Bartholinitis

Unter einer Bartholinitis wird eine Entzündung des Ausführungsganges einer der beiden Bartholin-Drüsen verstanden. Die Bartholin-Drüse ist eine erbsengroße Geschlechtsdrüse und befindet sich neben dem Scheideneingang. Die Ursache ist meist eine bakterielle Infektion oder eine Bartholin-Zyste, jedoch kann die Erkrankung umgekehrt auch solch eine Zyste hervorrufen. Weitere Risikofaktoren sind eine schlechte oder auch übertriebene Intimpflege sowie eine Infektion mit den Geschlechtskrankheiten Gonorrhoe oder Chlamydien. Auftreten kann eine Bartholinitis bei erwachsenen Frauen jeden Alters, meist betrifft sie aber jüngere und sexuell aktive Frauen. Die typischen Symptome sind eine Schwellung, Rötung und Schmerzen. Darüber hinaus klagen viele Patientinnen über Probleme beim Sitzen und Gehen. Die Erkrankung ist sehr gut behandelbar und hat im Normalfall keine langfristigen Folgen für Betroffene. Nur selten ist eine Operation notwendig.


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Zuletzt aktualisiert: 9. November, 2021

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Mediziner verstehen unter einer Bartholinitis eine ein- oder doppelseitige, meist sehr schmerzhafte bakterielle Entzündung der sogenannten Bartholin-Drüsen oder/und ihrer Ausführungsgänge. Am häufigsten sind Frauen zwischen dem 20. Und 30. Lebensjahr betroffen. Die Infektion verursacht Schwellungen am Ausführungsgang und verkleben dadurch die Öffnung nach außen. Dies kann eine Bartholin-Zyste verursachen, welche meist nicht schmerzhaft ist. Doch kann auch eine Bartholin-Zyste umgekehrt eine Bartholinitis zur Folge haben.

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Die Erkrankung löst in erster Linie eine meist einseitige Schwellung in der Größe eines Hühnereis oder in schlimmeren Fällen sogar eines Tennisballs im unteren Drittel der kleinen und großen Schamlippen auf. Patientinnen klagen deshalb oft über starke Schmerzen beim Sitzen oder gehen. Der betroffene Bereich ist gerötet und heiß. In manchen Fällen kann es darüber hinaus zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl kommen.

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Die häufigste Ursache für eine Bartholinitis ist eine Bakterieninfektion. Dabei kann es sich um körpereigene Erreger handeln oder auch um krankmachende Keime von außen. Diese gelangen über den Scheidenvorhof in die Ausführungsgänge der Bartholin-Drüsen und können dort zu einer Entzündung führen. Durch die entstehende Verklebung staut sich das Sekret auf und bietet den Erregern so einen idealen Nährboden.

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Gerade im Anfangsstadium werden konservative Behandlungsmethoden wie Sitzbäder, Salben oder Vaginalcremes sowie Vaginaltabletten, Umschläge oder Kompressen eingesetzt. Diese wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. In manchen Fällen kommen Antibiotika zur Anwendung. Sollten diese Verfahren nicht zum Erfolg führen oder sich der Zustand sogar verschlechtern, hilft nur noch ein chirurgischer Eingriff, bei dem der Abszess aufgeschnitten und die Haut nach außen vernäht wird. Dadurch kann das Sekret ungehindert entweichen und der Heilungsprozess in Gang gebracht werden.

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Desinfizierende Sitzbäder mit Kamille oder Meersalz sowie Tees mit Kamille oder Ingwer sind für die Behandlung einer Bartholinitis sehr zu empfehlen. Die Verwendung einer Zugsalbe kann helfen, den Abszess schneller reifen und dadurch den Eiter früher abfließen zu lassen. Auch Wärme – wie mit Rotlicht oder warmen Essigwickeln - ist ein empfehlenswertes Hausmittel zur Behandlung einer Bartholinitis. Wie bei allen Erkrankungen ist das beste Hausmittel eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, da dadurch das Immunsystem stabilisiert und gestärkt wird.

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Vor allem ohne Behandlung kann es zu schlimmen Komplikationen kommen, da sich die Erreger über die Drüse hinaus im ganzen Körper ausbreiten können. Im schlimmsten Fall führt dies zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung, medizinisch Sepsis, die dringend ärztlich versorgt werden sollte. Während der Operation selbst kommt es sehr selten zu Komplikationen oder Risiken, wobei auch hier – wie bei jedem chirurgischen Eingriff – Infektionen oder unerwartete Blutungen auftreten können.

