in toto” (Probeexzision) und lässt diese von einem Pathologen im Labor unter dem Mikroskop genauer untersuchen. Für eine frühe Diagnose ist es wichtig, dass Du regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen zu Deinem Hautarzt gehst.

Welche Behandlungs- und Therapieformen gibt es?

Im Wesentlichen erfolgt die Behandlung eines hellen Hautkrebses auf drei Arten:
 
Chirurgische Entfernung
Nach einer Diagnosestellung sollte das Basaliom umgehend operativ entfernt werden. Dieses Verfahren gehört zum Standardverfahren und wird meist unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Nach der Operation wird in einem Labor untersucht, ob das ganze Tumorgewebe entfernt werden konnte. Falls dies nicht der Fall ist, wird der Rest in einem zweiten Schritt herausgeschnitten.
 
Nicht-operative Verfahren
Sollte der Zustand des Patienten oder die Lokalisation des Tumors keinen operativen Eingriff zulassen, können auch nicht-operative Verfahren, bei denen der Tumor oberflächlich entfernt wird, eingesetzt werden. Dazu zählen die Photodynamische Therapie, die Strahlen- und Lasertherapie, das Herausschaben und die Kältebehandlung. Aufgrund der Tatsache, dass bei diesen Methoden keine feingewebliche Kontrolle möglich ist, ist die Rezidivquote deutlich höher als bei chirurgischen Eingriffen.
 
Medikamentöse Verfahren
Bei oberflächlichen Basaliomen ist ebenfalls eine Behandlung mit Cremen möglich, die den Wirkstoff Imiquimod oder Fluorouracil enthalten. Diese Wirkstoffe sollen die Abwehrreaktion der Haut gegen die Krebszellen verstärken und eine Vermehrung der Tumorzellen hemmen. Bei etwa 80 Prozent der Anwendungen bilden sich die Krebsgeschwüre fast vollständig zurück.
 
Nach einer Diagnosestellung sollte das Basaliom umgehend operativ entfernt werden
 
In einem sehr fortgeschrittenen Stadium können Mediziner eventuell auf eine systemische Medikamenten-Therapie zurückgreifen. Beispielsweise mithilfe des Mittels Vismodegib wird der Tumor von innen zerstört, jedoch hat der Wirkstoff viele Nebenwirkungen wie Muskelspasmen, Haarausfall, Geschmacksstörungen, Gewichtsverlust, Müdigkeit und Verdauungsbeschwerden. Vor allem bei gebärfähigen oder gar schwangeren Frauen darf das Arzneimittel nicht angewendet werden, da es dem ungeborenen Kind schaden kann.
 
Nach der Behandlung ist es wichtig, dass Du regelmäßig halbjährlich zu einer Kontrolluntersuchung gehst, auf einen ausreichenden Sonnenschutz achtest und Dich selbstständig immer wieder auf Hautveränderungen untersuchst.

Wie ist die Prognose bei einem Basalzellkarzinom?

Etwa 90 bis 95 Prozent der Fälle können vollständig geheilt werden. Bei lediglich 10 bis 15 Prozent wächst das Basaliom innerhalb von zwei Jahren nach dem chirurgischen Eingriff wieder nach, weshalb diese Personen erneut operiert werden müssen. Die Ausnahme bildet die schnell wachsende aggressive Form des Basalioma terebrans. Da es auch innere Organe befallen kann, ist die Prognose hier ungünstiger, wobei dies davon abhängt, wo der Tumor sitzt, ob der Arzt diesen operieren kann und wie weit sein Wachstum schon fortgeschritten ist. Nur sehr selten endet die Erkrankung tödlich.

Wie kann ich einem Basalzellkarzinom vorbeugen?

Um Dich vor einem weißen Hautkrebs zu schützen, solltest Du folgende Schutzmaßnahmen vor Sonnenbestrahlung und künstlichem UV-Licht beachten:
 

  • Meide die Mittagssonne beziehungsweise halte dich nicht zu lange in der Sonne auf
  • Benutze immer eine Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung mit einer breiten Krempe
  • Trage immer ausreichend Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor auf
  • Wenn Du helle Haut und rote oder blonde Haare oder blaue Augen hast, solltest Du besonders aufpassen, da Du sehr anfällig für hellen Hautkrebs bist. Untersuche Dich regelmäßig selbst und benutze notfalls einen Spiegel, um auch Deinen Nacken, Deine Ohren und Deine Kopfhaut zu kontrollieren
  • Suche ehestmöglich einen Hautarzt auf, wenn Wunden scheinbar schlecht verheilen
  • Verzichte auf Solariumbesuche
  • Bei Kindern solltest Du auf einen sehr hohen Sonnenschutz mit Sonnenschutzkleidung, Sonnenhut und Sonnencreme mit sehr hohem Lichtschutzfaktor achten
  • Ab dem 35. Lebensjahr solltest Du alle zwei Jahre zu einer Früherkennungsuntersuchung für Hautkrebs, dem sogenannten Hautkrebs-Screening, gehen. Die Krankenlassen übernehmen die Kosten

 
Meide die Mittagssonne beziehungsweise halte dich nicht zu lange in der Sonne auf

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Krankenkassen übernehmen alle Kosten notwendiger Untersuchungen. Bei einem operativen Eingriff kann ein Selbstbehalt anfallen. Viele Informationen dazu findest Du auf den Websites des jeweiligen Krankenhauses oder bei einer Rückfrage bei Deiner Krankenkasse. Solltest Du eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung machen wollen, werden auch hierfür die Kosten von Deinem Krankenversicherungsträger meist alle zwei Jahre übernommen. Wenn Du einen Wahlarzt aufsuchen möchtest, musst Du die Kosten selbst tragen und bekommst nur einen Anteil wieder zurück. Wie hoch der Anteil ist, kannst Du bei Deinem Versicherungsträger nachfragen.


Dauer Dauer

20-30 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Das Wichtigste zusammengefasst

Das Basalzellkarzinom oder Basaliom ist die häufigste Hautkrebsart der Welt und betrifft vor allem Menschen über 60 Jahren


Da ein Basaliom zwar das umliegende Gewebe zerstört, aber grundsätzlich keine Metastasen bildet, gilt es als halb-bösartige Krebsart


Bevorzugte Stellen sind Hautstellen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind, wie das Gesicht, der Nacken und die Kopfhaut


Die Diagnose wird über eine gründliche Untersuchung der Hautstellen sowie einer Gewebsprobenentnahme gestellt. Danach beginnt die Behandlung, die je nach Krankheitsverlauf und Zustand des Patienten chirurgisch, nicht-operativ oder medikamentös sein kann

Dr. Benjamin Gehl

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