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Eine Diagnose vom Arzt erfolgt meist mithilfe eines ausführlichen Anamnesegesprächs und einer körperlichen Untersuchung. Bei Verdacht auf eine Entzündung durch Chlamydien oder Gonokokken wird der Mediziner zusätzlich einen Abstrich vom Bereich der Scheide und der Harnröhre machen und diesen im Labor untersuchen lassen. Ist der Erreger dann gefunden, kann die Antibiotikatherapie beginnen.

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Mit der entsprechenden Behandlung ist die Prognose gut. Vor allem wenn es sich um eine kleine Zyste ohne entzündlichen Prozess handelt, kommen Betroffene ohne medizinische Behandlung aus. Je größer sie ist, desto wahrscheinlicher ist ein notwendiger chirurgischer Eingriff. Doch trotz Genesung kann eine Bartholinitis immer wieder ausbrechen, wobei sich in diesem Fall die Prognose nicht ändert.

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Wirklich vorbeugen kannst Du einer Erkrankung nur durch eine angemessene Hygiene. Diese beinhaltet neben geschütztem Geschlechtsverkehr eine schonende Pflege des Intimbereichs. Viele Pflegeprodukte stören und reizen die natürliche und schützende Flora des Intimbereichs und wirken somit kontraproduktiv. Benutze am besten pH-neutrale Waschlotionen und Wasser.

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Im Regelfall übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die medizinische Behandlung, also der Medikamente oder wenn notwendig einer Operation. Frage dazu am besten bei Deinem behandelnden Arzt oder bei Deinem Versicherungsträger nach.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter einer Bartholinitis wird eine ein- oder doppelseitige, meist sehr schmerzhafte bakterielle Entzündung der sogenannten Bartholin-Drüsen oder/und ihrer Ausführungsgänge verstanden.


Ursache sind meist bakterielle Infektionen durch körpereigene Bakterien, in manchen Fällen dringen jedoch auch andere Erreger von außen ein. Ein weiterer Erkrankungsgrund kann eine Bartholinitis-Zyste sein, bei der die Ausführungsgänge der Bartholin-Drüsen verstopft werden und somit das Sekret nicht mehr abrinnen kann.


Eine Behandlung erfolgt in einem frühen Stadium mit konservativen Methoden wie Sitzbädern, Salben oder Homöopathie. Sollte die Infektion jedoch zu sehr fortgeschritten sein und mit einer großen Schwellung und starken Schmerzen einhergehen, empfiehlt sich eine Operation.


Diagnostiziert wird eine Bartholinitis mithilfe eines Anamnesegesprächs und einer körperlichen Untersuchung der betroffenen Stelle durch einen Frauenarzt.

Was versteht die Medizin unter einer Bartholinitis?

Mediziner verstehen unter einer Bartholinitis eine ein- oder doppelseitige, meist sehr schmerzhafte bakterielle Entzündung der sogenannten Bartholin-Drüsen oder/und ihrer Ausführungsgänge. Die zwei etwa bohnengroßen Geschlechtsdrüsen befinden sich im hinteren Drittel der großen Schamlippen. Ihre Ausführungsgänge münden auf der Innenfläche der kleinen Schamlippen, wo sie bei sexueller Erregung ein schleimiges Sekret abgeben und damit den Scheideneingang befeuchten. Die Bezeichnung der Drüsen geht auf den dänischen Anatomen Carpar Barthoin zurück.
 
Am häufigsten sind Frauen zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr betroffen. Die Infektion verursacht Schwellungen am Ausführungsgang, wodurch die Öffnung nach außen verklebt wird. Dies kann eine Bartholin-Zyste verursachen, welche in der Regel nicht schmerzhaft ist. Doch kann auch eine Bartholin-Zyste kann umgekehrt eine Bartholinitis zur Folge haben. Medizinisch gesehen wird von einem Pseudo-Abszess oder Empyem gesprochen, da es sich bei der Körperhöhle, in der die Entzündung beziehungsweise Eiteransammlung entsteht, um eine natürliche Körperhöhle handelt. Doch auch die Bezeichnungen Bartholin-Abszess, Bartholin-Zyste beziehungsweise bartholinische Zyste sind geläufig. Im Regelfall ist die Erkrankung nicht ansteckend, da es sich meist um harmlose Darmbakterien handelt. Sollte der Abszess jedoch aufgehen, sollten Betroffene einige Tage auf Geschlechtsverkehr verzichten.

Bartholinitis - Was versteht die Medizin unter einer Bartholinitis?

Was sind die Symptome einer Bartholinitis?

Bartholinitis - Was sind die Symptome einer Bartholinitis?

Die Erkrankung löst in erster Linie eine meist einseitige Schwellung im unteren Drittel der kleinen und großen Schamlippen auf. Diese kann die Größe eines Hühnereis oder in schlimmeren Fällen sogar eines Tennisballs erreichen und ist sehr druckempfindlich.

Patientinnen klagen deshalb oft über starke Schmerzen beim Sitzen oder Gehen. Der betroffene Bereich ist gerötet und heiß. In manchen Fällen kann es darüber hinaus zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Fieber, Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit kommen. In seltenen Fällen bemerken die Frauen die Entzündung nur beim Geschlechtsverkehr. Die Erkrankung kann auch von selbst wieder abheilen oder innerhalb kürzester Zeit weiter voranschreiten, wobei die Beschwerden stärker werden.

Bartholinitis - Patientinnen klagen deshalb oft über starke Schmerzen beim Sitzen oder Gehen

Welche Ursachen hat eine Bartholinitis?

Bartholinitis - Welche Ursachen hat eine Bartholinitis?

Die häufigste Ursache für eine Bartholinitis ist eine Bakterieninfektion. Dabei kann es sich um solche Erreger handeln, die natürlich in oder auf unserem Körper vorkommen.

Dazu zählen in etwa Darmbakterien wie Escherichia coli, Streptokokken oder Staphylokokken sowie Staphylococcus aureus, die auf der Haut und in der Nase vorgefunden werden können. In manchen Fällen sind auch krankmachende Keime Auslöser der Erkrankung. Diese gelangen über den Scheidenvorhof in die Ausführungsgänge der Bartholin-Drüsen und können dort zu einer Entzündung führen. Hierzu zählen bestimmte Erreger von Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien und Gonokokken, welche Tripper (Gonorrhoe) auslösen. Die Bakterien können über Geschlechtsverkehr übertragen werden.
 
Die Infektion kann sich bis zum Drüsenkörper ausweiten und führt zu einem Anschwellen des betroffenen Ausführungsganges. Durch die entstehende Verklebung staut sich das Sekret auf und bietet den Erregern so einen idealen Nährboden. Oft bildet sich auch Eiter. Breitet sich dieser vom Drüsengang in die Umgebung aus, sprechen Mediziner von einer bartholinischen Zyste. Doch kann nicht nur eine Zyste eine Bartholinitis auslösen, diese kann auch umgekehrt aufgrund dieser Erkrankung entstehen.

Bartholinitis - Wie lässt sich eine Bartholinitis behandeln?

Wie lässt sich eine Bartholinitis behandeln?

Je nachdem, in welchem Stadium sich die Erkrankung befindet, können konservative Behandlungsmethoden zum Erfolg führen oder nicht. So ist es gerade im Anfangsstadium wichtig, entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente einzunehmen und die betroffene Stelle zu kühlen. Auch sollte rasch mit einer Behandlung begonnen werden, um eine mögliche Ansteckung des Partners zu verhindern. Zur lokalen Behandlung können Salben oder Vaginalcremes aufgetragen werden sowie Vaginaltabletten, Umschläge oder Kompressen verwendet werden. Auch Sitzbäder und homöopathische Mittel verschaffen Erleichterung. In manchen Fällen haben sich zudem Rotlicht-Bestrahlungen bewährt, welche zu einer Abkapselung des gesunden Gewebes vom Entzündungsherd führen.

Bartholinitis - Sitzbäder

Sitzbäder

Für ein Sitzbad kannst Du Dich in die Badewanne setzen oder spezielle Sitzbadaufsätze für die Toilette verwenden. Lass diese mit Wasser und desinfizierenden Zusätzen ein. Verweile dann etwa 15 bis 30 Minuten im warmen Bad. Vor allem Kamille hat sich dabei als Zusatz bewährt, da sie in tiefe Hautschichten eindringt und dort einerseits entzündungshemmend wirkt und andererseits die Wundheilung anregt. Alternativ kannst Du Kaliumpermanganat einsetzen, da es desinfiziert und zu einer Austrocknung der Entzündung führt. Du solltest beim Einsatz jedoch auf das richtige Mischverhältnis achten, da Kaliumpermanganat auch Verätzungen und ein Austrocknen der Haut verursachen kann.

 

Eine weitere Möglichkeit eines Zusatzes wäre Polyvidon Jod, welches ebenfalls desinfizierend wirkt. Doch auch Zusätze aus der Pflanzenheilkunde wie Eichenrinde, Kamillenblüten, Hamamelis oder Zaubernuss können die Entzündung mildern.


Bartholinitis - Salben

Salben

Für die Wahl der richtigen Salbe solltest Du einen Frauenarzt konsultieren. Die Salbe sollte in jedem Fall entzündungshemmend und/oder antibiotisch wirken. Dafür eignen sich vor allem solche mit den Wirkstoffen Fusidinsäure, Nebacetin oder Bacitracin. Bei einem bereits gebildeten Abszess hilft eine Ichtholansalbe, die zu dessen schnelleren Reifung führt. Dadurch kann dieser schneller chirurgisch behandelt werden.


Bartholinitis - Homöopathie

Homöopathie

Typische Wirkstoffe bei einer akuten Bartholinitis sind in der Homöopathie Hepar Sulfur C15 und Pyrogenicum C9. Bei einer chronischen Form kann auch Conium 15 und Staphisagria C15 eingesetzte werden. Im Zeitraum von fünf Monaten solltest Du zweimal täglich fünf Globuli einnehmen. Sollte die Infektion wieder auftreten, besteht die Behandlung aus fünf Globuli täglich über einen Zeitraum von zwei Monaten. Das Mittel der Wahl wird von den Beschwerden bestimmt: So empfiehlt sich bei pulsierenden Schmerzen und einem geröteten und heißen Abszess die Einnahme von Belladonna. Ein stechender Schmerz bei Berührung und ein glänzender Abszess verlangen eher nach Apis.

Sollte sich die Bartholinitis mit diesen konservativen Methoden nicht beseitigen lassen oder die Beschwerden sogar zunehmen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser entscheidet dann, ob Antibiotika eingesetzt werden sollte. Die Antibiotikabehandlung richtet sich nach dem verursachenden Bakterium und soll das Abklingen der Zyste hervorrufen sowie das Ausbreiten der Entzündung verhindern. Antibiotika können in Form von Tabletten oder Salben verschrieben werden. Doch sollte auch diese Form der Behandlung keinen Erfolg bringen, führt oft an einem chirurgischen Eingriff nichts mehr vorbei.

Bartholinitis - Antibiotika eingesetzt werden sollte

Wie läuft eine Bartholinitis OP ab?

Bartholinitis - Wie läuft eine Bartholinitis OP ab?

Sollten Hausmittel und konservative Therapiemethoden zu keiner Besserung der Erkrankung führen, bleibt meist nur die Option einer chirurgischen Öffnung des Abszesses. Viele Frauen scheuen diesen Schritt anfangs, jedoch bringt die Öffnung des Abszesses im Endeffekt eine große Erleichterung, da dieser meist mit großen Schmerzen einhergeht.

Die Operation selbst wird im Regelfall ambulant unter lokaler Betäubung durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. In seltenen Fällen kann auch eine Vollnarkose zum Einsatz kommen. Dies passiert dann, wenn die lokale Betäubung im entzündeten Gewebe nicht so gut wirkt.
 
Die bei einer Bartholinitis häufigste angewendete Operationstechnik heutzutage heißt Marsipulation. Dabei öffnet der Chirurg mit einem Skalpell den Abszess und vernäht die Wände der Abszesshöhle mit der Haut. So kann die Höhle nach außen offen blieben und das Sekret ungehindert ausfließen. Eine Drainage verhindert zudem das Verkleben der Wundränder. Dies ist deshalb notwendig, damit sich der Abszess nicht noch mal bildet. Zudem kann der krankmachende Keim aus dem Sekret bestimmt und eine geeignete antibiotische Therapie begonnen werden. Die Fäden werden im Normalfall nach wenigen Tagen gezogen, die Wunde selbst verheilt innerhalb von vier bis sechs Wochen vollständig. Um die Heilung zu unterstützen, können mehrmals täglich Sitzbäder genommen werden. Sollte die Erkrankung immer wieder auftauchen, empfiehlt es sich, die Bartholin-Drüse vollständig entfernen zu lassen.

Bartholinitis - Marsipulation

Welche Hausmittel helfen bei einer Bartholinitis?

Bartholinitis - Welche Hausmittel helfen bei einer Bartholinitis?

Es gibt einige wirksame Hausmittel, die Du zur Behandlung einer schmerzhaften Schwellung anwenden kannst. Auch hier sind desinfizierende Sitzbäder mit Kamille oder Meersalz zu empfehlen, Du kannst allerdings auch andere desinfizierende Wirkstoffe verwenden.

Das Wasser sollte dabei lauwarm sein. Es kann auch hilfreich sein, die betroffene Stelle mit Pflanzenöl einzucremen, das Moringa oleifera enthält, da es entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt. Die Verwendung einer Zugsalbe kann helfen, den Abszess schneller reifen und dadurch den Eiter früher abfließen zu lassen. Auch Wärme ist ein empfehlenswertes Hausmittel zur Behandlung von Bartholinitis.
 
Du kannst die betroffene Stelle außerdem mit Rotlicht bestrahlen oder warme Essigwickel auftragen. Tees mit Kamille oder Ingwer sind ebenfalls empfehlenswert. Du solltest Pflanzen wie Löwenzahn, Aloe vera, Enzian, Zitronengras und Knoblauch in Deine Ernährung integrieren, sie wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Wie bei allen Erkrankungen ist das beste Hausmittel eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, da dadurch das Immunsystem stabilisiert und gestärkt wird.

Welche Komplikationen können bei einer Bartholinitis auftreten?

Bartholinitis - Welche Komplikationen können bei einer Bartholinitis auftreten?

Vor allem ohne Behandlung kann es zu schlimmen Komplikationen kommen, da sich die Erreger über die Drüse hinaus im ganzen Körper ausbreiten können. Im schlimmsten Fall führt dies zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung, medizinisch Sepsis, die dringend ärztlich versorgt werden sollte.

Während der Operation selbst kommt es sehr selten zu Komplikationen oder Risiken, wobei auch hier – wie bei jedem chirurgischen Eingriff – Infektionen oder unerwartete Blutungen auftreten können. Diese Komplikationen lassen sich aber leicht durch Einhaltung der Hygienemaßnahmen verhindern. Zudem sollte die Wunde nach außen hin offengehalten werden, damit das krankhafte Sekret abfließen kann.
 
Eine weitere Komplikation kann dann auftreten, wenn die Entzündung auf das umliegende Gewebe übergreift oder eine Chronifizierung eintritt. In diesem Fall ist die Entfernung der gesamten Bartholin-Drüse ratsam. Zudem kann sich eine Bartholin-Zyste spontan, also von selbst entleeren, indem sie platzt. In diesem Fall solltest Du diese vom Gynäkologen untersuchen lassen, um eine Neuinfektion zu verhindern. Im Grunde besteht für den Partner beim Sexualverkehr keine Ansteckungsgefahr, außer die Bartholinitis wurde durch sexuell übertragbare Krankheiten wie Gonorrhoe oder Chlamydien verursacht. Ansonsten ist der Geschlechtsverkehr dann wieder möglich, sobald sich Betroffene dazu wieder in der Lage fühlen. Auch für Schwangere gilt, die Erkrankung so bald als möglich antibakteriell behandeln zu lassen, um Schwangerschaftskomplikationen und Komplikationen bei der Geburt auszuschließen. Auswirkungen auf die Schwangere oder auf das Kind sind bisweilen keine zu erwarten.

Bartholinitis - wenn die Entzündung auf das umliegende Gewebe übergreift oder eine Chronifizierung eintritt

Wie erfolgt die Diagnose einer Bartholinitis?

Bartholinitis - Wie erfolgt die Diagnose einer Bartholinitis?

Bei einer prallen und kugelig tastbaren Schwellung im Schambereich, welche kaum oder gar nicht schmerzt, solltest Du in den nächsten Tagen einen Frauenarzt aufsuchen, der feststellen kann, ob es sich um eine Bartholinitis handelt.

Sollten jedoch starke Schmerzen und eine Rötung auf der großen Schamlippe auftreten, solltest Du noch am gleichen oder spätestens am nächsten Tag zum Arzt gehen. Dieser befragt Dich anfangs ausführlich über Deine Beschwerden und untersucht dann die Schwellung. Meist reicht dies schon aus, um eine eindeutige Diagnose stellen zu können. Bei Verdacht auf eine Entzündung durch Chlamydien oder Gonokokken wird der Mediziner zusätzlich einen Abstrich vom Bereich der Scheide und der Harnröhre machen und diesen im Labor untersuchen lassen. Ist der Erreger dann gefunden, kann die Antibiotikatherapie beginnen.

Wie ist die Prognose bei einer Bartholinitis?

Mit der entsprechenden Behandlung ist die Prognose gut. Vor allem, wenn es sich um eine kleine Zyste ohne entzündlichen Prozess handelt, kommen Betroffene ohne medizinische Behandlung aus. Je größer sie ist, desto wahrscheinlicher ist ein notwendiger chirurgischer Eingriff. Doch trotz Genesung kann eine Bartholinitis immer wieder ausbrechen, wobei sich in diesem Fall die Prognose nicht ändert. Meist ist es auch so, dass Patientinnen nach einer überstandenen Erkrankung sich schneller in medizinische Behandlung begeben, was einen positiven Effekt auf die Heilung hat. Sollten Betroffene jedoch zusätzlich unter einer weiteren Infektion leiden und ihr Immunsystem deshalb geschwächt sein, verzögert sich meist der Heilungsprozess und es kann zu Komplikationen kommen.

Bartholinitis - Wie ist die Prognose bei einer Bartholinitis?

Wie kann ich einer Bartholinitis vorbeugen?

Bartholinitis - Achte auf eine schonende Pflege des Intimbereichs

Achte auf eine schonende Pflege des Intimbereichs

Bartholinitis - Vermeide zu häufiges Waschen des Intimbereichs oder übermäßigen Seifengebrauch

Vermeide zu häufiges Waschen des Intimbereichs oder übermäßigen Seifengebrauch

Bartholinitis - Beuge durch geschützten Geschlechtsverkehr vor

Beuge durch geschützten Geschlechtsverkehr vor

Bartholinitis - Vermeide zu enge oder synthetische Unterwäsche

Vermeide zu enge oder synthetische Unterwäsche

Wirklich vorbeugen kannst Du einer Erkrankung nur durch eine angemessene Hygiene. Diese beinhaltet neben geschütztem Geschlechtsverkehr eine schonende Pflege des Intimbereichs. Viele Pflegeprodukte stören und reizen die natürliche und schützende Flora des Intimbereichs und wirken somit kontraproduktiv. Deshalb solltest Du zu häufiges Waschen, übermäßigen Seifengebrauch oder den Einsatz von Intimsprays weitgehend vermeiden, da dadurch die natürlichen Hautbakterien geschädigt werden und somit krankmachende Keime leichter eintreten können. Benutze am besten pH-neutrale Waschlotionen und Wasser. Darüber hinaus hat es sich bei vielen Patientinnen bewährt, keine engen oder synthetischen Unterhosen zu tragen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung einer Bartholinitis?

Bartholinitis - Kosten

Im Regelfall übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die medizinische Behandlung, also der Medikamente oder wenn notwendig einer Operation. Frage dazu am besten bei Deinem behandelnden Arzt oder bei Deinem Versicherungsträger nach.


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Über den Autor: Dr. med. Benjamin Gehl

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie


Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion.

Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind.

Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

Bitte beachte, dass sämtliche zur Verfügung gestellten Inhalte zu den einzelnen Behandlungen, Abläufen, Preisen etc. generelle Informationen sind und je nach Ärzt*in und individuellem Fall und Ausgangslage variieren können.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter einer Bartholinitis wird eine ein- oder doppelseitige, meist sehr schmerzhafte bakterielle Entzündung der sogenannten Bartholin-Drüsen oder/und ihrer Ausführungsgänge verstanden.


Ursache sind meist bakterielle Infektionen durch körpereigene Bakterien, in manchen Fällen dringen jedoch auch andere Erreger von außen ein. Ein weiterer Erkrankungsgrund kann eine Bartholinitis-Zyste sein, bei der die Ausführungsgänge der Bartholin-Drüsen verstopft werden und somit das Sekret nicht mehr abrinnen kann.


Eine Behandlung erfolgt in einem frühen Stadium mit konservativen Methoden wie Sitzbädern, Salben oder Homöopathie. Sollte die Infektion jedoch zu sehr fortgeschritten sein und mit einer großen Schwellung und starken Schmerzen einhergehen, empfiehlt sich eine Operation.


Diagnostiziert wird eine Bartholinitis mithilfe eines Anamnesegesprächs und einer körperlichen Untersuchung der betroffenen Stelle durch einen Frauenarzt.

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